Zuletzt aktualisiert: 15. April 2021

Neben Bitcoin, als dominanter Pionier im Markt der virtuellen Geldeinheiten, gibt es bereits viele weitere Kryptowährungen, die in den letzten Jahren rasant an Bedeutung zugenommen haben (1). Vor allem als digitales Zahlungsmittel wird der Bitcoin vermehrt akzeptiert. Doch wie kannst du Bitcoins kaufen und ist es ratsam in das virtuelle Geld zu investieren?

In unserem umfangreichen Ratgeber zum Thema Bitcoin zeigen wir dir die wichtigsten Aspekte des Bitcoin-Netzwerkes. Weiterhin erhältst du von uns alle Antworten auf die meist gestellten Fragen in Bezug auf das Thema Bitcoin, um dich bei deiner Entscheidung über die Sinnhaftigkeit eines Investments zu unterstützen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Bitcoin bezeichnet eine dezentrale, digitale Währung auf Basis einer Blockchain-Technologie. Das Zahlungssystem wird dabei von keiner Zentralbank oder anderem Intermediär reguliert, ist inflationssicher und kann als pseudoanonym betrachtet werden.
  • Mithilfe der Blockchain können alle Transaktionen transparent und sicher erfolgen. Der Bitcoin ist jedoch trotz weltweiter Nutzung, kostengünstigen und schnellen Transaktionskosten entwicklungsbedürftig. Schwankende Kurse und technische Komplexitäten sollten berücksichtigt werden.
  • Prognosen für die Zukunft des Bitcoins können lediglich spekuliert werden. Allerdings sind neue, innovative und technologischen Weiterentwicklungen als auch eine steigende Bedeutung des Bitcoins als akzeptiertes Zahlungsmittel zu erwarten.

Hintergründe: Was du über Bitcoin wissen solltest

Bevor du die Entscheidung für den Kauf von Bitcoin triffst, solltest du einige Punkte wissen. Deshalb werden wir dir in den folgenden Abschnitten alle wichtigen Informationen diesbezüglich erläutern, um dich bei deiner Entscheidung zu unterstützen.

Was ist Bitcoin?

Bitcoin ist eine dezentralisierte, digitale Geldeinheit, die von ihren Nutzern von einer Person zur anderen Person übertragen werden kann, ohne dass sie von einem Staat, einer Zentralbank oder einem E-Geldinstitut reguliert bzw. verbreitet wird (2).

Da Bitcoin erstmalig 2009 als erstes virtuelles Peer-to-Peer Währungssystem auf Basis der Blockchain-Technologie erwähnt wurde, gilt die digitale Währung als Pionier unter den Kryptowährungen (3).

Wie auch für das klassische Zahlungssystem mit Euro oder Dollar, kann der Bitcoin für den Kauf von Gütern, Dienstleistungen oder auch als Wertspeicher genutzt werden. Der sichere und vor inflationären Schwankungen geschützte Austausch von digitalen Münzen über das Internet ist für seine Schnelligkeit einer Transaktion, als auch für die deutlich günstigeren Transaktionsgebühren, bekannt (4).

Wie funktioniert Bitcoin?

Bitcoins werden in sogenannten Wallets, dem "Bitcoin-Konto" gespeichert. Wallets sind digitale Geldbörsen, welche einfach auf dem Smartphone oder dem PC heruntergeladen werden können. Anders als beim klassischen Geldsystem gehören die Wallets den Nutzern selbst.

Die Guthaben und Zahlungen werden in der Blockchain, einem dezentralen Netzwerk verwaltet.

Das Bitcoin-Netzwerk nutzt ein öffentliches Geschäftsbuch, welches „Blockchain“ genannt wird und alle durchgeführten Transaktionen beinhaltet. Dies ermöglicht, dass alle Transaktionen innerhalb des Netzwerkes transparent stattfinden und die Gültigkeit jeder Transaktion kontrolliert wird.

Jede Transaktion wird durch digitale Signaturen, einer private key geschützt. So kann eine absolute Kontrolle über das Senden von Bitcoins von den eigenen Bitcoin-Adressen garantiert werden. Der public key dient als öffentliche Adresse, an die Bitcoins gesendet werden können.

Damit eine Über­weisung mit Bitcoins erfolgt, muss eine komplizierte Rechen­aufgabe gelöst werden. Wer die Rechenaufgabe erstmalig gelöst hat, bekommt Bitcoins als Belohnung verbucht (1).

Wo kann ich Bitcoin kaufen?

Bitcoins können auf Internet-Marktplätzen oder über Bitcoin-Börsen und anderen Handelsplattformen gekauft werden. Es haben sich bereits viele verschiedene Trading-Plattformen auf den Handel mit Bitcoin und weiteren Kryptowährungen spezialisiert.

Der Kauf über eine Bitcoin-Börse erfolgt im Gegensatz zu den Marktplätzen automatisch. Die Bezahlung kann dort auf unterschiedliche Weise, z. B. mittels Kreditkarten, Überweisungen bis hin zu anderen Kryptowährungen ablaufen. Für den Bitcoin-Kauf in Deutschland hat sich vor allem der Anbieter eToro für Einsteiger des Bitcoin-Kaufes als besonders gut herausgestellt.

