börsencrash-1929
Zuletzt aktualisiert: 6. Juli 2021

Finanzkrisen sind in der Geschichte wiederkehrende Ereignisse. Eine Wirtschaftkrise folgend auf eine Immobilien-Spekulationsblase, wie die Wirtschaftskrise 2008, sollte in den USA den meisten Menschen bekannt sein. Auch eine Pandemie hat Auswirkungen auf die Wirtschaft. Demnach haben Wirtschaftskrisen vielseitige Ursachen.

Die meisten Menschen haben wahrscheinlich den Börsencrash im Jahr 1929 nicht miterlebt. Auch die Erzählungen im Geschichtsunterricht sind oft sehr wage. Wie kam es also zu dem Börsencrash 1929 und was war dieser überhaupt? Im Folgenden beantworten wir diese und noch weitere Fragen zu dem Thema.




Das Wichtigste in Kürze

  • Der Börsencrash 1929 wird meist als Folge der "Goldenen Zwanziger", und dem damit verbundenen wirtschaftlichen Aufschwung gesehen. Eine Vielzahl an Privatanlegern investierte in AKtien und nahm dafür Kredite auf. Die Wertpapiere wurden jedoch hastig verkauft, als die Kurse sanken.
  • Der Beginn des Börsencrashs ist als "Schwarzer Freitag" bekannt. Dieser Tag wird in den USA als "Black Thursday", also schwarzer Donnerstag, bezeichnet. Dabei wird jedoch derselbe Tag gemeint, der Unterschied bei der Namensgebung ist auf die Zeitverschiebung zurückzuführen.
  • Der Börsencrash hatte weitreichende Auswirungen. So war er der Beginn der Weltwirtschaftkrise, die vier Jahre andauerte.

Hintergründe: Was passierte beim Börsencrash 1929?

Finanzkrisen sind wiederkehrende Ereigisse, Beispiele sind Subprime-Krise 2008 oder aber die holländische Tulpenkrise im 17. Jahrhundert. (1)

Ein weiteres Beispiel für Finanzkrisen begann 1929, und ist als Börsencrash 1929 bekannt. Aber was passierte bei dem Börsencrash, wie kam es dazu und welche Folgen zog er mit sich? Im Folgenden beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um das Thema.

Was war der Börsencrash 1929?

Während viele Privatanleger während der 1920er-Jahren Kredite aufnahmen, um in Aktien zu investieren, sanken die Aktienkurse im Herbst 1929 drastisch. Beispielsweise verlor der Dow Jones über 15 Prozent seines vorherigen Wertes. Aus Angst die aufgenommenen Kredite nicht zurückzahlen zu können, und eine große Menge Geld zu verlieren, wurden die Wertpapiere panisch notverkauft, wodurch die Börse gänzlich zusammenbrach. Dies führte zu Verlusten bei mehreren Millionen Anlegern, die zusammengenommen in die Milliarden aufstiegen. (2)

Wann genau kam es zum Börsencrash 1929?

Im Oktober 1929 ereignete sich der folgenschwere Börsencrash. Das wichtigste Aktienbarometer zu dieser Zeit, der Dow-Jones-Index, verzeichnete starke Kursverluste. Während er am dritten September noch auf seinem Allzeithoch, mit 381,17 Punkten, war,soverzeichnete er am 23. Oktober, ein Mittwoch, nur noch 305,85 Punkte. Die Situation an der Wall Street verschlimmerte sich ab diesem Zeitpunkt kontinuierlich. (3)

Die Folge des Börsencrashs 1929 war die Weltwirtschaftskrise, die von 1929 bis 1933 andauerte.

Die Finanzkrise hat sich jedoch nicht ausschließlich auf das Jahr 1929 beschränkt. Der Börsencrash war schließlich der Auslöser für die Weltwirtschaftskrise.  (4)

Welche Rolle spielte der "Schwarze Freitag"?

