Ehevertrag
Zuletzt aktualisiert: 4. Mai 2021

Die moderne Ehe ist immer mehr im kommen. Immer häufiger wird nicht mehr das traditionelle Familienbild gelebt und auch Geld spielt hier eine Rolle. Gerade deswegen spielt auch das Vermögen eine Rolle. Auch die Tatsache, dass jede zweite Ehe geschieden wird, wirft oftmals bedenken auf was die Zukunft betrifft. Bei der herkömmlichen Ehe wird alles aufgeteilt genau in der Hälfte und beide Partner sind gleichwertig und bekommen den gleichen Anteil.

Doch immer häufiger wird auf einen Ehevertrag zurückgegriffen. Dieser kommt zum Einsatz und regelt Punkte damit eine Ehe in dieser Hinsicht friedlich verlaufen kann und keine Bedenken in Bezug darauf, entstehen. Was genau das ist und worauf du achten solltest, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst. Ein paar häufig gestellte Fragen werden beantwortet und sollen dir Klarheit bringen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn gewisse Aspekte zutreffen kann es sinnvoll sein, einen Ehevertrag aufzustellen. Unterschiede beim Einkommen oder anderes kann ein Punkt sein, der dafür spricht.
  • Eine Ehevertrag kann vorab aber auch während einer Ehe abgeschlossen werden. Ein Besuch bei einem Notar und / oder Anwalt kann dafür sinnvoll sein. Zusätzliche Kosten fallen dabei auch an.
  • Nicht für jeden ist das die ideale Option. Deswegen ist es meistens sinnvoll sich vorab zu informieren und mit dem Partner abzusprechen ob das eine Möglichkeit ist. Denn für einen Ehevertrag müssen beide Parteien zustimmen.

Hintergründe: Was ist ein Ehevertrag?

Ein Ehevertrag regelt was mit dem Vermögen und den Gütern passiert, falls es zur Scheidung kommt. Es handelt sich hierbei nur um die Anteile, die während der Ehe angeschafft beziehungsweise angehäuft wurden. Alles was mitgebracht wurde, ist irrelevant.

Wann ist ein Ehevertrag sinnvoll?

Ein Ehevertrag ist für jeden sinnvoll, der Unterhaltsvereinbarungen festlegen und sein Vermögen absichern möchte. Für bestimmte Personen wird es aber mehr empfohlen als für andere. Wenn folgende Aspekte zutreffen, solltest du darüber nachdenken:

  • bei einer Doppelverdiener-Ehe, wenn keine Kinder da sind
  • wenn ein Ehepartner über mehr Vermögen besitzt als der andere
  • im Falle, dass beide schon älter sind, verheiratet waren und aus früherer Ehe noch Kinder entstanden sind
  • Unternehmer-Ehe oder Ehe mit einem Selbstständigen
  • bei unterschiedlichen Nationalitäten der Ehepartner

Warum soll ich einen Ehevertrag abschließen?

Wenn kein Ehevertrag abgeschlossen wird, dann passiert grundsätlich während der Ehe nichts. Falls es aber zu einer Scheidung kommen sollte, wird das gesamte Vermögen aufgeteilt auf beide Partner.

Dazu zählt aber nur das Vermögen, welches während der Ehe angespart wurde. Auch die Gütertrennung spielt eine Rolle. Zum Beispiel ein Haus oder eine Wohnung. Deswegen sollte schon auf der Checkliste Hauskauf sowie bei der Aufnahme von einem Immobilienkredit, sollte das berücksichtigt werden.

Wann kann ein Ehevertrag abgeschlossen werden?

Es gibt keinen idealen Zeitpunkt um einen Ehevertrag abzuschließen. Dies ist vor aber auch während der Ehe möglich. Meist ist es aber sinnvoll schon davor einen abzuschließen um objektive Entscheidungen in dieser hinsicht zu treffen.

Einen perfekten Zeitpunkt gibt es nicht.

