Einlagensicherung
Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2021

Deutsche Verbraucher bevorzugen häufig eine besonders sichere Form der Geldanlage. Unter anderem aus diesem Grund sind Bankeinlagen wie Girokonto, Tagesgeldkonto, Sparbuch oder auch ein Festgeldkonto sehr beliebt.

Die dort angelegten Guthaben durch solche Anlageformen sind von einer Einlagensicherung garantiert. Wir wollen dir einen Überblick verschaffen, sodass du genau verstehst, was eine Einlagensicherung ist.

Doch wie sicher ist die Einlagensicherung eigentlich? Hierfür listen wir zum Thema Einlagensicherung die meistgestellten Fragen auf. Wie die Einlagensicherung funktioniert, welche Summen und Anlageformen noch gesichert sind und worauf Kunden achten sollten, erfährst du hier.




Das Wichtigste in Kürze

  • Bankeinlagen sind innerhalb der Europäischen Union (EU) bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank gesetzlich geschützt. Jeder EU-Mitgliedsstaat ist verpflichtet, ein nationales Einlagensicherungssystem einzurichten.
  • Die Einlagensicherung in Deutschland ist durch verschiedene Entschädigungseinrichtungen geregelt. Es gibt neben der gesetzlichen Einlagensicherung zusätzlich freiwillige Sicherungssysteme.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass die gesetzliche Einlagensicherung in einem EU-Staat nicht funktioniert, hängt von der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Landes ist.

Hintergründe: Was du über Einlagensicherung wissen solltest

Bevor du die Entscheidung für eine Einlagensicherung triffst, solltest du einige Punkte wissen. Deshalb werden wir dir in den folgenden Abschnitten alle wichtigen Informationen diesbezüglich erläutern, um dich bei deiner Entscheidung zu unterstützen.

Was ist eine Einlagensicherung?

Bei der Einlagensicherung handelt es sich um einen Schutzmechanismus, welcher das Kapital von Anlegern und Sparen schützt. Wie jede Geldanlage sind auch Bankeinlagen mit einem Ausfallrisiko verbunden, also dem Risiko, dass die Bank die Geldanlage nicht zurückzahlen kann. Genau für diesen Fall wurde die Einlagensicherung geschaffen.

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Aufgrund der Corona-Pandemie sorgen sich viele Sparer um die Sicherheit ihrer Geldanlage. Die Krise hat die Wichtigkeit einer zuverlässigen Einlagensicherung verdeutlicht. (Bildquelle: Josh Appel / Unsplash)

Sollte eine Bank aufgrund einer finanziellen Schieflage nicht mehr in der Lage sein, die Einlagen ihrer Kunden auszuzahlen, würde die Einlagensicherung greifen und den Kunden ihr Geld bis zu einer bestimmten Höhe erstatten. Die Einlagensicherung gilt für:

Wozu gibt es Einlagensicherungssysteme?

Da Banken - wie jedes andere Wirtschaftsunternehmen auch - durch innere oder äußere Umstände Pleiten gehen können, müssen die Einlagen der Kunden durch entsprechende Systeme geschützt werden. (1, 2)Sonst wären die Gelder bei einer Bankenpleite komplett verloren.

Durch die Einlagensicherung sind deine Bankeinlagen im Falle einer Bankeninsolvenz geschützt.

Einlagensicherung bedeutet, dass die Rückzahlungsansprüche im Falle einer Bankenpleite für den Kunden in bestimmtem Umfang abgesichert sind. Da die Corona-Krise sich auf unsere Wirtschaft aus und daher auch auf die Finanzmärkte wirkt, sind Einlagensicherungssysteme besonders sinnvoll.

Wie sicher ist die deutsche Einlagensicherung?

Im internationalen Vergleich gilt die Einlagensicherung in Deutschland als sehr sicher. Bei der Pleite einer Bank sind die Einlagen bis 100 000 Euro gesetzlich gesichert. Die garantierte Summe kann sich auf bis zu 500.000 Euro erhöhen bei besonderen Fällen.

Deutschland verfügt im internationalen Vergleich über eine sehr hohe Bonität. Für dich als Sparer bedeutet das, du kannst ohne großes Risiko dein Geld zum Beispiel auf Festgeldkonten in Deutschland anlegen.

Deutschlands Banken zahlen daher regelmäßig einen Beitrag in die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken. Zudem ist ein Teil der Institute noch im freiwilligen Einlagensicherungsfonds, der auch höhere Einlagen absichert. Es gibt auch Banken, die eigene zusätzliche Einlagenschutzsysteme haben, wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

Wie funktioniert die deutsche Einlagensicherung?