Der 25. Oktober 1929 wird als "Schwarzer Freitag" bezeichnet. Er symbolisiert den Beginn des rasanten Abstiegs Amerikas von den "Goldenen Zwanzigern" in Massenarbeitslosigkeit und Armut. Im Anschluss findest du eine Zusammefassung des Ablaufs des sogenannten "Schwarzen Freitags" an der Wall Street.

Zeitpunkt Ereignisse
9.30 Uhr / Börsenöffnung Am Morgen des 24. Oktobers 1929 nahmen nahmen die Ereignisse des Börsencrashs Fahrt auf. Schon in den ersten 30 Minuten des Handelstages wurden ungefähr 1,6 Millionen Aktien gehandelt. Dabei sanken die Kurse stetig. Panik kam auf, sodass die Anleger ihre Aktien schnellstmöglich verkaufen wollten.
11.00 Uhr Später am Vormittag blieb plötzlich das Kaufinteresse aus, wodurch es eine Kaufinteressent gab. Daraufhin sanken die Notierungen rasant, so dass nur geschätzte Angaben im Umlauf waren. Dadurch macheten Gerüchte um (viel zu hohe) Kursverluste die Runde, dies lies die Panik weiter wachsen. Bereits bis Mittag des Tages lösten sich Aktienwert in Höhe von vier Milliarden Dollar auf.
12.00 Uhr Die führenden Banken New Yorks (National City Bank, Chase Nation Bank und Morgan Bank) einigten sich gegen Mittag darauf, durch große, von den Banken gesetze Kauforders, den enormen Kursfall abzufangen, um die Situation zu beruhien.
Nachmittag (bis 16.00 Uhr / Börsenschluss) Da sich die Gerüchte über den Börsencrash bereits verbreitet hatten, sorgte dies nur für kurzfristige Linderung.

Aus Angst, dass sie ihr, in Wertpapierenangelegtes, Vermögen verlieren, sammelten sich, laut Berichten, ungefähr 50.000 Menschen an der Wall Street. Sowohl Großaktionäre als auch Privatanleger wollten ihre Wertpapiere schnellstmöglich verkaufen.

An diesem Handelstag wurde rund das vierfache eines normalen Börsentages an Aktien gehandelt (ca. 13 Millionen Wertpapiere). Dabei fielen die Kurse permanent.(5)

Die Zeitverschiebung zwischen den USA und Europa ist der Grund dafür, dass der Tag des Börsencrashs in den USA als schwarzer Donnerstag, demhingegen bei in Europa als schwarzer Freitag bekannt ist.

Der europäische Markt wurde erst nach Schluss der europäischen Wertpapiermärkte über den Zusammenbruch der amerikanischen Börse informiert. Dadurch trafen die Folgen der Ereignisse des 24. Oktobers 1929 erst am darauffolgenden Tag, dem 25. Oktober, den europäischen Börsenmarkt. (5, 6)

Was verursachte den Börsencrash 1929?

Primär llassen sich die Gründe für den Börsencrash 1929 auf den witschaftlichen Aufschwung Amerikas nach dem Ersten Weltkrieg zurückführen. Die Entstehung des Börsencrashs kann in drei Phasen unterteilt werden.

  • Konjunkturaufschwung
  • Investitionswelle
  • Verkaufswelle

Die USA galt sowohl politisch als auch wirtschaftlich als etablierte Weltmacht. Dadurch entstand der große Kontjunkturaufschwung Amerikas.

Nicht nur eine geringe Inflationsrate und gestiegende Löhne, sondern auch neue Zweige der Wirtschaft, führten zu mehr Arbeitsplätzen und damit verbundenen Wohlstand. Vor allem der Techniksektor wuchs während den 1920ern. Das Wirtschaftswachstum stieg stetig an, Grund dafür waren unteranderem Innovationen wie das Radio, der Tonfilm oder aber die Fließbandproduktion.

