Firmenwagen versteuern
Zuletzt aktualisiert: 31. März 2021

Wenn du von deinem Arbeitgeber einen Firmenwagen zur Verfügung gestellt bekommen hast, ist das meist ein Grund zur Freude. Trotzdem sind der Wagen und die damit einhergehenden Vorteile nicht geschenkt: Meistens musst du deinen Firmenwagen versteuern. Dies ist der Fall, wenn du den Firmenwagen privat nutzt.

Eine private Nutzung des Firmenwagens geltet als geldwerter Vorteil. Du musst also eine gewisse Summe zusätzlich versteuern. In unserem umfangreichen Ratgeber zum Thema Firmenwagen versteuern geben wir dir zwei Versteuerung Methoden an. Und wir beantworten dir wichtige und oft gestellte Fragen zu diesem Thema, damit du ein besseres Verständnis dafür bekommst und die bestmöglichen Steuervorteile herausziehst.




Das Wichtigste in Kürze

  • Du hast zwei Versteuerung-Methoden zur Auswahl. Du kannst zwischen der Ein-Prozent-Regelung und der Fahrtenbuchmethode wählen. Entscheide dich, was für dich günstiger ist.
  • Die Ein-Prozent-Regelung lohnt sich, wenn du viele private Fahrten mit dem Firmenwagen unternimmst. Fährst du wenig privat oder ist dein Firmenwagen ein teurer Wagen, kann sich das Fahrtenbuch mehr für dich lohnen.
  • Elektro- und Hybridautos besitzen steuerliche Vorteile. Bei diesen Automodellen musst du nur die Hälfte des Listenpreises versteuern. In Ausnahmefällen sogar weniger.

Hintergründe: Was du über die Versteuerung deines Firmenwagens wissen solltest

Bevor du dich für eine Methode deinen Firmenwagen zu versteuern entscheidest, solltest du einige wichtige Fakten und Punkte wissen. In den folgenden Abschnitten werden wir dir wichtige Fragen beantworten. So kannst du eine Entscheidung treffen und bringst mehr über das Thema in Erfahrung.

Was ist ein Firmenwagen?

Ein Firmenwagen, oder auch Dienstwagen genannt, ist ein vom Arbeitgeber bereitgestelltes Fahrzeug für den Arbeitnehmer. Dieser kann das Fahrzeug für dienstliche oder für private Fahrten nutzen (1). Fahrten zum Arbeitsort hin und zurück und Fahrten für den Betrieb gelten als dienstliche Fahrten.

Der Arbeitgeber kann damit einverstanden sein, dass der Arbeitnehmer das Fahrzeug auch privat nutzt. Mit dem Firmenwagen kann dann der Arbeitsweg bestritten werden, aber auch private Fahrten können gemacht werden. In dem Fall handelt es sich dann um einen geldwerten Vorteil. Der Firmenwagen muss dann zur Lohn- und Gehaltssumme dazugezählt werden und wird versteuert (1, 2, 3).

Ein Firmenwagen wird dir von deinem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt. (Bildquelle: Free Photos / Pixabay)

Eine Alternative zum Firmenwagen kann auch das Dienstfahrrad sein. Dabei stellt dir dein Arbeitgeber ein Fahrrad zur Verfügung, dass du nutzen darfst. In einigen Großstädten ist das schon gang und gäbe. Es ist umweltbewusster als ein Firmenwagen.

Wie wird die private Nutzung beim Firmenwagen versteuert?

Immer mehr Firmen bieten ihren Arbeitnehmern einen Firmenwagen an. 2020 gab es etwa 5,2 Millionen Fahrzeuge mit einem gewerblichen Fahrzeughalter (4).  Davon durften etwa 2,5 Millionen Firmenwagen auch privat genutzt werden (5).

