Börsengang
Zuletzt aktualisiert: 6. Juli 2021

Unternehmen können auf verschiedene Weisen Geld erlangen, das sie in die Firma investieren können. Der Börsengang ist hier eine bekannte Form. Das Unternehmen kommt dabei nicht nur an Geld, der sogenannte Börsengang bietet noch weitere Vorteile. Jedoch sollte man sich umfassend mit dem Thema auseinandersetzen, und sich darüber gut informieren.

Im Folgenden haben wir die wichtigesten Informationen zum Thema Börsengang, wie beispielsweise die Voraussetzungen, zusammengestellt. Außerdem beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um das Thema.




Das Wichtigste in Kürze

  • Als Börsengang wird die Erstuzlassung eines Unternehmens an der Börse zum Wertpapierverkauf betitelt.
  • Es müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein, um den Börsengang machen zu können. Die finale Vorbereitung des Börsengangs verläuft in fünf Schritten.
  • Der Börsengang bringt auch verschiedene Verpflichtungen für das Unternehmen mit sich. Prozesse im Unternehmen müssen dafür angepsst und optimiert werden.

Hintergründe: Was ist der Börsengang?

Der Börsengang ist ein umfassendes, vielfältiges und interessantes Thema, über das du gut informiert sein solltest. Um dich ausreichend über das Thema Börsengang zu informieren, haben wir anschließend die wichtigsten Fragen zu diesem Thema beantwortet.

Was ist die Börse?

Nahezu jeder hat bereits von der Börse gehört, jedoch weiß nicht jeder, worum es sich dabei wirklich handelt. Es gibt eine Vielzahl an Börsen, im 16. Jahrhundert entstand die Erste. An einer Börse wird mit Wertpapieren gehandelt. Es ist möglich Eigenkapital zu investieren und anzulegen, beziehungsweise können die Unternehmen Fremdkapital gewinnen. Eine Börse fungiert als Platz für den Austausch (1).

An einer Börse wird mit Wertpapieren gehandelt. Also treffen Investoren, die ihre Wertpapiere verkaufen wollen auf kaufwillige Anleger.

Die Aufgabe der Börse ist es den fairen und richtigen Preis der Wertpapiere festzulegen, die Transparenz der Umsätze und Preise bereitzustellen, die Zulassungen für Neuemissionen zum Börsenhandel zu regeln und eine Handelsplattform zu bieten (1, 2).

Wie ist die Börse aufgebaut?

Der Handle an der Börse findet normalerweise online und elektronisch statt. Der Preis der Wertpapiere wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt (3).

Verkäufer und Käufer stehen in der Regel nicht in Kontakt, der Handel läuft unteranderem über Wertpapierhändler, Depotbanken oder Broker. Die Marktaufsicht und das Börsengesetzt sind Regelungen, an die sich die Börse halten muss. Als Privatanleger ist es nicht möglich sein Geld direkt an der Börse anzulegen, das Anlegen läuft über ein Wertpapierdepot oder einen Broker (3).

Worum handelt es sich bei einem Börsengang?

Der Börsengang auch IPO (Initial Public Offering) oder going public genannt, ist die Erstzulassung eines Unternehmens an der Börse. Ab dem Börsengang kann das Unternehmen Wertpapiere an der Börse verkaufen. Der Prozess ist standardisiert, jedoch nicht allzu unkompliziert (1, 4).

Wie funktioniert der Börsengang?

Der Börsengang kann in 5 Schritte unterteilt werden. In der Fachliteratur werden diese Schritte unterschiedlich benannt. Anschließend erläutern wir die einzelnen Schritte, und die damit verbundenen Voraussetzungen, die ein Unternehmen für den Börsengang erfüllen muss (1, 5).

