Direktversicherung
Zuletzt aktualisiert: 24. März 2021

Um sich im Alter finanziell abzusichern, stehen dir viele Möglichkeiten zur Verfügung. Eine davon ist die betriebliche Altersversorgung über eine Direktversicherung. Eine Direktversicherung ist ein für den Arbeitnehmer abgeschlossene Lebensversicherung.

Dieses wird von dem Arbeitgeber vorgenommen und schließt den Arbeitnehmer und seine Hinterbliebene ein. Es gibt Direktversicherungen auch in Form einer Rentenversicherung. Dabei leitet der Arbeitgeber die Beiträge seiner Mitarbeiter direkt an die Versicherung weiter. Dies führt dazu, dass du höhere Rendite bekommst und sichere Einzahlungen vorgenommen werden.




Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Direktversicherung wird vom Arbeitgeber für den Arbeitnehmer abgeschlossen. Dies sind meist Lebens- oder Rentenversicherungen.
  • Eine Direktversicherung hat einen Vorteil in Form von höherer Rendite und mehr Sicherheit. Dazu kann sowohl an Steuern als auch an Sozialabgaben gespart werden.
  • Auch das Unternehmen profitiert von Direktversicherungen. Scheidet der Arbeitnehmer früher aus dem Unternehmen aus, ist der Vertrag trotzdem noch gültig. Oft kann dieser jedoch vom neuem Arbeitgeber übernommen werden.

Hintergründe: Was sind Direktversicherungen?

Direktversicherungen sind eine Möglichkeit die betriebliche Altersversorgung (bAV) durchzuführen. Wir erklären dir die Hintergründe und beantworten dir die wichtigsten Fragen rund um das Thema der Direktversicherung.

Was sind Direktversicherungen und wie funktionieren sie?

Direktversicherungen sind Rentenversicherungen oder Lebensversicherungen, die vom Arbeitgeber für den Arbeitnehmer abgeschlossen werden(1). Der Vertrag der Versicherung wird vom Arbeitgeber erfüllt. Dieser zahlt den Beitrag direkt an das Versicherungsunternehmen.

Eine Direktversicherung kann nur für die Hauptbeschäftigung abgeschlossen werden und nicht für einen Nebenjob. Diese Versicherungsverträge können einzeln oder als Gruppenverträge für mehrere Arbeitnehmer abgeschlossen werden. Dadurch ergeben sich oft Rabatte. Dies wirkt sich auf die Höhe der Betriebsrente aus.

Welche verschiedenen Formen von Direktversicherungen gibt es?

Meist wird eine Direktversicherung über die betriebliche Altersversorgung gewählt(2). Diese ist weniger Aufwand verbunden als andere Formen. Dabei sucht der Arbeitgeber einen Vertrag aus und schließt diesen für seine Arbeitnehmer ab.

Form Beschreibung
über die betriebliche Altersversorgung (bAV) meist über Entgeltumwandlung bei der Lohnabrechnung
fondsgebundene Direktversicherung Auswahl eines Fonds für die Chance auf höhere Renditen

Steckt dabei der Arbeitnehmer einen Teil seines eigenen Geldes in die Versicherung, dann bezeichnet man dies als Entgeltumwandlung. Der Beitrag wird direkt vom Bruttolohn abgezogen. Dadurch können Steuern und Sozialabgaben gespart werden(3).

Es gibt aber auch weitere Formen der Direktversicherung. Eine davon ist die fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherung. Bei langer Zeit bis zur Rente führt diese Variante zu höheren Renditen.

Wann lohnt sich eine Direktversicherung?

Meist lohnt sich eine Direktversicherung erst wenn der Arbeitgeber einen Betrag dazugibt. Dieser Anteil sollte mindestens bei 20 Prozent des zu zahlenden Beitrags liegen. Ist der Betrag des Arbeitgebers niedriger oder gibt er nichts dazu, wirst du wahrscheinlich den Beitrag, den du eingezahlt hast, nicht wieder herausbekommen. Das kommt daher, dass die gesetzliche Rente weniger wird und ein höherer Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung gezahlt werden muss.

Auch für den Arbeitgeber lohnt sich die Direktversicherung meist, da er dann 20 Prozent an Sozialabgaben sparen kann. Zudem ist dieser ab 2022 verpflichtet einen Anteil des Beitrags für seine Arbeitnehmer zu zahlen.

Wie profitieren Unternehmen und Arbeitnehmer von einer Direktversicherung?

