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Zuletzt aktualisiert: 7. Dezember 2020

Während die Innenstädte immer voller werden und der Berufsweg mit dem Auto zur Qual werden kann, bietet das Fahrrad die Möglichkeit ganz ohne Berufsverkehr zur Arbeit fahren zu können. Immer mehr Städte haben das erkannt und setzen vermehrt auf gut ausgebaute Radwege.

Hierbei kann dem Fahrrad Leasing eine große Rolle zugesprochen werden. Sei es das Dienstrad oder als Privat Rad, für den Arbeitsweg oder die Freizeit, Fahrrad Leasing bietet die Möglichkeit dein Wunsch Fahrrad zu Realität werden zu lassen.




Das Wichtigste in Kürze

  • Ähnlich wie beim Auto Leasing wird ein Vertrag geschlossen, bei dem du über einen bestimmten Zeitraum monatliche Raten für dein Fahrrad zahlst.
  • Nach Ablauf des Leasingvertrages kannst du das Rad kaufen, oder einen neuen Leasingvertrag abschließen.
  • Das geleaste Rad kann über den Arbeitgeber steuerlich geltend gemacht werden, wodurch du noch zusätzlich sparen kannst.

Hintergründe: Was du über das Fahrrad Leasing wissen solltest

Um dir einen guten Überblick über das Fahrradleasing zu bieten und dir wichtige Informationen mit an die Hand zu geben, haben wir dir im Folgenden die wichtigsten Fragen zum Thema Fahrradleasing beantwortet.

Was ist Fahrradleasing?

Um den hohen Anschaffungskosten, die vor allem bei E-Bikes hoch sein können, aus dem Weg zu gehen, kann es sich anbieten ein Fahrrad zu leasen. Dabei werden eine Vertragslaufzeit und eine monatlich zu zahlende Rate vereinbart mit dem Leasing Anbieter vereinbart.

Am Ende des Leasing Vertrages kannst du entweder das Fahrrad für einen geringen Preis erwerben, oder ein komplett neues Fahrrad leasen. Besonders interessant ist das Fahrrad Leasing sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer, da das Fahrrad steuerlich geltend gemacht werden kann.

Wie funktioniert Fahrradleasing?

Als Privatperson funktioniert Fahrrad Leasing wie jeder andere Leasing Vertrag. Über einen vorher bestimmten Zeitraum wird eine monatliche Rate gezahlt, die dich dazu bevollmächtigt das Fahrrad zu nutzen.

Am lukrativsten ist das Leasing über den Arbeitgeber, da die Leasingrate vom Bruttogehalt abgezogen wird und du dadurch Steuern sparen kannst.

Beim Leasing über den Arbeitgeber geht der Arbeitgeber einen Leasingvertrag ein. Entscheidet sich ein Arbeitnehmer sein Fahrrad über den Arbeitgeber zu leasen, wird die Leasingrate vom Bruttogehalt abgezogen. Dadurch spart der Arbeitnehmer steuern.

Auch für Selbstständige ist das Modell lohnenswert, da er die Leasingraten zu den Betriebskosten gezählt werden können und somit nicht vom Gewinn finanziert werden müssen.

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Vor allem auf dem Arbeitsweg durch die Stadt kann ein geleastes Rad ein Auto und den damit verbundenen Berufsverkehr ersetzen. (Florian Schmetz / unsplash)

Welche Vorteile hat Fahrradleasing?

Beim Fahrradleasing können sie sich ihr Traum Fahrrad aussuchen ohne dabei den hohen Einzelpreis zahlen zu müssen. Außerdem sind in der Leasingvertrag oftmals Wartung und Reparatur des Rades mit inbegriffen. Nach Ablauf des Vertrages kann das Fahrrad außerdem günstig erworben oder ein komplett neues geleast werden.

Leasing ist ein einfacher Weg zu deinem Traumrad, falls du den Einzelpreis nicht zahlen kannst oder willst.

Beim Leasing über den Arbeitgeber kann zusätzlich noch gespart werden, da die Leasingrate vom Bruttogehalt abgezogen wird und somit das zu versteuernde Einkommen reduziert wird. Außerdem wird der Umstieg auf Fahrräder teilweise von Regierungen unterstützt, wie in beispielsweise in Baden-Würtemberg die Nutzung von E-Lastenrädern (1).

Was kostet Fahrradleasing?

