altersvorsorge
Zuletzt aktualisiert: 7. Dezember 2020

Die Altersvorsorge - ein Thema wovor viele sich am liebsten drücken wollen. Rente und Alter fühlen sich noch fern an, somit auch das Thema Altersvorsorge. Man kann sich ja immer noch später darum kümmern. Das ist aber falsch.

Je früher du anfängst, desto besser für deine Rente. So hast du länger Zeit Geld anzusparen. Hier erfährst du die Hintergründe, die du wissen musst. Zusätzlich dazu findest du viele Tipps und Fehler zum Thema Altersvorsorge. Lass dir die Zeit nicht aus den Fingern rinnen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Die Altersvorsorge wird in 3 Säulen unterteilt. Die erste Säule ist die Grundlage, die gesetzliche Rentenversicherung. Säulen 2 und 3 gewinnen aufgrund des demografischen Wandels immer mehr an Bedeutung.
  • Riester-Rente, Rürup-Rente und betriebliche Rente werden alle vom Staat gefördert. Zusätzlich stehen dir noch klassische Rentenversicherungen, ETF-Sparpläne oder Immobilien als Altersvorsorge zur Verfügung.
  • Beim Planen deiner Altersvorsorge ist das Berechnen der Rentenlücke ein wichtiger Schritt. Darauf basierend wählst du die passende Altersvorsorge. Dabei sind Zeit bis zur Rente, Anlageverhalten oder Erwerbsform wichtige Faktoren.

Hintergründe: Was du über Altersvorsorge wissen solltest

Erfahre hier in diesem Abschnitt die zentralen Hintergründe über Altersvorsorge. Welche Möglichkeiten du hast, welche Fehler du machen kannst und andere Punkte, auf die du achten solltest. Am Ende bekommst du dann noch ein paar Empfehlungen, wo du dich nochmal gesondert beraten lassen kannst.

Warum ist Altersvorsorge wichtig?

Das Rentensystem in Deutschland basiert auf dem Generationenvertrag; heißt derzeitige Arbeitnehmer zahlen Rentenbeiträge, mit denen direkt die Rente bezahlt wird. Das gibt Punkte und ist Basis für die Bestimmung der eigenen späteren Rente (1).

Der demografische Wandel ist das Problem; die Menschen werden älter. Während 1950 9,7 % älter als 65 Jahre waren, sind es 2016 bereits 21,2 %. Weiter gab es in den 1965 Jahren pro Frau 2,5 Kinder, 2016 sind es nur noch 1,5. Zusätzlich steigt die Lebenserwartung, was den Zeitpunkt der Familiengründung nach hinten verschiebt (2).

Es muss länger und für mehr Menschen Rente von weniger Menschen bezahlt werden, sodass das Rentenniveau sinkt.

Deshalb solltest du dir über deine Altersvorsorge Gedanken machen. Sie wird sogar teilweise vom Staat gefördert.

Was sind die 3 Säulen der Altersvorsorge?

Man spricht meistens von 3 Säulen oder Schichten der Altersvorsorge. Dabei ist die gesetzliche Säule die Grundlage und die betriebliche bzw. private Säule eine Ergänzung; wobei diese beiden immer mehr an Bedeutung gewinnen.

  1. Gesetzliche Regelsysteme: Dazu zählt die gesetzliche Rentenversicherung und andere Vorsorgeeinrichtungen für Beamte, Freiberufler und Selbstständige(3).
  2. Betriebliche Altersvorsorge: Diese Vorsorge erfolgt über deinen Arbeitgeber. Dieser bestimmt auch die Form, die Versicherungsprodukte, Bankprodukte oder Immobilien enthalten kann. Der Staat fördert diese Form(4).
  3. Private Altersvorsorge: Unter diese Kategorie fallen dann weitere private Bemühungen zur Altersvorsorge, die du aus deinem Nettogehalt bezahlst.

Außerhalb dieser Säulen kannst du dir mithilfe von Immobilien, Aktien oder kleinen Nebentätigkeiten auch Einkommen ermöglichen.

Welche Möglichkeiten der Altersvorsorge gibt es?

