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Zuletzt aktualisiert: 24. Juni 2021

Ein Einspruch gegen den Bescheid ist kostenlos und lohnt sich in rund zwei Drittel aller Fälle. Laut Statistik des Bundesfinanzministeriums vom April 2020 gingen 2018 fast 3,4 Millionen Einsprüche bei den deutschen Finanzämtern ein. Hinzu kommen noch die Einsprüche beispielsweise in Kindergeldfragen, für die die Familienkassen zuständig sind. In über 64 Prozent der Fälle waren die Steuerzahler erfolgreich.

Legst du gegen einen Steuerbescheid Einspruch ein, wird der gesamte Steuerbescheid neu aufgerollt. Das bedeutet: Das Finanzamt prüft jede einzelne Angabe in der Steuererklärung erneut - auch diejenigen, bei denen eventuell ein Fehler zu deinen Gunsten passiert ist.




Das Wichtigste in Kürze

  • Die Gründe für die Einlegung eines Einspruchs können sehr unterschiedlich sein.
  • Ist offensichtlich, dass der Steuerbescheid zu deinen Ungunsten fehlerhaft ist, ändert das Finanzamt den Steuerbescheid und dein Einspruch ist damit erledigt.
  • Nach Erhalt des Steuerbescheids hast du 1 Monat Zeit, Einspruch einzulegen.

Hintergründe: Was du über einen Einspruch beim Steuerbescheid wissen solltest

Bevor du die Entscheidung für einen Einspruch beim Steuerbescheid triffst, solltest du einige Punkte wissen. Deshalb werden wir dir in den folgenden Abschnitten alle wichtigen Informationen diesbezüglich erläutern, um dich bei deiner Entscheidung zu unterstützen.

Was ist ein Einspruch beim Steuerbescheid?

Was ist ein Einspruch beim Steuerbescheid? Dies ist ein Prozess, bei dem Du deine Nichtübereinstimmung mit der Entscheidung des Finanzamts in Bezug auf seine Steuerposition einreichst.

Deinen Einspruch kannst du formlos, schriftlich und elektronisch beim Finanzamt einreichen. Dafür reicht ein einfaches Schreiben, das du per Post oder Fax abschickst. Ist auf dem Steuerbescheid eine E-Mail-Adresse angegeben, kannst du auch per E-Mail reagieren. Ein Telefonat reicht nicht aus. Formlos bedeutet in diesem Fall, dass aus dem Schreiben nur ersichtlich sein muss, wer den Einspruch eingelegt hat. Eine Signatur ist nicht zwingend notwendig.

Unter Meine Elster im Elster-Portal kannst du inzwischen auch elektronisch einen Einspruch schicken. Allerdings hast du für die Begründung dort nur 500 Zeichen, was recht knapp ist.Weitere Informationen dazu bieten die Ratgeber Elster und Belegabruf (vorausgefüllte Steu­er­er­klä­rung).

Es gibt viele Buchhaltungsprogramme, die eine Schnittstelle zu ELSTER haben. Deine Umsatzsteuervoranmeldung zum Beispiel kannst du einfach über sevDesk an ELSTER schicken.

Wer kann ein Einspruch beim Steuerbescheid einlegen?

Nur der Betroffene, also du selbst, darf Einspruch einlegen. Die Abgabenordnung erklärt: „Befugt, Einspruch einzulegen, ist nur, wer geltend macht, durch einen Verwaltungsakt oder dessen Unterlassung beschwert zu sein.“

Wie prüfst du deinen Steuerbescheid?

Nachdem du deine Steuererklärung an das Finanzamt geschickt hast, müsst du sehr lange warten, bis du deinen Bericht erhaltest. Auch nachdem du ihn erhalten hast, müsst du noch einiges tun, um sicherzustellen, dass er korrekt ist. Es ist auch unbedingt zu beachten, dass du nur innerhalb eines Monats nach Erhalt des Berichts Einspruch gegen mögliche Fehler einlegen kannst.

