Festgeld anlegen
Veröffentlicht: 18. März 2021

Heutzutage gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten Geld anzulegen. Eine beliebte, weil sichere Variante ist Festgeld anlegen. Beim Festgeld anlegen wird dein Geld auf einem Festgeldkonto für eine bestimmte Zeit und einen festen Zinssatz angelegt. Du kannst in dieser Zeit nicht auf das Geld zugreifen, jedoch bieten dir Festgeldkonten im Vergleich zu anderen Sparmöglichkeiten deutlich höhere Zinsen (1).

In diesem Ratgeber wollen wir alle wichtigen Fragen rund um das Thema Festgeld anlegen beantworten. Wir zeigen dir, wie man die Zinsrendite berechnet, vergleichen aktuelle Konditionen und zeigen dir welche Vor- und Nachteile Festgeld anlegen hat.




Das Wichtigste in Kürze

  • Festgeld gehört dank seiner Einlagesicherheit und einem garantierten Zinssatz zu den beliebtesten Anlageformen im EU-Raum. Besonders Banken im EU-Ausland bieten hohe Zinsen zwischen 1,5 und 2 Prozent.
  • Festgeld lohnt sich für dich, wenn du größere Geldmengen auf lange Zeit anlegen möchtest und zusätzliche Geldrücklagen besitzt. Festgeld kann nämlich nur im Härtefall vorzeitig gekündigt und verfügbar gemacht werden.
  • Durch wiederholte, kleinere Laufzeiten und/oder die Kombination mit anderen Anlageformen wie z.B. dem Tagesgeldkonto, kannst du deine Zinserträge erhöhen und minderst das Gewinnrisiko.

Festgeld anlegen: Was du wissen solltest

Im Folgenden wollen wir dir alle wichtigen Fragen zum Thema Festgeld anlegen beantworten. So kannst du objektiv beurteilen, ob diese Form der Geldanlage das Richtige für dich sein könnte.

Was ist Festgeld?

Beim Festgeld anlegen kannst du einen Betrag deiner Wahl auf einem Festgeldkonto anlegen und erhältst hierfür einen festen Zinssatz. Ähnlich wie beim Bausparen wird hierfür eine bestimmte Laufzeit festgelegt. Ist diese abgelaufen, bekommst du dein Geld plus Zinsen ausbezahlt. Im Vergleich zum Tagesgeld kannst du jedoch innerhalb der Laufzeit nicht auf dein Geld zugreifen.

Nahezu jede Bank und diverse Online-Kreditportale bieten die Möglichkeit ein Festgeldkonto zu eröffnen.

Du brauchst dafür ein Referenzkonto, beispielsweise ein Girokonto bei der Sparkasse. Von diesem aus wird regelmäßig Geld auf dein Festgeldkonto abgebucht. Kurze Festgeldanlagen haben in der Regel eine Laufzeit von einem bis 10 Monaten. Es gibt auch Angebote von Banken mit Laufzeiten bis zu 10 Jahren.

Festgeldkonten bieten im Vergleich zu anderen Sparmaßnahmen heutzutage vergleichsweise hohe Zinsen. Weiterhin ist der Zinssatz für die gesamte Laufzeit fix. Zudem garantiert eine Festgeldanlage innerhalb der EU eine sogenannte Einlagesicherung bis zu 100.000 Euro. Die bedeutet, dass auch bei einer Bankenkrise deine Einlage bis zu dieser Höhe geschützt ist (2).

Für wen eignet sich eine Festgeldanlage?

Festgeldanlagen bieten dir innerhalb der EU eine hohe Einlagesicherheit. Das EU Ausland bietet zudem hohe Zinssätze und damit hohe Renditen an.

Festgeld ist bis Vertragsende nicht nutzbar. Achte also auf liquide Mittel für finanzielle Engpässe.

