Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2021

Die Popularität von Kryptowährungen, mit Abstand Bitcoin, und in dessen Investition steigt (7) und damit auch die Beschäftigung mit Aktien, Börsen, Abgaben, Gewinnen und so weiter. Als Neuling oder auch als erfahrener Börsenhändler/in kann es zu Fehlern und Fragen kommen.

Das Thema der Bitcoin scheint knifflig zu sein, Fachbegriffe wie Bitcoin Mining und Kapitalertragssteuer und des Weiteren, können einen recht schnell irritieren und Steuerberater sind recht teuer. Dieser Ratgeber soll dir dabei helfen Fehler zu vermeiden und die wichtigsten Punkte im Bereich der Bitcoin Steuer abdecken.




Das Wichtigste in Kürze

  • Es sind Steuern von bis zu 45 % möglich, durchschnittlich sind es aber um die 25%.
  • Der Steuersatz hängt von der Mining-Aktivität, der Haltedauer, ob du gehandelt hast und ob du die Freigrenze von 600 Euro überschritten hast, ab.
  • Durch intelligentes Handeln kannst du jedoch so hohe Steuern vermeiden.

Hintergründe: Was sind Bitcoin Steuern?

Der Handel mit Bitcoin kann je nach Gewinn und Haltungsdauer Steuern nach sich ziehen.

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Bitcoin ist die beliebteste Kryptowährung, dennoch muss man beim Handel auf einiges achten. (Quelle: unsplash.com/ André Francois McKenzie)

Steuerhinterziehung sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, deshalb hier die wichtigsten Fakten rund um das Thema Bitcoin Steuern.

Was sind übliche Fehler beim Bitcoin Steuern?

Großes und teilweise auch gefährliches Halbwissen treibt sich im Internet rund, um das Thema der Bitcoin Steuern, was verunsichert. Hier für dich die drei bekanntesten Trugschlüsse.

1. Einkommenssteuer ≠ Kapitalertagssteuer

Kryptowährungen, wie Bitcoin, werden nicht mit der Kapitalertragssteuer von 25 % besteuert. Bitcoin fallen nicht unter "Einkünfte aus Kapitalvermögen" wie z. B. Aktien.

Kryptowährungen fallen unter "sonstige Einkünfte" nach § 22 EStG (Einkommenssteuergesetz) (1). Diese Kryptoeinkünfte werden mit einem persönlichen Steuersatz besteuert, der bis zu 45 % steigen kann, wie der Reichensteuersatz.

2. Steuern vermeiden

Im Bereich der Bitcoin Welt herrscht ein Unmut über die hohe Besteuerung, deshalb wird oft versucht Gesetzeslücken zu finden. Aber auch kaum regulierte Börsen oder ICOs (Inital Coin Offerings: So wie der Börsengang beim Wertpapier; gewisser Anteil der Bitcoins wird zum Verkauf angeboten) stehen in Verbindung mit dem Finanzamt.

Auch nach Jahren ist es möglich, dass die Weitergabe an Handelsdaten erzwungen werden kann. Mit Steuerhinterziehung ist hier nicht zu spaßen. Informiere dich deshalb vorher genau, was du alles besteuern musst.

3. Freigrenze vs. Freibetrag

Man muss seine Gewinne nicht mit seinem persönlichen Einkommensteuersatz besteuern. Wenn du deine Kryptowährung Gewinne im Kalenderjahr weniger als 600 Euro (Freigrenze) übersteigen, so herrscht Steuerfreiheit gemäß § 23 Abs. 3 Satz 5 EStG (2).

Jeder Euro über der 600 Euro Grenze würde zu einer Besteuerung des gesamten Betrages nach sich ziehen und nicht nur der Überschreitung.

Wenn du deine Kryptowährung länger als ein Jahr besitzt, musst du keine Steuern beim Verkauf auf den Gewinn zahlen, egal wie hoch der Gewinn ist (3).

