entgeltumwandlung
Zuletzt aktualisiert: 11. Februar 2021

Die staatlich geförderte Möglichkeit der Entgeltumwandlung ist eine Form der Altersvorsorge. Sie gibt es, weil die gesetzliche Rente allein oft nicht ausreicht, um auf demselben Niveau leben zu können, wie in der Zeit der Erwerbstätigkeit. Um nicht gar in Altersarmut zu geraten, rät die Regierung nicht erst seit gestern sich privat nach weiteren Alternativen zur Absicherung des Ruhestands zu kümmern.

Hier erfährst du alles kompakt gebündelt, was du über die Entgeltumwandlung wissen und beachten solltest, auch, ob dies das Richtige für dich sein kann.




Das Wichtigste in Kürze

  • Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) durch eine Entgeltumwandlung wird staatlich gefördert. Auch der Arbeitgeber muss einen Teil bezuschussen. Eine private Altersvorsorge ist eine Option für dich, keine Pflicht.
  • Jedem Angestellten, der gesetzlich pflichtversichert ist, steht eine solche Entgeltumwandlung rechtlich zu. Es gibt dabei verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten. Welche das ist, darf jedoch allein der Arbeitgeber wählen. Meistens ist das die Wahl einer Direktversicherung.
  • Für dich funktioniert das Prinzip so, dass du einen Teil deines Bruttogehalts in deine persönliche Altersvorsorge steckst. Du reduzierst dadurch dein Bruttoeinkommen und sparst damit bei der Einkommensteuer und den Sozialabgaben. Aber: nicht für jeden ist dies geeignet.

Entgeltumwandlung: die Hintergründe

Es gibt mehrere Wege, wie man fürs Alter vorsorgen kann. Du kannst das privat machen oder mithilfe des Staates und deinem Arbeitgeber. Hier stellen wir dir alle wichtigen Informationen zu einer betrieblichen Altersvorsorge mit der Entgeltumwandlung vor.

Was ist eine Entgeltumwandlung?

Durch den demografischen Wandel reicht die gesetzlich angesparte Rente in der Regel nicht aus um im Alter gut davon leben zu können. Um dir den wohlverdienten Lebensabend trotzdem zu versüßen, kannst du eine private Rentenversicherung abschließen oder das Instrument der Entgeltumwandlung (auch Lohn- oder Gehaltsumwandlung) nutzen.

entgeltumwandlung

Es ist immer ratsam möglichst früh mit der Ansparphase zu beginnen. Denn oft ist es so: je jünger du bist, desto besser die Konditionen bei Versicherungen. (Bildquelle: Micheile Henderson/unsplash)

Diese Art der Aufstockung deiner Rente wird auch Betriebsrente genannt und läuft stets über deinen Arbeitgeber. Sie ist keine Pflicht für dich. Pflicht ist es nur für deinen Arbeitgeber dir das zu ermöglichen (1).

Und so geht's: Dein Arbeitgeber bestimmt den Durchführungsweg, auf den wir später näher eingehen werden. Bei mehreren Beschäftigten kann er oft bessere Konditionen für seine Mitarbeiter, oftmals über eine Direktversicherung, aushandeln.

Dabei ist der Arbeitgeber stets Versicherungsnehmer der Verträge, du als Arbeitnehmer jedoch der Begünstigte bzw. deine Hinterbliebenen. Dann leitet er den vorher mit dir abgemachten Anteil deines Bruttogehalts monatlich in diese Sparanlage. Diese wird später zusätzlich zu deiner gesetzlichen Rente ausgezahlt.

Der Arbeitgeber spart sich durch das reduzierte Bruttogehalt auch etwas, nämlich die Lohnnebenkosten. Durch diese Ersparnis wird er vom Gesetzgeber verpflichtet alle Verträge, die ab 2019 geschlossen wurden, mit mindestens 15 % zu bezuschussen(1). Ab 2022 wird dies auch für alle früheren Verträge gelten.

