Zuletzt aktualisiert: 27. Januar 2021

Es gibt viele Gründe für eine vorzeitige Berufsunfähigkeit. Zwar kennt fast jeder Deutsche Personen in seinem Umfeld, die vorzeitig aus dem Arbeitsleben aussteigen mussten und somit erwerbs- oder berufsunfähig sind. Dennoch hat bisher nur etwa ein Fünftel der Deutschen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. (1)

Die Gründe dafür sind vielfältig und können jeden treffen, egal ob Selbstständiger oder Beschäftigter. Dabei wird das Risiko oft unterschätzt. Bricht das Einkommen weg, sind die staatlichen Leistungen meist zu gering. Doch wie sicherst du dich richtig gegen Berufsunfähigkeit ab und was solltest du mit Blick auf die Rente beachten?

In unserem Artikel geben wir dir einen umfangreichen Überblick zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung. Du erhältst außerdem Antworten auf die meist gestellten Fragen, darunter: Worauf sollte ich vor Vertragsabschluss achten? So bekommst du die wichtigsten Informationen, um dich richtig gegen eine mögliche Berufsunfähigkeit abzusichern.




Das Wichtigste in Kürze

  • Sie zählt zu einer der wichtigsten Versicherungen: die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sollte es dir durch im Krankheitsfall oder durch einen Unfall nicht mehr möglich sein, deinem Beruf wie zuvor nachzugehen, bist du berufsunfähig. In diesem Fall greift die Berufsunfähigkeitsversicherung. (2)
  • Um deine Lebenshaltungskosten auf im Fall der Berufsunfähigkeit zu decken solltest du dir über diese Versicherung früh Gedanken machen. Das gilt für Erwerbstätige, Berufseinsteiger und Selbstständige gleichermaßen. Denn grundsätzlich gilt: Je früher du dich versicherst, desto niedriger sind auch die Beiträge.
  • Die Kosten werden durch verschiedene Faktoren beeinflusst, unter anderem der aktuelle Gesundheitszustand. Außerdem gibt es auch bei Vertragsabschluss verschiedene Faktoren zu beachten, beispielsweise wie hoch die Berufsunfähigkeitsrente sein soll und ob diese im Nachhinein noch anpassbar ist.

Definition: Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Versicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit zählt zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Sollte es dem Versicherten nicht mehr möglich sein, seinen Beruf auszuüben, fällt das Einkommen weg.

In diesem Fall wird aus dem Versicherten eine vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente aus der Berufsunfähigkeitsversicherung gezahlt. Über den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsrente sollte sich deshalb jeder Berufstätige Gedanken machen. (3)

Hintergründe: Was du über die Berufsunfähigkeitsversicherung wissen solltest

Du solltest einige Aspekte kennen, bevor du dich für eine Berufsunfähigkeitsversicherung entscheidest. Im Folgenden klären wir deshalb die wichtigsten Fragen zum Thema Berufsunfähigkeitsrente und du bekommst alle wichtigen Informationen für deine Entscheidung.

Wie funktioniert die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Sollte es dir aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich sein, den zuletzt ausgeübten Job für die nächsten sechs Monate oder länger auszuüben, greift die Berufsunfähigkeitsversicherung. Dafür reicht es bereits, wenn du nach Einschätzung der Versicherung mindestens die Hälfte deiner Leistungskraft verloren hast, also zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig bist. Die Ursache ist dabei irrelevant.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Ursachen für Berufsunfähigkeit sind nicht nur Unfälle. Vor allem Erkrankungen am Skelett und Bewegungsapparat können Ursache für Berufsunfähigkeit sein. (Bildquelle: Karolina Grabowska / pexels)

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dir im Versicherungsfall dir eine monatliche, zuvor vertraglich festgesetzte, Rente aus. Zum Nachweis der Berufsunfähigkeit müssen diverse Unterlagen, wie Arztberichte, bei der Versicherung eingereicht werden.

Für wen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung für jeden Berufstätigen sinnvoll ist. Zwar steht eine staatliche Erwerbsminderungsrente, die seit 2001 im Falle einer Berufsunfähigkeit gezahlt wird, steht jedem zu, (4) in der Regel reicht der Betrag jedoch nicht aus.

