Zuletzt aktualisiert: 10. Juni 2021

Es gibt viele Alternativen Geld anzulegen. Neben sicheren Möglichkeiten wie Fest- und Tagesgeld, kannst du dein verfügbares Eigenkapital auch in volatilere Assetklassen wie Aktien oder Immobilien investieren.

Eine weitere Option ist CFD Trading. CFD Trading wird allgemein nur für fortgeschrittene Privatanleger empfohlen, da es sich hierbei im Grundprinzip nur um Wetten handelt. Doch wie kannst du CFDs kaufen und wie sieht es mit der Rendite aus?

In unserem umfangreichen Ratgeber zum Thema CFD Trading zeigen wir dir im Detail wie CFD Trading funktioniert und wie du am besten vorgehst. Weiterhin erhältst du von uns alle Antworten auf die meist gestellten Fragen in Bezug auf das Thema CFD Trading, um dich bei deiner Entscheidung über die Sinnhaftigkeit eines Investments zu unterstützen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Der Begriff CFD steht für ,,Contracts For Difference”, zu Deutsch Differenzgeschäfte. Dabei handelt es sich um risikoreiche Spekulationsgeschäfte, die im Grundprinzip wie eine einfache Wette funktionieren. Im Fachjargon ordnet man CFDs den sogenannten Derivaten zu.
  • Bei CFD Trading handelt man mit diesen Derivaten. Man wettet dabei auf die Tendenz einer Kursentwicklung und bekommt dementsprechend die Differenz ausgezahlt oder schuldet die Differenz seinem CFD-Broker. Die Kurse, auf die man wettet bilden immer den Kurs eines Basisproduktes (z. B. einer Aktie) ab.
  • CFDs werden nicht an einer zentralisierten Börse gehandelt, sondern nur zwischen Privatanleger und CFD-Broker. Des Weiteren können Faktoren wie Glattstellung, Marktvolatilität und Haltekosten zwar für vergleichsweise hohe Renditen sorgen, damit geht jedoch vor allem auch ein erhöhtes Verlustrisiko einher.

Hintergründe: Was du über CFD Trading wissen solltest

Bevor du die Entscheidung für CFD Trading triffst, solltest du einige Punkte wissen. Deshalb werden wir dir in den folgenden Abschnitten alle wichtigen Informationen diesbezüglich erläutern, um dich bei deiner Entscheidung zu unterstützen.

Was ist ein CFD?

Der Begriff CFD steht im Englischen für ,,Contracts For Difference”, was im Deutschen soviel wie Differenzgeschäfte bedeutet. Mit Differenzgeschäften meint man im Allgemeinen risikoreiche Spekulationsgeschäfte. Im Fachjargon bezeichnet man diese Differenzgeschäfte übrigens auch als Derivate (1).

CFD steht im Deutschen für Differenzgeschäfte.

Dabei handelt es sich im Prinzip um eine Wette auf positive oder negative Kursdifferenzen. Wenn du also einen CFD kaufst, schließt du mit deinem Broker einen Vertrag ab (,,Die Wette”). Dabei setzt du als Anleger auf die Tendenz der Kursdifferenz des zugrundeliegenden Basisproduktes (z.B. einer Aktie) (2).

Wie funktioniert CFD Trading?

Wie bereits angedeutet handelt es sich bei CFD Trading um den Handel mit Derivaten und damit um eine reine Spekulation seitens des Anlegers. Das bedeutet im Endeffekt, dass du bei CFD Trading auf Kursentwicklungen eines gewissen Basisproduktes (z. B. einer Aktie) wettest.

CFDs werden nicht an einer zentralisierten Börse gehandelt.

Die Besonderheit gegenüber anderen Finanzprodukten liegt bei Derivaten wie CFDs nun aber darin, dass das Basisprodukt nicht wie gewöhnlich auf dem Aktienmarkt gekauft wird.

