Auslandsüberweisung
Zuletzt aktualisiert: 15. Februar 2021

Wenn Sie Geld an Freunde, Familie oder für private Zwecke senden wollen, müssen Sie eine Auslandsüberweisung tätigen. Dabei versenden Sie Geld an ein ausländisches Konto.

Die Überweisung erfolgt entweder durch eine Bank oder durch einen Transferdienstleister. Hier fallen Gebühren an. Worauf Sie bei einer Auslandsüberweisung sonst noch achten sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.




Das Wichtigste in Kürze

  • Auslandsüberweisungen können von Ihrer Bank oder einem Online-Dienstleister durchgeführt werden.
  • Die anfallenden Gebühren für den Geldtransfer sind oft hoch. Vergleichen Sie daher die Anbieter, um Kosten zu sparen. Die Gebühren können von Empfänger und Sender aufgeteilt werden.
  • Das Überweisungslimit ist abhängig von Ihrer Bank. Beachten Sie jedoch die Meldepflicht ab 12.500 €.

Hintergründe: Was ist eine Auslandsüberweisung und wie funktioniert sie?

Von einer Auslandsüberweisung spricht man, wenn Geld auf ein Konto überwiesen wird, dessen Empfänger in einem anderem Land wohnt. Innerhalb Europas ist das Verfahren dank "SEPA" standardisiert und somit nicht aufwendiger als eine Inlandsüberweisung.

Mit SEPA, das für Single-Euro-Payment-Area steht, wurde der bargeldlose Zahlungsverkehr für 36 europäische Staate geschafften, inklusive Schweiz und dem Vereinigten Königreich(1). Für Überweisungen außerhalb der EU ist Ihre Bank oder ein Transferdienstleister zuständig. Beachten Sie die dabei anfallenden Gebühren, sowie den Wechselkurs.

Welche Daten werde für eine Auslandsüberweisung benötigt?

Um die Auslandsüberweisung ordnungsgemäß auszuführen, benötigen Sie folgende Daten:

  • Name, Vorname des Zahlungsempfängers und gegebenenfalls die Anschrift
  • Internationale Bankkontonummer (IBAN) oder Kontonummer des Zahlungsempfängers
  • Internationale Bankleitzahl (BIC) der Bank des Empfängers (nicht bei SEPA-Überweisungen)
  • Ihre eigene IBAN beziehungsweise Kontonummer

Banken bieten Ihnen Formulare an, Sie können aber auch Online-Banking nutzen, wo sie alle benötigten Informationen ausfüllen können. Bei Transferdienstleistern füllen Sie ebenfalls online ein vorgefertigtes Formular aus.

Welche Gebühren fallen bei einer Auslandsüberweisung an?

Banken und Transferdienstleister erheben für die Transaktion meist eine prozentuale Gebühr oder einen Fixpreies. Diese ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Außerdem ist der Wechselkurs zu beachten, der im besten Fall zu ihren Gunsten steht. Manche Banken erheben für das Wechseln der Währung ebenfalls eine Gebühr.

Für das Wechsel der Währung bei einer Auslandsüberweisung können hohe Gebühren anfallen. (Bildquelle: unsplash.com / John McArthur)

Zudem wickeln viele Banken ihre internationalen Geschäfte über die belgische Genossenschaft SWIFTNET ab, wofür sie ebenfalls sogenannte SWIFT-Gebühren verlangen können. Die folgende Tabelle liefert einen Überblick über die anfallenden Gebühren:

Bank Gebühren
Sparkasse Beiträge bis 10.000 €: 17,50 € / darüber: 1,75‰ / max. 600 €
Commerzbank Beiträge unter 250 €: 10 € / darüber: 1,5‰ (mind. 12,50 €) / Währungsumrechnung bis 12.500 €: 7,50 €
Deutsche Bank 1,5‰ (mind. 10 €) + SWFIT: 1,55 € + Fremdspesenpauschale: 25 €

Quelle: Preis- und Leistungsverzeichnis der Anbieter(2, 3, 4), Stand: Januar 2021

Wie lassen sich die Gebühren für Auslandsüberweisungen aufteilen?

Die Gebühren für Auslandsüberweisungen lassen sich auf drei Arten aufteilen. Die Kosten können entweder vom Zahlungsempfänger, vom Zahlungssender oder von beiden Parteien gleichermaßen getragen werden. Für welche Variante Sie sich entscheiden, können sie vor der Transaktion entscheiden. Abgekürzt werden die drei Möglichkeiten wie folgt:

  • BEN: Der Empfänger trägt alle anfallenden Gebühren des gesendeten Betrags
  • OUR: Hier kommt der Sender für die Gebühren auf. Diese werden im Voraus bezahlt.
  • SHARE: Die Gebühren der Überweisung werden in diesem Fall von beiden Seiten gleichermaßen geteilt. Diese Variante ist bei Auslandsüberweisungen sehr üblich, da sich sowohl Sender als auch Empfänger an den Gebühren beteiligen.

