etf-altersvorsorge
Veröffentlicht: 2. April 2021

ETF steht für “Exchange Traded Fund” und ist ein durch die Börse gehandelter Index. ETFs sind eine Zusammenführung von Aktien und Fonds. Während Fonds reguliert werden, vielfältig und sicher sind, werden Aktien börsengehandelt. Dafür sind sie liquide und die Preise bleiben transparent.

Der Index kann Aktien-, Rohstoff-, Geldmarkt- und den Rentenindex umfassen. ETFs werden weit gestreut, von Brachen bis hin zu regionalen Märkten. Die dadurch entstehende Diversifikation, bildet eine relativ geringe Abweichung, was zu geringen Verlustrisiken führt (1).

In unserem umfangreichen Ratgeber zum Thema ETFs als Altersvorsorge werden wir dich in dieser Thematik aufklären. Du erhältst von uns Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen, was die Altersvorsorge mithilfe von ETFs angeht.




Das Wichtigste in Kürze

  • ETFs werden börsengehandelt, sind transparent und eine Ansammlung von mehreren Aktien und Fonds.
  • Durch eine breite Streuung in Regionen, Branchen, Märkten u. v. m. wird das Verlustrisiko stark vermindert.
  • Für die Deckung der Rentenlücke bieten sich ETFs als optimale private Altersvorsorge.

Hintergründe: Alles was du über ETFs als die Altersvorsorge wissen musst

Bevor du dich dafür entscheidest dir ein ETF-Sparkonto zur Altersvorsorge zu erstellen, solltest du vorher einige Punkte wissen. Um dich bei deiner Entscheidung zu unterstützen, werden wir dir in den folgenden Abschnitten die wichtigsten Informationen erklären.

Warum soll man als Altersvorsorge in ETFs investieren?

Jetzt fragst du dich bestimmt was denn ETFs mit deiner Altersvorsorge zu tun haben. Nun neben der gesetzlichen Rente und der bAV ist es besonders sinnvoll dies mit einer privaten Altersvorsorge zu ergänzen. Eine Alternative für eine private Altersvorsorge ist die mit ETFs.

Seit 2010 ist in Deutschland die Vermögensverwaltung von ETFs um ca. 220 % gestiegen (2).

Für ETFs bestehen vielleicht keine staatliche Förderung, dafür gibt es viele unterschiedliche Vorteile, angefangen mit einer immensen Flexibilität bis hin zu der eigenen Entscheidung darüber, wann und wie ausgezahlt werden soll.

Weil eine börsennotierte Indexfonds bereits existierende Aktien und Fonds in einem Index zusammenfasst, entstehen keine hohen Kosten, als wie bei einem Portfoliomanager. Die Kosten liegen i. d. R. bei 0,2 bis 0,5 Prozent.

Analysen zeigen, dass Investoren, die ihre ETFs über einen Zeitraum von 15 Jahren gehalten haben, und in den MSCI World (ein ETF) investiert hatten, keinesfalls Verluste gemacht haben. Der Hauptgrund ist dabei, dass die Streuung über mehrere Tausend Aktien und Regionen, die Risiken verteilt (3).

Einige Vorteile Vorteile von ETFs:
  • ETFs bieten relativ geringere und gleichzeitig transparentere Kosten als die traditionelle und aktiv verwaltete Fonds.
  • Weit gestreut, deckt mehrere Branchen, Märkte, Länder ab: MSCI World deckt mehr als 1.600 Aktien in 23 unterschiedlichen Industrieländern ab. MSCI All Countries World deckt mehr als 3.000 Aktien aus Industrie und Emerging Markets, wie Brasilien, China und Indien ab. Nachhaltige Indizes deckt nachhaltige Aktien, die besonderen Acht auf Umwelt, soziale Standards und Management geben, ab.
  • Erfolgversprechende Renditechancen.
  • Flexibel
  • Kostengünstig

Wie viele ETFs sollte man für eine sichere Rente haben?

Es kommt eher weniger darauf an wie viele ETFs besessen werden. Ein ETF ist ein börsennotierter Index bestehend aus mehreren Aktien und Fonds, deshalb können wir dir keine genaue Mengenangabe machen.

Wie lange sollte man ETFs halten?

Du bestimmst selbst, wann für dich der richtige Auslegungspunkt ist. Du hast die Wahl dein gespartes ETF-Konto innerhalb von einem Jahr, über 30 Jahre oder mehr monatlich auszahlen zu lassen. Zudem kannst du selbst entscheiden, ob du die Auszahlung mit Kapitalverbrauch (gesamte Gewinne und Anlagesumme) oder ohne Kapitalverbrauch (Kapitalgewinne und Ausschüttungen) durchführen möchtest.