Die USA erlebte also nach dem Ersten Weltkriegn eine Zeit des Wohlstands. So zeigten nun auch Privat- und Kleinanleger Interesse an Börsengeschäften. Eine Vielzahl von Haushalten legte ihr Erspartes in Wertpapieren an. Im Jahr 1929 soll ungefähr jeder vierte Haushalt Aktien bessesen haben.

Da häufig das Ersparte nicht genügte, wurde für den Wertpapierhandel oft Kredite aufgenommen. Zunächst war dies ein rentables Geschäft für viele Kleinanleger.

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Während den 1920ern investierten viele Klein- und Privatanleger in Aktien. Jedoch gerieten diese in Panik, als die Kurse fielen. (Bildquelle: Pixabay / Sabrina B.)

So wuchs nach und nach eine enorme Spekulationsblase: Die massenweise gekauften Aktien, wurden mit Geldern gezahlt, welche selbst durch ein Dahrlehen finanziert wurde. Um die Kredite tilgen zu können, waren die Klein- und Privatanleger auf die Gewinne der Wertpapiere angewiesen. Da jedoch die Nachfrage nach Aktien sank, begannen die Kurse zu fallen.

In Panik verkauften viele Anleger ihre Aktien schnellstmöglich.

Aus Angst, dass sie ihre Kredite nicht zurückzahlen können, verkauften viele Anleger, vor allem viele Kleinanlager, mit darlehensfinanzierten Aktien, ihre Wertpapiere. Sie wollten so viele Wertpapiere wie möglich in kürzester Zeit verkaufen. (6)

Daraus folgte eine Spirale: Durch die stetig sinkenden Kurse, wuchs die Panik und Angst der Anleger, deshalb wollte immer mehr Anleger so schnell wie möglich und zu jedem Preis verkaufen. Der "Black Thursday" markiert das Ende des Teufelkreises, der Börsencrash 1929.

Wer profitierte vom Börsencrash 1929?

Im Grunde erlangte durch den Börsencrash 1929 aus finanzieller sich kaum jemand einen Gewinn. Der Wertabfall der Aktien führte dazu, dass zwischen ein und drei Millionen Amerikaner einen enormen Verlust erlitten. Einige verloren sogar ihr komplettes Vermögen.

Es gab keine wirklichen Gewinner des Börsnecrashs 1929.

Alle Schichten waren von den Verlusten Betroffen: Sowohl Privat- und Kleinanleger als auch Großspekulanten. Neben Arbeitern die ihr Hab und Gut verloren, hatten auch reiche Geschäftsleute mit den Auswirkungen des Börsencrashs hart zu kämpfen.

Aus finanzieller Sicht gab es demnach nahezu ausschließlich Verlierer. Will man aber unbedingt einen Gweinner festlegen, dann kann man die Börsenhändler, die spekuliert und gehalten haben, aufzählen. (7)

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Der Börsencrash betraf alle Schichten. Egal ob Privat-, Klein- oder aber Großanleger. (Bildquelle: Unsplash / Patrick Weissenberger)

Ledeiglich bestimmte poltitische Lager profitierten von der Unzufriedenheit, welche aus der Armut und Arbeitslosigkeit der Bürger resuliterte.

Die Aufruhr und Unzufriedenheit bietet den idealen Nährboden für politische Zwecke, wie populistisches Gedankengut.

Wie wirkte sich der Börsencrash 1929 auf Deutschland aus?

Der Börsencrash 1929 hatte starke Auswirkungen auf Deutschlanf. Besonders betroffen wurde die Weimarer Republik, da hier 1924 der Dawes-Plan eingeführt wurde. Durch diesen sollte die USA mit Krediten Deutschlang bei den Reparationszahlungen des Ersten Weltkriegs unterstützen.

Dank des Plans erlebte Deutschland in den 1920ern einen Konjunkturaufschwung, der jedoch durch den Börsencrash abrupt anhielt.

