fahranfänger-versicherung
Zuletzt aktualisiert: 31. März 2021

Mit dem Führerschein in der Hand steht für viele junge Fahrer das erste Auto vor der Tür. Damit kommt auch das Thema Kfz-Versicherung zum ersten Mal auf. Viele sind geschockt im Hinblick auf die Kosten, denn so eine Kfz-Versicherung kann ganz schön teuer sein. Doch das muss nicht so sein!

Mit diesem Artikel erfährst du die Hintergründe zur Kfz-Versicherung, welche Versicherung du brauchst, welche Arten von Versicherungen es außerdem noch gibt und wie das mit den Schadenfreiheitsklassen funktioniert. Außerdem erfährst du, wie lange du als Fahranfänger eingestuft wirst und bekommst hilfreiche Tipps und Tricks an die Hand, um bei deiner Versicherung zu sparen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Fahranfänger gehören zur kritischen Versicherungsgruppe, weshalb sie die höchsten Beitrage zahlen. Dabei liegt der Beitrag bei der Startklasse SF bei über 200 Prozent.
  • Zur Versicherung eines Autos muss man mindestens eine Kfz-Haftpflicht abschließen, um evtl. Schäden an anderen Autos abzusichern. Möchte man einen Zusatzschutz für das eigene Auto, kann man eine freiwillige Kaskoversicherung abschließen.
  • Auch wenn eine Autoversicherung für Fahranfänger teuer ist, so gibt es viele Möglichkeiten bei der Versicherung zu sparen und mit einem möglichst niedrigen Versicherungsbeitrag zu beginnen.

Hintergründe zur Kfz-Versicherung für Fahranfänger

Bevor du dich für eine Kfz-Versicherung entscheidest, solltest du einige Punkte kennen. Daher möchten wir dir in den folgenden Abschnitten ein paar allgemeine Informationen zur Kfz-Versicherung an die Hand geben, um dich bei deiner Entscheidung zu unterstützen.

Welche Kfz-Versicherung brauchst du für dein erstes Auto?

Bei all den verschiedenen Versicherungsangeboten solltest du dir Gedanken machen, welchen Tarif du wirklich benötigst. Hier unterscheidet sich der Kauf deines ersten Autos nicht von jedem anderen Autokauf bzw. Versicherungsschutz.

fahranfänger-versicherung

Für Schäden an deinem Auto kommt die Kfz-Haftpflicht nicht auf. Dafür brauchst du eine Kasko-Versicherung. (Bildquelle: pixabay / rutshapong)

Willst du mit deinem Auto am Straßenverkehr teilnehmen, brauchst du mindestens eine sogenannte Kfz-Haftpflicht. Dadurch werden lediglich die Schäden abgedeckt, die du anderen zufügst, wobei dies sowohl für Personen- als auch für Sachschäden gilt.

Welche freiwilligen Kfz-Versicherungen gibt es?

Zuzüglich zur obligatorischen Kfz-Haftpflichtversicherungen gibt es zwei Modelle der freiwilligen Zusatz-Versicherung: Teilkasko und Vollkasko. Jedoch kosten Kaskoversicherungen mehr als eine reine Kfz-Haftpflicht. Überlege dir also, ob du diesen Zusatzschutz benötigst und falls ja, was du alles abdecken möchtest.

Teilkasko Vollkasko
ausreichender Schutz für ältere Gebrauchtwagen über 4.000€ häufig der bester Schutz für Neuwagen und teure Autos
Abgedeckte Schäden:
Diebstahl, Raub, Brand, Umweltschäden, Wildunfall mit Haarwild (Rehe, Wildschweine), Kabelschäden, Steinschlag
Abgedeckte Schäden:
zusätzlich zum Schutz durch Teilkasko auch selbstverschuldete Unfälle und Vandalismus sowie erweiterte Wildschäden (Kühe, Pferde)
kein Schadenfreiheitsrabatt, Beitrag bleibt gleich bei Unfallfreiheit sinkt der Beitrag
Lediglich Ersatz des Zeitwerts, also der Wert zum Unfallzeitpunkt Bei Totalschaden in den ersten 2 Jahren wird der Neuwagenwert erstattet
hohe Selbstbeteiligung bei Nutzung in Kombination mit Leasing Rundumschutz kann bei Leasing-Verträgen Pflicht sein

Ob für dich eine Teilkasko oder eine Vollkasko sinnvoll ist, hängt an erster Stelle von zwei Faktoren ab: Alter und Wert deines Autos. Daher solltest du jedes Jahr deine Versicherung und den Kaskoschutz prüfen.