Wer hat Anspruch auf eine Entgeltumwandlung?

Alle Angestellten, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, haben einen Anspruch auf eine Entgeltumwandlung. Dies gilt auch für Teilzeitkräfte und Minijobber, sofern sie in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen.

Anders ist dies bei Mitgliedern einer Gewerkschaft oder wenn du einem Tarifvertrag untergeordnet bist. Dann muss diese Möglichkeit explizit im Vertrag vorgesehen sein.

Wann ist eine Entgeltumwandlung sinnvoll?

Die Zielgruppe erstreckt sich von Gering- über Durchschnitts- bis zum Besserverdiener. Dabei gilt: je besser du verdienst, desto mehr sollte dein Arbeitgeber dazuschießen, damit es sich für dich lohnt. Für Spitzenverdiener ist dieses Modell eher nicht zu empfehlen.

Entscheidend ist also immer dein Jahreseinkommen und der damit verbundene Steuersatz.

Denn verdienst du "zu viel", fällst du trotz des reduzierten Bruttos nicht in eine Steuer- und Sozialabgabenhöhe, von der du etwas hast.

Auf der einen Seite befindet sich durch die Entgeltumwandlung eine gute Sparanlage. Zugleich reduziert sich etwas von deiner gesetzlichen Rente, da nach Abzug des monatlichen Beitrages ein etwas kleineres Bruttogehalt dasteht.

Ob du zu den Profitierenden gehörst, musst du individuell ermitteln.

Rechne durch, auf welche monatliche Rente du kommst, wenn du keine Entgeltumwandlung machst und wie viel bis dahin an Steuer- und Sozialabgaben zusammenkommt. Stelle das gegenüber der Summe, die du später mit der geminderten gesetzlichen Rente plus der Betriebsrente, die versteuert werden muss, übrig hättest.

Beachte: in der Zeit deiner Erwerbstätigkeit zahlst du oftmals höhere Steuern als nachgelagert auf deine Betriebsrente.

Bist du ein "Freigeist" und tauscht oft zwischen Arbeitnehmertum und Selbstständigkeit oder weißt schon, dass du deine Arbeitgeber öfters wechseln wirst? Dann musst du dir auch die Frage stellen, ob die Entgeltumwandlung das richtige Modell für dich darstellt. Näheres dazu folgt im Abschnitt "Was ist bei einem häufigen Jobwechsel zu beachten?"

Was muss ich über die spätere Auszahlung der Entgeltumwandlung wissen?

Hier gibt es einige Punkte, die für eine ganzheitliche Betrachtung zur Entgeltumwandlung wichtig sind.

Art der Auszahlung

Bei der Auszahlung kannst du später aus diesen Möglichkeiten wählen:

  • gesamtes angespartes Kapital auf einmal auszahlen
  • lebenslange Rente
  • Kombination aus beidem

Achtung: Einmalzahlungen sind unter Umständen pfändbar bei einer Privatinsolvenz im Ruhestand.

Versteuerung

Die Betriebsrente wird in deiner Rentenzeit voll versteuert. Allerdings hast du in der Ansparphase auch viele Steuern gespart. Auch wenn es sich um eine sogenannte nachgelagerte Besteuerung handelt, solltest du wissen, dass du als Rentner eine in der Regel geringere Steuerhöhe hast.

Kranken- und Pflegeversicherung

Egal für welchen Durchführungsweg sich dein Arbeitgeber entschieden hat, bei allen fünf Formen bist du in deiner Rentenzeit als gesetzlich Krankenversicherter verpflichtet Beiträge zu deiner gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zu entrichten. Aber: seit 2020 gibt es auf die Berechnung des Krankenkassenbeitrages einen Freibetrag von monatlich 159,25 Euro. (2)

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Wer im Alter gut leben, vielleicht auch viel reisen will, der sollte finanziell vorsorgen. (Bildquelle: Matthew Bennett/unsplash)

Gut zu wissen: Berücksichtigt zur Berechnung des Krankenkassenbeitrags werden immer nur Einnahmen bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze. Für das Jahr 2021 liegt sie zum Beispiel bei 4.837,50 Euro. Erhältst du eine höhere monatliche Rente, wird folglich alles, was darüber fällt, nicht in die Berechnung genommen.