Es gibt einige Möglichkeiten, die du zur zusätzlichen Altersvorsorge hast. Diese werden hier kurz vorgestellt, um dir einen Überblick zu ermöglichen.

Riester- und Rürup-Rente

Beide sind steuerlich absetzbar, nur die Riester-Rente ermöglicht auch staatliche Zulagen.

Beide Arten sind spezielle Formen von Rentenversicherungen, die vom Staat gefördert werden. Dabei ist die Riester-Rente eher für Geringverdiener sinnvoll und Rürup-Rente für Vielverdiener.

Beide sind steuerlich absetzbar, nur die Riester-Rente ermöglicht auch staatliche Zulagen. Diese Grundzulage beträgt 175 Euro jährlich und bis zu 300 Euro pro Kind. Dafür musst du aber jährlich 4 % deines Bruttoeinkommens einzahlen, die Zulagen sind dabei eingerechnet. Also sparst du bei Riester nicht alleine.

Bei Rürup-Rente ist die steuerlich absetzbare Menge deutlich höher. Während bei Riester maximal 2100 Euro absetzbar sind, sind bei Rürup rund 21.000 Euro jährlich absetzbar.

Bei beiden Varianten sind bei Auszahlung Steuern zu zahlen. Diese richten sich nach der Steuerklasse im Rentenalter, sind also meist geringer.

Nicht jeder ist für eine Riester-Rente zulässig, nur Pflichtversicherte der Deutschen Rentenversicherung. Folglich richtet sich eine Rürup-Rente an Selbstständige.

Beide werden dann als lebenslange Rente ausgezahlt, wobei bei Riester die Möglichkeit einer 30 % Auszahlung möglich ist. Diese wird auch besteuert.

Bei Riester besteht die Möglichkeit eines Wohn-Riesters oder eines Riester-Bausparvertrags, was den Kauf und Bau einer Immobilie vereinfacht. Diese muss dann selbst genutzt werden.

Vor- und Nachteile einer Riester-Rente:

Vorteile
  • Hohe Förderung
  • Beitragsgarantie
  • sichere, lebenslange Rente
Nachteile
  • hohe Abschlusskosten
  • Intransparenz
  • Teure Kündigung

Vor- und Nachteile einer Rürup-Rente:

Vorteile
  • Hohe Steuerersparnis für Gutverdiener
  • Auszahlung bis 75 verschiebbar
  • lebenslange, sichere Rente
Nachteile
  • Unflexibel, früheste Auszahlung ab 62
  • kein Hinterbliebenenschutz
  • Anbieterwechsel schwierig

Allgemein können beide Varianten sinnvoll sein. Dennoch ist es wichtig, dass du dich vor Abschluss beraten lässt und den angebotenen Vertrag gut verstehst.

Betriebliche Altersvorsorge

Dein Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet eine betriebliche Altersvorsorge anzubieten. Seit 2019 muss der Arbeitgeber sogar 15 Prozent des Arbeitsgeberbetrags zusteuern.

Der zentrale Vorteil ist, dass die Zahlungen vom Bruttogehalt getätigt werden; heißt somit sparst du auch an Steuern und Sozialabgaben. Gleichzeitig zahlst du aber weniger in die gesetzliche Rentenkasse.

Wirkliche Vorteile im Vergleich zu Riester und Rürup erzielst du erst, wenn dein genügend Arbeitgeber mit spart. Das ist nicht immer der Fall.

Zwar ist diese Art der Altersvorsorge bequemer, da der Arbeitgeber alles regelt. Folglich bist du weniger flexibel und kannst nicht mitentscheiden.

Bei einem Arbeitgeberwechsel hast du folgende 3 Möglichkeiten:

  • Privat weitersparen
  • Kapital mitnehmen
  • Den Vertrag beitragsfrei stellen

Beiträge des Arbeitgebers sind unverfallbar, wenn du mindestens 25 bist und 5 Jahre angestellt warst. Bei Verträgen ab 2018 reichen 3 Jahre und ein Alter von 21.

Du hast die Wahl zwischen Rente oder Auszahlung. Diese werden aber auch voll besteuert, wobei deine Steuerklasse im Alter meist niedriger ist.

