Basistarif PKV
Zuletzt aktualisiert: 2. April 2021

Du bist privat versichert, befindest dich derzeit aber in einer finanziellen Notlage? Der Basistarif scheint hier oft die beste Alternative, um weiterhin privat versichert zu sein und gleichzeitig die monatlichen Beitragskosten zu reduzieren. Gerade zu Zeiten der Corona-Pandemie ist der Basistarif der privaten Krankenkassen immer mehr in den Fokus gerückt.

Doch ist der Basistarif wirklich die beste Lösung oder gibt es eventuell weitere Alternativen? Fragen über Fragen…. In diesem Artikel geht es darum den Basistarif grundlegend zu hinter leuchten. Wir wollen dir zeigen, für wen der Tarif bestimmt ist, welche Leistungen beinhaltet sind und was für Beitragskosten anfallen. Des Weiteren zeigen wir auf, was es zu beachten gilt und welche Alternativen du zum Basistarif hast.




Das Wichtigste in Kürze

  • Der Basistarif bietet eine private Versicherung, trotz finanzieller Schwierigkeiten. Auch Hilfebedürftige im Sinne der Sozialgesetzgebung können dank halbierter Beiträge ihre private Versicherung beibehalten oder Unterstützung vom Amt beantragen.
  • Die maximale Beitragshöhe darf den Höchstsatz der gesetzlichen Kassen nicht übersteigen. Risikozuschläge sind verboten, jedoch kommt zum Höchstbeitrag noch ein Zusatzbeitrag der Kassen.
  • Die privaten Krankenkassen müssen den Basistarif anbieten und dürfen Anträge nur in seltenen Fälle (z.B. falscher Gesundheitsangaben) ablehnen. Bei diesem Tarif entfällt der übliche Gesundheitscheck. Der Leistungsumfang entspricht dem Niveau der gesetzlichen Krankenkassen.

Der Basistarif als Notlösung für Privatversicherte: Was du wissen solltest

Wie vieles andere hat auch der Basistarif von privaten Versicherern seine Vor- und Nachteile. In den folgenden Absätzen geben wir dir Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema. Hierzu gehören unter anderem: was sich hinter dem Tarif verbirgt, für wen der Tarif ist und worauf du achten solltest.

Was bedeutet Basistarif in der PKV?

Der Gesetzgeber hat private Krankenversicherungen (PKV) ab dem 01.01.2009 dazu verpflichtet einen Basistarif anzubieten. Dieser unterscheidet sich maßgeblich von der bekannten Produktwelt der PKV.

Der Basistarif ist ein standardisierter Versicherungsschutz der PKV.

Normalerweise haben Versicherte die Wahl zwischen verschiedenen Tarifen und den Umfang der Versicherung  - ganz nach individuellen Vorlieben. Der Versicherungsschutz im Basistarif hingegen ist vom Gesetzgeber definiert und stark am Versicherungsumfang in Art und Höhe einer gesetzlichen  Krankenversicherung (GKV) angeglichen. Der höherwertige Versicherungsschutz entfällt im Basistarif. (1)

Wer darf den Basistarif in Anspruch nehmen?

Grundsätzlich versuchen private Versicherer Personen, bei denen wahrscheinlich teure Behandlungen anfallen zu meiden. Demzufolge fallen auch die Fragen im Gesundheitscheck streng aus.

Je nachdem, wie die Auswertung ausgefallen ist, kann ein Antrag auf private Krankenversicherung abgelehnt werden. Um diese Situation für Betroffene zu vereinfachen, gilt seit 2009 eine allgemeine Versicherungspflicht - dem Basistarif. Den Antrag auf Basisversicherung darf der Versicherer (bis auf wenige Fälle) nicht ablehnen.