Anrechnung auf Grundsicherung

Eine Grundsicherung erhältst du, wenn deine Einnahmen als Rentner nicht zum Leben reichen. Vor 2018 wurde die Auszahlung der betrieblichen Rente komplett auf die Grundsicherung im Alter angerechnet.

Mittlerweile ist es so, dass du davon monatlich bis zu 100 Euro behalten darfst. Aus allen darüber gehenden Einkünften sind es immerhin noch 30 %, der Rest wird wieder angerechnet. Hier gibt es allerdings eine Höchstgrenze von 223 Euro als Freibetrag im Monat (Stand 2021) (3).

Welche Durchführungswege der Entgeltumwandlung gibt es?

Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet dir eine Entgeltumwandlung zu ermöglichen. Auf welchem Durchführungsweg dies allerdings geschieht, obliegt allein deinem Arbeitgeber. Es gibt fünf Möglichkeiten. Da jede für sich ein eigenes Thema darstellt mit all ihren rechtlichen und steuerrechtlichen Facetten, geben wir an dieser Stelle nur einen kurzen Umriss.

  • Direktversicherung: Dies ist die wohl am häufigsten verwendete Lösung zur Entgeltumwandlung. Manche Arbeitgeber handeln mit einer Versicherung bessere Konditionen aus, wenn gleich mehrere Beschäftigte, die die Entgeltumwandlung vornehmen lassen möchten, bei dieser untergebracht werden (Gruppenvertrag). Der Arbeitgeber ist stets Versicherungsnehmer, Begünstigter der Arbeitnehmer oder seine Hinterbliebenen.
  • Unterstützungskasse: Eine Unterstützungskasse wird mit Zahlungen seitens des Arbeitgebers gespeist und frei investiert. Es ist eine eigenständige Versorgungseinrichtung von mehreren Unternehmen gegründet. Allerdings besteht kein Rechtsanspruch auf die erwirtschafteten Anlagen, die nicht unter das BetrAVG fallen. Es gibt pauschaldotierte und die rückdatierte Unterstützungskasse. Letztere können die zugesagten Leistungen durch eine Rückdeckungsversicherung sicherstellen.
  • Pensionskasse: Pensionskassen sind von Arbeitgebern gegründete Einrichtungen für die betriebliche Altersvorsorge ihrer Beschäftigten. Sie werden von Vermögenserträgen der Arbeitgeber finanziert oder der Entgeltumwandlung oder beidem. Im Prinzip funktioniert sie wie eine Direktversicherung.
  • Pensionszusage: In diesem Fall (sie wird auch Direktzusage genannt) wird eine zu zahlende Leistung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer definiert. Diese richtet sich üblicherweise nach Höhe des Einkommens und Dauer der Betriebszugehörigkeit und wird allein aus dem Vermögen des Arbeitgebers finanziert. Die Leistung greift auch bei Invalidität und Versterben des Arbeitnehmers, in dem dann die Hinterbliebenen Begünstigte sind. Das Unternehmen bildet hier eigenständig und intern im größtmöglichen flexiblen Rahmen Pensionsrückstellungen.
  • Pensionsfonds: Hier handelt es sich um einen rechtlich selbstständigen Versorgungsträger. Dieser bietet einen Rechtsanspruch der zugesagten Leistungen trotz der größtmöglichen Flexibilität beider Seiten. Diese Flexibilität schließt auch das Anlegen des Vermögens am Aktienmarkt ein. Beiträge werden vom Arbeitgeber oder der Entgeltumwandlung oder beidem finanziert.

Du kannst dich im Vorfeld bei dem Arbeitgeber, bei dem du tätig werden willst, informieren, welchen Durchführungsweg dieser bietet.

