Anlagestrategien
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2020

Immer wieder hörst du deine Freunde davon reden, wie sich ihre Aktien in letzter Zeit entwickelt haben? Oder du denkst daran, dich an deiner Rente vorzubereiten? Anlagestrategien sind eine gute Hilfe, wenn es darum geht Geld anzulegen.

Aber was sind überhaupt Anlagestrategien? Das erklären wir dir in unserem Beitrag zu Anlagestrategien 2020. Ebenso stellen wir die acht Anlagestrategien vor, sowie ihre Vor- und Nachteile. Zuletzt erläutern wir dir, worauf du vor deinen Investitionen aufpassen solltest. Mit unserer Hilfe wirst du dich die beste Anlagestrategie aussuchen können.




Das Wichtigste in Kürze

  • Anlagestrategien erlauben es dir deine Geldinvestitionen zu planen. Somit kannst du deine Gefühle aus dem Spiel lassen und dein Geld nach logischen Überlegungen anlegen.
  • Es gibt zwei Haupttypen von Anlagestrategien: passive und aktive Strategien. Sie unterscheiden sich vor allem in der Zeit, die du benötigen wirst, um Erfolge zu erzielen.
  • Die „beste“ Anlagestrategie ist ein Mythos. Wichtig sind: Deine Bereitschaft Risiken einzugehen, deine Ziele (kurzfristig vs. langfristig), sowie die Menge an deinem zu investierenden Geld.

Glossareintrag: Der Begriff Anlagestrategie im Detail erklärt

Das hört man immer wieder: Man müsste sein Geld anlegen, um es aufzubewahren -oder sogar Gewinne erzeugen. Anlagestrategien sind den besten Weg, um mit klarem Kopf sein Geld anzulegen. In den nächsten Absätzen erklären wir dir, was diese genau sind, und worauf du beim Anlegen aufpassen solltest.

Was ist eine Anlagestrategie?

Anlagestrategien sind ein Ansatz zur Investition (1). Sie erlauben es dir logische Überlegungen zu verfolgen und dein Geld mit klarem Kopf anzulegen -Geld und Gefühle sind meistens keine besten Freunde.

Es wird zwischen zwei Haupttypen von Anlagestrategien unterschieden: passive und aktive Anlagestrategien.

Passive Anlagestrategien erzielen nur (im Vergleich zu aktiven Anlagestrategien) den Markt abzubilden. Dadurch sind passive Strategien mit wenigem Aufwand gebunden und sind relativ einfach umzusetzen (2). Zudem ist es empfehlenswert diese Strategien auf eine lange Sicht zu betreiben (3). Die Buy-and-Hold-Strategie ist zum Beispiel eine passive Anlagestrategie.

Anlagestrategien-1

Dein Geld muss nicht zwangsläufig bei der Bank liegen. Es gibt Wege dein Geld anzulegen, die es dir erlauben noch mehr Gewinne zu erzeugen.
(Bildquelle: Micheile Henderson / Unsplash)

Dagegen erzielen aktive Anlagestrategien den Markt „zu schlagen“. Aktive Strategien sind mit mehr Risiken verbunden und benötigen ein gutes Wissen über dem Markt -auf Marktanalysen sollte nicht verzichtet werden.

Denn bei aktive Strategien geht es um den „richtigen Zeitpunkt“ zu finden, entweder um auf dem Markt einzusteigen oder daraus auszusteigen (4). Aktive Anlagestrategien sind zum Beispiel: die Growth-Strategie, das antizyklisches oder prozyklisches Investieren, die Dividendenstrategie.

Zuletzt kann man Anlagestrategien als konservativ oder spekulativ bezeichnen. Konservative Anleger nehmen meistens wenig Risiken ein. Dagegen erzielen spekulative Anleger einen schnellen Erfolg, der mit mehr Risiken verbunden ist (5).

In welche Anlageklassen kann ich mein Geld anlegen?

Es ist schön und gut, Strategien für seine Investitionen zu entwickeln. Im ersten Schritt sollte man sich aber überlegen, wo (das heißt in welcher „Anlageklasse“) man investieren will. Die einfachste Vorgehensweise ist es, sich ein Portfolio zu bilden.

In diesem Portfolio sollten die Anlageklassen stehen, die dich besonders interessieren und woran du investieren möchtest. Diese fünf Anlageklassen könnten in deinem Portfolio stehen:

  • Wertpapiere (z. B. Aktien, Anleihen)
  • Einlagen (z. B. Sparkonto, Sparbuch)
  • Rohstoffe (z. B. Edelmetalle, Energierohstoffe)
  • Immobilien (z. B. Immobilienfonds, Eigenheim)
  • Alternative Anlagen (z. B. Private Equity Fonds)

Theoretisch kannst du dein Portfolio so aufstellen, wie es dir gefällt.

