Die eigene Altersvorsorge ist ein Thema, mit dem jeder Mensch sich irgendwann ausgiebig befassen muss. Schließlich möchte man im Alter nicht nur ohne anstrengende Arbeitsstunden überleben können, sondern seinen Lebensabend auch möglichst gut genießen.

Dazu gilt: Je früher du dich mit deiner Altersvorsorge beschäftigst und in diese investierst, desto besser – denn ein längerer Aktionszeitraum verschafft dir mehr Möglichkeiten und durchaus auch ein höheres Kapital fürs Alter.

Ein Beispiel für eine Altersvorsorge, die du jetzt schon selbst in die Hand nehmen kannst, ist die Dividendenstrategie. Wie sie funktioniert und was du als Einsteiger wissen musst, vermitteln wir dir nachfolgend.

Das Wichtigste in Kürze

  • als Dividenden werden auszuschüttende Beträge bezeichnet, die eine Aktiengesellschaft oder ein Unternehmen an der Börse seinen Aktionären jährlich aus eigenen Gewinnen gewährt
  • Dividenden müssen als Einkünfte aus Kapitalvermögen versteuert werden (dies ist nur bei Bruttodividenden der Fall, sogenannte Bardividenden werden von der Gesellschaft schon vorher versteuert und liefern dem Empfänger eine Bescheinigung darüber mit)
  • zum Aktionär wird man, indem man Aktien des Unternehmens kauft, das Dividenden an seine Investoren ausschüttet – das ist auch durch den Investmentfonds möglich

Definition: Was versteht man unter Dividenden bzw. der Dividendenstrategie?

Wenn du an der Börse Aktien eines Unternehmens kaufst, kann nicht nur der steigende Aktienkurs für Gewinne sorgen. Handelt es sich beispielsweise um Anleihen, erhältst du jährlich Zinserträge für deine Investition zurück. Dividenden wiederum sind eine Beteiligung an dem jährlichen Gewinn des Unternehmens, die dir zugute kommt und als Aktionär ausgezahlt wird.

Bei Dividenden handelt es sich um Unternehmensgewinne, welche an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Die Dividendenstrategie ist eine attraktive Form der Geldanlage. (Bildquelle: unsplash.com / Erol Ahmed)

Einige Unternehmen (meist in einem Index wie DAX oder TecDAX zusammengefasst) etablieren sich an der Börse einen besonders guten Ruf, indem sie ihren Aktionären jährlich attraktive und sogar steigende Dividenden auszahlen – handelst du mit einer Dividendenstrategie, um dir deine Altersvorsorge zu sichern, setzt du bevorzugt in genau diese börsennotierten Firmen.

Unternehmen, die ihren Aktionären über 25 Jahre oder mehr Dividenden in gleicher oder steigender Höhe auszahlen konnten, werden als Dividenden Aristokraten bezeichnet.

In dieser Übersicht möchten wir dir einige Beispiele zu den bekanntesten Dividenden Aristokraten nennen:

Dividenden Aristokraten zugehörige Dividenden (pro Aktie)
Industriezulieferer W.W. Grainger (Sitz bei Chicago) seit 1971 Jahr für Jahr erhöhte Dividende – mittlerweile liegt diese bei fast 2%
Medizintechnikkonzern Medtronic konnte seit 39 Jahren die Dividende jedes Jahr steigern, seit 2006 jedes Jahr sogar um 15% – aktuell liegt die Dividende bei 2,4%
Amerikanischer Medizintechnik-Konzern Becton Dickinson u. Company zahlt seit 45 Jahren kontinuierlich steigende Dividenden aus und liegt nunmehr bei 1,8% Dividende
Pharmakonzern Abbott Labs seit 45 Jahren steigende Dividende, die mittlerweile sogar bei 2,8%liegt
Biopharma-Unternehmen AbbVie (von Abbott Labs abgespaltenesTochterunternehmen) konnte seit 2013 ein Dividendenwachstum von 12,3% verzeichnen, die Dividende liegt derzeit bei etwa 4,2%

Es lohnt sich für dich also, nach den Unternehmen Ausschau zu halten, die zu den Sure-Dividend-Favoriten der Börse gehören. Bei ihnen ist es sehr unwahrscheinlich, dass die jährlichen Dividenden in nächster Zeit stagnieren oder ausbleiben, sodass du dein Kapital in die Aktien mit den vielversprechendsten Dividenden besonders gut vermehren kannst.

