Zuletzt aktualisiert: 9. Juni 2021

Bestimmt hast du schon mal vom Break-Even-Point gehört. Weißt du aber auch was das ist? Und wozu dieser nützlich sein kann? Diese Formel ist international bekannt und bei vielen sehr beliebt zugleich. Denn viele Unternehmer benutzen sie. Sie wird immer dann dazu genommen, wenn es darum geht zu Planen oder eine Strategie zu entwickeln. Diese Formel zeigt dir wo deine Gewinnschwelle liegt.

In unserem Artikel findest du alle Antworten zum Thema Break-Even-Point Formel. Drei Fakten in Kürze, wie wichtig sie ist und warum Unternehmer so an diese Formel glauben. Wir klären dich auf, damit du mitreden kannst.




Das Wichtigste in Kürze

  • Die Break-Even-Point Formel ist eine Formel, um die Gewinnschwelle eines oder mehrere Produkte zu ermitteln.
  • Mit dieser Formel kannst du einschätzen, wie sich deine betrieblichen Entscheidungen auswirken können.
  • Der Break-Even-Point kann dir einige wichtige Fragen zu deinen Umsätzen, Gewinnen und Verlusten beantworten.

Hintergründe: Was du über die Break-Even-Point Formel wissen solltest?

Sobald du die unten gesammelten Fragen zum Thema Break-Even-Point beantworten kannst, hast du die Break-Even-Point Formel verstanden. Falls nicht, haben wir dir diese Fragen in unserem Ratgeber auch nochmal einfach erklärt.

Was ist eine Break-Even-Point Formel und was bringt sie dir?

Der Break-Even-Point ist eine mathematische Formel. Und gehört in den Bereich der Betriebswirtschaftslehre. Jeder der mit BWL bereits in Berührung kam, sollte eigentlich von dieser Formel gehört haben. Sie wird im Rechnungswesen sowie im Controlling gebraucht.

Mit ihr kann die Schwelle berechnet werden, ab wann ein Unternehmen Gewinne erzielt. Im Deutschen wird der Break-Even-Point Gewinnschwelle oder Deckungspunkt genannt. Es werden fix und variable Kosten benötigt. Aber auch Erlöse, also die Einnahmen und Kosten, also die Ausgaben des Unternehmens. Den Break-Even-Point wird zur Veranschaulichung oftmals auch grafisch dargestellt. (1, 2)

Je genauer deine Kennzahlen sind, desto aussagekräftiger wird deine Gewinnschwelle

Die Break-Even-Point Formel kann für nur ein oder mehrere Produkte angewendet werden. Nur ab einem Zeitpunkt, an dem die Erlöse die Kosten überschreiten, werden Gewinne erzeugt. Alles davor sind Verluste. Bei sprungfix Kosten sind mehrere Break-Even-Points möglich. Jedoch wird in der Praxis der Verlauf linear abgebildet, um die Berechnung zu vereinfachen.

Diese Break-Even-Point Formel kannst du benutzen, wenn du wissen möchtest ab welcher Verkaufsmenge du grüne Zahlen schreibst. Aber auch wie hoch dein Umsatz sein sollte, um aus der Verlustzone herauszukommen. Mit dieser Formel kannst du dein Unternehmen steuern, planen und analysieren. Damit du deine Finanzen richtig planen kannst.

Wer nutzt eine Break-Even-Point Formel?

Genutzt wird die Break-Even-Point Formel von sehr vielen Unternehmern. Die herausfinden wollen, ab wann sie einen Gewinn erwirtschaften. Um nicht Verluste zu machen und intelligent Investieren. Anfangs kann es etwas kniffeliger sein seine Kennzahlen herauszufinden. Je genauer deine Kennzahlen sind, desto aussagekräftiger wird deine Gewinnschwelle.

Dagegen wird die Break-Even-Point Formel seltener in kleineren und mittleren Betrieben genutzt. Vor allem in der Gastronomie wird die Formel kaum benutzt. Den Unternehmern in diesem Fall fehlen womöglich die Fachkenntnisse und sie wissen nicht, wie sie diese Formel anwenden.