Um die Inanspruchnahme des Basistarifs zu unterscheiden, gilt es in erster Linie zu prüfen, ob und seit wann eine Person Kunde bei einer PKV ist. Für wen der Beitritt oder ein Wechsel in den Basistarif generell möglich ist, möchten wir dir hier auflisten:

  • Personen, die nach dem 01.01.2009 einer PKV beigetreten sind - jederzeit und ohne Bedingungen, z.B. einem Gesundheitscheck
  • Wer sich vor dem 01.01.2009 versichert hat, muss entweder bereits 55 Jahre alt sein oder eine gesetzliche Rente bzw. eine Beamtenpension erhalten
  • Alle Personen, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben und nicht in einer GKV sind oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beanspruchen
  • Personen, die bereits privat versichert sind und im Sinne der Sozialgesetzgebung hilfebedürftig sind (Nachweis nötig) (2)

Eine Ablehnung für den Beitritt oder Wechsel in den Basistarif kann eintreten, wenn der Antragsteller schon einmal bei der gleichen Gesellschaft abgelehnt wurde. Ein Grund dafür kann zum Beispiel die Angabe falscher Gesundheitsangaben im Gesundheitscheck sein.

Welche Leistungen bietet der Basistarif?

Versicherte im Basistarif haben einen grundlegend Schutz im Krankheitsfall, da sich die Leistungen an denen der gesetzlichen Krankenkassen orientiert. Hierbei müssen die Leistungen in Art, Umfang und Höhe vergleichbar sein (§ 193 Abs. 5 VVG). Im Vergleich zu den Leistungen einer normalen privaten Krankenversicherung hingegen wird auf einen umfangreichen Versicherungsschutz verzichtet.

Die Unterschiede in den Leistungen sind in einigen Bereichen recht signifikant. Beispielsweise müssen Zuzahlungen für geleistet werden. Welche weiteren Unterschiede es gibt, erfährst du etwas weiter unten im Artikel nochmal ausführlicher. Ein weiterer Nachteil des Basistarifs sind Leistungskürzungen in den GKV. Durch die Angleichung des Tarifs ziehen Kürzungen in der GKV auch Kürzungen im Basistarif mit sich.

Auch wenn der Basistarif einen grundlegenden Versicherungsschutz bietet, solltest du gucken, ob dieser für dich und dein gesundheitlichen Zustand ausreichend ist. Wenn nicht, bieten Zusatzversicherungen die Möglichkeit deinen Leistungsumfang auszuwerten. (Bildquelle: Online Marketing / Unsplash)

Doch es gibt auch einige Vorteile des Basistarifs. So spielt zum Beispiel dein Gesundheitszustand keine Rolle bei der Ermittlung der Beitragshöhe. Anders als bei anderen Tarifen wird bei gewissen Krankheiten kein Risikozuschlag angerechnet. Zudem dürfen Leistungen aufgrund von Vorerkrankungen nicht gestrichen werden. Eine zureichende Versorgung ist somit in jedem Fall gegeben.

Neben der Leistungen an sich gibt es auch Unterschiede in der vertraglichen Garantie der Leistungen. Der Umfang des Versicherungsschutzes wir in der PKV in einem Vertrag (Tarif) lediglich zwischen dem Versicherungsunternehmen und dem Versicherten festgelegt.

An diesem Vertrag kann niemand, auch nicht die Politik etwas ändern. Somit bleiben Versicherte in einem normalen Tarif auch vor Leistungsreduzierungen der Politik verschont. Der Basistarif hingegen richtet sich stets den Vorgaben der gesetzlichen Krankenkassen. Auch den Kürzungen. (1)

Wie hoch ist der Beitrag im Basistarif?

Im Basistarif wird die Beitragshöhe abhängig von den versicherten Leistungen, dem Eintrittsalter und dem Geschlecht gemacht. Das eigene Einkommen und Vorerkrankungen dürfen hier keine Rolle spielen. Somit sind auch Risikozuschläge verboten.

Doch trotzdem sind die Kosten in den letzten Jahren immer weiter angestiegen. Eine Erhöhung findet im Zusammenhang mit der geltenden Beitragsbemessungsgrenze statt. Zudem muss die Deckungslücke der ermäßigten Beiträge im Alter aufgeschlossen werden.

Der Beitrag für den Basistarif orientiert sich am Höchstbetrag der GKV.

