Zuletzt aktualisiert: 9. Juni 2021

Du ziehst bald in eine neue Wohnung oder planst das in naher Zukunft? Damit der Vermieter gegen allfällige Mietschäden und Mietausfälle abgesichert ist, wird vom Mieter eine Barkaution verlangt. Diese kann jedoch sehr hoch anfallen und ist für junge Leute schwierig zu zahlen. Eine Alternative zur Barkaution ist die Mietbürgschaft, welche dieses Problem umgeht.

In diesem Artikel werden wir dir erklären, was eine Bürgschaft für Wohnungen ist. Wir werden dir auch aufzeigen, welche Arten es gibt und welche Risiken und Voraussetzungen du beachten solltest. Wir werden auch auf die Beendigung der Bürgschaft eingehen. Zum Schluss zeigen wir dir in einem Beispiel, wie eine Bürgschaft aussehen könnte.




Das Wichtigste in Kürze

  • Die Mietbürgschaft ist eine Alternative zur Barkaution. Bei Schäden in der Wohnung, zahlt nicht der Mieter, sondern der Bürge. Dieser kann entweder eine Privatperson, eine Bank oder eine Versicherung sein. Bei ungenügenden finanziellen Mittel seitens Mieters kann sich die Mietbürgschaft lohnen.
  • Jede volljährige Person mit einem geregelten Einkommen und einem guten SCHUFA-Score kann Bürge sein. Falls der Bürge selbstschuldnerisch haftet, dann muss er auch haften, wenn der Vermieter noch keinen erfolglosen Zwangsvollstreckungsversuch beim Mieter unternommen hat.
  • Die Mietbürgschaft endet gleichzeitig wie das Mietverhältnis. Bei einer Mietkautionsversicherung oder dem Bankaval gibt der Vermieter dem Mieter die Bürgschaftsurkunde unterschrieben zurück. Diese muss der Mieter dann an die Bank oder die Versicherung weiterleiten, damit die Bürgschaft beendet wird.

Definition: Was ist eine Bürgschaft?

Die Bürgschaft ist ein Instrument, welches dem Vermieter es ermöglicht, sich gegen Mietschäden und Mietausfälle durch den Mieter abzusichern. Die Bürgschaft muss stets zu Beginn des Mietverhältnisses hinterlegen werden.

Kommt es dann während des Mietverhältnisses zu Schäden in der Wohnung, zahlt nicht der Mieter, sondern immer der nominierte Bürge. Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich beim Bürgen um eine Privatperson, eine Bank oder eine Versicherung handelt.

Die Bürgschaft für Wohnungen, auch Mietbürgschaft genannt, ist eine Alternative zur Barkaution. Wie auch bei der Barkaution, darf die Gesamthöhe der Bürgschaft nicht mehr als drei Nettokaltmieten überschreiten. Wenn die Nettokaltmiete deiner neuen Wohnung also 800 Euro beträgt, darf die Mietbürgschaft maximal 2.400 Euro betragen (1).

Eine Mietbürgschaft kann sich für dich lohnen, wenn du keine genügenden finanziellen Reserven hast, um die Barkaution vor Mietantritt zu bezahlen. Zu den bekanntesten Arten der Mietbürgschaft zählen die Eltern- oder Privatbürgschaft, die Mietkautionsversicherung sowie der Bankaval.

Hintergründe: Was du über die Bürgschaft für Wohnungen wissen solltest

Nun möchten wir dir näher bringen, wie eine Mietbürgschaft in der Praxis aussieht und was du beachten solltest. Hierfür beantworten wir dir die wichtigsten Fragen, damit du dir einen guten Überblick verschaffen kannst.

Wer kann ein Bürge sein?

Wenn du nach einem Bürgen suchst, musst du einiges beachten, denn nicht jede Person eignet sich dazu. Damit eine Person ein Bürge sein kann, müssen alle folgenden Punkte zutreffen:

  • Der Bürge muss volljährig sein
  • Der Bürge muss ein geregeltes Einkommen haben
  • Der Bürge muss einen guten SCHUFA-Score aufweisen können

Oftmals sind Familienmitglieder, Ehepartner oder enge Freunde Bürgen, da es sich beim Thema Geld um sehr persönliche Angelegenheiten handelt. Allerdings solltest du dir darüber im Klaren sein, dass es sich bei einer Bürgschaft um eine finanzielle Verantwortung handelt.

