Zuletzt aktualisiert: 16. Juni 2021

Die Börse ist einer der komplexesten Finanzmärkte der Welt, denn es gibt sehr viele Finanzobjekte, in die man investieren kann. Anhand der Börse kann man herauslesen, wie finanziell stark oder schwach eine Währung, ein Land oder ein Unternehmen ist. Außerdem kann man auch in natürliche Rohstoffe investieren.

Jedoch kann die Börse als Neueinsteiger ziemlich unübersichtlich und unverständlich sein. Einer der wichtigsten Faktoren bzw. Kennzeichen an der Börse ist der Brief- bzw. Geldkurs.

In unserem Ratgeber helfen wir dir, alle Fragen zum Thema Briefkurse zu beantworten und dir den nächsten Börsengang zu erleichtern. Zudem wirst du mit Beispielen konfrontiert, die dir das Thema Briefkurs greifbarer machen wird.




Das Wichtigste in Kürze

  • Der Briefkurs repräsentiert den niedrigsten Preis, den der Verkäufer anbietet. Außerdem stellt der Briefkurs den Angebotskurs dar. Zudem bezeichnet man den Briefkurs an der Börse auch als "ask", was auf Deutsch "nachfragen" bedeutet.
  • Das Gegenteil vom Briefkurs ist der Geldkurs. Der Geldkurs repräsentiert den Kurs der Nachfrage. Also der Kurs der Nachfrage repräsentiert die Käufer, die die Finanzobjekte günstig wie möglich kaufen wollen. Außerdem bezeichnet man den Geldkurs an der Börse auch als "bid", was auf Deutsch "bieten" heißt.
  • Die Differenz der Geld-Brief-Spanne ist die Marge des Verkäufers. Diese Differenz wird an der Börse auch als Spread bezeichnet. Je geringer die Liquidität bzw. je weniger am Markt teilnehmen, desto größer der Spread.

Hintergründe: Was sind Briefkurse?

Bevor du dich mit Briefkursen auseinandersetzen wirst, solltest du wissen, dass Briefkurse ein Bestandteil der Börse ist. Da die Börse ziemlich kompliziert und unübersichtlich ist, werden wir in den folgenden Abschnitten alle wichtige Informationen zum Briefkurs darstellen. Mit diesen Informationen unterstützen wir dich bei deiner Entscheidung.

Was ist der Briefkurs und woraus setzt er sich zusammen?

Der Briefkurs ist ein Börsenkurs. Er stellt den niedrigsten Preis dar, für den ein Verkäufer bereit ist Wertpapiere, Devisen, Sorten oder Edelmetalle zu verkaufen.

Zu diesem Preis können andere Marktteilnehmer das Finanzprodukt kaufen. Das bedeutet, dass der Briefkurs den Kurs eines Angebots anzeigt. Da das Wort Briefkurs zu Verwirrungen führen kann, nennt man ihn auch "Ask" (1, 6, 7, 8).

Weshalb ist der Geldkurs ebenfalls wichtig?

Der Geldkurs ist das Gegenteil vom Briefkurs. Als Geldkurs bezeichnet man den Kurs, zu dem ein Käufer bereit ist, das Finanzobjekt zu kaufen. Außerdem setzt sich

Die Differenz zwischen dem Briefkurs und dem Geldkurs entspricht der Marge des Verkäufers.

Der Geldkurs aus der tatsächlichen Nachfrage auf dem Markt zusammen. Die Differenz zwischen dem Briefkurs und dem Geldkurs nennt man "Geld-Brief-Spanne" oder "Spread".

Diesen Spread kann man auch als Marge bezeichnen, die der Verkäufer von seinem Finanzobjekt erhält. Jedoch gelingt dies nur, wenn der Briefkurs höher als der Geldkurs ist, da dann der Verkäufer die Differenz behalten darf (2, 4, 5, 6, 7, 8).

Was für eine Rolle spielt die Geld-Brief-Spanne?

Wie erwähnt entspricht die Geld-Brief-Spanne dem Gewinn für den Verkäufer. Die Größe der Geld-Brief-Spanne hängt von den Kursschwankungen des Marktes ab. Die Kursschwankungen werden auch Volatilität genannt.