Wenn du einen Firmenwagen privat nutzt, ist das ein geldwerter Vorteil. Diesen Vorteil musst du versteuern. Denn die Nutzung eines Firmenwagens zählt als geldwerter Vorteil. Für diese Versteuerung hast du 2 Möglichkeiten (3):

  • Ein-Prozent-Regelung
  • Fahrtenbuch

Dabei ist es wichtig, die gewählte Methode ein ganzes Kalenderjahr beizubehalten. Du kannst während eines Jahres nicht von der einen Methode zur anderen wechseln. Für deine Einkommensteuererklärung bist du aber nicht an eine Methode gebunden. Du kannst die Versteuerungs Methoden zum Jahresbeginn hin wechseln.

Wie funktioniert die Ein-Prozent-Regelung bei der Firmenwagen Versteuerung?

Diese Regelung darf angewendet werden, wenn der Firmenwagen mindestens 50 % für betriebliche Zwecke genutzt wird. Bei der Ein-Prozent-Regelung wird der geldwerte Vorteil pro Monat mit einem Prozent vom Listenpreis des Fahrzeugs berechnet (6). Unter dem Listenpreis wird die unverbindliche Preisempfehlung des Händlers für eine Ware oder eine Dienstleistung verstanden (7).

Wichtig ist hierbei der Zeitpunkt der Erstzulassung.

Wenn der Wagen zum Zeitpunkt der Erstzulassung 40.000 Euro gekostet hat, dann ist das der Listenpreis. Die Listenpreise gelten für alle Arten von Fahrzeugen. Wenn es sich um ein importiertes Fahrzeug handelt und dieses keinen inländischen Listenpreis hat, wird dieser geschätzt. 2020 betrug der durchschnittliche Listenpreis von Firmenwagen 46.922 Euro(4).

Zum Listenpreis gehören die Kosten für eine Sonderausstattung und die Umsatzsteuer. Dahingegen gehören die Zulassung des Wagens, weitere Reifen und Felgen und ein Autotelefon nicht dazu (8).

Beispiel: Dein Firmenwagen hat 40.000 Euro gekostet. Dies ist gleichzeitig auch der Listenpreis. Von diesem Listenpreis werden im Monat ein Prozent berechnet. Das sind 400 Euro. Dies ist der geldwerte Vorteil, auf den du jeden Monat Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer und Sozialversicherungsbeiträge zahlen musst.

Die Regelung wird jeden Monat erhoben. Und sie wird immer für ganze Monate berechnet werden. Das heißt, wenn du einen Firmenwagen am Ende des Monats bekommst, musst du den vollen Monat bezahlen.

Wie funktioniert eine Versteuerung mit dem Fahrtenbuch für Firmenwagen?

Bei der Fahrtenbuch-Methode, oder auch "Nachweismethode", berechnest du die tatsächlichen Kosten des Firmenwagens. Dabei führst du ein sogenanntes Fahrtenbuch, in dem du alle Kilometer aufschreibst, die du mit dem Firmenwagen zurückgelegt hast. Und du notierst auch alle Kosten die anfallen. Du unterscheidest zwischen betrieblichen und privaten Fahrten und schreibst diese getrennt auf (5).

Bei privaten Fahrten musst du nur die zurückgelegten Kilometer angeben. Bei betrieblichen Fahrten musst du das Datum, den Kilometerstand, das Reiseziel und den Reisezweck angeben (9). Am Ende wird nur der private Teil versteuert (6).

Beispiel: Du fährst mit deinem Firmenwagen 35.000 Kilometer im Jahr und davon sind 3.000 Kilometer privat. Im gesamten Jahr gibst du für deinen Firmenwagen 7.000 Euro aus. Das sind 20 Cent pro Kilometer. Die private Nutzung kostet dich also 600 Euro im Jahr. Das Geld wird zu deinem Jahreseinkommen hinzugerechnet und versteuert.

Firmenwagen versteuern

Bei der Fahrtenbuch-Methode ist es wichtig, genaue Angaben zu machen. Du musst den genauen Kilometerstand vor und nach der Fahrt angeben, dein Reiseziel und den Reisezweck. Das Finanzamt darf bei der Kontrolle keine Lücken im Fahrtenbuch finden (Bildquelle: pixabay/ Daniel Reche)

Du hast auch die Möglichkeit, elektronische Fahrtenbücher zu nutzen. Excel-Tabellen sind nicht möglich, weil nachträgliche Veränderungen der Angaben gemacht werden können.

