Contribution margin
Zuletzt aktualisiert: 23. Juni 2021

Zur Steuerung eines erfolgreichen Unternehmens gehört einiges dazu. Unter anderem ist der Deckungsbeitrag eine der wichtigsten Kennzahlen, die in jedem Finanzplan zu finden ist. Dieser dient zur Feststellung des Unternehmenserfolges sowie zur Preiskalkulation für Produkte und Leistungen.

In diesem Beitrag beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Thema Deckungsbeitrag berechnen und erklären beispielhaft, was Unternehmer und Start-ups wissen müssen, um ihr Unternehmen erfolgreich aufbauen und steuern zu können.




Das Wichtigste in Kürze

  • Der Deckungsbeitrag ist ein wesentlicher Bestandteil in der Unternehmenssteuerung. Er sagt aus, welche Produkte und Leistungen rentabel für ein Unternehmen sind und welche nicht. Anhand dieser Informationen kann entsprechend reagiert werden.
  • Für die Berechnung des Deckungsbeitrages müssen die Umsatzerlöse und die variablen Kosten gegenübergestellt werden. Der Deckungsbeitrag ist die Differenz dieser beiden Beträge.
  • Ist der Deckungsbeitrag größer als die Fixkosten, hat das Unternehmen einen Gewinn erwirtschaftet, ist er aber kleiner als die Fixkosten, bedeutet das einen Verlust für das Unternehmen. Ist der Betrag gleich den Fixkosten, nennt man das Gewinnschwelle oder auch Break-Even-Point.

Definition: Was ist ein Deckungsbeitrag?

Der Deckungsbeitrag wird auch „Marge“ oder „Gewinnmarge“ genannt. Es handelt sich hierbei um den Betrag, den ein Produkt zur Deckung der anfallenden Kosten beiträgt. Dazu werden die variablen Kosten von dem Verkaufspreis des Produktes abgezogen. Im besten Fall ist der Deckungsbeitrag so hoch, dass die Herstellungskosten gedeckt werden und gleichzeitig Gewinn erzielt wird (4).

Der Deckungsbeitrag hilft zu analysieren, welche Absatzmenge Sie benötigen, um Ihre Kosten zu decken. Diese Schwelle wird auch Gewinnschwelle oder Break-Even-Point genannt. Die Deckungsbeitragsrechnung ist in der Betriebswirtschaft Teil der Kosten- und Leistungsrechnung. Sie dient als Instrument zur Analyse der Kosten in Bezug auf Produkte und Leistungen.

Hintergründe: Was du über die Berechnung von Deckungsbeiträgen wissen solltest

Die Deckungsbeitragsrechnung ist eine der elementarsten und wichtigsten Komponenten der Kosten- und Leistungsrechnung für ein Unternehmen. Im folgenden Abschnitt findest du alle relevanten Fakten und die Antworten auf die wichtigsten und meist gestellten Fragen zu diesem Thema.

Wie berechne ich den Deckungsbeitrag?

Bei dem Deckungsbeitrag geht es darum, dass ein erfolgreiches Unternehmen mehr Geld verdienen muss als es ausgibt. Der Umsatz und die variablen Kosten werden ermittelt und gegenüber gestellt. Ein positives Betriebsergebnis, also Gewinn für das Unternehmen, wird erzielt, wenn die Differenz dieser beiden Komponenten höher als die Fixkosten sind. Andernfalls bedeutet das ein Verlustgeschäft.

Um den Gesamtdeckungsbeitrag für ein Unternehmen zu berechnen, müssen die gesamten Erlöse und variablen Kosten einer Periode betrachtet werden. Die Formel dafür lautet:

Gesamtdeckungsbeitrag = Erlöse – variable Kosten x Menge

Um den Deckungsbeitrag für ein einzelnes Produkt zu berechnen, muss der Preis pro Stück und die variablen Kosten pro Stück gegenübergestellt werden. Die Formel dafür lautet:

Stückdeckungsbeitrag = Preis pro Stück – variable Stückkosten x Menge

Wenn in einem Unternehmen ein Engpass eines bestimmten Produktionsfaktors herrscht, wird meist der relative Deckungsbeitrag als Hilfsmittel eingesetzt. Dieser zeigt das Verhältnis des Stückdeckungsbeitrages zu einem bestimmten Engpassfaktor (3).

