Bürgschaftsvertrag
Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2020

Ein Bürgschaftsvertrag ist ein schriftlicher Vertrag zwischen Gläubiger, Schuldner und Bürgen. Mit diesem Vertrag verpflichtet sich der Bürge, bei Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers, also des Schuldners, dessen Verbindlichkeiten zu übernehmen.

Im Laufe unseres Lebens kann es öfter dazu kommen, dass wir für bestimmte Vorhaben Bürgschaftsverträge vorlegen müssen, um diese realisieren zu können. Häufig ist dies zum ersten Mal der Fall, wenn man als junger Student oder Auszubildender eine Wohnung mieten möchte. Hier wird in der Regel eine Elternbürgschaft verlangt. Eine Bürgschaft bedeutet, dass im Falle einer Zahlungsunfähigkeit der Bürge, also hier die Eltern, für die Schulden des Kindes aufkommt.




Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Bürgschaftsvertrag ist ein Vertrag, bei dem ein Bürge für einen Schuldner eine Übernahme der Kosten im Falle einer Zahlungsunfähigkeit beim Gläubigen garantiert.
  • Der wichtigste Bestandteil des Bürgschaftsvertrages ist die Bürgschaftserklärung. Sie beinhaltet alle relevanten Angaben zum Bürgschaftsverhältnis und bewirkt damit die Gültigkeit der Bürgschaft.
  • Damit ein Bürgschaftsvertrag gültig ist, muss er in schriftlicher, nichtelektronischer Form erteilt und vom Bürgen unterschrieben werden.

Glossareintrag: Der Begriff Bürgschaftsvertrag im Detail erklärt

Vor dem Abschluss eines Bürgschaftsvertrags solltest du dir diesbezüglich einige Hintergrundinformationen aneignen. Diese Infos haben wir in den nachfolgenden Absätzen übersichtlich zusammengefasst.

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Eine Unterschrift verpflichtet zur Einhaltung des Vertrages.
(Bildquelle: unsplash.com / Scott Graham)

Was ist ein Bürgschaftsvertrag?

Eine Bürgschaft ist gemäß § 765 BGB ein rechtlich bindender Vertrag mit einer einseitigen Verpflichtung. Das bedeutet konkret, dass eine Person für eine andere Person die rechtliche Verpflichtung eingeht, für die Schulden der ersten Person aufzukommen, wenn diese zahlungsunfähig ist.

Die Bürgschaft ist einseitig verpflichtend, weil es immer ausreicht, dass sich der Bürge gegenüber einem Gläubiger zur Übernahme der Schuld verpflichtet. Weder der eigentliche Schuldner noch der Gläubiger müssen diesem Vertrag zustimmen.(1)

Wie funktioniert ein Bürgschaftsvertrag?

Es gilt als erstes einen Bürgen zu organisieren. Ist dieser gefunden, so kann beim Anwalt ein individueller Bürgschaftsvertrag mit den gewünschten Punkten aufgesetzt werden. Alternativ gibt es im Web auch zahlreiche Muster Bürgschaftsverträge, mit deren Hilfe auch schnell ohne Anwalt eine Bürgschaft zu Stande kommen kann.

Wird dieser vom nun vom Bürgen unterschrieben, so verpflichtet dieser sich, bei Zahlungsunfähigkeit des Schuldners an dessen Stelle zu treten und dem Gläubiger ausstehende Summen zu zahlen.

Wozu ist ein Bürgschaftsvertrag gut?

Die Bürgschaft dient als zusätzliche Sicherheit für einen Gläubiger, ausstehende Zahlungen eines Schuldners auch mit Sicherheit zu erhalten. Der Gläubiger hat die Gewissheit, dass er auf zwei Personen zur Begleichung der Schulden zurückgreifen kann. Aus diesem Grund ist ein Bürge für einen Gläubiger immer von Vorteil, da er den möglichen Zahlungsausfall einer Person mit dem Vermögen einer anderen Person kompensieren kann. Auf diese Art wird vermieden, dass Zahlungen ausbleiben und der Schuldner einen nicht mehr bezahlbaren Schuldenberg anhäuft.

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Falls es mal dazu kommen sollte, dass der Schuldner nicht mehr zahlen kann, ist die Existenz eines Bürgen eine große Hilfe.
(Bildquelle: unsplash.com / Christian Dubovan)

Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sollte ich bei einem Bürgschaftsvertrag beachten?

