Zuletzt aktualisiert: 16. April 2021

Das Internet ist heutzutage nicht mehr wegzudenken. Durch die globale Vernetzung und die damit einhergehende kollektive Intelligenz ist das Web zur Plattform für die Sammlung, Verarbeitung und den Austausch großer Datenmengen geworden. Inhalte werden fortlaufend gepflegt, eingespeist und entnommen (1).

Doch wie hat sich das Internet bis zum heutigen Zeitpunkt entwickelt? Auf diese Frage wird in diesem Artikel eingegangen. Es wird erklärt, wie sich die Entwicklung des Web 3.0 abgezeichnet hat und welche Eigenschaften das Web 3.0 aufweist.




Das Wichtigste in Kürze

  • Das Web 3.0 bezeichnet den aktuellen und zukünftigen Zeitabschnitt der Entwicklung des Internets, bei dem verstärkt auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning gesetzt wird. Das Ziel ist es, offenere, stärker vernetzte und intelligentere Webseiten und Webanwendungen zu kreieren.
  • Vorgänger des Web 3.0 sind das Web 1.0 und das Web 2.0. Das Web 1.0 bezeichnet die Anfänge des jungen Internets, indem Nutzer nur eine Website betrachten konnten. Mit dem Web 2.0 änderte sich das Nutzererlebnis, indem Verbraucher nun auch auf Webseiten interagieren konnten.
  • Das zukünftige Web 4.0 zeichnet sich dadurch aus, dass es intelligente Technologien miteinander vernetzt und deren Kommunikation automatisiert.

Hintergründe: Was du über die Entwicklung des Web 3.0 wissen solltest

Im Folgenden soll näher erläutert werden, was es mit dem Web 3.0 auf sich hat und wie sich das Internet bis zum heutigen Tag entwickelt hat. Alle relevanten W-Fragen zum Thema Entwicklung des Web 3.0 werden im Anschluss beantwortet.

Was ist das Web 3.0?

Das Internet hat sich seit seiner Einführung stetig weiterentwickelt und verändert. Das Web 3.0 bezeichnet den neuen Zeitabschnitt der Entwicklung des Internets, bei dem verstärkt auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning gesetzt wird.

Dabei wird das Interneterlebnis für den Nutzer auf ein neues Level gebracht. Das Ziel ist es, offenere, stärker vernetzte und intelligentere Webseiten und Webanwendungen zu kreieren (2).

Wie hat sich das Internet entwickelt?

Das Internet hat sich entlang unserer Bedürfnisse und Verwendungen entwickelt. Es begann am 29. Oktober 1969 als ARPANET (3). Das Internet wurde zur Vernetzung der Großrechner von Universitäten und Forschungseinrichtungen genutzt mit dem Ziel, die Rechenleistung effizienter zu gestalten.

Ende der 80er Jahre erlaubte die National Science Foundation der USA, das Internet für kommerzielle Zwecke nutzbar zu machen, wodurch es über die Universitäten hinaus öffentlich zugänglich wurde.

Im Laufe der Jahrzehnte haben sich Anwendungen und Websites von statischen zu datengesteuerten Websites entwickelt, mit denen Verbraucher interagieren und diese verändern können.

Web 1.0

Das Web 1.0 bezeichnet die Anfänge des noch jungen Internets Anfang der 90er Jahre. Der Begriff wurde 1999 vom Autor und Webdesigner Darci DiNucci geprägt, als er zwischen Web 1.0 und Web 2.0 unterschied (4). Das Web 1.0 war gekennzeichnet durch die Ansammlung von statischen HTML Webseiten, die durch sogenannte Hyperlinks vernetzt waren.

Beim Surfen war beim Web 1.0 lediglich das Betrachten von Webseiten möglich. (Bildquelle: Alexander Grigoryev/unsplash)

Ein Hyperlink ist ein einfacher Link, der den Nutzer zu einer anderen Webseite weiterleitet. Dabei konnte der Nutzer die Webseiten und die darin enthaltenen Informationen lediglich nur anschauen (read-only Web) (5). Eine Veränderung dieser Daten war aus Nutzersicht nicht möglich.

Web 2.0

Das Internet veränderte sich Ende der 90er Jahre von einem statischen zu einem interaktiven Erlebnis. Nun konnten auch die Benutzer durch den Einsatz von Datenbanken, serverseitiger Verarbeitung, Formularen und sozialen Medien mit Websites interagieren. Darüber hinaus kann jeder Nutzer sein eigenen Content erstellen und auf Websites hochladen.

Durch das Web 2.0 kann der Betrachter der Website durch Interaktion aktiv teilnehmen.

