Interessierst du dich für die Beantragung ein Finanzprodukt, gehen damit in der Regel einige Voraussetzungen einher. Unabhängig davon, ob du ein Girokonto, ein Darlehen oder ein Zahlungsmittel aus Plastik benötigst – ohne die notwendigen Bedingungen kann die Bank etwaigen Risiken nicht konsequent entgegenwirken.

In jenen Fällen wird dein bevorzugter Anbieter vor allem finanzielle Aspekte deines Lebens überprüfen. Dazu gehört neben dem Nachweis einer längerfristigen Beschäftigung sowie des Besitzes eines deutschen Girokontos auch die Darlegung eines regelmäßigen, aktiven Einkommens.

Ein besonders wesentlicher Punkt ist diesem Fall auch die sogenannte Bonität. Worum es sich hierbei handelt und was du besonders beachten solltest, wollen wir dir in weitere Folge etwas genauer erläutern.

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Bonify
Bernhard Kuntner in Bonität

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bonität ist gleichbedeutend mit dem Begriff der Zahlungsfähigkeit. Sie ist im Falle von Kreditanträgen, Kontoeröffnungen sowie auch Anträgen für Kreditkarten essenziell.
  • Deine Bonität wird in zweifacher Ausführung ermittelt. Abgesehen von der Überprüfung spezieller Dokumente holt sich der Anbieter auch Informationen von externen Dienstleistern ein.
  • Das Level deiner Bonität ist nicht in Stein gemeiselt. Durch die Zahlung offener Rechnungen bzw. Tilgung von bestehenden Krediten kannst du eine Verbesserung bewirken.

Was versteht man unter dem Begriff Bonität?

Unter dem Begriff „Bonität“ wird ein Synonym für die Zahlungsfähigkeit verstanden. In diesem Rahmen wird somit ermittelt, ob du dazu in der Lage bist, etwaige Schulden bzw. offene Rechnungen zu bezahlen. Hierbei ist neben deinem aktiven Geldfluss auch dein bisheriger Umgang mit finanziellen Mitteln von entscheidender Bedeutung.

In Kombination mit einigen Finanzprodukten spielen Zinsaufschläge eine entscheidende Rolle. Da es sich hierbei um den möglichen Umsatz des Anbieters handelt, steht die Einhaltung der Voraussetzungen an oberster Stelle. (Bildquelle: 123rf.com / Marian Vejcik)

Bevor du ein Finanzprodukt deiner Wahl in Anspruch nimmst, lohnt es sich somit die eigene Bonität überprüfen zu lassen. Dieser Faktor kann darüber entscheiden, ob dein Antrag positiv ausfällt bzw. mit welchen Einschränkungen du leben musst.

In Ausnahmefällen kann dieses Kriterium auch weniger Bedeutung erhalten. Jene Angebote erhältst du in der Regel nicht bei einem Kreditinstitut und sind mit zusätzlichen Auflagen bzw. Einschränkungen verbunden.

Was muss ich bezüglich Bonität beachten?

Wie bereits eben angesprochen, wird deine Finanzhistorie zur Bemessung deiner Bonität genutzt. Ausgewählte Teilbereiche können hierbei für einen schlechteren bzw. unzureichenden Wert sorgen. Diese lauten wie folgt:

  • Zahlungen: Unregelmäßigkeiten in Zusammenhang mit laufenden Rechnungen, Kreditkartensummen oder Darlehen
  • Inkassodaten: Nicht beglichene, offene Zahlungen
  • Gerichtsdaten: Haftbefehle, Vorstrafen, Eidesstattliche Versicherungen
  • Verpflichtungen: Laufende Inanspruchnahme von Krediten

Daten zu jenen Lebensabschnitten deutscher Bürger werden von der sogenannten „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ (SCHUFA) gesammelt. Neben Kreditkarten, Darlehen und Girokonten umfasst gehören auch Telekommunikationsverträge zu dem mittlerweile über eine Milliarde an Datensätzen fassende Speicher.

Bevor du einen positiven Bescheid von deiner Bank erhältst, muss dein Kreditinstitut zunächst eine SCHUFA-Auskunft einholen. Anhand deiner bisher gesammelten Daten kann daraus eine Einstufung anhand eines speziellen Rankings durchgeführt werden.