Gerade Berufsanfänger bis 35, Studierende oder Auszubildende sollten sich über einen Abschluss Gedanken machen, da die Beiträge vor allem in jüngerem Alter günstiger sind. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kommt infrage für:

  • Erwerbstätige: Ein Abschluss ist bis zum 55. Lebensjahr möglich.
  • Berufsanfänger: Durch ihren guten Gesundheitszustand ist es diesen möglich sich günstig zu versichern.
  • Selbstständige: Diese sind oft nicht gesetzlich rentenversichert.
  • Schüler / Auszubildende / Studierende: Auch diesen ist eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit möglich. Da sie zu Versicherungsbeginn noch keinem Beruf nachgehen, gelten für sie andere Bedingungen. Zwar kommt es bei einem Unfall des Kindes nicht zu einem Einkommensausfall, dennoch entstehen Kosten für die Eltern. Durch das niedrige Risiko sind die Versicherungsbeiträge meist günstig. (1)
  • Beamte: Da Beamten ein Ruhegehalt über der Erwerbsminderungsrente zusteht, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für sie eher optional. Dafür können sie zusätzlich eine Dienstunfähigkeitsversicherung abschließen.

Gerade als Dachdecker oder Gerüstbauer, beides zwei der gefährlichsten Berufe in Deutschland gemessen an dem Anteil der Personen in der Berufsgruppe, die eine Erwerbsunfähigkeitsrente erhalten, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll (5). Wie du siehst, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung grundsätzlich für jeden sinnvoll, es stellt sich also eher die Frage, für welche du dich entscheidest.

Was sind mögliche Ursachen für eine Berufsunfähigkeit?

Psychische Erkrankungen zählen zu den häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit. Zwar hängt das Risiko auch von der Tätigkeit ab, jedoch birgt körperliche Arbeit ein höheres Risiko als ein Bürojob. Eine Übersicht der häufigsten Ursachen nach einer Auswertung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. erhältst du hier:

  • 32% Nervenkrankheiten: Dazu gehören auch psychische Erkrankungen
  • 24% Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats
  • 15% Krebs und andere bösartige Geschwülste
  • 9% Unfälle
  • 7% Erkrankungen des Herzens und der Gefäßsysteme (6)

Wie du siehst, kann Berufsunfähigkeit nicht nur durch einen Unfall, oder eine Einschränkung des Bewegungsapparats, entstehen. Besonders psychische Erkrankungen nehmen als Ursache zu.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen?

Grundsätzlich gilt: Je früher du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, desto niedriger sind die Versicherungsbeiträge. Abschließbar ist die Berufsunfähigkeitsversicherung zwar im Alter zwischen 15 und 55 Jahren, jedoch unterscheiden sich die konkreten Kosten anhand verschiedener Faktoren.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Vor dem Vertragsabschluss solltest du einige Aspekte beachten. So kann es gegen Jahresende bei einigen Versicherungen sinnvoll sein, den Vertrag noch im alten Jahr abzuschließen, da die Beiträge höher sein können, wenn die Versicherung erst im neuen Jahr abgeschlossen wird. (Bildquelle: Andrea Piacquadio / pexels)

Obwohl die Versicherung gerade beim Abschluss im jungen Alter sehr günstig ist, entscheiden sich nur etwas ein Drittel der Millennials dafür (7). Ein Abschluss lohnt sich aber in jedem Fall.

Worauf sollte ich vor Vertragsabschluss achten?

Vor Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung solltest du einiges beachten. Eine Übersicht der verschiedenen Punkte bekommst du hier:

  • Frühest möglicher Abschluss: Gerade in jungem Alter ist das Risiko für Krankheiten besonders niedrig, weshalb Versicherungsbeiträge meist niedriger angesetzt werden.
  • Meide Kombiprodukte: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist selbstständig, in Kombination mit einer Risikolebensversicherung oder zusätzlich zu einer Renten- oder Kapitallebensversicherung abschließbar. Nur selten ist die Kombination von Berufsunfähigkeitsversicherung und Risikolebensversicherung günstiger. Mit zwei getrennten Versicherungen bleibst du flexibel und kannst die Versicherungen an deine aktuelle Lebenssituation anpassen.
  • Rente hoch genug ansetzen: Die Rente sollte deine Lebenshaltungskosten decken und für das Alter vorsorgen, da du im Fall der Berufsunfähigkeit nicht mehr in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst. Notiere dir dafür deine monatlichen Ausgaben und habe im Hinterkopf: Eine Rente unter 1.000 Euro lohnt sich meist nicht.
  • Geringe Spanne zwischen Netto- und Bruttobeitrag: Den Nettobeitrag zahlst du zu Versicherungsbeginn. Dieser kann jedoch zukünftig bis zum Bruttobeitrag erhöht werden. Um eine deutliche Steigerung zu vermeiden, solltest du deshalb darauf achten, dass die Differenz zwischen den beiden Beiträgen möglichst gering ist.