Vorteile
  • Wahl zwischen Rente und Auszahlung
  • Einsparen bei Steuern und Sozialabgaben
  • Wenig Aufwand
Nachteile
  • Niedrigere gesetzliche Rente
  • Kein Wahlrecht
  • Fester Auszahlungszeitpunkt

Ob eine betriebliche Altersvorsorge mehr Sinn als eine Riester- oder Rürup-Rente macht, hängt davon ab wie viel der Arbeitgeber dazu beiträgt.

ETF-Sparplan

Solche ETF-Sparpläne kannst du bei Banken abschließen. Dabei zahlst du monatliche Raten ab 50 Euro, mit denen die Bank Fondanteile kauft.

Diese bilden einen Index ab. Also besteht hier keine Gefahr durch Fehlentscheidungen eines Fondmanagers, da ein fester Index abgebildet wird.

Du bist hiermit sehr flexible, da du jederzeit an dein Geld gelangen kannst. Die Kosten für das Wertpapierdepot, eine Art Konto für deinen Sparplan, und andere Verwaltungskosten sind überschaubar.

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Wenn du dich mit finanziellen Themen nicht so gut auskennst und dich überfordert fühlst, scheue nicht dich von Familie, Freunden oder Experten beraten zulassen. Verträge, die du nur so halb verstehst, können schnell eine Kostenfalle werden. (Bildquelle: Anastasia Gepp / pixabay).

Die Kapitalerträge müssen jährlich mit dem Abgeltungssteuersatz versteuert werden. Einen Sparplan solltest du langfristig anlegen, mindestens 10 bis 15 Jahre, da die Zeit so kleinere Kursschwankungen ausgleicht.

Der Zeitpunkt des Einstieges ist nicht so wichtig, da am Anfang nur kleine Geldmengen vorliegen. Beim Ausstieg in sichere Geldanlagen ist der Zustand des Kurses allerdings sehr wichtig. Somit solltest du das im Auge behalten.

Vorteile
  • Risikostreuung
  • Flexibilität
  • Buy and Hold lohnt sich
Nachteile
  • keine exorbitanten Gewinne
  • Vorsicht bei Ausstieg
  • Anleger trägt Verluste

Aktienindizes sind wie Light-Varianten des Aktienhandels. Durch die vielen Aktien innerhalb des Indizes ist das Risiko vergleichsweise geringer, die Gewinne aber ebenfalls.

Diese Art der Altersvorsorge eignet sich für Leute, die bereit sind Arbeit in die Umschichtung am Ende des Sparens zu stecken. Zusätzlich solltest du eine gewisse Ruhe innehaben und nicht das permanente Verlangen haben die Kurse zu checken.

Eigenheim

Immobilien als Altersvorsorge sind sehr beliebt. Ist das Haus oder Wohnung erstmal abbezahlt, fallen nur noch Betriebskosten an. Doch es gibt viele Risiken bei Immobilien als Altersvorsorge:

  • Keine Erträge: Du kannst mietfrei in deiner Immobilie wohnen, aber eine Rente zahlt sie dir nicht aus. Deshalb kann eine Immobilie keine zentrale Säule deiner Altersvorsorge sein.
  • Kosten: Instandhaltungskosten darfst du nicht vernachlässigen. Zum Beispiel musst du immer mal wieder renovieren.
  • Finanzierung: Oft werden Immobilien über Bankendarlehen gekauft. Setze die Zahlungen nicht zu hoch ein. Unfälle, Jobverluste und Schicksalsschläge können leider passieren. Lieber geringe Zahlungen mit Sondertilgungen.
  • Gebundenheit: Wenn du eine Immobilie kaufst, bist du an sie gebunden. Das ist ein Risiko. Wertverluste sind möglich oder vielleicht willst du nicht mehr am gleichen Ort wohnen.
  • Kaufpreis: Immobilienpreise sind sehr hoch, vor allem in Städten. Die Bepreisung kann sehr undurchsichtig sein. Es besteht die Gefahr eines zu hohen Kaufpreises.

Ein Immobilienkauf ist eine weitreichende Entscheidung, die viele Risiken birgt. Als einzige Altersvorsorge ist sie nicht zu empfehlen.