Nachteil ist, dass du während der Anlagezeit nicht auf das Geld zugreifen kannst. Somit eignet sich Festgeld gut für jeden, der Wert auf Sicherheit legt und Geldrücklagen für den Notfall hat. Festgeldkonten lassen sich im Nachhinein nicht mehr Aufstocken. Somit eignet sich ein Festgeldkonto gut für dich, wenn du eine große Summe auf ein Mal anlegen möchtest (3).

Wie lange sollte ich mein Festgeld aktuell anlegen?

Festgeldkonten gibt es zu den unterschiedlichsten Laufzeiten und Zinssätzen. Du kannst dein Geld beispielsweise 30 Tage anlegen und weniger Zinserträge erhalten oder aber 10 Jahre bei einem Zinssatz von 2 Prozent und so durch die längere Laufzeit höhere Zinserträge erhalten.

Informiere dich über die Zinsentwicklung und die Inflationsrate des Anbieterlandes.

In der Regel hast vor Kontoauflösung keinen Zugriff auf Festgeld. Beachte daher bei Angeboten mit sehr langen Laufzeiten, von z.B. 5 Jahren, dass sich der europäische Leitzins über diese Zeit stark verändern kann. So kann sich dein Zinssatz nach 4 Jahren trotz Festzinsgarantie unerwartet verringern.

Hier empfehlen wir dir dein Geld lieber in zwei oder mehr Teile aufzuteilen und auf mehreren Festgeldkonten mit kürzerer Laufzeit anzulegen. So bist du im Falle einer Zinsänderung abgesichert (4).

Wie sicher ist Festgeld?

Durch den garantiert festen Zinssatz bietet Festgeld Sicherheit auch bei langen Anlagezeiten. Wie schon erwähnt bietet Festgeld in der EU zu dem den Vorteil einer Einlagesicherung bis zu 100.000, bei Eheleuten bis zu 200.000 Euro. Weiterhin bieten bestimmte Banken wie z.B. die Sparkassen oder die Volks- und Raiffeisenbanken eigene Kapitaleinlagesysteme mit teilweise höheren Absicherungssummen.

Trotz dieser staatlich garantierten Einlageabsicherung solltest du, besonders bei Wahl einer Bank im Ausland darauf achten, Vertrauenswürdige Institute zu wählen. Wichtige Kriterien hierfür sind:

  • Bonität: Informiere dich bei Ratingagenturen über die Zahlungsfähigkeit des Staates, in dem du Festgeld anlegen möchtest.
  • Marktpräsenz: Dein Wunschanbieter sollte schon mindestens 2 Jahre im Bereich Tages- und Festgeld aktiv sein und einen gewissen Kundenkreis haben.
  • Sicherheit in der EU: Achte bei Wahl einer Bank in der EU darauf, dass diese einem gesetzlichen Einlagesicherungsfond der EU/EWR-Länder angehört.

Wenn du diese Stabilitätskriterien beachtest, sollte deiner sicheren Geldanlage nichts mehr im Weg stehen (5). Wenn du noch mehr zum Thema Sicherheit beim Geldanlegen erfahren möchtest, empfehlen wir dir dich mit dem Thema Anlagestrategien im Allgemeinen auseinanderzusetzen.

Wie eröffne und führe ich ein Festgeldkonto?

Wenn du ein Festgeldkonto anlegen möchtest lohnen sich hierfür vor allem Direktbanken oder Zinsplattformen als Anbieter, da diese heutzutage die besten Konditionen anbieten (6).

Um dein Konto zu eröffnen benötigst du zum einen bereits ein Konto bei einer Bank, beispielweise ein Girokonto bei der Sparkasse, zum anderen musst du dich legitimieren. Dies geschieht in der Regel, wie bei SIM Karten, über das Post-Ident-Verfahren oder mittels Videochat.

Festgeld anlegen ist lohnenswert, wenn du Wert auf Sicherheit legst, zusätzliche Geldreserven besitzt und für größere Investitionen sparen möchtest. (Bildquelle:Pixabay/Roboadvisor)

Solltest du noch kein Referenzkonto haben, bieten manche Banken ein Kombi-Paket aus Girokonto und Festgeldkonto an. Grundsätzlich wird bei jedem Festgeldkonto eine Laufzeit sowie ein fester Zinssatz bestimmt.