Falls es sehr viele Marktteilnehmer gibt, die bereit sind, ihr Finanzobjekt zu verkaufen bzw. ein Finanzobjekt zu kaufen, dann ist die Spanne sehr gering. Befinden sich jedoch wenige Markteilnehmer im Markt, dann fällt die Spanne in der Regel größer aus.

Seit 2012 existiert die Kryptowährung Bitcoin. Kein Finanzobjekt hat jemals einen so hohen Renditensprung gemacht wie Bitcoin. Die Gewinnspanne liegt bei mehr als 50.000 Euro, wenn man einen Bitcoin 2012 gekauft hätte. (Bildquelle: Pierre Borthiry / Unsplash)

Zudem könnte der Markt sogar zum Stillstand kommen, wenn die Verkäufer nicht die vorgeschlagene Kaufangebote annehmen. Die Geld-Brief-Spanne zeichnet also die Differenz zwischen der Unter- und Obergrenze aus. Falls der Spread hoch ausfällt, dann ist dies ein Indikator, dass der Markt eine geringe Liquidität ausweist (4, 5, 6, 7, 8).

Wo gibt es den Briefkurs?

Der Briefkurs gibt es für alle Finanzobjekte an der Börse. An der Börse kannst du nahezu alles handeln. Die folgenden Finanzobjekte kannst du an der Börse handeln.

Alle diese Finanzobjekte werden von Besitzer mit dem Briefkurs angeboten. Besonders bekannt wurde der Briefkurs bei Kryptowährungen, da dieser immer mit hoher Marge, aber auch mit hohem Risiko verbunden ist.

Wie berechnet man den Briefkurs?

Den Briefkurs kann man nicht durch eine allgemeine Formel oder Gleichung berechnen. Jedoch möchten wir dir durch eine kleine Rechenaufgabe mit Lösung ein Gefühl dafür geben, welchen Einfluss der Briefkurs haben kann.

Beispielsweise gehst du nach Amerika für einen 3-wöchigen Urlaub. Damit du dort einkaufen kannst, benötigst du die Währung Dollar. Der Kurs für Dollar sei ein Dollar für 50 Cent, also ein 2-er Kurs. Du wandelst 1000 € in 2000 $ um.

Nachdem du deinen erholsamen Urlaub beendet hast, willst du den Rest vom Reisegeld wieder in Euro umwandeln. Du sparsamer Fuchs hast nur 1000 Dollar ausgegeben und rein theoretisch solltest du 500 € zurückbekommen. Jedoch ist der Briefkurs höher als der Geldkurs und du muss Defizite einkassieren. Du bekommst stattdessen nur 350 €.

Letztendlich kann man sagen, dass bei Rückkauf eines Finanzobjektes du weniger in der Summe rausbekommst. Dies hängt selbstverständlich immer vom Kurs ab und man kann dieses Beispiel nicht generalisieren, aber wir hoffen, dass dir das Beispiel geholfen hat (6, 7).

Wie hängt der Briefkurs mit Währungen zusammen?

In der vorigen Frage wurde diese Frage mit dem Beispiel beantwortet. Jedoch fehlt noch eine gewisse Information, nämlich, dass bei einem Devisenkurs die Informationsquellen den Referenz- bzw. Mittelkurs angeben. Dieser bildet sich, indem zwischen dem Geld- und Briefkurs das arithmetische Mittelwert gezogen wird.

Das ist sehr wichtig zu wissen, wenn man beispielsweise wie oben ein Land bereist, welches eine andere Währung und somit die Währung einen anderen Koeffizient besitzt (3).

Wie kann man zum Briefkurs verkaufen?

Dein Ziel als Finanzobjekthändler liegt darin, eine höchstmögliche Marge zu erzielen. Wenn du dein Finanzobjekt für 500 € erworben hast, willst du verständlicherweise es mehr als 500 € zu verkaufen.

Jedoch möchte dein Gegenüber das Finanzobjekt möglichst günstig kaufen. Wenn die Liquidität des Marktes gering ist, dann spielt das in deine Karten, denn der Briefkurs liegt tiefer als der Geldkurs.

