Zuletzt aktualisiert: 8. Juni 2021

Eine der zentralsten Fragen aller Gründer und solcher die es werden wollen, ist wohl, ab wann eine Unternehmung anfängt, Gewinn abzuwerfen. Um diese Frage zu beantworten, kann der Break Even Point herangezogen werden.

Der Break Even Point und die Analyse dessen spielen im Rechnungswesen und dem Controlling eine zentrale Rolle. Unternehmer können durch ihn den Zeitpunkt ermitteln, ab dem das Unternehmen profitabel ist. Somit stellt er die wichtigste Größe für zukünftigen Erfolg dar.




Das Wichtigste in Kürze

  • Der Break Even Point gibt an, wann ein Produkt oder ein ganzes Unternehmen Erlöse in Höhe seiner Kosten erzielt. Vor diesem Punkt werden Verluste und nach diesem Punkt Gewinne erwirtschaftet.
  • Mithilfe des Break Even Points können Unternehmer das Sortiment einschätzen und anpassen, Kosten im Vergleich zum Erlös einschätzen und gewinnsteigernde Maßnahmen ableiten.
  • Für die Berechnung werden die Gesamtkosten von dem Gesamtumsatz abgezogen. Dabei müssen sowohl fixe als auch variable Kosten berücksichtigt werden.

Hintergründe: Was beschreibt der Break Even Point und wie wird er berechnet?

Der Break Even Point beschreibt den Punkt zwischen Verlust- und Gewinnzone eines Unternehmens. (3) Erst ab dem Break Even Point übersteigen die Erlöse die Kosten und Gewinne können erwirtschaftet werden.

Break even point

Erst wenn die Erlöse eines Unternehmens die Kosten überschreiten, können Gewinne erwirtschaftet werden. Daran erkennt man die Wichtigkeit des Break Even Point, denn jedes Unternehmen strebt langfristigen Erfolg und Gewinn an. (Bildquelle: Unsplash/ Micheile Henderson)

Für ein Unternehmen ist es daher sehr wichtig diesen Break Even Point berechnen und einschätzen zu können. Nur dann können Gewinne und Kosten geplant und optimiert werden, sodass das Unternehmen profitabel wird. Daher findest du hier alles was du über den Break Even Point und dessen Berechnung wissen musst.

Worum handelt es sich beim Break Even Point?

Der Break Even Point gibt die Gewinnschwelle oder auch den Kostendeckungspunkt an, an dem die Gesamtkosten eines Unternehmens durch dessen Gewinn ausgeglichen werden. Erlös und Kosten sind somit im Break Even Point exakt gleich groß. (3)

Der Break Even Point stellt die Gewinnschwelle zwischen Verlust und Gewinn dar.

Im Kontext des Gründens bedeutet das, dass das Unternehmen vor dem Break Even Point in der sogenannten Verlustzone ist.

Erst wenn das Unternehmen über die Zeit genug Umsatz erwirtschaftet, kann es über die Gewinnschwelle (alternativ für Break Even Point) in die Gewinnzone kommen und tatsächliche Gewinne erzielen.

Welche Informationen liefert eine Break-Even-Analyse?

Die Break-Even-Analyse liefert einem Unternehmen in erster Linie seinen benötigten Mindestabsatz. (2, 4, 5) Dieser Absatz muss überschritten werden, um einen Gewinn zu erwirtschaften. Bleibt ein Unternehmen unter diesem Mindestabsatz entstehen Verluste. Mit dieser Information können folgende Stellschrauben geplant und angepasst werden:

  • Steigende Verkaufszahlen anregen
  • Anpassung der variablen Kosten
  • Anpassung der fixen Kosten
  • Sortimentsanpassung

Dadurch können Gefahren abgewendet oder Probleme frühzeitig erkannt werden. (1) Außerdem kann eingeschätzt werden, welchen Spielraum ein Unternehmen bei seinem Absatz hat, bei dem dennoch alle Kosten gedeckt werden. Dabei ist eine gleichbleibende Preisgestaltung vorausgesetzt.

Wann und wofür wird eine Break-Even-Analyse verwendet?

Eine Break-Even-Analyse ist für Neugründer sehr interessant. Denn in diesem Stadium ist es besonders wichtig, zu wissen, ab wann das Unternehmen profitabel wird. Diese Informationen sind relevant für mögliche Investoren.

Eine Break-Even-Analyse sollte von Neugründern und auch bestehenden Unternehmern regelmäßig durchgeführt werden.

