Bankgebühren
Zuletzt aktualisiert: 25. Mai 2021

Die einzelnen Gebühren und Kosten, die von den Banken verlangt werden, können sehr unübersichtlich sein. Da aber die Summe aus den verschiedenen Abgaben mit der Zeit relativ groß werden kann, sollte man sich dennoch damit auseinandersetzen. Immerhin kann es auch vorkommen, dass von den Banken Gebühren verlangt werden, die eigentlich gar nicht rechtmäßig sind.

Ist man auch in diese Falle getappt und hat diese Kosten gezahlt, besteht dennoch die Chance, dass man das bereits überwiesene Geld wiederbekommen kann. Um das zu erreichen, muss man allerdings wissen, welche Gebühren überhaupt erlaubt sind und welche nicht.




Das Wichtigste in Kürze

  • Bankgebühren werden von ihren Kunden für bestimmte Dienstleistungen verlangt. Dennoch gibt es auch Gebühren, die eigentlich gar nicht eingefordert werden dürfen.
  • Manche Kosten sind nur dann zulässig, solange sie die tatsächlich bei der Bank anfallenden Kosten nicht überschreiten. Das betrifft beispielsweise Aufwendungen beim Geldabheben.
  • Viele Abgaben sind aber rechtswidrig. Dazu gehören unter anderem auch Gebühren, die bei der Kündigung des Kontos anfallen, da eine Kündigung in jedem Fall kostenlos möglich sein muss.

Hintergründe: Was du über Bankgebühren wissen solltest

Bankgebühren wirken auf den ersten Blick oft sehr komplex und undurchschaubar. Im folgenden Teil haben wir dir die wichtigsten Informationen zusammengefasst, damit du einen besseren Durchblick bei den Bankgebühren bekommst, die du zahlen musst.

Was sind Bankgebühren?

Bankgebühren fallen an, wenn die Bank für ihre Kunden Serviceleistungen ausführt. Daher können Bankgebühren im weitesten Sinne auch als Bearbeitungsgebühren der Bank bezeichnet werden. Grundsätzlich ist es jedoch so, das diese Gebühren per Definition eigentlich keine Gebühren sind, obwohl sie von den Banken als solche bezeichnet werden.

Das liegt daran, dass Gebühren an sich nur von Behörden eingefordert werden können. Dementsprechend sind es eigentlich Entgelte, die von den Banken für ihre Dienstleistungen verlangt werden, auch wenn sie im Volksmund als Gebühren bezeichnet werden.

Welche Bankgebühren dürfen Banken erheben?

Im Laufe von alltäglichen Interaktionen, die mit den Banken anfallen, können viele Kosten anfallen. Diese müssen allerdings nicht unbedingt rechtswidrig sein und können auch völlig legal von der Bank eingefordert werden.
Banken müssen ihre Kunden über die Erhöhung von Gebühren immer informieren.

Außerdem können Banken die unterschiedlichen Gebühren auch erhöhen, ohne gegen ein Gesetz zu verstoßen.

Wenn sie das tun, müssen sie ihre Kunden jedoch darauf hinweisen und ihnen die Möglichkeit der kostenlosen Kündigung offenlassen. Wir haben nun aufgelistet, welche Bankgebühren beispielsweise erhoben werden dürfen (1).

Bankgebühren für Kreditkarten

Viele Banken verlangen bei der Benutzung einer Kreditkarte einen gewissen Jahresbetrag von ihren Kunden. Dieser sollte in den Entgeltinformationen der jeweiligen Bank ersichtlich sein. Möchte man viele zusätzliche Kosten vermeiden, ist es immer sinnvoll, sich vor dem Ansuchen einer Kreditkarte für das eigene Girokonto über die Höhe der anfallenden Kosten zu informieren.

Wird die Kreditkarte im Ausland verwendet, werden von vielen Banken Bearbeitungsgebühren eingefordert. Das betrifft zwar nicht das Ausland in der Eurozone, aber vor allem bei Fremdwährungen sind Gebühren vonseiten der Bank zulässig.

Bankgebühren für das Abheben von Geld

Mittlerweile ist es manchmal der Fall, dass das Abheben von Geld an den Geldautomaten etwas kostet. Die Höhe dieses Betrages darf aber auf keinen Fall die dadurch bei der Bank entstandenen Kosten überschreiten. Ist dies schon der Fall, können die Gebühren rechtswidrig sein.

Wichtig ist jedoch zu Bedenken, dass das Geldabheben bei Geldautomaten von anderen Banken fast immer mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. Daher sollte man Bankautomaten der eigenen Hausbank bevorzugen, um Extrakosten möglichst zu vermeiden.

