Arbitrage Trading
Zuletzt aktualisiert: 9. April 2021

Träumt nicht jeder davon Gewinne erzielen zu können, ohne dabei ein Risiko einzugehen? Mit Arbitrage Trading kommt man diesem Wunsch sehr nahe. Was im 14. Jahrhundert in Italien begann, als Händler Wechsel gekauft haben, um sie später an einem anderen Ort teurer zu verkaufen, findet heutzutage beispielsweise an den weltweiten Börsen statt.

Da das Arbitrage Trading eine risikoarme Möglichkeit darstellt Gewinn zu erzielen, möchten wir dir in diesem Artikel das Arbitrage Trading und die verschiedenen Arten erklären. Außerdem erfährst du wie sich die Konkurrenz darstellt und was du sonst noch bei dieser Form des Handels beachten musst.




Das Wichtigste in Kürze

  • Arbitrage Trading stellt eine Trading-Strategie dar, bei welcher Preis-, Kurs- und Zinsunterschiede genutzt werden können, um Gewinne zu erzielen. Dabei wird ein Objekt an einem Markt gekauft und an einem anderen teurer verkauft.
  • Diese Trading-Strategie stellt sich als sehr risikoarm dar, da der erwartete Gewinn schon vor Durchführung des Geschäftes eingeschätzt werden kann. Jedoch liegt das Risiko, dass sich der Preisunterschied auflöst bevor der Handel abgeschlossen wird, nie bei Null.
  • Die Konkurrenz im Arbitrage Trading ist sehr groß. Dabei stellen institutionelle Investoren wie Banken die größten Konkurrenten für private Anleger dar.

Hintergründe: Was du über Arbitrage Trading wissen solltest?

Im Folgenden erklären wir dir was genau unter Arbitrage Trading zu verstehen ist. Außerdem zeigen wir dir auf, welche Arten es gibt und wodurch der Arbitrage Handel beeinflusst wird.

Was ist Arbitrage Trading?

Beim Arbitrage Trading handelt es sich um eine Trading-Strategie, welche sich die Preisunterschiede, die am Markt entstehen, zunutze macht. Die Person, die einen solchen Handel ausführt, wird Arbitrageur oder Arbitrage Trader genannt.

Das Ziel ist es einen Vermögensgegenstand auf einem bestimmten Markt, zu einem möglichst günstigen Preis zu erwerben, um diesen dann fast zeitgleich auf einem anderen Markt, zu einem höheren Preis zu verkaufen. Auch Kurs- und Zinsunterschiede können sich im Arbitrage Trading zunutze gemacht werden. Eigentlich sollte man ja meinen, dass dasselbe Asset auch an verschiedenen Börsen, denselben Preis haben sollte, jedoch ist dies in der Praxis nicht der Fall.
(1)

Die Schwierigkeit bei einem solchen Handel besteht darin, die Preisdifferenzen zu entdecken und möglichst schnell zu reagieren, um einen rentablen Trade durchführen zu können. Denn auf dem Markt sind auch andere Arbitrageure aktiv, die diese Gewinnchancen nutzen wollen. Weil solche Trades in der Regel mit wenig Risiko behaftet sind, fallen die Renditen meist gering aus. Damit sich das Geschäft also rentiert, müssen hohe Kapitalbeträge eingesetzt werden.(1, 2)

Welche Arbitrage Trading Arten gibt es?

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Arten des Arbitrage Tradings, die aufgrund von verschiedene Differenzen am Markt ausgeführt werden können. Einige möchten wir dir mit folgender Tabelle näher bringen.

Art Erläuterung
Differenzarbitrage Die Differenzarbitrage bildet die ursprüngliche Form des Arbitrage Tradings ab. Dabei werden beispielsweise Wertpapiere an einer Börse gekauft und zeitgleich auf einem anderen Handelsplatz teurer verkauft. Also sind der Kauf und der Verkauf direkt miteinander verbunden. (3)
Devisenarbitrage Beim Devisenarbitrage macht man sich zunutze, dass dieselbe Finanzanlage an einem Markt zu einem unterschiedlichen Preis oder Kurs gehandelt wird, als auf einem anderen Handelsplatz. Grund dafür sind die Wechselkurse der verschiedenen Währungen. Ein zeitgleicher Kauf und Verkauf von Devisen, kann jedoch dazu führen, dass sich die zuvor unterschiedlichen Kurse ausgleichen. (4)
Raumarbitrage Beim Raumarbitrage ist die geografische Trennung der Märkte (z. B. zwischen Deutschland und den USA) entscheidend. Um Gewinne aus diesem Arbitrage-Geschäft erzielen zu können, müssen die Preisunterschiede zwischen den zwei Märkten höher sein als die Kosten die für den Export, den Zoll oder die Fracht anfallen. (5)
Zeitarbitrage Die Zeitarbitrage stellt keine wirkliche Arbitrage dar, weil zwischen dem Kauf und Verkauf ein gewisser zeitlicher Abstand besteht. Da bei der Zeitarbitrage das Risiko höher ist, dass die Preise oder Kurse in diesem Zeitraum sinken, kann diese Form eher als Spekulation bezeichnet werden. (3)

Bei den Arbitrage Arten, kann es verschiedene Gründe geben, warum ein solches Geschäft überhaupt durchgeführt werden kann. Zum einen ist es möglich, dass ein Preisunterschied entsteht, da die Märkte geografisch getrennt sind und unabhängig voneinander handeln.

