Zuletzt aktualisiert: 9. April 2021

Es gibt viele verschiedene Alternativen wie du Bereitstellungszinsen vermeiden kannst. Neben gutem Verhandlungsgeschick kannst du hier auch auf gute Planung im Voraus bauen. Hier gibt es viele verschiedene Optionen, welche zu dem gewünschten Erfolg führen können. Doch was genau sind die besten Tipps und Tricks um Bereitstellungszinsen wirklich zu vermeiden?

In unserem umfangreichen Ratgeber zu dem Thema Bereitstellungszinsen vermeiden vergleichen wir unterschiedliche Möglichkeiten für dich. Weiterhin erhältst du von uns alle Antworten auf die meist gestellten Fragen in Bezug auf das Thema Bereitstellungszinsen und wie du diese vermeiden kannst, oder möglichst gering halten kannst, um dich bei deiner Entscheidung über die verschiedenen Möglichkeiten Bereitstellungszinsen zu vermeiden unterstützen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Für nicht genutzte aber dennoch bereitgehaltene Darlehen verlangen Baufinanzierer die sogenannten Bereitstellungszinsen.
  • Du kannst aber diese Zinsen zum Beispiel dadurch vermeiden, dass du eine Frist abmachst, in der diese Bereitstellungszinsen frei ist. Im generellen haben typische Verträge eine bereitstellungszinsfreie Zeit die zwischen sechs und zwölf Monaten liegt.
  • Diese Frist kannst du dir dann bei der Planung deiner Anschlussfinanzierung zu nutzen machen und zu deinem Vorteil verwenden. Dadurch sicherst du dir niedrige Zinsen.

Definition: Was sind Bereitstellungszinsen?

Bereitstellungszinsen sind Zusatzkosten, welche Sparkassen oder Banken in der Bau- oder Immobilienfinanzierung berechnen. Dies ist der Fall, wenn die zur Verfügung gestellten Darlehen innerhalb des vertraglich vereinbarten Zeitraumes, von dem Kreditnehmer ganz oder manchmal auch gar nicht abgenommen werden.

Für Geldhäuser sind diese Bereitstellungszinsen anzusehen wie eine Art der Entschädigung: In den Banken entstehen für die vorgehaltene Baufinanzierung Mittel Kosten, für die Refinanzierung. Nimmt also der Kreditnehmer, nicht wie vereinbart, dass Darlehen ab, erhält die Bank auch keine Zinsen.

Diese müssen in diesem Fall aber dennoch das zu der Verfügung gestellte Kapital absichern. Und die hiermit aufgestellten Bereitstellungszinsen sollen diesen nun eventuell anfallenden Verlust ausgleichen (1).

Hintergründe: Was du über Bereitstellungszinsen wissen solltest

Bevor du aber eine richtige Entscheidung darüber triffst, wie du deine Bereitstellungszinsen vermeiden möchtest, solltest du einige Punkte wissen. Deshalb werden wir dir in den folgenden Abschnitten alle wichtigen Informationen diesbezüglich erläutern, um dich bei deiner Entscheidung zu unterstützen.

Warum muss ich überhaupt Bereitstellungszinsen zahlen?

Du musst Bereitstellungszinsen zahlen, weil beispielsweise Geldgeber damit argumentieren, dass sie durch das Bereitstellen des Darlehens nicht mehr mit dem Geld arbeiten können. Diesen Gewinnausfall beziehungsweise Zinsverlust holen sie sich von dir als Kreditnehmer über die Bereitstellungsprovision zurück.

Als den zweiten Rechtfertigungsgrund wird oft von den Banken angeführt, dass sie die bereit gehaltenen Gelder selber an dem Kapitalmarkt beschaffen müssen. Dies würde wiederum Kosten für sie verursachen, da die Banken ebenfalls Zinsen zahlen müssen. Über die Bereitstellungszinsen wird dies dann wieder ausgeglichen, also die Kosten (2).

Warum sind die Bereitstellungszinsen höher als der Darlehenszinssatz?

Dies liegt an der doppelten Zinsberechnung, denn bis zu der Fertigstellung müssen Kreditnehmer oft doppelt zahlen. Für den aber bereits ausgezahlten Kreditbetrag verlangt die Bank die normalen Vertragszinsen. Zusätzlich kassiert diese aber auch die Bereitstellungszinsen auf den Kreditanteil, den du noch nicht abgerufen hast. Diese sind zusätzlich auch noch viel höher als die normalen Zinsen.