Möglicherweise passt der gewählte Schutz nach ein paar Jahren nicht mehr zum Wert deines Wagens. Dann bietet sich ein Wechsel von der Vollkasko- zur Teilkaskoversicherung an, wodurch du auch Geld sparen kannst.

Wie funktionieren Schadenfreiheitsklassen?

Als Neuling in Sachen Kfz-Versicherung hast du womöglich noch nichts von den Schadenfreiheitsklassen, kurz SF-Klassen, gehört. Daher möchten wir dir dieses Prinzip kurz erläutern.

Welche Schadenfreiheitsklassen gibt es?

Deine Versicherung belohnt dich für unfallfreies Fahren mit einem Rabatt. Je länger du als Fahrer unterwegs bist ohne deinen Versicherungsschutz in Anspruch zu nehmen, desto höher ist diese Versicherungsprämie (1).

Die Höhe deiner SF-Klasse entspricht den ununterbrochenen und schadenfreien Kalenderjahren. Folglich erhöht sich deine SF-Klasse jedes unfallfreie Jahr um eine Stufe. Wenn du also z. B. seit 3 Jahren unfallfrei gefahren bist, wirst du in die Klasse SF3 eingeordnet.

Je höher deine SF-Klasse ist, desto günstiger wird deine Versicherung. In der Regel reichen die Klassen von SF0 bis SF35 (1).

Darüber hinaus sinkt der Versicherungsbeitrag nicht mehr weiter ab. Die exakte Ersparnis kann allerdings nicht pauschal festgestellt werden, da sich erstere je nach Versicherungsgesellschaft unterscheidet.

Es gibt auch Sonderklassen, bei denen Risiko-Aufschläge fällig werden und der zu zahlende Grundbeitrag deutlich über 100 Prozent bzw. 200 Prozent liegt. Dazu gehören die Klassen SF0, SF1/2, die beide für Fahranfänger gelten. Weitere Sonderklassen sind SFS bzw. SFM, in die du eingeordnet wirst wenn du entweder vermehrt Unfälle hast oder in den ersten Jahren einen Schaden meldest (1).

Nach einem Schaden erfolgt grundsätzlich eine Rückstufung in eine niedrigere Schadenfreiheitsklasse zum nächsten Versicherungsjahr. Wie weit du genau zurückgestuft wirst, kommt einerseits auf die Versicherungsgesellschaft an, aber auch andererseits auf deinen Tarif. Aufgrund dessen kann es sinnvoll sein einen kleinen Blechschaden aus eigener Tasche zu bezahlen, um eine Rückstufung zu vermeiden.

Warum zahlen Fahranfänger einen höheren Beitrag?

Fahranfänger zahlen mit die höchsten Beiträge für ihre Kfz-Versicherung. Junge Fahrer sind noch relativ unerfahren, unterschätzen Situationen im Straßenverkehr und setzen sich häufiger unter Alkoholeinfluss ans Steuer. Dadurch ergibt sich ein hohes individuelles Schadensrisiko, nach dem sich die Versicherungsprämie richtet.

Fahranfänger zahlen aufgrund ihrer geringeren Erfahrungen im Straßenverkehr mehr. (Bildquelle: unsplash / Art Markiv)

Dabei handelt es sich um statistisch belegte Tatsachen, denn laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes werden die meisten Unfälle mit überhöhter Geschwindigkeit von Fahrern im Alter zwischen 18 und 24 verursacht (2). Mit den hohen Beiträgen sichern sich die Versicherungsgesellschaften gegen die erhöhte Anzahl an auszugleichenden Schäden junger Fahrer ab.