Beachte jedoch, dass je länger die Anlagezeit, desto geringer kann deine Rendite ausfallen. Zudem sollte die Inflationsrate höher sein als der Zins deines Anbieters. Sonst kommt es trotz festem Zins und Einlagesicherheit zu Gewinnverlusten. Wie genau die Konditionen bei Banken im Ausland sind erfährst du weiter unten im Artikel.

Weiterhin solltest du bei Kontoeröffnung folgende 4 Punkte beachten:

Kontoart

Neben normalen Festgeldkonten bieten einige Banken auch Gemeinschaftskonten, insbesondere für Eheleute an. Dies kann steuerliche Vorteile bringen. Zudem sind Einlagen auf Gemeinschaftskonten im EU-Raum um das doppelte abgesichert, also um 200.000 Euro.

Zudem gibt es bei manchen Banken das Angebot von flexiblen Festgeldkonten, sogenanntem Flexgeld. Hierbei kann jederzeit auf einen bestimmten Anteil des Geldes zugegriffen werden, wohingegen der andere normal angelegt ist. Hier können die Zinsen jedoch teilweise niedriger ausfallen. Diesen Ablauf nennt man auch Zinsstaffel.

Zinsstaffel

Wie eben erwähnt bieten manche Banken eine Zinsstaffel an. Anders gesagt wird ein Betrag auf einem Konto in mehrere Teilguthaben unterteilt, für die dann unterschiedliche Zinssätze gelten.

Banken die Festgeld mit Zinsstaffel anbieten sind beispielsweise Kosmos Direkt, die VTB Bank oder NIBC Direct.

Bei Festgeld sind das in der Regel zwei Guthaben-Bereiche. Diesen Vorgang kennst du vielleicht auch von deinem Tagesgeld- oder Girokonto. Bei einem negativen Kontostand berechnet dir die Bank andere Zinsen als bei einem positiven (7). Insgesamt solltest du dich etwas mit dem Thema Zinsen beim Geldanlegen auskennen, um bei der Gestaltung deiner Anlage bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Steuern

Da die Auszahlung deiner Festgeldanlage als Einkommen gezählt wird, musst du dein Festgeldkonto bei der Einkommenssteuererklärung angeben. Deutsche und niederländische Banken bieten hier den Vorteil, dies für dich zu übernehmen.

Entscheidest du dich für eine Anlage im Ausland, erfrage am besten bei deinem Berater, wie die Bank die Steuern handhabt und worum genau du dich selbst kümmern musst (8).

Prolongation

Viele Banken arbeiten mit einer "versteckten" weiteren Laufzeit. Das bedeutet, dass manche Anbieter am Ende der Laufzeit diese automatisch zu einem anderen Zinssatz verlängern. Du solltest daher unbedingt darauf achten, deinen Vertrag rechtzeitig zu kündigen.

Gezielte Prolognation bei mehreren Anbietern kann aber auch Vorteile bieten. Hierzu erfährst du mehr weiter unten im Artikel.

Personenprüfung nach PeP und Facta

Um sich abzusichern, werden dir die meisten Banken bei Eröffnung einige Fragen stellen. Zum einen wollen sie sicher stellen, dass du keine politisch exponierte Person (PeP), also eine Person mit korrupten Absichten bist und zum anderen ob dies im Ausland auch nicht der Fall ist.

Banken müssen sich nämlich auch in Deutschland an ein Gesetz namens Foreign Account Tax Compliance Act (Facta) halten, das überprüft ob du in den USA korrupte Taten begehst oder dort steuerpflichtig bist (9).

Welche Banken bieten hohe Zinsen bei Festgeld?