Wenn du also keine bösen Überraschungen erleben möchtest, solltest du nicht auf einen günstigen Darlehenszinssatz zurückgreifen, sondern auch und vor allen Dingen, auf die voraussichtlichen Bereitstellungszinsen achten. Diese sind nämlich in dem Effektivzins nicht enthalten und könnten deinen Hausbau um einige Tausend Euro verteuern (3).

Was ist die Höhe von Bereitstellungszinsen?

Häufig fallen rund 0,25 Prozent Bereitstellungszinsen pro Monat an und diese werden auch berechnet, dies würde im Jahr eine Summe von 3 Prozent entsprechen. Es gibt aber auch Institute, welche eine etwas niedrigere Bereitstellungsprovision anbieten. Normalerweise liegen die Bauzinsen oberhalb der Bereitstellung Provisionssätze. Die Kreditinstitute haben jedoch ihre Bereitstellungszinsen weitgehend unverändert gelassen.

Bereitstellungszinsen

Bereitstellungszinsen können ganz schön ins Geld gehen. Deswegen ist es sinnvoll diese zu minimieren. (Bildquelle: Jp Valery/ Unsplash)

Das führt dazu, dass in der aktuellen Situation zumeist über den Baufinanzierungs-Zinssätzen liegende Bereitstellungsprovisionen verlangt werden. Die Effektivzinssätze für Baufinanzierungen liegen derzeit jährlich in Abhängigkeit  von Beleihungsauslauf, Zinsbindungsfrist, Kredithöhe und Bonität des Kreditnehmers teilweise bei deutlich unter 2 Prozent. Dagegen sind Bereitstellungszinsen von 3 Prozent pro Jahr durchaus normal und auch üblich (4).

Wann muss ich Bereitstellungszinsen zahlen?

Vor allen, wenn du ein Bauvorhaben hast, fallen Bereitstellungszinsen an. Diese sind häufig aber nicht zu umgehen. Doch mit unseren unten angefügten Tipps und Tricks, wie du diese umgehen kannst, wird es dir sicherlich einfacher fallen, diese zu umgehen und es wird zu deinem gewünschten Erfolg führen.

Im generellen kann man aber sagen, dass Bauherren nach Baufortschritt zahlen, also in Etappen. Das heißt, dass sie immer nur so viel Geld abrufen, wie sie auch tatsächlich in dem benötigten Moment brauchen. Deswegen fallen Bereitstellungszinsen an (5).

Wie lange muss ich Bereitstellungszinsen zahlen?

Bereitstellungszinsen fallen immer nach der Bereitstellungsfreien Zeit an.

Wie lang du jedoch schließlich und endlich Bereitstellungszinsen zahlen musst, ist von der Länge deiner Bereitstellungsfreien Zeit abhängig. Und diese ist je nach Bank oder Sparkasse unterschiedlich. Diese beträgt aber in der Regel in etwa eine Zeit von drei bis zwölf Monaten.

Alles in allem kann man sagen, je kundenfreundlicher deine Bank ist, desto später werden die Zusatzkosten fällig. Und desto länger hast du Zeit. Nach Beendigung der Bereitstellungsfreien Zeit fallen dann die Bereitstellungszinsen von drei Prozent pro Jahr an (6).

Wie kann man die Bereitstellungsfreie Zeit nutzen?

Wenn du Bereitstellungszinsfreie Zeit nutzt, kannst du Bereitstellungszinsen vermeiden oder zumindest reduzieren. Das kannst du machen, in dem du Beispielsweise diese Zeit verlängert. Aber auch eine schlaue und durchdachte Planung deiner Finanzierung und deines Bauvorhabens kann dabei helfen, um die Bereitstellungszinsen zu vermeiden. Dafür jetzt erstmal eine Tabelle für die grobe Übersicht:

Option Wie Bereitstellungszins reduzieren
1. Bereitstellungszinsfreie Zeit verlängern
2. Geschickte Planung und Abstimmung
3. Eigenkapital schlau nutzen

Im nachfolgenden werden wir dir diese Strategien noch einmal genauer erläutern:

Bereitstellungszinsfreie Zeit verlängern:

Dies ist eine Verhandlungssache. Hierbei gehst du, während das Darlehen bereits läuft, auf deine Bank zu und sprichst mit dieser über eine Möglichkeit, deine Frist zu verlängern. Meistens ist aber eine Verlängerung der Bereitstellung freien Zeit mit einem Zinsaufschlag auf die volle Darlehenssumme verknüpft. Dies entscheidet dann im Endeffekt darüber, ob sich das Vorhaben dann auch lohnt (7).