Der Nutzer ist also nicht mehr nur passiver Betrachter, sondern ein aktiver Teilnehmer (read/write Web) (6). Diese Veränderung durch das Web 2.0 machte das Internet demokratischer. Dadurch, dass jeder Nutzer aktiver Teilnehmer und Creator sein kann, öffnete sich für einfache Verbraucher eine komplett neue Tür, um beispielsweise eigene Geschäfte aufzubauen und sich über soziale Medien mit anderen Teilnehmern zu vernetzen.

Was sind die Eigenschaften vom Web 3.0?

Das Web 3.0 zeichnet sich durch 4 Eigenschaften aus. Dazu gehören das semantische Web, Künstliche Intelligenz, 3D Graphiken und die Allgegenwärtigkeit (7).

  • Semantische Web: Das semantische Web stellt eine Weiterentwicklung des World Wide Web dar. Es werden  nicht mehr nur Informationen verknüpft, sondern auch die Bedeutung hinter den Informationen verarbeitet. Beispielsweise kann Google dadurch bei einer komplexen Suchanfrage inhaltlich passendere Informationen zur Verfügung stellen.
  • Künstliche Intelligenz: Künstliche Intelligenz ist der Versuch, menschliches Lernen und Denken auf den Computer oder allgemein auf Maschinen zu übertragen. Eine Maschine kann dann also selbstständig Probleme erkennen und Lösungen bereitstellen. Durch den Einsatz von KI und fortschrittlichen maschinellen Lerntechniken zielt das Web 3.0 darauf ab, schneller personalisierte und relevante Informationen für den Nutzer bereitzustellen.
  • 3D Graphiken: Im Web 3.0 werden 3D Graphiken in Webseiten und Diensten intensiv eingesetzt. Beispiele für 3D Graphiken sind Museumsführer, Computerspiele, E-Commerce, geografische Zusammenhänge.
  • Allgegenwärtigkeit: Damit ist gemeint, dass von allen möglichen Standorten aus zu jeder Zeit auf das Web zugegriffen werden kann.

Was macht Web 3.0 besser als seine Vorgänger?

Einige Eigenschaften von Web 3.0 dienen zum Vorteil gegenüber den Vorgängern.

  • Dezentralisierung von Daten: Alle relevanten Nutzerdaten unterliegen nicht mehr eines größeren Unternehmens oder der Regierung. Dadurch wird das Web demokratischer, DoS Angriffe verringern ihre Wirksamkeit und Daten können nicht mehr so einfach geklaut werden. Die Dezentralisierung von Daten wird zum Beispiel durch die Blockchain Technologie realisiert.
  • Erhöhte Informationsvernetzung: Durch das semantische Web und KI können Informationen im Internet besser vernetzt und den Bedürfnissen einzelner Nutzer genauer zugeschnitten werden.
  • Effizienteres Surfen: Das Surfen im Internet wird für den Nutzer effizienter, da bei einer Suchanfrage nun semantisch relevante Ergebnisse basierend auf Suchkontext und Metadaten angezeigt werden. Außerdem können Werbeanzeigen und Marketing Strategien aufgrund von KI Systemen nun zielgerichteter nach den Bedürfnissen der Nutzer geschaltet werden. Das führt aus Unternehmenssicht zur Einsparung von Marketingkosten.
  •  Verbesserter Kundenservice: Durch den Einsatz von intelligenteren Chatbots, die mit mehreren Kunden gleichzeitig kommunizieren können, können Benutzer ein besseres Erlebnis im Umgang mit Kundendienst-Mitarbeitern genießen (2).

Es zeigt sich also, dass sich das Nutzererlebnis bei Web 3.0 stark steigert als bei Web 2.0.

Was ist ein Beispiel für die Verwendung vom Web 3.0?

Im folgenden Beispiel werden die Eigenschaften des Web 3.0 sichtbar. Man nehme an, du sitzt in deinem Auto und stellst während der Fahrt dem Kfz-Assistenten eine Frage (“Ich möchte mir einen Liebesfilm ansehen und italienisches Essen bestellen”).

Die im Autoassistenten integrierte Suchmaschine bietet dir im Web 3.0 eine personalisierte Antwort, die deinen Standort berücksichtigt und das nächstgelegene Kino, das deinem Wunsch entspricht, sowie ein gutes italienisches Restaurant vorschlägt.

Das macht sie, indem sie automatisch die Rezensionen in Social Media einsieht. Im Web 3.0 könnte es dann sogar ein 3D-Menü aus dem Restaurant im Display darstellen.

Was sind mögliche Nachteile vom Web 3.0?

Ein möglicher Nachteil ist, dass nicht alle Geräte und Menschen mit Web 3.0 umgehen können. Des Weiteren lassen sich die Standards momentan noch schwer realisieren. In der Praxis ergibt sich die Frage, wie detailliert man semantische Relationen modellieren soll, will oder kann, bis hin zur politischen Überlegung, ob es Autoritäten geben soll, die zentrale Bedeutungen festlegen.