Daher sollte sich jemand nicht allein aus emotionaler Verbundenheit zum Kreditnehmer zum Bürgen machen lassen. Weiter darf eine Bürgschaft für den Bürgen keine ruinösen Züge haben (2).

Erklärt sich ein Familienmitglied dennoch bereit, eine ruinöse Bürgschaft einzugehen, gilt sie aufgrund der engen Verbundenheit zwischen Kreditnehmer und Bürge als sittenwidrig und ist somit unwirksam. (Bildquelle: Cytonn Photography / Unsplash)

Auch juristische Personen können für einen Mieter bürgen. Banken bieten ihren Kunden die Möglichkeit an, eine Mietbürgschaft gegen eine monatliche Gebühr zu stellen. Das Gleiche gilt auch bei den meisten Versicherungen (3).

Welche Arten der Bürgschaft für Wohnungen gibt es?

In Deutschland kommen drei Arten von Mietbürgschaften am häufigsten vor: Eltern- oder Privatbürgschaft, Mietkautionsversicherung und Bankaval. In der folgenden Tabelle werden wir dir diese drei Arten genauer erläutern.

Bürgschaftsart Beschreibung
Eltern- oder Privatbürgschaft Bei Eltern- oder Privatbürgschaft haftet wie der Name bereits sagt ein Elternteil oder auch beide oder eine andere Privatperson. Sie bürgen mit ihrem Vermögen bei Schadensfällen, stehen jedoch nicht als Mieter im Mietvertrag. Diese Bürgschaftsform kommt besonders oft bei Studenten oder Auszubildenden zum Einsatz. Auch für Geringverdiener oder Personen mit einem schlechten Schufa-Eintrag können von dieser Bürgschaftsform Gebrauch machen (4).
Mietkautionsversicherung Falls deine Eltern oder andere Privatpersonen in deinem Umkreis nicht als Bürgen fungieren können, hast du die Möglichkeit, eine Mietkautionsversicherung abzuschliessen. Im Schadensfall bürgt eine Versicherung statt einer Privatperson. Der Vermieter erhält nach Abschluss der Bürgschaft als Sicherheit eine Bürgschaftsurkunde durch die Versicherung (5).
Bankaval Diese Art der Bürgschaft wird auch Bankbürgschaft oder Mietaval genannt. Wie auch bei der Mietkautionsversicherung ist nicht eine Privatperson der Bürge, sondern eine Bank. Im Schadensfall schießt die Bank dem Vermieter das Geld vor. Im Nachhinein muss der Mieter den jeweiligen Betrag an die Bank zurückzahlen (6).

Zudem wird zwischen der Ausfallbürgschaft und der selbstschuldnerischen Bürgschaft unterschieden. Bei der ersten muss der Vermieter sämtliche finanziellen Forderungen zuerst gegen den Mieter geltend machen.

Erst wenn dieser nicht zahlen kann, haftet der Bürge. Bei der selbstschuldnerischen Bürgschaft muss der Bürge auch haften, wenn der Vermieter noch keinen erfolglosen Zwangsvollstreckungsversuch beim Mieter unternommen hat.

Welche Risiken bestehen bei der Bürgschaft für die Wohnung?

Nicht selten werden Bürgen aufgefordert, finanziell für durch den Mieter verursachten Kosten aufzukommen. Die Gefahr, vom Vermieter in Anspruch genommen zu werden, ist höher als gedacht.

Wenn der Bürge selbstschuldnerisch haftet, kann er keine Einrede erheben.

Das Risiko einer Inanspruchnahme hängt einerseits von der Zahlungsfähigkeit bzw. Zahlungswilligkeit des Mieters ab. Auf der anderen Seite hängt die Inanspruchnahme auch davon ab, ob der Bürge selbstschuldnerisch haftet oder nicht. Hat der Bürge sich dazu entschieden selbstschuldnerisch zu haften, kann er keine Einrede erheben.