Die Höhe der gesetzlichen Einlagensicherung in Deutschland beträgt 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Abhängig von der Bank und dem Eigenkapital des Finanzinstituts können die Beträge geschützt sein. Die Einlagensicherung in Deutschland ist durch verschiedene Entschädigungseinrichtungen geregelt. Im Folgenden gehen wir auch diese Punkte weiter ein.

Private Banken

Bei privaten Banken ist die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) zuständig für die Einlagensicherung und die Entschädigung der Anleger. Zudem sind viele private Banken Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB).

Dabei sind Einlagen oberhalb der gesetzlichen Einlagensicherung mit bis zu 20 % des Eigenkapitals der Bank gesichert. Bis zum Jahr 2025 wird diese Grenze schrittweise auf 8,75 % abgesenkt.

Öffentliche Banken

Mitglieder des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) stützen sich auf ihre eigene Einlagensicherung. (3)Dafür zuständig ist die Entschädigungseinrichtung des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (EdÖ). (4)Abseits dessen sind zahlreiche öffentliche Banken Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken mit Institutssicherung

Sparkassen und Genossenschaftsbanken stützen sich nicht auf die gesetzliche Einlagensicherung. Stattdessen gilt für diesen Bankenverband die Institutssicherung. Falls eine Bank dieser Gruppe in eine finanzielle Schieflage gerät, springen die restlichen Mitglieder ein. Die Institutssicherung soll verhindern, dass es überhaupt zu einem Entschädigungsfall kommt.(5)

Was sind die Voraussetzungen für die Einlagensicherung?

Voraussetzung für ein Eintreten der gesetzlichen Einlagensicherung ist die Feststellung des Entschädigungsfalls durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Folgend sind gesetzlich abgesichert:

  • Vollständiger Einlagenschutz bis zu 100.000 Euro je Kunde und Kreditinstitut
  • Eine 90 % Absicherung von Bankverbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäfte bis zu 20.000 Euro
  • Die Sicherung aller vertraglich vereinbarter Zinsen im Rahmen der Sicherungsgrenze von 100.000 Euro
  • Bei Gemeinschaftskonten von Eheleuten verdoppelt sich die Entschädigungssumme auf 200.000 Euro

Wie sieht das Entschädigungsverfahren bei der Einlagensicherung aus?

Bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau wurden Entschädigungseinrichtungen für private Banken, öffentliche Banken und Wertpapierhandelsunternehmen eingerichtet. Bei einem Entschädigungsfall informiert die zuständige Entschädigungseinrichtung umgehend alle Anleger darüber.

Die Sicherung der geschützten Einlagen bei Bankeninsolvenzen ist eines der vorrangigsten Ziele der Behörden, der EU und des Rechtsrahmens. (Bildquelle: Lena Balk/Unsplash)

Der Anleger muss innerhalb eines Jahres seinen Entschädigungsanspruch geltend machen, da der Anspruch sonst verfällt. Die Entschädigungseinrichtung prüft den Anspruch und leistet spätestens nach zwanzig Arbeitstagen die dem Anleger zustehende Entschädigung.(6)

Sind meine Einlagen auch in wirtschaftlich schwachen Ländern innerhalb der EU sicher?

Die Wahrscheinlichkeit, dass die gesetzliche Einlagensicherung in einem EU-Staat nicht funktioniert, ist umso höher, je schlechter die Kreditwürdigkeit des jeweiligen Landes ist. Im Jahr 2015 wurde die Entschädigung im EU-Ausland deutlich vereinfacht. Bei einer Bankeninsolvenz müssen sich Anleger nicht mehr mit der Entschädigungseinrichtung des jeweiligen Landes auseinandersetzen.

Die Entschädigung läuft automatisch über das deutsche Einlagensicherungssystem. Auch die Zahlungsfrist hat sich verkürzt: Seit dem 1. Juni 2016 muss die Entschädigungseinrichtung spätestens nach sieben Tagen zahlen. Bisher dahin hatte die Frist 20 Tage betragen. Eine Übersicht über die Bonität einiger EU-Länder gibt die folgende Tabelle.(7)

Bonität von EU-Ländern mit Sparangebot von Banken in Deutschland

Das Länderrating gibt Ihnen auch eine Auskunft, ob eine Geldanlage in einem Land sicher oder riskant ist. Aus dem Rating der Länder entstehen Tabellen, die einen guten Überblick bieten: von sehr sicheren Ländern bis hin zu einem hohen Länderrisiko.