  1. Beauftragung: Das Unternehmen muss bereits ein Aktiengesellschaft sein, zur Bewertung des Unternehmens mindestens eine Investmentbank beauftragen. So soll ein Einführungs- beziehungsweise Börsenkurs festgelegt werden (1).
  2. Road Show: Dies ist die Suche nach großen Investoren, dabei suchen sowohl das Unternehmen selbst als auch die Bank. Dieser Schritt wird als "Road Show" bezeichnet, da die Suchenden sich bei unterschiedlichen Unternehmen vorstellen (1).
  3. Bieterrunde: Nun geben die gefundenen Investoren an, welchen Anteil und für welchen Preis sie diesen erwerben wollen (1).
  4. Zuteilung: Ist die Nachfrage größer als das Angebot, dann kann das Unternehmen gemeinsam mit der Bank die meist bietenden Investoren auswählen. Somit erlangen sie das höchst mögliche Geld. Das Geld, das in diesem Schritt eingenommen wird, wird als Eigenkapital des Unternehmens gehandhabt (1).
  5. Handel der Aktie über die Börse: Der Börsenhandel beginnt sobald alle Anteile verkauft wurden. Sobald dieser Schritt erreicht wurde, werden also die Aktien an der Börse gehandelt und sind für alle Investoren zugänglich (1).

Welche Gründe gibt es für den Börsengang?

Ein Unternehmen erlangt durch den Börsengang Bekanntheit, und wird so attraktiver als Arbeitgeber. Zudem ist es so möglich, dass verschiedene Anleger in die Firma investieren. Anleger können sowohl Firmenangehörige sein, als auch Investoren, die in keiner Verbindung zu dem Unternehmen stehen (6, 7).

Börsengang

Mit dem Börsengang kann ein Unternehmen unter anderem Aufmerksamkeit gewinnen.  (Bildquelle: Gerd Altmann / Pixabay)

Des Weiteren erleichtert der Börsengang die Weitergabe des Unternehmens an die nachfolgende Generation. Zudem eröffnet sich dadurch die Möglichkeit an Geld zu gelangen, wodurch auch die Liquidität des Unternehmens steigt. Auch Investorenentscheidungen lassen sich so einfacher fällen (6, 7).

Was sind die Voraussetzungen für einen Börsengang?

Ein Unternehmen, das den Börsengang anstrebt, muss dafür einige Voraussetzungen erfüllen. Im Folgendem listen wir die wichtigsten Aspekte auf (10).

  • Equity Story
  • Börsenreife des Managements
  • Zulassungsvoraussetzungen der Börsensegmente
  • Kapitalerhöhung zum Börsengang
  • Rechtsformen für Börsengang
  • Umwandlungen vor einem Börsengang
  • Rechtliche, wirtschaftliche & innere Börsenreife

Was verändert sich durch den Börsengang?

Neben dem Aspekt, dass das Unternehmen durch den Börsengang Geld erlangt, wird dieses ebenfalls attraktiver und bekannter. Zudem gewinnen Unternehmen normalerweise auch an Liquidität. Die Anteile gehören nach dem Kauf den Miteigentümern beziehungsweise den Aktionären. Diese erlangen mit dem Kauf auch ein Stimmrecht bei der jährlichen Hauptversammlung.

Somit sind Aktionäre in der Lage Einfluss auf einige Entscheidungen auswirken zu können. Zudem wird ihnen eine Dividende ausgezahlt, sie werden also am Gewinn des Unternehmens beteiligt (6).

Börsengang

Der Börsengang ist auch mit Pflichten verbunden, beispielsweise muss die Hauptversammlung jährlich abgehalten werden. (Bildquelle: Gerd Altmann / Pixabay)

Das Unternehmen unterliegt nach dem Börsengang der Marktaufsicht und dem Börsengesetz. Dadurch ist das Unternehmen unter anderem dazu verpflichtet regelmäßig ausführliche und exakte Zahlen, beispielsweise als Finanzberichterstattung herauszugeben.

Zudem müssen die anfallenden Börsen-Gebühren gezahlt werden. Bei einer positiven Entwicklung des Unternehmens ist es zudem später zu einem späteren Zeitpunkt, neues Kapital zu beschaffen, indem neue Wertpapiere an der Börse platziert werden (6).