Welche Vorteile gibt es für Bitcoin?

Wesentliche Stärken des Bitcoins lauten wie folgt:

  • dezentralisiert
  • transparent und sicher
  • günstige und schnelle Transaktionen
  • weltweites Finanzsystem, für jeden nutzbar
  • keine Inflationierung

Bitcoin kennzeichnet sich vor allem durch seine dezentrale und sehr manipulationssichere Technologie, da sie von keinem Finanzintermediär oder einer Zentralbank gesteuert wird. Der Prozess des Zahlungstransfers erfolgt zudem nach transparenten Regeln. Das bedeutet, dass das Netzwerk niemandem gehört und jeder grundsätzlich daran teilnehmen kann.

Dadurch ist nicht nur eine weltweite Nutzung problemlos möglich, bei der die teuren Transaktionskosten, die von Banken für Auslandstransaktionen oftmals in Rechnung gestellt werden, entfallen. Sondern auch der Geschwindigkeitsvorteil von Transaktionen über das Blockchain-System macht die Zahlungsüberweisung äußerst attraktiv (5).

Zudem ist mittels der Signierung sämtlicher Transaktionen den Teilnehmern eine große Sicherheit über getätigte Transaktion geboten. Auch eine Inflationierung des Bitcoins kann aufgrund der Begrenzung auf 21 Millionen Einheiten ausgeschlossen werden.

Welche Nachteile gibt es für Bitcoin?

Wesentliche Schwächen des Bitcoins lauten wie folgt:

  • Anonymität hat Cyberkriminalität stark erleichtert
  • einigen Einschränkungen unterlegen
  • Preisschwankungen
  • Aufbewahrung ist kompliziert
  • kaum akzeptiert

Da immer mehr Nutzer von den Vorteilen des Bitcoins profitieren möchten, steigt die Anzahl neuer Nutzer und das damit verbundene, erhöhte Transaktionsaufkommen. Aufgrund des unzureichenden Limits der Blockgröße können Transaktionen nicht schnell genug verarbeitet werden, sodass mit längeren Wartezeiten gerechnet werden muss.

bitcoin

Bitcoins sollten nur mit Geld gehandelt werden, welches frei zur Verfügung steht, da der Kursverlauf nur schwer vorhersehbar ist. (Bildquelle: Dmitry Demidko / Unsplash)

Hinzu kommt, dass das Geldsystem noch unsicher und durchaus experimentell strukturiert ist. Auch, wenn die Zahl der Shops und Dienstleister, die Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptieren, immer weiter ansteigt, gibt es bisher noch nicht sehr viele. Gerade auch, weil für die Aufbewahrung und die Nutzung der virtuellen Münzen ein gewisses technisches Verständnis vorhanden sein sollte.

Ein weiterer Nachteil ist die extreme Schwankung des Bitcoin-Kurses. Während dieser in einigen Tagen ganz nach unten geht, so kann er am nächsten Tag wieder schnell ansteigen .

Was soll ich bei Zahlungen mit Bitcoin beachten?

Wurden Bitcoins an der Börse erworben, so ist die entsprechende Summe im Bitcoin-Client abrufbar. Für eine Überweisung reicht bereits die Angabe der Summe und die Adresse des Empfängers in der Software. In etwa zehn Minuten sollte das Geld beim Empfänger angekommen sein.

Ob beim Bezahlen online im Internet oder in einem Geschäft – hier wird in der Regel ein Smartphone, das eine Bitcoin Wallet installiert hat, benötigt. An den Kassen der Akzeptanzstellen oder im Internet wird die Rechnung in Form eines QR-Codes angezeigt. Wird dieser Code von Sender einscannt, versendet die Software via Internet den Betrag zur Bitcoin-Adresse des Empfängers.

Wichtig ist, dass das System durchaus Fehler zulassen kann. Darum sollten sie Zahlungen mit Bitcoin lieber für kleinere Geldbeträge nutzen (7). Denn eine getätigte Transaktion kann nicht rückgängig gemacht, sondern nur durch den Empfänger zurückgezahlt werden.

Ist Bitcoin anonym?

War der Bitcoin einst noch für illegale Transaktionen bekannt, so gilt er heute weniger als anonymes Zahlungsmittel. Als pseudoanonymes System mit öffentlichem Transaktionsverzeichnis können alle gespeicherten Transaktionen nachverfolgt werden.

Bitcoin ist kein anonymes Zahlungssystem.

Obwohl die Identität des Besitzers nicht mit der Bitcoin-Adresse in Verbindung gebracht werden kann, lässt sich der Saldo und die Transaktionen jeder Bitcoin-Adresse einsehen, bis der Besitzer die Informationen im Rahmen einer Transaktion oder auf andere Weise aufdeckt.

Wie sieht die Zukunft für Bitcoin aus?