Wie lange gilt man als Fahranfänger?

Laut Straßenverkehrsgesetz gilt jeder, der die Führerscheinprüfung besteht, für 2 Jahre als Fahranfänger. Über den gleichen Zeitraum erstreckt sich auch die Probezeit, in der auch ein Alkoholverbot am Steuer gilt.

Anders verhält es sich mit der Autoversicherung, denn dabei gilt man im Regelfall zwischen dem 18. und 24. Lebensjahr als Fahranfänger und wird zu Beginn die SF-Klasse SF0 eingestuft. Bei manchen Versicherern endet die Einstufung als Fahranfänger erst mit 25. Hat man bereits 3 Jahre Fahrerfahrung bevor man ein Auto auf sich versichert, wird man meist direkt der Klasse SF1/2 zugeordnet.

Was ist aber, wenn man seinen Führerschein erst nach dem 25. Lebensjahr macht? Auch dann gilt man aus Sicht der Versicherungsgesellschaften als unerfahren und wird zunächst als Fahranfänger eingestuft. Größtenteils beziehen sich die Versicherer hierbei auf die Probezeit von 3 Jahren.

Tipps und Tricks: Wie kann man als Fahranfänger bei der Versicherung sparen?

Nachdem du die Grundlagen zur Kfz-Versicherung kennengelernt hast, wollen wir dir in den folgenden Abschnitten einige hilfreiche Tipps und Tricks erklären, mit denen du bei deiner Versicherung sparen kannst.

Versichere das Auto als Zweitwagen über deine Eltern

Die einfachste Möglichkeit bei der Kfz-Versicherung zu sparen ist die Anmeldung deines Autos als Zweitwagen deiner Eltern. Dabei musst du lediglich als Fahrer eingetragen werden.

Weitere Fakten zur Autoversicherung über die Eltern:

  • Einstufung des Zweitwagens: Die niedrigste Klasse, in die der Zweitwagen eingestuft wird ist SF1/2. Allerdings gewährt der Großteil der Anbieter höhere SF-Klassen und bestenfalls entspricht die bewilligte Schadenfreiheitsklasse der Klasse des Erstwagens.
  • bessere versicherungstechnische Werte: Durch das Eigentum an Immobilien oder die Ausübung bestimmter Berufe kann es sein, dass Anbieter in Anbetracht dessen weitere Rabatte gewähren.
  • Aufnahme Fahranfänger in Fahrerkreis: Auch wenn die Prämie für den Zweitwagen günstiger ist als die Versicherung eines Erstwagens auf den Fahranfänger, steigt die Prämie durch die Aufnahme des Fahranfängers in den Fahrerkreis.
  • Rückstufung: Baut der Fahranfänger mit dem Zweitwagen einen Unfall, so müssen sich die Eltern keine Sorgen um die SF-Klasse ihres Erstwagens machen. Denn im Falle eines Unfalls erfolgt die Rückstufung lediglich für den Zweitwagen.

Alternativ lässt sich das Auto auch über deine Großeltern oder andere Verwandte versichern. Jedoch ist die Versicherung über die Eltern die günstigste Variante. An dieser Stelle möchten wir anmerken, dass die Versicherungsprämie für den Erstwagen deiner Eltern davon nicht beeinträchtigt wird.

Nutze Familientarife

Nicht alle Eltern können oder wollen das Auto ihres Kindes als Zweitwagen versichern. Auch wenn das zunächst unfair klingt, muss es nicht unbedingt ein Nachteil sein.

Du bist als Fahranfänger direkt selbst Versicherungsnehmer und hast von Anfang an einen eigenen Schadenfreiheitsrabatt.

Außerdem kann der Vertrag deiner Eltern auch hierbei noch sehr nützlich sein: Viele Versicherungsgesellschaften setzen Anreize für junge Fahrer, wenn sie sich für die gleiche Versicherung wie die Eltern entscheiden. In diesem Zusammenhang startet man mit einer höheren SF-Klasse als SF0 oder SF1/2.

