10000 Euro anlegen
Zuletzt aktualisiert: 7. Dezember 2020

Du möchtest langfristig Vermögen aufbauen und hast derzeit ungefähr 10.000 Euro zur Verfügung? Anstatt das Geld für Konsumausgaben wie beispielsweise ein kleines Auto oder eine Weltreise auszugeben, kannst du das Geld auch gewinnbringend anlegen. Aber wie funktioniert das genau?

In diesem Artikel zeigen wir dir einige Möglichkeiten, wie du deine 10000 Euro sinnvoll investieren kannst und was du vor der Anlage unbedingt beachten solltest.




Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt viele Möglichkeiten 10000 Euro zu investieren.
  • Neben klassischen Tages- und Festgeldkonten kannst du dein Geld mittlerweile auch ganz einfach in Produkte wie Aktien, ETFs, Rohstoffe oder Kryptowährungen anlegen.
  • Vor deiner Investition solltest du allerdings einige Dinge wie beispielsweise deine Anlageziele oder den Zusammenhang von Rendite uns Risiko beachten.

Das solltest du vor der Geldanlage beachten

Vor der Geldanlage gibt es einige Dinge die beachtet werden sollten. Diese stellen wir dir in den folgenden genauer vor.

Schulden bezahlen

Ein Kredit stellt in der Regel eine große Belastung dar. Bevor du überhaupt in Erwägung ziehst 10000 Euro anzulegen, solltest du zunächst alle deine Konsumschulden zurückzahlen.

Häufig fallen auf Kredite hohe Zinssätze an, die dir in Summe die Rendite deiner Investments deutlich verringern können. Im Allgemeinen ist es daher deutlich wirtschaftlicher vor dem Investieren alle Schulden beglichen zu haben.

Finanzpuffer aufbauen

Weiterhin solltest du vor dem Investment von 10.000 Euro dafür sorgen, das du ein kleines Finanzpolster aufgebaut hast, auf das du im Notfall jederzeit zugreifen kannst. Wichtig: Du solltest nur Geld investieren, welches du am Ende des Monats nach dem Bezahlen aller deine Kosten übrig hast (1).

Das Polster sollte je nach individuellen monatlichen Ausgaben festgelegt werden und kann beispielsweise drei Nettomonatslöhne betragen. Das Geld sollte auf einem Girokonto angelegt sein.

Anlageziel und -horizont festlegen

Bevor du dein Geld anlegst, solltest du dir über deine Anlageziele bewusst werden. Jeder Mensch hat unterschiedliche Ziele und Motive. Einige verfügen bereits über Erfahrungen an der Börse und für andere sind Begriffe wie Aktien, ETFs oder Fonds relativ unbekannt.

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Vor dem Investieren solltest du dich mit deinen Anlagezielen sowie deinem Anlagehorizont beschäftigen.
(Bildquelle: 123rf /102251036)

Einige Anleger wollen beispielsweise lediglich den Wert ihres Geldes über die nächsten Jahre erhalten. Andere hingegen sind dagegen bereit, deutlich mehr Risiko einzugehen. Falls du dein Geld gewinnbringend anlegen möchtest, sollte der Weg zum klassischen Tages- oder Festgeld nicht die erste Wahl darstellen.

Wenn du möglichst viele Risiken ausschließen möchtest sind risikoreichere Investments wie beispielsweise Kryptowährungen nicht oder nur zu einem sehr geringen Teil zu empfehlen. Hierzu erfährst du in den nächsten Anschnitten mehr.

Ein langfristiges Investment erhöht die Gewinnwahrscheinlichkeit. Die kurzfristige Geldanlage gleicht häufig einem Glücksspiel (2).

Ein wichtiger Teil der Anlagestrategie ist der Anlagehorizont, also der Zeitraum in dem das Geld angelegt wird. Im Allgemeinen zahlt sich ein langfristiger Anlagehorizont mehr aus als kurzfristige Investments von wenigen Monaten.

Langfristig steigen die Märkte, wobei es immer wieder zu zyklischen Rücksetzern kommen kann. Verkäufe zum falschen Zeitpunkt können hier zu hohen Verlusten führen. Allerdings entscheidet hier der Einzelfall.

Kosten und Gebühren beachten

Einer der wichtigsten Aspekte vor der Geldanlage sind die Kosten und Gebühren die für das Investment anfallen. Das wichtigste hierbei: Je geringer die Kosten und Gebühren für das Investment sind, desto höher ist am Ende die Rendite. Kosten und Gebühren können sich in unterschiedlicher Art und Weise äußern.