Wie viel Steuern muss ich beim Krypto Trading zahlen?

Für Privatanleger, also jeder private Geldanleger, ist der Handel erlaubnisfrei möglich. Der Gewinn aus diesen "privaten Veräußerungsgeschäften" findet sich in § 23 Abs. 3 Satz 5 EStG wieder. Der Verlust in § 23 Abs. 1 EStG (2).

Wenn du Bitcoin über ein Jahr hältst und nicht handelst, ist der Gewinn steuerfrei.

Jedoch wenn du innerhalb des Jahres z. B. deine Bitcoins in Fiat also Euro oder andere Kryptowährungen tauschst, ist dies steuerlich relevant. Hier greift dein Einkommensteuersatz. Deine Gewinne, aber auch deine Verluste, sollten in deiner Steuererklärung unter "sonstige Einkünfte" in der Anlage SO eingetragen werden.

Welche Steuern gibt es beim Bitcoin Mining?

Beim Bitcoin ist das Mining essenziell. "Mining" kommt vom Englischen und bedeutet "Bergbau". Es soll den gemeinsamen Einsatz der Rechenleistung eines Netzwerks veranschaulichen. Beim Mining bekommen die sogenannten Schürfer eine Belohnung, die sich je nach der Rechenkapazität, die sie dem Netzwerk zur Verfügung stellen, richtet.

Bitcoins werden im Gegensatz zu Geld, was in der Notenbank gedruckt wird, ist Bitcoin dezentral organisiert.

Die sogenannten Miner erzeugen die Bitcoins. Die Miner erstellen Blockchains und neue Blöcke.

Bitcoins werden ständig transferiert, dies wird vom Netzwerk abgewickelt. Alle Transaktionen werden in eine Liste eingefügt, diese in einem Block und insgesamt ergibt es die Blockchain.

Die Miner bestätigen die Transaktionen und tragen diese in das Kontobuch ein, welche eine Liste mit allen Blöcken dokumentiert. Die Miner bekommen dafür eine Belohnung.

Je nach Intention entscheidet sich die Einkunftsart und damit das Steuergesetz. Die wichtigsten Intentionen sind:

  • Gewinnerzielungsabsicht
  • Teilnahme an der Wirtschaft
  • Nachhaltigkeit
  • Selbstständigkeit

Wenn alle zutreffen, handelt es sich um eine Mining-Aktivität, also einer gewerblichen Tätigkeit. Dafür ist aber eine Gewerbeanmeldung nötig, die sie mit sich führen müssen. Steuerlich kommen hierbei die Gewerbe- und Körperschaftssteuer (zusammen ca. 30 %) und der Solidaritätsbeitrag auf dich zu (4).

Das Finanzamt unterstellt auch oft schon kleineren Miners gewerblich zu agieren. Hier kann die Konsultation bei einem Steuerberater helfen.

Die Unterscheidung von den unterschiedlichen Mining-Formen, dem Solo Mining oder dem Mining Pool, macht für das Finanzamt keinen Unterschied.

Jedoch wird das Cloud-Mining vom Finanzamt meist separat betrachtet. Diese Art von Investition wird oft als Kapitalanlage eingestuft. Dafür kommt eine Abgeltungssteuer von 25 % auf dich zu (5).

Welche Steuern gibt es bei Bitcoin Gewinnen?

Wenn du Bitcoin über ein Jahr hältst und nicht handelst, ist der Gewinn steuerfrei. Jedoch wenn du innerhalb des Jahres z. B. deine Bitcoins in Fiat also Euro oder andere Kryptowährungen tauschst, ist dies steuerlich relevant. Hier greift dein Einkommensteuersatz. Deine Gewinne, aber auch deine Verluste, sollten in deiner Steuererklärung unter "sonstige Einkünfte" in der Anlage SO eingetragen werden.

Wie trage ich digitales Geld in meine Steuererklärung ein?