Was ist mit Lebensversicherungen?

Lebensversicherungen ermöglichen Ansparen und dann Auszahlung in Form von monatlichen Raten oder einer einmaligen Auszahlung. Dies klingt als Idee gut, vor allem bei Betrachtung des zusätzlichen Hinterbliebenenschutzes.

Leider liegt der Garantiezins lediglich bei 0,9 % in den Jahren 2017 bis 2019 (7). Somit ist zurzeit diese Form nicht zu empfehlen. Besser ist eine Rieste-Rente oder betriebliche mit cleverer Nutzung von Zulagen und Förderungen.

Wann solltest du mit einer Altersvorsorge anfangen?

Am besten heute.

Je früher du anfängst darüber nachzudenken, desto länger hast du Zeit Geld zurückzulegen. Dank Zinseszins können sich auch kleine monatliche Beiträge über die Jahre zu großen Geldmengen häufen. Deshalb ist es wichtig möglichst früh zu beginnen.

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Auch wenn viele Kosten im Alter wegfallen, kommen neue hinzu. So hast du mehr Zeit zu reisen und schöne Ausblicke zu genießen. Dies kostet aber auch Geld. Dieses solltest du bei Planung deiner Altersvorsorge miteinrechnen. (Bildquelle: Matthew Bennett / unsplash)

So kannst du für Zeiten, in denen du keine Arbeit hast, vorsorgen. Die zusätzliche Ruhe des Wissens, das du vorsorgst, ist auch nicht zu vernachlässigen.

Sollten Frauen auf etwas Spezielles bei der Altersvorsorge achtgeben?

Inhaltlich müssen Frauen auf nichts anders achten bzw. anders machen als Männer.

Doch ist eine private Altersvorsorge für Frauen wichtiger. Denn einer Studie der Universität Mannheim und der Tilburg University, in den Niederlanden, zufolge herrscht ein Gender Pension Gap von 26 % (8). Frauen bekommen 26 % weniger gesetzliche Rente als Männer.

Der Gender Pension Gap beträgt 26 %.

Das liegt an dem Gender Pay Gap, der in Deutschland bei 20 % liegt(9). Aber auch daran, dass Schwangerschaft und Kindererziehung oft an Frauen hängen bleibt. In dieser Zeit können Frauen weniger in die Rentenkasse zahlen.

Frauen haben zudem eine höhere Lebenserwartung von 5 Jahren als Männer(10). Deshalb ist eine private Altersvorsorge bei Frauen besonders wichtig.

Wo trägst du die private Altersvorsorge in deine Steuererklärung ein?

Das kommt zuerst einmal auf die Art deiner Altersvorsorge an. Während der Einzahlungsphase ist das unterschiedlich.

  • Gesetzliche Rentenversicherung: Anlage Vorsorgeaufwand Zeile 4 bis 11
  • Rürup-Rente: Anlage Vorsorgeaufwand Zeile 4 bis 11
  • Riester-Rente: Anlage Altersvorsorge Zeile 7 bis 8
  • Betriebliche Rente: Grundsätzlich nicht, außer Sonderzulagen (zum Beispiel bei Jobwechsel)

Bei Auszahlung verhält es sich bei allen gleich. Detaillierte Angaben zu Altersbezügen gehören in den Anhang R.

Solltest du deine Altersvorsorge bei finanziellen Engpässen kündigen?

Du solltest deine Altersvorsorge nicht bei finanziellen Problemen nicht kündigen. So verlierst du nämlich Geld. Bei einer Riester-Rente verlierst du zum Beispiel die staatlichen Zulagen.

Besser ist es, die Verträge beitragsfrei zu stellen. So erhöht sich das Sparvolumen zwar nicht, aber du kannst die Vorteile behalten. Sogar nach Ende deiner Probleme wieder anfangen Beiträge einzuzahlen.

Kündige also nicht vorzeitig und unüberlegt deine Altersvorsorge.

Was sind häufige Fehler bei der Altersvorsorge?