Im Folgenden vergleichen wir die aktuell besten Angebote verschiedener Banken auf dem EU-Markt (10):

Anbieter Land Zins pro Jahr (bei 12 Monaten) Rendite Benefits
Bank of Scotland Schottland 2,4 % 350 € Sehr geringe Mindesteinlage
Barclays London 1,20 % 200 € Sehr geringe Mindesteinlage
ICM Investmentbank Deutschland 0,75 % 150 € Zugang vor Ende der Laufzeit, Zugang zu Weltsparen-Portal
CreditPlus Bank Deutschland 0,70 % k.A. Vergleichsweise hohe Zinsen im deutschen Raum

Mitglieder bei Weltsparen oder Zinspilot bieten zudem den Vorteil, dass du von einem Online-Portal aus und mit einem angemeldeten Konto jederzeit auf verschiedenste Anlageformen im In- und Ausland zugreifen kannst. Wenn du Interesse an mehreren Geldanlagen hast, empfehlen wir dir dich über Portale wie Zinspilot zu informieren und diese ggf. zu nutzen.

Wann bekomme ich meine Festgeldzinsen ausbezahlt?

In der Regel wird Festgeld erst nach Ende der vereinbarten Laufzeit ausbezahlt. Du kannst unter bestimmten Voraussetzungen deinen Festgeldvertrag vorzeitig kündigen. Mehr zur Kündigung findest du weiter unten im Artikel (11).

Wie berechne ich den Zinsertrag bei Festgeld?

Da der Zinssatz und die Laufzeit bei Festgeld nicht mit der Zeit ändern, lässt sich der Zins für dein Festgeld relativ leicht berechnen.

Bei Prolognation deines Festgeldkontos kannst du gezielt Zinseszinsen ansparen. Je höher die Laufzeit des zweiten Vertrages, umso höher der zusätzliche Zinsertrag. (Bildquelle: Pixabay/Raten-Kauf)

Im Folgenden zeigen wir dir drei Formel-Beispiele mit denen du wichtige Kennzahlen deiner Festgeldanlage berechnen kannst. Der Steuersatz wird in allen Rechenbeispielen nicht mit einbezogen.

Zinsertrag ohne Zinseszins berechnen:

Um den Zinsertrag zu berechnen multiplizierst du die Summe deines Anlagekapitals mit dem Zins pro Periode (Zinssatz dividiert durch 100). Anschließend multiplizierst du das Ergebnis mit der Anzahl an Monaten deiner Laufzeit, umgerechnet auf jeweils ein Jahr.

Formel:

Zinsertrag am Ende = Anlagekapital x Zinssatz/100 x Anzahl Monate der Laufzeit/12

Angenommen du hast einen Anlagebetrag in Höhe von 10.000 Euro bei einem Zinssatz mit 7,50 % und einer Laufzeit von 24 Monaten. Dann berechnest du den Zinsertrag wie folgt:

350 € = 10.000 € x 0,0175 x 24/12

Du kannst für die Berechnung natürlich auch Rechner im Internet verwenden (13).

Zinsertrag mit Zinseszins berechnen:

Die Zinsen bei Festgeld werden im Gegensatz zu anderen Kapitaleinlagen nicht mit verzinst. Möchtest du Zinseszinsen erhalten, musst du wie am Anfang schon erwähnt, Prolongation in Anspruch nehmen, also die automatische Laufzeitverlängerung am Ende der Vertragszeit zulassen. Denn sobald eine neue Laufzeit beginnt, sind Zinseszinsen möglich.

Hast du 10.000 Euro auf deinem Festgeldkonto, so erhältst du bei einem Zinssatz von 1,75 % im ersten Jahr Zinsen in Höhe von 175 Euro. Somit befinden sich im zweiten Jahr 10.175 Euro auf deinem Konto die dann wieder mit  1,75 % verzinst werden.

Du hast also im zweiten Jahr Zinsen in Höhe von 10.175 € x 0,0175 = 178,06. Die Differenz aus beiden Zinserträgen ergibt deinen Zinseszins für diese Dauer und beträgt in diesem Beispiel 0,60 €.

