Betriebliche Altersvorsorge Steuererklärung
Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2021

Mit einer betrieblichen Altersvorsorge besserst du später deine gesetzliche Rente auf, indem dein Arbeitgeber einen Vertrag für dich abschließt und diesen mit einem Teil deines Brutto-Einkommens finanziert. Besonders vorteilhaft dabei ist, dass du Sozialabgaben und Steuern sparst. Dein Geld ist zudem besonders sicher angelegt und dein Chef übernimmt die Einzahlungen, weshalb du selbst einen geringen Aufwand mit der Besparung hast.

Allerdings führt ein Jobwechsel oftmals zu einem hohen Aufwand bei der Übertragung deiner bAV zu deiner neuen Stelle. Du solltest daher die Vor- und Nachteile daher gut abwägen und die einzelnen Möglichkeiten, wie du mit dem Vertrag weiter verfahren kannst, durchdenken.




Das Wichtigste in Kürze

  • Dein Arbeitgeber schließt einen Vertrag der betrieblichen Altersvorsorge für dich ab, den du mit einem Teil deines Bruttogehalts finanzierst und später so deine gesetzliche Rente damit aufbesserst.
  • Besonders vorteilhaft sind die hohe Sicherheit und der wenige Aufwand, den du mit einer betrieblichen Altersvorsorge hast. Allerdings gibt es wenig Zinsen und keine hohe Rendite.
  • Ein Jobwechsel bedeutet oftmals Verluste für deine betriebliche Altersvorsorge. Du kannst den Vertrag meistens mit zu deiner neuen Stelle nehmen, musst aber mit schlechteren Konditionen rechnen und bekommst weniger Zuschüsse.

Hintergründe: Was ist eine betriebliche Altersvorsorge?

In diesem Teil möchten wir dir alle wichtigen Fragen zum Thema der betrieblichen Altersvorsorge in der Steuererklärung darlegen und ausführlich beantworten. Du solltest diese Punkte gründlich durchlesen, bevor du Entscheidungen bezüglich dieses Themas triffst.

Was bringt eine betriebliche Altersvorsorge?

Eine betriebliche Altersvorsorge baut auf einem Arbeitsverhältnis auf. (1) Dein Arbeitgeber schließt eine Versicherung, genauer gesagt einen Vertrag der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) für dich ab und du trittst einen Teil deines Bruttogehalts zur Finanzierung ab. So kannst du später deine gesetzliche Rente aufbessern und hast monatlich einen höheren Geldbetrag zur Verfügung.

Die betriebliche Altersvorsorge in der Steuererklärung-1

Du solltest einen Vertrag der betrieblichen Altersvorsorge gründlich durchlesen und ihn mit anderen Angeboten auf dem freien Markt vergleichen. Meistens sind die Konditionen der bAV etwas bessser, weshlab du dich dafür entscheiden solltest, wenn du mit einer geringen Rendite zurecht kommst. (Bildquelle: StartupStockPhotos / pixabay)

Dadurch verringerst du zwar dein monatliches Einkommen und hast weniger von deinem Gehalt zur Verfügung, (2) allerdings hast du den großen Vorteil, dass du nach deinem Berufsleben auch noch gut über die Runden kommst. Denn die gesetzliche Rente ist heutzutage oftmals nicht mehr ausreichend.

Was sind die Vorteile einer betrieblichen Altersvorsorge?

Nachdem du jetzt weißt, dass du einen Teil deines Bruttogehalts abgeben musst, fragst du dich sicher, ob es noch weitere Vorteile bei der betrieblichen Altersvorsorge gibt. Wir haben dir hier einige aufgeführt: (3)

  • Auf die Summe, die du in einen bAV einzahlst, sparst du rund 20 % der Sozialabgaben und die Einkommenssteuer.
  • Meistens bekommst du durch deinen Arbeitgeber einen Zuschuss, was die Rendite erhöht.
  • Du hast keinen Aufwand. Durch die Absicherung über deinen Arbeitgeber übernimmt auch er alle Formalitäten und zahlt auch die Beiträge, sodass du dich selbst um nichts kümmern musst.
  • Bei den Verträgen der betrieblichen Altersvorsorge wird dir eine Rente garantiert. Dies bietet hohe Sicherheit, sorgt aber auch für vergleichsweise niedrige Zinsen.
  • Da dein Arbeitgeber meistens mehrere solcher Verträge abschließt, bekommt er günstige Tarif. Das heißt, wenn du dich auf dem freien Markt umsiehst, findest du meist kein so gutes Angebot. (3)

Es kann sich also durchaus lohnen mithilfe der betrieblichen Altersvorsorge die Rente aufzubessern.

Was sind die Nachteile einer betrieblichen Altersvorsorge?

Natürlich gibt es auch Nachteile bei der betrieblichen Altersvorsorge. Hier hast du einen Überblick:

  • Wenn die Vorsorge ausgezahlt wird, fallen Steuern und Sozialabgaben an. Die Höhe hängt von deiner individuellen Steuerklasse ab.
  • Dein Arbeitgeber wählt den entsprechenden Vertrag aus und du hast meistens keine Wahlfreiheit.
  • Problematisch ist oftmals der Jobwechsel. Du kannst den alten Vertrag meistens nicht mitnehmen und hast auch keinen Rechtsanspruch darauf, dass dein neuer Arbeitgeber den alten Vertrag übernimmt.
  • Du hast keinen Zugriff auf das Geld. Es ist fest angelegt und wird erst mit der Fälligkeit zur Rente ausgezahlt.
  • Aufgrund der garantierten Rente und der damit verbundenen hohen Sicherheit ist die Rendite meistens sehr gering. (3)

Möchtest du wenig Aufwand haben und dein Einkommen sicher anlegen, kann eine betriebliche Altersvorsorge genau diesen Zweck erfüllen. Wenn du dagegen eine hohe Rendite erzielen willst und öfter deinen Job wechselst, solltest du besser darauf verzichten.

