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Zuletzt aktualisiert: 2. Februar 2021

Kryptowährungen wie Bitcoin haben sich in den letzten Jahren vom obskuren "Geld im Internet" hin zu relevanten, und vor allem sehr profitablen, Zahlungsmethoden entwickelt. Bitcoins sind dabei nicht einfach "da" und können beliebig verbreitet werden, sondern müssen durch einen komplizierten Prozess, dem sogenannten Mining erst einmal erschlossen werden.

Dieses Mining wird heute vor allem in Bitcoin Farmen, großen Einrichtungen in denen Prozessoren mathematische Rechnungen lösen, betrieben. Diese Farmen werden meist wie Unternehmen geführt, und machen millionenschwere Umsätze.




Das Wichtigste in Kürze

  • Bitcoin ist eine Kryptowährung, die nicht auf einem Goldstandard, sondern auf der Grundlage von verschlüsselten Blockchains funktioniert.
  • Diese Blockchains entstehen durch das Mining, bei dem mathematische Rechnungen schnellstmöglich gelöst und als Belohnung Bitcoin vergeben werden.
  • Dieses Mining wird heute vor allem in Bitcoin Farmen, bei denen viele Prozessoren gleichzeitig arbeiten, betrieben.

Hintergründe: Was sind Bitcoin?

Bitcoin, auch mit BTC abgekürzt, ist eine Kryptowährung. Kryptowährungen sind digitale Währungen, die auf verschlüsselten Werkzeugen wie Blockchains basiert. Als Erfinder gilt die unbekannte Einzelperson und Gruppe die unter den Synonym Satoshi Nakamoto agiert.

Neben Bitcoins gibt es heute auch andere Kryptowährungen, zum Beispiel Ether, Altcoin oder Ripple.

Anders als klassische Währungen wie Euro oder Dollar unterliegt Bitcoin nicht dem Goldstandards. Das heißt, die Stabilität der Währung ist nicht an die Goldreserven des ausgebenden Landes gebunden. Bitcoin entstehen durch Transaktionen in einer Blockchain, völlig unabhängig von jeglichen Banken oder Regierungen. (1)

Wie funktioniert Bitcoin Mining?

Da das Erzeugen von Bitcoins, wie bereits erwähnt, nicht über einen Staat oder eine Regierung läuft, ist auch der Prozess ein komplett anderer. Bitcoins werden durch das sogenannte "Mining" erzeugt, einem Prozess, der für viele Laien nicht einfach zu verstehen ist.

"Mining" kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie "Bergbau" und bezieht sich auf den gemeinsamen Einsatz der Rechenleistung eines Netzwerks. Da Bitcoin nicht auf den Goldstandard beruhen werden die Bitcoins von den Minern selbst gescharrt.

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Anders als die meisten konventionellen Währungen basiert Bitcoin nicht auf einem Goldgrundlage.
(Bildquelle: Unsplash / Aleksi Räisä)

Über das sogenannte Bitcoin Netzwerk werden ständig Bitcoins transferiert. Dabei werden die Transaktionen eines bestimmten Zeitraums gesammelt und in eine Liste, der sogenannten Blockchain, zusammengeführt. Der Miner muss diese Transaktionen bestätigen, und wird Bitcoin belohnt. Das funktioniert, indem eine komplizierte mathematische Rechnung gelöst werden muss, außerdem muss die Lösung von dem jeweiligen Gerät als erstes geliefert werden. Nur dann wird man mit Bitcoins belohnt. (2, 3)

Was ist eine Bitcoin Farm?

Bitcoin Farmen sind riesige Hallen, in denen Firmen das Equipment für das Bitcoinminen bereitstellen, verkaufen, oder selbst benutzen. Hier sind tausende ASIC Miner oder Graphik Prozessoren zusammengeschlossen und lösen die komplizierten mathematischen Rechnungen um Bitcoin Transaktionen zu bestätigen. Die Bitcoin Farmen werden wiederum für ihre Arbeit mit dem Erhalt von Bitcoin belohnt. (4)

Welches Equipment braucht man für eine Bitcoin Farm?

Um Bitcoin zu minen, sei es privat oder in einer unternehmerischen Bitcoin Farm, braucht man in der Regel einen sogenannten ASIC Miner, da der Stromverbrauch über einen normalen Desktop PC viel zu groß wäre. Ein ASIC Miner allein kostet zwischen 1.000 und 3.000 Euro. In den meisten Bitcoin Farmen kommen hunderte davon zum Einsatz.

Hardware Beschreibung
ASIC Miner Diese Geräte sind speziell für das Bitcoin Mining hergestellt. Sie sind effizient, aber relativ teuer und haben einen hohen Stromverbrauch.
Graphik Prozessoren Diese Grafikkarten sind vergleichsweise günstiger, allerdings weniger effizient im Mining und mit einem ebenfalls hohen Stromverbrauch verbunden.

