betriebsrente
Zuletzt aktualisiert: 27. Januar 2021

Die Betriebsrente ist ein Mittel, um neben der gesetzlichen Rente im Ruhestand für dein monatliches Einkommen vorzusorgen. Dabei wird der Versicherungsträger meist vom Arbeitgeber ausgewählt und dieser wirbt um neue Mitarbeiter mit guten Konditionen.

Nichtsdestotrotz rentiert sich die Betriebsrente nicht für jeden Arbeitnehmer, denn während des Ruhestands müssen relativ hohe Sozialabgaben entrichtet werden. Weiterhin werden die Konditionen der Betriebsrente oft nicht detailliert kommuniziert und sind intransparent. In diesem Fall solltest du gerüstet sein, und beim Arbeitgeber oder Versicherer nachfragen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einer Betriebsrente zahlst du gemeinsam mit deinem Arbeitgeber in deine Altersversorgung ein. Diese wird staatlich durch Steuerentlastungen gefördert und der Arbeitgeber ist zu einem Zuschuss von mindestens 15 Prozent verpflichtet.
  • In der Ansparphase reduziert sich dein zu versteuerndes Einkommen, somit sparst du an Steuern und Sozialabgaben. In der Auszahlphase wird die Betriebsrente voll versteuert und du musst Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung leisten.
  • Bei häufigen Jobwechsel und einem sehr geringen Zuschuss des Arbeitgebers rentiert sich meist eine alternative Altersvorsorge mehr als die Betriebsrente.

Hintergründe: Was ist Betriebsrente?

Die Option auf eine Betriebsrente als betriebliche Altersvorsorge klingt erstmal verlockend. So locken auch einige Arbeitgeber neue Talente an und zahlen einen Beitrag in die Rente ein. Allerdings steckt mehr hinter diesem System der Betriebsrente. Wir haben die verschiedenen Arten und Bestandteile aufgelistet und untersucht.

Was ist eine Betriebsrente und wie funktioniert sie?

Ein Synonym für Betriebsrente ist die betriebliche Altersvorsorge und sie gehört zur ältesten Form zur deutschen Rentenversorgung. Ursprünglich zahlte nur der Arbeitgeber ein, zuzüglich zur Alters-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenversorgung.

Die Betriebsrente zählt also neben der gesetzlichen und privaten Rentenversicherung zur Altersvorsorge. (1) Seit 2002 kann auch der Arbeitnehmer mittels der Entgeltumwandlung Teile seines Bruttoentgelts eigens in die Betriebsrente einzahlen. Manchmal gibt es sogar Zuschüsse vom Arbeitgeber.

Wenige Arbeitnehmer wissen, dass sie selbst in die Betriebsrente einzahlen können.

Wenn also der Arbeitgeber kein passendes Modell anbietet, so kann der Arbeitnehmer mit eigenen Beiträgen zusätzlich zur gesetzlichen Rente sich um seine Altersvorsorge kümmern.

Die Betriebsrente ist besonders attraktiv wegen seiner staatlichen Förderung. Denn der Staat bezuschusst die Beiträge bis zu einer bestimmten Höhe mit einer Befreiung von Steuer- und Sozialabgaben.

Welche Arten der Betriebsrente gibt es?

Es gibt fünf verschiedene Arten der betrieblichen Altersvorsorge. Meist entscheidet sich der Arbeitgeber für eines der Modelle. Wobei jedes seine Vor- und Nachteile mit sich bringt. Die Organisation der Betriebsrente ist allein dem Arbeitgeber überlassen. Dieser muss den versprochenen Leistungen nachkommen.

Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge für den Arbeitgeber sind: (2)

