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Zuletzt aktualisiert: 15. April 2021

Krankheiten wie Herzinfarkt, Krebs oder Schlaganfall stellen oft nicht nur einen persönlichen Schicksalsschlag dar, sondern können auch tiefgreifende finanzielle Folgen haben. Oft fehlt dabei nicht nur das Einkommen für alltägliche Ausgaben, sondern es fallen zusätzlich noch hohe medizinische Zusatzkosten oder Kosten für einen krankheitsgerechten Umbau des eigenen Zuhauses an.

Solche immensen, unvorhersehbaren finanziellen Belastungen sollen durch den Abschluss einer Dread-Disease-Versicherung abgefangen werden können. Im folgenden Artikel erfährst du alle wichtigen Hintergründe zum Thema Dread-Disease-Versicherung und wir versuchen die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer solchen Versicherung zu beantworten.




Das Wichtigste in Kürze

  • Die Dread-Disease-Versicherung leistet bei Eintritt von im Versicherungsvertrag definierten schweren Krankheiten. Die vertraglich vereinbarte Versicherungssumme wird dabei als Einmalbetrag ausgezahlt.
  • Zumeist muss bei der Erkrankung bereits eine gewisser Schweregrad vorliegen, bevor die vereinbarte Versicherungssumme ausgezahlt wird.
  • Die Dread-Disease-Versicherung stellt eine Alternative zur klassischen Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung dar.

Hintergründe: Was du über Dread-Disease-Versicherungen wissen solltest

Die Dread-Disease-Versicherung hat ihren Ursprung im angelsächsischen Raum, in dem eine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung eher weniger verbreitet ist. Nachfolgend beantworten wir dir alle wichtigen Fragen rund um das Thema Dread-Disease-Versicherung.

Was ist eine Dread-Disease-Versicherung?

Die Dread-Disease-Versicherung wird in Deutschland nicht selten als “Versicherung gegen schwere Krankheiten” bezeichnet. Dabei sind aber nicht nur Krankheiten, sondern auch Leistungsfälle durch Unfälle versichert.(1, 2)

Eine Dread-Disease-Versicherung bietet also eine Absicherung finanzieller Folgen, die bei schweren Krankheiten oder Unfällen sowie lebensbedrohlicher Ereignisse oder dem Verlust bestimmter Fähigkeiten wie gehen oder sprechen entstehen.(1, 2)

Wenn also eine im Versicherungsvertrag genannte schwere Krankheit bei dir diagnostiziert wird, zahlt die Dread-Disease-Versicherung eine vorab vereinbarte Summe. Anders als bei einer klassischen Lebensversicherung wird die Versicherungssumme dabei nicht erst im Todesfall ausgezahlt. Das Geld erhältst du dabei als Einmalzahlung und nicht in monatlichen Raten.(1, 2)

Wann zahlen Dread-Disease-Versicherungen?

Jeder Dread-Disease-Versicherungsvertrag enthält eine genaue Liste an Krankheiten, bei deren Eintritt die Versicherung greift und die vereinbarte Summe ausgezahlt wird. Für das Greifen einer solchen Versicherung ist es dabei egal, ob es einem trotz seiner Krankheit noch möglich ist zu arbeiten oder eben nicht.(1)

Unter den versicherten Krankheiten finden sich gemeinhin Volkskrankheiten wie Herzinfarkt, Krebs oder Schlaganfall. Oftmals fallen unter den Versicherungsschutz auch chirurgische Eingriffe wie Organtransplantationen oder Bypass-Operationen sowie Multiple Sklerose, Koma, Krankheiten des Nervensystems und der Verlust wichtiger grundsätzlicher Fähigkeiten wie gehen, sehen, hören oder sprechen.(1)

Viele Versicherungsanbieter zahlen zusätzlich auch bei Eintreten der Pflegebedürftigkeit in jungem Alter und bei den Folgen eines Unfalls wie Kopfverletzungen, schweren Verbrennungen oder Amputation von Gliedmaßen.(1)

Viele häufig auftretende Krankheiten, wie z.B. Herzinfarkte und Schlaganfälle, sind bei dieser Versicherung inkludiert. (Bildquelle: 123rf / Cathy Yeulet)