Es ist allerdings auch möglich, mit einigen Graphik Prozessoren zu minen. Neben der Hardware braucht man auch eine Bitcoin Wallet, um die durch das Mining erhaltenen Bitcoins speichern zu können. (5)

Welche physischen Bedingungen braucht man für eine Bitcoin Farm?

Bitcoin Farmen mit vielen Prozessoren brauchen eine Menge an Platz, daher befinden sie sich meist in großen Lagerhallen. Bitcoin Farmen werden meistens in Gebieten, in denen ein kühles Klima herrscht, gebaut. Das vereinfacht die Kühlung der vielen Geräte die ständig auf Hochtouren arbeiten.

Außerdem suchen sich Betreiber dieser Farmen meist Länder, in denen es gute Preise für Elektrizität gibt, da Bitcoin Mining selbst mit ASIC Minern einen hohen Stromverbrauch hat. In folgenden Ländern kann man die meisten Bitcoin Farmen finden:

  • China
  • Kanada
  • Island
  • Schottland
  • Finnland

Ideal sind also Länder, die sowohl ein kühles Klima, als auch eine günstige Stromversorgung vorweisen können.(6)

Wie lang können Bitcoin Farmen betrieben werden?

Grundsätzlich kann in Bitcoin Farmen so lange Bitcoins gemint werden, wie es noch Bitcoin gibt, die gemint werden können. Die Anzahl der möglichen Bitcoin ist endlich, und die mathematischen Formeln, die zum Mining von den Computern gelöst werden müssen, werden immer komplexer.

Im Moment sind bereits 80 Prozent der  Bitcoin gemint, trotzdem gehen Experten davon aus, dass das gesamte Angebot erst im Jahre 2140 erschöpft werden wird, da die Miningprozesse immer aufwendiger und länger werden. (6)

Sind Bitcoin Farmen legal?

Ob Bitcoin Farmen erlaubt, sind hängt davon ab, in welchen Ländern sie betrieben werden. In vielen Ländern ist Bitcoin Mining grundsätzlich erlaubt, darunter die Vereinigten Staaten und die EU-Staaten. Ausnahmen sind zum Beispiel Algerien, Marokko und Bolivien. (7)

In Deutschland ist das Bitcoin Mining an sich auch erlaubt, auch das Betreiben einer Bitcoin Farm ist grundsätzlich legal. Man sollte jedoch ein Gewerbe anmelden, um sicher vor möglichen Strafen zu sein.

Wie viel Umsatz machen Bitcoin Farmen?

Der mögliche Umsatz einer Bitcoin Farm hängt sowohl von der Größe, als der Anzahl der Geräte die minen, dem Erfolg beim Lösen der Gleichungen und den Stromkosten ab. Die meisten Betreiber von Bitcoin Farmen halten sich darin bedeckt, wie viele Bitcoins sie tatsächlich ein welchem Zeitraum minen können.

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Bitcoins sind eine Kryptowährung, durch denen Mining und Verkauf schon einige Millionäre entstanden sind.
(Bildquelle: Dmitry Demidko / Unsplash)

Wie viel Geld man durch Bitcoin Farmen verdient ist noch schwieriger einzuschätzen, da sich der Wechselkurs zwischen Bitcoin und goldbasierten Währungen wie dem Euro ständig ändert. Man kann aber grob davon ausgehen, dass Bitcoin Farmen monatliche Umsätze in Millionenhöhe erzielen. (6)

Welche Alternativen gibt es zu Bitcoin Farmen?

Bitcoin Farmen sind im Prinzip große Betriebe, die nur bei einem bereits vorhandenen hohen Kapital und teuer Ausrüstung betrieben werden können. Trotzdem gibt es auch die Möglichkeit, als Einzelperson am Bitcoin Mining teilzuhaben, entweder ganz allein, oder durch das sogenannte Cloud Mining.

Wie kann ich privat selber minen?

Vor einigen Jahren war es noch profitabel und einfach möglich von zu Hause aus mit einem PC Bitcoin Mining zu betreiben. Da jedoch die zu lösenden Gleichungen in den letzten Jahren stark an Komplexität zugenommen haben, ist das nicht mehr besonders gut möglich.

Auch als Privatperson braucht man heute einen ASIC Miner. Auch ein Minen über günstigere Graphik Prozessoren ist grundsätzlich möglich. Bitcoin Mining ist jedoch immer mit einem sehr hohen Stromverbrauch verbunden. Da das Minen als Privatperson mittlerweile nicht mehr sehr profitabel ist wird es heute vor allem aus Spaß an der Herausforderung betrieben. (7)

Privat und allein zu Minen ist also kein einfacher Weg, um finanzielle Freiheit zu erreichen, und als Nebendienst nicht besonders profitabel. Aber für Krypotointeressierte kann es eine gute Möglichkeit sein, Erfahrungen zu sammeln und die Branche besser kennenzulernen.