Was muss ich bei der betrieblichen Altersvorsorge in meiner Steuererklärung beachten?

In der Steuererklärung müssen lediglich Einkünfte deklariert werden, die tatsächlich steuerpflichtig sind. Dies ist wie bereits erwähnt bei bAV meistens nicht der Fall, weshalb sie nicht in der Steuererklärung aufgeführt werden muss. Die Beiträge werden bereits vom Bruttogehalt abgezogen und das niedrigere "Gehalt nach bAV" ist bereits angegeben.

Die betriebliche Altersvorsorge in der Steuererklärung-2

Bei der Steuererklärung musst du deine betriebliche Altersvorsorge nicht eintragen, da diese bereits von deinem Brutto-Gehalt abgezogen wurde. (Bildquelle: Steve Buissinne / pixabay)

Die einzige Ausnahme ist, wenn durch den Arbeitgeber Sonderzahlungen in die betriebliche Altersvorsorge geflossen sind, die die Grenze der Steuerfreiheit überschreiten. Diese werden als steuerpflichtige Einnahmen deklariert und müssen in Anlange N angegeben werden. (4)

Was tun bei häufigem Jobwechsel?

Falls du deine Stelle wechseln solltest, kannst du grundsätzlich deinen bAV mitnehmen. Allerdings hast du nur ein Recht auf die Mitnahme, wenn die betriebliche Altersvorsorge nach 2005 abgeschlossen wurde und sie über eine Pensionkasse, einen Pensionsfonds oder eine Direktversicherung abgeschlossen wurde.

Außerdem darf der ersparte Betrag nicht höher als die Beitragsbemessungsgrenze der gesetlichen Renetnversicherung liegen, die aktuell 82.800 Euro umfasst.

Können diese Voraussetzungen nicht erfüllt werden, dann kannst du aber dennoch unter Zustimmung aller Beteiligten den Vertrag überführen. (5)

Nach dem Jobwechsel gibt es drei Möglichkeiten, wie mit deinem Ersparten verfahren wird. Die erste davon ist, dass dein neuer Chef den alten bAV Vertrag übernimmt.

Dies ist vorteilhaft, da du keine neuen Abschlusskosten hast und du leidest meistens auch nicht unter schlechteren Konditionen, weil du älter geworden bist. Grundsätzlich bleibt die Versorgung also gleich, außer dein Chef zahlt dir nicht die gleichen Zuschüsse oder bietet dir die gleichen Zusatzversicherungen an. Dazu ist er nämlich nicht verpflichtet.

Eine Kündigung der bAV ist auch möglich, allerdings kannst du meist erst im Rentenalter darauf zurgreifen.

Dein neuer Chef könnte dein altes bAV Guthaben jedoch auch in einen neuen Vertrag übertragen. So passt er deine betriebliche Altersvorsorge seinem eigenen Versorgungssystem an und hat oft einen geringeren bürokratischen Aufwand. Allerdings hast du hier meistens Abschlusskosten und schlechtere Konditionen. (6)

Die letzte Möglichkeit ist, dass du den Vertrag privat weiterführst oder auf ruhend stellst. Dadurch hast du natürlich keine steuerlichen Vorteile und finanzierst die betriebliche Altersvorsorge von deinem Netto-Gehalt.

Dies kann sich aber auch lohnen, falls du einen besonders hohen Garantie-Zins hast. Alternativ kannst du deinen bAV Vertrag auch ruhend stellen. Dort verzinst sich das angesparte Kapitel dann einfach weiter.

Wechselst du häufig den Job, führt dies zu vielen Kleinstrenten. Dabei fallen oftmals auch noch hohe Verwaltungskosten an. (5) Ein Jobwechsel bedeutet also, dass du einen hohen Aufwand hast und meistens auch einige Verluste in Kauf nehmen musst, was deine Altersvorsorge etwas verringern kann.

Fazit

Wenn du mit wenig Aufwand und mit viel Sicherheit für deine Rente, zusätzlich zur gesetzlichen Rente vorsorgen willst, dann ist die betriebliche Altersvorsorge ideal für dich. Dein Chef schließt einen Vertrag für dich ab und übernimmt die Einzahlungen für dich.

Diese werden von deinem Brutto-Einkommen abgezogen, weshalb du Sozialabgaben und Steuern sparst. Die betriebliche Altersvorsorge muss dehalb auch nicht in der Steuererklärung aufgeführt werden. Der einzige Nachteil könnte eine häufiger Jobwechsel sein, da du dort mit einigen Verlusten und Mehrkosten, sowie schlechteren Konditionen rechnen musst.

Bildquelle: imagesbavaria / 123rf

Einzelnachweise (6)

1. Gabler Wirtschaftslexikon. Aufgerufen am 28.12.2020
Quelle

2. Annabell Meyer. Finanzen. Aufgerufen am 28.12.2020
Quelle

3. Ihre Vorsorge. Aufgerufen am 28.12.2020
Quelle

4. Focus. Aufgerufen am 28.12.2020
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5. Transparent beraten. Aufgerufen am 29.12.2020
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6. Ihre Vorsorge. Aufgerufen am 29.12.2020
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