Wenn eine Direktversicherung abgeschlossen wird, haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer meist unterschiedliche Motive für diese Entscheidung. Diese stellen wir dir im Folgenden vor:

  • Unternehmen: Beteiligen sich Unternehmen an dem zu zahlenden Beitrag, können sie rund zwanzig Prozent der Sozialabgaben einsparen. Zudem können so Arbeitnehmer langfristig an das Unternehmen gebunden werden.
  • Arbeitnehmer: Hier ergeben sich höhere Renditen, mehr Sicherheit bei den Einzahlungen und Einsparungen bei Steuern und Sozialabgaben. Dazu kann eine Berufsunfähigkeit mitversichert werden. Und für privat krankenversicherte gilt, dass sie keinen Krankenkassenbeitrag auf die Betriebsrente zahlen müssen.

Welche Nachteile hat eine Direktversicherung?

Eine Direktversicherung hat jedoch auch negative Folgen. Für Arbeitnehmer entstehen folgende Nachteile durch eine Direktversicherung:

  • für gesetzlich Krankenversicherte gilt, dass diese im Alter den kompletten Beitrag zur betrieblichen Rente zahlen müssen.
  • niedriger Bruttolohn durch die Entgeltumwandlung. Dadurch erhältst du auch niedrigere Sozialbeiträge, da diese auf deinem Lohn beruhen(4).
  • Arbeitnehmer haben kein Anrecht darauf die Kosten der Versicherung zu erfahren.
  • mehrmalige Jobwechsel können aufgrund des Vertrages aufwändig sein.

Für den Arbeitgeber entsteht ein höherer Verwaltungsaufwand bei der Erstellung der Lohnabrechnung.

Was kostet eine Direktversicherung und wer zahlt sie?

Der Garantiezins bei Direktversicherungen lag 2019 bei 0,9 Prozent pro Jahr. So ein Vertrag lohnt sich nur, wenn der Arbeitgeber einen Teil der Kosten mitträgt. Allgemein gilt, dass es vorteilhaft ist, wenn du weißt, wie hoch die Kosten und die Abschlusssumme sind. Dabei ist es die bessere Variante einen Vertrag ohne Abschlusssumme zu wählen.

Der Beitrag der Direktversicherung wird meist vom Arbeitnehmer getragen. Dieser kann vom Bruttolohn abgezogen werden und vom Arbeitgeber direkt an das Versicherungsunternehmen überwiesen werden. Oft beteiligt sich der Arbeitgeber mit einem Anteil an den Kosten(5). Ab 2022 muss sich der Arbeitgeber mit 15 Prozent an den Kosten beteiligen(6). Auch eine vollständige Übernahme der Kosten durch den Arbeitgeber ist möglich.

Welche Steuern und Sozialabgaben müssen bei einer Direktversicherung gezahlt werden?

Für Verträge, die nach 2005 abgeschlossen wurden, gilt, dass vier Prozent der Beitragsgrenze der Rentenversicherung steuerfrei ist. In 2021 sind dies somit 283 Euro pro Monat, die steuer- und sozialabgabenfrei sind. Dazu sind weitere vier Prozent dieser Grenze nicht steuerpflichtig, jedoch müssen Sozialabgaben geleistet werden(7). Daher sollte unbedingt eine Steuererklärung gemacht werden.

Ist eine Entgeltumwandlung sinnvoll?

Die Entscheidung für die Art der Direktversicherung sollte gut überlegt sein.

Direktversicherung

Durch eine Direktversicherung kann Geld gespart werden. Dazu muss aber eine Steuererklärung gemacht werden, um sich Steuern und Sozialabgaben zurückzuholen. (Bildquelle: Scott Graham/ Unsplash)

Daher stellen wir dir hier vor, wann eine Direktversicherung über Entgeltumwandlung sinnvoll ist.

Was ist eine Entgeltumwandlung?

Die Entgeltumwandlung ist eine Form der betrieblichen Altersversorgung. Diese wird in Deutschland vom Staat gefördert. Dadurch hast du ein Anrecht darauf einen Teil deines Arbeitsentgeltes in die betriebliche Altersversorgung zu stecken(8).

Wie wirkt sich eine Entgeltumwandlung aus?

Arbeitnehmer zahlen einen Beitrag ihres Lohns in die betriebliche Altersversorgung. Dabei werden bis zu 283 Euro pro Monat gefördert. Bis zu diesem Betrag musst du keine Sozialabgaben zahlen.

Ist eine Entgeltumwandlung steuerfrei?

Die Beiträge der Entgeltumwandlung sind grundsätzlich steuerfrei. Jedoch sind spätere Leistungen aus einer Direktversicherung voll steuerpflichtig.

Bitte deinen Arbeitgeber um einen Zuschuss zum Beitrag.

So muss der volle Beitrag auf die betriebliche Rente gezahlt werden(9).