Oder beschäftigen sich nicht gut genug damit, um herauszufinden, dass es so eine Formel gibt. Dabei sollte sich kein Unternehmer vom Gewinn oder Verlust überraschen lassen. (3)

Um für die Zukunft zu planen, braucht es solch eine Rechnung. Damit kannst du nämlich deine Kosten, Umsätze, Preise, Gewissen und Verluste kontrollieren. Die Break-Even-Point Formel hilft dir die Auswirkungen deiner Entscheidungen einzuschätzen.

Damit du herausfinden kannst ab welchen Zeitpunkt die Gewinne die Unternehmenskosten decken. Die Schnittstelle ist der Punkt, an dem der Verlust aufhört und der Gewinn anfängt. In der Mathematik sagt man, Umsatz = Gesamtkosten/Deckungsbeitrag=Fixkosten.

Wann ist eine Break-Even-Point Formel nützlich?

Unternehmer nutzen die Break-Even-Point Formel öfters, um ein Produkt oder sogar, um Produktpaletten zu analysieren. Mithilfe der Break-Even-Point Formel kann man nämlich einige wichtige Fragen beantworten, wie zum Beispiel:

  • Wie wird der Gewinn bei einer Umsatzerhöhung beeinflusst?
  • Wie wird der Gewinn bei einer Umsatzminderung beeinflusst?
  • Ab welchen Umsätzen wird die Gewinnschwelle erreicht?
  • Wie hoch muss ich den Umsatz erhöhen, um Gewinne zu erzielen?
  • Welchen Umsatz brauche ich, um eine Kostenerhöhung auszugleichen?
  • Wie hoch muss ich meinen Umsatz ankurbeln, um einen geplanten Gewinn zu erzielen? (3)

Nützlich ist die Formel auch, wenn es sich um eine Unternehmens Neugründung handelt. Denn bei einer Neugründung solltest du deine Gewinnschwelle nicht nur abschätzen.

Dasselbe gilt bei einer Produkt Neueinführung. Die Formel kannst du gezielt auf all deine Produkte anwenden. Damit du zu Beginn kein Risiko eingehst und deine Ziele smart planst.

Du kannst genau rausfinden, ab welcher Absatzmenge dein Produkt Gewinne erzielt. Bei einem einzigen Produkt ermittelst du die Stückzahl. Während du bei der Berechnung einer Produktpalette den Gesamtumsatz als Gewinnschwelle ermittelst. (4)

Den Break-Even-Point kannst du auf all deine Produkte übertragen. So kannst du herausfinden ab welcher Verkaufsmenge du mit dem jeweiligen Produkt Gewinne erzielst. (Bildquelle: Pexels / Lukas)

Aber nicht nur für den Gewinn ist die Formel nützlich. Die Break-Even-Point Formel kannst du benutzen, um zu kalkulieren, wie viel Spielraum du im Falle eines Umsatzrückganges hast.

Wie viel Umsatzrückgang du dir leisten kannst, damit dein Unternehmen keine Verluste macht. Oder wie viele Verkäufe du planen musst. Welche du entweder aus deinem bestehenden Kundenstamm animierst oder Neukunden gewinnen möchtest. (5, 6)

Wie berechnet man den Break-Even-Point?

Bevor du mit der Berechnung beginnst, musst du ein paar Kennzahlen vorbereiten. Und zwar musst du deine Fixkosten, die variablen Kosten pro Stück und den Preis pro Stück.

Fixe Kosten (Kf): Diese Kosten sind unveränderlich. Sie fallen immer an. Unabhängig, ob Produkte verkauft werden oder nicht. Fixe Kosten sind auch unabhängig von der Produktionsgröße. Dazu zählen Mietkosten, Abschreibungen, Zinsen und mehr.

Variable Kosten (Kv): Diese Kosten sind abhängig von der Produktionsmenge und dem Beschäftigungsgrad. Sie können sinken oder steigen. Dazu zählen unter anderem Rohstoffe, Dienstleistung auch Fremdleistung.