Gegen Ende eine Aufzählung von häufigen Fehlern, die du vermeiden solltest:

  • Zu spät mit der Altersvorsorge beginnen: Je später du beginnst, desto weniger Zeit hast du zum Sparen und desto weniger kannst du vom Zinseszins profitieren
  • Versorgungslücke unterschätzen: Unterschätze nicht wie viel Geld du im Alter brauchen wirst. Auch wenn manche Ausgaben wegfallen, es kommen andere dazu.
  • Staatliche Förderung vernachlässigen: Gilt vor allem für Rürup- und Riester-Renten. Nutze die Hilfe, die der Staat anbietet voll aus!
  • Fehlende Ausdauer: Du solltest nicht dauernd deine Strategie ändern. Das führt zu mehr Kosten. Triff eine durchdachte Entscheidung und dann sei geduldig.
  • Inflation und Steuern: Vergiss diese beiden Faktoren nicht. Sie können deine Rente stark mindern. Trotz Planung hast du dann weniger als erwartet.
  • Andere Risiken: Konzentriere dich nicht nur auf deine Altersvorsorge. Unfallrisiko und andere Risiken herrschen auch. Wenn du sie nicht beachtest, musst du vielleicht an deine Altersvorsorge, um Engpässe zu bewältigen.
  • Zu hohe Raten: Überschätze deine Zahlungsfähigkeit nicht! Während hohe Raten zu mehr Rente führen, sind sie auch eine Belastung für deine Haushaltskasse.
  • Lebenserwartung: Menschen leben immer länger. Unterschätze nicht wie alt du vielleicht wirst!

Die meisten dieser Fehler kannst du durch geplantes und besonnenes Handeln vermeiden.

Wo kannst du dich noch über Altersvorsorge informieren?

Um dich generell zu informieren, sind die Webseiten der deutschen Rentenversicherung und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zentrale Anlaufstellen. Auf der Seite der deutschen Rentenversicherung kannst du auch eine persönliche Beratung organisieren.

Bei privater Altersvorsorge solltest du dich direkt bei den Anbietern informieren. Die können dann auch konkrete Zahlen für dich speziell nennen. Verlass dich dabei aber nicht nur auf einen Anbieter. Weiter gibt es Verbraucherschutzzentralen, die ebenfalls Informationen anbieten.

Bei der betrieblichen Altersvorsorge sind Arbeitgeber, Gewerkschaften oder der Betriebsrat die Ansprechpartner.

Altersvorsorge: Wie du eine passende Altersvorsorge auswählst

In diesem Teil kannst du über 3 einfache Schritte lesen, mit denen du deine Altersvorsorge planen kannst. Unterschätze nicht den Aufwand der Schritte; vergiss aber auch nicht, dass es sich lohnt vorbereitet zu sein.

Schritt 1: Deine Ausgangslage analysieren

Zu Beginn solltest du deine sogenannte Rentenlücke berechnen. Dieses ist die Differenz zwischen deiner voraussichtlichen gesetzlichen Rente und deinem Geldbedarf im Alter. Dies sind natürlich nur Annahmen, da sich mit der Zeit viel ändert. Als Grundlage dennoch hilfreich.

Wie viel gesetzliche Rente bekommst du?

Du solltest regelmäßig einen Antrag auf Klärung des Rentenkontos stellen. Das hat zwei Vorteile:

  1. Information hinterlegen: Du bist verantwortlich dafür, dass alle Nachweise bei der Rentenversicherung vorliegen. So ersparst du dir Nerven bei Renteneintritt.
  2. Information erhalten: Du bekommst Informationen über dein Eintrittsalter und Höhe deiner Rente, nach dem jetzigen Stand.

Wenn du noch jünger bist oder keine Zeit für die Antragsstellung hast, kannst du auch über Onlinerechner deine voraussichtliche Rente ermitteln. Das geht auch direkt auf der Website der deutschen Rentenversicherung (5).

Vergiss die Inflation nicht! Das Geld verliert über die Zeit seinen Wert, also musst du eine Inflationsrate abziehen. Von 2000 bis 2019 betrug die Inflation in Deutschland zwischen 0,3 und 2,6 % (6).

Jetzt hast du einen Richtwert über dein Renteneinkommen.

Wie viel Geldbedarf wirst du im Rentenalter haben?