Idealerweise sollen die Ehepartner beim Abschluss aber noch nicht an eine Schiedung denken. Ein Ehevertrag wird nur für den Ernstfall aufgesetzt und nicht damit die Ehe bald endet.

Falls während der Ehe ein Vertrag aufgesetzt wird, gibt es noch einen wichtigen Punkte. Gerade wenn die Eheleute an eine noch lang andauernde Ehe glauben. Dann ist es möglich eine Scheidungsfolgenvereinbarung aufzusetzen, Dort werden sowohl das Vermögen beziehungsweise die Aufteilung geregelt, als auch die Unterhaltsvereinbarung.

Wie lange dauert es einen Ehevertrag abzuschließen? Welche Kosten sind damit verbunden?

Beide Faktoren sind nicht festgelegt und ganz von der Situation abhängig. Um einen Ehevertrag aufzustellen kannst du aber meistens mit Notar- und Anwaltskosten rechnen.

Auch wenn es ratsam ist, musst du keinen Anwalt hinzuziehen. Dadurch sparst du wahrscheinlich Kosten, kannst aber auch in Fallen tappen. Langfristig ist durch einen Anwalt aber das Risiko verringert und so lohnen sich die Kosten wieder.

Im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) sind Gebühren festgelegt. Diese sind nicht pauschal festgelegt. Die Dauer und Häufigkeit der Zusammentreffen und des Aufwandes spielen eine Rolle. Die Kosten hängen ebenso stark vom Vermögen der Ehepartner ab.

Was wird mit einem Ehevertrag geregelt?

Als erster Punkt wird der Unterhalt gereglt. Dabei wird festgelegt ob und wie lange das gilt. Auch ein Unterhaltsverzicht ist möglich. Gerade wenn beide genug verdienen oder durch andere Personen mitversorgt werden.

Vom Trennungsunterhalt kann aber nicht abgesehen werden. Dieser wird während des Scheidungsprozesses ausbezahlt. Ohne Ehevertrag kann es sein, dass du bis an dein Lebensende verpflichtet bist, Unterhalt zu zahlen.

Der nächste Punkt ist die Güterstandsregelung. Dabei geht es um Gütertrennung aber auch Gütergemeinschaft. Modifizierter Zugewinnausgleich kann ebenso eine Rolle dabei spielen.

Der letzte Punkt ist noch die Versorgungsausgleichsregelung. Hierbei geht es um Rentenanwartschaften. Normalerweise werden diese, wenn sie während der Ehe erworben wurden, am Ende zur Hälfte aufgeteilt. Durch einen Ehevertrag kann das aber vorab geregelt werden. Es kann auch darauf verzichtet werden, ist aber nur den seltensten Fällen ratsam.

Welche Regelungen zum Zugewinnausgleich sind möglich?

Solange nichts festgelegt ist, sind beide Ehepartner Teile einer Zugewinngemeinschaft. Das heißt, dass das Vermögen getrennt bleibt. Dadurch kann jeder selbst über sein Vermögen entscheiden, unabhängig von seinem Partner.

Im Falle einer Scheidung würde es hier aber zu einem Zugewinnausgleich kommen. Derjenige der während der Dauer der Ehe mehr Geld angeschafft hat, muss mit dem anderen teilen. Und zwar die Hälfte.

In einem Ehevertrag wird das geregelt und kann vom ursprünglichen, abweichen. Dennoch muss ein gewisser Anteil immer noch ausgezahlt werden und es kann, mit wenigen Ausnahmen, nicht abweichen.

Wo wird ein Ehevertrag unterschrieben?

Im Regelfall wird der Ehevertrag von einem Notar aufgesetzt. Davor holen sich beide Parteien, Rat bei einem Anwalt um das Beste für sich selbst herauszuholen. Wenn du auch auf den Notar verzichten möchtest ist das fast gänzlich möglich.