Ein weiteres Problem ist, dass der Aufbau semantischer Netze aufgrund der hohen Komplexität  nur Experten vorbehalten ist. Stärker noch als Enzyklopädien definieren semantische Netze, was die Welt ist, was wahr ist und was falsch. Damit kommt einer sehr kleinen Gruppe von Menschen eine ausgesprochen große Definitionsmacht zu.

Zu guter Letzt können sich durch Web 3.0 persönliche Nachteile ergeben. Auf der einen Seite wird dem Nutzer bei erfolgreicher Realisierung einen Haufen Arbeit abgenommen, doch möchte der Nutzer vielleicht Dinge selber recherchieren und aktiv sein. Durch diese Veränderungen werden Nutzer immer passiver und verlernen Dinge.

Was ist das Web 4.0?

Das Web 4.0 stellt eine Erweiterung des ebenfalls nicht eindeutig definierten Web 3.0 dar. Das zentrale Merkmal der Industrie 4.0 ist dabei eine Vernetzung der physischen mit der virtuellen Welt hin zu sogenannten Cyber Physical Systems (CPS).

Dies geschieht durch größtenteils bereits vorhandene Technologien, welche hierzu in neuartiger Weise (gemeinsam) genutzt beziehungsweise rekombiniert werden und in der Regel über das Internet miteinander in Verbindung gesetzt werden.

Cyber Physical Systems umfassen die 3 Bereiche Machine to Machine Communication (M2M), Internet of Things (IoT) und Cloud Computing (1). Ein Beispiel, bei dem Maschinen mit Maschinen kommunizieren, stellen die IOTA Transaktionen dar, die zu den Kryptowährungen gehört.

Fazit

Das heutige Web hat sich über Jahrzehnte vom statischen Netzwerk Web 1.0 zu einem zunehmend von Big Data und automatisierten Anwendungen dominierten Netzwerk entwickelt. Während im Web 1.0 klar zwischen Content Ersteller und Verbraucher getrennt wurde, ist im Web 2.0 der Verbraucher aktiver Teilnehmer und kann Webseiten selber erstellen.

Das Web 3.0 wird Inhalte in Zukunft automatisiert auf Nachfrage generieren während das Web 4.0 intelligente Technologien miteinander vernetzt und deren Kommunikation automatisiert.

Bildquelle: scyther5/ 123rf

Einzelnachweise (7)

1. Kollmann T. (2018) Grundlagen des Web 1.0, Web 2.0, Web 3.0 und Web 4.0. In: Kollmann T. (eds) Handbuch Digitale Wirtschaft. Springer Reference Wirtschaft. Springer Gabler, Wiesbaden.
Quelle

2. Die Evolution des Internets - Web 3.0 erklärt. Abgerufen am 01.04.2021
Quelle

3. Perry, Dennis G., Steven H. Blumenthal, and Robert M. Hinden. "The ARPANET and the DARPA Internet." Library Hi Tech (1988).
Quelle

4. Velasco, Richard Carlos L. "Infusing classrooms with web 2.0 technologies." Technology and Engineering Teacher 77, no. 6 (2018): 36-39.
Quelle

5. Choudhury, Nupur. "World wide web and its journey from web 1.0 to web 4.0." International Journal of Computer Science and Information Technologies 5, no. 6 (2014): 8096-8100.
Quelle

6. Murugesan, S., 2007. Understanding Web 2.0. IT professional, 9(4), pp.34-41.
Quelle

7. What is Web 3.0? The Evolution of the Internet. Abgerufen am 01.04.2021
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Wissenschaftliches Review
Kollmann T. (2018) Grundlagen des Web 1.0, Web 2.0, Web 3.0 und Web 4.0. In: Kollmann T. (eds) Handbuch Digitale Wirtschaft. Springer Reference Wirtschaft. Springer Gabler, Wiesbaden.
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Internetquelle
Die Evolution des Internets - Web 3.0 erklärt. Abgerufen am 01.04.2021
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Wissenschaftliches Review
Perry, Dennis G., Steven H. Blumenthal, and Robert M. Hinden. "The ARPANET and the DARPA Internet." Library Hi Tech (1988).
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Wissenschaftliches Review
Velasco, Richard Carlos L. "Infusing classrooms with web 2.0 technologies." Technology and Engineering Teacher 77, no. 6 (2018): 36-39.
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Wissenschaftliches Review
Choudhury, Nupur. "World wide web and its journey from web 1.0 to web 4.0." International Journal of Computer Science and Information Technologies 5, no. 6 (2014): 8096-8100.
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Wissenschaftliches Review
Murugesan, S., 2007. Understanding Web 2.0. IT professional, 9(4), pp.34-41.
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Internetquelle
What is Web 3.0? The Evolution of the Internet. Abgerufen am 01.04.2021
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