Zum Anderen können Preisunterschiede durch die unterschiedliche kulturelle Wertzuschreibung entstehen. Dies ist der Fall, wenn beispielsweise etwas in einem Land im Überfluss vorhanden ist, es jedoch in einem anderen Land, wo eine andere Kultur herrscht, als eine Rarität gesehen wird.

Bei Aktien entsteht der Kursunterschied beispielsweise dadurch, dass für den Vermögenswert an einer Börse, eine höhere Nachfrage herrscht als an einer anderen. Da die Nachfrage also an dem anderen Markt niedriger ausfällt, ist dort auch der Kurs der Aktie geringer.

Warum ist Arbitrage Trading besonders für den Handel mit Kryptowährungen geeignet?

Derzeit ist das Arbitrage Trading mit Kryptowährungen besonders erfolgversprechend. Denn Internetwährungen wie Bitcoin sind unbeständig und sprunghaft, was bedeutet, dass sich ihre Preise bzw. ihr Wert schnell sinken oder steigen kann.

Arbitrage Trading

Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Ripple gewinnen am Markt immer mehr an Bedeutung. Aufgrund ihrer Volatilität bieten sie im Arbitrage Trading eine erfolgversprechende Gewinnmöglichkeit. (Bildquelle: Eivind Pedersen/ Pixabay)

Da sich die Preise deutlich voneinander unterscheiden, hat man die Möglichkeit beim Handel einen guten Gewinn zu erzielen. Dieser Effekt wird dadurch verstärkt, dass es zahlreiche Tauschgeschäfte von Altcoins in große Kryptowährungen wie Bitcoin gibt.

Welche Risiken birgt das Arbitrage Trading?

Wie bereits erwähnt, fällt das Risiko beim Arbitrage Trading relativ gering aus, da man schon vor der Ausführung dieses Geschäftes weiß, welche Preisdifferenzen auf den verschiedenen Märkten, für dasselbe Asset vorliegen. Daher ist im Vornherein ersichtlich wie hoch die Rendite ungefähr ausfallen wird.

Trotz alledem bleibt immer ein gewisses Risiko bestehen. Dabei unterscheidet man hauptsächlich unter dem Ausführungsrisiko und dem Liquiditätsrisiko.

  • Ausführungsrisiko: Diese Art bildet das größere Risiko im Arbitrage Trading. Dabei besteht die Gefahr darin, dass sich der Preisunterschied aufhebt, bevor der Handel abgeschlossen werden kann. Dies kann in Verlust resultieren oder bedeuten, dass es keinen Gewinn gibt.
  • Liquiditätsrisiko: Dieses Risiko besteht, wenn du nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügst, um die Vermögensgegenstände zu kaufen und diese wieder zu verkaufen.

Ein Risiko beim Arbitrage Trading, ist also nie ganz auszuschließen. Besonders die Schnelligkeit und die Reaktionsfähigkeit sind gefragt, um ein Ausführungsrisiko zu vermeiden.

Ist Arbitrage Trading legal?

Generell ist Arbitrage Handel legitim, denn es hat eine bedeutende Rolle auf dem Markt und es trägt auch zur dessen Regulierung bei. Mithilfe der Arbitrageure wird eine bestimmte Stabilität aufrechterhalten, indem sie durch ihre Trades die Preise in gewisser Weise sichern.

Das Arbitrage Trading ist legal.

Also musst du bei der Durchführung von Arbitrage Trading keine rechtlichen Folgen befürchten. (6) Ein anderes Hindernis könnte jedoch die Beschränkung durch einen Broker darstellen.

Deshalb solltest du darauf achten, dass in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Verfolgung einer Trading-Strategie erlaubt ist, welche auf Preisdifferenzen beruht. Jedoch wird das in vielen Fällen ausgeschlossen. Wird angesichts des Verbots, trotzdem ein Arbitrage Trade abgewickelt, hat der Broker die Berechtigung die Gewinne einzubehalten.

Wie stellt sich die Konkurrenz im Arbitrage Trading dar?

Die Konkurrenz im Arbitrage Trading ist sehr groß. Der Arbitrage Trader muss für einen erfolgreichen Handel schnell agieren und genügend Vermögenswerte bewegen können. Dabei haben institutionelle Investoren wie beispielsweise Banken, einen sehr großen Vorteil im Vergleich zu einzelnen Tradern.

Private Anleger haben gegenüber institutionellen Investoren nur geringe Gewinnchancen im Arbitrage Trading.