So kann ein Vertragsentwurf vorab aufgestellt werden. Dieser muss lediglich von einem Notar geprüft und offiziell genehmigt werden. Gerade für Laien ist das eher nicht ratsam, da dadurch Fallen entstehen könnten, die auf langfristige Sicht sehr viel Schaden anrichten können.

Ehevertrag

Ein Ehevertrag kann eigenständig erstellt werden, sollte aber von einem Notar schlussendlich aufgesetzt werden. (Bildquelle: Sandy Millar/ Unsplash)

Auch für eine Beratung bezüglich eines Vertrages entstehen bereits Kosten. Dennoch ist eine Rechtsberatung, gerade in diesem Thema nichts Schlechtes. Meistens ist viel Geld im Spiel und kann auch eine Absicherung für deine Zukunft sein.

Anpassungen im Nachhinein sind möglich, sofern beide Partner damit einverstanden sind und ihre Einverständnis zur Abänderung geben. Eine Änderung der Lebenssituation kann ausschlaggebend für eine solche Ausbesserung sein. Meistens ist es leichter den bestehenden Ehevertrag überprüfen zu lassen, ob dieser überhaupt noch wirksam ist.

Wann ist kein Ehevertrag notwendig?

Gerade wenn deine Ehe den Standards entspricht ist kein Ehevertrag notwendig. Dies trifft zu wenn zum Beispiel einer von beiden die Kindererziehung übernimmt und die andere Person Arbeiten geht.

So haben nämlich beide genau gleich viel und es ist nur fair, dass alles zur Hälfte geteilt wird. Gerade wenn der Partner, der zuhause ist arbeitslos und krank ist, braucht er das Geld des Anderen für die Versicherung. Genau aus dem Grund weil das Arbeitslosengeld nicht unendlich zur Verfügung gestellt wird.

Schulden oder Erbschaft sind auch kein Grund für einen Ehevertrag sondern eher mehr ein Thema für Zugewinn. Wenn du dir aber nicht sicher bist ob es notwendig ist für deine Ehe einen Vertrag aufzustellen, dann erkundige dich bei einem Notar. Hierfür können aber auch Kosten entstehen.

Wann ist ein Ehevertrag ungültig?

Wenn es im Ehevertrag eine Verletzung von Formvorschriften gibt oder wichtige Informationen, weggelassen wurden dann gilt der Ehevertrag als ungültig. Nicht richtige Formulierungen sowie nicht aussagekräftige Phasen sind ebenfalls ungültig. Damit solche Dinge nicht passieren sollte ein Scheidungsanwalt die Aufsetzung des Ehevertrages beobachten.

Wie funktioniert eine Erbschaft bei einem Ehevertrag?

Grundsätzlich fällt das unter den Punkt, Vermögens Anschaffung. Bedeutet soviel wie, dass es so zählt als hätte man das Geld beim Arbeiten verdient. Deswegen wird es grundsätzlich am Ende auch zur Hälfte auf beide, aufgeteilt.

Es kann im Ehevertrag aber festgelegt werden, dass die Erbschaft nicht miteinbezogen wird und beim Erben selbst verbleibt. Dennoch kann auch bei der Beisetzung geholfen werden und eine Checkliste für den Todesfall erstellt werden.

Fazit

Ein Ehevertrag kann ein Thema werden aber ist nicht zwingend notwendig. Aus diesem Grund empfehlen wir dir, falls du vorher ein Gespräch mit deinem Partner führst und zur Not die Situation mit einem Notar besprichst. Hier erhältst du je nachdem was du suchst auch hilfreiche Tipps und ob es eine Alternative gibt, die besser passen könnte.

Falls du dich weitergehend mit dem Thema oder auch anderen Finanzthemen wie Aktien, Anleihen oder auch Hauskauf auseinandersetzen möchtest, findest du auf unserer Seite, andere Artikel.

Bildquelle: Cytonn Photography/ Unsplash

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