Bei dieser Option bist du selbst der Versicherungsnehmer, d. h. die Versicherungspolice läuft auf deinen Namen. Auch wenn dies im Regelfall teurer ist als die Versicherung als Zweitwagen, bietet es trotzdem die Möglichkeit zu sparen. Denn ohne den Familienvorteil wäre dein Versicherungsbeitrag noch deutlich höher.

Diese Variante lohnt sich insbesondere, wenn du bereits ein Moped oder Krad gefahren bist, bevor du deinen Autoführerschein gemacht hast. Die schadenfreien Jahre zählen in diesem Fall nämlich auch.

Beachte aber, dass du solche Familientarife nicht über Vergleichsportale abschließen kannst. Dafür musst du dich direkt an den Versicherer deiner Eltern wenden und die Möglichkeit der Nutzung eines Familientarifes anfragen.

Ersparnis durch begleitetes Fahren

Seit 2010 können Jugendliche bereits im Alter von 17 Jahren den Führerschein Klasse B bzw. BE machen. Als Voraussetzung hierfür müssen sich die jungen Fahrer von namentlich benannten verkehrszuverlässigen Personen begleiten lassen. Die Begleitperson soll hierbei nicht als Fahrlehrer auftreten, sondern lediglich für Ratschläge und Hinweise zur Verfügung stehen (3, 4, 5).

fahranfänger-versicherung

Beim Begleiteten Fahren kann man bereits ab 17 Jahren Fahrerfahrung sammeln. Wichtig dabei ist, dass sich die eingetragenen Begleitpersonen mit im Auto befinden müssen, jedoch nicht zwingend auf dem Beifahrersitz (Bildquelle: pixabay / Creative Media Imaging)

Diese Art zum Sammeln von Fahrpraxis zahlt sich aus. Zum einen in der Verringerung des Unfallrisikos und zum anderen bei der Kfz-Versicherung (3, 5).

Wer unter Aufsicht am Steuer saß, wird beim Großteil der Versicherungen dafür mit günstigeren Tarifen bzw. einem Nachlass belohnt. Im Schnitt gewähren Anbieter einen Rabatt von 20 Prozent beim eigenen Auto. Manche Versicherer berücksichtigen die Erfahrung durch BF17 auch bei der Anmeldung als Zweitwagen.

Solltest du dir so früh wie möglich ein eigenes Auto zulegen wollen, ist es ratsam dies erst mit 18 zu tun. Die Nutzung des Autos deiner Eltern wirkt sich positiv auf deinen Versicherungsbeitrag aus.

SF-Klassen der Eltern übertragen lassen

Gerade in den ersten Jahren ist eine Kfz-Versicherung nicht gerade erschwinglich, da du noch schadenfreie Jahre sammeln musst.

Im besten Fall kannst du den Schadenfreiheitsrabatt deiner Eltern aus deren Zweitwagenvertrag übertragen lassen. Allerdings nur für die Anzahl schadenfreier Jahre, seit du im Besitz eines Führerscheins bist. Damit ist diese SF-Klasse meist niedriger als die deiner Eltern, jedoch kannst du so die Hürde der Klassen SF0 und SF1/2 überspringen.

Mit der schriftlichen Zustimmung des versicherten Elternteils kannst du die geplante Übernahme des Schadenfreiheitsrabattes bei der neuen Versicherung angeben. Hierbei musst du auch nicht zwingend bei der Versicherungsgesellschaft deiner Eltern bleiben.

Vor Abschluss der Versicherung musst du unbedingt abklären, unter welchen Voraussetzungen der Rabatt übertragen wird. Allem voran solltest du dich danach erkundigen, welcher Schadenfreiheitsrabatt dir gewährt wird. Im Hinblick darauf sind die meisten Versicherer jedoch unkompliziert.

In manchen Fällen erlauben die Anbieter keine Abgabe der SF-Klassen, wenn du zu einem anderen Versicherer wechseln möchtest. Sollte dem so sein, musst du kalkulieren ob es günstiger ist beim alten Versicherer zu bleiben oder mit SF1/2 bei einem anderen Anbieter zu beginnen.