Auch bei den elektronischen Fahrtenbüchern und Apps, die so einen Dienst anbieten ist wichtig: Nachträgliche Veränderungen der aufgezeichneten Angaben müssen technisch ausgeschlossen sein.

Wann lohnt sich welche Versteuerung für den Firmenwagen?

Du hast zwei Möglichkeiten deinen privat genutzten Firmenwagen zu versteuern. Die Ein-Prozent-Regelung empfehlen wir Arbeitnehmern, die den Firmenwagen öfter privat als betrieblich nutzen. Dabei musst du beachten, dass du den Firmenwagen mindestens 50 % betrieblich nutzt.

Die Fahrtenbuch-Methode kann rentabel für dich sein, wenn es sich um einen teuren Firmenwagen handelt. Oder, wenn du ihn nur für wenige private Fahrten nutzt. Aber es ist auch die kompliziertere Methode. Denn du musst jede Fahrt gut und nachvollziehbar aufschreiben, damit das Finanzamt am Ende bei einer Überprüfung keine Fehler entdeckt.

Was ist eine Pauschalversteuerung beim Firmenwagen?

Eine Pauschalversteuerung meint, dass etwas mit einem festen Satz versteuert wird. Somit zählt die Ein-Prozent-Regelung unter die Pauschalversteuerung. In diesem Fall wird ein fester Wert von ein Prozent des Listenpreises erhoben und versteuert.

Wie wirken sich Zuzahlungen auf die Versteuerung von Firmenwagen?

Wenn du zu deinem Firmenwagen etwas dazuzahlst, sinkt der geldwerte Vorteil und du musst weniger Geld versteuern. Das kann bei der außerdienstlichen Nutzung passieren oder wenn du vertraglich dazu verpflichtet bist, Zuzahlungen zu deinem Firmenwagen zu tätigen (10, 11). Einige Kosten, die du als Arbeitnehmer übernimmst, gelten als Nutzungsentgelt. Diese Kosten können den geldwerten Vorteil reduzieren:

  • Treibstoff
  • Wagenreparaturen
  • Wagenwäsche
  • Kfz-Steuer
  • Versicherungen für den Firmenwagen
  • Mieten für Garagen oder Stellplätze
  • Ladestrom (12).

Wichtig dabei ist, dass der geldwerte Vorteil auf maximal 0 Euro sinken kann. Wenn du also mehr für das Auto zahlst, als der geldwerte Vorteil im Monat ist, kannst du diese Kosten nicht mehr absetzen und du bleibst auf diesen sitzen.

Bei der Fahrtenbuchmethode fließen die vom Arbeitnehmer gezahlten Zuzahlungen nicht in die Gesamtkosten mit ein. Sie gelten aber als Nutzungsentgelt und können den geldwerten Vorteil am Ende eines Jahres reduzieren. Wenn deine Zuzahlungen, also Benzin etc., höher sind als dein Nutzungswert, sinkt dein geldwerter Vorteil auf 0.

Ist ein Firmenwagen steuerlich absetzbar?

Arbeitnehmer können ihren Firmenwagen nicht von der Steuer absetzen. Selbstständige, die einen Firmenwagen besitzen, dennoch schon. Einige Kosten, die bei einem Firmenwagen anfallen, können von Selbstständigen Erwerbspersonen abgesetzt werden. Darunter zählen (13):

  • Jährliche Abschreibung des Firmenwagens
  • Benzinkosten
  • Reparaturkosten
  • Ölwechsel
  • Kosten für Autowäsche
  • Kosten für Reifen

Auch weitere Gebühren wie Park- oder Garage-Gebühren können abgesetzt werden. Und Versicherungsgebühren für den Firmenwagen können einen steuerlichen Vorteil bieten. Außerdem sollten Selbstständige im Kopf behalten, dass auch die Kfz-Steuer von der Steuer absetzbar ist.

Wo und wie gebe ich den Firmenwagen in der Steuererklärung an?