Auch für den Vermieter gibt es Risiken. Das Hauptrisiko tritt dann ein, wenn sowohl der Mieter als auch der Bürge über ungenügende finanzielle Mittel verfügen. Weiter trägt der Vermieter auch ein Prozessrisiko.

Bei der Mietbürgschaft muss nämlich der Vermieter den Bürgen verklagen, falls dieser nicht für die Kosten aufkommt. Wie bei jedem Prozess, birgt auch dieser das Risiko in sich zu unterliegen.

Aus Risikosicht bedeutet Prozessrisiko die Gefahr beziehungsweise Möglichkeit, den Prozess zu verlieren und dadurch anderweitige Nachteile zu erleiden. Im Prozess besteht nie hundertprozentige Sicherheit. (Bildquelle: Tingey Injury Law Firm / Unsplash)

Zu guter Letzt wollen wir auf das Risiko für den Mieter bzw. den Bürgschaftsnehmer eingehen. Es handelt sich hierbei um ein Risiko zwischenmenschlicher Natur. Oft besteht zwischen dem Mieter und dem Bürgen ein besonderes Näheverhältnis.

Wenn der Bürge auf seinen Kosten sitzenbleibt, kann dies die Beziehung zwischen den beiden Parteien beeinträchtigen oder sogar zerstören. Bevor du also eine dir nahe Person als Bürgen stellst, solltest du dir den möglichen Konsequenzen bewusst sein.

Welche Voraussetzungen müssen bei einer Bürgschaft für die Wohnung eingehalten werden?

Damit die Mietbürgschaft Gültigkeit erhält, musst du einige Dinge beachten. Diese Liste soll dir eine Übersicht darüber geben, was bei der Mietbürgschaft unbedingt eingehalten werden muss.

  • Die Mietbürgschaft bedarf der schriftlichen Form.
  • Bürge, Vermieter und Mieter müssen aufgeführt werden.
  • Der Gegenstand der Bürgschaft, in diesem Fall die Mietkaution, wird benannt.
  • Der gedeckte Höchstbetrag muss genannt werden.
  • Der Höchstbetrag darf nicht mehr als drei Nettokaltmieten betragen.

Diese Voraussetzungen müssen auf jeden Fall eingehalten werden. Ansonsten ist die Mietbürgschaft ungültig. Natürlich kann der Bürgschaftsvertrag mit weiteren Angaben ergänzt werden.

Wie wird die Bürgschaft für die Wohnung beendet?

Die Mietbürgschaft endet gleichzeitig wie dein Mietverhältnis – also sobald du deine Wohnung ordnungsgemäß an den Vermieter bzw. Verwalter zurückgegeben hast (7). Sollten keine offenen Forderungen bestehen, wird die Mietbürgschaft aufgelöst.

Die Kündigung kann auch während der Mietlaufzeit erfolgen.

Wird die Bürgschaft von einer der beiden Parteien während des laufenden Mietverhältnisses gekündigt, hat der Vermieter das Recht auf eine alternative finanzielle Sicherheit von seinem Mieter. In den meisten Fällen kommt es dann zur Zahlung einer Barkaution. Allerdings sollte im Voraus schriftlich vereinbart werden, welche Art der Sicherheit nach Beendigung der Bürgschaft greift.

Bei einer Mietkautionsversicherung oder einem Bankaval verläuft das etwas anders. In einem solchen Fall gibt der Vermieter dem Mieter die Bürgschaftsurkunde unterschrieben zurück.

Diese musst du dann an die Bank oder Versicherung zurückschicken. Diese werden dann die Bürgschaft formal auflösen. Stehen am Ende des Mietverhältnisses noch Forderungen vonseiten des Vermieters aus, geht der Fall direkt an die Versicherung oder Bank.

Wie könnte eine Bürgschaft für Wohnungen aussehen?

An dieser Stelle möchten wir dir eine Vorlage eines Bürgschaftsvertrags mitgeben. Hierbei handelt es sich um ein unverbindliches Muster und muss eventuell noch auf deine konkrete Situation angepasst werden (8).