  • Direktzusage / Pensionszusage: Der Arbeitgeber verpflichtet sich freiwillig zur Auszahlung eines festgelegten Betrages im Versorgungsfall des Arbeitnehmers oder eines Angehörigen. Der Betrag stammt direkt aus dem Betriebsvermögen.
  • Pensionskasse: Es handelt sich um eine extern finanzierte und unabhängige Versorgung, denn eine Versicherungsgesellschaft fungiert als dritte Partei. Die Pensionskasse baut auf einem ähnlichen Prinzip wie die Direktversicherung. Hier zahlt der Arbeitnehmer einen Teil seines Entgelts direkt in die Pensionskasse ein.
  • Pensionsfonds: Es werden Beiträge von Arbeitnehmer und/ oder Arbeitgeber an rechtlich selbstständige Versorgungsträger abgeführt. Der wiederum legt die Beiträge am Kapitalmarkt an. Mitarbeitern werden im Ruhestand die Renten ausbezahlt. Die Anlagemöglichkeiten sind flexibel und die Risiken eines Verlustes durch Kapitalmarktschwankungen liegen beim Arbeitgeber.
  • Unterstützungskasse: Mit der ältesten betrieblichen Altersvorsorge können Arbeitgeber ihre Mitarbeiter in der Altersversorgung unterstützen. Eine externe, unabhängige Versorgungseinrichtung (pauschaldotiert oder rückgedeckt) übernimmt die Organisation. Im Alter wird die Rente ausbezahlt.

Wenn dein Arbeitgeber keine dieser verschiedenen Arten an Betriebsrenten anbietet und du trotzdem vorsorgen willst, kannst du von ihm den Abschluss einer Direktversicherung verlangen. (3)

Wie funktioniert die Betriebsrente?

Je nach Art der betrieblichen Altersvorsorge schließt der Arbeitgeber einen Vertrag mit einer Pensionskasse, einem Pensionsfonds oder einer Direktversicherung ab. Um die Versorgung im Alter des Arbeitnehmers zu gewährleisten, überweist der Arbeitgeber einen bestimmten Teil des Gehalts.

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Die betriebliche Altersvorsorge kann allein vom Arbeitgeber finanziert werden oder der Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich die Beiträge.(Bildquelle: Maitree Rimthong / pexels)

Im Allgemeinen gibt es zwei Varianten der Finanzierung der Betriebsrente. Entweder der Arbeitgeber finanziert die Betriebsrente alleine oder er bezuschusst den Arbeitnehmer, der einen Teil seines Monatsgehalts in die betriebliche Altersvorsorge investiert.

Wer kann eine Betriebsrente abschließen?

Da die gesetzliche Rente lediglich zur Grundversorgung im Alter ausreicht, wird zur Aufrechterhaltung des Lebensstandards oft eine weitere Rentenversicherung abgeschlossen. Du kannst dich mit einer Betriebsrente zusätzlich absichern und vorsorgen.(4)

Egal ob du unbefristet angestellter Mitarbeiter, geringfügig Beschäftigter, Teilzeitkraft, Auszubildender, in einem befristeten Arbeitsverhältnis oder Geschäftsführer bist, du hast in allen Fällen einen Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung.

Als angestellter Arbeitnehmer ist die betriebliche Altersvorsorge eine Option, um deinen Ruhestand finanziell abzusichern.

Bist du Gesellschafter- Geschäftsführer einer GmbH und dein jährliches Einkommen übersteigt diverse Grenzen, so ist die Versorgungslücke im Alter mit der gesetzlichen Rente besonders hoch. Denn es gibt einen maximalen Einzahlungsbetrag. Eine zusätzliche Betriebsrente sichert deinen gewohnten Lebensstandard im Ruhestand.

Wann und wie lange wird die Betriebsrente ausgezahlt?

Die Betriebsrente wird frühestens mit 62 Jahren ausbezahlt. Und grundsätzlich gilt sie als lebenslange Rente. Falls du deinen Vertrag schon vor 2012 abgeschlossen hast, kannst du die Betriebsrente schon ab 60 Jahren beziehen.

Du kannst weiterhin entscheiden, ob du eine einmalige Kapitalzahlung veranlassen möchtest. Andernfalls bekommst du eine einmalige Zahlung von bis zu 30 Prozent und den restlichen Betrag in monatlichen Überweisungen. (10)

Wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss zur Betriebsrente?

Seit 2019 müssen sich Arbeitgeber laut Gesetz mit 15 Prozent am Bruttobeitrag bei neu abgeschlossenen Verträgen an der betrieblichen Altersversorgung beteiligen. Daraus entstehen Steuervorteile in der Ansparphase für Arbeitnehmer ergeben.

Weiterhin gilt jedoch, dass die Betriebsrente nicht immer lohnenswert ist. Die Ersparnisse müssen den Kürzungen und Abgaben gegenübergestellt werden, um dies herauszufinden. Ab 2022 gilt dieses Gesetz auch für bereits bestehende Verträge.