Warum sollte ich den Deckungsbeitrag berechnen?

Die Berechnung des Deckungsbeitrags ist ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenssteuerung. Welche Produkte und Dienstleistungen sind rentabel? Wie hoch muss der Verkaufspreis eines Produktes sein und wie viel muss von bestimmten Produkten verkauft werden, damit am Ende auch Gewinn erzielt wird? All diese Fragen können mit dem Deckungsbeitrag beantwortet werden.

Der Deckungsbeitrag liefert entscheidende Informationen und ist ein fester Bestandteil im Finanzplan eines Unternehmens. (Bildquelle: Firmbee Com / Unsplash)

Der Deckungsbeitrag wird hauptsächlich zur Ermittlung des Erfolges eines Unternehmens eingesetzt. Er hilft dabei herauszufinden, welche Absatzmenge ein Produkt haben muss, damit das Unternehmen damit Gewinn erzielt. Die Berechnung des Deckungsbeitrages spielt neben dem Erfolgscontrolling allerdings auch noch eine entscheidende Rolle bei der Preiskalkulation von Produkten.

Was brauche ich um den Deckungsbeitrag zu berechnen?

Variable Kosten, auch Einzelkosten oder Stückkosten genannt, sind von den hergestellten Produkten und Leistungen abhängig und können sich regelmäßig ändern. Dazu gehören zum Beispiel die Material- und Herstellungskosten und der Einkaufspreis eines Produktes oder der Stundenlohn eines Mitarbeiters. Die variablen Kosten können auch für Produktgruppen oder einzelne Bereiche betrachtet werden.

Wichtig sind die variablen Kosten, die Fixkosten und die Umsatzerlöse.

Fixkosten, auch feste Kosten oder Strukturkosten genannt, ändern sich dagegen nicht. Diese bleiben unabhängig von den hergestellten Produkten und Leistungen immer gleich. Zu den Fixkosten werden zum Beispiel die Miete für Geschäftsräume, das Honorar des Steuerberaters oder auch die Gehälter im Innendienst gezählt.

Unter dem Umsatzerlös eines Unternehmens versteht man den Nettoumsatz, der beim Verkauf der eigenen Produkte und Leistungen eingebracht wird. Dazu subtrahiert man die Menge der verkauften Produkte mit dem Verkaufspreis und zieht aktuelle Rabatte und Boni ab. Die variablen Kosten, die Fixkosten und die Umsatzerlöse sind notwendig für die Berechnung des Deckungsbeitrages.

Was ist der Unterschied zwischen einstufiger und mehrstufiger Deckungsbeitragsrechnung?

Bei der einstufigen oder auch einfachen Deckungsbeitragsrechnung werden die Umsatzerlöse und Kosten insgesamt und nicht pro Stück betrachtet. Es können die Deckungsbeiträge für unterschiedliche Produktgruppen, Produktarten und Produkte berechnet werden. Anhand dieser Beiträge lässt sich feststellen, welche Produkte für ein Unternehmen rentabel sind und welche nicht.

Bei der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung werden die Fixkosten nicht in Summe betrachtet, sondern nach dem Verursacherprinzip weiter unterteilt. Dabei wird unterschieden zwischen Unternehmensfixkosten, Produktfixkosten und Produktgruppenfixkosten. Durch möglichst genaues Differenzieren dieser Kosten werden wertvolle Informationen gewonnen, die das Kostencontrolling und die Unternehmenssteuerung unterstützen.

Deckungsbeitrag zu niedrig – was tun?

Es kann durchaus passieren, dass der Deckungsbeitrag nicht den Erwartungen entspricht. Wenn dieser zu niedrig ist, Kosten nicht mehr gedeckt werden können und daraus Verlust resultiert, sollte etwas verändert werden.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten wie man vorgehen könnte. Mehr Werbung machen, die Attraktivität des Produktes steigern, andere, rentablere Produkte anbieten oder sogar den Preis senken (1). Keines dieser Vorgehen garantiert das Eintreten des gewünschten Effektes. In den meisten Fällen wirken sich die Veränderungen jedoch positiv auf den Deckungsbeitrag aus.