Möchtest du deinen Zinsertrag inklusive der mit verzinsten Zinsen für die gesamte Laufzeit berechnen, musst du zunächst dein Endkapital mit Zinseszinsen berechnen:

Formel:

Endbetrag mit Zinseszins = Anfangsbetrag x (1 + Zinssatz/100 x Anzahl Monate der Laufzeit/12)

Nehmen wir dir Zahlen aus dem vorherigen Beispiel, so berechnest du deine Endsumme wie folgt:

Endbetrag mit Zinseszins10.000 x (1+ 1,75/100 x 24/12)

10.353,06 € = 10.000 x (1 + 0,035)

Eine Festgeldanlage von nur einem Jahr mit beispielsweise 5 Prolognationen bringt mehr Zinsen durch Zinseszinsen als eine einmalige Anlage von 5 Jahren. Wie das Beispiel gezeigt hat, handelt es sich hierbei jedoch nur um geringe Differenzen (14).

Wie lege ich Festgeld für Kinder und Jugendliche an?

Grundsätzlich gilt in Deutschland, dass Festgeldverträge nur von volljährigen und 100 Prozent geschäftsfähigen Personen abgeschlossen werden dürfen. Es gibt zwar Ausnahmen bei den Anbietern, in der Regel kannst du aber nur als Volljähriger für deine eigenen Kinder ein Festgeldkonto eröffnen.

Bei Eröffnung eines Festgeldkontos für Minderjährige gibt es Besonderheiten bei der Antragstellung. Hier arbeiten Banken mit anderen Formularen und es werden mehr Informationen benötigt als beim Standard-Antrag.

Die meisten Angaben musst der Elternteil machen, am Ende unterschreiben jedoch Eltern als auch der/die minderjährige Kontoinhaber/in. Dementsprechend muss die Identifikationsprüfung zwei mal durchgeführt werden.

Solltest du Alleinerziehend sein benötigst du bei manchen Anbietern zusätzlich eine Einzelerziehungsberechtigung. Eine Kopie der Geburtsurkunde muss in jedem Fall auch immer abgegeben werden. Weiterhin empfehlen wir dir einen Antrag auf Freistellung von Abgabesteuern für dein Kind zu stellen oder alternativ auf eine Nichtveranlagungsbescheinigung. Ansonsten wird dieses steuerpflichtig veranlagt (15).

Wie kündige ich meinen Festgeldvertrag?

Grundsätzlich gibt es folgende zwei Kündigungsarten bei Festgeldkonten:

Ordentliche Kündigung

Wie am Anfang bereits erwähnt ist Prolongation bei Festgeldkonten Gang und Gebe. Sollte diese nicht von vornherein von dir als Kunde zu bestätigen sein, empfehlen wir dir auf eine rechtzeitige und fristgerechte Kündigung zu achten.

Solltest du jedoch auf mehrfache Verzinsung Wert legen kannst du die Weiterverlängerung auch zulassen und so von Zinseszinsen profitieren. Dies rentiert sich jedoch erst ab einer längeren zweiten Laufzeit von mindestens 3 Jahren (16).

Außerordentliche Kündigung

Um dein Festgeldkonto vorzeitig aufzulösen musst du auf die Kulanz deines Anbieters hoffen. Jedoch ist dieser, zumindest in Deutschland, in bestimmten Härtefällen zur Auflösung verpflichtet. Hierfür muss ein Härtefall nach Paragraph 314 des BGB vorliegen.

Eine solcher Härtefall liegt vor, wenn du plötzlich deinen Job verlierst oder ein Todesfall in deiner Familie für liquide Engpässe sorgt.

Auch von Seiten der Bank aus kann ein solcher Härtefall vorliegen, wenn diese beispielsweise insolvent geht. In jedem Fall musst du die Kündigung schriftlich beantragen. Jedoch bringt eine vorzeitige Kündigung Nachteile für dich mit. Hierzu gehören Gebühren, Zinsverlust und Zusatzzinsen (17).