Aufgrund Dessen richtet sich der Beitrag, bis zu einem festgelegten Höchstbeitrag, an den erbrachten Leistungen aller. Im Vergleich zu den normalen PKV-Tarifen ist der Basistarif teurer. Der Höchstbeitrag ist begrenzt auf den Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung plus einem Zusatzbeitrag der Kassen. Im Jahr 2021 liegt der Höchstbeitrag bei 769,16 € pro Monat. (1)

Die Versicherer dürfen zwar keinen Antrag ablehnen, jedoch ist die Beitragshöhe, je nach finanzieller Lage der jeweiligen Person abzuwägen. Laut § 152 III VAG ist der Beitrag zum Basistarif in verschieden Stufen aufgeteilt. Diese werden wie folgt definiert:

  • 1. Stufe: Der zu zahlende Höchstbeitrag entspricht dem der gesetzlichen Krankenversicherer (2021: 703,31 € plus dem Zusatzbeitrag der Kassen) und muss pro Person (ab 21 Jahren) gezahlt werden. Auch Familienmitglieder.
  • 2. Stufe: Bei Hilfebedürftigkeit i. S. d. Sozialrechts wird der Beitrag um die Hälfte reduziert. Dies trifft auch zu, wenn die betroffene Person durch die Beitragszahlung hilfebedürftig wird.
  • 3. Stufe: Liegt eine Hilfebedürftigkeit vor oder entsteht diese durch die Zahlung des halbierten Beitrages, kann eine Kostenbeteiligung beim Arbeits- oder Sozialamt beantragt werden. (2)

Theoretisch ist der Höchstbeitrag nur die maximale Beitragshöhe, jedoch zahlt diesen ein Großteil der Versicherten im Basistarif tatsächlich. Gründe hierfür sind die Deckungslücke durch reduzierte Beiträge und der Wegfall eines Risikozuschlages.

Du kannst eine Selbstbeteiligung vereinbaren

Wie auch bei einer Autoversicherung kannst du im Basistarif eine Selbstbeteiligung mit dem Versicherungsunternehmen vereinbaren. Hier werden vier Seblstbehaltsstufen, in Höhe von 300, 600, 900 oder 1.200 Euro angeboten.

Die Selbstbeteiligung muss 3 Jahre beibehalten werden, solange sich dadurch der Versicherungsbeitrag angemessen senkt. Reduziert sich die Prämie nicht, kannst du eine Umstellung des Vertrages in den Basistarif ohne Selbstbehalt fordern. (3)

Bei der Selbstbeteiligung ist zu beachten, dass diese nur sinnvoll ist, wenn sich dadurch auch der monatliche Beitrag der Krankenversicherung deutlich reduziert. Gerade bei einem niedrigen Selbstbehalt ist dies nicht immer gegeben. Zudem ist zu beachten, dass das Jobcenter keinen Zuschuss zum Selbstbehalt zahlt. Hier solltest du gut überlegen, wie sinnvoll eine Selbstbeteiligung für dich ist und ob du dir diese auch leisten kannst.

Wie wirken sich Altersrückstellungen auf die Beitragshöhe aus?

Altersrückstellungen sind ein Teil deiner gezahlten Beiträge, die die Versicherung für dich angespart hat. Zusätzlich werden die Rückstellungen verzinst. Deshalb solltest du deinen Vertrag auch nicht kündigen. Sie sind dafür gedacht, deinen Beitrag auch im Alter, z.B. bei geringer Rente, stabil zu halten. Bei Kindern und Jugendlichen werden bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres keine Alterungsrückstellungen gebildet.

Je nachdem, seit wann du privatversichert bist, können deine Altersrückstellungen übertragen werden. Ausschlaggebend hierfür ist der Versicherungsbeginn vor 2009 oder danach. (Bildquelle: Fabian Blank / Unsplash)

Bei Vertragsabschluss nach dem 01.01.2009 können die Altersrückstellungen beim Wechsel oder Kündigung des Vertrages mitgenommen werden. Dabei ist es egal, ob du zu einem anderen Anbieter wechselst oder einen anderen Tarif wählst. (3)

Die übertragenen Rückstellungen reduzieren dann den Beitrag des neuen Tarifes. Bemessen an den Leistungen des neuen Tarifes, wird nur ein Teil der angesparten Altersrückstellungen übertragen. Besonders, wenn du in den Basistarif wechselst, geht ein Großteil deiner Rückstellungen verloren.

