befristeter Mietvertrag
Zuletzt aktualisiert: 19. März 2021

Fast jeder hat ihn - den Mietvertrag. Doch obwohl die Meisten unter diesen einen unbefristeten Mietvertrag haben, können sich manche nicht so glücklich schätzen. Man hat praktisch eine Deadline, wann man wieder aus der Wohnung ausziehen muss.

Viele kennen dies wahrscheinlich aus Untervermietungen. Vor allem Studenten geben gerne für den Sommer oder für die Zeit ihres Auslandssemester ihre Wohnung für einen Untermieter her. Befristet auf die Zeit bis sie wiederkommen. Im Folgenden findest Du alles, was Du dazu wissen musst.




Das wichtigste in Kürze:

  • Befristete Mietverträge müssen eine Mindestdauer von 3 Jahren haben. Das heißt jeder Vertrag, der kürzer ist, wird direkt als nicht zulässig gegolten.
  • Diese Mietverträge können beliebig oft verlängert werden. Somit hast Du also auch nach mindestens 3 Jahren immer die Möglichkeit noch mit Deinem Vermieter zu reden und den Vertrag zu verlängern.
  • Während diese Mietverhältnisses kann keine der Parteien kündigen. Das liegt an einer Kündigungsklausel. Dies schützt auch Dich vor einer plötzlichen Kündigung aufgrund von dem Recht auf Eigennutz.

Befristete Mietverträge: Was Du wissen solltest

Sind befristete Mietverträge zulässig?

Durch einen befristeten Mietvertrag entfällt das Kündigen zum Ende des Mietverhältnisses. Dieses endet somit einfach nach dem Endtag. Es ist jedoch nur erlaubt, einen befristeten Mietvertrag auszustellen, wenn man einen bestimmten Grund dafür hat.

Falls Dein Vermieter keinen Grund hat, musst nach Ende der Frist nicht ausziehen und der Vertrag verlängert sich automatisch um 3 Jahre. Falls dies noch einmal passiert, wird der befristete Vertrag in einen unbefristeten umgewandelt.
(1)

Aus welchen Gründen darf der Vermieter befristen?

Gründe für einen befristeten Mietvertrag sind folgenden:

  • Dein Vermieter möchte ab einem bestimmten Zeitpunkt die Wohnung selber benutzen.
  • Nach Ende des Mietverhältnissen soll die Wohnung abgerissen oder renoviert werden.
  • Ein weiterer Grund ist, dass der Vermieter die Wohnung später als Werkswohnung vermieten möchte.

Achte bitte immer darauf, dass der Vermieter den Grund nicht auf einmal austauschen darf. Das heißt er kann nicht plötzlich den Grund von Eigennutzung auf eine spätere Renovierung umändern. Falls dies geschieht, wandelt der befristete Vertrag sich in einen unbefristeten um.

Wenn Du Dir allerdings im Urlaub eine Ferienwohnung mietest, über zum Beispiel AirBnB, dann gelten andere Verträge und diese Gründe muss es nicht geben. Dazu zählen auch Zimmer in Studentenwohnheimen, die meist auf die Studienzeit begrenzt sind.

Wie schon erwähnt, vermieten auch oft Studenten während eines AUslandsemster ihr Zimmer unter. Dies kann auch passieren, wenn man selbst einen befristeten Mietvertrag hat. Dann kann man bis zum Ende der Frist seine Wohnung Untervermieten.

Wie lange darf der Mietvertrag befristet sein?

Das spielt keine Rolle. Das heißt Dein Vermieter kann Dir auch einen befristeten Mietvertrag auf 10 Jahre ausstellen. Jedoch kann es sich auch nur um eine Zeitspanne von mindestens 3 Jahren handeln. Das heißt für Dich, Du hast mindestens eine Wohnung für 3 Jahre.