Tätigkeit Gebühren
Auszahlung von Bargeld mit der EC Karte an einem Geldautomaten der eigenen Bank oder vom gleichen Bankverbund meist kostenfrei
Auszahlung von Bargeld mit der EC Karte an einem Geldautomaten einer fremden Bank von der fremden Bank festgelegte Gebühr, liegt durchschnittlich bei 4,22€
Auszahlung von Bargeld mit einer Kreditkarte an einem Geldautomaten einer fremden Bank wird auch von der Bank bestimmt, oftmals mindestens 5€ beziehungsweise 3-4% des abgehobenen Betrags

Da der Betrag für das Geldabheben zwischen den einzelnen Banken stark schwanken kann, solltest du dich vorher darüber informieren, welcher Bank der jeweilige Automat gehört.

Bankgebühren für Überweisungen

Gerade für beleghafte Überweisungen, also die Überweisungen, die mit einem Überweisungsschein getätigt werden, können Banken Gebühren einfordern. Der Betrag variiert von Bank zu Bank, kann aber sogar bis zu 2,50 € für eine einzelne Überweisung betragen.

Bankgebühren

Achtung vor Fremdwährungen beim Onlineshopping, da dadurch viele zusätzliche Gebühren anfallen können. (Bildquelle: Andrea Piacquadio / Pexels)

Bei Online-Überweisungen fällt diese Gebühr weg, doch auch hier ist nicht jede Überweisung kostenfrei. Wird das Geld in ein Land überwiesen, in dem nicht mit dem Euro bezahlt wird, fallen Extragebühren an.

Das können Überweisungsgebühren zwischen den Banken sein, aber auch Fremdwährungsgebühren und Wechselkursgebühren sind bei der Überweisung ins Ausland keine Seltenheit. Daher sollte gerade beim Onlineshopping darauf geachtet werden, in welchem Land das Unternehmen liegt und, ob das Überweisen dorthin zusätzlich Geld kostet.

Bankgebühren für Kontoauskünfte

Als Kunde hat man die Möglichkeit, sich beim Bankinstitut über die vergangenen Entwicklungen des eigenen Girokontos zu informieren. Das geht sogar bis zu 10 Jahre in die Vergangenheit, da die Bank die Unterlagen so lange aufbewahren muss. Da dies für die Bank einen großen Aufwand darstellt, kann sie von ihren Kunden für die Auskünfte auch Geld verlangen.

Welche Bankgebühren sind nicht zulässig?

Neben den zulässigen Gebühren, werden von den Banken allerdings auch häufig Kosten eingezogen, die nicht zulässig sind. Das betrifft vor allem jene Tätigkeiten, die Banken von Gesetzes wegen sowieso erledigen müssen. Für diese Dienstleistungen dürfen Bankinstitute keine zusätzlichen Kosten verrechnen. Damit du besser weißt, welche das sein können, haben wir dir die häufigsten aufgelistet.

Bankgebühren für die TAN per SMS

Es ist keine Seltenheit, dass die Banken für die per SMS zugeschickte TAN für Bankgeschäfte im Internet Geld verlangen. Das wurde jedoch vom Bundesgerichtshof als unzulässig erklärt und es darf kein Geld eingefordert werden, wenn die Transaktionsnummer nicht verwendet wurde.

Die Bank kann nur dann Kosten in Rechnung stellen, wenn die TAN beim Kunden angekommen ist und er sie wirklich für eine Überweisung verwendet hat. Ist das nicht der Fall, dürfen auch keine Gebühren für den Kunden entstehen (2).

Bankgebühren für Kontoauszüge

Möchte man sich seine Kontoauszüge ein weiteres Mal von der Bank ausdrucken lassen, darf sie hierfür keine zusätzlichen Gebühren einfordern. In diesem Fall ist es nur legal, dass die im Laufe dieser Handlung tatsächlich entstandenen Kosten abgebucht werden.

Von der Bank dürfen nur anfallende Kosten wie das Porto verlangt werden.

Dementsprechend dürfen von der Bank keine pauschalen Entgelte für diese Tätigkeit festgelegt werden. Das Porto für die Zusendung der Kontoauszüge darf allerdings durchaus vom Bankinstitut in Rechnung gestellt werden.

Bankgebühren für das Überziehen des Kontos

Wird das Konto überzogen, fällt ein höherer Zins an. Zusätzlich darf aber keine Extragebühr verlangt werden. Wird also ein Entgelt für die Bearbeitung der Überziehung verlangt, ist das rechtlich nicht zulässig. Solch eine Gebühr wäre nur im Sinne der Bank und verfolgt daher keinen Zweck.