Übernahme der SF-Klassen von Verwandten

Bei vielen Anbietern gibt es die Option die hohen SF-Klassen von Verwandten zu übernehmen. Wenn z. B. die Großeltern nicht mehr Auto fahren können oder wollen, können sie dir ihre hohe SF-Klasse abtreten. Beachte jedoch, dass es auch Anbieter gibt, die dies nicht ermöglichen.

Dieser Schritt will gut überlegt sein, da der alte Versicherungsnehmer alle seine SF-Klassen in diesem Vertrag verliert. Folglich sollte dies nur geschehen, wenn der alte Versicherungsnehmer seinen Vertrag nicht mehr benötigt. Aber auch hier gilt: es können keine Jahre übernommen werden, die über die Dauer des Führerscheinbesitzes hinaus gehen.

Beispiel: Ein Fahrer im Alter von 25, der seinen Führerschein mit 17 bestanden hat, kann also maximal acht SF-Klassen übernehmen. Bei Erwerb seines ersten Autos war er 21 und meldete dieses als Zweitwagen über seine Eltern an. Demnach kann der Fahrer aus diesem Vertrag bestenfalls vier schadenfreie Jahre übernehmen.

Wenn nun aber die Möglichkeit besteht mehr als vier SF-Klassen aus dem Vertrag der Großmutter zu übertragen, kann der Fahrer die maximale Anzahl von acht SF-Klassen übernehmen.

Das Beispiel zeigt, dass du nur so viele SF-Klassen übernehmen kannst wie du selbst erreicht hättest, wenn du mit 18 direkt ein Auto selbst versichert hättest. In der Regel erlauben Versicherer die Übernahme der SF-Klassen auch noch nach sechs bis zwölf Monaten nach der Abmeldung einer Autoversicherung. Daher ist es ratsam zu prüfen, ob in letzter Zeit jemand aus deiner Verwandtschaft ein Auto dauerhaft abgemeldet hat.

Nutze die SF-Klassen von Roller und Motorrad

Du kannst nicht nur die SF-Klasse von Auto zu Auto übertragen, sondern auch bei einigen Zweiradklassen. Dabei kann es sich um das eigene Fahrzeig handeln oder auch um ein bereits abgemeldetes Zweirad deiner Eltern. Einen Überblick bei welchen Zweirädern eine Übertragung der SF-Klasse möglich ist und bei welchen nicht, soll dir die folgende Tabelle liefern.

Übernahme der SF-Klasse möglich Übernahme der SF-Klasse nicht möglich
Leichtkrafträder 50-125 ccm, Krafträder/ Motorräder,
Pkw, Campingwagen
Kleinkrafträder bis 50ccm
Saisonkennzeichen über 180 angemeldete Tage Saisonkennzeichen unter 180 Anmeldetagen

Zusätzlich zur Übertragen von SF-Klassen hast du auch die Möglichkeit die SF-Klassen zwischen den Fahrzeugen zu tauschen. Solltest du also einige schadenfreie Jahre mit dem Motorrad gesammelt haben, bietet sich ein solcher Tausch geradezu an. Denn die Rabattstaffel reicht bei Motorrädern lediglich bis zur SF-Klasse 20.

Zudem verläuft sie deutlich flacher, weshalb man bei SF0 mit einem Versicherungsbeitrag von nur 90 Prozent startet. Bereits nach einem schadenfreien Jahr sinkt dieser Beitrag auf 50 Prozent.

Durch den Tausch kannst du den Beitragssatz deiner Kfz-Versicherung deutlich senken und dein Motorrad wird las Zweitfahrzeug direkt in die Schadenfreiheitsklasse SF1/2 eingeordnet.

Welche genauen Schadenfreiheitsrabatte gewährt werden hängt vom Versicherer und der gewählten Kfz-Versicherung ab. Durchschnittlich liegt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Zweitfahrzeugs bei 65% und bei Vollkasko werden etwa 85% fällig.