Anlegen, egal ob passiv oder aktiv, ist immer mit Risiken verbunden: Diversifizierung erlaubt es dir, diese Risiken zu reduzieren.

Wir würden dir aber empfehlen, dieses Portfolio so viel wie möglich zu diversifizieren.

Welche Anlagestrategien gibt es und was sind ihre Vor- und Nachteile?

Neben den zwei Haupttypen (aktive und passive Anlagestrategien) gibt es eine Reihe an Anlagestrategien. Wir stellen dir diese in den nächsten Absätzen vor, sowie ihre Vor- und Nachteile.

Growth-Strategie

Die Idee hinter der Growth-Strategie ist es, in Aktien von Unternehmen zu investieren. Dabei handelt es sich um Unternehmen, bei denen wir ein gutes Wachstum in den kommenden Jahren erwarten. Demnach kann es sich um junge Firmen oder Start-ups handeln.

Diese Strategie ist aus diesem Grund ziemlich gefährlich: Viele Start-ups und junge Unternehmen überleben nicht mehr als ein paar Jahre.

Vorteile
  • Schnelles Erfolg, denn junge Unternehmen oder Start-ups zeigen ein schnelles Wachstum in den ersten Jahren
Nachteile
  • Hohes Risiko: Junge Unternehmen überleben nicht immer lange

Value Strategie

Die Value-Strategie ähnelt die Growth-Strategie. Hier auch geht es darum, in Aktien von Unternehmen zu investieren -Nun geht es in dem Fall um „unterbewerteten“ Unternehmen. Bei der Value-Strategie werden die betriebswirtschaftlichen Daten des Unternehmens genau untersucht, es benötigt also eine sehr genaue Forschung.

Vorteile
  • Ziemlich schnelles Erfolg und einfach umzusetzen
Nachteile
  • Benötigt eine präzise Analyse des Unternehmens (und möglicherweise Hilfe eines Fachexperten)

Antizyklische Strategie

Die antizyklische Strategie sieht vor, dass man in „schlechte“ Aktien investiert. Also Aktien, die von Experten als schlecht bewertet werden und besonders pessimistisch betrachtet werden.

Ziel ist es diese Aktien zu verkaufen, sobald eine Kurssteigerung erfolgt. Durch diese Strategie kann natürlich auch Gewinn erzeugt werden, trotzdem ist diese mit einem hohen Risiko verbunden: Der Aktienkurs ist schlecht vorhersehbar, daher ist diese Strategie nicht langfristig durchzuhalten.

Vorteile
  • Abwechslungsreiche Form der Investition
Nachteile
  • Extrem hohes Risiko durch unvorhersehbares Aktienkurs

Prozyklische Strategie

Mit der prozyklischen (auch Momentum-Strategie genannt) würdest du genau das Gegenteil von der antizyklischen Strategie machen: Wertpapiere kaufen, die sich zurzeit oder in näheren Zukunft positiv entwickeln werden.

Vorteile
  • Abwechslungsreiche Form der Investition
Nachteile
  • Hohes Risiko

Dividenden-Strategie

Mit der Dividen-Strategie legst du dein Fokus auf ein Unternehmen und seine Dividende, nicht auf die Kursentwicklung. Ziel ist es sich ein Unternehmen auszusuchen, das regelmäßig Dividende ausschüttet. Somit soll Gewinn erzeugt werden.

Vorteile
  • Regelmäßige Auszahlungen (durch Ausschüttung)
Nachteile
  • Gleichbleibender Gewinn

Buy-and-Hold Strategie

Die Buy-and-Hold Strategie ist eine langfristige Strategie -über mehrere Jahre hinweg. Das Prinzip ist einfach: Eine Aktie kaufen und sie für Jahre behalten.

Diese Strategie lässt sich gut umzusetzen und ist mit wenigem Risiko verbunden. Jedoch hat sie auch ihre Grenzen: Wenn das Unternehmen, in dem investiert wurde, sich scheinbar nicht mehr entwickelt, ist es besser die gekauften Aktien loszulassen.

Vorteile
  • Risikoarme Strategie
  • Einfach umzusetzen
Nachteile
  • Langsamer (und geringer) Erfolg

Index-Strategie

Die Idee dieser passiven Strategie ist es, in einem Aktienindex zu investieren und es nachzubilden.

Der DAX oder der Dow Jones werden als Aktienindex bezeichnet.