Du kannst die jährlich erhaltenen Dividenden auf ein Altersvorsorge-Konto anlegen, weiter investieren oder deine Aktien einfach bis hin zum Alter weiter halten, sodass du mit jährlichen Dividenden als Vorsorge rechnen kannst. Welche Strategie du auch genau verfolgst, Ziel ist, aus deinem Kapital möglichst laufende Erträge zu erhalten, mit denen du im Alter gut leben kannst.

Hintergründe: Was du über die Dividendenstrategie wissen solltest

Bevor du nun aber dein gesamtes Kapital in Aktien setzt, von denen du dir ansprechende Dividenden versprichst, solltest du dich etwas umfassender mit dem Thema befassen – schließlich ist weder mit deinem Kapital, noch deiner möglichen Altersvorsorge zu spaßen.

Wenn du im Alter nicht auf jeden letzten Groschen angewiesen sein möchtest, gilt es, möglichst gut informiert und ernsthaft an die Sache heranzugehen – und dabei wollen wir dir helfen.

Woher kommt die Dividendenstrategie?

Als Begründer der strategischen Nutzung von Aktien mit Dividenden-Option gelten Benjamin Graham und Michael B. O´Higgins.

Beide haben eine eigene Dividendenstrategie entwickelt und genutzt und diese damit bei Aktionären bekannt gemacht – der Unterschied ist jedoch, dass Graham gezielt Aktien mit hoher Dividendenrendite (die Dividendenrendite dient als Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und wird durch das Verhältnis von Gewinnausschüttung und Aktienkurs mal 100% multipliziert errechnet) ausgewählt hat, während O´Higgins auch die mit kleineren Dividendenrenditen nutzte.

Welche Vorteile bietet eine Dividendenstrategie?

Setzt du strategisch auf wirtschaftlich gut dastehende Unternehmen, die für ihre Zuverlässigkeit am Börsenmarkt bekannt sind, kannst du dir der jährlichen Dividenden stets sicher sein – und dir damit eine solide Altersvorsorge anlegen.

Auch sind solche Unternehmen an der Börse bekannt dafür, keine starken Kursschwankungen ihrer Aktien zu verursachen, sodass du nicht mit Verlusten rechnen musst.

Aktien bleiben Aktien. Das bedeutet, dass bei einer Wirtschaftskrise oder es in schlechteren Zeiten mal passieren kann, dass das Unternehmen weniger Erfolg hat und seine Aktionäre daher nicht mit auszuschüttenden Beträgen versorgen kann. Dieses Risiko bleibt trotz eines wirtschaftlich gut dastehenden Unternehmens mit bester Führung immer bestehen und sollte daher auch von dir im Hinterkopf behalten werden.

Welche Nachteile bietet eine Dividendenstrategie?

Wenn du Dividendenstrategie betreibst, suchst du dir bestimmte Aktien heraus, die dir als sichere Anlage erscheinen und möglichst attraktive Dividenden ermöglichen – dabei streust du deine Risiken aber nicht optimal und auch die Gesamtrendite könnte besser ausfallen.

Dieses Stock Picking ist ein Nachteil, auch wenn es deinem Zweck dienlich ist. Da du beispielsweise Dividenden-lose Unternehmen nicht in dein Portfolio mit aufnimmst, entgehen dir häufig lukrative Start-Ups, mit denen du dein Kapital vermehren könntest.

Dividendenstrategien: Welche Arten gibt es?