Wenn sich der Arbeitgeber mit mindestens 20 bis 30 Prozent am Bruttobeitrag beteiligt, so kann die Rendite vorteilhaft sein.(11)

Wie hoch sind Betriebsrenten und wann lohnt es sich?

Wann es sich lohnt, eine betriebliche Altersversorgung abzuschließen, ist keine generell zu beantwortende Frage. Vielmehr müssen diverse Faktoren berücksichtigt und auf die Situation eines jeden Individuums eingegangen werden.

In der Einzahlphase können bis zum Höchstbetrag Steuern gespart werden. Dieser Vorteil relativiert sich jedoch in der Auszahlungsphase. Denn die Rente ist zu 100 Prozent steuerpflichtig. Die Steuerhöhe ist individuell.

Der Steuervorteil aus der Ansparphase wird also lediglich in die Auszahlungsphase verschoben. Der Steuersatz im Rentenalter ist allerdings meist niedriger als während der Erwerbstätigkeit.

Wann lohnt sich die Betriebsrente: Beispiel Entgeltumwandlung

Wir haben tabellarisch eine Entgeltumwandlung aufgeführt. Ausgehend von einem Brutto- Gehalt von 3000 Euro und einem monatlichen Rentenbeitrag von 150 Euro wird der Nettoaufwand berechnet.

Gehalt ohne Entgeltumwandlung (in Euro) Gehalt mit Entgeltumwandlung (in Euro)
Brutto- Gehalt 3000,00 3000,00
Entgeltumwandlung 0,00 150,00
Steuer- und beitragspflichtiges Brutto 3000,00 2850,00
abzüglich Steuern 402,90 358,70
abzüglich Sozialabgaben 605,26 574,98
Netto- Gehalt 1991,84 1916,32
Nettoaufwand 75,52 /

In diesem Beispiel wird vom Stand 1/2019 ausgegangen. Mit einer Steuerklasse 1/ 0, einem Krankenversicherungsbeitrag von 14,6 Prozent plus 1,10 Prozent als Steuer- und Sozialabgaben wurde gerechnet.

Somit ergibt sich bei einem monatlichen Rentenbeitrag von 150 Euro ein Nettoaufwand von nur 75,52 Euro. Im Grunde verzichtet also der Rentenversicherte auf knapp 75 Euro seines Gehalts im Monat, wobei der Arbeitgeber 150 Euro an die Versorgungseinrichtung zahlt.(5)

So viel bleibt von deiner Betriebsrente als Netto-Rente übrig

Anhand eines Beispiels rechnen wir aus, wieviel am Ende von deiner Betriebsrente übrig bleibt beziehungsweise ausbezahlt wird. Dabei gehen wir von einem Rentenbeginn in 2040 aus.

Bruttorente im Jahr in Euro davon zu versteuern in Euro Durchschnittssteuersatz in % Steuern- und Sozialabgaben auf die Betriebsrente in % von je 100 Euro Betriebsrente verbleiben ca. in Euro
50.000,00 44.298,00 24,6 43,1 57
30.000,00 26.538,00 17,4 35,9 64
16.000,00 14.106,00 7,6 26,1 74

In diesem Beispiel geht hervor, dass bei einem Jahreseinkommen von 50.000 Euro ca. 44.298 Euro zu versteuern sind. Bei einem Durchschnittssteuersatz von 24,6 % und 43,1 % Steuern und Sozialabgaben bleibt bei einer monatlichen Einzahlung von 100 Euro 57 Euro Nettorente übrig.

Aus der Aufstellung geht hervor, dass Menschen mit geringerer Bruttorente von den kleineren Steuersätzen profitieren und am Ende von 100 Euro Renteneinzahlung 74 Euro wieder ausgezahlt werden.

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn zu wenig von der Betriebsrente übrig bleibt?

Solltest du feststellen, dass dein Vertrag nach Prüfung zu hohe Kosten verursacht und du allein in die Betriebsrente einzahlst, so gibt es mehrere Optionen. Nutze diese, um das größte Potenzial aus deiner Betriebsrente zu ziehen.