Wenn du Arbeitnehmer bist, musst du nicht viel dafür tun. In deiner Lohnsteuerbescheinigung unter der Nummer 20 gibt dein Arbeitgeber den geldwerten Vorteil an. Wenn du eine freiwillige Steuererklärung abgibst, kannst du deinen Firmenwagen als Sachbezug in die Anlage N eintragen (14).

Welche Besteuerungs-Vorteile gibt es bei verschiedenen Firmenwagen?

Seit einiger Zeit möchte der Staat die Elektromobilität fördern. Um das zu erreichen, bietet er einige Steuererleichterungen für Elektrofahrzeughalter an. Bei der privaten Nutzung von Elektro- oder Plug-in-Hybridfahrzeugen gibt es einige Steuererleichterungen.

Bei Elektro-Firmenwagen werden nur 0,5 % des Listenpreises monatlich versteuert

Der Förderzeitraum von dieser Art Firmenwagen beläuft sich vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2030. Wenn du einen Elektro- oder Hybridwagen von deinem Unternehmen bekommst und ihn privat nutzen darfst, musst du nur den halben Listenpreis versteuern. Also nur 0,5 %, statt eigentliche 1 %.

Ab 2020 gibt es eine besondere Regelung für Firmenwagen, die kein Kohlendioxid ausstoßen: Wenn bei diesen Autos der Listenpreis nicht höher als 60.000 Euro ist, muss nur ein Viertel Prozent des Listenpreises versteuert werden. Wenn der Firmenwagen teurer war, gilt die 0,5-Prozent-Regelung.

Auch wenn du ein Fahrtenbuch nutzt, kannst du profitieren. Sowohl Abschreibung als auch Leasingrate werden halbiert. Bei Elektro- und Hybridautos bis 60.000 Euro werden diese Kosten sogar geviertelt.

Ein Hybridauto muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit nur der halbe Listenpreis versteuert werden darf. Hierbei muss der Kohlendioxidausstoß höchstens 50 Gramm je Kilometer betragen und der Wagen muss alleine durch Elektroantrieb 40,60 oder 80 Kilometer zurücklegen können. Wie viele Kilometer erreicht werden müssen, hängt davon ab, wann du den Firmenwagen bekommen hast (6):

Zeitraum Schadstoffausstoßgrenze Mindestreichweite
1.1.2019-31.12.2021 50g CO2 40 km
1.1.2022-31.12.2024 50g CO2 60 km
1.1.2025-31.12.2030 50g CO2 80 km

Neben dem verminderten geldwerten Vorteil bietet der Staat Elektro- und Hybridfahrzeughaltern weitere Steuervorteile und Zusatzleistungen an. Wenn du einen Elektro- oder Hybridfirmenwagen hast, kannst du von diesen Vorteilen profitieren:

  • Das Batteriesystem: Das Batteriesystem deines Elektrofirmenwagens kannst du vom Listenpreis abziehen. Dabei solltest du beachten, dass der Abzugsbeitrag sich jährlich verkleinert. Diese Regel gilt bis Ende 2022.
  • Aufladen im Betrieb: Wenn du deinen Firmenwagen im Betrieb auflädst, ist das Lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei (8).
  • Privates Aufladen: Falls du selber für das Aufladen deines Firmenwagens aufkommen musst, gibt es auch hier Vorteile. Dein Arbeitgeber kann diese Kosten steuer- und sozialversicherungsfrei erstatten (15).
  • Ladevorrichtung: Dein Arbeitgeber kann dir zeitweise eine betriebliche Ladestation Lohnsteuerfrei überlassen.
  • Kfz-Steuer: Wenn du deinen Firmenwagen von 2016 bis 2025 anmeldest, musst du zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer zahlen.

Wie du siehst, lohnt sich ein Elektro- oder Hybridfirmenwagen sehr. Nicht nur du als Arbeitnehmer kannst von dieser Art Firmenwagen profitieren, wenn du ihn privat nutzen kannst und willst. Auch Arbeitgeber können der Umwelt etwas Gutes tun und weitere Betrieben ein Vorbild sein.