Wert Einstufung
97,5 und höher Sehr geringes Risiko
95 bis 97,5 Geringes bis überschaubares Risiko
90 bis 95 Zufriedenstellendes bis erhöhtes Risiko
80 bis 90 Deutlich erhöhtes bis hohes Risiko
50 bis 80 Sehr hohes Risiko
Unter 50 Sehr kritisches Risiko

Die jeweiligen Gewichtungen werden dabei sehr unterschiedlich gewertet. Welche Auswirkungen eine unbezahlte Rechnung auf deinen SCHUFA-Score haben kann, muss individuell analysiert und kann nicht pauschal beantwortet werden. Welchen Wert eine Bank bevorzugt kann ebenfalls unterschiedlich gestaffelt sein. Im Zweifelsfall lohnt sich eine vorherige Auskundschaftung.

Bevor du einen Kredit, ein Zahlungsmittel oder ein Girokonto beantragst, lohnt es sich somit zuvor die eigenen Finanzen im Detail zu analysieren. Die Begleichung einer offenen Rechnung vor der Antragstellung solltest du unbedingt priorisieren. Hast du diesen Teilschritt durchgeführt, werden negative Einträge im Normalfall automatisch gelöscht.

Wie kann ich meine Bonität überprüfen?

Wie bereits eben angesprochen, ist die „SCHUFA“ die wohl größte Einrichtung Deutschlands in Zusammenhang mit der Bonität. Abgesehen von der Sammlung personenbezogener Daten, besteht hierbei auch die Möglichkeit, deine Einträge bzw. Datensätze einzulesen. Hierfür ist allerdings die Entrichtung einer Gebühr von 24,95 € ab der zweiten Einsicht erforderlich.

Die eigene Bonität kann in Deutschland auch bei weiteren Anbietern begutachtet werden.

Solltest du das genaue Ausmaß deiner Zahlungsfähigkeit in Erfahrung bringen wollen, stehen dir diesbezüglich auch andere Dienstleister zur Verfügung. Eine Auswahl bekannter Unternehmen umfasst unter andere folgende Anbieter:

  • Boniversum
  • CRiF
  • Arvato
  • Score Kompass
  • Bürgel

Jene Anbieter können anhand unterschiedlicher Kriterien gegenübergestellt werden. Sowohl die Anzahl der Daten, die Bearbeitungskosten als auch der zeitlich benötigte Rahmen zur Versendung der Daten sind hier relativ unterschiedlich gestaffelt. Um die für dich passende Leistung zu finden, lohnt sich wohl eine vorherige Auskunft zur angebotenen Dienstleistung.

In diesem Zusammenhang kannst du mittlerweile auch auf kostenfreie Angebot zurückgreifen. Obwohl im direkten Vergleich ein wohl geringes Maß an Datensätzen vorhanden ist, kannst du hierbei Daten zu deiner Bonität äußerst flexibel einlesen.

Der Service kann nach der bloßen Einsicht deines Personalausweises auch mithilfe eines Smartphones genutzt werden. Die App ist sowohl für „Android“ als auch „iOS“ Geräte nutzbar.

Fazit

Deine Bonitätswerte sind ein essenzieller Bestandteil des finanziellen Teilbereichs deines Lebens. Jener Faktor kann darüber entscheiden, welche Ressourcen von Banken du für dein Privatleben in Anspruch nehmen kannst. Damit jener Wert nicht zum Stolperstein werden kann, lohnt sich somit eine regelmäßige Bestandsaufnahme.

Sollte deine Bonität einen suboptimalen Wert aufweisen, kannst du das Problem grundsätzlich aus zwei Gesichtspunkten betrachten. Die optimale Lösung ist hierbei wohl die Bereinigung negativer Einträge, um bei der Inanspruchnahme von Finanzleistungen auf die Sicherheit eines Kreditinstituts vertrauen zu können.

Alternativ kannst du dein Glück auch bei speziellen Anbietern versuchen, welche in Bezug auf jenes Kriterium weniger strenge Anforderungen stellen. Jene Leistungen findest du jedoch hauptsächlich in Form von privaten Anlegern exklusiv im Internet. Aufgrund etwaiger anderer Einschränkungen solltest du diesen Ansatz eher als einmalige Ausnahmelösung betrachten.