  • Arbeitgeberzuschuss erhöhen: Erster Anlaufpunkt sollte die Personalabteilung oder der Arbeitgeber sein. Du kannst bezüglich der Höhe seines Beitrages verhandeln und bestenfalls eine Zuzahlung von 20 bis 30 Prozent erreichen. Denn ein 15 Prozent Zuschuss ist ohnehin gesetzlich verpflichtend.
  • Vertragskonditionen verhandeln: Weiterhin kannst du bei deinem Arbeitgeber nachfragen, ob du den Vertrag wechseln kannst. Beispielsweise suchst du dir einen mit besseren Konditionen oder hast eine ehemals abgeschlossene Direktversicherung ruhend, welche du wieder aktivieren kannst.
  • Beitragszahlungen verringern: Solltest du keine Möglichkeit haben, den Vertrag oder die Konditionen zu verändern, so bleibt die Option auf Beitragsreduzierung. Beispielsweise um so viel, dass bei der Auszahlung keine Krankenversicherungsbeiträge anfallen. Ein Versicherer kann dir weiterhelfen und genaue Beträge ausrechnen.
  • Vertrag ruhigstellen / Alternative suchen: Sind das keine Optionen für dich, kannst du deine Einzahlungen beenden und den Vertrag ruhigstellen. Weiterhin fallen Verwaltungskosten an, sowie Verzinsungen finden statt. Das ist eine sinnvolle Option, wenn du beruflich flexibel sein möchtest. Du kannst dein Geld auch anderweitig investieren.

Wichtig ist es zu erwähnen, dass eine Kündigung der Ruhigstellung des Vertrages gleichkommt. Du tätigst also keine Einzahlungen mehr, allerdings bekommst du deine Beiträge nur dann zurück, wenn dein Rentenanspruch sehr gering ist und vertraglich vereinbart.(6) Auch hier solltest du die Expertise einen Versicherers aufsuchen.

Wie hoch sind die Sozialabgaben bei der Betriebsrente?

Bist du während des Ruhestands über die gesetzliche Krankenkasse versichert, so musst du volle Beitragszahlungen leisten. Diese entsprechen ca. 15,5 Prozent. Weiterhin müssen Abgaben an die Pflegeversicherung getätigt werden. Das sind weitere 3,3 Prozent.

Diese Abgaben musst du allerdings nur zahlen, wenn deine Betriebsrente 155 Euro monatlich übersteigt. Frage am Besten bei deiner Krankenkasse nach.

Vereinfacht kannst du also folgende Rechnung machen: Beziehst du eine Betriebsrente von 180 Euro, so fallen grob 18,5 Prozent Sozialabgaben an. Das entspricht ca. 33 Euro, die du zahlen musst. Solltest du nur eine Betriebsrente von 120 Euro beziehen, so musst du gar keine Sozialabgaben zahlen.

Lohnt sich die Einzahlung in eine Betriebsrente als Arbeitnehmer?

Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Es muss individuell auf jeden Arbeitnehmer eingegangen werden und die einzelnen Situationen abgewogen werden. Bei Beachtung diverser Punkte wird es dir möglich sein, die richtige Entscheidung bezüglich deiner Betriebsrente zu treffen.

Wann ist eine Direktversicherung gut?

Durch eine Direktversicherung bist du im Rentenalter finanziell abgesichert. Sie wird entweder durch eine Einmalzahlung oder in Form einer monatlichen, lebenslangen Rente ausbezahlt und du sicherst dir weiterhin Einkommen.

Bei der Direktversicherung sind sowohl für dich als auch deinen Arbeitgeber die Beiträge in der Ansparphase in gewissen Grenzen steuer- und sozialabgabefrei. Somit profitieren beide Parteien.

Es gibt weiterhin die Möglichkeit, in der Direktversicherung festzuhalten, ob die Versorgung im Invaliditätsfall geregelt wird. Außerdem kannst du im Todesfall deine Hinterbliebenen mit einer Direktversicherung absichern.