Die von Experten empfohlene Haltedauer von ETFs lautet mindestens 10 Jahre. Der Börsenguru Warren Buffett sagte einst (4):"Eine Aktie, die man nicht 10 Jahre zu halten bereit ist, darf man auch nicht 10 Minuten besitzen." Dieses Zitat ist auch übertragbar auf die ETF-Welt, diese werden nämlich bekannterweise ebenfalls börsengehandelt.

Was ist besser Sparplan oder Einmalanlage?

Um mit ETFs eine Altersvorsorge zu tätigen, gibt es drei Wege diese zu tun. Zum einen ist das ein ETF-Sparplan, -Einmalanlage und eine Kombination aus diesen beiden.

Wie funktioniert ein ETF-Sparplan?

Im ersten Schritt entscheidet der Kunde / Investor, in welche ETFs und wie lange er/sie investieren möchte. Im Jahr 2020 gab es insgesamt 7.607 ETFs die gehandelt werden konnten (5). Die Auswahl ist stetig am Steigen. Nachdem du dich entschieden hast, in welchen ETF du investieren möchtest, kann schon der Sparplan angelegt werden.

Du kannst bestimmen wie viel du monatlich in die ETFs einzahlen möchtest, der Mindestbetrag liegt bei 25 €. Dein Betrag X wird aus deinem Bankkonto in Form eines Dauerauftrags abgebucht.

Du kannst den Rhythmus auch für dich selbst bestimmen, du kannst auch einige Monate aussetzen und du kannst den Betrag immer ändern. Es ist alles dir und deiner finanziellen Lage überlassen, was den Vorteil der Flexibilität nochmal verdeutlicht.

Wie funktioniert eine ETF-Einmalanlage?

Man kann ETFs auch einmalig erwerben, das kann jederzeit geschehen, jedoch tun sich viele Investoren sich schwer entscheiden, weil der “richtige” Zeitpunkt nicht einzuschätzen ist. Deswegen wird es in diesem Fall empfohlen, die ETFs nicht auf einen Schlag zu kaufen, vielmehr es zu verteilen.

Den Betrag X auf mehrere Wochen bzw. Monate verteilt einzuzahlen. Beispielsweise über vier Monate immer 25 % des Betrags verteilt investieren. Hierbei darauf acht geben, ob dein Broker Kaufgebühren einnimmt, wenn ja sollte diese Empfehlung nochmal durchdacht werden.

Was ist ein ETF-Sparplan kombiniert mit einer Einmalanlage?

Bei einer Einmalanlage wird in voller Höhe verzinst. D. h., dass eine Einmalanlage in Höhe von 10.000 € sich innerhalb der nächsten 30 Jahre verzehnfachen kann, wobei es bei dem Sparplan evtl. “nur” vervierfacht. Das liegt daran, dass die Verzinsung unterschiedlich abläuft.

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ETFs sind börsennotierte Indexe und unterliegen deshalb Schwankungen, Erträgen und Verlusten. Dank der Diversifikation in ETFs werden Risiken stark gesenkt. (Bildquelle: George Drachas / Unsplash)

Wenn du dich jedoch dafür entscheidest, diese beiden zu kombinieren, dann wirst du bei dem Sparplan vom Cost-Average-Effekt profitieren und bei der Einmalanlage vom Zinseffekt. Wie sieht denn eine Kombination aus diesen beiden aus? Du zahlst zum Beispiel einen Betrag von 10.000€ ein und entscheidest die für eine monatliche Rate von X (6).

Je länger die Anlagedauer beträgt, desto weniger ist das Verlustrisiko. Dementsprechend sieht die Wertentwicklung positiv aus.

Sind ETFs krisensicher?

Da ETFs genauso wie Aktien dem Börsenhandel unterliegen, kann nie von einer Krisensicherheit gesprochen werden. Eine Wirtschaftskrise kann beispielsweise dazu führen, dass dein ETF ein oder mehrere schlechte Jahre hat, da sie aber breit gestreut sind, ist diese Wahrscheinlichkeit, in Relation gesetzt mit einzelnen Aktien deutlich gering.

Wie Werden ETFs versteuert?

ETFs werden genauso versteuert, wie Zinsen, Gewinne und Dividenden von den Aktiengesellschaften. Sie unterliegen der Kapitalertragsteuer i. H. v. 25 % sowie auch der Solidaritätszuschlag mit 5,5 % (wenn sie in einer Kirche seid, wird dies mit versteuert). Die Steuer werden von den Depotbanken, direkt an das Finanzamt geführt, sodass du dich in der Steuererklärung nicht damit befassen musst.