Dieser Vorteil besteht zum einen darin, dass sie die leistungsfähigsten technischen Mittel besitzen, um einen rentablen Handel schnell zu identifizieren. Hinzu kommt die Liquidität, da sie in der Lage sind große Volumen in einen Trade zu investieren.

Wie werden Softwares beim Arbitrage Trading genutzt?

Vor allem institutionelle Investoren verwenden Trading Softwares die immer mehr an Leistungsfähigkeit gewinnen. Diese Programme enthalten Algorithmen, die automatisch handeln können. Es besteht sogar die Möglichkeit, künstliche Intelligenz einzusetzen, welche in der Lage ist Arbitrage Trading zu lernen und eigene Strategien weiterzuentwickeln.

Arbitrage Trading

Das Arbitrage Trading kann durch spezielle Softwares schneller und effizienter durchgeführt werden. Davon profitieren meist jedoch institutionelle Investoren und nicht private Anleger. (Bildquelle: Csaba Nagy/ Pixabay)

Ein weiteres Problem für Anleger stellt der Hochfrequenzhandel dar, bei welchem computerbasiert, durch Algorithmen, eine hohe Anzahl an Aufträgen eingegeben werden. (7) Eine besondere Form von Arbitrage Trading, das Quote Stuffing, macht sich dies zunutze, indem hunderte Aufträge aufgegeben und nachfolgend gelöscht werden. (8)

Dadurch wird eine gesteigerte Nachfrage simuliert, welche die Preise ansteigen lässt und somit Arbitrage-Gewinne ermöglicht. Daher ist zu sehen, dass die technischen Möglichkeiten steigen und somit den Handel für Privatanleger erschweren.

Fazit

Für Privatanleger klingt die Möglichkeit durch Arbitrage Trading Gewinne erzielen zu können sehr attraktiv. Grund dafür ist, dass man lediglich durch den Kauf und den daran gekoppelten Verkauf eines Assets relativ risikofrei Geld verdienen kann. Jedoch bietet der Markt den privaten Anlegern inzwischen selten solche Chancen.

Die Konkurrenz die durch institutionelle Anleger herrscht, ist sehr stark, da sie über Trading Softwares verfügen und mit sehr großen Volumina handeln können. Dies steigert ihren Gewinn und schmälert die Chancen für Privatanleger. Deshalb gewinnt der Arbitrage Handel mit Kryptowährungen immer mehr an Bedeutung. Jedoch weisen diese Geschäfte auch spekulative Eigenschaften auf, da Internetwährungen sprunghaft sind und somit ein gewisses Risiko bergen.

Bildquelle: George Morina/ Pexels

Einzelnachweise (8)

1. Dr. Dr. Berwanger, J.: Stichwort: Arbitrage. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon 2021. Abgerufen am 19.03.2021.
Quelle

2. Unternehmen.Focus.de: Wissenswertes zum Arbitrage-Geschäft. Abgerufen am 19.03.2021.
Quelle

3. Albers, W; Zottmann, A (Hrsg.): Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft. Band 1, 1977, S. 325 f.
Quelle

4. Dr. Kruse, O.: Stichwort: Devisenarbitrage. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon 2021. Abgerufen am 19.03.2021.
Quelle

5. Dr. Horsch, A.: Stichwort: Raumarbitrage. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon 2021. Abgerufen am 19.03.2021.
Quelle

6. Wiwo.de: Wie Privatanleger ausgetrickst werden. Abgerufen am 19.03.2021.
Quelle

7. BaFin.de: Algorithmischer Handel und Hochfrequenzhandel. Abgerufen am 19.03.2021.
Quelle

8. Reuters.com: Quote stuffing - a focus in flash crash probe. Abgerufen am 19.03.2021.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Wirtschaftslexikon
Dr. Dr. Berwanger, J.: Stichwort: Arbitrage. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon 2021. Abgerufen am 19.03.2021.
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Internetbeitrag
Unternehmen.Focus.de: Wissenswertes zum Arbitrage-Geschäft. Abgerufen am 19.03.2021.
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Fachbuch
Albers, W; Zottmann, A (Hrsg.): Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft. Band 1, 1977, S. 325 f.
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Wirtschaftslexikon
Dr. Kruse, O.: Stichwort: Devisenarbitrage. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon 2021. Abgerufen am 19.03.2021.
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Wirtschaftslexikon
Dr. Horsch, A.: Stichwort: Raumarbitrage. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon 2021. Abgerufen am 19.03.2021.
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Internetbeitrag
Wiwo.de: Wie Privatanleger ausgetrickst werden. Abgerufen am 19.03.2021.
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Internetbeitrag
BaFin.de: Algorithmischer Handel und Hochfrequenzhandel. Abgerufen am 19.03.2021.
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Internetbeitrag
Reuters.com: Quote stuffing - a focus in flash crash probe. Abgerufen am 19.03.2021.
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