Wenn du deinen Vertrag vor 2009 abgeschlossen hast, verlierst du bei einem Wechsel oder einer Kündigung bei deinem Versicherer alle Altersrückstellungen. Um deine Rückstellungen nicht zu verlieren, solltest du einen Tarifwechsel innerhalb der bestehenden Gesellschaft in Betracht ziehen. So bleiben deine Rückstellungen erhalten.

Kann es zu Problemen bei der Kostenerstattung geben?

Deine Versorgung ist auch im Basistarif gewährleistet. Allerdings musst du den Kassenärzten auf deinen Tarif vor der Behandlung hinweisen. Hintergrund hierfür ist, dass die Ärzte die anfallenden Kosten anders als bei regulären Privatpatienten abrechnen.

Ohne den Verweis, kann es sein, dass du einen Teil der Kosten selber tragen musst. Des Weiteren kannst du auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben, wenn du bewusst Leistungen beanspruchst, die über denen der GKV liegen oder die Behandlung bei einem nicht Kassenarzt durchgeführt wird. (2)

Kannst du zurück in den ursprünglichen Tarif wechseln?

Angesichts der aktuellen Corona-Krise sind viele Selbstständige und Freiberufler in eine finanzielle Notlage geraten und mussten ihre Beiträge der PKV reduzieren. Hier bildet der Basistarif neben dem Standardtarif eine Lösung. Auch der Bundestag hat auf die aktuelle Situation reagiert und eine Entlastungsregelung für Privatversicherte beschlossen: Versicherte haben die Möglichkeit ohne Gesundheitsprüfung wieder zurück in ihren Ursprungstarif zu wechseln.

Diese Regelung gilt für Versicherte, die nach dem 15.03.2020 aufgrund von Hilfebedürftigkeit in den Basistarif gewechselt sind oder noch wechseln werden.

Die Dauer der Regelung ist derzeit (Stand: März 2021) zeitlich unbegrenzt und gibt privat Versicherten ein Schlupfloch. So kannst du den finanziellen Engpass überbrücken, ohne auf bessere Leistungen zu verzichten. Die Rückkehr in deinen ursprünglichen Tarif selbst ist jedoch zeitlich begrenzt und unterliegt einigen Voraussetzungen.

Die Voraussetzungen für die Rückkehr in deinen ursprünglichen Tarif ist die Hilfebedürftigkeit innerhalb von 2 Jahren zu überwinden. Der Antrag für die Rückkehr muss spätestens 3 Monate nach Ende der Hilfebedürftigkeit erfolgen. Wer länger als 2 Jahre hilfsbedürftig ist, hat es bislang deutlich schwerer wieder in seinen alten Tarif zu den vorherigen Bedingungen zurück zu wechseln. (4)

Worin liegt der Unterschied zwischen dem Basistarif und Standardtarif?

Der Basistarif beinhaltet Leistungen, die vergleichbar mit denen der gesetzlichen Krankenversicherung sind. Der Standardtarif hingegen orientieren sich nur an denen der GKV. Die Beiträge sind sowohl im Standardtarif als auch im Basistarif auf den Höchstbeitrag der GVK begrenzt; plus der Zulage der Kassen.

Versicherte, die mindestens 10 Jahre privat versichert sind oder 55 Jahre und älter sind können zwischen den beiden Tarifen wählen, die sich grundsätzlich in ihrer Funktionsweise unterscheiden. In der folgenden Tabelle möchten wir dir die unterschiedlichen Leistungen übersichtlich und im direkten Vergleich darstellen.