Wie lange dauert der Börsengang?

Der Börsengang ist ein zeitintensiver Prozess, für den genug Zeit eingeplant werden sollte.  (5).

Laut Experten, dauert ein vollständig abgeschlossener Börsengang in etwa ein Jahr (5).

Für die Zeitrechnung eines Jahres müssen davor jedoch alle Grundvoraussetzungen bereits vorab erfüllt sein. Das Hinarbeiten und Erfüllen der Grundvoraussetzung benötigt ebenfalls einiges an Zeit (12).

Wie wird der Preis für den Börsengang gebildet?

Es gibt vier verschiedene Verfahren zur Preisbildung für den Börsengang. Die folgende Tabelle soll dir einen Überblick über die Preisbildungsverfahren geben, und diese erklären (11).

Preisbildungsverfahren Erklärung
Klassisches Bookbuilding Die Investoren bekommen eine Preisspanne angegeben, in der sie ein Angebot abgeben können.
Festpreisverfahren Aktien werden Investoren zu einem festen Preis angeboten.
Auktionsverfahren Hier geht es um eine Erlösmaximierung. Die höchst bietenden bekommen Anteile.
Decoupled Bookbuilding Die Investoren können in einer festgelegten Zeitspanne innerhalb einer festgelegten Preisspanne bieten. Sobald die Zeit abgelaufen ist wird entschieden, wer welche Anteile bekommt.

Fazit

Die meisten Unternehmen nutzen den Börsengang, um sich zu vergrößern oder weiter investieren zu können. Durch diesen Prozess gewinnt das Unternehmen Eigenkapital, wodurch es nicht weiterhin auf Fremdkapital angewiesen ist. Jedoch müssen für den Börsengang einige Voraussetzungen erfüllt werden, und einige Prozesse angepasst und optimiert werden.

Der Börsengang erweist sich als attraktive Möglichkeit für Unternehmen, die bereits die Kriterien erfüllen. Es gibt hier jedoch strikte Regelungen um Sicherheit und Seriosität gewährleisten zu können.

Bildquelle: Popov / 123rf

Einzelnachweise (12)

1. Finanzfluss: Die Börse für Anfänger: Börse einfach erklärt! Finanzfluss Team, 26.02.2020.
Quelle

2. Wiener Börse: Wie funktioniert die Börse?
Quelle

3. Börse Frankfurt: So funktioniert die Börse.
Quelle

4. Finanztreff: Aktien - Basiswissen
Quelle

5. GeVestor Scharfsicht zahlt sich aus: 5 wichtige Schritte zum Börsengang. Peter Hermann.
Quelle

6. Brokervergleich: Warum geht ein Unternehmen an die Börse?
Quelle

7. BWL- Wissen: Börsengang
Quelle

8. GeVestor Scharfsicht zahlt sich aus: Die Top der 10 der größten Börsengänge – Alibaba setzt neue Maßstäbe. Alexander Mittermeier.
Quelle

9. etf.capital: Börsengänge 2020: Diese Firmen musst du kennen. etf.capital, 01.11.2020.
Quelle

10. ipoBOX – Nachschlagewerk rund um das Thema Börsengang: Voraussetzung
Quelle

11. ipoBOX – Nachschlagewerk rund um das Thema Börsengang: Preisbildungstechniken
Quelle

12. AlleAktien: IPO (Initial Public Offering)
 / Börsengang.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Die Börse für Anfänger: Börse einfach erklärt!
Finanzfluss: Die Börse für Anfänger: Börse einfach erklärt! Finanzfluss Team, 26.02.2020.
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Wie funktioniert die Börse?
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5 wichtige Schritte zum Börsengang
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Die Top der 10 der größten Börsengänge – Alibaba setzt neue Maßstäbe
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Voraussetzung
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IPO (Initial Public Offering)
 / Börsengang
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 / Börsengang.
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