Welche Vorteile bringt eine Festgeldanlage im Ausland?

Wie bereits erwähnt, bieten vor allem Banken im EU-Ausland hohe Zinsrenditen an. Banken in Deutschland hingegen haben aktuell vergleichsweise schlechtere Konditionen.  Zwar steigen die Zinsen bei deutschen Anbietern allmählich wieder, jedoch sind diese im Vergleich zu Vorjahren deutlich gesunken (18).

Vergleichsportale und Ratingagenturen empfehlen daher Festgeldanlagen bei deutschen Banken nur, wenn diese mit ausländischen Finanzdienstleistern oder Portalen wie Weltsparen kooperieren. Besonders Banken aus Osteuropa bieten hohe Zinssätze und Renditen an (19).

Zusätzlich zu dem niedrigen Leitzins in Deutschland kommt die aktuelle Inflationsrate. Da diese höher ist als die Sparzinsen für Geldanlagen führt dies zu einem jährlichen Zinsverlust von einem Prozent und höher. Nachteil von Festgeldanlagen im Ausland sind teilweise fehlende staatliche Einlagesicherungen (20).

Was sind die Nachteile von Festgeld anlegen?

Nachfolgend wollen wir dir nochmal alle Infos zum Thema Festgeld anlegen bereitstellen. Hierfür haben wir dir die Vor- und Nachteile herausgearbeitet:

Vorteile
  • Sicherheit durch festen Zinssatz
  • Einfachheit durch Vermittlung und Abschluss online
  • Höhere Zinsen durch längere Laufzeit
  • Gebührenfrei
  • Zinseszinsen durch Prolognation möglich
Nachteile
  • Bedarf Geldrücklagen, da nicht auf das Geld zugegriffen werden kann
  • nur im Härtefall und mit Kulanz kündbar
  • vorzeitige Kündigung mit Gebühren verbunden
  • fast ausschließlich ausländische Banken bieten noch hohe Zinsen an, hier ist das Ausfallrisiko jedoch hoch
  • Zinseszinsen nur bei wiederholter Prolognation

Wie du siehst bietet Festgeld mehr oder weniger Vorteile, je nach dem ob du dich für eine Anlage im Inland oder Ausland entscheidest.

Welche Alternativen gibt es zur Festgeldanlage?

Sollte Festgeld dir nicht zusagen, könnten diese Alternativen besser zu dir passen.

  • Tagesgeld: Zinsen variabel, Geld jederzeit nutzbar. Bringt geringere Renditen als Festgeld. (21).
  • Sparfonds: Stetige Einzahlung in Investmentfonds. Besonders Aktienfonds beliebt, da diese durch monatliche Einzahlung langfristig Kapital aufbauen hohe Renditen abwerfen (22).
  • Sparbücher: Geld kann täglich bis 2000 Euro abgehoben werden. Kurzfristig kündbar, dafür jedoch kaum Zinsertrag (23).
  • Immobilien: Investition in Eigenheim als auch zur Vermietung möglich. Hoher Eigenkapitalbedarf, dafür hohe und sichere Renditen (24).
  • Aktien: Hoher Gewinn in kurzer Zeit erzielbar. Hohes Risiko auf Grund von Spekulation. Hoher Knowhow-Bedarf sowie Dividendenstrategie empfehlenswert (25).
  • Edelmetalle: Investition in Gold, Platin oder andere Edelmetalle. Inflationssicher und wertbeständig.
  • Private Darlehen: Hierbei wird Geld von privaten Anbietern an private Personen verliehen. Keine Bonitätsvoraussetzungen, jedoch auch hohes Ausfallrisiko für Einlage und Rendite (26).
  • Bausparen: Zweckgebundene Geldanlage für Immobilieninvestitionsziele. Hohe Rendite oder günstiger Kredit nach Laufzeit.

