Checkliste Todesfall
Zuletzt aktualisiert: 31. März 2021

Wenn ein geliebter Mensch stirbt dann schwirren einem tausend wirre Gedanken durch den Kopf. Was passiert mit der Wohnung oder dem Haus und dem Auto? Welche Kosten kommen jetzt eigentlich auf mich zu? Oder: welche Unterlagen sind nun wichtig? Damit bist du nicht allein. Jedem Menschen widerfahren im Laufe seines Lebens sowohl gute als auch schlechte Ereignisse.

Um dir diese schwierige Zeit etwas zu erleichtern und um etwas Struktur in dein Gedankenwirrwarr zu bringen werden wir in diesem Artikel auf die wichtigsten Dinge nach einem Todesfall eingehen. Wir erklären dir, was sofort nach dem Tod als auch in den ersten Tagen zu erledigen ist. Zum Schluss werden wir auf die Dinge eingehen, die du auch nicht vergessen solltest.




Das Wichtigste in Kürze

  • Nach einem Todesfall gibt es ein paar Erledigungen, die du sofort unternehmen solltest. Dazu zählt z.B. wichtige Unterlagen zusammen zu suchen, Familie und Freunde des Verstorbenen zu informieren und ein Bestattungsunternehmen zu beauftragen.
  • Mit ein paar weiteren Erledigungen kannst du dir bis zu drei Tagen Zeit lassen. Dazu zählen die Beantragung einer Sterbeurkunde oder das Kündigen wichtiger Verträge und Versicherungen.
  • Außerdem solltest du nicht vergessen die Profile in den sozialen Medien zu löschen, Konten zu schließen sowie eine etwaige Hinterbliebenen Rente zu beantragen.

Definition: Was ist eine Todesfall Checkliste?

Nach dem Tod eines Familienmitglieds gehen dir tausend Sachen durch den Kopf. Um an alle wichtigen Punkte denken zu können nutzen wir im Alltag häufig Listen. Auch im Falle eines Todesfalls können diese Checklisten Sinn machen. Sie helfen dir wirklich an Alles zu denken, auch an die Dinge, die dir vielleicht selbst nicht mal in den Kopf gekommen wären.

Hintergründe: Was du über die Checkliste für den Todesfall wissen solltest

Im Folgenden werden wir dir alle wichtigen Punkte auf dieser Checkliste näher erläutern. So brauchst du dich um nichts weiter kümmern als diese Checkliste gedanklich durchzugehen. Dabei gibt es einiges, was du sofort nach dem Tod erledigen solltest. Gleichzeitig hast du bei anderen Sachen etwas Zeit, um sie später zu erledigen.

Was solltest Du nach dem Todesfall sofort erledigen?

Es gibt einige Dinge, die du sofort nach dem Todesfall in Angriff nehmen solltest. Diese werden wir dir nun einmal näher erläutern.

  • Totenschein: Der Totenschein wird von einem Arzt ausgestellt. Abhängig vom Todesort kann dieser  automatisch ausgestellt werden. Dies ist zum Beispiel im Krankenhaus der Fall. Wenn der Angehörige zuhause verstorben ist solltest du den Hausarzt kontaktieren. Der Totenschein ist essentiell für die Beantragung der Sterbeurkunde.
  • Testament: Schau nach, ob es ein Testament gibt. Wenn das der Fall ist hast du dies nach §2269 BGB sofort dem Nachlassgericht beziehungsweise dem Amtsgericht des Verstorbenen auszuhändigen. (1)
  • wichtige Versicherungs- und Bankunterlagen: Stelle sicher, dass du über alle Versicherungs- und Bankunterlagen als auch über deren Vollmachten verfügst, damit die weiteren Schritte problemlos ablaufen können.
  • Ausweise oder Urkunden: Suche den Personalausweis, die Geburtsurkunde und andere Urkunden zusammen, damit du diese jederzeit beim Amt vorweisen kannst.
  • Angehörige: Informiere den engsten Kreis der Familie und besprich das weitere Vorhaben. Im Falle eines Tods des Lebens- oder Ehepartners, eines Kindes oder Elternteils kann vom Arbeitgeber mitunter Sonderurlaub genehmigt werden. (2)
  • Bestatter: Beauftrage ein Bestattungsunternehmen deiner Wahl. Falls du Kenntnis über einen Vorsorgevertrags des Verstorbenen mit einem Bestatter hast brauchst du diesen lediglich zu informieren.
  • Lebensversicherung:  Für den Fall, dass eine Lebensversicherung abgeschlossen wurde gilt es diese sofort zu informieren. Eine zu späte Meldung des Todes kann Probleme bei der Zahlung an den Bezugsberechtigten verursachen. (3)