Wie du siehst, gibt es verschiedene Faktoren vor einem Vertragsabschluss zu berücksichtigen.

Muss ich die Gesundheitsfragen der Gesundheitsprüfung wahrheitsgemäß beantworten?

Da der gesundheitliche Zustand für die Kosten beim Abschluss der Versicherung eine so entscheidende Rolle spielen, ist vorher eine Gesundheitsprüfung notwendig. Dabei ist es sehr wichtig, alle Gesundheitsfragen der Wahrheit entsprechend zu beantworten.

Bedenke jedoch, dass du nichts angeben musst, wonach nicht explizit gefragt wird.

Um den Gesundheitsfragebogen wahrheitsgemäß auszufüllen, empfiehlt es sich dafür die Patientenakten von den Ärzten anzufragen oder bei der Krankenkasse die dort gespeicherten Daten anzufordern.

Da die Versicherung sich bei falschen Angaben im schlimmsten Fall weigern kann zu zahlen, sollten alle Gesundheitsfragen gewissenhaft und ehrlich auszufüllen. Zudem ist es sinnvoll eine Kopie der eingereichten Unterlagen für den eigenen Bedarf aufzubewahren.

Gibt es Versicherungsschutz trotz Vorerkrankung?

Wie du bereits erfahren hast, spielt ist die Gesundheit bei Vertragsabschluss einer der Faktoren, die die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung beeinflussen. Deshalb solltest du bei Vertragsabschluss alle Fragen zu deiner Gesundheit wahrheitsgemäß beantworten. Dafür kannst du beim Arzt oder der Krankenkasse deine Patientenakte anfordern.

Mögliche Vorerkrankungen können das Versicherungsrisiko für die Versicherung erhöhen, dennoch ist es möglich einen Versicherungsschutz zu erhalten.

So kann ein Risikozuschlag möglich sein, wobei darauf geachtet werden sollte, dass dieser überprüft wird und entfällt, sollten die Beschwerden nicht mehr bestehen. Über den Arbeitgeber kann auch ein Gruppenvertrag möglich sein, wodurch eine ausführliche Gesundheitsprüfung entfällt.

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung werden durch verschiedene Merkmale beeinflusst, zu denen nicht nur das Alter und die Gesundheit gehören. Je jünger du bei Vertragsabschluss bist, desto günstiger sind die Beiträge meist.

Welche Faktoren beeinflussen die Kosten?

Die verschiedenen Faktoren, die die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung beeinflussen, haben wir hier für dich aufgeführt:

  • Eintrittsalter: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko der Berufsunfähigkeit.
  • Beruf: Bestimmte Berufsgruppen sind einer höheren körperlichen Belastung ausgesetzt, als andere und deshalb anfälliger für bestimmte Erkrankungen.
  • Gesundheit: Einige Vorerkrankungen bringen ein höheres Risiko für eine Berufsunfähigkeit mit sich und können daher mit höheren Beiträgen einhergehen.
  • Rentenhöhe: Mit einer höheren vereinbarten monatlichen Rente steigen auch die Beitragskosten.
  • Versicherungsdauer: Höhere Beiträge fallen mit einer längeren Laufzeit der Berufsunfähigkeitsversicherung an.
  • Risikoreiche Hobbys: Bei besonders riskanten Hobbys oder Sportarten müssen bei einigen Versicherungen höhere Beiträge gezahlt werden.

Du solltest hierbei beachten, dass du dich am besten bis zum Eintritt in die Rente versicherst. Eine Versicherung lohnt sich aber in jedem Fall, variiert nur in den Kosten anhand der verschiedenen Faktoren.