Geldanlagen in Form von Bausparverträgen oder Aktien bedürfen ausreichend Knowhow und Vorbereitung. Wir empfehlen dir daher dich mit Einsteiger-Ratgebern vertraut zu machen. Möchtest du hingegen lieber kurzfristig sparen und Zugriff auf dein Geld haben, solltest du dich näher mit dem Thema Tagesgeld anlegen beschäftigen.

Wenn du noch mehr zum Thema Geld anlegen wissen möchtest empfehlen wir dir dich in den verlinkten Artikeln tiefgründiger zu informieren. Dies kann insbesondere beim Anlegen von Summen ab 10.000 Euro interessant für dich sein und dir zu einer optimalen Entscheidung verhelfen.

Fazit

Festgeldanlagen sind dank festem Zins, langer Laufzeit und Einlagesicherheit innerhalb der EU eine der beliebtesten Geldanlageformen. Im Vergleich zu klassischen Sparmaßnahmen wie dem Tagesgeldkonto ist die Rendite deutlich höher, jedoch kann erst nach Ende der Laufzeit auf das Geld zugegriffen werden.

Außer bei Kündigung in Härtefällen lohn sich Festgeld anlegen nur dann, wenn man zusätzliche Geldreserven besitzt und bewusst länger auf eine Investition sparen möchte.

Vor allem ausländische Anbieter garantieren hohe Zinssätze. Vermittlungsportale machen die Anlage im Ausland einfach und schnell. Festgeld kann durch wiederholte Vertragsverlängerung zusätzlich Rendite in Form von Zinseszinsen abwerfen. Wenn du Wert auf Sicherheit legst und eine niedrige Inflationsrate vorhanden ist, kann Festgeld anlegen die richtige Wahl für dich sein.

Bildquelle: warat42/ 123rf

Einzelnachweise (26)

1. VuMA Touchpoints: Umfrage zu den geplanten und vorhandenen Gelanlagemöglichkeiten von Haushalten der BRD; S. 62; März 2021
Quelle

2. Inken Forke, Siw: Festgeld einfach erklärt; März 2021
Quelle

3. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht: Festgeld auf einen Blick; März 2021
Quelle

4. Focus Money Online: Festgeld-Vergleich 03/2021: Wie lange sollte ich mein Geld anlegen; März 2021
Quelle

5. Bundesministerium der Finanzen: Fra­gen und Ant­wor­ten zur har­mo­ni­sier­ten eu­ro­päi­schen Ein­la­gen­si­che­rung; 2019
Quelle

6. Focus Money Online: Festgeld-Vergleich 03/2021; März 2021
Quelle

7. Zinsen-berechnen.de: Zinsstaffel; März 2021
Quelle

8. Winkler, Uwe: Festgeld – Zinsgutschriften, Zinszahlungen, Rendite und Steuern; November 2019
Quelle

9. ING Luxemburg: Erklärung zum Wirtschaftlichen Eigentümer & Eigenbescheinigung zum FATCA-CRS; März 2021
Quelle

10. Tagesvergleich.net: Anlagestrategien für Tages- und Festgeld; März 2021
Quelle

11. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht: Festgeld auf einen Blick; Februar 2020
Quelle

12. Tagesgeldvergleich.net: Zins und Zinseszins; März 2021
Quelle

13. Tagesgeldvergleich.net: Zins und Zinseszins; März 2021
Quelle

14. Tagesgeldvergleich.net: Prolongation; März 2021
Quelle

15. Tagesgeld.info: Festgeld für Kinder und Jugendliche; März 2021
Quelle

16. Tagesgeldvergleich.net: Festgeld kündigen; März 2021
Quelle

17. Schwarzinger, Kevin: Festgeld: Vorzeitig kündigen oder besser warten?; November 2021
Quelle

18. Statista: Entwicklung der nominalen Durchschnittszinsen von Festgeldangeboten nach Laufzeit in Deutschland von Januar 2014 bis April 2020; Juli 2020
Quelle