Wie lange dauert eine Auslandsüberweisung?

Eine Auslandsüberweisung innerhalb des SEPA-Raumes darf maximal 4 Tage dauern, auch wenn ein Währungswechsel stattfindet. Dies ist gesetzlich geregelt(5). Einige Banken bietet jedoch schon Echtzeitüberweisungen an. Hier findet der Transfer, wie bei Inlandsüberweisungen, sofort statt.

Durchschnittlich dauert eine Auslandsüberweisung 2 Tage.

Informieren Sie sich vorab, ob Ihre Bank das anbietet und in welche Länder dies möglich ist. Für Eilüberweisungen können Extrakosten anfallen. Auslandsüberweisungen in Nicht-EU-Länder können durchaus länger als 4 Tage dauern, da es keine gesetzliche Regelung gibt(5). Beachten Sie außerdem Bankfeiertage.

Welche Alternativen gibt es zu Banken?

Wie bereits erwähnt gibt es viele Online-Anbieter, die den Geldtransfer übernehmen. Diese Dienstleister sind spezialisiert auf Auslandsüberweisungen und bieten auch keine weiteren Leistungen, wie die einer Bank, an.

Zudem werben die Anbieter für günstigere Wechselkurse und niedrigeren Gebühren, als bei einer Bank. Dies funktioniert, da die Dienstleister häufig als Vermittler fungieren.

Mit einer Kreditkarte kann eine Auslandsüberweisung bei einem Transferdienstleister leicht gesendet werden. (Bildquelle: unsplash.com / rupixen)

Das Geld des Senders wird auf ein lokales Konto gebucht. Der Empfänger erhält den Betrag in der Landeswährung ebenfalls von einem lokalem Konto. So muss die Währung nicht gewechselt werden. Um eine Auslandsüberweisung über einen solchen Dienstleister abzuwickeln, müssen Sie ein Benutzerkonto beim Anbieter erstellen, das mit ihrem Bankkonto verknüpft wird. Es kann ein Girokonto oder Kreditkarte verwendet werden.

Eine Überweisung ist auch in Bargeld möglich

Bei Barsendungen braucht jedoch weder der Empfänger noch der Empfänger ein Konto. Das Geld kann direkt in eine Filiale des Anbieters gesendet werden und wird dann in Bar an den Empfänger ausgezahlt. Benötigt werden ein Ausweis, sowie die persönlichen Daten des Empfängers(6).

Transferdienstleister für Auslandsüberweisungen

Viele Anbieter sind relativ junge Unternehmen, die am Markt aber bereits etabliert sind. Darunter zählen TransferWise, TransferGo, Azimo, CurrencyFair, oder Western Union. Auch PayPal bietet Auslandsüberweisung an. Hier übernimmt der Drittanbieter Xoom den Geldtransfer.

Welcher Anbieter für Sie der richtige ist, lässt sich leicht mittels deren Rechner zuvor herausfinden. Diese funktionieren in beide Richtungen, das heißt, sie können sehen, welcher Betrag beim Empfänger ankommt, wenn sie einen bestimmten Betrag zahlen, aber auch wie viel Geld zu senden müssen, damit ein bestimmten Betrag beim Empfänger ankommt.

Die Tabelle liefert eine Überblick über ausgewählte Transferdienstleister für Auslandsüberweisungen von 100 € nach Großbritannien:

Anbieter Gebühr Wechselkurs Umgewechselter Betrag Betrag beim Empfänger
xoom 1,99 € 0,8892 98,01 88,92 £
TransferWise 0,91 € - 99,09 € 89,34 £
Western Union 4,90 € 0,8136 104,90 € 81,36 £

Quelle: Umrechner der Anbieter(7, 8, 9), Stand: Januar 2021

Ein genauer Vergleich lohnt sich also, da sowohl die Gebühren sehr unterschiedlich sein können, also auch der Betrag, der letztendlich beim Empfänger ankommt. Western Union hat hier vergleichsweise schlecht abgeschlossen.

Manche Dienstleister für Auslandsüberweisungen bieten ihren Kunden bei ihrem ersten Geldtransfer gesonderte Konditionen an, wie zum Beispiel der Entfall der Gebühren. Sie können also durchaus bei mehreren Anbietern ein Benutzerkonto erstellen und Geld versenden, je nach deren aktuellen Angeboten.

Besteht bei Auslandsüberweisungen eine Meldepflicht?

Auslandsüberweisungen unter 12.500 € unterliegen keiner Meldepflicht. Eingehende und ausgehende Zahlungen von über 12.500 € (oder dem Gegenwert in einer fremden Währung) sind hingegen bei der Deutschen Bundesbank zu melden (Außenwirtschaftsverordnung § 67)(10).