Wie funktioniert Cloud Mining?

Beim Cloud Mining verzichtet der Miner komplett auf das Minen mit eigener Hardware. Stattdessen geht er mit einem Cloud Mining Anbieter einen Vertrag ein, bei dem der Anbieter seine Ressourcen zur Verfügung stellt und das Mining automatisch ausführen lässt.

Die durch die Cloud Mining Anbieter gewonnen Bitcoins werden dann zu einem Teil an den Miner ausgezahlt. Dieses Modell gilt aktuell als die profitabelste Möglichkeit, für Einzelpersonen Geld durch das Bitcoin Mining zu verdienen. (8)

Welche Risiken gibt es bei Bitcoin Farmen?

Das Betreiben einer Bitcoin Farm bringt eine Vielzahl an Risiken in unterschiedlichen Bereichen mit sich. Auf der einen Seite besteht immer die Gefahr, dass der Kurs von Bitcoin enorm sinkt, und die Kryptowährung stark an Wert und Bedeutung verliert. Diese Gefahr ist größer als bei herkömmlichen Währungen, die sie nicht auf eine physische Grundlage wie Gold basiert.

Gerade in den letzten Jahren ist der Bitcoin Kurs stark gestiegen, allerdings auch oft wieder extrem gefallen.

Außerdem ist das Bitcoin Mining sehr komplex, und es gibt keine Sicherheit, dass die Farm konstant schnell genug die mathematischen Rechnungen lösen kann. Daher ist es schwer einzuschätzen, ob die Einnahmen immer ausreichen, um die hohen Strom- und Hardwarekosten auszugleichen.

Zusätzlich besteht die Gefahr von Angriffen. Auf der einen Seite sind Hackerangriff auf Bitcoin Farmen und Wallets, in denen Bitcoins aufbewahrt werden, nicht selten. Zusätzlich dazu sind die Lagerhallen, in denen Bitcoin Farmen aufgebaut sind, in der Gefahr, von Feinden der Betreiber zerstört oder beklaut zu werden. Aus diesem Grund werden die exakten Standorte der großen Bitcoin Farmen meist geheim gehalten. (9)

Dennoch bietet des dezentralisierte Konzept von Bitcoin Farmen auch einige Vorteile. Gerade in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie kann eine Beschaffung von Währungen, die nicht an einen Staat, eine Regierung oder eine Goldreserve gebunden sind, eine positive Unabhängigkeit bringen. (10)

Fazit

Bitcoin Farmen sind großangelegte Unternehmen, die sich an dem komplizierten Prozess des Bitcoin Mining beteiligen. Tausende Prozessoren oder ASIC Miner arbeiten konstant daran, mathematische Rechnungen zu lösen und so Bitcoin zu erhalten. Obwohl der Aufwand sehr groß ist, und die Kosten teils enorm, sind diese Farmen dennoch sehr profitabel.

Heute ist es praktisch unmöglich, ohne Bitcoin Farm Bitcoins mit einem Profit zu minen. Dennoch gibt es für Einzelpersonen auch die Möglichkeit, über das Cloud Mining die konkreten Arbeitsschritte zu outsourcen und sich so am Bitcoin Mining als Privatperson zu beteiligen. Ob Bitcoin jedoch auch noch in den nächsten Jahren so wertvoll sein werden, wie sie es heute sind, ist schwer vorauszusehen.

Einzelnachweise (10)

1. Wie helfen Bitcoin bei der Geldanlage? Ratgeber von der Commerzbank
Quelle

2. Bitcoin: Wie funktioniert Mining? Was kostet es und wann lohnt sich das Schürfen? Von Moritz Serif. In: Frankfurter Rundschau. 08.05.2020
Quelle

3. Was ist Bitcoin-Mining und ist es profitabel? Von: Joschua Warner. In: IG. 23.01.2019
Quelle

4. Islands Geldschürfer. Von Christoph Seidler. In: Spiegel Wissen. 02.04.2018
Quelle

5. Bitcoins Mining - so geht's. Von: Richard Moßmann. In: Chip. 18.11.2020
Quelle

6. Top fünf der größten Krypto-Mining Gebiete: Welche Farmen treiben den Goldrausch voran? Von: Julia Magas: Cointelegraph. 24.06.2018
Quelle

7. How Does Bitcoin Mining Work? Von: Euny Hong. In: Investopedia. 07.01.2021
Quelle

8. Bitcoin Mining Pool 2020 – die Anbieter und die Gefahren. Von: Redaktion. In: Blockchainweilt. 21.08.202
Quelle

9. Bitte ein Bit? Kryptowährungen auf dem Prüfstand. Sparkassen Online Ratgeber
Quelle

10. Bitcoin ist nichts für schwache Nerven. In: Süddeutsche Zeitung. 11.05.2020
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Ratgeber
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