Deckungsbeitrag berechnen: Alles was du wissen musst

Du hast bereits gelernt was ein Deckungsbeitrag ist, wie wichtig er für ein Unternehmen ist und in welchen Bereichen er eingesetzt wird. Nun wollen wir dir die verschiedenen Arten und Formeln näher bringen und dir anhand eines Beispiels zeigen, wie eine Deckungsbeitragsberechnung funktioniert.

Stufen der Deckungsbeitragsrechnung

Der bereits genannte Formel, bei der die variablen Kosten von den Umsatzerlösen abgezogen wird, liefert die einfachste Art des Deckungsbeitrages, ist jedoch wenig aussagekräftig was die tatsächliche Rentabilität deiner Produkte angeht.

Es gibt nicht nur den Deckungsbeitrag I, sondern auch den Deckungsbeitrag II und den Betriebsgewinn. Damit du immer die richtige Formel anwendest, haben wir im folgenden Abschnitt, alle drei zusammengefasst und erklärt.

Deckungsbeitrag I

Die einfachste Form des Deckungsbeitrages ist der Deckungsbeitrag I. Hier rechnest du einfach die Erlöse minus die variablen Kosten. Dieser Betragt zeigt dir, wie viel dein Produkt zur Deckung der Kosten beiträgt.

Formel: Umsatzerlöse – variable Kosten der Erzeugnisse = Deckungsbeitrag I

Deckungsbeitrag II

Der Deckungsbeitrag II baut auf dem ersten Deckungsbeitrag auf. Du berechnest diesen, indem du die produktfixen Kosten von dem Deckungsbeitrag I abziehst. Dieser Deckungsbeitrag liefert detailliertere Informationen, die wiederum die Grundlage für wichtige Entscheidungen bilden.

Formel: Deckungsbeitrag I – produktfixe Kosten = Deckungsbeitrag II

Betriebsgewinn

Mit der drittel Formel erhältst du als Ergebnis den reinen Betriebsgewinn deines Unternehmens. In diesem Schritt werden zusätzlichen noch die unternehmensfixen Kosten von dem zweiten Deckungsbeitrag subtrahiert.

Formel: Deckungsbeitrag I – sämtliche Fixkosten = Betriebsgewinn

Deckungsbeitrag berechnen – ein Beispiel

Wir wollen dir nun anhand einiger Beispiele zeigen, wie eine einstufige und eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung aussehen kann. Wir führen eine gesamte Rechnung durch, damit du jeden Schritt nachvollziehen und verstehen kannst.

Beispiel für eine einstufige Deckungsbeitragsrechnung:

Ein mobiler Eiswagen verkauft jeden Monat 5.000 Kugeln Eis für je 1,20 €. Die variablen Kosten pro Kugel betragen 0,50 € und die Fixkosten des Wagens liegen bei monatlich 2.000 €.

Kennzahl Ergebnis pro Monat Rechnung
Umsatzerlöse 6.000 € 5.000 Stück x 1,20 € pro Stück
Variable Kosten 2.500 € 5.000 Stück x 0,50 € pro Stück
Gesamtdeckungsbeitrag 3.500 € 6.000 € - 2.500 €
Fixkosten 2.000 € -
Gewinn 1.500 € 3.500 € - 2.000 €

Beispiel für eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung:

Der Eiswagen hat sein Sortiment erweitert und verkauft nicht mehr nur Eis, sondern auch Waffeln. Für den Verkauf der Waffeln braucht der Wagen eine weitere Mitarbeiterin, die sich ausschließlich um die Herstellung der Waffeln kümmert. Bei den Personalkosten für diese Mitarbeiterin handelt es sich somit um produktfixe Kosten. Diese liegen bei monatlich 2.000 €.