Der Preis für Fahrradleasing ist stark davon anhängig, ob du das Rad als Privat Person oder über deinen Arbeitgeber least. Auch die Vertragslaufzeit und der Neupreis des Rades spielen eine große Rolle.

Gehen wir beispielsweise von einem Neupreis deines Wunsch Fahrrads von 2500 € aus, würde die monatliche Leasingrate bei einer Laufzeit von 36 Monaten ungefähr 45 € betragen. Somit würden Kosten von etwa 1600 € entstehen. Wenn sie das geleaste Rad nach Ablauf der Vertragslaufzeit für einen Bruchteil des Neupreises kaufen können, ist das Fahrrad Leasing günstiger als der Kauf eines neuen Fahrrads.

Vor allem als Privatkäufer können aber auch deutlich höhere Leasingraten anfallen. Rechne deswegen am besten selber nochmal nach, ob sich das Leasing für dich lohnt.

Welche Arten von Fahrradleasing gibt es?

Es kann unterschieden werden, ob das Fahrrad als Privatperson oder als Arbeitnehmer geleast wird. Auch als Selbstständiger und als Arbeitgeber hat das Fahrrad Leasing Vorteile.

Leasing als Arbeitnehmer

Als Arbeitnehmer profitieren sie davon, ihr Wunschrad über ihren Arbeitgeber leasen zu können. Dabei kann es sein, dass der Arbeitgeber die Leasingrate übernimmt, oder diese von Ihrem Bruttogehalt abgezogen wird und sie somit Steuern sparen können.

Leasing als Selbstständiger

Bei Selbstständigen funktioniert die Regelung ähnlich, die Leasingrate wird jedoch vom Umsatz und nicht vom Einkommen abgezogen. Somit sparen sie ebenfalls Umsatzsteuer. Zusätzlich müssen sie als Selbstständiger kein Fahrrad kaufen, welches sie über die Jahre abschreiben müssen.

Leasing als Privatperson

Auch als Privatperson können Fahrräder geleast werden. Das ist aber weniger lukrativ wie über den Arbeitgeber, da sie die Leasing Rate von ihrem Nettoeinkommen zahlen und sie nicht von ihrem Bruttolohn abgezogen wird. Wenn du nicht genug Geld hast um dein Traumrad zu kaufen, kann Leasing aber auch als Privatperson Sinn machen.

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Es gibt auch Alternativen zum Leasing Rad. Du kannst dein Fahrrad zum Beispiel auch auf raten kaufen, oder einen Fahrrad Verleih, bzw. Bike Sharing nutzen. (Bildquelle: nextbike / unsplash)

Welche Nachteile hat Fahrradleasing?

Beim Leasing gehst du einen Vertrag, meistens über 3 Jahre, ein. Du musst dir bewusst sein, dass du hier eine langfristige Zahlungsverpflichtung eingehst. Wenn du das Fahrrad über deinen Arbeitgeber beziehst, bist du gewissermaßen auch an ihn gebunden.

Wenn die Leasingrate vom Bruttogehalt abgezogen wird, wird auch weniger Geld in die Rentenversicherung eingezahlt. Außerdem kann deine Auswahl an Fahrrädern eingeschränkt sein, wenn dein Arbeitgeber nur mit bestimmten Händlern kooperiert.

Sollte ich das Rad nach Ablauf des Leasingvertrages kaufen?

Du musst dir bewusst sein, dass das Fahrrad nach Ablauf des Leasingvertrages nicht mehr das Neueste ist und auch die Verschleißteile in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Wenn das für dich kein Problem ist, kann es sich durchaus lohnen das Fahrrad für einen geringen Preis zu kaufen.

Das Rad nach Ablauf des Leasingvertrages zu kaufen kann billiger sein, als wenn du es direkt neu gekauft hättest.

Bei den meisten Anbietern können sie das Fahrrad für 10 - 15 % des Neupreises kaufen. Als Bemessungsgrundlage wird hierfür die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers genutzt. Bei einem Neupreis von 2500 € kannst du das Fahrrad für ungefähr 250 € - 375 € kaufen.

Wenn du lieber das neueste Fahrrad mit der besten Technologie haben willst, dann macht es mehr Sinn, einen neuen Leasingvertrag einzugehen. Beachte aber auch, dass bei einem geleasten Rad meistens eine Versicherung, die Wartung und Reparaturen inklusive sind. Das fällt weg, wenn du das Fahrrad kaufst.