Preis (p) pro Stück (x): Diese Kennzahl ist der Preis, zu dem du dein Produkt auf dem Markt anbieten möchtest. Dieser sollte selbstverständlich über deinen Herstellkosten liegen. Aber auch zum bestehenden Wettbewerb passen, damit du Kunden gewinnst.

  • Erlöse: E= p*x
  • Kosten: K=Kv*x+Kf
  • Gleichsetzung: p*x= Kv*x+Kf
  • Umgestellt nach Stückzahl: x=Kf / p-Kv (7)

Um den Break-Even-Point zu ermitteln, müssen deine Erlöse (E) mit den Kosten (K) gleich sein. Das bedeutet Erlöse=Kosten. Das Ergebnis umgestellt nach Stückzahl ist deine Break-Even-Point Formel.

Rechenbeispiel

Damit du die Formel besser verstehst haben wir dir eine Beispielrechnung vorbereitet. Angenommen du verkaufst selbstgemachtes Brot. Und du möchtest nun wissen ab welcher Verkaufsmenge du Gewinne erzielst.

Zuerst musst du dir deine Kennzahlen aufschreiben. Diese Kennzahlen musst du in einen bestimmten Zeitraum wählen, zum Beispiel monatlich. Anschließend musst du sie in die oben genannten Formeln eintragen.

Deine Kennzahlen Allgemeine Formel Kennzahlen eingesetzt
Preis pro Brot: p=2,80 €

Variable Kosten: Kv= 0,80 €

Fixkosten: Kf= 4000 €

E= p*x

K=Kv*x+Kf

p*x= Kv*x+Kf

x=Kf / p-Kv

E=2,80*x

K= 0,80*x+4000

2,80*x=0,80*x+4000

x=4000 / 2,80-0,80

x=2000 Brote

Bei einer Stückpreis von 2,80 €, variablen Kosten von 0,80 € und fixen Kosten von 4000 € benötigst du eine Stückzahl von 4000 / 2 = 2000 Broten. Das bedeutet ab dem 2001 verkauften Brot machst du deinen ersten Gewinn.

Beachte, dass du diese Formel auf ein Monat berechnet hast. Du musst monatlich 2001 Brote verkaufen um Gewinne zu erzielen. Und bei 2001 Broten liegt dein Gewinn bei 2,80 €, da du nur ein Brot in der Gewinnzone verkaufst.

Wie stelle ich den Break-Even-Point grafisch dar?

Der Break-Even-Point wird meist auch grafisch dargestellt. So kannst du dir deine Gewinn- und Verlustzone veranschaulichen. In einem XY-Diagramm ist die x-Achse die Menge und die y-Achse die Kosten/Umsätze.

Aus dem Nullpunkt heraus beginnt die Umsatzerlös kurve. Und aus der Kosten Achse waagerecht verläuft deine Fixkosten kurve. Ab diesem Punkt beginnt auch deine Gesamtkosten Kurve und verläuft steigend.

Nun hast du es schon geschafft. Der Schnittpunkt aus der Gesamtkosten und der Umsatz kurve ist dein Break-Even-Point. Aus diesem Punkt kannst du waagerecht deine Umsätze auf der y-Achse ablesen. Und senkrecht auf der x-Achse die dazugehörige Menge, die du verkaufen musst. Alles über diesen Punkt hinaus ist dein Gewinn.

Die Zwischenräume der Erlös kurve und der Gesamtkostenkurve sind deine Gewinn- und Verlustzonen. Recht vom Nullpunkt bis hin zur Schnittstelle, dem Break-Even-Point ist deine Verlustzone. Rechts ab dem Break-Even-Point ist dein Gewinn. Aus diesem Schaubild kannst du herauslesen bei welcher Menge du welche Umsätze generierst. (8)

Wie interpretiere ich das Break-even-point Ergebnis?

Nachdem du die Formel angewendet hast, deinen Break-Even-Point berechnet hast und ihn dir grafisch veranschaulicht hast, geht es nun zur Interpretation. Der Break-Even-Point also die Schnittstelle der zwei Kurven ist der Punkt, ab dem du positive Zahlen schreibst. Am Punkt direkt schreibst du aber noch keine Gewinne. Hier sind deine Erlöse gleich deinen Kosten.