Daher ist eine Direktversicherung über die Entgeltumwandlung nur sinnvoll, wenn der Arbeitgeber einen Anteil davon zahlt. Sonst bekommst du den Betrag, den du in die Versicherung eingezahlt hast, nicht wieder heraus.

Was passiert mit der Direktversicherung, wenn ich aus der Firma ausscheide?

Bist du über die betriebliche Altersvorsorge direktversichert und wechselst den Arbeitgeber, kannst du den neuen Arbeitgeber um die Fortführung des Direktversicherungsvertrags bitten. Dabei müssen jedoch manche Gebühren neu gezahlt werden. Auch können eventuelle Rabatte, die durch Gruppenverträge zustande gekommen sind, unwirksam werden und somit entfallen.

Der Arbeitnehmer kann im Falle eines Wechsels des Arbeitgebers die Versicherung auch privat weiterzahlen. Dabei bleibt der Betrag der Altersvorsorge, den du bereits angespart hast, erhalten.

Wirst du arbeitslos, kannst du deine Ansprüche auf die Betriebsrente erhalten. Beiträge musst du während dieser Zeit nicht zahlen. Bei Krankheit oder Elternzeit hast du die Möglichkeit den vollen Betrag privat weiterzuzahlen. Du kannst die Zahlung auch für einige Zeit ausstellen zu lassen, dies vermindert jedoch die Leistungen. Später muss der Vertrag weiter geführt werden.

Fazit

Die Direktversicherung ist eine Lebensversicherung oder Rentenversicherung. Diese wird meist über die betriebliche Altersversorgung durchgeführt. Aber auch das Modell über fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherung hat Vorteile in Form von höheren Renditen.

Wird die Direktversicherung über die betriebliche Altersversorgung abgeschlossen, ergeben sich hohe Renditen, mehr Sicherheit bei den Einzahlungen und Einsparungen bei Steuern und Sozialabgaben. Auch für Arbeitgeber ist diese Versicherung vorteilhaft, da für diesen bis zu 20 Prozent der Sozialabgaben entfallen.

Zahlt der Arbeitnehmer mit seinem eigenem Geld für die Versicherung, spricht man von Entgeltumwandlung. Dabei wird ein Tel des Bruttolohns direkt an das Versicherungsunternehmen gezahlt. Die Beiträge zur Direktversicherung sind steuerfrei, jedoch müssen die späteren Leistungen, die daraus resultieren, voll versteuert werden. Daher muss der komplette Steuersatz auf die betriebliche Rente gezahlt werden.

Bildquelle: Scott Graham/ Unsplash

Einzelnachweise (9)

1. transparent-beraten.de: Betriebliche Altersvorsorge: Ratgeber & Vergleich (2021für Arbeitgeber & Arbeitnehmer
Quelle

2. Finanzen.de: Betriebliche Altersvorsorge
Quelle

3. dieversicherer.de: Betriebliche Altersversorgung
Quelle

4. Deutsche Rentenversicherung: Betriebliche Altersvorsorge
Quelle

5. Frankfurter-volksbank.de: Direktversicherung für Ihre Mitarbeiter: Vorteile für Arbeitgeber
Quelle

6. ruv.de: Die Reform der betrieblichen Alters­vorsorge
Quelle

7. axa.de: Die betriebliche Altersvorsorge
Quelle

8. Allianz.de: Betriebliche Alters­vorsorge
Quelle

9. Verbraucherzentrale.de: Betriebsrente: Mit dem Arbeitgeber für die Rente sparen
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Betriebliche Altersvorsorge: Ratgeber & Vergleich (2021) für Arbeitgeber & Arbeitnehmer
transparent-beraten.de: Betriebliche Altersvorsorge: Ratgeber & Vergleich (2021für Arbeitgeber & Arbeitnehmer
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Betriebliche Altersvorsorge
Finanzen.de: Betriebliche Altersvorsorge
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Betriebliche Altersversorgung
dieversicherer.de: Betriebliche Altersversorgung
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Betriebliche Altersvorsorge
Deutsche Rentenversicherung: Betriebliche Altersvorsorge
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Direktversicherung für Ihre Mitarbeiter: Vorteile für Arbeitgeber
Frankfurter-volksbank.de: Direktversicherung für Ihre Mitarbeiter: Vorteile für Arbeitgeber
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Die Reform der betrieblichen Alters­vorsorge
ruv.de: Die Reform der betrieblichen Alters­vorsorge
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Die betriebliche Altersvorsorge
axa.de: Die betriebliche Altersvorsorge
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Betriebliche Alters­vorsorge
Allianz.de: Betriebliche Alters­vorsorge
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Betriebsrente: Mit dem Arbeitgeber für die Rente sparen
Verbraucherzentrale.de: Betriebsrente: Mit dem Arbeitgeber für die Rente sparen
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