Deine Gewinne, aber auch deine Verluste, sollten in deiner Steuererklärung unter "sonstige Einkünfte" in der Anlage SO eingetragen werden.

Auch wenn dein Gewinn unter der Freigrenze von 600 Euro liegen, sollten diese in SO eingetragen werden, damit dein Finanzamt die Steuerfreiheit feststellen kann.

Wie kann ich Bitcoin-Steuern legal umgehen?

Das Umgehen von Steuern verlangt nach Vorsichtigkeit. Aber durch geschicktes Handeln kannst du auf weniger Steuerzahlungen kommen.

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Jeder kennt es, es ist die Zeit des Jahres und die unangenehme Aufgabe der Steuererklärung steht an, es gibt aber viele Tools, die dir helfen können. (Quelle: unsplash.com/ Leon Dewiwje)

Wenn du Gewinne aus dem Verkauf mit Verlusten aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnest, kannst du weniger Steuern zahlen. Dabei ist aber zu beachten, dass nur Verluste mit gleichartigen Gewinnen verrechnet werden dürfen und nicht mit positiven Einkünften aus anderen Einkunftsarten (8). Hierfür kann die beliebte FIFO-/LIFO-Methode genutzt werden, falls du mehrmals Bitcoins kaufst.

Deine Bitcoin Verluste können mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet. Auch Kosten, die für den Kauf oder Verkauf anfallen, können steuerlich abgesetzt werden.

Zusätzlich kann man auch die Stromkosten, die für das "Mining" anfallen steuerlich geltend machen.

Was sind Berechnungsmöglichkeiten für Bitcoin-Gewinn?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten deinen Gewinn zu berechnen. Hier eine kleine Übersicht:

  • FIFO Methode: First-in-First-out, diese Methode geht davon aus, dass die Bestände, die zuerst gekauft werden, auch wieder zuerst verkauft werden.
  • LIFO Methode: Last-in-First-out, diese Methode heißt die letzten gekauften Bestände, werden zuerst verkauft.
  • Durchschnittsmethode: Hierbei zählst du alle gekauften Bestände, anhand des gezahlten Kaufpreises, zusammen und ziehst das dann vom Verkaufspreis ab. Daraus ergibt sich dann ein Gewinn oder Verlust.

Wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt, ist der Gewinn steuerfrei.

Grundsätzlich kannst du die Berechnungsmethode selbst wählen, jedoch müssen die Kauf- und Verkaufspreise dokumentiert und möglicherweise sogar begründet werden. Hierbei kann dir ein Steuerberater helfen, um die optimale Lösung für dich zu finden. (6)

Wie wird der Gewinn für die Bitcoin-Steuer berechnet?

Für die Berechnung des Gewinns wird der Wert der Bitcoins in Fiat-Währung am Tag des Geschäftsvorgangs genommen. Der Gewinn errechnet sich aus dem Wert am Verkaufstag minus dem Wert am Kauftag.

Was sind weitere wichtige Punkte zum Thema Bitcoin?

Um fundiert mit Bitcoin zu handeln und auch Gewinne zu erzielen, ist jedoch viel Kapital und Zeit nötig. Weitere interessante Themen rund um das Thema Bitcoin sind:

  • Bitcoin Group
  • Gewinne, Auszahlung in Euro
  • Haltedauer
  • LIFO, FIFO Methode Berechnung
  • seriöse Kaufquellen
  • Zeitpunkt des Kaufes/ Verkaufes
  • Bitcoin Anzahlgrenze

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Fazit

Beim einjährigen Halten deiner Bitcoin und einem Gewinn unter 600 Euro hast du keine Steuern zu befürchten. Je nach Mining-Aktivität können Steuern von bis zu 45 % verlangt werden. Jedoch kannst du durch intelligentes Handeln auch sehr viel weniger bis gar keine Steuern zahlen. Für Anfänger empfiehlt es sich erstmal mit einem Steuerberater auszutauschen, bis man ein Verständnis dafür aufgebaut hat.