Wie wird die Nutzung des Firmenwagens in verschiedenen Fällen versteuert?

Du kannst den Firmenwagen in verschiedene Fällen weiterhin privat benutzen. Sowohl bei der Kurzarbeit, als auch beim Homeoffice musst du beachten, dass du keine steuerlichen Vorteile aus der Arbeitsform ziehst.

In beiden Fällen ist klar: Wenn du den Firmenwagen trotz Homeoffice oder Kurzarbeit weiter privat nutzen darfst, musst du ihn unverändert versteuern (16). Für Arbeitnehmer mit Zweitwohnsitz gilt:

Benutzt ein Arbeitnehmer den Firmenwagen sowohl zu Heimfahrten als auch zu Fahrten zwischen Zweitwohnung und erster Tätigkeitsstätte, ist bei Anwendung der 1 %-Methode neben der monatlichen Entfernungspauschale von 0,03 % für die Fahrten zwischen Zweitwohnung und erster Tätigkeitsstätte zusätzlich der auf der Grundlage von 0,002 % berechnete geldwerte Vorteil für jede einzeln durchgeführte Familienheimfahrt anzusetzen.

Falls du deinen Firmenwagen für den Arbeitsweg nutzt, erhöht sich der geldwerte Vorteil für jeden Kilometer um 0,03 Prozent des Listenpreises. Hierbei hast du auch die Möglichkeit der Einzelbewertung: Wenn du weniger als 15 Tage im Monat zum Arbeitsplatz pendelst erhöht sich der geldwerte Vorteil nur um 0,002 Prozent des Listenpreises pro Kilometer.

Beachte: Falls du den Firmenwagen ausschließlich für den Arbeitsweg nutzt, musst du keine Steuern zahlen. Diese Fahrten sind dann der Erwerbssphäre zuzuordnen (17).

Ein wichtiger Tipp: Falls du deinen Firmenwagen wirklich nur beruflich nutzt, kannst du die Ein-Prozent-Regelung vermeiden. Bitte deinen Arbeitgeber darum, dir die private Nutzung schriftlich zu verbieten. So bist du vor dem Finanzamt geschützt.

Was sind die Unterschiede zwischen dem Versteuern des Firmenwagens von Arbeitnehmern und Selbstständigen?

In diesem Fall gibt es keine Unterschiede zwischen Arbeitnehmern und Selbstständigen. Sowohl Selbstständige, als auch Arbeitnehmer müssen ihren Firmenwagen versteuern, wenn sie ihn privat nutzen. In beiden Fällen ist der Geldwerte Vorteil zu bestimmen und dieser muss nach einer der beiden Methoden versteuert werden.

Firmenwagen versteuern

Die Versteuerung von einem Firmenwagen bei privater Nutzung ist bei Arbeitnehmern und Selbstständigen gleich. Selbstständige müssen nur darauf achten, zu welchem Vermögen sie den Firmenwagen zählen. (Bildquelle: Pixabay/ Steve Buissinne)

Für Selbstständige ist es nur wichtig, ob das Fahrzeug zum Betriebsvermögen oder zum Privatvermögen zählt. Selbstständige sollten beachten: Wenn der Wagen mehr als 50 % betrieblich genutzt wird, zählt er zum Firmenvermögen.

Was passiert bei Unfällen mit dem Firmenwagen?

Ein Unfall während einer Privatfahrt mit dem Firmenwagen kann teuer für dich werden. Dein Arbeitgeber kann die Kosten dafür übernehmen und auf Schadensersatzansprüche verzichten. In dem Fall werden die vom Arbeitnehmer übernommenen Kosten als geldwerter Vorteil gesehen.