Kann ich die Versicherungsbeiträge von der Steuer absetzen?

Die Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung können von der Steuer abgesetzt werden. Sie gelten als Sonderausgaben und werden in der Anlage "Vorsorgeaufwand" angegeben. Alle Versicherungen, die die eigene Gesundheit oder das eigene Vermögen absichern, zählen zu dieser Vorsorge.

Was sollte ich während der Corona-Pandemie beachten?

Während der Corona-Krise kann es zu Unsicherheiten und Problemen kommen. Die Krise verunsichert auch zunehmend junge Erwachsene. Von ihnen gaben 21 Prozent, sich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie in Bezug auf Berufsunfähigkeitsversicherungen nicht ausreichend versichert zu fühlen (8).

Diese Schwierigkeiten können sich so auswirken, dass es dir nicht mehr möglich ist, die Beiträge zu deiner Berufsunfähigkeitsversicherung zu zahlen. In diesem Fall solltest du dich an deine Versicherung wenden. Diese können dir eine Stundung, nachträglich Zahlung der Beiträge, oder eine vorübergehende Freistellung ohne Nachzahlung, eine sogenannte Freistellung, anbieten.

Du solltest in keinem Fall eine vorschnelle Kündigung aussprechen oder die Zahlung deiner Beiträge ohne Absprache mit der Versicherung einstellen, sonst riskierst du deine Absicherung.

Wann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Damit die Berufsunfähigkeitsversicherung ausgezahlt wird, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden. Eine Übersicht, wann die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt und wann nicht, bekommst du hier:

Vorteile
  • Eine Berufsunfähigkeit für mindestens sechs Monate oder mehr festgestellt wird.
  • Du zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig bist.
  • Die Angaben zum Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss korrekt waren.
Nachteile
  • Die Berufsunfähigkeit für weniger als sechs Monate besteht.
  • Eine Berufsunfähigkeit unter 50 Prozent der Fall ist.
  • Die Angaben bei Vertragsabschluss falsch sind oder Krankheiten verschwiegen wurden.
  • Wenn eine im Vertrag ausgeschlossene Krankheit die Berufsunfähigkeit verursacht.

Wie du siehst, sind vor allem die voraussichtliche Dauer und der Grad der Berufsunfähigkeit ausschlaggebend.

Welche Alternativen gibt es zur Berufsunfähigkeitsversicherung?

Sollte eine Versicherung aufgrund von Berufsunfähigkeit nicht möglich sein, gibt es verschiedene Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese decken meist nicht den gleichen umfassenden Schutz und sind nicht immer günstiger. Eine Übersicht erhältst du hier:

  • Erwerbsunfähigkeitsversicherung: Psychische Erkrankungen sind mit abgesichert und es wird eine Rente ausgezahlt.
  • Grundfähigkeitsversicherung: Rente wird nur bei Verlust grundlegender Fähigkeiten gezahlt, dafür ist die Prüfung des Rentenanspruchs einfach gestaltet.
  • Multi-Risk-Versicherung: Psychische Erkrankungen und orthopädische Probleme sind nicht versichert. Im Pflegefall, bei schwerer Behinderung oder Verlust grundlegender Fähigkeiten wird eine Rente gezahlt.
  • Dread-Disease-Versicherung: Zahlt nicht bei psychischen Erkrankungen und nur bei bestimmten Krankheiten. Es wird ein Einmalbetrag ausgezahlt.

Als einzige Alternative deckt die Erwerbsunfähigkeitsversicherung psychische Erkrankungen mit ab. Dies ist vor dem Hintergrund, dass diese als Nervenkrankheit zu den häufigsten Ursachen für eine Erwerbsunfähigkeit zählen, besonders wichtig zu berücksichtigen.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Darauf solltest du beim Vertrag achten

Nachdem wir die wichtigsten Fragen rund um die Berufsunfähigkeitsversicherung geklärt haben, gibt es noch einige Aspekte, auf die du im Vertrag achten solltest. Im Folgenden stellen wir dir diese kurz vor, sodass du dich richtig gegen eine Berufsunfähigkeit absichern kannst.