Basistarif Standardtarif
Gesetzlich vorgegebener Versicherungsumfang, einheitlicher Tarif bei allen Anbietern. Behandlungen an den Leistungskatalog der GKV angelehnt, einheitlich bei allen Versicherern.
Zuzahlung bis max. 6 € je Arzneimittel und 3 - 10 € für Hilfsmittel. Erstattung von Heil- und Hilfsmitteln zu 80 %, nach Erreichen des Selbstbehaltes (306 € im Jahr) Erstattung zu 100 %.
Einschränkungen bei Psychotherapie nur nach Genehmigung durch PKV/Begutachtung und zu einem festgelegten Höchstumfang. Bis zu 25 psychotherapeutische Sitzungen pro Jahr.
Nur gesetzlich eingeführte Vorsorgeprogramme. Vorsorgeuntersuchungen
Zahnarzt: Vorsorgeuntersuchungen durch Kassenärzte, Gruppenprophylaxe und Grundversorgung, Erstattung bei Zahnersatz bis zu 65 % der Regelversorgung der GKV. Vorsorgeuntersuchungen und Zahnersatz bis zu 65 % (einfache Ausführung).

Wie du sehen kannst hat der Basistarif im Vergleich zum Standardtarif einiges an Leistungen zu bieten. Auch die Chancen für Kuren, Reha und Zuschüssen für eine Haushaltshilfe stehen hier besser. Anders als im Basistarif kannst du deine Leistungen im Standardtarif nicht mit zusätzlichen Versicherungen aufbessern. Lediglich eine Auslandskrankenversicherung oder eine Kran­ken­ta­ge­geld­ver­si­che­rung sind möglich. Diese sind im Basistarif bereits mit abgedeckt. (1, 5)

Was solltest du beachten, wenn du dich für einen Basistarif in der PKV entscheidest?

Auch wenn der Basistarif eine grundlegende Krankenversorgung bietet, so unterscheidet er sich doch deutlich von den typischen Tarifen der PKV. Die Leistungen sind deutlich geringer und auch wenn der Beitrag ebenfalls niedriger ist, ist der Beitrag nicht zu unterschätzen.

Wem die Leistungen des Basistarifs nicht ausreichen, kann Zusatzversicherungen beim gleichen oder einem anderen Versicherer abschließen. So wertest du deine Leistungen auf, solltest jedoch die zusätzlichen Kosten nicht unterschätzen.

Ehepartner oder Familien sind anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mitversichert. Der Beitrag im Basistarif wird pro Person abgerechnet.

Für Kinder und Jugendliche gelten verringerte Beiträge, aber auch die sind nicht gerade gering. Selbst im Standardtarif zahlen Ehepartner weniger. Sie zahlen zusammen maximal 150 Prozent des gesetzlichen Höchstbeitrags. Es sei denn, dass das jährliche Gesamteinkommen die Beitragsbemessungsgrenze der GKV übersteigt. 2021 liegt diese Grenze bei 58.050 Euro. (6)

Welche Alternativen gibt es zum Basistarif der PKV?

Der Basistarif an sich ist bereits eine Alternative zur typischen privaten Krankenversicherung, jedoch gibt es auch zum Basistarif ein paar Alternativen. Zum Beispiel den Standardtarif.

Versicherte, die ihren Beitrag nicht mehr zahlen können, sollten sich in erster Linie bei ihrem Versicherer melden und nach einer Lösung suchen. Weitere Anlaufstellen sind das Jobcenter oder Sozialamt. Die folgenden Alternativen, je nach finanzieller Lage, gibt es zum Basistarif:

  • Sozial-/Standardtarif: Diesen Tarif haben wir bereits näher betrachtet. Er ist meist eine günstigere Variante für Versicherte. Auch Ehepartner zahlen hier auch weniger als im Basistarif, wenn beide privat versichert sind; sofern das Gesamteinkommen die Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht übersteigt.
  • Notlagentarif: Dies ist eine kurzweilige Notlösung bei Zahlungsunfähigkeit und muss von den PKV angeboten werden. Eine bewusste Entscheidung für diesen Tarif ist nicht gegeben, da es lediglich eine Notlösung ist. Der Versicherer stuft dich bei Nichtzahlung in diesen Tarif um, wenn mind. 2 Monatsbeiträge in Verzug sind. Die Leistungen sind auf das nötigste reduziert.
  • Anderer Tarif deiner Krankenversicherung: Bei einem finanziellen Engpass solltest du dich mit deinem Versicherer über deine Möglichkeiten austauschen. Teilweise gibt es einen günstigeren Tarif, der sinnvoller als ein Wechsel in den Basistarif ist.
  • Gesetzliche Krankenversicherung: Sofern es dir möglich ist, gibt es natürlich immer noch die Möglichkeit der GKV. Hier musst du selber entscheiden, ob diese Alternative für dich infrage kommt und überhaupt möglich ist.