Was solltest Du in den ersten Tagen nach dem Todesfall tun?

Nachdem du das Wichtigste sofort erledigt hast, warten nun noch ein paar weitere Erledigungen auf dich. Wir haben sie dir hier einmal zusammengestellt:

  • UnfallversicherungIm Falle eines Tods, der durch einen Unfall einherging hast du tatsächlich nur bis zu 48 Stunden Zeit die Versicherung über den Tod zu informieren. (4)
  • Sterbeurkunde: Du solltest innerhalb von drei Tagen die Sterbeurkunde beim zuständigen Standesamt beantragen. Für die Beantragung benötigst du die bereits zusammen gesuchten wichtigen Dokumente wie den Personalausweis und die Geburtsurkunde. Auch den Totenschein benötigst du hierbei. Die Strebeurkunde benötigst du später für den Bestatter.
  • Erbschein: Ein Erbschein ist optional. Er wird aber vor allem dann benötigt, wenn es kein Testament gibt. Außerdem gewähren Banken ohne diesen oft keinen Zugriff auf das Konto. (5) Du solltest dir darüber im Klaren sein, dass mit dem Antrag auf einen Erbschein diverse Kosten einhergehen. So werden abhängig von der Erbsumme gewisse Gebühren und Kosten für den Antrag beim Nachlassgericht beziehungsweise beim Notar fällig. Des Weiteren solltest du wissen, dass du mit dem Antrag das Erbe offiziell annimmst und somit auch in die Verantwortung gezogen werden kannst etwaige Schulden zu begleichen.
  • Verträge kündigen: Zum Einen ist es wichtig die Wohnung zu kündigen, falls der oder die Verstorbene alleine zur Miete gewohnt hat. Hier findet das Sonderkündigungsrecht nach §580 BGB Anwendung, wobei dennoch die drei monatige gesetzliche Kündigungsfrist gilt. (6) Für den Fall, dass noch jemand weiteres in der Wohnung lebt kann das Mietverhältnis übertragen werden. Zum anderen ist es wichtig die Verträge für Strom, Internet oder Rundfunkbeiträge zu kündigen. Anders gestaltet sich das Vorgehen, wenn der Verstorbene bereits in einem Pflegeheim wohnte. Dort ist der Sterbetag auch automatisch der Tag, an dem der Vertrag endet.

Welche Versicherungen gilt es im Todesfall zu kündigen?

Bei Versicherungen kann zwischen personengebunden und sachgebundenen Versicherungen unterschieden werden. Im Falle eines Todes enden damit automatisch die personengebundenen Versicherungen, dennoch muss die Versicherung diesbezüglich informiert werden.

Sachgebundene Versicherungen, wie z.B. Kfz-Versicherungen, müssen extra gekündigt werden. (Bildquelle: unsplash / Christian Wiediger)

Damit bleiben die sachgebundenen Versicherungen, die es zu kündigen gilt. Dazu zählen beispielsweise die Kfz-Versicherung oder eine Wohngebäudeversicherung. Des Weiteren müssen auch eine Haus- und Grundbe­sitzer - Haft­pflichtversicherung oder eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung gekündigt werden. (7)

An was musst Du nach einem Todesfall noch denken?

Nachdem du die wichtigsten Dinge nun erledigt hast, die es entweder sofort nach dem Tod oder in den ersten Tagen nach dem Tod zu erledigen gab, widmen wir uns nun den etwas weniger wichtigen Fragen. Dennoch wirst auch du an diesen Fragen nicht vorbei kommen und sie dir früher oder später stellen.