Dieser Betrag ist etwas schwerer im Voraus zu ermitteln. Am häufigsten geht man von 80 bis 85 % des Nettogehaltes aus. Doch das ist sehr pauschal. Vergiss hierbei nicht die Inflation zuzurechnen!

In dieser Tabelle kannst du nachlesen, welche Kosten im Alter wegfallen, aber auch welche dazukommen.

Ausgabe Art
Ausgaben für Altersvorsorge wegfallend
Fahrtkosten für die Arbeit wegfallend
Kosten für Kinder wegfallend
Gesundheit und Medikamente hinzukommend
Energiekosten hinzukommend
Hobbys und Reisen hinzukommend

Verzettle dich nicht in Kleinigkeiten. Je weiter das Rentenalter in der Zukunft liegt, desto grober solltest du diese Schätzung angehen. Vieles kann sich noch ändern.

Schritt 2: Deine Möglichkeiten der Altersvorsorge kennen

Im zweiten Schritt solltest du dir einen Überblick über die verschiedenen Formen der Altersvorsorge machen. Diese sind im vorherigen Hintergründe-Teil erklärt und zusammengefasst. Weiterführende Beratung ist vor dem Abschluss dennoch unerlässlich. Sortiere hier schon grob vor, was für dich persönlich realistisch ist bzw. infrage kommt.

Schritt 3: Deine Entscheidung treffen

Jetzt ist die Zeit der Entscheidung gekommen. Diese Entscheidungen sind höchst individuell und schwer pauschal zu beantworten. Im Idealfall lässt du dich beraten. Dennoch sind hier einige Kriterien, an denen du dich orientieren kannst.

Jahre bis zum Ruhestand

Je weiter der Ruhestand weg ist, desto mehr Möglichkeiten hast du.

So kannst du dir noch überlegen in eine Immobilie zu investieren. Generell reichen bei vielen Jahren auch kleine regelmäßige Beträge, um Geld zu sparen.

Bei wenigen Jahren kannst du kurzzeitig Geld anlegen, über ETFs oder Festgeld. Zusatzzahlungen in deine bestehenden Versicherungen sind auch noch möglich. Doch du bist um einiges eingeschränkter, weil neue Verträge sich immer weniger lohnen.

Erwerbsform

Wenn du angestellt bist, hast du schon mal die gesetzliche Rentenversicherung als Basis. Diese baust du dann mit den verschiedenen Möglichkeiten aus.

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Wenn du selbstständig bist und zum Beispiel einen Friseursalon führst, musst du dich um viele Risiken kümmern. Neben der Altersvorsorge musst du auch für Rücklagen oder potentielle Ausfälle sorgen. Deswegen ist es wichtig, dass du dich damit auseinandersetzt.(Quelle: Alexander Kolyada / unsplash).

Als Selbstständiger musst du dich nicht nur dafür sorgen eine gewisse Basisrente erstmal zu sichern, um sie dann auszubauen. Es ist auch wichtig, dass du für dein Unternehmen genügend Rücklagen hast. Also musst du dich zweimal absichern.

Anlagetyp

Es gibt sichere Altersvorsorgen, darunter fallen Rentenversicherungen wie Riester und Rürup, die aber weniger Rendite bringen.

Im Gegensatz dazu gibt es ETF-Fonds und andere fondzentrierte Altersvorsorgen, die mehr Rendite bringen, aber auch riskanter sind.

Diese beiden Pole solltest du gegeneinander abwägen und dich für einen Mix, der zu dir passt, entscheiden.

Fazit

Man kann die Altersvorsorge nicht ewig aufschieben. Deshalb ist es besser sie zeitig anzugehen. Mit diesem Ratgeber bist du grundlegend über deine Möglichkeiten und Gefahren informiert.

Dennoch solltest du dich tiefer, vor allen in Bezug auf konkrete Verträge, informieren. Je früher du das erledigst, desto entspannter kannst du dem Alter entgegengehen.  Das Wichtigste ist keine voreiligen Schritte, sondern besonnenes Handeln. So findest du deine passende Altersvorsorge.

Bildquelle: 123rf / 42400380

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