Nutze deine Carsharing-Zeiten

Da dir das Auto beim Carsharing nicht gehört, sammelst du wertvolle Fahrpraxis, ohne für die Versicherung aufkommen zu müssen. Wenn du aber dann doch ein eigenes Auto versichern möchtest, musst du dank deiner Carsharing-Zeiten nicht bei Null anfangen.

Mit der schriftlichen Bestätigung des Carsharing-Anbieters kannst du deine gefahrenen Kilometer bzw. deine schadenfrei gefahrene Zeit bei der Kfz-Versicherung anrechnen lassen. Im Regelfall schreiben dir die Versicherungen deine schadenfreie Jahre im Carsharing gut.

Dieser Tipp lohnt sich vor allem, wenn du die kritischen Jahre zwischen 18 und 24 bzw. 25 und damit die SF-Klassen 0 bis 4 überbrücken kannst. Somit kannst du nach vier Jahren Führerscheinbesitz direkt mit SF4 einsteigen.

Telematik-Tarife für Rabatte

Unter Telematik-Tarifen versteht man die Aufzeichnung und Auswertung des Fahrverhaltens des Versicherungsnehmers. Dabei setzt sich der Begriff Telematik aus den Worten Telekommunikation und Informatik zusammen. Telematik-Tarife werden auch pay-how-you-drive-Tarife genannt. Im Gegensatz dazu wird bei sogenannten pay-as-you-drive-Tarifen lediglich die Kilometerleistung gemessen (6, 7).

Zum Großteil werden Stecker oder Sensoren am Auto angebracht, die das Fahrverhalten im Straßenverkehr messen. Gleichzeitig erfolgt die Speicherung und Auswertung der Daten häufig über eine App auf dem Smartphone. In einem weiteren Schritt werden diese Daten an den Versicherungsdienstleister übertragen, wodurch ein Punktestand ermittelt wird.

Je besser der Score bzw. je größer der Punktestand, desto höher die Ersparnis.

Meist kann der Fahrer selbst seine Fahrweise mittels App prüfen, um sein Verhalten gegebenenfalls anpassen zu können. Dadurch erhoffen sich die Anbieter eine unsichtigere Fahrweise und damit einen Rückgang der Unfallzahlen (6, 7).

Wähle kein typisches Fahranfänger-Auto

Auch wenn es auf den ersten Blick unlogisch erscheint, solltest du kein typisches Fahranfänger-Auto wählen. Denn auch die Regionalklassen und Typenklassen beeinflussen die Höhe des Versicherungsbeitrages.

Während die Regionalklassen die preislichen Unterschiede des Umfelds abdecken, spiegeln Typenklassen die Schaden- und Unfallbilanzen jedes in Deutschland zugelassenen Automodells wider. Gleichermaßen wie die Unfallstatistiken ändert sich auch die Einteilung der Typenklassen jedes Jahr geringfügig.

Gerade weil Fahranfänger vermehrt in Unfälle verwickelt sind und damit auch ihre Fahrzeuge, gehören letztere zu den teuersten Modellen in Bezug auf die Versicherung. Zu den typischen Fahranfänger-Autos gehören Modelle wie VW Polo, Opel Adam oder Ford Fiesta.

Das gewählte Fahrzeugmodell kann die Höhe deiner Versicherung beeinflussen. (Bildquelle: unsplash / Christian Wiediger)

Bevor du also ein Auto kaufst solltest du die Typenklasse des gewünschten Autos auf der Seite des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) prüfen. Achte dabei auf die exakte Typenbezeichnung des Autos, das Baujahr oder die PS-Anzahl. Denn diese Faktoren sind entscheidend für die Einordnung in die Typenklassen.

In der Haftpflichtversicherung reichen die Typenklassen von 10 bis 25, wobei 10 die niedrigsten Versicherungsbeiträge darstellt und 25 die höchsten. Auch wenn die Typenklassen für Versicherungsgesellschaften unverbindlich sind, orientieren sich die Meisten daran. Grundsätzlich gilt: Je weniger Schäden mit einem Modell verursacht werden, desto niedriger die Typenklasse.