Welche Krankheiten mit welchen Schweregraden dabei genau in einer Dread-Disease-Versicherung enthalten sind, unterscheidet sich aber von Anbieter zu Anbieter. Wichtig ist deshalb, dass du dich vor Abschluss einer solchen Versicherung gut über die darin enthaltenen Krankheiten informierst und falls nötig auch fachkundiges Personal hinzuziehst. Dafür eignen sich beispielsweise Versicherungsmakler oder -berater.(1)

Der Knackpunkt bei Dread-Disease-Versicherungen liegt aber oftmals nicht in der Definition der versicherten Krankheiten, sondern auch am Schweregrad dieser. Zumeist muss die Krankheit unabhängig von der Diagnose auch bereits eine gewisse Schwereg erreicht haben, bevor der Versicherungsschutz greift.(1)

Für welche Personen ist eine Dread-Disease-Versicherung sinnvoll?

Die Dread-Disease-Versicherung ist in der Regel nicht die erste Wahl, falls du deine eigene Arbeitskraft versichern möchtest. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung bietet hier hingegen umfassenden Schutz, weil dort alle gesundheitlichen Ursachen, unter anderem auch psychische Erkrankungen, versichert sind.(1, 3)

Eine Dread-Disease kann eine Alternative zur BU-Versicherung sein.

Eine Dread-Disease-Versicherung ist also eine Alternative, sofern du aufgrund psychischer Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kannst. Denn dort sind Leistungen aufgrund psychischer Erkrankungen ausgeschlossen. Eine Dread-Disease-Versicherung bietet hier zumindest bei schweren Erkrankungen Schutz.(1, 3, 4)

Zudem kann diese Art der Versicherung bei gesundheitlichen Vorbelastungen in der Familie sinnvoll sein, denn bestimmte Krankheiten wie Krebs oder Multiple Sklerose können erblich bedingt auftreten. Das Risiko an einer solchen Krankheit zu erkranken ist damit in belasteten Familien deutlich höher und eine Absicherung durch eine Dread-Disease-Versicherung kann sinnvoll sein.(1, 3, 4)

Über die Sinnhaftigkeit einer solchen Versicherung für dich persönlich solltest du dich zwingend bei einem Experten beraten lassen.

Wie viel kostet eine Dread-Disease-Versicherung?

Wie auch bei vielen anderen Versicherungen, die die eigene Gesundheit und Arbeitskraft absichern, fallen die Kosten für diese sehr individuell aus. Die Höhe der Beiträge hängt dabei unter anderem von folgenden Faktoren ab:(4)

  • Vorerkrankungen
  • Alter bei Versicherungsabschluss
  • Laufzeit des Versicherungsschutzes
  • Versicherungssumme

Prinzipiell gilt dabei, je höher das Alter, die Laufzeit und die Versicherungssumme ausfallen soll, desto höher ist auch der zu zahlende Beitrag. Liegen Vorerkrankungen vor, wirkt sich das ebenfalls negativ auf die monatlichen Versicherungsbeiträge aus.(4)

Eine Dread-Disease-Versicherung, bei der ein gesunder 29-Jähriger 100.000 Euro bis zu seinem 67 Lebensjahr versichert liegt beispielsweise monatlich bei circa 75 Euro.(4)

Worauf sollte ich bei den Versicherungsbedingungen achten?

Wie bei vielen anderen Versicherungen gibt es auch bei einer Dread-Disease-Versicherung einige Fallstricke, die du kennen und bei der Wahl eines Anbieters berücksichtigen solltest. Dazu gehören die Folgenden Punkte:

Versicherungsbedingung Erläuterung
Wartezeit Hierin wird die Zeit festgelegt, die nach Vertragsabschluss vergehen muss, bevor die Versicherung leistet. Tritt der Versicherungsfall also bereits vor Ablauf der vertraglich festgelegten Wartezeit ein, kann die Versicherungsgesellschaft die Zahlung verweigern. Eine Dread-Disease-Versicherung sollte also rechtzeitig abgeschlossen werden, da je nach Anbieter Wartezeiten von drei bis sechs Monaten anfallen können.(4, 5)
Karenzzeit Hierbei handelt es sich um die Zeitspanne zwischen der Krankheitsdiagnose und der Zahlung der Versicherungssumme. Auch diese Zeiten sind von Anbieter zu Anbieter verschieden, betragen in der Regel aber zwischen 14 und 28 Tagen. Bei gewissen Krankheiten, bei denen erst nach einer gewissen Zeit die Schwere der Beeinträchtigung festgestellt werden kann, liegt die Karenzzeit bei drei Monaten. Beispiele dafür wären Schlaganfall, Herzinfarkt oder Koma.(4, 5)
Krankheiten Bei Vertragsabschluss solltest du unbedingt auf die im Vertrag enthaltenen Krankheiten und genaue Spezifikationen in Bezug auf diese achten. Denn auch wenn im Vertrag oftmals zahlreiche Krankheiten enthalten sind, bestehen oftmals Einschränkungen in Bezug auf die Schwere dieser. Auch kann vorausgesetzt werden, dass bei einer bestimmten Krankheit bereits eine Operation oder Therapie erfolgt sein muss.(4, 5)
Gesundheitsprüfung Bevor man eine Dread-Disease-Versicherung abschließen kann, muss man sich einer gesundheitlichen Prüfung unterziehen. Hierbei ist es wichtig, alle Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten, da andernfalls der Versicherer die Auszahlung verweigern kann.(4)
Berechnung der Beiträge Einige Anbieter weisen Netto- und Bruttobeiträge aus. Nettobeiträge sind dabei die Beiträge, die du zu Beginn der Versicherungslaufzeit zahlst. Bruttobeiträge stellen hingegen den maximal zu zahlenden Beitrag innerhalb der Laufzeit dar. Der Anbieter kann also in gewissen Fällen über die Jahre deine Beitragssumme deutlich erhöhen. Deshalb solltest du beide Beitragsarten genau kennen und verstehen, bevor du eine Dread-Disease-Versicherung abschließt.(4)

Bevor du also eine Dread-Disease-Versicherung abschließt, solltest du dir alle Versicherungsbedingungen genau ansehen. Ebenfalls empfiehlt es sich verschiedene Angebote einzuholen und dann erneut die Versicherungsbedingungen der einzelnen Anbieter zu vergleichen.

Kann man eine Dread-Disease-Versicherung online abschließen?

Bei nahezu allen Dienstleistern kann man sich online Angebote zu einer Dread-Disease-Versicherung einholen. Bei vielen Versicherungen besteht inzwischen auch die Möglichkeit eine solche direkt online abzuschließen. Mobile Versicherungsapps für Dread-Disease-Versicherungen gibt es dabei aber noch nicht auf dem Markt.

Bevor man jedoch online eine Dread-Disease-Versicherung abschließt ist es empfehlenswert, ein persönliches Gespräch mit einem fachkundigen Versicherungsmakler oder -berater zu suchen.

Wie finde ich die beste Dread-Disease-Versicherung?

Am besten lässt du dich von erfahrenen und qualifizierten Honorarberatern oder Versicherungsmaklern beraten. Diese helfen dir nicht nur dabei die Versicherungsbeiträge und Konditionen verschiedener Anbieter zu vergleichen, sondern du kannst mit ihnen zusammen auch grundsätzlich klären, ob sich diese Art der Versicherung für dich eignet. Oftmals ist es nämlich auch sinnvoller eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder ähnliches abzuschließen.

Welche großen Versicherungsunternehmen bieten eine Dread-Disease-Versicherung an?

Folgende große Versicherungsunternehmen bieten in Deutschland eine Dread-Disease-Versicherung an:(4, 6)

  • Allianz
  • Axa
  • BBV Versicherung
  • Canada Life
  • Dialog
  • Gothaer
  • Nürnberger
  • Skandia
  • Swiss Life

Da eine Dread-Disease-Versicherung in Deutschland vergleichsweise unbekannt ist, ist die Anzahl der Versicherungsunternehmen, die diese Versicherungsform anbieten, ebenfalls überschaubar.(4, 6)

Wie ist eine Dread-Disease-Versicherung steuerlich zu behandeln?