In der Regel verschicken die Finanzämter die Bescheide etwa 6 bis 8 Wochen nach Eingang der Einkommensteuererklärung. Diese Dauer kann manchmal länger oder kürzer sein, abhängig von einer Reihe von Faktoren.

Fast zwei Drittel aller Einsprüche beim Steuerbescheid sind erfolgreich. (Bildquelle: Kelly Sikkema / Unsplash)

In erster Linie hängt die Wartezeit auf den Bescheid aber davon ab, ob das Amt gerade eine Frist einhalten muss. Zu dieser Zeit ist die Arbeitsbelastung, die der Sachbearbeiter abarbeiten muss, natürlich deutlich höher. Außerdem ist es wahrscheinlich, dass zu dieser Zeit mehr Verzögerungen auftreten, als wenn keine Fristen anstehen.

Der Erhalt eines fehlerhaften Berichts bedeutet daher nicht unbedingt, dass du eine fehlerhafte Steuererklärung an das Finanzamt geschickt hast. Um dein Geld zu sparen, musst du den Bericht überprüfen und sicherstellen, dass er frei von Fehlern ist.

Handelt es sich um einen vorläufigen oder einen endgültigen Steuerbescheid?

Der Vorläufigkeitsvermerk: Keine entsprechende Gerichtsentscheidung wurde zu einer steuerrechtlichen Frage verkündet. Sobald aber ein Urteil verkündet wurde, wird der vorläufige Bescheid zum endgültigen. Nach der Urteilsverkündung wird die Steuerschuld eines jeden Bürgers aufgelistet. Diese wird in der Regel vom Finanzamt ermittelt. Die Steuerschuld wird dann aufgeteilt in Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.

Nach der Bestätigung, ob es sich um einen endgültigen oder vorläufigen Bescheid handelt, ist es wichtig, sicherzustellen, dass deine persönlichen Daten korrekt erfasst werden.

Der letzte Abschnitt, die "Erläuterungen", erklärt, wie das Finanzamt zu seiner Entscheidung gekommen ist. Hier wird auch nachvollziehbar und detailliert erläutert, warum diese Posten nicht anerkannt wurden. Außerdem findet sich hier eine Rechtsbehelfsbelehrung, die darüber informiert, wann und wie ein Einspruch gegen den Steuerbescheid eingelegt werden kann.

Bis wann muss der Einspruch beim Finanzamt sein?

Nach Erhalt des Steuerbescheids hast du 1 Monat Zeit, Einspruch einzulegen. Dazu genügt ein formloses Schreiben, das dem Finanzamt, auch ohne Angabe von Gründen, zeigt, dass Einspruch eingelegt wurde. Dieses Schreiben kann auch jederzeit wieder zurückgezogen werden, ohne dass du Konsequenzen befürchten müsst.

Du hast einen Monat lang Zeit Einspruch einzulegen. Das Datum ist das des Poststempels zuzüglich drei Tagen.

Fällt der Beginn oder das Ende der Frist auf einen Feiertag oder ein Wochenende, beginnt oder endet die Frist mit dem nächsten Werktag.

Wann besteht die Gefahr der Verböserung?

Zu einer Verböserung kann eine Nachüberprüfung eines Steuerbescheides von dem Finanzamte führen. Die Verböserung ist nur im Verfahren über den Einspruch zulässig.

Allerdings muss das Finanzamt dir Bescheid und Zeit geben, dass du ein Grund nennen kannst bzw. dein Einspruch zurückziehen kannst. aber sobald du eine Einspruchsentscheidung erhältst, ist es dafür zu spät. Insgesamt würden alle Änderungen zu einer Verböserung führen.

Warum ist ein Antrag auf Änderung manchmal besser?

Wenn jedoch nur ein bestimmter Teil des Steuerbescheids überprüft werden soll, ist es ratsam, eine einfache Änderung zu beantragen, anstatt gegen den gesamten Bescheid Einspruch einzulegen.