So wie es an der Börse ganz verschiedene Aktien und Wege zur Kapitalvermehrung zu finden gibt, kannst du auch mit ganz unterschiedlichen Dividendenstrategien deine Altersvorsorge erreichen. Auf diese Weise werden natürlich auch diverse Ansprüche und Bedürfnisse besser abgedeckt.

Dividendenstrategie mit ETFs

Du kannst deine Dividenden als passives Einkommen oder als Altersvorsorge nicht nur mit Aktien verdienen, sondern auch mit sogenannten Exchange Traded Funds, kurz ETFs. Sie bilden einen ganzen Börsenindex ab, sodass du gleich in eine ganze Reihe an zusammengefassten Unternehmen investierst und damit deine Risiken besser streust.

Hier können die Dividenden knapp ein Drittel der gesamten Aktienrendite bilden, weshalb es in dieser Kategorie besonders attraktiv ist, eine Dividendenstrategie zu verfolgen. Hierfür gibt es an der Börse sogar die Strategie-ETfs. In diesen werden dividendenstarke Titel zusammengefasst, mit denen du höhere Ausschüttungen erwarten kannst und sozusagen das Beste aus deiner Investition machst. Hiermit investierst du also nicht in

Einzelaktien, um Dividenden als Altersvorsorge ausgeschüttet zu bekommen, sondern in einen Aktienpool, der deine Risiken minimiert und hinzu noch auf deine Strategie ausgelegt wurde (Strategie-ETFs).

Allerdings gibt es auch bei der Dividendenstrategie mit ETFs so manches zu beachten. So werden diese ähnlich wie ein Fonds gemanagt, allerdings passiv und teilweise zeitlich verzögert, sodass gerade bei Verlusten oft zu spät reagiert wird.

Dividendenstrategie mit Aktien

Wie es die Bezeichnung schon aussagt, setzt du bei der Dividendenstrategie mit Aktien mit deinem Kapital auf Aktien jener Unternehmen, die möglichst hohe und zuverlässige Dividenden pro Jahr ausschütten. Dieses Kriterium begrenzt deine Auswahlmöglichkeiten nicht nur, sondern fokussiert dein gesamtes Risiko auch auf ein oder wenige Unternehmen.

Das bedeutet, geht dieses Unternehmen pleite oder können gar zwei deiner Investitionen mal nicht für Dividenden sorgen, machst du bereits schmerzliche Verluste. Du kannst dein Risiko nicht sehr gut verteilen, sodass du nahezu alles auf eine oder wenige Karten setzt – und damit auch dein Kapital in gewissem Sinne gefährdest.

Fällt ein Unternehmen aus, bleiben nämlich nicht nur die erwarteten Dividenden weg, sondern auch der Kurs stürzt ein und mögliche Renditen bleiben aus. Dafür macht es sich aber auch bemerkbar, wenn der Unternehmensvorstand bei deinen hauptsächlichen Aktien hohe Dividendenausschüttungen beschlossen hat.

Übrigens bevorzugen es die meisten Dividendenstrategen, jährlich in Dividenden-Aktien zu investieren. Um diese als Altersvorsorge zu nutzen, werden auch alle ausgeschütteten Beträge, also Dividenden wieder in solche Aktien gesteckt – so lange, bis du von den ausgeschütteten Dividenden gut leben kannst. Auf diese Weise finanziert sich deine Altersvorsorge fast schon von selbst, was du anhand dieses Rechenbeispiels vermutlich noch besser erkennen kannst:

Grundinvestition in Dividenden-Aktien Re-Investition aus ausgeschütteten Dividenden-Beträgen
Du investierst dein Kapital von 2000€ in 20 Aktien bekannter Dividenden-Aristokraten, zahlst also pro Aktie 100€., Die Aktien bringen dir 2,5% Dividende ein, sodass du durch die Masse der Aktien jährlich 2,5€ x 20 = 50€ ausgeschüttet bekommst. Dein 2000€ Kapital bleibt weiter in den Aktien bestehen, die ausgeschütteten 50€ investierst du allerdings wieder in eine neue Aktie eines anderen Unternehmens oder – wenn du dir dieselbe Aktie kaufen möchtest – nach dem zweiten Jahr erst in dieselbe Aktie., Deine Aktienanzahl steigt damit jährlich bzw. in regelmäßigen Abständen. Nach zwei Jahren hältst du schon 21 der genannten 100€ Aktien und erhältst damit eine gesteigerte Dividende von 52,50€ nach der ersten Re-Investition. Nach der zweiten Re-Investition sind es bereits 55€ usw., Nicht mit eingerechnet sind hierbei Steigerungen der Dividende, die die meisten Dividenden-Aristokraten ebenfalls jährlich vornehmen und das Ganze noch lukrativer machen.

Dividendenstrategie in der Praxis: Welche Kennzahlen gibt es bei der Auswahl von Dividendenaktien?

Welche Dividendenaktien du auswählst, hängt natürlich ganz von deinem Bauchgefühl und deinen Zielen ab. Doch es gibt einige Kennzahlen beziehungsweise Merkmale, die du bei der Prüfung der in Frage kommenden Dividendenaktien beachten solltest. Unter anderem:

Dividendenrendite

Hierbei handelt es sich um das Verhältnis der möglichen Gewinnausschüttung zum Kurs der Aktie, mal 100 multipliziert und die klassische Kennzahl, die Aufschluss über die Dividendenaktie liefern soll.

Viele Investoren suchen sich Aktien mit möglichst attraktiver Kennzahl dieser Art aus, doch sie allein sagt nicht alles aus, das du wissen musst:

So kann eine hohe Dividendenrendite auch durch Sonderausschüttungen so hoch erscheinen oder durch zuvor gefallene Kurse, die wieder auf ihr vorheriges Niveau ansteigen. Wirkt diese Kennzahl bei Aktien vergleichsweise sehr hoch, kann dies also auch eine Art Warnsignal sein.

Ausschüttungsquote

Hierbei handelt es sich um den jährlichen Anteil des Unternehmensgewinns, der an Anleger ausgeschüttet wird. Attraktiv ist die Quote, wenn sie zwischen etwa 40 und 60% liegt.

Höher sollte die Ausschüttungsquote nur bei sehr etablierten und sicheren Unternehmen ausfallen, sonst kann auch sie darauf hindeuten, dass etwas nicht stimmt – denn zu hohe Ausschüttungen bedeuten unter anderem auch, dass das Unternehmen fürs nächste Jahr nur wenige Reserven einbehält und sich damit einem Risiko aussetzt.

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An der Börse fahre ich eine Dividendenstrategie. 🚀 Das heißt, ich versuche mich auf Aktien zu konzentrieren, die eine gute Dividende abwerfen. 💰 Natürlich klappt das nicht immer, da es auch Unternehmen gibt, die (noch) keine Dividende zahlen, aber trotzdem geil sind. Daher plane ich auch 1-2 Wachstumswerte ins Depot zu nehmen. 📊 Aber warum gehe ich vor allem auf Dividenden? 🤔 Das hat vor allem psychologische Gründe. Es macht einfach viel mehr Spaß zu investieren, wenn man sieht: Da kommt auch was zurück 😄 Außerdem lässt sich so der Erfolg schöner messen. Wenn du zB deinen Handyvertrag monatlich nur mit Dividenden bezahlen kannst, weißt du, was du erreicht hast und was noch kommen wird. 💸🙏 #finanzen #aktien #p2p #passiveseinkommen #vermögensaufbau #dividenden #finanzblog #finanzblogger #vermögen #p2pkredite #börse #aktienportfolio #dividendenstrategie #sparen #investieren #sparquote Disclaimer: Dies ist keine Anlageempfehlung. Es handelt sich lediglich um persönliche Meinungen und Erfahrungen. Jegliche Handlungen erfolgen ausschließlich auf eigene Verantwortung.