Versicherung alter Autos

Während eine Kfz-Haftpflicht in Deutschland vorgeschrieben ist, ist die Kaskoversicherung freiwillig. Eine Vollkaskoversicherung lohnt sich meist nur bei Autos, die jünger als fünf Jahre alt sind. Bei älteren Autos mit einem Wert von über 4.000 € solltest du abwägen, ob du eine Vollkasko brauchst oder eine Teilkasko ausreicht.

Liegt der Wert des Autos unterhalb der 4.000 € lohnt sich oft auch die Teilkasko nicht mehr. In diesem Fall reicht die obligatorische Kfz-Haftpflicht aus. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Solltest du im Falle eines Diebstahls in finanzielle Schwierigkeiten kommen, ist es ratsam auch ein altes Auto mit geringem Restwert zumindest  mit einer Teilkasko zu versichern.

Den höheren Beitragssatz einer Teilkaskoversicherung kannst du mindern, indem du eine höhere Selbstbeteiligung vereinbarst. So spart eine Selbstbeteiligung von 500 € pro Schadensfall einiges an Beitrag.

Unser Tipp: Vergleiche Die Angebote der Kfz-Haftpflicht mit der Teilkasko und wäge ab, ob die zusätzlichen Kosten der Kaskoversicherung in einem annehmbaren Verhältnis zum Restwert deines Autos stehen.

Gibt es eine PS-Begrenzung für Fahranfänger?

Derzeit wird über eine Begrenzung der PS-Anzahl für Fahranfänger diskutiert. Wie die Statistik zeigt, werden die meisten Unfälle von 18 bis 24 Jährigen aufgrund von zu hoher Geschwindigkeit verursacht.

Folglich soll es Fahranfängern künftig nur noch erlaubt werden Autos mit maximal 90 PS zu fahren. So soll zu starken Geschwindigkeitsüberschreitungen vorgebeugt werden, ähnlich wie es bei der Drosselung von Kleinkrafträdern bereits der Fall ist.

Wie vergleicht man Kfz-Versicherungen?

In den vorherigen Abschnitten hast du bereits einiges zum Thema Autoversicherung gelernt und hilfreiche Tipps und Tricks zum Sparen an die Hand bekommen. Doch wie findet man den günstigsten Anbieter bei all den Versicherungsgesellschaften?

Um die günstigste Versicherung zu finden, ist es notwendig die diversen Anbieter miteinander zu vergleichen. Einen Überblick hierzu bekommst du über die gängigen Versicherungsportale, wodurch du diese Tarife mit den Angeboten der Direktversicherer vergleichen kannst.

  • Vergleichsportale: Portale wie Verivox oder Check24 prüfen deine bisherige Versicherungspolice und durchsuchen ihre Datenbanken nach günstigeren Alternativen. Du solltest immer mehrere Vergleichsportale nutzen, da ein Portal weder alle Anbieter noch alle Tarife des Marktes abbilden kann. Außerdem kannst du auf diese Weise sogenannte Tarifausreißer identifizieren.
  • Direktversicherer: Auch die Direktversicherer nutzen häufig Portale, um ihre Angebote zu präsentieren. Am bekanntesten ist das Portal der Huk Coburg, das auf Huk24 seine Tarife eingestellt hat.

Bei einer kombinierten Suche von Versicherungsportal und Direktversicherer kannst du den günstigsten Tarif des Marktes finden oder zumindest einen Tarif der sehr nahe am günstigsten Tarif liegt. So kannst du den günstigsten Tarif abschließen.

Fazit

Die Kfz-Versicherung ist für Fahranfänger aufgrund ihres höheren individuellen Risikos für Schäden entsprechend hoch, wodurch sich die Versicherer gegen häufige Leistungen wappnen. Daher starten Fahranfänger in die Sonderklassen SF0 oder SF1/2 mit einem Beitrag von über 200 Prozent.

Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, das Auto z.B. als Zweitwagen über die Eltern zu versichern. Ferner empfehlen wir dir sowohl Versicherungsportale als auch die Angebote der Direktversicherer zu prüfen, um den günstigsten Tarif zu finden.

