Blankoscheck
Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2020

Mittlerweile gibt es verschiedene Zahlmethoden. Beispielsweise kann man durch die NFC Technologie per Smartphone oder Smartwatch oder per EC-Karte zahlen. Außerdem kannst du auch mit einer Kreditkarte zahlen. Alle diese Möglichkeiten des bargeldlosen Bezahlens haben Vorteile. Beispielsweise kann man durch die NFC-Technologie schnell und einfach bezahlen. Ferner sind diese Zahlmethoden zukunftsgerichtet.

Aber es gibt noch eine weitere bargeldlose Zahlmethode, die in speziellen Situationen für dich auch vorteilhaft sein kann. Bestimmt warst bereits in einer Situation, in der du zwar jemandem Geld überweisen musst, aber den Betrag noch nicht genau kennst, weil der Empfänger den Betrag erst zu einem späteren Zeitpunkt nennen kann. Genau hier kommt der Blankoscheck zum Einsatz. In diesem Beitrag zum Blankoscheck 2022 wirst du erfahren, was unter dem Blankoscheck zu verstehen ist und wie er funktioniert. Weiterhin werden hier deine rechtlichen Fragen rund um den Blankoscheck beantwortet.




Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Blankoscheck ist ein Scheck, der vollständig inklusive der Unterschrift des Ausstellers ausgefüllt ist, aber, bei dem der Zahlbetrag nicht eingetragen wurde.
  • Beim Blankoscheck kann es sich entweder um einen Barscheck oder einen Verrechnungsscheck handeln, wobei der Erstere eine unsicherere Zahlmethode von den beiden Scheckarten darstellt.
  • Der Blankoscheck als bargeldlose Zahlmethode kommt immer seltener zum Einsatz, weil andere Zahlmethoden, die vor allem auf der NFC-Technologie basieren, bei der Bevölkerung immer beliebter werden.

Glossareintrag: Der Begriff Blankoscheck im Detail erklärt

Im Folgenden kannst du dich über den Blankoscheck informieren. Die nachfolgenden Fragen tauchen immer wieder im Zusammenhang mit diesem Begriff auf. Wenn du also über den Begriff Blankoscheck informiert sein willst, dann solltest du dir die Antworten in Ruhe durchlesen.

Was ist ein Blankoscheck?

Einen Blankoscheck bezeichnet man einen Scheck, auf dem nur die Unterschrift des jeweiligen Bankkontos zu sehen ist. Während ein Scheck einen bestimmten Betrag enthält, der ausgezahlt werden soll, fehlt beim Blankoscheck diese Angabe. Der Empfänger wird ergänzende Angaben machen müssen, um den Blankoscheck zu vervollständigen.

Laut dem Scheckgesetz muss der Scheck unter anderem den Namen der Person, die Geld an eine andere Person zahlen will, Zahlungsort, Datum, Ort und Unterschrift der Person, die den Scheck ausstellt, enthalten. (1)

Ein Blankoscheck, der dir von der Bank ausgegeben wird, kann entweder vorbestellt werden und so sind einige Angaben bereits maschinell eingetragen oder aber der Blankoscheck muss komplett mit Kugelschreiber von dir ausgefüllt werden.

Schecks lassen sich in Barschecks und Verrechnungsschecks unterscheiden. Wenn der Empfänger einen Barscheck bei der Bank des Ausstellers des Schecks einreicht, kann er das Geld bar ausgezahlt bekommen oder er kann sich für eine Gutschrift auf sein Konto entscheiden. Wenn der Empfänger einen Verrechnungsscheck bei seiner Bank einreicht, dann ist nur eine Gutschrift auf sein Konto möglich. (2)

Blankoscheck-1

Schecks werden als Vorläufer von Überweisungen, die schnell, sicher und einfach sind, heutzutage nur selten genutzt.
(Bildquelle: rupixen.com / unsplash.com)

Um einen Scheck ausstellen zu können gibt es eine Reihe von Voraussetzungen, die du erfüllen musst. Zuerst brauchst du ein Girokonto und ein Guthaben, um einen Scheck ausstellen zu können. Des Weiteren musst du geschäftsfähig sein, wobei im § 104 BGB die Geschäftsunfähigkeit definiert wird, sodass du dir diesen Paragrafen durchlesen kannst. Hinzu kommt noch, dass die Bank dich zur Scheckziehung als berechtigt ansehen muss, also dich dazu berechtigen, Schecks ausstellen zu können. Schließlich solltest du die Blankoschecks, die du von deiner Bank bekommst, nutzen. (3)

Wie funktioniert der Blankoscheck?