Dass digitale Währungen in der heutigen Zeit und auch zukünftig zunehmend an Bedeutung gewinnen, zeigen die vielen weiteren Kryptowährungen, welche den Bitcoin Konkurrenz machen wollen. Doch trotz des schwankenden Kurses, bleibt sowohl aus politischer und technischer Sicht als auch für den Verbraucher, die Entwicklung des Bitcoins rein spekulativ.

Vorausgesetzt technische Weiterentwicklungen werden die Nutzung weiter erleichtern, besitzt Bitcoin das Potenzial zu einem allgemein akzeptierten Zahlungsmittel zu werden (8).

Die folgende Übersicht stellt die sogenannten "Schnorr-Signaturen" und "MimbleWimble" als aussichtsreiche Entwicklungen der Bitcoin-Technologie gegenüber:

Neue Technologie Funktionen
Schnorr-Signaturen Mehrere Transaktionen werden zusammen signiert, die Transaktionsgröße wird geringer, Lösung von Speicher-und Skalierungsproblemen
MimbleWimble neue Art der Strukturierung und Speicherung von Transaktionen, für erhöhte Privatsphäre und bessere Skalierbarkeit

Als Open-Source-Software, arbeitet die Community stetig an neuen, innovativen und technologischen Weiterentwicklungen um weitere Features zu integrieren.

Fazit

Der Bitcoin, als dezentrale und digitale Geldeinheit kann Geldtransaktionen schnell und kostengünstiger als die Bank ausführen und verzeichnet mit seinen Vorteilen einen großen Wachstumskurs für die Finanzindustrie. Doch die nicht auf Langfristigkeit getestete Technologie des Bitcoin-Netzwerkes, befindet sich trotz alledem immer noch in einer Phase der Entwicklung.

Somit lohnt sich das Investieren in pseudoanonyme Bitcoins trotz der vielseitigen Möglichkeiten nicht als langfristige Geldanlage (9). Vielmehr ist der von Kurssprüngen als auch von Kursabfällen geprägte Bitcoin als reine Spekulation zu betrachten.

Bildquelle: 88057134/ 123rf

Einzelnachweise (9)

1. Brandt, Mathias 2017, zitiert nach de.statista.com. Bitcoin-Alternativen gewinnen an Bedeutung. Abgerufen am: 03.04.2021
Quelle

2. Investing.com. Bitcoin. Abgerufen am 01.04.2021.
Quelle

3. Metzger, J. Virtuelle Währung. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon 2018. Abgerufen am 01.04.2021.
Quelle

4. Brandt August 2016, zitiert nach de.statista.com. Bitcoin ist günstiger und schneller. Abgerufen am 01.04.2021
Quelle

5. Hanl, A. & Michaelis, J.(2017) Kryptowährungen – ein Problem für die Geldpolitik? In: Wirtschaftsdienst, 97(5) S. 363–370. Abgerufen am 01.04.2021
Quelle

6. Entwicklung des Wechselkurses des Bitcoin gegenüber dem Euro bis Februar 2021 (in Euro). Abgerufen am 01.04.2021
Quelle

7. Menn, A. (2021) Mit Bitcoins zahlen in 5 Schritten. In: Wirtschaftswoche. Abgerufen am: 02.04.2021
Quelle

8. Krohn-Grimberghe, A. & Sorge, C. (2013): Bitcoin – das Zahlungsmittel der Zukunft? In: Wirtschaftdienst, 93(10), S.720-722. Abgerufen am: 02.04.2021
Quelle

9. Mantel, M. (2021). Bitcoin und andere Krypto-Währungen: Häufig gestellte Fragen beantwortet. Abgerufen am: 02.04.2021
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Statistik
Brandt, Mathias 2017, zitiert nach de.statista.com. Bitcoin-Alternativen gewinnen an Bedeutung. Abgerufen am: 03.04.2021
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Statistik
Investing.com. Bitcoin. Abgerufen am 01.04.2021.
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Wirtschaftslexikon
Metzger, J. Virtuelle Währung. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon 2018. Abgerufen am 01.04.2021.
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Statistik
Brandt August 2016, zitiert nach de.statista.com. Bitcoin ist günstiger und schneller. Abgerufen am 01.04.2021
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Bericht
Hanl, A. & Michaelis, J.(2017) Kryptowährungen – ein Problem für die Geldpolitik? In: Wirtschaftsdienst, 97(5) S. 363–370. Abgerufen am 01.04.2021
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Statistik
Entwicklung des Wechselkurses des Bitcoin gegenüber dem Euro bis Februar 2021 (in Euro). Abgerufen am 01.04.2021
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Artikel
Menn, A. (2021) Mit Bitcoins zahlen in 5 Schritten. In: Wirtschaftswoche. Abgerufen am: 02.04.2021
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Artikel
Krohn-Grimberghe, A. & Sorge, C. (2013): Bitcoin – das Zahlungsmittel der Zukunft? In: Wirtschaftdienst, 93(10), S.720-722. Abgerufen am: 02.04.2021
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Mantel, M. (2021). Bitcoin und andere Krypto-Währungen: Häufig gestellte Fragen beantwortet. Abgerufen am: 02.04.2021
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