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Haltedauer der Aktie

Bei der Auswahl solltest du auch bedenken, ob du die Aktie einmal kaufen und für immer behalten willst, oder möglicherweise gegen vielversprechende Aktien tauschen möchtest, um deine Strategie mit der Zeit zu verbessern. Für kurzzeitige Investitionen darf beispielsweise auch das Risiko ruhig etwas höher ausfallen, länger angelegte Aktien sollten möglichst sicher und ertragreich sein.

Mögliche Dividendensteigerung

Ein wichtiger Punkt bei der Auswahl der Aktie ist, ob das Unternehmen seine Dividenden in den kommenden Jahren noch weiter steigern kann und wird. Steigen die Umsätze des Unternehmens beispielsweise vielversprechend und stetig an und hat es in den vergangenen Jahren seine Dividendenanteile für Aktionäre immer wieder erhöht, sind das recht gute Zeichen.

Portfoliodiversifikation

Wie bereits erwähnt, ist dein Risiko besonders hoch, wenn du dein gesamtes Kapital in Aktien eines Unternehmens setzt oder generell nur wenige Aktien eines Anbieters kaufst – geht dieser pleite, ist dein Geld verloren und du bekommst gar keine Dividenden.

Umgekehrt kannst du dein Risiko möglichst klein halten, wenn du dein Kapital streust und dich bei mehreren vielversprechenden Unternehmen einkaufst. Geht dann ein Teil des Kapitals verloren, bist du durch den Rest meist trotzdem noch abgesichert.

Kaufintervall

Bei der Auswahl deiner Dividendenaktien solltest du auch darüber nachdenken, wie du dein Geld investieren möchtest.

Du kannst beispielsweise regelmäßig Ersparnisse in Dividenden-Aktien stecken, um deine jährlichen Dividenden zu erhöhen, oder aber Dividenden aus vorherigen Käufen einnehmen, bis du eine größere Summe für weitere Investitionen zusammen hast.

Bewertung der Dividendenstrategie

Wenn du mit deiner Dividendenstrategie möglichst erfolgreich sein möchtest, solltest du deine Risiken gering halten und Gewinne aus ausgeschütteten Beträgen oder Aktienverkäufen sofort clever reinvestieren, um daraus eine Altersvorsorge lukrativer Art machen zu können.

Doch das Wichtigste ist, Geduld mitzubringen und dich an deiner Strategie festzubeißen: Denn kleinere Rückschläge kann es immer wieder geben. Doch verfolgst du deine Strategie mit Dividenden auf lange Sicht, kann sie dir sogar ein frühes passives Einkommen liefern und damit deine Verhältnisse aufbessern.

Dafür muss dir allerdings klar sein, dass sich Aktiengewinne allgemein betrachten lassen müssen, die aus Dividenden und Kurssteigerungen bestehen – fokussiere dich also nicht zu sehr auf die Dividenden der Titel.

Das liegt daran, dass Unternehmen, die Dividenden ausschütten, auch abfallende Kurse wieder aufarbeiten müssen, da sie ihre Gewinne ja abgeben und damit am Markt mit weniger Gewinnen dastehen, also als niedriger bewertet werden. Unternehmen, die keine Dividenden ausschütten, behalten hohe Kurse bei, und sind daher genauso lukrativ.

Altersvorsorge mit Dividenden

Wenn du aus den Dividenden eine ansprechende Altersvorsorge machen möchtest, lohnt es sich, die eingenommenen Beträge direkt weiter zu investieren.

So bringst du mehrere Stellen ins Spiel, die dir jährlich Beträge liefern, ohne dass du dafür arbeiten musst. Behältst du diese Strategie bei, bis du von dem jährlich ausgeschütteten Geld leben kannst, hast du dir eine grundsolide Altersvorsorge aufgebaut, durch die du theoretisch sogar nicht mehr arbeiten müsstest.

Es ist jedoch zu empfehlen, das passive Einkommen, das dir durch die Dividenden entsteht, nicht direkt zu verbrauchen oder mit weniger Arbeit deinerseits zu kontern, denn dann kannst du es nicht als Altersvorsorge aufbauen.