Wenn du jemanden bezahlen möchtest, dann kannst du dafür zum Beispiel einen Blankoscheck nutzen. Ein Blankoscheck wird dir auf Nachfrage von der Bank herausgegeben. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Es gibt ein Scheckgesetz, das den Geltungsbereich und die Rechtsfolgen der Schecks festlegt.

Wenn du einen Barscheck einlösen willst, dann musst du dich zu der Bank des Scheckausstellers begeben. Dort wird dir das Geld nur in bar ausgezahlt, weil es nicht möglich ist, den Betrag auf dem Barscheck auf dein Konto überweisen zu lassen.

Es kann vorkommen, dass du für die Barauszahlung deinen Personalausweis vorlegen musst.

Einen Verrechnungsscheck kannst du bei deiner Bank einlösen. Dazu wirst du ein Formular ausfüllen und deine Unterschrift hinzufügen. Das Formular und den Verrechnungsscheck kannst du bei der Bank einreichen. Das Formular musst du mit der Kontonummer und der Kundenkennung der Person, die dir den Scheck übergeben hat, ergänzen. Du bekommst das Geld nicht sofort auf dein Girokonto überwiesen, da zuerst überprüft werden muss, ob der Betrag auf dem Konto des Scheckausstellers vorhanden ist.

Beachte, dass bei der Einlösung des Verrechnungsschecks Gebühren anfallen.

In welchen Fällen haftet der Aussteller des Blankoschecks?

Der Aussteller haftet nicht, wenn der Empfänger den Scheck nicht gutgläubig erworben hat und im Falle, wenn der Erwerb des Schecks durch grobe Fahrlässigkeit gekennzeichnet ist. (2)

Der Aussteller muss, weil er den Scheck unterschrieben hat, den eingetragenen Betrag bezahlen. (4)

Wusstest du, dass Kaiser Wilhelm II. den Begriff „Blankoscheck“ geprägt hat?

Kaiser Wilhelm II. hat nach dem Attentat von Sarajevo auf Franz Ferdinand und seine Frau Österreich-Ungarn seine bedingungslose Unterstützung versprochen, weil Deutschland zusammen mit Italien und Österreich-Ungarn ein Bündnis darstellten. (5)

Wenn der Aussteller den Vermerk „ohne Obligo“, d. h., dass Scheckaussteller nicht haftet, auf den Scheck schreibt, wird dieser Vermerk nicht anerkannt und der Aussteller haftet trotzdem nach dem Artikel 12 des Scheckgesetzes. (4)

Was sind die Vor- und Nachteile von einem Blankoscheck?

Einen Blankoscheck kannst du jemandem ausstellen, dem du Geld geben willst oder schuldest, aber den Betrag nicht genau abschätzen kannst. Die Person, die deinen Blankoscheck bekommt, wird den Betrag ergänzen und mithilfe des Schecks sich bei der Bank Geld auszahlen lassen.

Es ist sinnvoll, einen Blankoscheck zu schreiben, wenn du dich in besonderem Situationen befindest. Zum Beispiel kann es zu der Situation kommen, in der du per Scheck bezahlen möchtest. Hier musst du immer eine Unterlage und einen Kugelschreiber dabeihaben. Wenn du dich in außergewöhnlichen oder ungeplanten Situationen befindest, sodass du diese Bedingungen nicht hast, kannst du vorher einen Blankoscheck schreiben. Außerdem stellt ein Blankoscheck eine schnelle Zahlmethode dar. Da der Blankoscheck ja bereits fast ausgefüllt ist, kannst du oder der Scheckempfänger den fehlenden Betrag später schnell ergänzen und somit kannst du eine Person auf diesem Wege bezahlen.

girocard und kontaktloses Bezahlen sind beliebte Zahlmethoden.