Du solltest dich zum einen zeitnah um das Kündigen sämtlicher Verträge und Mitgliedschaften beziehungsweise Abonnements kümmern. Hilfreich dabei ist es sich die Kontoauszüge anzuschauen.

Zum anderen solltest du sämtliche Kontodaten des Verstorbenen zusammen suchen.

Bei den einzelnen Banken kannst du eine sogenannte Kontonachforschung in die Wege leiten, wenn du dir nicht sicher bist, wie viele Konten wo existieren.

Für die Kontonachforschung benötigst du den Erbschein beziehungsweise das Testament und die ehemalige Anschrift des Verstorbenen.

Checkliste Todesfall

Bei einem Todesfall darf man mittlerweile auch nicht mehr das digitale Profil eines Menschen vergessen zu deaktivieren. (Bildquelle: Unsplash / dole777)

Des Weiteren solltest du dich um die Profile in den sozialen Medien kümmern. Wenn du die Zugangsdaten nicht kennst, wende dich an die Betreiber der Seite und bitte um Löschung des Accounts.

Wie erfährt die Krankenkasse vom Tod eines Versicherten?

Die Krankenkasse erfährt meist durch einen Anruf oder eine Email der Angehörigen vom Tod und leitet dann die sofortige Beendigung der Kranken- und Pflegeversicherung in die Wege.

Wird nach dem Tod noch Rente gezahlt?

In den ersten drei Monaten nach dem Tod bekommst du noch die Rente deines Partners, danach kannst du einen Antrag auf die Hinterbliebenen Rente stellen. Nach dem Tod eines Ehepartners beziehungsweise Lebenspartners hast du nämlich vermutlich einen Anspruch auf eine Witwenrente.

Bist du noch nicht volljährig und verlierst deinen Vater oder/und deine Mutter dann wird dir eine Halb- oder/und Vollwaisenrente gezahlt. (8) In dem Fall, dass du geschieden bist und weiterhin ein minderjähriges Kind zu versorgen hast kannst du einen Anspruch auf eine Erziehungsrente geltend machen.

Wird man zur Erbschaftssteuererklärung aufgefordert?

Oftmals stehen Erben in der Pflicht eine Erbschaftssteuererklärung abzugeben. Diese Pflicht besteht jedoch nur dann, wenn das Finanzamt dich dazu explizit auffordert.

Für den Fall, dass du eine Erbschaftssteuererklärung abzugeben hast bekommst du dafür mindestens einen Monat Zeit. (9) Du hast zusätzlich auch die Möglichkeit diese Frist zu verlängern. Die Erklärung sollte ein Nachlassverzeichnis enthalten, indem die einzelnen Werte der vererbten Gegenstände aufgeführt sind.

Welche Kosten sind mit einem Todesfall verbunden?

Natürlich sind mit einem Todesfall vor allem die Kosten für eine Beerdigung verbunden. Grundsätzlich kostet eine Beerdigung mehrere Tausend Euro. Der Preis ist abhängig von den gewünschten Konditionen.

Die Beerdigungskosten trägt nach §1986 BGB der Erbe.

Zu den gängigen Kosten zählen die Beauftragung des Bestattungsinstituts, ein Sarg oder eine Urne, ein Grabstein, Traueranzeigen, Danksagungen, Blumen und der Leichenschmaus. Das alles wird in der Summe tatsächlich ziemlich teuer. Eine Sterbegeldversicherung kann sich hier als sinnvoll erweisen.

Checkliste Todesfall

Eine Bestattung auf dem Friedhof kann mehrere Tausend Euro kosten. (Bildquelle: Unsplash / Marco Rickhoff )

Die Höhe der Bestattungskosten ist generell abhängig von der Art der Bestattung, von dem Ort der Bestattung, der Grabart und dem Umfang der Aufgaben, die der Bestatter übernehmen soll. Hier haben wir einmal die einzelnen Bestandteile einer Beerdigung und deren ungefähren Kosten zusammengefasst:

Leistungen Preis
Bestatter, Urkunden ab 1000€
Friedhofsgebühren ab 1000€
Sarg oder Urne ab 700€
Trauerfeier, Todesanzeige ab 700€
Friedhofsgärtner, Steinmetz ab 2000€

Es wird schnell klar, dass alle Leistungen in der Summe ziemlich teuer sind. Die Preise variieren natürlich, geben hier aber einen ganz guten Überblick.