Wie du siehst, gibt es mehrere Alternativen zum Basistarif. Welche hier die richtige für dich ist, hängt von deiner finanziellen Lage, aber auch zu einem gewissen Grad von deiner Gesundheit ab. Alle Tarife garantieren grundlegende Leistungen, jedoch sind die Leistungen je nach Tarif eingeschränkt. In jedem Fall lohnt sich ein Gespräch mit deinem Versicherer.

Fazit

Bei jeder Entscheidung, wie auch bei der Tarifwahl gibt es Vor- und Nachteile. Hier ist immer individuell abzuwägen, welche Alternativen du hast, wo deine Prioritäten liegen und ob die Entscheidung von langer Dauer ist oder nicht. Der Basistarif bietet bei finanziellem Engpass eine soziale Alternative zur typischen PKV, jedoch zu einem ungünstigen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Der Tarifwechsel in den Basistarif ist optimal um den Beitrag zu senken. Er sollte jedoch nur als kurzzeitige Lösung dienen, da lediglich die Leistungen der GKV abgedeckt werden. Auf lange Sicht eignet sich der Tarif nicht wirklich. Der Beitrag liegt für nahezu alle Versicherten beim gültigen Höchstbeitrag in der GKV plus dem Zusatzbeitrag der Krankenkassen und ist damit teurer als andere Tarife.

Bildquelle: Kubat/ 123rf

Einzelnachweise (6)

1. derprivatpatient.de: Der Basistarif – eine Entscheidungshilfe. Verband der privaten Krankenversicherung e.V., Januar 2009. Abgerufen am 22.03.2021.
Quelle

2. Prof. Dr. Fred Wagner. Stichwort: Basistarif, Ausführliche Definition im Online-Lexikon. 19.02.2018. Springer Gabler Verlag (Hrsg.). Gabler Wirtschaftslexikon. Abgerufen am 22.03.2021
Quelle

3. dejure.org: Versicherungsaufsichtsgesetz. § 152 Basistarif. Abgerufen am 22.03.2021
Quelle

4. Verband der Privaten Krankenversicherungen: Gesetzentwurf zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite. 5. Mai 2020. Abgerufen am 22.03.2021.
Quelle

5. Verband der Privaten Krankenversicherungen: Alternativen in jeder Lebenslage – Optionen für PKV-Versicherte. Oktober 2020. Abgerufen am 22.03.2021
Quelle

6. bundesregierng.de: Neue Beitragsbemessungsgrenzen für 2021. 01. Januar 2021. Abgerufen am 22.03.2021.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Fachbroschüre
derprivatpatient.de: Der Basistarif – eine Entscheidungshilfe. Verband der privaten Krankenversicherung e.V., Januar 2009. Abgerufen am 22.03.2021.
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Wirtschaftslexikon
Prof. Dr. Fred Wagner. Stichwort: Basistarif, Ausführliche Definition im Online-Lexikon. 19.02.2018. Springer Gabler Verlag (Hrsg.). Gabler Wirtschaftslexikon. Abgerufen am 22.03.2021
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Gesetztesübersicht
dejure.org: Versicherungsaufsichtsgesetz. § 152 Basistarif. Abgerufen am 22.03.2021
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Offizielle Stellungsnahme
Verband der Privaten Krankenversicherungen: Gesetzentwurf zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite. 5. Mai 2020. Abgerufen am 22.03.2021.
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Fachbroschüre
Verband der Privaten Krankenversicherungen: Alternativen in jeder Lebenslage – Optionen für PKV-Versicherte. Oktober 2020. Abgerufen am 22.03.2021
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Fachartikel
bundesregierng.de: Neue Beitragsbemessungsgrenzen für 2021. 01. Januar 2021. Abgerufen am 22.03.2021.
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