Die Bezahlung per Blankoscheck stellt eine bargeldlose Zahlmethode dar. Die EHI-Studie aus dem Jahr 2020 ergab, dass kontaktloses Bezahlen eine beliebte Zahlmethode sowohl bei den Händlern als auch bei den Verbrauchern darstellt. Außerdem werden auch kleine Beträge von Verbrauchern gerne mit der girocard oder Kreditkarte bezahlt. (6)

Einen Blankoscheck wirst du vor allem Personen ausstellen, denen du vertraust, dass sie keinen irrationalen Betrag einträgt, der vom deinem Konto an die Person ausgezahlt wird. Wenn du den von dir unterschriebenen Blankoscheck verlierst, kann jeder, der den Scheck findet, einen Betrag auf dem Scheck eintragen, sodass Geld von deinem Konto abgehoben wird, ohne dass du jemandem dafür eine Berechtigung erteilt hast.

Wenn du einen Verlust deines Blankoschecks feststellst, dann ist es möglich, den Blankoscheck zu widerrufen. Allerdings kommt es hier auf die Zeit an. Wenn dein Blankoscheck noch nicht eingelöst wurde, kannst du den Scheck von der Bank sperren lassen. Falls das Geld bereits ausgezahlt worden ist, besteht keine Möglichkeit mehr das Geld zurücküberweisen zu lassen, außer man spricht direkt mit dem Empfänger des Schecks. Dies ist aber beim Verlust nicht möglich.

Für eine Schecksperre nutze die Schecknummer deines unterschriebenen Schecks, der abhandengekommen ist. Beachte jedoch, dass in manchen Fällen Gebühren auf dich zukommen können.

Merke dir für alle Falle die Schecknummer.

Du solltest außerdem dem Amtsgericht bekannt geben, dass der Scheck kraftlos ist. (3)

Wenn du ein Verrechnungsscheck vom Aussteller bekommst, dann kannst du nicht sofort, nachdem du den Scheck eingelöst hast, über das Geld verfügen. Es dauert meist einige Tage, bis das Geld auf dein Konto überwiesen wird.

Vorteile
  • Bargeldlose Zahlungsmethode
  • Möglichkeit, den ganauen Zahlbetrag später zu ergänzen
  • Schnelle Zahlmethode
  • Das Ausfüllen des Schecks geschieht im Vorfeld
Nachteile
  • Unsichere Zahlmethode
  • Verlust kann ernste Folgen haben
  • Das Einlösen des Verrechnungsschecks nimmt relativ viel Zeit in Anspruch

Welche Gültigkeitsdauer besitzt ein Blankoscheck?

Nach dem Scheckgesetz beträgt die Vorlagefrist für deutsche Schecks acht Tage. Das bedeutet, dass der Scheck in Deutschland ausgestellt wurde und in Deutschland ausgezahlt wird. Für europäische Schecks beträgt die Vorlagefrist 20 Tage, während es 70 Tage für Schecks anderer Länder sind. (1)

Diese Angaben gelten, wenn du das Feld mit dem Datum ausfüllst.

Welche Unterschrift ist rechtsgültig?

Für eine Unterschrift auf dem Scheck gilt, dass der Aussteller eigenhändig mit seinem Namen unterschreiben muss. (4)

Für eine Unterschrift gilt, dass sie den vollen Familiennamen enthalten muss. (7)

In dem Fall, wenn ein Notar anwesend ist und bei der Unterschrift zuschaut, kannst du von den üblichen Vorschriften für eine Unterschrift abweichen und beispielsweise mit drei Kreuzen unterschreiben oder andere Zeichen verwenden. (7)

Jaro Krieger-Lamina Informationssicherheitsexperte vom Institut für Technikfolgenabschätzung der österreichischen Akademie der Wissenschaften
Bargeldlose Zahlungsarten wie zum Beispiel das Zahlen mit der EC-Karte führt dazu, dass die Kunden nicht mehr anonym bleiben können. Durch diese Zahlmethode werden viele Daten gespeichert, die von anderen später genutzt werden können. (Quelle: zeit.de)