Ist eine Entgeltumwandlung steuer- und sozialversicherungsfrei?

Es gibt kleine Unterschiede bei den Durchführungswegen. Daher haben wir dir eine Übersichtstabelle zusammengestellt, die das auf einen Blick zusammenfasst.

Durchführungsweg steuerfrei sozialvers.frei AG* Zuschuss 15%
Direktversicherung bis zu 8 % der Beitragsbemessungsgrenze (West) der gesetzlichen Rentenversicherung bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (West) der gesetzlichen Rentenversicherung ja
Unterstützungskasse 100 % bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (West) der gesetzlichen Rentenversicherung nein
Pensionskasse bis zu 8 % der Beitragsbemessungsgrenze (West) der gesetzlichen Rentenversicherung bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (West) der gesetzlichen Rentenversicherung ja
Pensionszusage 100 % bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (West) der gesetzlichen Rentenversicherung nein
Pensionsfonds bis zu 8 % der Beitragsbemessungsgrenze (West) der gesetzlichen Rentenversicherung bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (West) der gesetzlichen Rentenversicherung ja

*AG = Arbeitgeber

Die Prozente in Zahlen ausgedrückt: Im Jahr 2021 liegt somit die steuerfreie Summe bei 6.816 Euro (8 %) und die sozialversicherungsfreie Summe bei 3.408 Euro (4 %) (4). Bezogen sind diese Grenzen für Beiträge aus dem Dienstverhältnis des Hauptarbeitgebers.

Gibt es einen Höchst- und Mindestbeitrag zur Entgeltumwandlung?

Die folgende Tabelle gibt dir Aufschluss darüber, was du beachten musst. Wie viel du innerhalb dieses Rahmens investieren möchtest und monatlich entbehren kannst, entscheidest du.

  • Mindestbeitrag: Nach dem Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung § 1a Abs. 1 Satz 4 ist ein Mindestbeitrag verpflichtend.Demnach muss jährlich 1/160 der Bezugsgröße nach § 18 Abs. 1 SGB IV eingezahlt werden. Umgerechnet sind das 20,56 Euro monatlich (Stand 2021) (1).
  • Höchstbeitrag: Der anzuratende Höchstbeitrag ergibt sich aus der Höhe der Förderung. Wie bereits erwähnt, sind für 2021 bis zu 6.816 Euro steuerfrei und 3.408 Euro sozialversicherungsfrei. Zahlst du folglich mehr ein, fallen auf das "Mehr" ganz normale Steuer- und Sozialabgaben an.

Demnach profitierst du bei Beträgen zwischen 20,56 und 568 Euro (6.816 : 12) monatlich. Der Spielraum ist also ziemlich groß, sodass die Förderung bei Kleinsparern bis Besserverdienern greift.

Was passiert bei Arbeitslosigkeit mit meiner Entgeltumwandlung?

Sowohl bei Bezug von ALG 1 als auch ALG 2 (auch Hartz4 genannt) bleibt das Kapital der betrieblichen Altersvorsorge, die durch eine Entgeltumwandlung angespart wurde, unangetastet. Aber: nur sofern die Auszahlung der Ersparnisse auch wirklich in der Rentenzeit erfolgt. Das macht auch Sinn, denn immerhin soll diese Vorsorge dich im Alter zusätzlich absichern.

In der Zeit der Arbeitslosigkeit kannst du den Vertrag beitragsfrei stellen. Trittst du wieder einen neuen Job an, gibt es für deinen Vertrag mehrere Optionen, die wir dir in der nächsten Fragestellung beantworten.

Was ist mit der Entgeltumwandlung bei einem (häufigen) Jobwechsel?

Es gibt einige mögliche Szenarien, was mit deiner ersparten Summe bei einem Jobwechsel passiert bzw. was du machen kannst.