Aber nicht nur Neugründer, sondern auch alle anderen Unternehmer sollten regelmäßige Break-Even-Analysen durchführen, um ihren Spielraum zu erkennen und das Sortiment, die Verkaufsstrategie und die entstehenden Kosten so effizient wie möglich zu gestalten.

Daher lohnt sich die Betrachtung des Break Even Points für alle Unternehmen und empfiehlt sich mindesten einmal im Jahr. Dabei kann der Break Even Point und dessen Analyse auf das gesamte Unternehmen, einzelne Produkte oder Produktgruppen angewendet werden.

Wie wird der Break Even Point berechnet?

Der Break Even Point ist der Punkt, an dem die Gesamtkosten eines Unternehmens oder einer Investition genauso groß sind, wie der Gesamtumsatz. Die Gesamtkosten berechnen sich dabei aus den variablen und den fixen Kosten. (3)

Break even point

Für die Berechnung des Break Even Points werden die Gesamtkosten vom Gesamterlös abgezogen. Hierfür werden variable und fixe Kosten sowie die mit dem Einzelpreis multiplizierten Verkaufsmengen verrechnet. (Bildquelle: Unsplash / Scott Graham)

Für die grundlegende Berechnung müssen also zwei Größen bekannt sein: Der Umsatz und die Kosten. Sind diese ausgeglichen, spricht man vom Break Even Point bzw. der Gewinnschwelle.

Die allgemeine Formel sieht daher folgendermaßen aus:

Break Even Point = Gesamtumsatz - Gesamtkosten = 0

Bei der Berechnung der Gewinnschwelle gilt es allerdings zu wissen, was sich hinter den einzelnen Begriffen der Kostenrechnung verbirgt:

Die Gesamtkosten teilen sich in fixe und variable Kosten. (7, 8) Fixe Kosten sind Ausgaben, die kontinuierlich anfallen. Sie sind unabhängig von der produzierten Menge. Typische Beispiele für fixe Kosten sind u.a. Mieten, Gehälter von Festangestellten, Abschreibungen. (8)

Variable Kosten steigen oder sinken in Abhängigkeit zur produzierten Menge. Sie werden häufig als veränderliche Kosten bezeichnet. Typische Beispiele für variable Kosten sind Materialkosten, Provisionen und Transportkosten. (7)

Da sich die Gesamtkosten aus der Summe der fixen und variablen Kosten ergibt, lässt sich folgende Formel aufstellen:

Gesamtkosten = fixe Kosten + variable Kosten

Ein besonderes Augenmerk gilt es auch hier wieder auf einen Teil der Formel zu werfen: Die variablen Kosten! Diese lassen sich aus den variablen Stückkosten und der produzierten bzw. verkauften Menge errechnen:

variable Kosten = variable Stückkosten * Menge

Gesamtkosten = fixe Kosten + variable Stückkosten * Menge

Mit diesen Grundlagen lässt sich die Frage stellen, wie viel Stück eines Artikels ein Unternehmen absetzen muss, um profitabel zu werden. Neben den Gesamtkosten werden hierzu der Umsatz sowie der Deckungsbeitrag benötigt.

Umsatz = Einzelpreis * Menge

Der Deckungsbeitrag gibt den Teil des Erlöses an, der die Stückkosten übersteigt. (6)

Deckungsbeitrag pro Stück = Verkaufseinzelpreis - variable Stückkosten

Nun setzen wir das alles in die anfängliche Formel ein:

Break Even Point = Gesamtumsatz - Gesamtkosten = 0

Break Even Point = (Einzelpreis * Menge) - (fixe Kosten + variable Stückkosten * Menge)

Da der Break Even Point = 0 ist, setzen wir dies ein und Lösen die Gleichung nach der Menge auf, um auf die Stückzahl zu kommen, die benötigt wird, um die Gewinnschwelle zu erreichen. Unter Einbezug des Deckungsbeitrags pro Stück ergibt sich dann folgende finale Formel:

Menge = fixe Kosten / Deckungsbeitrag pro Stück

Worin besteht der Unterschied zwischen dem Break-Even-Point und der Amortisation?

Der Break Even Point ist eine vereinfachte Berechnung der Amortisation. Die Amortisation betrachtet beispielsweise zusätzlich die periodisch anfallenden Fixkosten. (9) Dabei wird ein Zeitraum in einzelne Perioden unterteilt. Diese Perioden werden bezüglich Über- oder Unterschreitung der Gewinnschwelle einzeln betrachtet.