Bildquelle: pexels.com / Alesia Kozik

Einzelnachweise (8)

1. Deutscher Bundestag: "Umsatzsteuerliche Behandlung und Erörterung der ertragsteuerlichen Behandlung von Krypto Token". WD 4- 3000- 054/20. 2020. S. 10
Quelle

2. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Bundesamt für Justiz: "Einkommenssteuergestz (EStG) § 23 Private Veräußerungsgeschäfte". Aufgerufen am 29.01.2021
Quelle

3. Wasser, Kristina: "Bitcoin: Steuern 2020- darauf müssen Sie bei der Steuererklärung achten". 29.12.2020. ComputerBild. Aufgerufen am 29.01.2021
Quelle

4. Deutscher Bundestag: "Umsatzsteuerliche Behandlung und Erörterung der ertragsteuerlichen Behandlung von Krypto Token". WD 4- 3000- 054/20. 2020. S. 14
Quelle

5. Deutscher Bundestag: "Umsatzsteuerliche Behandlung und Erörterung der ertragsteuerlichen Behandlung von Krypto Token". WD 4- 3000- 054/20. 2020. S. 13
Quelle

6. Wendl&Köhler: "Bitcoin Steuer- Vermeidung & Rechner & alle Infos. Der ultimative Bitcoin-Steuer-Ratgeber inklusive Rechner 2021". Wendl & Köhler Steuerberatungsgesellschaft mbH. 2020. Aufgerufen am 29.01.2021
Quelle

7. Bocksch, René. "Kryptowährungen. Bitcoin ist unangefochtener Krypto-Primus". Statista. 19.11.2020. Aufgerufen am 29.01.2021
Quelle

8. Reuß, Udo: "Private Veräußerungsgeschäfte: Wann der Verkauf von Haus, Gold oder Bitcoing steuerpflichtig ist". 15 Okt. 2020. Aufgerufen am 29.01.2021
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

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Deutscher Bundestag: "Umsatzsteuerliche Behandlung und Erörterung der ertragsteuerlichen Behandlung von Krypto Token". WD 4- 3000- 054/20. 2020. S. 10
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Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Bundesamt für Justiz: "Einkommenssteuergestz (EStG) § 23 Private Veräußerungsgeschäfte". Aufgerufen am 29.01.2021
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Internetartikel
Wasser, Kristina: "Bitcoin: Steuern 2020- darauf müssen Sie bei der Steuererklärung achten". 29.12.2020. ComputerBild. Aufgerufen am 29.01.2021
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Wissenschaftlicher Artikel
Deutscher Bundestag: "Umsatzsteuerliche Behandlung und Erörterung der ertragsteuerlichen Behandlung von Krypto Token". WD 4- 3000- 054/20. 2020. S. 14
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Wissenschaftlicher Artikel
Deutscher Bundestag: "Umsatzsteuerliche Behandlung und Erörterung der ertragsteuerlichen Behandlung von Krypto Token". WD 4- 3000- 054/20. 2020. S. 13
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Artikel
Wendl&Köhler: "Bitcoin Steuer- Vermeidung & Rechner & alle Infos. Der ultimative Bitcoin-Steuer-Ratgeber inklusive Rechner 2021". Wendl & Köhler Steuerberatungsgesellschaft mbH. 2020. Aufgerufen am 29.01.2021
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Statistik
Bocksch, René. "Kryptowährungen. Bitcoin ist unangefochtener Krypto-Primus". Statista. 19.11.2020. Aufgerufen am 29.01.2021
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Artikel
Reuß, Udo: "Private Veräußerungsgeschäfte: Wann der Verkauf von Haus, Gold oder Bitcoing steuerpflichtig ist". 15 Okt. 2020. Aufgerufen am 29.01.2021
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