Deine Gewinne werden durch die Entwicklung des jeweiligen Aktienindex entwickelt. Diese Strategie ist zudem besonders risikoarm.

Vorteile
  • Risikoarme Strategie
Nachteile
  • Langsamer (und geringer) Erfolg

Size-Strategie

Zuletzt die Size-Strategie. Bei dieser Strategie geht es darum, in großen Unternehmen zu investieren. Diese Form der Investition ist ebenso risikoarm, da größere Unternehmen meist stabil sind und wenige Kursschwankungen erleben.

Vorteile
  • Risikoarme Strategie
Nachteile
  • Langsames, nicht sehr dynamisches Wachstum des Unternehmens

Wie suche ich mich die beste Anlagestrategie heraus?

Bis jetzt haben wir dir neun wichtige Anlagestrategien vorgestellt. Wie du es dir denken kannst, hat jede Strategie ihre Vor- und Nachteile. Aus diesem Grund gibt es keine bessere Strategie als die andere.

Um dich für die beste Strategie (abhängig von deinen Bedürfnissen) zu entscheiden, solltest du dich folgende Fragen stellen:

  1. Was sind meine Ziele und welche Erwartungen habe ich? Für einen schnellen Erfolg wäre es zum Beispiel sinnvoll in Start-ups zu investieren.
  2. Wie viel Geld habe ich zur Verfügung? Das ist natürlich eine wichtige Frage. Im ersten Schritt solltest du festlegen, wie viel Geld du überhaupt anlegen kannst.
  3. Wie lange kann ich auf dieses Geld verfügen? Nachdem du festgelegt hast, wie viel Geld du investieren kannst, solltest du dich fragen „wie lange?“. Die Strategie für einen kurzfristigen Erfolg wäre nicht die gleiche, als die Strategie für einen langfristigen Erfolg. Wie schon erwähnt sind passive Anlagestrategien perfekt geeignet für einen langfristigen Erfolg, für einen schnelleren Erfolg solltest du dich an passive Strategien wenden.
  4. Will ich einmalig oder schrittweise anlegen? Eine einmalige Strategie wäre die „Buy-and-Hold-Strategie“, es ist eine bequeme Strategie. Aber vielleicht hast du Spaß an dem regelmäßigen Investieren und willst es anders gestalten: Dann kannst du dich an Strategien wenden, wie die antizyklische oder prozyklische Strategie.
  5. Zuletzt: Wie hoch ist meine Risikobereitschaft? Manche Strategien sind besonders risikoarm, wenn sich andere schnell als gefährlich ergeben können. Deine Risikobereitschaft sollte dich also als Orientierung für deine Wahl dienen.

Fazit

Es ist keine schlechte Idee, sein Geld anzulegen. Um dabei Fehler zu vermeiden, ist es sinnvoll sich eine Anlagestrategie zu überlegen. Anlagestrategien erlauben es dir mit einem klaren Kopf an der Sache ranzugehen.

Es gibt keine „beste“ Anlagestrategie, alle haben ihre Vor- und Nachteile. Wichtig ist, dass du dich die richtigen Fragen stellst: Wie viel Geld hast du zur Verfügung? Welches Risiko kannst du eingehen? Nur so kannst du die richtige Strategie für dich herausfinden!

Bildquelle: Vejcik/ 123rf.com

Einzelnachweise (5)

1. Was versteht man unter Anlagestrategien?
Quelle

2. Focus-Online: Das Börsen-Portal. Passive Anlagestrategien.
Quelle

3. Gabler Banklexikon: Passive Anlagestrategien. (Prof. Dr. Marc Mehlhorn)
Quelle

4. Focus-Online: Das Börsen-Portal. Aktive Anlagestrategien.
Quelle

5. Finanztreff: Börsenlexikon. Anlagestrategie.
Quelle

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Thorsten berät Menschen, wie man Geld am besten privat anlegt. Um auf dem neusten Stand zu bleiben, beschäftigt er sich in seiner Freizeit intensiv mit verschiedenster Fachliteratur. Auch über verschiedene Finanzierungsmodelle weiß er Bescheid. Um sein Wissen mit noch mehr Menschen zu teilen, hat er sich dazu entschieden, über diese Thematiken zu schreiben.
Internetquelle
Was versteht man unter Anlagestrategien?
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Focus-Online: Das Börsen-Portal. Passive Anlagestrategien.
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Gabler Banklexikon: Passive Anlagestrategien. (Prof. Dr. Marc Mehlhorn)
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Focus-Online: Das Börsen-Portal. Aktive Anlagestrategien.
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Internetquelle
Finanztreff: Börsenlexikon. Anlagestrategie.
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