  • Der Vertrag wird 1:1 vom neuen Arbeitgeber übernommen: das macht allerdings nicht jeder Arbeitgeber, falls er die Konditionen des bestehenden Vertrages (z.B. ein höherer Zuschuss als die verpflichtenden 15 %) nicht unterstützt. Es fallen in jedem Fall Übertragungskosten an.
  • Private Fortführung des Altvertrages: Bei der Direktversicherung und der Pensionskasse muss der alte Arbeitgeber dich als Versicherungsnehmer umschreiben, damit die Beiträge ab da zumindest sozialversicherungsfrei sind. Alle anderen Durchführungswege sind bei einer privaten Weiterführung nicht mehr steuer- noch sozialversicherungsfrei.
  • Neuer Arbeitgeber, neuer Weg der Entgeltumwandlung: will der neue Arbeitgeber den früheren Vertrag nicht übernehmen, wird er für dich einen neuen Durchführungsweg wählen, sofern du weiter eine Entgeltumwandlung wünscht. Dies kann selbstverständlich auch wieder eine Direktversicherung sein. Beachte: egal, welchen Durchführungsweg er wählt, hier können wieder ganz andere Konditionen für dich rausspringen. Erspartes Kapital aus Altverträgen lassen sich auf die neue Form übertragen. Eine Sonderregelung besteht bei der Unterstützungskasse und der Pensionszusage. Bei diesen beiden Formen kann das dort ersparte Kapital nur bis zu der geltenden Höhe der Beitragsbemessungsgrenze (West) der deutschen Rentenversicherung mitgenommen werden (85.200 Euro/Stand 2021).
  • Beitragsfreistellung: du lässt den alten Vertrag beitragsfrei stellen und dieser verzinst sich zu den alten Konditionen weiter, auch ohne weitere Einzahlungen.

Wie sicher ist eine Entgeltumwandlung, beispielsweise bei Insolvenz des Arbeitgebers?

Ist der Anspruch unverfallbar im Sinne des § 1 Abs. 1 BetrAVG, was bei einer Entgeltumwandlung sofort der Fall ist, springen verschiedene Sicherheitsmechanismen ein. Dieser Schutz gilt, wenn der Arbeitgeber, aber auch die Versorgungseinrichtung selbst, insolvent ist.

Für Versorgungsanbieter, die pleitegehen, gibt es einen Sicherungsfonds namens Protektor. Alle deutschen Lebensversicherungen sind auch rechtlich dazu verpflichtet Mitglied dieses Sicherungsfonds zu sein (5). Ist der Arbeitgeber insolvent, übernimmt der Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) die Leistungserbringung (6).

Bei einer Privatinsolvenz im Ruhestand ist der gewählte Auszahlungsweg entscheidend.

Bei deiner eigenen Insolvenz zählen übrigens Verträge der betrieblichen Altersvorsorge, die in Form der Entgeltumwandlung laufen, innerhalb der Ansparphase auch nicht in die Insolvenzmasse. Betrittst du bei einer Privatinsolvenz jedoch das Rentenalter, sprich du befindest dich in der Auszahlungsphase, sind nur Zahlungen in Form einer lebenslangen Rente geschützt. Einmalzahlungen fallen demnach unter keinem Schutz (7, 8).

Welche Vor- und Nachteile hat eine Entgeltumwandlung?

In der folgenden Auflistung haben wir dir alle Vor- und Nachteile aufgeschlüsselt. So hast du abschließend alles nochmal auf den Punkt gebracht.