Kann ich ein E-Bike privat leasen?

So wie jedes andere Fahrrad können E-Bikes auch als Privat Person geleast werden. Es gibt Anbieter, die auf das E-Bike Leasing für Privat Kunden spezialisiert sind. Allerdings müssen sie hier mit Leasingraten von bis zu 150 € monatlich rechnen.

Bei einer durchschnittlichen Leasingrate von 115 € und einem durchschnittlichen Neupreis von 3500 € fallen bei  einer Vertragslaufzeit von 36 Monaten Kosten in Höhe von 4140 € an. Das ist sogar mehr als der Neupreis des E-Bikes. Als Privatperson ist E-Bike Leasing also weniger lukrativ (2).

Muss ich mein Dienstrad versteuern?

Anders als bei Dienst-Autofahrern muss der Weg zur Arbeit bei einem Dienstrad nicht versteuert werden. Du darfst sogar die Kilometerpauschale von 30 Cent pro Kilometer in der Steuererklärung als Werbungskosten angeben. Wenn du täglich 10 Kilometer Fahrtweg hast und 220 Tage im Jahr arbeitest, kannst du also 660 € Entfernungspauschale von der Steuer ansetzen.

Wenn du das Dienstfahrrad allerdings auch privat nutzen willst, wird 0,25 % der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers als sogenannter geldwerter Vorteil auf ihr Gehalt aufgeschlagen. Diesen Betrag musst du zusätzlich zu deinem Einkommen versteuern (3, 4).

Ist Fahrrad Leasing oder Bike Sharing besser?

Was für dich die bessere Wahl ist, hängt hauptsächlich davon ab, wie du das Rad nutzen willst. Beim Bike Sharing kannst du beispielsweise einen Monatstarif für ca. 10 € buchen. Der Tarif beinhaltet 30 min kostenlose Fahrtzeit pro Ausleihe + 1 € für jede weitere Minute. Solltest du das Fahrrad beispielsweise nur für den 20 minütigen Fahrtweg vom Bahnhof zum Büro nutzen, ist das Leihrad die bessere Alternative.

Bei sporadischer Benutzung des Fahrrads ist Bike Sharing ebenfalls eine sinnvolle Alternative. Einige Anbieter bieten sogar für Studenten die ersten 30 min. Fahrtzeit kostenlos an.

Fahrrad Leasing Bike Sharing
Preis bei 20 min. Arbeitsweg 31 € 10€
Preis bei 40 min. Arbeitsweg 31 € 50 €
Preis bei 20 min. Arbeitsweg + 2 mal pro Woche 1- stündige Fahrten 31 € 26 €

Bei Leasing über den Arbeitgeber mit Gehaltsumwandlung kostet dich die monatliche Leasingrate bei einem Bruttogehalt von 3500 €  ungefähr 31 €. Wenn ihr Arbeitsweg länger als 30 min Fahrtzeit dauert, oder sie das Fahrrad auch gerne privat für längere Touren benutzen möchten, ist das Fahrrad Leasing die bessere Wahl.

Du solltest auch bedenken, dass du beim Bike Sharing darauf angewiesen bist, dass gerade ein verfügbares Fahrrad in der Nähe ist. Dieses Problem tritt bei einem geleasten Rad nicht auf. Außerdem werden beim Bike Sharing nur handelsübliche Stadträder angeboten. Wenn du beispielsweise ein E-Bike oder ein Rennrad haben möchtest, ist Fahrrad Leasing ebenfalls die bessere Wahl für dich.

Fazit

Ein Fahrrad ist vor allem in Großstädten eine willkommene Alternative, um dem Berufsverkehr aus dem Weg zu gehen und gleichzeitig auf dem Weg zur Arbeit noch Zeit an der frischen Luft zu verbringen.

Sie können ein Fahrrad als Privatperson, als Arbeitnehmer und als Selbstständiger leasen. Am lukrativsten ist das Leasing als Arbeitnehmer und als Selbstständiger, da die Leasingrate vom Bruttolohn, beziehungsweise vom Umsatz, abgezogen wird und du somit Steuern sparen kannst. Es sollte dir jedoch bewusst sein, dass deine Einzahlung in die Rente damit auch geringfügig geschmälert wird.

Bildquelle: 123rf / 115657523

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