Denn CFDs werden nicht an einer zentralisierten Börse gehandelt. Demnach schließt du bei CFD Trading als Anleger lediglich mit deinem Broker bzw. Online Broker einen Vertrag über die Tendenz der Kursdifferenz ab.

cfd-trading

Da man bei CFD Trading auf Kurstendenzen setzt, die sich teilweise innerhalb kürzester Zeit ändern können, müssen CFD-Trader immer die aktuelle Kursentwicklung in Echtzeit im Blick haben. Dafür verwenden sie unterschiedliche Broker, die Realtimekurse anzeigen können. (Bildquelle: M. B. M. / Unsplash)

Du kannst CFDs also wirklich nur bei deinem CFD-Broker kaufen oder verkaufen. Wenn du also beispielsweise auf einen steigenden Kurs des Basisproduktes setzt, gibt es für dich in dieser Art Wette nur zwei mögliche Ausgänge.

Einerseits kannst du Geld gewinnen, indem der Kurs des Basisproduktes nach Vertragsabschluss steigt. Andererseits kannst du Geld verlieren, indem der Kurs des Basisproduktes nach Vertragsabschluss sinkt. Demnach muss dein CFD-Broker dir entweder die positive Differenz auszahlen oder du schuldest deinem Broker die negative Differenz (2).

Worauf sollte man als Anleger beim CFD-Trading achten?

CFD Trading weicht nicht nur hinsichtlich der Funktionsweise von gewöhnlichen Finanzprodukten wie Aktien ab. Auch die Investitionssumme, die du als Anleger für deine Handelsposition aufbringen musst, stellt im Vergleich zum Aktienhandel nur einen Bruchteil dar.

Demnach musst du im Vergleich zu einem Direktinvestment in den Basiswert nur ein bis zehn Prozent dieser Summe aufbringen, um in Form von CFDs auf die Kursentwicklung dieses Basiswertes zu setzen. Damit sind die Investitionskosten für CFD-Trading vergleichsweise sehr gering.

Trotzdem musst du als CFD-Trader eine Sicherheitsleistung (Margin) aufbringen, um in CFDs investieren zu können. Darüber hinaus spielt beim CFD-Trading besonders der Hebel eine besondere Rolle. Denn man kann als Anleger seinen Einsatz um das Vielfache hebeln. Du solltest jedoch beachten, dass ein möglicher Verlust damit auch gehebelt wird und dementsprechend hohe Kosten auf dich zukommen können.

CFD Trading lockt unerfahrene Privatanleger besonders durch die teilweise sehr hohen Renditen bei vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz. Dennoch sollte man sich als unerfahrener Privatanleger von diesen Renditen nicht trügen lassen.

Denn CFD-Trading eignet sich nur für wirklich erfahrene und sehr spekulative Anleger, die sich den immensen Verlustrisiken des CFD Trading bewusst sind (3). Zur Übersicht haben wir dir die wichtigsten Vor- und Nachteile von CFD Trading tabellarisch zusammengefasst.

Vorteile von CFD Trading Nachteile von CFD Trading
Geringe Investitionssummen (1 - 10 % von vergleichbaren Direktinvestments) für vergleichsweise hohe Renditen Hohes Verlustrisiko durch Hebel
Offener Zugang für jeden Privatinvestor Sicherheitsleistung (Margin) als zusätzlicher Kostenfaktor

Falls du dennoch für deinen Vermögensaufbau in CFD Trading einsteigen willst, solltest du dich im Vorhinein ausgiebig und gründlich informieren. Darüber hinaus bietet sich für dich dann ein kostenloses Demokonto an, mit dem du deine persönlichen Handelsfähigkeiten am realen Markt testen kannst (4).

Welche Broker Kosten können für CFD Trading anfallen?

Zunächst gilt es für Privatanleger zu beachten, dass einige Broker wie beispielsweise eToro zum Teil für die Bereitstellung von Realtimekursen auch heutzutage immer noch Kursdatengebühren berechnen. Des Weiteren fallen auch beim CFD Trading die üblichen Kosten wie auch für das Handeln mit anderen Finanzprodukten an. Darunter fallen unter anderem Transaktionsgebühren, Haltekosten sowie Mindesteinzahlungen.