Auch hier darf also kein pauschales Entgelt einzig und allein für das Dulden der Überziehung abgebucht werden. Selbiges gilt übrigens auch für Überweisungen von einem bereits überzogenen Konto.

Bankgebühren für das Kündigen des Kontos oder der Kreditkarte

Für den Kunden muss jederzeit die Möglichkeit bestehen, das bestehende Konto zu kündigen, ohne dass auch nur ein Cent dafür verlangt werden darf. Gleiches gilt außerdem auch für die Auflösung oder Rückgabe der Kreditkarte.

Eine Kündigung des Kontos muss jederzeit kostenfrei möglich sein.

Zudem ist es auch möglich die bereits gezahlten jährlichen Gebühren für das aktuelle Jahr für die Kreditkarte zu gewissen Teilen zurückzufordern. Kündigungen dürfen also niemals in Verbindung mit Kosten oder Gebühren stehen. Auch der Wechsel des Kontos zu einer anderen Bank muss von der aktuellen Bank problemlos möglich gemacht werden (3, 4).

Bankgebühren für das Sperren der Karte

Es kann sehr schnell gehen und die Karte ist verloren oder gestohlen worden. Gerade dann ist ein schnelles Eingreifen der Bank sehr wichtig, damit dir Karte gesperrt wird und sie nicht mehr missbräuchlich verwendet werden kann. Hier darf keine zusätzliche Gebühr von der Bank verlangt werden. Die anfallenden Kosten für eine Ersatzkarte dürfen allerdings schon vom Kunden zurückgefordert werden, außer die Bank trägt Mitschuld am Kaputtgehen der ersten Karte.

Wie kann man sich ungültige Bankgebühren rückerstatten lassen?

Wurden unzulässige Bankgebühren abgebucht, kannst du immer versuchen die abgebuchten Beträge wieder zurückzufordern. Im Zuge dessen ist es immer sinnvoll sich an Verbraucherzentralen oder an die Schlichtungsstellen der Banken zu wenden. Bei den Verbraucherzentralen kann man als Kunde mögliche Beschwerden über die Banken loswerden. Des Weiteren kann auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Hilfe sein (5, 6).

Bankgebühren

Es lohnt sich unzulässige Bankgebühren rückerstatten zu lassen. Hierfür sollten die abgebuchten Kosten allerdings gut dokumentiert sein. (Bildquelle: Dziana Hasanbekava / Pexels)

Die tatsächlich angefallenen und nicht gültigen Kosten können drei Jahre nach dem Bezahlen rückerstattet und angefochten werden. Um das zu tun, sollte man sich mit einem Brief oder einer E-Mail an die Bank wenden.

Dieses Schreiben sollte die Höhe der gezahlten Gebühren, das Konto, auf dem die Entgelte rückerstattet werden sollen, die Transaktionsnummer der Buchung und wenn möglich das Aktenzeichen des Referenzurteils des Bundesgerichtshofs, in dem festgelegt wurde, dass diese Zahlung unzulässig ist beinhalten.

Wann kann man Bankgebühren von der Steuer absetzen?

Kosten für die Kontoführung können auch von der Steuer abgesetzt werden. Hierfür muss das jeweilige Konto allerdings für Transaktionen, die den Beruf betreffen verwendet werden. Kurz gesagt wäre das beispielsweise das Konto, auf dem die Gehaltszahlungen eingehen.

Bis zu einem Pauschalbetrag von 16 € im Jahr wird vom Finanzamt für die steuerliche Absetzung auch kein Nachweis verlangt. Ist die Summe der gezahlten Gebühren höher, ist das schon der Fall.

Übliche Kosten für das Absetzten von der Steuer sind zum Beispiel:

  • Die Grundgebühr im Monat
  • Gebühren für Girokarten
  • Der Überziehungszins
  • Kosten für Überweisungen

Wichtig ist jedoch, dass diese Entgelte nur dann abgesetzt werden dürfen, wenn sie für den Betrieb oder das Unternehmen angefallen sind. Für den privaten Bereich ist das dementsprechend nicht möglich, weswegen es sinnvoll ist, ein privates und ein geschäftliches Konto zu führen (7).

Was gibt es bei den Bankgebühren für variable Elemente?

Das klassische Beispiel für variable Elemente wären die Transaktionskosten, da die oftmals von der Menge der durchgeführten Überweisungen abhängen. Außerdem kann die Höhe dieser Kosten stark schwanken. Denkt man hier beispielsweise an das Geldabheben an einem Geldautomaten, sind die Transaktionskosten bei fremden Automaten oft sehr hoch, während bei hauseigenen Automaten keine Kosten anfallen.