Falls du noch weiter Infos zur Kfz-Versicherung benötigst oder dich tiefergehend damit beschäftigen möchtest, findest du auf unserer Seite eine Vielzahl interessanter Artikel.

Bildquelle: unsplash / Andrew Gwizdowski

Einzelnachweise (7)

1. Sombeck, Katja. 2017. Strategie gegen Schwindler in der Privathaftpflichtversicherung. AKAD University Edition. DOI 10.1007/978-3-658-17508-5_7
Quelle

2. Statistisches Bundesamt. 2020. Verkehrsunfälle. Unfälle von 18 bis 24 Jährigen im Straßenverkehr 2019. erschienen am 21. September 2020. Artikelnummer: 5462406-19700-4 [PDF]. Abgerufen am 18.03.2021
Quelle

3. Grattenthaler, Heidi. 2019. Systeme der Fahranfängervorbereitung und die Bedeutung der Übung beim Fahrenlernen - Betrachtung des Forschungsstandes aus Sicht der Expertise- und Kompetenzforschung. Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Philosophie der Fakultät HW Bereich Empirische Humanwissenschaften der Universität des Saarlandes. Abgerufen am 18.03.2021
Quelle

4. Becker, Thilo/ Gerlach, Julia. 2020. In: Böhm et al.: Gesundheit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das Konzept Health in All Policies und seine Umsetzung in Deutschland. Abgerufen am 18.03.2021
Quelle

5. BMVI. 2021. Fahranfäber/innen und "Begleitetes Fahren ab 17".
Quelle

6. https://doi.org/10.1365/s40702-018-0432-8
Quelle

7. Müller-Peters, Horst/ Wagner, Fred. 2017. Geschäft oder Gewissen? Vom Auszug der Versicherung aus der Solidargemeinschaft. Goslar Institut.
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Neue Maßnahme zur Verhinderung des Versicherungsbetrugs – Einführung eines Bonus-Malus-Systems in der PHV
Sombeck, Katja. 2017. Strategie gegen Schwindler in der Privathaftpflichtversicherung. AKAD University Edition. DOI 10.1007/978-3-658-17508-5_7
Gehe zur Quelle
Unfälle von 18 bis 24 Jährigen 2019
Statistisches Bundesamt. 2020. Verkehrsunfälle. Unfälle von 18 bis 24 Jährigen im Straßenverkehr 2019. erschienen am 21. September 2020. Artikelnummer: 5462406-19700-4 [PDF]. Abgerufen am 18.03.2021
Gehe zur Quelle
Systeme der Fahranfängervorbereitung und die Bedeutung der Übung beim Fahrenlernen
Grattenthaler, Heidi. 2019. Systeme der Fahranfängervorbereitung und die Bedeutung der Übung beim Fahrenlernen - Betrachtung des Forschungsstandes aus Sicht der Expertise- und Kompetenzforschung. Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Philosophie der Fakultät HW Bereich Empirische Humanwissenschaften der Universität des Saarlandes. Abgerufen am 18.03.2021
Gehe zur Quelle
Mobilität und Verk
Becker, Thilo/ Gerlach, Julia. 2020. In: Böhm et al.: Gesundheit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das Konzept Health in All Policies und seine Umsetzung in Deutschland. Abgerufen am 18.03.2021
Gehe zur Quelle
Fahranfäber/innen und "Begleitetes Fahren ab 17"
BMVI. 2021. Fahranfäber/innen und "Begleitetes Fahren ab 17".
Gehe zur Quelle
Bewertung von Anreizen zum Teilen von Daten für digitale Geschäftsmodelle
https://doi.org/10.1365/s40702-018-0432-8
Gehe zur Quelle
Geschäft oder Gewissen?
Müller-Peters, Horst/ Wagner, Fred. 2017. Geschäft oder Gewissen? Vom Auszug der Versicherung aus der Solidargemeinschaft. Goslar Institut.
Gehe zur Quelle
Testberichte