Nutze die ausgeschütteten Beträge ab diesem Zeitpunkt entweder zum weiteren Investieren, oder lasse die Summen auf einem Konto anwachsen, um dir ein finanzielles Polster aufzubauen.

Auf keinen Fall solltest du mit deinen ersten Aktienkäufen so umgehen, dass du ausgeschüttete Dividenden auf dem Sparbuch bunkerst: Denn die Inflation wird diese auf lange Sicht weniger wert machen, als sie es aktuell sind.

So kann es sein, dass du das Dividenden-Polster in der Zukunft als Altersvorsorge kaum gebrauchen kannst, weil deine Unkosten bis dahin viel höher liegen – investieren und weiter Kapital vermehren ist daher für alle mit dem Ziel der Altersvorsorge der beste Weg. Unter anderem auch, weil auf diese Weise Rückschläge und normale Risiken deutlich besser zu verkraften sind.

Passives Einkommen durch Dividenden

Wie du nun schon gelesen hast, kannst du dir durch die Dividenden auch ein passives Einkommen erzielen. Bevor dieses aber zum Leben ausreicht, braucht es einige Zeit und weitere, clevere Investitionen deinerseits – erwarte also von deinen ersten Dividendenaktien nach einem Jahr nicht allzu viel.

Bevor es so weit ist, dass du von den Dividenden leben kannst, musst du die ersten Gewinne weiter investiert haben, um durch so viele Aktien am Jahresende Gewinne zu erwirtschaften, wie möglich.

Auch die Kurssteigerungen der Aktien können dir Gewinne zur Reinvestition verschaffen, sowie deine eigenen Ersparnisse und größeres Kapital. Je mehr Pferde du im Rennen hast, desto besser: Denn umso höher werden auch die Dividenden ausfallen.

Beachte auch, dass Dividenden nur jährlich ausbezahlt werden, nicht monatlich – ein monatliches Gehalt beziehst du aus den Aktien also nicht. Auch musst du die Dividenden versteuern, was den Betrag noch weiter schmälern kann, bevor er sich überhaupt für deine Unterhaltskosten nutzen lässt.

Für wen ist eine Dividendenstrategie sinnvoll – und für wen nicht?

Im Grunde kann eine Dividendenstrategie für jeden sinnvoll sein, der sein Kapital über einen etwas längeren Zeitraum hinweg vermehren, weiter investieren und als Anlage nutzen möchte, um ein passives Einkommen oder eine Altersvorsorge daraus zu machen.

Da es sich hierbei um eine Investition handelt, für die man etwas Zeit mitbringen muss, ist die Strategie aber weniger gut für Kurzzeit-Gewinne und geplante Anschaffungen geeignet – hierfür reicht der normale Aktienhandel aus, da die Kurse genauso lukrativ sein können, aber kurzfristiger agieren lassen.

Was kann ein Privatanleger falsch machen?

Privatanleger können an der Börse einiges falsch machen. In Bezug auf die Dividendenstrategie sind es meist die gleichen Fehler, die auch beim Aktienhandel gemacht werden:

So mangelt es beispielsweise an Risikomanagement, also der Portfoliodiversifikation. Stürzt dann ein Kurs ein oder geht ein Unternehmen gar pleite, sind nicht nur mögliche Dividenden verloren, sondern die Aktien verlieren auch an Wert und das gesetzte Kapital ist weg, weil viele Aktionäre nur auf wenige – scheinbar sichere – Unternehmen setzen.

Genauso falsch kann es sein, sich von einer attraktiven Dividendenrendite blenden zu lassen – diese wird nämlich auch trotz fallender Kurse als hoch angezeigt und vermittelt damit einen falschen Eindruck, wenn man die anderen wichtigen Faktoren bei der Auswahl der Aktien nicht beachtet.