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Die Broker Kosten hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab. Durch Online Broker ist es heutzutage so einfach wie noch nie den Überblick über anfallende Kosten zu behalten. (Bildquelle: Jamie Street / Unsplash)

Letztendlich können zusätzlich dazu noch Ausgleichszahlungen für Overnight-Positionen anfallen. Mit Overnight-Positionen sind Handelspositionen gemeint, die über den Handelsschluss um 17:00 Uhr New Yorker Zeit hinaus bis zum nächsten Tag gehalten werden.

Zwar werden Overnight-Positionen bei CFDs gewöhnlicherweise nicht allzu häufig in Anspruch genommen, es gibt aber dennoch je nach Broker beträchtliche Preisdifferenzen für Ausgleichszahlungen (3, 5).

Welche Risiken birgt CFD Trading?

CFD Trading birgt vor allem für unerfahrene Investoren große Risiken. Deshalb gilt es bei CFDs als Erstinvestor die Risiken besonders im Hinterkopf zu behalten, um größere Verluste oder gar Verschuldungen zu vermeiden. Jedoch sollte man CFDs auch dann mit äußerster Vorsicht genießen. Im Folgenden haben wir dir die größten Risiken beim Handel mit CFDs zusammengefasst.

Glattstellung

Als CFD-Trader musst du selbst dafür sorgen, dass dein Konto zum Ausgleich der Sicherheitsleistungen (Margin-Zahlungen) ausreichend gedeckt ist. Sonst riskierst du, dass einzelne oder alle Handelspositionen in deinem Handelskonto glattgestellt werden.

Glattstellen bedeutet im Fall von CFDs einfach gesagt, dass Schulden wie fehlende Margin-Zahlungen durch den Verkauf einzelner oder aller CFDs durch den Broker beglichen werden. Daher solltest du als Anleger unbedingt auf eine ausreichende Kontodeckung zum Ausgleich deiner Margin-Zahlungen achten (5, 6).

Marktvolatilität

Finanzmärkte weisen teilweise extreme Schwankungen auf, die sich wiederum auf die Kurse unserer Produkte auswirken. Ein Gradmesser für die Preisschwankungen von Finanzprodukten ist dabei die sogenannte Volatilität. Je höher die Volatilität eines Finanzproduktes ist, desto größer ist das Ausmaß und die Häufigkeit der Kursschwankungen.

Die Marktvolatilität ist eine Gradmesser für die Preisschwankungen von Finanzprodukten.

Im Umfeld der immer schwankenden Finanzmärkte kann die Marktvolatilität besonders risikoreich und folgenschwer sein. Demnach kann es zu einer sogenannten Kurslücke (Slippage) kommen. Solche Kurslücken entstehen eben dann, wenn die Marktvolatilität für ein stark gegenteiliges Kursniveau eines Produktes sorgt.

Dementsprechend kann es dazu kommen, dass du einen Auftrag zwischen zwei kurzfristig konträren Kursniveaus nicht (rechtzeitig) abgeben kannst und somit eventuell immense Summen Geld innerhalb kürzester Zeit verlierst. Mittels einer fundierten Wahl von Auftragsarten- und -ausführungen (z.B. Preisgrenzen) lassen sich die Risiken und Auswirkungen der Marktvolatilität bei entsprechender Expertise jedoch abfedern und steuern (5, 7).

Haltekosten

Für CFDs fallen neben einigen anderen Gebühren vor allem die Haltekosten ins Gewicht. Diese können je nach Art und Dauer deiner Handelspositionen unterschiedlich hoch ausfallen. Berechnet werden Haltekosten für CFDs immer dann, wenn du Handelspositionen nach 17:00 Uhr New Yorker Zeit hältst.

Dementsprechend kann es bei CFD Trading eventuell dazu kommen, dass du mehr Haltekosten für die jeweiligen CFDs zahlen musst, als diese dir an Gewinn bringen. Außerdem können Haltekosten erheblich zur Verstärkung deiner Verluste beitragen. Darüber hinaus muss immer ein ausreichend gedecktes Konto für den Ausgleich der Haltekosten zur Verfügung stehen, um Glattstellung zu vermeiden (5).

Ist CFD Trading legal?

CFD Trading ist in Deutschland grundsätzlich legal. Jedoch ist CFD-Trading für Kleinanleger in Deutschland und der gesamten Europäischen Union durch die BaFin und die europäische Wertpapieraufsicht ESMA spätestens seit August 2018 stark eingeschränkt. Was bedeutet das nun aber konkret für den einzelnen Kleinanleger, der in CFDs investieren möchte?