Wenn du bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag stellst, kannst du von dem sogenannten Sparerpauschbetrag profitieren. Für Singles liegt der Pauschalbetrag bei 801 € und bei verheirateten Paaren bei 1.602 €. Bei Gewinnen, die nicht mehr sind, als die genannten Beträge, werden keine Steuern abgezogen (7).

Kann man ETF-Sparpläne jederzeit kündigen?

Ein ETF-Sparplan kann jederzeit gekündigt werden. Es ist jedoch von großem Vorteil den Zeitpunkt gut zu überdenken, wenn der Auszahlung an einer ungünstigen Börsenphase stattfindet kann es zu Verlusten führen.

Nettopolice oder ETFs: Was ist besser?

ETFs schneiden sich nach der Finanztip-Analyse im April 2020 i. d. R. besser als eine Nettopolice. Bei einer Laufzeit von mehr als 20 Jahren rentierte sich bis 2018 eine Nettopolice mehr als eine ETF-Investition. Bei einer Nettopolice müssen Investoren nämlich nur bei der Auszahlung den Ertrag versteuern, dabei auch nur den halben Gewinn.

Auf ETFs fiel bis 2018 eine Abgeltungsteuer auf den gesamten Ertrag an. Manchmal auch zwischendurch. Seit 2018 sind es nur noch 70 % des Ertrags, welches in die Abgeltungssteuer fällt. Das führt dazu, dass ETFs rentabler sind (3).

Fazit

Wie es sich aus diesem Artikel erschließen lässt, ist eine private Altersvorsorge unumgänglich, wenn du deine Lebensqualität auch im Alter beibehalten möchtest. Um die Lücke zwischen deiner Rente und deinem jetzigen Lohn zu decken eignet sich eine ETF-Anlage als sehr optimal.

Da es bei der Auszahlung auch die Möglichkeit gibt, eine monatliche Auszahlung durchzuführen, erweist es sich als eine gute Ergänzung zu der gesetzlichen Rentenversicherung.

Bildquelle: Bruce Mars/Unsplash

Einzelnachweise (7)

1. Hendrik, B.; Co-Autor: Einfach und günstig in Aktien anlegen: mit Indexfonds, Indexfonds (ETFs), Finanztip, 05.03.2021. Abgerufen am : 22.03.2021.
Quelle

2. ETFs - Verwaltetes Vermögen in Deutschland bis 2019, Statista, 15.07.2020. Abgerufen am: 22.03.2021.
Quelle

3. Zinnerker, S.: So sparst Du günstig und flexibel für die Rente an, Sparplan oder Rentenversicherung, Finanztip, 11.05.2020. Abgerufen am: 22.03.2021.
Quelle

4. Bonnet, P.: Diese Fehler sollte man beim Aktienkauf unbedingt vermeiden, 11.12.2020. Abgerufen am: 22.03.2021.
Quelle

5. ETFs - Anzahl weltweit bis 2020, Statista, 15.02.2021. Abgerufen am: 22.03.2021.
Quelle

6. ETF-Sparplan und Einmalanlage - Das müssen Sie wissen, ExtraETF, Abgerufen am: 22.03.2021.
Quelle

7. Funktioniert die Altersvorsorge mit ETFs?, Kapilendo, 11. 11.2020. Abgerufen am: 22.03.2021.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Finanztip
Hendrik, B.; Co-Autor: Einfach und günstig in Aktien anlegen: mit Indexfonds, Indexfonds (ETFs), Finanztip, 05.03.2021. Abgerufen am : 22.03.2021.
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Statista
ETFs - Verwaltetes Vermögen in Deutschland bis 2019, Statista, 15.07.2020. Abgerufen am: 22.03.2021.
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Finanztip
Zinnerker, S.: So sparst Du günstig und flexibel für die Rente an, Sparplan oder Rentenversicherung, Finanztip, 11.05.2020. Abgerufen am: 22.03.2021.
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Finanzen.ch
Bonnet, P.: Diese Fehler sollte man beim Aktienkauf unbedingt vermeiden, 11.12.2020. Abgerufen am: 22.03.2021.
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Statista
ETFs - Anzahl weltweit bis 2020, Statista, 15.02.2021. Abgerufen am: 22.03.2021.
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ExtraETF
ETF-Sparplan und Einmalanlage - Das müssen Sie wissen, ExtraETF, Abgerufen am: 22.03.2021.
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Kapilendo
Funktioniert die Altersvorsorge mit ETFs?, Kapilendo, 11. 11.2020. Abgerufen am: 22.03.2021.
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