Dies kann telefonisch oder über das Meldeportal der Deutschen Bundesbank geschehen. Sollten Sie vergessen, den Geldtransfer zu melden, droht Ihnen möglicherweise ein Bußgeld in Höhe von bis zu 30.000 € (Außenwirtschaftsgesetz § 19)(11).

Gibt es ein Limit für Auslandsüberweisung?

Banken haben je nach Art des Kontos unterschiedliche Limits für eine tägliche Überweisung. Diese können Sie meistens mit Ihrem Bankberater auch individuell anpassen. Seit 2013 gibt es im SEPA-Raum gesetzlich kein Limit für Auslandsüberweisungen.

Sollten Sie einen großen Betrag ins Ausland überweisen, der ihr tägliches Limit überschreitet, können Sie den Betrag auch stückeln. Sie überweisen also über mehrere Tage verteilt ein Teil der Geldsumme.

Bei Online-Anbietern ist es möglich, dass Sie erst nach der zweiten Überweisung einen sehr hohen Betrag überweisen können.

Kann man Überweisungen aus dem Ausland zurückholen?

Bei Auslandsüberweisungen im SEPA-Raum sind die Zahlungssender selbst für das korrekte Ausfüllen des Überweisungsträgers, egal ob online oder über die Bank, verantwortlich. Deshalb können getätigte Überweisungen nur mit viel Aufwand zurückgeholt werden, sollten sich ein Fehler beim Ausfüllen eingeschlichen haben.

Daher sollten Sie besonders vorsichtig sein und vor dem Absenden noch einmal genau alle Daten überprüfen. Die IBAN sorgt allerdings dafür, dass ein Irrtum fast unmöglich ist. Diese Nummer muss dem Empfänger-Namen eindeutig zugeordnet werden. Sobald dies nicht übereinstimmt, wird die Transaktion nicht ausgeführt.

Sollten Sie allerdings die Überweisung doch zurückholen wollen, müssen Sie mit hohen Kosten rechnen. Bei niedrigen Beträgen lohnt sich das daher meist nicht. Der Sender sollte auf jeden Fall unverzüglich handeln und seine Bank kontaktieren.

Fazit

Eine Auslandsüberweisung zu tätigen ist nicht besonders schwierig. So funktioniert ähnlich wie eine Standardüberweisung im Inland. Sie sollten jedoch auf jeden Fall die Gebühren vergleichen, die für die Auslandsüberweisung und den Währungswechsel anfallen.

Transferdienstleister aus dem Netz sind oft günstiger und schneller als eine herkömmliche Bank. Aber auch hier lohnt sich ein Vergleich der vielen Anbieter.

Beachten Sie die Meldepflicht bei Beträgen über 12.500 €. Ansonsten kann bei einer Auslandsüberweisung nichts schiefgehen, egal welchen Anbieter Sie wählen und ob Sie auf ein Konto überweisen oder Bargeld bevorzugen.

Bildquelle: Drobot/ 123rf.com

Einzelnachweise (11)

1. "SEPA", Bundesbank, 2020
Quelle

2. "Preis- und Leistungsverzeichnis", Sparkasse, Stand: Januar 2021
Quelle

3. "Preis- und Leistungsverzeichnis". Commerzbank, Stand: Oktober 2020
Quelle

4. "Preis- und Leistungsverzeichnis". Deutsche Bank, Stand: Januar 2021
Quelle

5. "Wie lange darf eine Überweisung unterwegs sein?". Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. 14.08.2019
Quelle

6. "Bargeldtransfer". Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.
Quelle

7. Umrechner. Xoom. Stand: Januar 2021
Quelle

8. Umrechner. TransferWise. Stand: Januar 2021
Quelle

9. Umrechner. Western Union. Stand: Januar 2021
Quelle

10. Außenwirtschaftsverordnung § 67 Meldung von Zahlungen. Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz. 2021
Quelle

11. Außenwirtschaftsgesetz § 19 Bußgeldvorschriften. Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz. 2021
Quelle

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Artikel
"SEPA", Bundesbank, 2020
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Datenblatt
"Preis- und Leistungsverzeichnis", Sparkasse, Stand: Januar 2021
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Datenblatt
"Preis- und Leistungsverzeichnis". Commerzbank, Stand: Oktober 2020
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Datenblatt
"Preis- und Leistungsverzeichnis". Deutsche Bank, Stand: Januar 2021
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Online Beitrag
"Wie lange darf eine Überweisung unterwegs sein?". Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. 14.08.2019
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Online Beitrag
"Bargeldtransfer". Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.
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Umrechner
Umrechner. Xoom. Stand: Januar 2021
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Umrechner. TransferWise. Stand: Januar 2021
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Gesetz
Außenwirtschaftsverordnung § 67 Meldung von Zahlungen. Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz. 2021
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Außenwirtschaftsgesetz § 19 Bußgeldvorschriften. Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz. 2021
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