Rente

Die Rente, die dir die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, sollte deine Lebenshaltungskosten auch noch in 15 oder 20 Jahren decken. Das heißt nicht nur, dass du die Berufsunfähigkeitsrente hoch genug ansetzen solltest. Zusätzlich solltest du dir die Möglichkeit freihalten, deine Rentenhöhe nachträglich anzupassen. Wie das funktioniert und alle weiteren wichtigen Informationen zu dem Thema bekommst du im Folgenden.

Wie hoch sollte die Berufsunfähigkeitsrente sein?

Die Berufsunfähigkeitsrente sollte deinen Lebensstandard, also deine laufenden Kosten für Miete, Familie und Lebensmittel, auch ohne eigenes Einkommen decken. Als Faustregel solltest du deshalb 60 Prozent des Bruttoeinkommens berechnen, oder 75 Prozent des Nettoeinkommens. Im Fall der Berufsunfähigkeit wird dir die Rente dann ausgezahlt.

Rente anpassen mit Nachversicherungsgarantie oder Dynamik

Eine Rentenerhöhung im Nachhinein kann zum einen durch die Inflation notwendig sein, durch die die zuvor festgesetzte Rente an Wert verliert. Zum anderen können neue Lebensumstände deine Lebenshaltungskosten nach oben treiben. Zwei Varianten ermöglichen dir die nachträgliche Anpassung:

Nachversicherungsgarantie Dynamik
Rentenerhöhung zu bestimmten Anlässen möglich (z.B. Hochzeit oder Gehaltserhöhung). Dein jährlicher Betrag steigt um einen festen Prozentsatz, dafür bedarf es keines besonderen Anlasses.
Diese muss selbst spätestens drei Monate nach dem Anlass beantragt werden. Die Rente steigt ebenfalls, jedoch in einem geringeren Umfang.
Bei Erhöhung wird das aktuelle Alter der Berechnung zugrunde gelegt. Das aktuelle Alter wird ebenfalls der neuen Erhöhung zugrunde gelegt.
Meist darf die Rente nur bis zu einem bestimmten Alter und einer festgelegten Summe erhöht werden. Dadurch lohnt sich die Dynamik mit zunehmendem Alter immer weniger.
Es findet keine erneute Gesundheitsprüfung statt. Es findet keine erneute Gesundheitsprüfung statt.

Neben dieser Gegenüberstellung solltest du bei der Beitragsdynamik beachten, dass du einer Erhöhung auch widersprechen kannst. Wie oft genau wird dabei vertraglich festgelegt.

Versicherungs- und Leistungszeit möglichst bis 67 Jahre

Da das normale Rentenalter bei 67 Jahren liegt, sollte auch die Versicherungs- und Leistungszeit möglichst bis zu diesem Jahr andauern. Der Zeitraum, in dem die Berufsunfähigkeit eintreten muss, damit die Rente ausgezahlt wird, wird als Versicherungszeitraum beschrieben. Wirst du mit 63 Jahren berufsunfähig, dein Versicherungszeitraum endete jedoch schon ein Jahr zuvor mit 62 Jahren, bekommst du kein Geld.

betriebsrente

Auch im höheren Alter zahlt sich eine Versicherung noch aus. (Bildquelle: 123rf / milkos)

Das Alter, bis zu dem deine Berufsunfähigkeitsrente ausgezahlt bekommst, wird als Leistungszeit bezeichnet. Diese solltest du nach Möglichkeit bis zum 67. Lebensjahr laufen lassen, kannst sie aber beispielsweise auch bei 65 Jahren ansetzen, wodurch sich der Beitrag meist etwas vergünstigt. Wie du siehst, solltest du unbedingt auf die richtige Leistungs- und Versicherungszeit achten.

Pauschalregelung zur Rentenzahlung bevorzugen

Bei der Rentenzahlung gibt es sowohl die Pauschal-, als auch die Staffel-Regelung. Während dir die Pauschalregelung bei 50 Prozent Berufsunfähigkeit die volle Rentenzahlung zu sichert, erhältst du diese bei der Staffel-Regelung erst mit 75 Prozent Berufsunfähigkeit. Dafür gibt es aber bereits mit 25 Prozent Berufsunfähigkeit ein Viertel der Rente. Die Pauschalregelung ist vorzuziehen, damit es nicht bei jedem Prozentpunkt zu Differenzen mit der Versicherung kommt.