So entscheidest du, ob sich die Konditionen deiner Betriebsrente finanziell lohnen

Falls dein Arbeitgeber die Betriebsrente voll zahlt, stellt sich die Frage nicht, ob es sich lohnt. Hier solltest du definitiv zuschlagen und die Absicherung einkassieren. (7)

Ansonsten empfiehlt es sich die folgenden Punkte zur Entscheidung heranzuziehen:

  • Erwartung einer geringen gesetzlichen Rente: Wenn dir die erwartete Rente nicht zur Grundsicherung reicht, dann ist eine zusätzliche betriebliche Altersvorsorge sinnvoll.
  • Häufige Jobwechsel oder Selbstständigkeit: Wenn du dazu neigst, häufiger den Arbeitgeber zu wechseln oder dies vorhast, so erscheint der Abschluss einer betrieblichen Altersvorsorge weniger sinnvoll.
  • Hoher Arbeitgeberzuschuss: Sollte sich dein Arbeitgeber zu zwischen 20 oder 30 Prozent an der Betriebsrente beteiligen, so ist die betriebliche Altersvorsorge für dich rentabel.
  • Kosten und Konditionen einholen: Vergleiche am Besten mehrere Versicherungen und achte auf die Gegenüberstellung der Kosten beim Abschluss, sowie für die laufende Verwaltung.
  • Rentenverlust berechnen: Berechne in jedem Fall den zu erwartenden Rentenverlust und Nettoverzinsung bei der gesetzlichen Rente, der entsteht. Somit bekommst du Aussage über die Rentabilität.

Bei der Entscheidung, ob eine Betriebsrente für dich sinnvoll ist, gilt es mehrere Punkte zu beachten. Erst nach Berechnung und Abwägung solltest du zu deiner optimalen Variante greifen oder eine alternative Absicherung fürs Alter wählen.

Beispiel zur Rentabilität der Betriebsrente

In diesem Beispiel wird davon ausgegangen, dass du eine Direktversicherung in 2010 abgeschlossen haben, die 33 Jahre lang läuft. Sie wird also Ende 2042 ausbezahlt. Vertraglich festgehalten, zahlst du im Monat 170 Euro ein und dein Arbeitgeber steuert 30 Euro bei.

Wenn du die Zahlungen bis 2042 weiterhin stemmst, so bekommst du bei einer Gesamteinzahlung von 79.000 Euro vom Versicherer die versprochenen 105.000 Euro ausbezahlt. Nach allen Kosten verzinsen sich die 105.000 Euro mit ca. 1,7 Prozent jährlich.

Als Faustregel wird eine Nettoverzinsung von 2 Prozent empfohlen. Mit 1,7 Prozent aus unserem Beispiel bist du sehr nahe dran und kannst auf jährliche Überschüsse hoffen, um 2 Prozent zu erreichen. Damit ist dein Vertrag gut.

Dieser Vertrag ist vor allem lohnend, weil der Arbeitgeber mehr als 15 Prozent des Beitrags übernimmt. Müsstest du die 200 Euro monatliche Einzahlung alleine übernehmen, so wäre die Rentabilität fragwürdig.

Was gilt für die Besteuerung der Betriebsrente?

Betriebsrenten werden unterschiedlich behandelt in ihrer Besteuerung. Dabei unterscheidet man vor allem zwischen der Auszahlungs- und der Ansparphase. Weiterhin kommt es in seltenen Fällen zur Doppelbesteuerung von Betriebsrenten.

Wie wird die Betriebsrente bei Auszahlung versteuert (Stand 2021)?

In der Phase der Auszahlung musst du deine betriebliche Rente ganz regulär versteuern. Da dein Einkommen während des Ruhestands womöglich geringer ist als während des Erwerbslebens, ist auch die Steuerlast kleiner. Weiterhin fallen keine Beiträge zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung an.

Allerdings musst du die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen. Jedoch gleichen die Zuschüsse und der Arbeitgeberanteil diese Beträge meist wieder aus.

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In der Auszahlungsphase während des Ruhestands musst volle Pflege- und Sozialabgaben zahlen. (Bildquelle: Pixabay / pexels)

Beim Eintritt in deinen Ruhestand hast du in vielen Verträgen die Wahl, ob du eine lebenslange Rente beziehen willst oder eben eine einmalige Kapitalauszahlung haben willst. Bei letzterem handelt es sich um eine hohe Summe und deswegen erhöht sich die Steuerlast.

Die Auszahlungsvariante kannst du meist kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand wählen. In 2021 gelten beispielsweise die Freibeträge für Sozialabgaben in Höhe von 284 Euro und Steuerzahlung in Höhe von 568 Euro. (12)

Bei der Auszahlung einer Direktversicherung oder Unterstützungskasse musst du nicht die vollen Steuern bezahlen. Diese Einmalauszahlung hat im Vergleich zur Rente den Vorteil, dass das Geld frei vererbt werden kann.