Kennzahl Eis / Waffeln Rechnung
Umsatzerlöse 6.000 € / 5.000 € 5.000 Stück x 1,20 € pro Stück / 5.000 Stück x 1,00 € pro Stück
Variable Kosten 2.500 € / 2.000 € 5.000 Stück x 0,50 € pro Stück / 5.000 Stück x 0,40 € pro Stück
Deckungsbeitrag I 3.500 € / 3.000 € 6.000 € - 2.500 € / 5.000 € - 2.000 €
Produktfixe Kosten 2.000 € -
Deckungsbeitrag II 3.500 € / 1.000 € - / 3.000 € - 2.000 €
Summe der DB II 4.500 € 3.500 € + 1.000 €
Gesamtfixkosten 2.000 € -
Betriebsgewinn 2.500 € 4.500 € - 2.000 €

Deckungsbeitrag berechnen – Hilfsmittel?

Es gibt verschiedene Instrumente und Tools, die du für die Berechnung des Deckungsbeitrages verwenden kannst. Excel ist gut für kleinere Tabellen, einfache Berechnungen und grobe Planungen. Als Hilfsmittel in der Finanzplanung kann das allerdings schnell unübersichtlich werden.

Für eine detaillierte Umsatz- und Kostenplanung gibt es diverse Finanzplanungstools, die einen integrierten Deckungsbeitragsrechner zur Planung von Produkten und Leistungen haben.

Die Berechnung des Deckungsbeitrages ist in diversen Tools und Systemen integriert. Diese sind elementar für die Steuerung eines Unternehmens. (Bildquelle: Marvin Meyer / Unsplash)

Für den Handel, den E-Commerce und die Gastronomie liefern Warenwirtschaftssysteme den Deckungsbeitrag auf Knopfdruck und ERP-Systeme ordnen den verschiedenen Produkten sogar die dazugehörigen Fixkosten zu. Diese sind besonders für Unternehmen mit verschiedenen Verkaufsbereichen geeignet (2).

Fazit

Unternehmenssteuerung ohne Deckungsbeitragsrechnung funktioniert nicht, denn sie ist eines der elementarsten Instrumente zur Ermittlung des Unternehmenserfolges. Der Deckungsbeitrag zeigt dir, ob Herstellungskosten durch die Produkte ausgeglichen werden können und wie viel diese zur Deckung der Fixkosten und zum Betriebsgewinn beisteuern.

Es gibt verschiedene Arten der Deckungsbeitragsrechnung. Du kannst damit ermitteln, welche Produkte und Leistungen rentabel sind, wo die Preisuntergrenze für bestimmte Produkte oder Produktgruppen liegt und welche Absatzmenge einen Gewinn erzielt. Außerdem lässt sich mit dem Deckungsbeitrag der Break-Even-Point bestimmen und unterstützt dich in der Preisfindung neuer Produkte und der Analyse deiner Kosten.

Bildquelle: Rawpixel / 123rf

Einzelnachweise (4)

1. Skiera, Bernd & Gensler, Sonja. (2002). Berechnung von Nutzenfunktionen und Marktsimulationen mit Hilfe der Conjoint-Analyse (Teil 2). WiSt - Wirtschaftswissenschaftliches Studium. 31. 258-263. 10.15358/0340-1650-2002-5-258.
Quelle

2. fuer-greunder.de: Deckungsbeitragsrechnung – für die Planung von Produkten und des Gesamtgewinns, fuer-greunder.de Redaktion
Quelle

3. welt-der-bwl.de: Deckungsbeitrag
Quelle

4. controlling.net: Deckungsbeitrag: Definition, Formel & Beispiele zur Deckungsbeitragsrechnung
Quelle

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Wissenschaftlicher Review
Skiera, Bernd & Gensler, Sonja. (2002). Berechnung von Nutzenfunktionen und Marktsimulationen mit Hilfe der Conjoint-Analyse (Teil 2). WiSt - Wirtschaftswissenschaftliches Studium. 31. 258-263. 10.15358/0340-1650-2002-5-258.
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Deckungsbeitragsrechnung – für die Planung von Produkten und des Gesamtgewinns
fuer-greunder.de: Deckungsbeitragsrechnung – für die Planung von Produkten und des Gesamtgewinns, fuer-greunder.de Redaktion
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Deckungsbeitrag
welt-der-bwl.de: Deckungsbeitrag
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Deckungsbeitrag: Definition, Formel & Beispiele zur Deckungsbeitragsrechnung
controlling.net: Deckungsbeitrag: Definition, Formel & Beispiele zur Deckungsbeitragsrechnung
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