Ob das für Dich auch passt, liegt dann an Dir, da Du auch nicht wirklich eher kündigen kannst. Deshalb solltest Du Dir vorher auch einig sein, ob Du für die Zeit des Mietvertrages auch dort wohnen bleiben möchtest. Falls dies nicht so ist kannst Du an sich mit Deinem Vermieter reden oder die Wohnung einfach untervermieten bis zum Ende des Vertrages.

Was tun, wenn die Befristung unwirksam ist?

Sobald die Befristung unwirksam ist, hast Du einen unbefristeten Mietvertrag und hast somit das Recht auch nach der Frist noch in der Wohnung zu bleiben. Jedoch Bedenke, das bei einem Kündigungsverzicht, Du auch erst nach Ablauf der Frist kündigen kannst.

befristeter Mietvertrag

Befristete Mietverträge haben immer Vor und Nachteile. (Bildquelle: pixabay/ Free-Photos)

Sobald der Vertrag unwirksam ist, gelten jedoch auch gleichzeitig wieder andere Klauseln und "Regeln". Du solltest Dich dann mit Deinem Vermieter auseinandersetzen und darüber reden. Dann könnt ihr zusammen schauen, ob ihr den Vertrag so ändert, dass dieser in die Normen passt oder ob ihr direkt einen unbefristeten daraus macht.

Welche Vorteile bietet ein befristeter Mietvertrag?

Vorteile sind vor allem, dass es keine Mieterhöhung seitens des Vermieters geben kann. Das heißt in der gesamten Zeit bis zum Ende der Frist wirst Du immer die gleiche Miete zahlen.

Jedoch kann der Vermieter nach dem Ende und vor einer womöglich Verlängerung die Miete um bis zu 20% erhöhen und DU hast statt einer jährlichen kleine Erhöhung plötzlich Eine größere. Ein weiterer Vorteil ist, dass Du keine Angst haben musst, dass Dein Vermieter Dir kündigt aufgrund von Eigennutz.

Aus Vermietersicht ist ein befristeter Mietvertrag von Vorteil, da sie den Mieter sozusagen zur Probe in der Wohnung leben lassen kann. So kann er schauen, ob man miteinander auskommt oder nicht.

Falls dies der Fall ist, kann er dann den Vertrag in einen unbefristeten umändern. Außerdem kann man als Vermieter die Eigennutzung besser planen, falls man dies möchte. Finanziell gesehen, kann der Vermieter nach Ende des Vertrages die Miete variabel erhöhen, da währenddessen keine Mieterhöhung erlaubt ist. (2)

Was für Nachteile bietet der befristete Mietvertrag?

Nachteile eines befristeten Mietvertrags sind zum Einen das Du auch nicht kündigen kannst, bis die Frist abgelaufen ist. Zudem hast Du auch keinen Kündigungsschutz bei diesem Mietverhältnis. Ein weiterer Nachteil ist, dass Du keine Sozialklausel im Vertrag hast. Das heißt, wenn Du aus sozialen Gründen nicht ausziehen kannst, kann der Vermieter dieses ablehnen.

Was ist ein befristeter Mietvertrag?

Ein befristeter Mietvertrag ist wie der Name schon besagt, ein Vertrag der nach dem Ende einer Frist einfach endet. Weder Du noch Dein Vermieter muss den Vertrag kündigen und Du musst zum Ende aus der Wohnung ausziehen. Während des Vertrages kann weder Du noch der Vermieter das Verhältnis auflösen.

Der Vertrag muss immer schriftlich erfolgen und Du musst schauen, ob die Befristung auch rechtskräftig ist. (3) Der Vertrag bietet, wie Du vielleicht schon gelesen hast, einige Vorteile und Nachteile. Sprich vorher einfach mit Deinem Vermieter, warum er dies möchte und finde für Dich heraus, ob es mit Deinen Plänen passt.

Wie oft kann ein befristeter Mietvertrag verlängert werden?

Der Mietvertrag kann beliebig oft verlängert werden. Jedoch hat er eine Mindestlaufzeit von 3 Jahren. Somit musst Du keine Angst haben schon vorher aus der Wohnung zu müssen.(4) Jedoch kannst Du auch nach wiederholtem verlängern Deinen Vermieter ruhig ansprechen, ob der Vertrag nicht geändert werden könnte und ihr aus einen befristeten, einen unbefristeten Vertrag macht.