Aufgrund des Dawes-Plan war Deutschland finanziell abhängig von den Geldmitteln der USA. Durch den Börsencrash war die Anleger aus den USA jedoch gezwungen, die Kredite aus Deutschland abzuziehen. Die fehlenden Geldmittel hatten massive Folgen auf die Wirtschaft Deutschlands, auch hier brachen die Banken zusammen, Produktionen sanken und die Arbeitslosigkeit stieg.

Die Weimarer Republik wurde durch die Wirtschaftskrise beendet. Die NSDAP erlangte Beliebtheit und die Unterstützung der Bevölkerung, während die große Koalition zerbrach.

Die nationalsozialistische Partei nutzte die allgemeine Unzufriedenheit zu ihrem Vorteil und erzielte so einen enormen Zuwachs an Wählerstimmen. Dadurch schaffte es die NSDAP schon 1930 die zweitstärkste Kraft bei den Reichstagswahlen zu sein.

Dies zeigt, dass der Börsencrash, die daraus folgende Weltwirtschaftkrise und deren Folgen einen Teil zur Beendigung der Demokratie und dem Anfang des dritten Reiches in Deutschland beitrugen. (8)

Fazit

Der Börsencrash 1929 war die Folge der "Golden Zwanziger" und dem damit verbundenen wirtschaftlichen Aufschwung und Wohlstand der USA nach dem Ersten Weltkrieg. Viele Anleger nahmen Kredite auf, um in Aktien investieren zu können.

Unter den Anlegern brach Panik aus, als die Kurse, vor allem der Dow Jones danken. Aufgrund der massenhaften Notverkäufe sanken die Kurse weiter. Der Höhepunkt des Teufelkreises markiert letztendlich der Schwarze Freitag.

Der Crash der amerikanischen Börsen hatte weitreichende Auswirkungen. Es folgte eineweltweite Wirtschaftskrise, die neben den USA auch viele weitere Länder betraf. In Deutschland beendete der Börsencrash die Weimarer Republik, und läutete den Beginn des dritten Reiches ein.

Bildquelle: Unsplash / Chris Liverani

Einzelnachweise (8)

1. Finanzfluss. Finanzkrise einfach erklärt: Börsencrash 1929, DotCom Blase, Weltwirtschaftskrise 2008 & Tulpenkrise. Abgerufen am 03.05.2021.
Quelle

2. Manager Magazin. Börsencrash 1929... und dann sprang er aus dem Fenster. Abgerufen am 03.05.2021.
Quelle

3. Welt.de. In drei Stunden verpufften vier Milliarden Dollar. Abgerufen am 03.05.2021.
Quelle

4. Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2021.
Quelle

5. Bundeszentrale für politische Bildung. 80 Jahre "Schwarzer Freitag". Abgerufen am 03.05.2021.
Quelle

6. Auxmoney. Black Friday – der Tag, der das Ende der Goldenen Zwanziger markierte. Abgerufen am 03.05.2021.
Quelle

7. Boerse.de. Der Börsencrash des Jahres 1929. Abgerufen am 03.05.2021.
Quelle

8. Geschichte kompakt. Weltwirtschaftskrise 1929. Abgerufen am 03.05.2021.
Quelle

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Finanzfluss. Finanzkrise einfach erklärt: Börsencrash 1929, DotCom Blase, Weltwirtschaftskrise 2008 & Tulpenkrise. Abgerufen am 03.05.2021.
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Manager Magazin. Börsencrash 1929... und dann sprang er aus dem Fenster. Abgerufen am 03.05.2021.
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Welt.de. In drei Stunden verpufften vier Milliarden Dollar. Abgerufen am 03.05.2021.
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Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2021.
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Bundeszentrale für politische Bildung. 80 Jahre "Schwarzer Freitag". Abgerufen am 03.05.2021.
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Auxmoney. Black Friday – der Tag, der das Ende der Goldenen Zwanziger markierte. Abgerufen am 03.05.2021.
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Boerse.de. Der Börsencrash des Jahres 1929. Abgerufen am 03.05.2021.
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Geschichte kompakt. Weltwirtschaftskrise 1929. Abgerufen am 03.05.2021.
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