Rückwirkende Leistung vereinbaren und Wartezeiten meiden

Eine Berufsunfähigkeit wird oft erst mit Verspätung festgestellt. Aus diesem Grund sollte in einem Vertrag auf die Meldefrist geachtet werden, mit der diese der Versicherung mitgeteilt wird. Von Vorteil ist es deshalb, wenn die Versicherung bei einer späteren Meldung die Berufsunfähigkeitsrente rückwirkend zahlt.

Fazit

Die Berufsunfähigkeitsversicherung eignet sich für jeden Beschäftigten, vom Berufseinsteiger bis zum Freiberufler. Die private Versicherung kann bereits in jungen Jahren für sehr geringe Kosten abgeschlossen werden. So greift im Versicherungsfall nicht nur die staatliche Erwerbsminderungsrente, die meist nicht ausreicht, sondern auch die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie ermöglicht es dir deine Lebenshaltungskosten trotz fehlendem Einkommen weiterhin zu decken.

Bei Vertragsabschluss solltest du einige Aspekte beachten, zum Beispiel wie hoch die Berufsunfähigkeitsrente sein soll und wie du die Rentenbeiträge nach Abschluss anpassen möchtest. Die Berufsunfähigkeitsversicherung gibt dir langfristig Sicherheit, egal ob die Berufsunfähigkeit aufgrund einer psychischen Krankheit oder eines Problems mit dem Bewegungsapparat entsteht.

Bildquelle: Katarzyna Białasiewicz / 123rf

Einzelnachweise (8)

1. YouGov. Berufsunfähigkeitsversicherung: Nur jeder fünfte Deutsche hat sie abgeschlossen. Abgerufen am 13.01.2020.
Quelle

2. Becker, J.; Wagner, F.: Stichwort: Berufsunfähigkeit. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon 2018. Abgerufen am 13.01.2021.
Quelle

3. Wagner, F.: Stichwort: Berufsunfähigkeitsversicherung. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon 2018. Abgerufen am 13.01.2021.
Quelle

4. Statista Research Department Februar 2013. Statistiken zum Thema Berufsunfähigkeit. Abgerufen am 13.01.221.
Quelle

5. map-report (781-783) 2007 bis 2009, zitiert nach de.statista.com. Gefährlichste Berufe in Deutschland nach der Erwerbsunfähigkeitsrente*. Abgerufen am 13.01.2021.
Quelle

6. Die Deutschen Versicherer. Krebs immer sel­te­ner Ursa­che für Berufs­un­fä­hig­keit. Abgerufen am 13.01.2021.
Quelle

7. Nürnberer Versicherung; F.A.Z.-Institut: Millennials-Studie. Abgerufen am 13.01.2021.
Quelle

8. Nürnberer Versicherung; F.A.Z.-Institut: Umfrage Corona und Versicherungsschutz. Abgerufen am 13.01.2021.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Internetbeitrag
YouGov. Berufsunfähigkeitsversicherung: Nur jeder fünfte Deutsche hat sie abgeschlossen. Abgerufen am 13.01.2020.
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Wirtschaftslexikon
Becker, J.; Wagner, F.: Stichwort: Berufsunfähigkeit. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon 2018. Abgerufen am 13.01.2021.
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Wirtschaftslexikon
Wagner, F.: Stichwort: Berufsunfähigkeitsversicherung. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon 2018. Abgerufen am 13.01.2021.
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Statistik
Statista Research Department Februar 2013. Statistiken zum Thema Berufsunfähigkeit. Abgerufen am 13.01.221.
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Statistik
map-report (781-783) 2007 bis 2009, zitiert nach de.statista.com. Gefährlichste Berufe in Deutschland nach der Erwerbsunfähigkeitsrente*. Abgerufen am 13.01.2021.
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Internetbeitrag
Die Deutschen Versicherer. Krebs immer sel­te­ner Ursa­che für Berufs­un­fä­hig­keit. Abgerufen am 13.01.2021.
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Studie
Nürnberer Versicherung; F.A.Z.-Institut: Millennials-Studie. Abgerufen am 13.01.2021.
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Studie
Nürnberer Versicherung; F.A.Z.-Institut: Umfrage Corona und Versicherungsschutz. Abgerufen am 13.01.2021.
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Testberichte