Fazit

Das Thema der Checkliste für den Todesfall ist sehr komplex. Es gibt viele Dinge, an die du denken musst. Vor allem sofort und in den ersten Tagen nach dem Tod gibt es viele Aufgaben zu erfüllen. Nachdem Familie und Freunde als auch der Bestatter informiert wurden, ist es am wichtigsten, dass du alle notwendigen Unterlagen zusammen suchst. Auch Verträge und Versicherungen solltest du zeitnah kündigen.

Innerhalb der ersten Tage solltest du dich um eine Sterbeurkunde und eventuell einen Erbschein kümmern, um den Verstorbenen später bestatten lassen zu können. Sei dir darüber bewusst, dass eine Beerdigung mehrere Tausend Euro kosten wird. Die Kosten sind abhängig von der Bestattungsart, dem Ort oder der Art des Grabes.

Bildquelle: kzenon / 123rf

Einzelnachweise (9)

1. §2269 BGB §580 BGB §1986 BGB
Quelle

2. Jessica Schömburg: Sonderurlaub im Todesfall: Was arbeitsrechtlich gilt, Deutsche Handwerkszeitung, Abgerufen am 12.03.2021.
Quelle

3. Deutsches Ärzteblatt 2001; 98(24): [91], Abgerufen am 12.03.2021.
Quelle

4. Engel, J. Stichwort: Todesfallleistung. In: Wagner, F. (Hrsg.) Gabler Verlag: Gabler Versicherungslexikon 2017, Abgerufen am 12.03.2021.
Quelle

5. Erbschein – Welche Kosten entstehen dem Antragsteller?, Abgerufen am 12.03.2021.
Quelle

6. Kündigung des Mietvertrags im Todesfall des Mieters, Abgerufen am 12.03.2021.
Quelle

7. Hanseaticbank: Versicherungen kündigen im Todesfall: Infos und Vorlage, Abgerufen am 12.03.2021.
Quelle

8. Deutsche Rentenversicherung: Renten für Hinterbliebene, Abgerufen am 14.03.2021.
Quelle

9. Erbrecht-Ratgeber: Wer muss eine Erbschaftsteuererklärung beim Finanzamt abgeben?, Abgerufen am 14.03.2021.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

BGB
§2269 BGB §580 BGB §1986 BGB
Gehe zur Quelle
Internetbeitrag
Jessica Schömburg: Sonderurlaub im Todesfall: Was arbeitsrechtlich gilt, Deutsche Handwerkszeitung, Abgerufen am 12.03.2021.
Gehe zur Quelle
Deutsches Ärzteblatt
Deutsches Ärzteblatt 2001; 98(24): [91], Abgerufen am 12.03.2021.
Gehe zur Quelle
Versicherungslexikon
Engel, J. Stichwort: Todesfallleistung. In: Wagner, F. (Hrsg.) Gabler Verlag: Gabler Versicherungslexikon 2017, Abgerufen am 12.03.2021.
Gehe zur Quelle
Internetbeitrag
Erbschein – Welche Kosten entstehen dem Antragsteller?, Abgerufen am 12.03.2021.
Gehe zur Quelle
Internetbeitrag
Kündigung des Mietvertrags im Todesfall des Mieters, Abgerufen am 12.03.2021.
Gehe zur Quelle
Internetbeitrag
Hanseaticbank: Versicherungen kündigen im Todesfall: Infos und Vorlage, Abgerufen am 12.03.2021.
Gehe zur Quelle
Deutsche Rentenversicherung
Deutsche Rentenversicherung: Renten für Hinterbliebene, Abgerufen am 14.03.2021.
Gehe zur Quelle
Internetbeitrag
Erbrecht-Ratgeber: Wer muss eine Erbschaftsteuererklärung beim Finanzamt abgeben?, Abgerufen am 14.03.2021.
Gehe zur Quelle
Testberichte