Wie wird die Betriebsrente während der Ansparung versteuert (Stand 2021)?

Innerhalb festgelegter Grenzen sind die Beiträge zur Betriebsrente steuerfrei. Zahlst du in eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder einen Pensionsfonds ein, so sind im Jahr 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze zuzüglich zur gesetzlichen Rentenversicherung steuerfrei.

Du zahlst keine Steuern bei der Einzahlung in die Vorsorgemöglichkeiten Direktzusage und Unterstützungskasse.

Die Beitragsbemessungsgrenze begrenzt den Rahmen deines Bruttogehalts, bis zu dem du Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung leisten musst. Der Staat hebt sie jedes Jahr an.

In 2021 liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei 85.200 Euro Bruttogehalt im Jahr. Die 8 Prozent entsprechen somit 7.100 Euro im Jahr. Weiterhin sind die Beiträge bis 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze sozialabgabefrei. Das entspricht in 2021 3.408 Euro im Jahr. (9)

Was ist die Doppelversteuerung bei der Betriebsrente?

Mittlerweile gibt es eine Beitragsbemessungsgrenze. Wenn du über diese hinauskommst in deiner Ansparphase, so zahlst du weder Steuer- noch Sozialabgaben. Diese müssen erst bei Bezug der Rente, in der Auszahlungsphase geleistet werden. Ebenso wie die vollen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Die Doppelversteuerung betrifft Betriebsrentner mit Rentenabschluss vor 2004.

Das war vor 2004 anders. Bis dahin zahlten die Arbeitnehmer von ihrem bereits versteuerten Nettoeinkommen in die betriebliche Altersvorsorge ein. Die Gesetze änderten sich im Jahr 2004, jedoch sehen diese nicht vor Betriebsrentner von den Abgaben zu befreien, deren Versicherungsverträge schon vor 2004 Bestand hatten.

Die Beträge jener Personen werden doppelt verbeitragt: vor 2004 in der Einzahlungsphase und nach 2004 in der Auszahlungsphase. In 2019 wurde erneut ein Gesetz veranlasst, dass betroffene Betriebsrentner entlasten soll.

Wie hoch ist der Krankenversicherungsbeitrag beim Bezug von Betriebsrente?

Es fallen während des Ruhestands beim Bezug von Betriebsrente die vollen Beiträge zur Krankenkasse und zur Pflegeversicherung an. Auch der Arbeitgeberbeitrag zählt dazu. Allerdings heben sich die zusätzlichen Abgaben durch den Arbeitgeberzuschuss von 15 Prozent in Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds meist auf.

Wenn du privat versichert bist oder wenn deine monatliche Zusatzrentenzahlung 1/20 der Bezugsgröße überschreitet, dann bist du von der Abgabepflicht befreit.

Was du bei der Betriebsrente noch beachten solltest

Bewegende Fragen bezüglich der Betriebsrente in Anbetracht der Dynamik des Lebens sind hier beantwortet. Ob die Betriebsrente Witwern zusteht und was bei einem Arbeitgeberwechsel oder einer Scheidung mit der betrieblichen Altersvorsorge passiert erfährst du hier.

Wird die Betriebsrente an Hinterbliebene gezahlt?

Hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer entweder Leistungen zur Alter-, Invaliden- oder Hinterbliebenenversorgung versprochen, so hat bspw. eine Witwe oder ein Witwer Anspruch auf die Betriebsrentenauszahlung des Verstorbenen. Die Länge der Ehe, ist laut Bundesarbeitsgericht trivial.

Nach der alten Vertrauensschutzregelung wird die Betriebsrente nicht auf die Witwerrente angerechnet. Dies ist unter folgenden Voraussetzungen der Fall: der versicherte Ehepartner verstarb vor 2002 oder der versicherte Ehepartner verstarb nach 2001, die Ehe wurde vor 2002 geschlossen und ein Ehepartner wurde vor dem 02.01.1961 geboren.

Alternativ kannst du vorsorgend eine Witwenrente abschließen.

Was passiert bei einem Jobwechsel mit der Betriebsrente?

Mittlerweile wird immer häufiger der Arbeitgeber gewechselt. Dementsprechend bleiben Arbeitnehmer nicht bis zur Rente im gleichen Arbeitsvertrag. Was passiert also bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses und bei einem Arbeitsplatzwechsels mit der Betriebsrente?