Ein weiterer Fehler ist es, nicht langfristig genug zu denken und schnell die Geduld zu verlieren – denn dann hilft selbst die beste Dividendenstrategie nicht viel, weil sie keine ausreichenden Erträge abwerfen kann.

Privatanleger machen oft auch den Fehler, eingefahrene Gewinne nicht weiter zu investieren, sondern sich zu viel von kleineren Investitionen zu erhoffen. Damit verfolgen sie die Strategie nicht ausreichend und nutzen nicht die Chancen, die sich ihnen bieten.

Wie wird die Dividendenrendite berechnet?

Die Dividendenrendite berechnet sich aus der Dividendenhöhe pro Aktie geteilt durch den Aktienkurs mal den Faktor 100. Das bedeutet, dass die Dividendenrendite pro Aktie beispielsweise 10% beträgt, wenn ein Unternehmen einen Euro je Aktie auszahlen will und der aktuelle Kurs der Aktie bei 10€ liegt.

Hat man also zehn Aktien mit dieser Dividendenrendite zur Verfügung, kann man in dem Jahr bei gleichbleibendem Kurs mit zehn Euro Rendite durch diese Aktien rechnen und diese zehn Euro wiederum in eine neue Aktie des Unternehmens investieren, um im nächsten Jahr elf Euro zu erhalten, und so weiter.

Welche Renditen lassen sich erzielen?

Das ist unter anderem vom Unternehmen, dessen Aktienkurs und Beliebtheit am Markt abhängig.

Bei den meisten Brokern kannst du dir die Aktien nach Dividendenrendite sortieren und anzeigen lassen, um die Aktien mit besten Dividendenrenditen zu erkennen. Die Renditen bewegen sich aktuell zwischen zwei und knapp sieben Prozent, was in Kombination mit anderen attraktiven Indizien der Aktien lukrativ erscheinen kann.

Fazit

Wenn du dich um deine Altersvorsorge oder ein passives Einkommen als Absicherung kümmern möchtest, kann eine Dividendenstrategie durchaus eine sinnvolle Vorgehensweise für dich sein.

Ob du dabei mit kleinerem Kapital oder etwas größeren Beträgen einsteigst, bleibt gleich: Denn es kommt auf deine Ziele an und darauf, dass du die Strategie geduldig weiter verfolgst, bis sie deine gewünschten Ausmaße erreicht.

Allerdings musst du auch ein bisschen Risikofreude mitbringen, wenn du diese Strategie verfolgen möchtest: Denn ein Risiko ist an der Börse immer gegeben. Nutze die Dividendenstrategie daher nur, wenn du gut informiert bist, deine Aktien ständig im Auge behalten und zur Not entsprechend agieren kannst, um deine Risiken zu minimieren.

Wenn das  eher nichts für dich ist, solltest du vielleicht lieber darüber nachdenken, dein Erspartes in ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto zu stecken, um dir mit den Zinsen eine Zulage für deinen Lebensabend zu sichern – denn hierbei nimmst du kaum Risiko in Kauf (kannst aber auch nicht mit hohen Beträgen rechnen, die dein Leben finanzieren und musst mit Verlusten durch die Inflation rechnen).

A und O der erfolgreichen Dividendenstrategie ist die sorgfältige Auswahl der richtigen Aktien, die Risikominimierung durch Kapitalstreuung und dein Dranbleiben an der Strategie selbst. Je mehr du richtig investierst und reinvestierst, desto besser kannst du im Alter aufgestellt sein – es braucht hierfür aber Zeit, Geduld und die nötigen Informationen durch Recherche.

Weiterführende Quellen und Literatur

[1] https://de.bergfuerst.com/ratgeber/dividendenstrategie

[2] https://www.alleaktien.de/investment-strategien/dividendenstrategie/

[3] https://aktienrebell.de/dividendenstrategie/

[4] https://www.brokerdeal.de/dividendenstrategie-wie-es-geht-und-warum-es-sich-lohnt

Bildquelle: 123rf.com / 58634371

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