Zu den bekanntesten Kosten in unseren vorgestellten Anlageklassen gehören Gebühren für die Führung von Konten und Depots, Gebühren für den Kauf von Investmentprodukten sowie Gebühren für die Nutzung des jeweiligen Handelsplatzes.

Den Zusammenhang zwischen Risiko und Rendite verstehen

Eine der wichtigsten Regeln vor dem Investieren ist es das Risiko-Rendite-Verhältnis zu verstehen. Dieses besagt, dass die beiden Größen Risiko und Rendite positiv miteinander korrelieren. Das heißt: Ein steigender Ertrag ist in der Regel mit einem steigenden Risiko verbunden.

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Beim Investieren sind Risiko und Rendite positiv miteinander verbunden.
(Bildquelle: 123rf / 106244684)

So können einige Investments kurzfristig sehr hohe Renditen einfahren – allerdings besteht ebenso das Risiko, durch Kursverluste oder ähnliches viel Geld zu verlieren. Andere Investments hingegen sind eher risikoarm. Hier besteht in der Regel allerdings auch kein besonders hohes Renditepotenzial.

Diversifikation des Portfolios

Je nach Anlageklasse ist ein bestimmtes Risiko vorhanden. Anlageklassen wie Festgeld oder Anleihen sind verhältnismäßig risikoarm, wohingegen Aktien und Kryptowährungen weitaus risikobehafteter sind. Die meisten Deutschen sehen das größte Risiko beim Investieren in der Volatilität der Kurse (3).

Durch die Aufteilung des Anlagevermögens in unterschiedliche Assetklassen wird sowohl das Gesamtrisiko des Portfolios als auch die Volatilität, also die Schwankung der Wertentwicklung des Anlagevermögens verringert. Ein breit diversifiziertes Portfolio schützt dich vor abrupten größeren Verlusten oder sogar einem möglichen Totalverlust. Durch die Diversifikation in unterschiedliche Anlageklassen lassen sich Verluste in der einen Anlage durch Gewinne in anderen Anlagen ausgleichen.

Unterstützung suchen

Falls du noch keine oder nur wenig Erfahrung beim Investieren hast, empfehlen wir dir das Anlegen von Geld im Voraus zu üben. An den meisten Märkten kannst du bereits mit wenig Geld einsteigen und deine ersten Erfahrungen machen. Oftmals wird auch ein kostenloses Demokonto angeboten, in welchem du mit Spielgeld üben kannst.

Als Neuling sollst du nicht direkt zu Beginn dein gesamtes Geld investieren. Falls du das Anlegen nicht selbst übernehmen möchtest, kannst du dies auch an Vermögensverwalter auslagern oder von einem Robo Advisor durchführen lassen. Für diese Services fällt allerdings meist eine zusätzliche Gebühr an.

Ratgeber: Welche Möglichkeiten gibt es 10000 Euro anzulegen?

Nachdem du nun mit einigen wichtigen Grundlagen des Investierens vertraut bist, wird es Zeit einen Schritt weiterzugehen. In den folgenden Abschnitten zeigen wir dir diverse Möglichkeiten der Geldanlage auf.

Anlegen in Tagesgeld

Bei einem Tagesgeldkonto handelt es sich um ein Konto auf dem Guthaben verzinst wird und auf welches der Anleger jederzeit Zugriff hat. Es kann also jederzeit Geld abgehoben werden. Auch Einzahlungen können auf dieser Art von Konto jederzeit vollzogen werden. Tagesgeldkonten unterliegen der Einlagensicherung und sind damit bis zu 100.000 Euro vor möglichen Verlusten geschützt.

Tagesgeldkonten gehören zu den sichersten Formen der Geldanlage.

Ein Tagesgeldkonto biete eine relativ sichere Möglichkeit dein Geld anzulegen – der Zinssatz ist allerdings dementsprechend gering. Auf einem Tagesgeldkonto liegt dieser in der Regel zwischen 0,00 und 0,50 Prozent und unterliegt zusätzlich täglichen Schwankungen. Die Rendite fällt damit sehr gering aus.

Anlegen in Festgeld

Auch bei einem Festgeldkonto handelt es sich um ein Konto, das du bei einer Bank eröffnen kannst. Im Gegensatz zu Tagesgeld kann die Anlagesumme bei Festgeld für einen bestimmten Zeitraum allerdings nicht abgehoben werden. Meist wird diese für einen bestimmten Anlagezeitraum zwischen 3 und 120 Monaten auf dem Konto fixiert. Auch hier greift die Einalgensicherung.

Bei manchen Anbietern ist auch eine vorzeitige Auszahlung möglich. Allerdings sollte in einem solchen Fall ein hoher Zinsverlust eingeplant werden.