Wie bei einem Einspruch beträgt die Frist vier Wochen. Änderungsanträge sind an keine bestimmte Form gebunden. Sie sollten aber alle formalen Angaben enthalten, die auch bei einem Einspruch notwendig sind (deine Anschrift, Anschrift des Finanzamtes, Betreff: Antrag auf Änderung des Einkommensteuerbescheides ab dem Steuerjahr, Steuernummer, Begründung usw.)

Es gibt Faktoren, für ein Antrag auf Änderung des Steuerbescheids ausreichend ist. Dazu gehören z.B. formale Fehler, wenn das Finanzamt deine Adresse falsch angegeben hat. Oder du hast vergessen, Ausgaben oder Aufwendungen in deiner Steuererklärung anzugeben, so dass der Bescheid falsch ist.

Was ist ein Vorbehalt der Nachprüfung?

Steuerbescheide und gleichgestellte Bescheide können unter dem Vorbehalt der Nachprüfung (VdN) ergehen. Vorbehalt der Nachprüfung wirkt sich nicht auf die Verjährungsfrist Festsetzungsverjährung aus. Einzige Voraussetzung für den Vorbehalt der Nachprüfung ist, dass der Fall noch nicht abschließend geprüft worden ist.

Wann ergeben sich neue Tatsachen?

Steuerbescheide muss das Finanzamt aufheben oder ändern, wenn nachträglich Tatsachen oder Beweismittel bekannt werden, die zu einer höheren oder einer niedrigeren Steuer führen. Ändert sich etwas zu Deinen Gunsten, darfst Du aber nicht daran schuld sein, dass die Tatsachen oder Beweismittel erst nachträglich bekannt geworden sind.

  • Tatsache ist alles, was Merkmal eines steuergesetzlichen Tatbestandes sein kann.
  • Beweismittel - ist jedes Erkenntnismittel, das zur Aufklärung eines steuerlich erheblichen Sachverhalts dient.

Was gilt, wenn sich das Finanzamt zu deinen Gunsten irrt?

Es kann sogar vorkommen, dass sich das Finanzamt beim Steuerbescheid zugunsten des Steuerpflichtigen irrt. Die gute Nachricht: Du kannst in aller Regel auf die Richtigkeit des Bescheids vertrauen und musst von Dir aus dem Finanzamte nicht über den Fehler aufklären. Ein Einspruch ist also nicht nötig. Dies gilt immer, wenn Du selbst in Deiner Steu­er­er­klä­rung korrekte und vollständige Angaben gemacht hast.

Wenn das Finanzamt durch einen internen Fehler solche erklärten Einkünfte nicht versteuert, dann kann das für Dich ein unverhofftes Geschenk werden. So musste ein Steuerzahler auf Einkünfte von fast 129.000 Euro keine Steuern zahlen (BFH, Urteil vom 14. Januar 2020).

Die Sachbearbeiterin hat schlichtweg übersehen, eine richtige Anlage S eines Selbstständigen einzuscannen und zu verarbeiten. Intern wurde dieses Versehen erst im Folgejahr bemerkt und konnte nicht mehr korrigiert werden. Das Risikomanagement des Finanzamts hatte versagt und der Steuerzahler freute sich wie Bolle.

Fazit

Der Einspruch gegen einen Steuerbescheid kann sich recht einfach gestalten, besonders, wenn du ihn über eine Software wie ELSTER abwickeln kannst. Im Zweifelsfall ist es aber gut, wenn du einen Steuerberater zur Seite hast. Denn bei größeren Widersprüchen und Problemen oder wenn tatsächlich Angaben vergessen wurde, die zu einer Selbstanzeige führen, ist guter Rat teuer.

Wenn du gar nicht erst so weit kommen lassen möchtest, besonders als Unternehmen, der wird hier trotz Vereinfachung durch Software, immer den Rat eines Fachmanns einholen. Denn auch die beste Software kann keine Spezial- und Sonderfälle abwickeln. Und davon kann es im Einzelfall immer welche geben!

Bildquelle: Ömer Haktan Bulut / 123rf

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