Fazit

Ein Blankoscheck ist eine bargeldlose Zahlungsmethode, die allerdings im privaten Bereich immer weniger zum Einsatz kommt. Während ein Barscheck im Verlustfall eine unsichere Zahlungsmethode darstellt, ist ein Verrechnungsscheck in dieser Hinsicht sicherer. Der Grund dafür ist, dass die auszahlende Bank Kontakt mit der Bank des Scheckausstellers aufnehmen muss, sodass ein Betrug unwahrscheinlicher wird. Allerdings hat ein Verrechnungsscheck trotz der höheren Sicherheit den Nachteil, dass du über das Geld nicht sofort verfügen kannst.

In bestimmten Situationen kann ein Blankoscheck eine Entlastung darstellen, weil der Aussteller einen Scheck an eine vertrauenswürdige Person ausstellen kann, wobei die Person den benötigten Betrag später ergänzen und sich den Betrag zum Beispiel bar auszahlen kann.

Bildquelle: olegdudko/ 123rf.com

Einzelnachweise (7)

1. Scheckgesetz. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Ausfertigungsdatum: 14.08.1933.
Quelle

2. Altmann, J., & Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH. (2019): 250 Keywords Bankwirtschaft: Grundwissen für Fach- und Führungskräfte. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden.
Quelle

3. Reinhold, Siegfried; Scheuring, Franz; Zürn, Bernd; Fiebig, Harry (1992): Grundbildung für Kaufleute. Wiesbaden: Gabler Verlag.
Quelle

4. Sellien, Reinhold (1976): Wechsel- und Scheckrecht. Erläuterungen für die Praxis. Wiesbaden: Gabler Verlag.
Quelle

5. Julikrise. Blogeintrag auf der Webseite über wichtiges historisches Allgemeinwissen zu den Themen Restauration & Vormärz, Deutsche Revolution 1848, Deutsches Kaiserreich, Erster Weltkrieg, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Kalter Krieg und Deutschland ab 1945.
Quelle

6. EHI-STUDIE. Zahlungssysteme im Einzelhandel 2020. Daten, Fakten, Marktstrukturen.
Quelle

7. Blogeintrag: "Unterschrift: Diese Regeln gelten." Deutsche Anwaltsauskunft. Das Rechtsportal des Deutschen Anwaltvereins.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Scheckgesetz
Scheckgesetz. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Ausfertigungsdatum: 14.08.1933.
Gehe zur Quelle
Nachschlagewerk
Altmann, J., & Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH. (2019): 250 Keywords Bankwirtschaft: Grundwissen für Fach- und Führungskräfte. Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden.
Gehe zur Quelle
Übungs- und Testheft
Reinhold, Siegfried; Scheuring, Franz; Zürn, Bernd; Fiebig, Harry (1992): Grundbildung für Kaufleute. Wiesbaden: Gabler Verlag.
Gehe zur Quelle
Zusammenfassung des Wechsel- und Scheckrecht
Sellien, Reinhold (1976): Wechsel- und Scheckrecht. Erläuterungen für die Praxis. Wiesbaden: Gabler Verlag.
Gehe zur Quelle
Blogeintrag
Julikrise. Blogeintrag auf der Webseite über wichtiges historisches Allgemeinwissen zu den Themen Restauration & Vormärz, Deutsche Revolution 1848, Deutsches Kaiserreich, Erster Weltkrieg, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Kalter Krieg und Deutschland ab 1945.
Gehe zur Quelle
Studie
EHI-STUDIE. Zahlungssysteme im Einzelhandel 2020. Daten, Fakten, Marktstrukturen.
Gehe zur Quelle
Blogeintrag
Blogeintrag: "Unterschrift: Diese Regeln gelten." Deutsche Anwaltsauskunft. Das Rechtsportal des Deutschen Anwaltvereins.
Gehe zur Quelle
Testberichte