Indem du verschiedene Zahlen in die Formel einsetzt, kannst du verschiedenen Ergebnisse erzielen. Zum Beispiel kannst du nun herausfinden, wie viel Raum du zur Verfügung hast, wenn dein Umsatz mal zurückgehen sollte. Eine weitere Möglichkeit ist es einen Gewinn zu planen und herauszufinden wie viel Umsatz du dafür machen musst.

Fazit

Die Break-Even-Point Formel ist eine nützliche Formel, wenn du deine Gewinnzone und auch deine Verlustzone herausfinden möchtest. Zuerst musst du deine wichtigsten Zahlen kennen. Dazu zählen fixe Kosten, variable Kosten und Stückpreise.

Anschließend kannst du deine Kennzahlen einfach in die Formel einsetzen. Jeder Unternehmer sollte die Formel nutzen, um zu erkennen, ob sich das Produkt in seinen Zahlen lohnt.

Die Schnittstelle zwischen Gesamtkosten kurve und Umsatzerlös kurve ist dein Break-Even-Point. Jeder weitere Euro, den du über diese Schwelle erwirtschaftest und jedes Produkt, welches du mehr als den Break-Even-Point verkaufst, fliest als Geld in dein Unternehmen. Du erkennst, inwieweit eine Umsatzänderung dein Gewinn beeinflusst, und kannst deine Gewinne planen.

Bildquelle: Unsplash / Scott Graham

Einzelnachweise (8)

1. Wirtschaftslexikon.gabler.de: Break-Even-Point, Prof. Dr. Ulrich Pape.
Quelle

2. Adolph Matz, Break-even-Analyse (Vollkostendeckungsanalyse), Planung und Kontrolle von Kosten und Gewinn, Gabler Verlag, Wiesbaden, 1964, S. 217-234.
Quelle

3. Posluschny, Peter, Kostenrechnung für die Gastronomie, München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2013, S. 203-211.
Quelle

4. Daniel Schmitz, Variationen der Break-Even-Analyse und ihre Einsatzmöglichkeiten im Unternehmenscontrolling, Hamburg Diplomica Verlag GmbH, 2012.
Quelle

5. Marhaeni, Agustina Pradita and Wahyudi, Sugeng, Analysis Break Even Point, 2011.
Quelle

6. Joon H. Paek, Running a Profitable Construction Company: Revisited Break-Even Analysis, 2000, 10.1061/(ASCE)0742-597X(2000)16:3(40)
Quelle

7. Bwl-lexikon.de: Break Even Point
Quelle

8. Swamidass, P. M., Break-Even Analysis, 2000, https://doi.org/10.1007/1-4020-0612-8_100
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Break-Even-Point
Wirtschaftslexikon.gabler.de: Break-Even-Point, Prof. Dr. Ulrich Pape.
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Wissenschaftliches Fachbuch
Adolph Matz, Break-even-Analyse (Vollkostendeckungsanalyse), Planung und Kontrolle von Kosten und Gewinn, Gabler Verlag, Wiesbaden, 1964, S. 217-234.
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Wissenschaftliches Fachbuch
Posluschny, Peter, Kostenrechnung für die Gastronomie, München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2013, S. 203-211.
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Wissenschaftliches Fachbuch
Daniel Schmitz, Variationen der Break-Even-Analyse und ihre Einsatzmöglichkeiten im Unternehmenscontrolling, Hamburg Diplomica Verlag GmbH, 2012.
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Wissenschaftliche Studie
Marhaeni, Agustina Pradita and Wahyudi, Sugeng, Analysis Break Even Point, 2011.
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Wissenschaftliche Studie
Joon H. Paek, Running a Profitable Construction Company: Revisited Break-Even Analysis, 2000, 10.1061/(ASCE)0742-597X(2000)16:3(40)
Gehe zur Quelle
Break Even Point
Bwl-lexikon.de: Break Even Point
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Wissenschaftliches Fachbuch
Swamidass, P. M., Break-Even Analysis, 2000, https://doi.org/10.1007/1-4020-0612-8_100
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