Break Even Point Amortisation
Gesamte Fixkosten periodisch anfallende Fixkosten
Betrachtung eines Punktes Betrachtung mehrerer Perioden
Aussage über einmale Gewinnschwelle Aussage über tatsächlicher Gewinnbeitrag

Dabei wird die Dauer der Amortisation pro Periode durch die Division des Break Even Points für die Produktionsmenge durch die erwartete Absatzmenge berechnet. Während der Break Even Point lediglich angibt, ab wann Kosten und Erlöse gleich sind, gibt der Amortisationszeitpunkt an, ab wann eine Investition oder ein Produkt tatsächlich Gewinne erwirtschaftet, die die Kosten ausgleichen.

Wie kann der Break Even Point in Excel ermittelt werden?

Die händische Berechnung des Break Even Points kann bei größeren Datenmengen und vermehrten Kosten, Erlösen sowie Produkten schnell kompliziert und unübersichtlich werden. Das einfachste Tool für die manuelle Berechnung stellt Excel dar.

In Excel können Datensätze ganz einfach in Tabellenform angelegt werden. Pro Spalte werden Erlöse, variable und fixe Kosten angegeben. Dabei kann so feingliedrig wie nötig vorgegangen werden. Mithilfe der oben genannten Rechnung kann dann eine Formel für die einzelnen Spalten hinterlegt werden.

Fazit

Der Break Even Point ist eine wichtige Größe für die Gewinnplanung eines Unternehmens. Gewinne können erst dann erwirtschaftet werden, wenn die Erlöse größer sind als die entstehenden Kosten. Dabei müssen wirklich alle Kosten einbezogen und berücksichtigt werden. Nur dann kann eine zuverlässige Aussage getroffen werden.

Wenn du also selbst ein Unternehmer bist oder mit dem Gedanken einer Gründung spielst, solltest du dich definitiv mit dem Break Even Point auseinandersetzen. Je früher der Break Even Point erreicht werden kann, desto besser und desto eher wirst du Investoren für deine Unternehmensgründung finden.

Bildquelle: Austin Distel / Unsplash

Einzelnachweise (9)

1. Fraser-Mackenzie PAF, Ma T, Sung MC, Johnson JEV (2019). Let's Call it Quits: Break-Even Effects in the Decision to Stop Taking Risks.
Quelle

2. Kim Y (2006). Experience of a Break-Even Point Analysis for Make-or-Buy Decision.
Quelle

3. Weber, J; Pape, U: Stichwort: Break Even Point. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon. Abgerufen am 26.04.2021.
Quelle

4. Laskaris J, Regan K (2013). The new break-even analysis.
Quelle

5. Weber, J; Pape, U: Stichwort: Break Even Analyse. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon. Abgerufen am 27.04.2021.
Quelle

6. Weber, J: Stichwort: Deckungsbeitrag. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon. Abgerufen am 26.04.2021.
Quelle

7. Steven, M; Weber, J: Stichwort: variable Kosten. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon. Abgerufen am 26.04.2021.
Quelle

8. Steven, M; Weber, J: Stichwort: fixe Kosten. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon. Abgerufen am 26.04.2021.
Quelle

9. Breuer, W; Breuer, C; Pape, U: Stichwort: Amortisation. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon. Abgerufen am 26.04.2021.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Wissenschaftliche Studie
Fraser-Mackenzie PAF, Ma T, Sung MC, Johnson JEV (2019). Let's Call it Quits: Break-Even Effects in the Decision to Stop Taking Risks.
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Wissenschaftliche Studie
Kim Y (2006). Experience of a Break-Even Point Analysis for Make-or-Buy Decision.
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Wirtschaftslexikon
Weber, J; Pape, U: Stichwort: Break Even Point. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon. Abgerufen am 26.04.2021.
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Wissenschaftliche Studie
Laskaris J, Regan K (2013). The new break-even analysis.
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Wirtschaftslexikon
Weber, J; Pape, U: Stichwort: Break Even Analyse. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon. Abgerufen am 27.04.2021.
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Wirtschaftslexikon
Weber, J: Stichwort: Deckungsbeitrag. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon. Abgerufen am 26.04.2021.
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Wirtschaftslexikon
Steven, M; Weber, J: Stichwort: variable Kosten. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon. Abgerufen am 26.04.2021.
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Wirtschaftslexikon
Steven, M; Weber, J: Stichwort: fixe Kosten. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon. Abgerufen am 26.04.2021.
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Wirtschaftslexikon
Breuer, W; Breuer, C; Pape, U: Stichwort: Amortisation. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon. Abgerufen am 26.04.2021.
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