Die Linie spricht für den Kurs des Finanzobjektes und entspricht dem Geldkurs. Die Balken unterhalb der Linie entspricht dem Verkaufs- bzw. Kaufvolumen, das sich in diesem Zeitpunkt erstreckt hat (Bildquelle: Tech Daily / Unsplash)

Zudem kannst du das Volumen des Marktes analysieren. Wenn dieser gering ist, bedeutet dies, dass wenige Marktteilnehmer existieren. Dadurch ist das Angebot kleiner als die Nachfrage und dadurch kannst du den Verkaufspreis bzw. den Geldkurs in die Höhe drücken (4, 5, 6, 7).

Welche Eselsbrücken existieren für den Briefkurs?

Damit du dir die Begriffe Geldkurs und Briefkurs leichter merken kannst, haben wir für dich gute Eselsbrücken herausgesucht. Diejenige Person, die das Geld noch nicht besitzt, bestimmt den Geldkurs. Es handelt sich hier um einen Nachfragekurs.

Der Gegensatz ist der Briefkurs, denn diejenige Person besitzt das Finanzobjekt und daher besitzt sie auch das verbriefte Recht den Briefkurs zu bestimmen. Also ist der Briefkurs somit der Angebotskurs.

Da der Verkäufer versucht, eine hohe Marge zu erzielen. Daher liegt der Briefkurs meistens über dem Geldkurs, wobei der Käufer versucht, so günstig wie möglich einzukaufen (8).

Fazit

Der Briefkurs bietet dem Verkäufer von Finanzobjekten eine Richtlinie, wie günstig die Finanzobjekte an der Börse gehandelt werden. Da der Verkäufer wirtschaftlich handeln will bzw. muss, versucht er den Briefkurs weit nach oben zu drücken.

Jedoch stehen auf der anderen Seite die Käufer, die die Finanzobjekte günstig erwerben wollen. Der Geldkurs repräsentiert die Nachfrage und liegt immer unter dem Briefkurs. Die Differenz zwischen dem Geldkurs und dem Briefkurs wird Spread genannt und spiegelt den Gewinn des Verkäufers wider.

Damit Neukunden eine Richtlinie bzw. einen Mittelkurs des Finanzobjektes erkennen können, wird meistens das arithmetische Mittel vom Geld- und Briefkurs gezogen. Für dich gilt als Verkäufer oder Käufer immer: Behalte den Geld- und Briefkurs sowie das arithmetische Mittel im Auge.

Außerdem solltest du die Marktliquidität sowie das Marktvolumen verstanden auf Geld- und Briefkurs beziehen können. Ohne dieses Wissen empfehlen wir dir nicht in Finanzobjekte an der Börse zu investieren, da alles sehr komplex und verstrickt ist.

Bildquelle: natalimis / 123rf

Einzelnachweise (8)

1. Definition Briefkurs, Frankfurter Allgemeine, abgerufen am 30.04.2021
Quelle

2. Briefkurs und Geldkurs erklärt, PostFinance, 27.03.2019
Quelle

3. Devisenkurs erklärt, Prof. Dr. Reinhold Hölscher, abgerufen am 02.05.2021
Quelle

4. Definition von Marktvolumen, Prof. Dr. Manfred Kirchgeorg, abgerufen am 02.05.2021
Quelle

5. Marktanteil und Marktvolumen erklärt, Gruenderplattform.de, abgerufen am 02.05.2021
Quelle

6. Geld- und Sparkurs, Thomas der Sparkojote, 05.06.2020
Quelle

7. Bid, Ask und Spread, ginmon.de, abgerufen am 03.05.2021
Quelle

8. Allgemeine Definition von Geld- und Briefkurs, Geld Welten Magazin, abgerufen am 03.05.2021
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

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Definition Briefkurs, Frankfurter Allgemeine, abgerufen am 30.04.2021
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Briefkurs und Geldkurs erklärt, PostFinance, 27.03.2019
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Devisenkurs erklärt, Prof. Dr. Reinhold Hölscher, abgerufen am 02.05.2021
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Definition von Marktvolumen, Prof. Dr. Manfred Kirchgeorg, abgerufen am 02.05.2021
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Artikel
Marktanteil und Marktvolumen erklärt, Gruenderplattform.de, abgerufen am 02.05.2021
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Artikel
Geld- und Sparkurs, Thomas der Sparkojote, 05.06.2020
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Artikel
Bid, Ask und Spread, ginmon.de, abgerufen am 03.05.2021
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Artikel
Allgemeine Definition von Geld- und Briefkurs, Geld Welten Magazin, abgerufen am 03.05.2021
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