Auf die Unfallkosten werden dann einmalig Lohnsteuer erhoben. Falls der Unfall auf dem Weg zur Arbeit oder auf einer Dienstfahrt passiert, gelten andere Regeln:

  • vorsätzlich/grob fahrlässiger Schäden: Du haftest in vollem Umfang
  • mittlere Fahrlässigkeit: Kosten werden zwischen dir und deinem Arbeitgeber aufgeteilt
  • leichte Fahrlässigkeit/unverschuldeter Unfall: Du haftest nicht
  • höhere Gewalt/Schaden durch einen Dritten: Du haftest nicht

Falls dein Arbeitgeber Schadensersatz verlangt, kannst du die Leistungen als Werbungskosten absetzen. Das kannst du tun, wenn der Unfall auf einer Dienstfahrt, einer Familienheimfahrt oder dem Weg zur Arbeit passiert ist (18).

Was passiert, wenn der Firmenwagen nicht versteuert wird?

Falls du den Firmenwagen privat nutzt, ihn aber nicht versteuerst, kann das zu Problemen führen. In dem Fall kannst du der Steuerhinterziehung angeklagt werden. Das Finanzamt hat jederzeit die Möglichkeit, die private Nutzung deines Firmenwagens zu prüfen. Und es kann steuerliche Nachforderungen erheben (19).

Fazit

Dein privat genutzter Firmenwagens wird als geldwerter Vorteil angesehen, den du versteuern musst. Du kannst zwischen zwei verschiedenen Methoden wählen. Dabei kannst du die günstigere Methode für dich auswählen. Die Ein-Prozent-Regelung lohnt sich bei vielen privaten Fahrten, die Fahrtenbuchmethode bei wenigen privaten Fahrten.

Wir empfehlen dir einen Elektrowagen in Betracht zu ziehen, da dieser viele steuerliche Vorteile für dich bereithält. Je nach deinen Bedürfnissen ,solltest du mit deinem Arbeitgeber reden. Falls du den Firmenwagen nur für den Arbeitsweg nutzt, kann er dir helfen. Dein Arbeitgeber kann dann dafür sorgen, dass du den Wagen nicht versteuern musst.

Falls du also einen Firmenwagen zur Verfügung gestellt bekommst, informiere dich über deine Möglichkeiten. Welche Kosten du absetzen kannst und welche dir einen Vorteil bringen hast du hier erfahren. Setze diese Informationen zu deinem Vorteil ein.

Bildquelle: Bowie15/ 123rf

Einzelnachweise (19)

1. Glock, Jutta; Abeln, Christoph (2006): Vergabe von Dienstwagen. In: Arbeitsrecht — Ein Leitfaden für leitende Angestellte in eigener Sache. S. 83-96. Gabler. Wiesbaden
Quelle

2. Wirtschaftslexikon24: Geldwerter Vorteil
Quelle

3. Thöne, Michael. (2012). Stellungnahme: Reform der Besteuerung von privat genutzten Dienstwagen. Köln
Quelle

4. Statista: Firmenwagen in Deutschland, Martin Kords, 15.12.2020
Quelle

5. Diekmann, Laura; Gerhards, Eva; Klinski, Stefan; Meyer, Bettina; Schmidt, Sebastian; Thöne, Michael (2011): Steuerliche Behandlung von Firmenwagen in Deutschland. FiFo Köln. Forschungskooperation des FiFo Köln mit Prof. Dr. jur. Stefan Klinski (Berlin) und dem Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. (Berlin). Köln
Quelle

6. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Einkommensteuergesetz (EStG) § 6 Bewertung
Quelle

7. Wirtschaftslexikon24: Listenpreis
Quelle

8. Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Einkommensteuergesetz (EStG) § 3
Quelle

9. karriere bibel: Firmenwagen privat nutzen: Richtig Steuern sparen + Rechner, Jochen Mai, 27.10.2020
Quelle

10. BFH Bundesfinanzhof: Steuerliche Berücksichtigung von selbst getragenen Kraftstoffkosten bei Anwendung der 1 %-Regelung
Quelle

11. BFH Bundesfinanzhof: Steuerliche Berücksichtigung eines vom Arbeitnehmer selbst getragenen Nutzungsentgelts bei Anwendung der Fahrtenbuchmethode
Quelle

12. Bundesministerium der Finanzen: F Lohnsteuerliche Behandlung vom Arbeitnehmer selbst getragener Aufwendungen bei der Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs (§ 8 Absatz 2 Satz 2 ff. EStG); Anwendung von R 8.1 Absatz 9 Nummer 1 Satz 5 LStR 2015 und R 8.1 Absatz 9 Nummer 4 LStR 2015, 21.09.2017
Quelle