Land Rating S and P Rating Moody’s Rating Fitch
Belgien AA Aa3 AA-
Deutschland AAA Aaa AAA
Dänemark AAA Aaa AAA
Estland AA- A1 AA-
Finnland AA+ Aa1 AA+
Frankreich AA Aa2 AA
Griechenland B- B1 BB
Niederlande AAA Aaa AAA
Norwegen AAA Aaa AAA
Malta A- A3 A+
Österreich AA+ Aa1 AA+
Polen A- A2 A-
Spanien A- Baa1 A-
Schweden AAA Aaa AAA
Schweiz AAA Aaa AAA
Tschechien AA- Aa3 AA-
Ungarn BBB Baa3 BBB

Das Triple A – also drei Mal A – ist die beste Note der Ratingagenturen bei Moody’s Rating, Standard & Poor’s Rating und Fitch Ratings und damit bei allen drei großen Agenturen gleich. Unterhalb dieser Länderbonität AAA gibt es unterschiedliche Notenbezeichnungen, wie folgende Grafik zeigt. Die niedrigste Bewertung ist D mit der Bedeutung der Zahlungsunfähigkeit eines Landes.

Wie sieht die Einlagensicherung in Nicht-EU-Ländern aus?

Banken aus Nicht-EU-Ländern können hinsichtlich der Einlagensicherung ganz anders aufgestellt sein. Zuerst musst du dich als Anleger damit auseinandersetzen, wann eine Bank unter das europäische Recht fällt.

Während zum Beispiel Zweigniederlassungen von deutschen oder EU–Banken trotz ihres Standortes im Nicht-EU-Land unter die gesetzliche Einlagensicherung der EU fallen, zählt dies für Tochtergesellschaften nicht. Neben den gesetzlichen Regelungen gilt es auch die Bonität der Länder zu beachten.(8)

Fazit

Die gesetzliche Einlagensicherung innerhalb der Europäischen Union ist um europäische Sparer von den Folgen einer möglichen Insolvenz der Banken zu schützen. Diese Entschädigungseinrichtung dient vor allem dem Schutz von Privatanlegern und Unternehmen. Allerdings haben auch die gesetzlichen und freiwilligen Einlagensicherungen ihre Grenzen.

Die Einlagensicherung in Deutschland gilt als sehr sicher. Trotzdem um Risiken gering zu halten und Vermögensschäden auszuschließen, sollten Bankkunden auf die Bonität ihrer Bank und die Qualität der Einlagensicherung genau achten.

Es ist immer empfehlenswert, sich vorab bei einem Kreditinstitut zu informieren, ob die deutsche Einlagensicherung im Insolvenzfall greift und ob eine freiwillige Einlagensicherung zugleich existiert.

Bildquelle: Lohacamonchai / 123rf

Einzelnachweise (8)

1. Josef Isensee/Paul Kirchhof (Hrsg.), Handbuch des Staatsrechts: Band XI: Internationale Bezüge, 2013, S. 995
Quelle

2. Tagesschau.de. Finanzmarktkrise. Abgerufen von 07.10.2008
Quelle

3. Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands. Die Einlagensicherung.
Quelle

4. EdÖ. Entschädigungs­einrichtung des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands. Abgerufen von 2021.
Quelle

5. Das Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe – DSGV.de. Abgerufen am 12. Dezember 2019.
Quelle

6. Einlagensicherung AUSTRIA .Information zur Autobank. Abgerufen von 29.01.2021
Quelle

7. Börsen-Zeitung, Stand: August 2020
Quelle

8. Weltsparen. Einlagensicherung.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Rechtwissenschaftliches Buch
Josef Isensee/Paul Kirchhof (Hrsg.), Handbuch des Staatsrechts: Band XI: Internationale Bezüge, 2013, S. 995
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Internetbeitrag
Tagesschau.de. Finanzmarktkrise. Abgerufen von 07.10.2008
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Internetbeitrag
Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands. Die Einlagensicherung.
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Internetbeitrag
EdÖ. Entschädigungs­einrichtung des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands. Abgerufen von 2021.
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Internetbeitrag
Das Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe – DSGV.de. Abgerufen am 12. Dezember 2019.
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Internetbeitrag
Einlagensicherung AUSTRIA .Information zur Autobank. Abgerufen von 29.01.2021
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Statistik
Börsen-Zeitung, Stand: August 2020
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Internetbeitrag
Weltsparen. Einlagensicherung.
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