Ich, __________________, wohnhaft in _____________________, übernehme die Bürgschaft für alle Forderungen, die der Wohnungseigentümer ____________________________ gegen Frau / Herrn __________________________, geb. ___________ als Mieter der Wohnung ________________ in _____________________, stellt.

Ich verpflichte mich hiermit für sämtliche aus dem Mietvertrag entstandenen Verpflichtungen ohne zeitliche
Begrenzung und auf Aufforderung zu bürgen. Die Bürgschaft beläuft sich auf _______________ Euro
(maximal drei Nettokaltmieten). Maßgebend ist der zum Zeitpunkt des Mietvertragsabschlusses vereinbarte
Mietzins. Nebenkosten bleiben außer Betracht.

Die Bürgschaft erlischt automatisch mit der Beendigung des Mietverhältnisses.

Ort, Datum
____________________________________________
Unterschrift des Bürgen
_____________________________________________

Falls du eine Mietbürgschaft über eine Bank oder Versicherung laufen lasst, dann brauchst du dieses Formular natürlich nicht. In diesem Fall stellt dir das Unternehmen alle benötigten Unterlagen zu.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich bei der Mietbürgschaft um eine Alternative zur Barkaution handelt. Bei Schäden in der Wohnung, zahlt nicht der Mieter, sondern der Bürge. Jede volljährige Person mit einem geregelten Einkommen und einem guten SCHUFA-Score kann Bürge sein. Auch Banken und Versicherungen können bürgen.

Bei der Mietbürgschaft werden drei Arten unterschieden: Die Eltern- oder Privatbürgschaft, die Mietkautionsversicherung und der Bankaval. Die Eltern- oder Privatbürgschaft erlischt automatisch mit der Beendigung des Mietverhältnisses.

Bei einer Mietkautionsversicherung oder dem Bankaval gibt der Vermieter dem Mieter die Bürgschaftsurkunde unterschrieben zurück. Diese muss der Mieter dann an die Bank oder die Versicherung weiterleiten, damit die Bürgschaft beendet wird.

Bildquelle: Alexander Andrews / Unsplash

Einzelnachweise (8)

1. Finance Scout 24. Mietbürgschaft: Mit einem Bürgen zur Traumwohnung. Abgerufen am 28.04.2021.
Quelle

2. Dr.Klein. Kredit mit Bürgen – Das sollten Sie wissen. Abgerufen am 28.04.2021.
Quelle

3. Kautionsfrei.de. Was ist eine Mietbürgschaft? Abgerufen am 29.04.2021.
Quelle

4. Umziehen.de. Elternbürgschaft für die Miete: Das ist zu beachten. Abgerufen am 28.04.2021.
Quelle

5. Kautionsfrei.de. Was ist eine Mietkautionsversicherung?. Abgerufen am 29.04.2021.
Quelle

6. Finance Scout 24. Avalkredit. Abgerufen am 29.04.2021.
Quelle

7. Finanztip. Wann ist eine Mietbürgschaft kündbar? Abgerufen am 29.04.2021.
Quelle

8. Firma.de. Die Bürgschaft für den Mietvertrag (Mietbürgschaft). Abgerufen am 28.04.2021.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Artikel
Finance Scout 24. Mietbürgschaft: Mit einem Bürgen zur Traumwohnung. Abgerufen am 28.04.2021.
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Artikel
Dr.Klein. Kredit mit Bürgen – Das sollten Sie wissen. Abgerufen am 28.04.2021.
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Artikel
Kautionsfrei.de. Was ist eine Mietbürgschaft? Abgerufen am 29.04.2021.
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Artikel
Umziehen.de. Elternbürgschaft für die Miete: Das ist zu beachten. Abgerufen am 28.04.2021.
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Artikel
Kautionsfrei.de. Was ist eine Mietkautionsversicherung?. Abgerufen am 29.04.2021.
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Artikel
Finance Scout 24. Avalkredit. Abgerufen am 29.04.2021.
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Artikel
Finanztip. Wann ist eine Mietbürgschaft kündbar? Abgerufen am 29.04.2021.
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Artikel
Firma.de. Die Bürgschaft für den Mietvertrag (Mietbürgschaft). Abgerufen am 28.04.2021.
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