13. Deurag: Selbstständig & Firmenwagen – Leasing oder Kaufen?, 08.06.2020
Quelle

14. myStipendium: Geldwerter Vorteil: Was ist das und wie versteuer ich das?
Quelle

15. Bundesministerium der Finanzen: Gesetz zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität im Straßenverkehr und Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften, 29.09.2020
Quelle

16. Alexia Huber & Partner: Dienstwagen und Kurzarbeitergeld (KUG), 02.02.2021
Quelle

17. BFH Bundesfinanzhof: Keine Anwendung der 1 %-Regelung bei Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte - Nutzung eines betrieblichen Fahrzeugs - Anscheinsbeweis
Quelle

18. taxfix: Privat genutzter Dienstwagen – Was ist mit den Steuern?, 27.01.2021
Quelle

19. ChannelPartner: Steuerfalle Dienstwagen, Renate Oettinger, 09.02.2015
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Fachbuch
Glock, Jutta; Abeln, Christoph (2006): Vergabe von Dienstwagen. In: Arbeitsrecht — Ein Leitfaden für leitende Angestellte in eigener Sache. S. 83-96. Gabler. Wiesbaden
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Geldwerter Vorteil
Wirtschaftslexikon24: Geldwerter Vorteil
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Fachartikel
Thöne, Michael. (2012). Stellungnahme: Reform der Besteuerung von privat genutzten Dienstwagen. Köln
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Firmenwagen in Deutschland
Statista: Firmenwagen in Deutschland, Martin Kords, 15.12.2020
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Fachartikel
Diekmann, Laura; Gerhards, Eva; Klinski, Stefan; Meyer, Bettina; Schmidt, Sebastian; Thöne, Michael (2011): Steuerliche Behandlung von Firmenwagen in Deutschland. FiFo Köln. Forschungskooperation des FiFo Köln mit Prof. Dr. jur. Stefan Klinski (Berlin) und dem Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft e.V. (Berlin). Köln
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Einkommensteuergesetz (EStG) § 6 Bewertung
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Einkommensteuergesetz (EStG) § 6 Bewertung
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Listenpreis
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Einkommensteuergesetz (EStG) § 3
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Firmenwagen privat nutzen: Richtig Steuern sparen + Rechner
karriere bibel: Firmenwagen privat nutzen: Richtig Steuern sparen + Rechner, Jochen Mai, 27.10.2020
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Steuerliche Berücksichtigung von selbst getragenen Kraftstoffkosten bei Anwendung der 1 %-Regelung
BFH Bundesfinanzhof: Steuerliche Berücksichtigung von selbst getragenen Kraftstoffkosten bei Anwendung der 1 %-Regelung
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Steuerliche Berücksichtigung eines vom Arbeitnehmer selbst getragenen Nutzungsentgelts bei Anwendung der Fahrtenbuchmethode
BFH Bundesfinanzhof: Steuerliche Berücksichtigung eines vom Arbeitnehmer selbst getragenen Nutzungsentgelts bei Anwendung der Fahrtenbuchmethode
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Fachschreiben
Bundesministerium der Finanzen: F Lohnsteuerliche Behandlung vom Arbeitnehmer selbst getragener Aufwendungen bei der Überlassung eines betrieblichen Kraftfahrzeugs (§ 8 Absatz 2 Satz 2 ff. EStG); Anwendung von R 8.1 Absatz 9 Nummer 1 Satz 5 LStR 2015 und R 8.1 Absatz 9 Nummer 4 LStR 2015, 21.09.2017
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Bundesministerium der Finanzen: Gesetz zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität im Straßenverkehr und Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften, 29.09.2020
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Alexia Huber & Partner: Dienstwagen und Kurzarbeitergeld (KUG), 02.02.2021
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ChannelPartner: Steuerfalle Dienstwagen, Renate Oettinger, 09.02.2015
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Testberichte