Der alte und der neue Arbeitgeber haben die Möglichkeit eine Anwartschaft zu unterzeichnen. Diese überträgt den Wert der Versorgungszulage vom alten Arbeitgeber zum neuen Arbeitgeber. Somit besteht eine wertgleiche, jedoch nicht zwingend inhaltsgleiche, neue Betriebsrentenzusage.

Der alte Arbeitgeber wird zeitgleich von der Verbindlichkeit befreit.

Die meisten Arbeitnehmer sehen die Übernahme der Betriebsrente häufig als zu hohes Risiko und mit großem Verwaltungsaufwand verbunden. Somit musst du damit rechnen, dass bei einem Arbeitgeberwechsel deine Betriebsrentenanwartschaft gestückelt wird. Oder du entscheidest dich für eine alternative Altersvorsorge.

Was passiert mit der Betriebsrente bei einer Scheidung?

Bei einer geschiedenen Ehe greift der Versorgungsausgleich. Es werden also die Ansprüche aus den gesetzlichen Renten der Ehepartner grundsätzlich miteinander verrechnet. Somit hat jeder Partner aus der gleichen Rentenkasse einen eigenen Anspruch auf gesetzliche Renten.

Im Falle der Betriebsrenten ist dies nicht so. Der Rentenversicherte darf verlangen, dass der Ehepartner, welcher in einem anderen Betrieb arbeitet, seinen Anteil bei einer anderen Rentenversicherung anlegt. Dies ist verfassungsgemäß, allerdings hat das Bundesverfassungsgericht entschlossen, dass keinem ein finanzieller Nachteil entstehen darf.(8)

Weitere Vor- und Nachteile der Betriebsrente

Um dir die Entscheidung zur richtigen Betriebsrente leichter zu machen, haben wir weitere Vor- und Nachteile der Betriebsrente gegenübergestellt. (1)

Vorteile Nachteile
Pfändungsschutz und Hartz IV Sicherheit: Diese Beiträge dürfen nicht verwendet werden. Es zählt also nicht zum anrechenbaren Vermögen. Wenig Flexibilität: Das Kapital ist erst bei Rentenbeginn verfügbar und bei einem Jobwechsel kann der Vertrag oft nicht mitgenommen werden. Zudem muss für eine Entgeltumwandlung ein neuer Vertrag geschlossen, der bisherige stillgelegt oder privat weitergetragen werden.
Kostenvorteile: Wenn du eine gute Versicherungswahl triffst, so können Verwaltungs- und Abschlusskosten gespart werden im Vergleich zu weiteren Anlageoptionen wie z.B. Lebens- oder Rentenversicherungen Hohe Kosten: Die meisten Unternehmen bieten übliche Direktversicherungen an, die zu sehr teuren Konditionen erhältlich sind.
Invaliditätsleistung: Bei Betriebsrenten gibt es oftmals nur eine vereinfachte Gesundheitsprüfung im Vergleich zu Berufsunfähigkeitsversicherungen. Deshalb kann der Abschluss auch bei Vorerkrankungen zustande kommen. Die Invaliditätsleistung ist nicht in jedem Vertrag enthalten. Kleines Produktportfolio und Intransparenz: Der Arbeitgeber ist zuständig für die Wahl des Versorgungsträgers. Deswegen fehlt es einer neutralen Beratung und Informationen bezüglich Kosten, Anlageformen und Leistungen (z.B. bei Erwerbsminderung, Tod, Invalidität) sind nicht ersichtlich.
Freibetragsregelung: Falls im Ruhestand eine Grundsicherung beantragt wird, wird die Betriebsrente nicht in vollem Umfang angerechnet. Es bleiben mindestens 100 Euro als Sockelbetrag erhalten. Weiterhin sind bis zu einem Maximalwert 30 Prozent anrechnungsfrei. Sparer tragen Anlagerisiko: Neuere Produkte mit einer reinen Beitragszusage verpflichtet den Arbeitgeber lediglich seinen Beitrag an die Versorgungseinrichtung zu zahlen. Dabei gibt es keine Garantie für die Rentenhöhe, die Erhaltung der eingezahlten Sparbeiträge oder der Auszahlung einer Mindestrente.