Zum einen gilt weiterhin das schon länger bestehende Verbot für CFDs, bei denen Anleger nicht mehr als ihr eingesetztes Kapital verlieren können. Zum Anderen beinhalten die Vorgaben der BaFin eine Hebel-Obergrenze abhängig vom Basiswert. Darüber hinaus sind unter anderem standardisierte Risikowarnungen und die Beschränkung von lockenden Werbebotschaften Teil der 2018 erlassenen Maßnahmen zum Umgang mit CFDs (8, 9).

Fazit

CFDs erfordern im Vergleich zu anderen Finanzprodukten wie Aktien eine sehr hohe Risikobereitschaft bei den Privatanlegern. Allerdings sind die zu erwartenden Renditen bei entsprechender Expertise sehr hoch während dafür nur ein vergleichsweise geringes Investitionskapital nötig ist.

Aus diesem Grund empfehlen wir dir, falls du dein Geld sicher Anlegen möchtest eher in anfängerfreundlichere Finanzprodukte zu investieren. Denn durch die Marktvolatilität, die hohen Haltekosten, die Glattstellung und die gefährlichen Hebel eignet sich CFD Trading wirklich nur für fortgeschrittene Investoren, die das mit den vergleichsweise hohen Renditen einhergehende erhöhte Verlustrisiko eingehen können oder die Risiken sicher steuern können.

Falls du dich weitergehend mit CFD Trading beschäftigen oder dich im Bereich von Investments mit anderen Finanzprodukten mit Renditepotenzialen wie beispielsweise Aktien und ETFs informieren möchtest, findest du auf unserer Seite eine Vielzahl interessanter Beiträge.

Titelbild: Tech Daily / Unsplash

Einzelnachweise (9)

1. Metzger, J.; Heldt, C.: Stichwort: Differenzgeschäfte. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon 2018. Abgerufen am 30.04.2021.
Quelle

2. Finanzfluss.de: Was sind CFDs? – CFD Trading einfach erklärt.
Quelle

3. Finanzen.net: CFD-Handel – eine Einführung.
Quelle

4. Tradenlernen.de: CFD Handel lernen.
Quelle

5. Cmcmarkets.com: Risiken des CFD-Handels.
Quelle

6. Boerse.de: Glattstellen.
Quelle

7. Metzger, J.; Heldt, C.: Stichwort: Volatilität. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon 2018. Abgerufen am 30.04.2021.
Quelle

8. Fondsprofessionell.de: Bafin schränkt CFD-Vertrieb dauerhaft ein.
Quelle

9. Bafin.de: Allgemeinverfügung bezüglich sog. Differenzgeschäfte ("Contracts for Difference / CFD").
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Wirtschaftslexikon
Metzger, J.; Heldt, C.: Stichwort: Differenzgeschäfte. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon 2018. Abgerufen am 30.04.2021.
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Was sind CFDs? – CFD Trading einfach erklärt
Finanzfluss.de: Was sind CFDs? – CFD Trading einfach erklärt.
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CFD-Handel – eine Einführung
Finanzen.net: CFD-Handel – eine Einführung.
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CFD Handel lernen
Tradenlernen.de: CFD Handel lernen.
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Risiken des CFD-Handels
Cmcmarkets.com: Risiken des CFD-Handels.
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Glattstellen
Boerse.de: Glattstellen.
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Wirtschaftslexikon
Metzger, J.; Heldt, C.: Stichwort: Volatilität. In: Springer Gabler Verlag (Hrsg.): Gabler Wirtschaftslexikon 2018. Abgerufen am 30.04.2021.
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Bafin schränkt CFD-Vertrieb dauerhaft ein
Fondsprofessionell.de: Bafin schränkt CFD-Vertrieb dauerhaft ein.
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Allgemeinverfügung bezüglich sog. Differenzgeschäfte ("Contracts for Difference / CFD")
Bafin.de: Allgemeinverfügung bezüglich sog. Differenzgeschäfte ("Contracts for Difference / CFD").
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