Ein Bürgschaftsvertrag muss schriftlich und in ausgedruckter Form vom Bürgen unterschrieben werden. Zudem müssen bestimmte Sachverhalte eindeutig benannt werden. Weiter sind die Angabe folgender Daten zwingend notwendig:

Nummer Anforderung
1 Name des Gläubigers
2 Name des Schuldners
3 Höhe der verbürgten Darlehensschuld
4 Benennung der Hauptschuld

Wie lange ist ein Bürgschaftsvertrag gültig?

Ein Bürgschaftsvertrag ist immer so lange gültig, wie er befristet ist. Gibt es keine Befristung, so ist dieser so lange gültig, bis die Schuld vom Schuldners beglichen ist.

Welche Vor- und Nachteile gibt es bei einem Bürgschaftsvertrag?

Der Vorteil an einer Bürgschaft ist, wie bereits erwähnt, dass der Gläubiger eine zusätzliche Sicherheit bei der Deckung der Zahlungen des Schuldners hat. Er kann also auf das Vermögen von zwei Personen zurückgreifen. Eine Bürgschaft ermöglicht auf diese Art eine Bonität von Personen, die sonst Probleme bei der Aufnahme von Schulden hätten.

Der Nachteil einer Bürgschaft könnte auf Seiten des Bürgen liegen, falls dieser nicht mit der Absicht tatsächlich für den Schuldner zu bürgen unterschrieben haben sollte. Zudem fällt es vielen Menschen nicht leicht, andere um Hilfe zu bitten, vor allem wenn es um finanzielle Fragen geht.

Vorteile
  • zusätzliche Sicherheit für Gläubiger
  • Bonität für Schuldner
Nachteile
  • Zahlungsverpflichtung für Bürgen
  • Bitte um Hilfe bei Bürgen

Was sind die Konsequenzen für den Bürgen?

Der Bürge haftet mit seinem gesamten Vermögen für den Schuldner. Er ist verpflichtet, die ausstehenden Zahlungen auszugleichen. Ein Vertragsrücktritt ist nicht ohne Weiteres möglich. Aus diesem Grund ist ratsam: Nur auf einen Bürgschaftsvertrag einlassen, wenn auch eine Zahlungsabsicht besteht!

Fazit

Es kann bei einer Bürgschaft oftmals dazu kommen, dass sich die ganze Angelegenheit zu einer unangenehmen Situation entwickelt. Schließlich geht die Notwendigkeit eines Bürgen mit einer schlechten Bonität, also einer geringen Kreditwürdigkeit, einher. Und dies ist in modernen Zeiten, wo es darum geht, so viel Geld zu besitzen, wie nur möglich, um seinen sozialen Status zu unterstreichen, für viele eine Art von Demütigung.

Allerdings sollte man die positiven Aspekte hier definitiv nicht außer Acht lassen: Das Heranziehen eines Bürgen kann der erste Schritt in eine neue Richtung sein. Kredite werden gewährt, die ohne Bürgen sonst nicht im Rahmen des Möglichen waren. Mit Hilfe dieser Finanzspritze können Projekte realisiert werden, von denen vorher nur zu träumen gewagt wurde. Ein Bürgschaftsvertrag bringt gewiss viele Vorteile mit sich, wenn man über die besagten Punkte hinwegsehen kann. Es zeugt schließlich auch von Größe, andere um Hilfe bitten zu können.

Ist dieser Schritt getan, gilt es den Bürgschaftsvertrag aufzusetzen, der dann nicht nur dem Schuldner Vorteile bringt, sondern auch dem Gläubiger. Dieser hat nun nämlich eine weitere Sicherheit, dass sein Geld auch ankommt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bürgschaftsverträge das Leben erheblich erleichtern und ihre Existenz das gesellschaftliche Zusammenleben durch positive Auswirkungen auf die Wirtschaft verbessert.

Bildquelle: Davydov/ 123rf.com

Einzelnachweise (1)

1. Bonify (2020) Bürgschaft - Wann lohnt sich der Abschluss?
Quelle

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Bonify (2020) Bürgschaft - Wann lohnt sich der Abschluss?
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