Anders als bei der Versteuerung der Berufsunfähigkeitsversicherung, können Beiträge zur Dread-Disease-Versicherung im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen steuerlich geltend gemacht werden. Dabei ist der Abzug der Sonderausgaben jährlich auf 2800 Euro begrenzt. Dieser Höchstbetrag reduziert sich aber auf 1900 Euro jährlich, sofern man von seinem Arbeitgeber einen Beitragszuschuss zur Krankenversicherung erhält.(1, 7)

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Beiträge zur Dread-Disease-Versicherung können im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen steuerlich abgesetzt werden. Auch die Versicherungssumme unterliegt bei der Auszahlung keinerlei Steuer. (Bildquelle: Markus Winkler / unsplash)

Ferner gilt, als Sonderausgaben sind Dread-Disease-Versicherungsbeiträge nur dann abzugsfähig, wenn der Höchstbeitrag für Vorsorgeaufwendungen durch Pflege- oder Krankenkassenbeiträge noch nicht ausgeschöpft ist.(1, 7)

Wir die Versicherungssumme einer Dread-Disease-Versicherung ausgezahlt, handelt es sich um einen einmaligen Kapitalbetrag, der keiner Steuer unterliegt. Der Versicherte kann also über die komplette Versicherungssumme frei verfügen.(1, 7)

Welche Unterschiede bestehen gegenüber einer Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung leistet dir fortlaufende monatliche Zahlungen, wenn du laut einer ärztlichen Diagnose deinen Beruf für mindestens sechs Monate nur noch zu 50 % oder weniger ausüben kannst. Die Höhe der monatlichen Zahlung und ist dabei im Vertrag festgelegt.(8)

Im Vergleich dazu leistet eine Dread-Disease-Versicherung keine monatlichen Zahlungen, sondern eine Einmalzahlung. Die Leistung wird dann fällig, wenn eine schwere Krankheit diagnostiziert wird, die im Versicherungsvertrag enthalten ist. Hierbei muss die Krankheit oftmals bereits ein gewisses Stadium erreicht haben.(8)

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zielt also auf einen ganzheitlichen Schutz der eigenen Arbeitskraft ab, wohingegen sich eine Dread-Disease-Versicherung lediglich auf das Vorliegen einer schwerwiegenden Krankheit fokussiert.(7)

Da nicht jede Krankheit automatisch zur Berufsunfähigkeit führt und anders herum nicht jede Berufsunfähigkeit auf eine schwerwiegende Krankheit zurückzuführen ist, unterscheiden sich beide Versicherungsformen doch merklich.(8)

Fazit

Das Konzept der Dread-Disease-Versicherung stammt aus dem angelsächsischen Raum und beschreibt eine Versicherung, die einen zuvor vereinbarten Einmalbetrag nach der Diagnose einer schweren Krankheit an den Versicherten zahlt. Dabei bestehen merkliche Unterschiede zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

Geeignet ist eine solche Versicherung besonders als Alternative für Personen, denen es aufgrund psychischer Vorerkrankungen nicht möglich ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Eine Dread-Disease-Versicherung bietet hier zumindest bei schweren Erkrankungen Schutz. Grundsätzlich solltest du dich vor Abschluss einer solchen Versicherung aber immer von einem Experten beraten lassen.

Bildquelle: Karolina Grabowska / pexels

Einzelnachweise (8)

1. Verbraucherzentrale: Dread-Disease-Versicherung - Eine Alternative gegen Berufsunfähigkeit?
Quelle

2. Gabler Wirtschaftslexikon: Dread Disease Definition
Quelle

3. Welt: Diese Versicherung greift bei schweren Krankheiten
Quelle

4. Transparent beraten: Dread-Disease-Versicherung
Quelle

5. Check24: Dread-Disease-Versicherung
Quelle

6. FinanceScout24: Dread Disease Versicherung: Das müssen Sie wissen
Quelle

7. Krankenkassen Deutschland: Dread-Disease-Versicherung zahlt bei schwerer Erkrankung
Quelle

8. Faisicherungsladen: Schwere-Krankheiten-Absicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

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