Der Zinssatz beim Festgeldkonto wird allerdings dafür im Voraus festgelegt. Damit ist die Rendite besser planbar als bei einem Tagesgeldkonto. Auch der Zinssatz auf Festgeld ist in der Regel höher als bei Tagesgeld und ist primär von der Anlagesumme sowie dem Anlagezeitraum abhängig. In der Regel beträgt der Zinssatz zwischen 0,00 und 1,20 Prozent. Auch bei Festgeld handelt es sich um eine sehr sichere Anlageform. Der Zinssatz wird bereits im Voraus garantiert.

Anlegen in Aktien

Bei einer Aktie handelt es sich um einen Anteil an einem börsennotierten Unternehmen. Durch den Kauf einer Aktie nimmst du dementsprechend an der zukünftigen Wertentwicklung des Unternehmens teil. Für den Kauf von Aktien fallen meist Gebühren seitens des Brokers und des jeweiligen Handelsplatzes an.

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Um erfolgreich in Aktien zu investieren, solltest du dich im Voraus intensiv mit den jeweiligen Unternehmen auseinandergesetzt haben.
(Bildquelle: 123rf. / 112971265)

Aktien ermöglichen bereits innerhalb kurzer Zeit hohe Renditechancen durch Kursentwicklungen oder Dividenden. Allerdings geht auch Risiko von Verlusten stets Hand in Hand mit den Chancen.

Im schlimmsten Fall kann es zum Totalverlust deines eingesetzten Kapitals kommen. Bei vielen Brokern können Aktien auch in einem Sparplan gehandelt werden. Dieser ermöglicht eine regelmäßige Investition in Bruchteile von Aktien.

Anlegen in ETFs

Bei einem ETF, auch Exchange Traded Fund genannt, handelt es sich m einen börsengehandelten Fonds welcher einen bestimmten Index abbildet. Mit der Investition in eine ETF investierst du meist breit gestreut in eine Vielzahl von Aktien.

ETFs bieten den Vorteil, bereits mit wenig Kapital in viele große Unternehmen zu investieren und an deren Wertentwicklung teilzuhaben.

Bei dem Investment in ETFs fallen neben dem Kurspreis meist Gebühren für den Broker sowie Gebühren seitens des Emittenten des ETFs in Form von jährlichen Verwaltungskosten an. Die Verwaltungskosten liegen in der Regel zwischen 0,10 und 0,60 Prozent. Ein ETF ermöglicht durch die Investition in eine Vielzahl von Aktien eine gute Risikostreuung.

Des Weiteren kannst du deine Anteile jederzeit an der Börse verkaufen, falls du das Geld benötigst. Allerdings solltest du hierbei auf den aktuellen Kurs achten, um nicht mit Verlusten zu verkaufen. Mit der Investition in einen ETF gehst du natürlich auch das Risiko eines Wertverlustes ein, da die Kurse genau wie bei Aktien nicht nur steigen, sondern auch fallen können.

Die jährlichen Zinsen eines ETFs können unterschiedliche ausfallen. Der bekannteste Index, welcher von diversen ETFs abgebildet wird, ist der MSCI World. Dieser bildet die Wertentwicklung von über 1.600 Unternehmen aus diversen Industrieländern ab. Seit 1970 konnten ETFs auf diesen Index eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7,10 Prozent einfahren.

Die reale inflationsbereinigte jährliche Rendite des DAX (Deutscher Aktienindex) liegt in den 45 Jahren seit 1970 im Schnitt bei 5,6 Prozent (4). Auch auf diesen Index werden viele ETFs angeboten.

Anlegen in Rohstoffe

Eine weitere Möglichkeit ist die Anlage in Rohstoffe wie Edelmetalle, Öl oder Agrarrohstoffe. Die direkte Investition in Rohstoffe ist beispielsweise durch den physischen Kauf von Edelmetallen wie Gold und Silber oder dem Handel an einer Warenterminbörse möglich.

2. Oktober 2020

Eine indirekte Investition in Rohstoffe ist beispielsweise über Aktien, ETFs oder ETCs möglich. Hierdurch kannst du dich an einem oder mehreren Unternehmen die im Bereich der Produktion oder dem Handel von Rohstoffen tätig sind beteiligen.

Anlegen in Immobilien

Die offensichtlichste Möglichkeit um in Immobilien zu investieren ist der direkte Kauf eines Objektes. Natürlich reichen 10.000 Euro normalerweise nicht aus, um eine komplette Immobilie zu kaufen. Je nach finanzieller Situation kannst du diese allerdings über die Bank finanzieren lassen. Die 10.000 Euro können hierbei beispielsweise als Eigenkapital dienen.