19. Der Tagesspiegel: Festgeld bringt kaum Zinsen – die besten Angebote kommen aus dem Ausland; Juli 2014
Quelle

20. Vergleich.de: Festgeldanlage im EU-Ausland: Wie sicher ist mein Geld?; März 2021
Quelle

21. Tagesgeldzinsvergleich.org: Was ist eigentlich Tagesgeldkonto; März 2021
Quelle

22. Rechnungswesen.de: Fondssparplan; März 2021
Quelle

23. Weltsparen.de: Was ist ein Sparbuch?; März 2021
Quelle

24. Financescout24.de: Tipps: Eine Immobilie als Geldanlage; März 2021
Quelle

25. Sparkasse.de: 10 Aktien-Tipps für Anfänger; März 2021
Quelle

26. Reuter, Patrick: Was ist ein Privatkredit; März 2021
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Studie
VuMA Touchpoints: Umfrage zu den geplanten und vorhandenen Gelanlagemöglichkeiten von Haushalten der BRD; S. 62; März 2021
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Ratgeber
Inken Forke, Siw: Festgeld einfach erklärt; März 2021
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Focus Money Online: Festgeld-Vergleich 03/2021: Wie lange sollte ich mein Geld anlegen; März 2021
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Informationsblatt
Bundesministerium der Finanzen: Fra­gen und Ant­wor­ten zur har­mo­ni­sier­ten eu­ro­päi­schen Ein­la­gen­si­che­rung; 2019
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Studie
Focus Money Online: Festgeld-Vergleich 03/2021; März 2021
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Ratgeber
Zinsen-berechnen.de: Zinsstaffel; März 2021
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Winkler, Uwe: Festgeld – Zinsgutschriften, Zinszahlungen, Rendite und Steuern; November 2019
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Beispiel-Formular PeP & Facta
ING Luxemburg: Erklärung zum Wirtschaftlichen Eigentümer & Eigenbescheinigung zum FATCA-CRS; März 2021
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Ratgeber
Tagesvergleich.net: Anlagestrategien für Tages- und Festgeld; März 2021
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Ratgeber
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht: Festgeld auf einen Blick; Februar 2020
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https://www.tagesgeldvergleich.net/ratgeber/zins-und-zinseszins.html#zinseszins-berechnen
Tagesgeldvergleich.net: Zins und Zinseszins; März 2021
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Zinsrechner
Tagesgeldvergleich.net: Zins und Zinseszins; März 2021
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Ratgeber
Tagesgeldvergleich.net: Prolongation; März 2021
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Ratgeber
Tagesgeld.info: Festgeld für Kinder und Jugendliche; März 2021
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Ratgeber
Tagesgeldvergleich.net: Festgeld kündigen; März 2021
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Ratgeber
Schwarzinger, Kevin: Festgeld: Vorzeitig kündigen oder besser warten?; November 2021
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Statistik
Statista: Entwicklung der nominalen Durchschnittszinsen von Festgeldangeboten nach Laufzeit in Deutschland von Januar 2014 bis April 2020; Juli 2020
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Artikel
Der Tagesspiegel: Festgeld bringt kaum Zinsen – die besten Angebote kommen aus dem Ausland; Juli 2014
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Ratgeber
Vergleich.de: Festgeldanlage im EU-Ausland: Wie sicher ist mein Geld?; März 2021
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Ratgeber
Tagesgeldzinsvergleich.org: Was ist eigentlich Tagesgeldkonto; März 2021
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Lexikon
Rechnungswesen.de: Fondssparplan; März 2021
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Ratgeber
Weltsparen.de: Was ist ein Sparbuch?; März 2021
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Ratgeber
Financescout24.de: Tipps: Eine Immobilie als Geldanlage; März 2021
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Ratgeber
Sparkasse.de: 10 Aktien-Tipps für Anfänger; März 2021
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Ratgeber
Reuter, Patrick: Was ist ein Privatkredit; März 2021
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Testberichte