Vorteile:

  • kleineres Brutto bedeutet weniger Steuer- und Sozialabgaben
  • staatlich gefördert, da eine bestimmte Summe steuer- und sozialversicherungsfrei ist
  • Arbeitgeber muss mindestens 15 % dazuschießen, ab 2022 auch für Verträge vor 2019
  • du sparst bzw. gewinnst mehr als dass du tatsächlich einzahlst
  • sichere Anlage, um deine Rente aufzustocken
  • wegen der meist geringeren Einnahmen im Rentenzeitalter ist die Versteuerung, die dann erst auf die Zahlungen der Betriebsrente anfällt, geringer
  • Hartz4-sicher
  • Insolvenz-sicher

Nachteile:

  • du zahlst weniger in die gesetzliche Rente und dementsprechend fällt auch die gesetzliche Rente geringer aus
  • du zahlst weniger in die Kranken- und Arbeitslosenversicherung, sodass hier geringere Auszahlungsbeträge bei möglichem Krankengeld und Arbeitslosengeld entstehen
  • es ist stets ungewiss, ob bei einem Jobwechsel der neue Arbeitgeber die Konditionen übernimmt
  • auch wenn der Steuersatz oftmals deutlich geringer ist, holt sich der Staat einen Teil der eingesparten Steuer in deiner Rentenzeit wieder zurück (Bezüge aus der betrieblichen Altersvorsorge werden versteuert)
  • eher ungünstige Form der Altersvorsorge bei häufigem Wechsel der Arbeitgeber oder zwischen Angestelltenverhältnis und der Selbstständigkeit
  • Arbeitgeber entscheidet über Durchführungsweg

Fazit

Wie du nun weißt, gibt es viele Punkte, die für die Entgeltumwandlung sprechen. Denn du sparst durch die staatliche Förderung und den verpflichteten Zuschuss seitens des Arbeitgebers in der Regel mehr, als du vom Brutto abgezogen bekommst. Gut überlegt sein will dagegen ein häufiger Arbeitsplatzwechsel.

Hauptaugenmerk dieser Anlageform sind Gering- und Durchschnittsverdiener. Bist du ein Besserverdiener macht es erst dann Sinn, wenn der Arbeitgeber hier höher bezuschusst. Eine individuelle Durchrechnung solltest du zur Sicherheit machen.

Nur, allein auf die gesetzliche Rente solltest du dich auf keinen Fall verlassen. Neben der Entgeltumwandlung gibt es noch andere Wege der Altersvorsorge, über die du dich informieren solltest. So kannst du den für dich besten Weg finden.

Bildquelle: 117500077 / 123rf

Einzelnachweise (8)

1. Auszug aus dem Betrieblichen Altersvorsorgegesetz, abgerufen am 30.01.2021
Quelle

2. Bundesgesundheitsministerium, Betriebsrentenfreibetragsgesetz, abgerufen am 30.01.2021
Quelle

3. Ihre Vorsorge, Grundrente und Grundsicherung, abgerufen am 30.01.2021
Quelle

4. VBL Versicherung, Entgeltumwandlung, abgerufen am 02.02.2021
Quelle

5. Auszug aus dem Versicherungsaufsichtsgesetz, abgerufen am 02.02.2021
Quelle

6. Allgemeines zum Ablauf im Insolvenzfall, abgerufen am 02.02.2021
Quelle

7. Auszug aus der Zivilprozessordnung, abgerufen am 03.02.2021
Quelle

8. Auszug aus der Zivilprozessordnung, abgerufen am 03.02.2021
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Gesetzestext
Auszug aus dem Betrieblichen Altersvorsorgegesetz, abgerufen am 30.01.2021
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Internetbeitrag
Bundesgesundheitsministerium, Betriebsrentenfreibetragsgesetz, abgerufen am 30.01.2021
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Internetbeitrag
Ihre Vorsorge, Grundrente und Grundsicherung, abgerufen am 30.01.2021
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Internetbeitrag
VBL Versicherung, Entgeltumwandlung, abgerufen am 02.02.2021
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Gesetzestext
Auszug aus dem Versicherungsaufsichtsgesetz, abgerufen am 02.02.2021
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Pensionssicherungsverein
Allgemeines zum Ablauf im Insolvenzfall, abgerufen am 02.02.2021
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Gesetzestext
Auszug aus der Zivilprozessordnung, abgerufen am 03.02.2021
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Gesetzestext
Auszug aus der Zivilprozessordnung, abgerufen am 03.02.2021
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