15. September 2020

Es gibt allerdings noch weitere Möglichkeiten wie beispielsweise die indirekte Invention in Immobilien. Hierzu gehören unter anderem Immobilienfonds, Immobilien-Crowdinvesting oder Immobilien ETFs. Bei diesen Arten des Investierens wird dein Geld in viele unterschiedliche Objekte angelegt und damit das Risiko verteilt.

Anlegen durch Crowdinvesting

Beim Crowdinvesting investieren eine Vielzahl von Anleger gemeinsam über das Internet in ein Projekt. Als Ausgleich dafür werden diese am Erfolg der Unternehmung beteiligt. Typische Crowdinvesting-Projekte liegen im Bereich von Immobilien, Start-ups und nachhaltigen Projekten. Crowdinvesting bietet dir die Möglichkeit bereits mit wenig Kapital in große Vorhaben zu investieren und von der Entwicklung zu profitieren.

Weiterhin kannst du beim Crowdinvesting diversifiziert in unterschiedlichste Projekte investieren. Dank der meist geringen Mindestinvestitionssummen ist eine breite Streuung des Kapitals möglich

16. Oktober 2020

Allerdings haben Crowdinvesting-Projekte auch diverse Nachteile. Oft handelt es sich um relativ risikoreiche Vorhaben, bei denen im schlimmsten Fall ein Totalverlust deines Kapitals möglich ist. Des Weiteren handelt e sich bei dem investierten Kapital um ein Nachrangdarlehen – Gläubiger dieses Darlehens werden also im Fall einer Insolvenz als letztes bedient.

Anlegen in Kryptowährungen

Bei Kryptowährungen handelt es sich um virtuelle Währungen, welche beispielsweise als digitales Zahlungsmittel dienen. Zur Zahlungsabwicklung werden keine Banken benötigt. Es handelt sich damit um ein dezentrales Netzwerk, bei welchen die Teilnehmer die Transaktionen verwalten.

Kryptowährungen unterliegen einer sehr starken Volatilität – die Kurse schwanken in extrem hoher Geschwindigkeit. Hierdurch sind zum einen extrem hohe Gewinne möglich, andererseits auch hohe Verluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

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Der auf der Blockchain basierende Bitcoin gehört zu den bekanntesten Kryptowährungen.
(Bildquelle: 123rf /103780073)

Die hohe Volatilität wird anhand es folgenden Beispiels verdeutlicht: Der Kurs der bekanntesten Kryptowährung, dem Bitcoin, lang Anfang 2016 bei 450 USD. Im Dezember 2017 erreichte der Kurs sein bisheriges Maximum von knapp 20000 USD. Anfang 2020 sank der Kurs wieder kurzfristig unter 5000 USD.

Fazit

Mit einer Summe von 10000 Euro hast du als Anleger viele Möglichkeiten dein Geld sinnvoll anzulegen. Vor einem Investment solltest du dich mit den wichtigsten Regeln des Investierens auseinandergesetzt und deine Anlageziele sowie -strategie definiert haben.

Für den langfristigen Vermögensaufbau empfehlen wir dir dein Geld diversifiziert auf unterschiedliche Assetklassen zu verteilen und dich vor dem Investment gut mit den einzelnen Anlagemöglichkeiten auseinanderzusetzen. Hierfür solltest du zusätzlich auf diverse Fachliteratur zurückgreifen.

Bildquelle: dolgachov / 123rf

Einzelnachweise (4)

1. Der Niedersächsische Anlegerclub (2020). Geld anlegen.
Quelle

2. Boerse.de (2020): Anlagehorizont: Langfristige Investments bieten höhere Erfolgschancen
Quelle

3. Flossbach von Storch Studie (2018): Die Deutschen und das Geld.
Quelle

4. Kommer, G.: Souverän Investieren mit Indexfonds und ETFs. Wie Sie das Spiel gegen die Banken gewinnen; 5. Aufl.; Campus 2018. Seite 68ff.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Geld Anlegen
Der Niedersächsische Anlegerclub (2020). Geld anlegen.
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Artikel
Boerse.de (2020): Anlagehorizont: Langfristige Investments bieten höhere Erfolgschancen
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Studie
Flossbach von Storch Studie (2018): Die Deutschen und das Geld.
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Wissenschaftliches Buch
Kommer, G.: Souverän Investieren mit Indexfonds und ETFs. Wie Sie das Spiel gegen die Banken gewinnen; 5. Aufl.; Campus 2018. Seite 68ff.
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