Wie du siehst bringt das Angebot der betrieblichen Altersvorsorge seine Vor- und Nachteile mit sich. Es muss im Einzelfall abgewogen werden, ob der Bezug rentabel ist oder ob man lieber in eine andere Altersvorsorge finanziert.

Fazit

Der Grundgedanke einer betrieblichen Altersvorsorge ist ein guter: Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanzieren gemeinsam und mit entsprechender Steuerentlastung den Ruhestand der Arbeitnehmer. Jedoch klingt der Bezug einer Betriebsrente nur im ersten Moment sehr vorteilhaft. Sieht man genauer hin, so bemerkt man einige Schwachstellen.

Deswegen gilt es sich genau zu informieren, bevor du einen Vertrag mit einem Versorgungsträger abschließt. Wäge deine persönliche Situation, deine berufliche Flexibilität und deinen Lebensstil ab. Weiterhin solltest du immer nach einer möglichst hohen Beitragszahlung des Arbeitgebers achten.

Es lohnt sich auch oft eine unabhängigen Versicherungsberater hinzuzuziehen um detaillierte Rechnungen zu veranlassen.

Bildquelle vom Titelbild:  82774950/ 123rf.com

Einzelnachweise (12)

1. verbraucherzentrale.de: Betriebsrente: Mit dem Arbeitgeber für die Rente sparen
Quelle

2. axa.de: Die betriebliche Altersvorsorge
Quelle

3. Scheffler W. (1990) Methodische Grundlagen des Entscheidungsunterstützungssystems “Betriebliche Altersversorgung”. In: Betriebliche Altersversorgung. Neue Betriebswirtschaftliche Forschung, vol 71. Gabler Verlag. https://doi.org/10.1007/978-3-322-91057-8_2
Quelle

4. Allianz.de: Die attraktive Rente über den Arbeitgeber Betriebliche Altersvorsorge
Quelle

5. dieversicherer.de: Betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung
Quelle

6. bundesverfassungsgericht.de: Leitsätze zum Urteil des Ersten Senats vom 26. Mai 2020 - 1 BvL 5/18 - Versorgungsausgleich ‒ Externe Teilung
Quelle

7. deutsche-rentenversicherung.de: Betriebliche Altersversorgung [pdf]
Quelle

8. gesetze-im-internet: Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (Betriebsrentengesetz - BetrAVG) § 3 Abfindung; Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Bundesamt für Justiz
Quelle

9. tk.de: Welche Beson­der­heiten gibt es für Betriebs­ren­ten?
Quelle

10. betriebliche-altersversorgung.org: So wird die Betriebsrente ausgezahlt: Alles über Wahlmöglichkeiten, Steuern und Abzüge
Quelle

11. ruv.de: Die Reform der betrieblichen Alters­vorsorge
Quelle

12. transparent-beraten.de: Auszahlung der betrieblichen Altersvorsorge
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Betriebsrente: Mit dem Arbeitgeber für die Rente sparen
verbraucherzentrale.de: Betriebsrente: Mit dem Arbeitgeber für die Rente sparen
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Die betriebliche Altersvorsorge
axa.de: Die betriebliche Altersvorsorge
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Methodische Grundlagen des Entscheidungsunterstützungssystems "Betriebliche Altersversorgung"
Scheffler W. (1990) Methodische Grundlagen des Entscheidungsunterstützungssystems “Betriebliche Altersversorgung”. In: Betriebliche Altersversorgung. Neue Betriebswirtschaftliche Forschung, vol 71. Gabler Verlag. https://doi.org/10.1007/978-3-322-91057-8_2
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Allianz.de: Die attraktive Rente über den Arbeitgeber Betriebliche Altersvorsorge
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Betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung
dieversicherer.de: Betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung
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Leitsätze zum Urteil des Ersten Senats vom 26. Mai 2020 - Versorgungsausgleich
bundesverfassungsgericht.de: Leitsätze zum Urteil des Ersten Senats vom 26. Mai 2020 - 1 BvL 5/18 - Versorgungsausgleich ‒ Externe Teilung
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Betriebliche Altersversorgung
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Welche Beson­der­heiten gibt es für Betriebs­ren­ten?
tk.de: Welche Beson­der­heiten gibt es für Betriebs­ren­ten?
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So wird die Betriebsrente ausgezahlt: Alles über Wahlmöglichkeiten, Steuern und Abzüge
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Die Reform der betrieblichen Alters­vorsorge
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