Geschickte Planung und Abstimmung:

Du kannst die Bereitstellungszinsen außerdem vermeiden, indem du dein Bauvorhaben und die Finanzierung entsprechend aufeinander abzustimmen. Deswegen ist es wichtig, dass du mit dem Bauunternehmer ein Zahlungsplan als Teil des Bauvertrages vereinbarst.

Bereitstellungszinsen

Eine gute Planung ist immer wichtig. Nicht nur bei deinem Hausbau, sondern auch bei den anfallenden Bereitstellungszinsen. (Bildquelle: Thomas Zagorski/ Unsplash)

Wenn du dann also die genauen Auszahlungen kennst, weißt du, wie lang die bereitstellungsfreie Zeit ausfallen wird. Das kannst du dann bei der Darlehensauswahl berücksichtigen und mit einberechnen.

Eigenkapital schlau nutzen:

Wenn du dich über dieses Thema informierst, wirst du immer wieder auf den Grundsatz stoßen: „Eigenkapital vor Fremdkapital”. Damit ist alles in allem nur gemeint, dass du erstmal dein Eigenkapital verbrauchen solltest, bevor du auf Darlehenssummen zurückgreifen solltest.

Ohne diese Vorgabe wäre es natürlich einfacher Bereitstellungszinsen zu vermeiden. Guter Weise kannst du aber durch gute Verhandlungen einiges erreichen (8).

Fazit

Alles in allem kann man also festhalten, das man Bereitstellungszinsen umgehen und auch probieren kann, diese zu vermeiden. Dass man es aber nie richtig schaffen wird diese komplett zu umgehen. Hierfür gibt es aber verschiedenen Tipps und Tricks womit du dieses probieren kannst umzusetzen.

Durch das Gelingen einer solchen Umsetzung kannst du mehrere tausend Euro bei deinem Hausbau sparen und somit das Geld für andere Dinge verwenden. Deswegen ist es bei so einer Sache immer hilfreich sich im Vorfeld über solche Themen zu informieren und auch ein Gespräch mit deinem Bänker aufzusuchen. Da ihr so gemeinsam zu einer guten und für dich zu der bestmöglichen Lösung kommen könnt.

Bildquelle: Marian Vejcik / 123rf

Einzelnachweise (8)

1. Andreas Jalsovec (24.01.2021), Bereitstellungszinsen: Kosten nicht unterschätzen
Quelle

2. Klingy Fuchs (2021), Bereitstellungszinsen: So vermeiden Sie die Zinsen für ungenutzte Baudarlehen
Quelle

3. Stiftung Warentest (2017), So werden Bauherren geschröpft
Quelle

4. Theodor Storm (2020), Bereitstellungszinsen bei Baufinanzierungen/ Versteckte Zusatzkosten für Kreditnehmer
Quelle

5. Klingyi Fuchs (2021), Bereitstellungszinsen: So vermeiden Sie die Zinsen für ungenutzte Baudarlehen
Quelle

6. Andreas Jalsovec (24.01.2021), Bereitstellungszinsen: Kosten nicht unterschätzen
Quelle

7. Alena Hasse (2020), Bereitstellungszinsen: So vermeiden Sie diese Zusatzkosten
Quelle

8. Alena Hasse (2020), Bereitstellungszinsen: So vermeiden Sie diese Zusatzkosten
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Wissenschaftlicher Artikel
Andreas Jalsovec (24.01.2021), Bereitstellungszinsen: Kosten nicht unterschätzen
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Klingy Fuchs (2021), Bereitstellungszinsen: So vermeiden Sie die Zinsen für ungenutzte Baudarlehen
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Wissenschaftliche Studie
Stiftung Warentest (2017), So werden Bauherren geschröpft
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Wissenschaftlicher Artikel
Theodor Storm (2020), Bereitstellungszinsen bei Baufinanzierungen/ Versteckte Zusatzkosten für Kreditnehmer
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Klingyi Fuchs (2021), Bereitstellungszinsen: So vermeiden Sie die Zinsen für ungenutzte Baudarlehen
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Andreas Jalsovec (24.01.2021), Bereitstellungszinsen: Kosten nicht unterschätzen
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