Auch die Zinsen für das Überziehen des Kontos können sehr unterschiedlich geregelt sein und sollen dementsprechend auch nicht außer Acht gelassen werden. Während bei älteren Verträgen die Zinsen oft fix festgelegt sind, ist es mittlerweile auch häufig der Fall, dass der Zinssatz variabel geregelt und an den Referenzzinssatz des Kapitalmarktes angelehnt ist.

Welche Girokonten sind wirklich kostenlos?

Viele Girokonten sind nur dann kostenlos, wenn gewisse Bedingungen erfüllt werden. So sind beispielsweise Konten für Schüler und Studenten kostenlos. Jedoch gibt es noch weitere Voraussetzungen, die zu einem kostenlosen Girokonto führen können.

Einige Bankinstitute haben die Regelung, dass mindestens ein bestimmter Betrag auf dem Konto eingehen muss, und erlassen dadurch die Kontoführungsgebühren. Durch den regelmäßigen Eingang des Gehalts kann der Betrag gut erreicht werden. Allerdings ist dieser Betrag auch nicht bei jeder Bank der gleiche (8).

Bist du auf der Suche nach einem kostenlosen Girokonto, empfiehlt es sich, wenn du vor Abschluss des Vertrags genau überprüfst, wofür die Bank Geld verlangt. Werden beispielsweise für das TAN-Verfahren, das Einzahlen von Bargeld, die Kreditkarte, das Überweisen mit Papier oder das Abheben von Bargeld am Geldautomaten extra Kosten verlangt, solltest du hellhörig werden.

Fazit

Neben den illegalen Bankgebühren und Kontoführungsgebühren gibt es also auch viele Kosten, die völlig gesetzmäßig von dir verlangt werden dürfen. Diese Aufwendungen kannst du zum Teil auch von der Steuer absetzen, wenn du die Voraussetzungen erfüllst. Jedoch ist es immer ratsam, auch im Hinterkopf zu behalten, dass manche Gebühren nicht zulässig sind.

Stechen dir also bereits bezahlten Kosten ins Auge, die wir in diesem Artikel als rechtswidrig eingestuft haben, solltest du auch versuchen eine Rückerstattung in die Wege zu leiten. Möchtest du das tun, kannst du Unterstützung bei den Verbraucherzentralen und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht suchen. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du dein Geld wiedersehen wirst.

Titelbild: Ginasanders / 123rf

Einzelnachweise (8)

1. saechsische.de: Bankgebühren - was Verbraucher bezahlen müssen und was nicht, 05.12.2018
Quelle

2. up-aktuell.de: BGH: Bankgebühren für SMS-TAN nur bei tatsächlichem Zahlungsauftrag zulässig, Katrin Schwabe-Fleitmann, 16.08.2017
Quelle

3. bmjv.de: Kontowechselhilfe
Quelle

4. verbraucherzentrale.de: Gebührendschungel: Welche Bankentgelte unzulässig sind, 11.09.2019
Quelle

5. bafin.de: BaFin-Verbrauchertelefon
Quelle

6. bundesregierung.de: Was tun bei unzulässigen Gebühren?, 22.09.2017
Quelle

7. betriebsausgabe.de: Kontoführungsgebühren absetzen – holen Sie sich das Geld zurück!
Quelle

8. verbraucherzentrale-niedersachsen.de: Bankentgelte beim Girokonto, 27.10.2020
Quelle

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Bankgebühren - was Verbraucher bezahlen müssen und was nicht
saechsische.de: Bankgebühren - was Verbraucher bezahlen müssen und was nicht, 05.12.2018
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up-aktuell.de: BGH: Bankgebühren für SMS-TAN nur bei tatsächlichem Zahlungsauftrag zulässig, Katrin Schwabe-Fleitmann, 16.08.2017
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Kontowechselhilfe
bmjv.de: Kontowechselhilfe
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Gebührendschungel: Welche Bankentgelte unzulässig sind
verbraucherzentrale.de: Gebührendschungel: Welche Bankentgelte unzulässig sind, 11.09.2019
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BaFin-Verbrauchertelefon
bafin.de: BaFin-Verbrauchertelefon
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Was tun bei unzulässigen Gebühren?
bundesregierung.de: Was tun bei unzulässigen Gebühren?, 22.09.2017
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Kontoführungsgebühren absetzen – holen Sie sich das Geld zurück!
betriebsausgabe.de: Kontoführungsgebühren absetzen – holen Sie sich das Geld zurück!
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Bankentgelte beim Girokonto
verbraucherzentrale-niedersachsen.de: Bankentgelte beim Girokonto, 27.10.2020
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