Dadurch hast DU auch wieder andere Vorteile, wie zum Beispiel eine Sozialklausel. Falls er nicht wirklich ausdrücklich beendet wird, kann er sich automatisch um 3 Jahre verlängern. Also auch hier ist die Kommunikation mit Deinem Vermieter wichtig.(5)

Jedoch beachte, dass nach der ersten Verlängerung um automatisch 3 Jahre und sich dieser Vorgang wiederholt, verlängert sich Dein Vertrag dann auf unbestimmte Zeit.
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Wie endet ein befristeter Mietvertrag?

Nach dem Ende der Frist musst Du entweder direkt ausziehen oder Du hast Glück und der Vertrag wird verlängert. Jedoch beachte, dass Du zum Fristende auch wirklich aus der Wohnung sein musst und nicht dann noch ein oder zwei Wochen Zeit hast zum Ausziehen.

Natürlich kann es auch sein, dass Du gar nicht ausziehen musst, sondern der Vertrag sich automatisch verlängert. Verlängern kann er sich jedoch immer um mindestens 3 Jahre und kann somit auch in der Verlängerung nicht gekündigt werden.

Also um es kurz für Dich aufzulisten, hast Du im Endeffekt zwei Möglichkeiten:

  1. Dein Vertrag läuft aus und DU musst bis spätestens dem letzten eingetragenen Datum mit allen Sachen aus der Wohnung oder dem Zimmer sein.
  2. Der Vertrag verlängert sich und Du bist praktisch verpflichtet mindestens 3 weitere Jahre in der Wohnung zu bleiben. Einziger Weg dann umzuziehen, ist die Wohnung bis zum Ende unterzuvermieten.

Fazit

Ein befristeter Mietvertrag hat also offensichtlich so seine Vorteile und auch Nachteile. Du musst für Dich selber entscheiden, ob das nun etwas für Dich ist. Im Endeffekt kommt es auch immer auf Deine Intention hat, wie lange Du in dem Objekt bleiben möchtest. Wenn Du sowieso planst nicht länger als 3 bis 4 Jahre dort zu bleiben, ist ein solcher perfekt für Dich, da Du nie vorher gekündigt werden kannst.

Die Meisten raten von Mieterseite jedoch von einem solchen Vertrag ab, da man zu viele "Opfer" bringen muss und man nicht so einfach aus dem Vertrag wieder herauskommt. Die einzogen wirklichen Vorteile sind, dass Deine Miete sich für die Zeit nicht ändern kann und dass Du nicht urplötzlich schon eher gekündigt werden kannst.

Bildquelle: Sozavisimost/ Pixabay

Einzelnachweise (6)

1. diepresse.com: Befristeter Mietvertrag: Welche Vor- und Nachteile gibt es?
Quelle

2. allrecht.de: Zeitmietvertrag: Vorteile für Vermieter
Quelle

3. campusboard.at: Was ist ein befristeter Mietvertrag?
Quelle

4. vertragscheck.at: Mietvertrag verlängern - Wie oft?
Quelle

5. immobilienscout24.at: Befristeter Mietvertrag - Was ist erlaubt?
Quelle

6. diepresse.com: Befristeter Mietvertrag: Welche Vor- und Nachteile gibt es?
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Befristeter Mietvertrag: Welche Vor- und Nachteile gibt es?
diepresse.com: Befristeter Mietvertrag: Welche Vor- und Nachteile gibt es?
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Zeitmietvertrag: Vorteile für Vermieter
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Was ist ein befristeter Mietvertrag?
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Mietvertrag verlängern - Wie oft?
vertragscheck.at: Mietvertrag verlängern - Wie oft?
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immobilienscout24.at: Befristeter Mietvertrag - Was ist erlaubt?
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Befristeter Mietvertrag: Welche Vor- und Nachteile gibt es?
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