Seit ein paar Jahren kommt immer wieder eine Menschengruppe zu Wort, dessen Name recht futuristisch klingt: die Frugalisten. Ihre Themen bestehen hauptsächlich aus Hinweisen, wie im normalen Alltag Geld gespart werden kann.

Die Tipps und Tricks der Frugalisten interessieren natürlich die breite Öffentlichkeit – wenn auch aus unterschiedlichen Beweggründen. Bei den frugal lebenden Menschen gibt es nur ein Ziel: Sie leben in jungen Jahren sehr spartanisch, um zu einem früheren Zeitpunkt in Rente zu gehen.

Viele Frugalisten leben ihr Leben öffentlich in Blogs oder den sozialen Medien. Somit kann sich jeder Leser kostenlose Spartipps für sein eigenes Leben herausziehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Wortstamm “frugal” kommt aus dem französischen und bedeutet auf Deutsch übersetzt “schlicht, spärlich bzw. karg”. Frugalisten leben also angelehnt an das Existenzminimum.
  • Die Anhänger dieser Bewegung leisten sich selbst überhaupt keinen Luxus und leben diesen Spartanismus mit Freude aus. Sie sind nicht gezwungen so zu leben, denn die meisten Frugalisten sind tatsächlich sehr gut verdienende Arbeitnehmer.
  • Sie gestalten ihr Leben freiwillig, um das eingesparte Geld für eine vorgezogene Rente zurückzulegen bzw. in Aktien zu investieren. Ihr erklärtes Ziel ist die „Rente mit 40“.

Definition: Was sind Frugalisten?

Frugalisten sind in der Regel sehr gut ausgebildete Menschen mit einem höheren Bildungsabschluss und nicht arbeitslos.

Oftmals verdienen Sie in der derzeitigen Arbeitsstelle richtig gutes Geld und könnten sich viele Dinge leisten. Trotzdem leben sie spartanisch und drehen im Alltag jeden Euro um.

Frugalisten sind oftmals gut verdienende, die sich für einen solchen Lebensstil entscheiden. (Bildquelle: 123rf.com / 100632071)

Frutalisten leben dieses Leben aber nicht, weil sie gegen Konsumgüter aller Art sind oder etwas für den Umweltschutz tun möchten, sondern sie haben nur ein erklärtes Ziel: Sie möchten so früh wie möglich eine finanzielle Unabhängigkeit erreichen und gegebenenfalls in jungen Jahren schon in Rente gehen.

Deshalb sparen sie bereits in den ersten Berufsjahren so viel Geld wie möglich, um es gezielt für später anzulegen. Das überschüssige Geld wird in den meisten Fällen in Aktienfonds oder ähnlichem investiert. Nicht selten werden 50 % – 70% des Nettoeinkommens für diese Lebensweise verwendet.

Hintergründe: Was du über Frugalisten wissen solltest

Die Lebensweise eines Frugalisten ist komplett durchdacht und nichts bleibt dem Zufall überlassen. Auch wenn diese Menschen sehr sparsam ihren Alltag bewältigen – unglücklich sind sie dabei nicht, denn sie haben stets ihr Ziel von der finanziellen Unabhängigkeit vor Augen.

Wie leben Frugalisten?

Die Frugalisten haben sich ihren Lebensstil von den Vorreitern aus Amerika abgeschaut. Dort ist diese Bewegung schon seit vielen Jahren bekannt und erfreut sich großer Beliebtheit.

Vor allem, weil Frugalisten ihr Leben oftmals sehr öffentlich gestalten, kann sich jedermann praktisch “live” anschauen, wie und wo gespart werden kann.

Natürlich hungern Frugalisten nicht und schlafen auch nicht unter der Brücke. Aber sie überlegen sich mehrmals, ob eine bestimmte Anschaffung wirklich notwendig ist.

Frugalismus darf in diesem Zusammenhang auch nicht mit Geiz verwechselt werden. Der Frugalist lebt zwar ein sparsames Leben, legt aber seinen Schwerpunkt trotzdem auf ein glückliches Leben.

Dadurch haben die Frugalisten eine für sich neue Lebensweise erschaffen, die fernab von sämtlichen Konsumgütern stattfindet. Die Befriedigung findet ausschließlich im Kopf statt.

Vor allem die Aussicht auf die frühe finanzielle Unabhängigkeit weit vor dem 67. Lebensjahr, lässt sie das spartanische Leben in jungen Jahren durchhalten.

Der Frugalist mietet nur den Wohnraum an, den er für sich auch benötigt. Die Einrichtung besorgt er sich zunehmend als gebrauchte Ware über diverse Kleinanzeigenportale.

Da er in den jungen Jahren sehr viel arbeitet, benötigt er zuhause kaum ein behagliches Ambiente. Der Blickwinkel liegt daher eher auf die Zweckmäßigkeit als auf Bequemlichkeit.

Teure Urlaube oder Restaurantbesuche werden beim Frugalismus vermieden. Eventuell ist aber ein Campingurlaub machbar, denn ab und zu muss auch einmal ein Ortswechsel drin sein, um neue Kraft zu tanken.

Gekocht wird fast ausschließlich zu Hause. Die Lebensmittel dafür werden günstig beim Discounter erstanden.

Auch die Mobilität leidet nicht unter der frugalen Lebensweise. Sinnbild des eingefleischten Frugalisten ist natürlich das Fahrrad. Gering in der Anschaffung kostet der Gebrauch fast nichts.

Trotzdem kann man schnell die Örtlichkeit wechseln, sofern man körperlich fit ist. Außerdem ersetzt das Fahrradfahren natürlich auch den teuren Besuch eines Fitnessstudios.

Rente mit 40 – wie funktioniert das?

Der Traum eines Frugalisten ist die Rente mit 40, auch wenn es nur eine sinnbildliche Darstellung ist. Die einen erreichen die finanzielle Unabhängigkeit bereits mit Mitte 30, andere benötigen dafür etwas länger als das 40. Lebensjahr.

Die Idee dahinter besagt übrigens nicht, dass der Frugalist ab diesem Zeitpunkt nicht mehr arbeiten möchte. Richtig ist, dass er nicht mehr unbedingt arbeiten muss, um seinen bescheidenen Lebensstandard zu behalten.

Natürlich kann er auch mit 40 weiterarbeiten, aber er ist in der Lage, sich die Tätigkeiten auszusuchen und bei Bedarf auch abzulehnen.

Das ersparte Geld wird meistens in Aktien, Fonds oder ETFs angelegt. Dafür benötigt der Frugalist ein Depot, welches bei einer Bank eröffnet werden muss. Der Handel mit den Aktien oder Wertpapieren kann dann online in Sekundenschnelle erledigt werden.

Gleichzeitig wird bei derselben Bank auch ein Verrechnungskonto benötigt. Dort wird das ersparte Geld eingezahlt und die Dividenden der Aktien werden auf diesem Konto gutgeschrieben.

Das Spekulieren an der Börse setzt allerdings einige Fachkenntnisse voraus. Diese sollte sich der Frugalist separat aneignen. Natürlich sind alle Spekulationsgeschäfte mit einem gewissen Risiko behaftet, aber mit guten Börsen-Kenntnissen kann das Risiko etwas minimiert werden.

Wer das Risiko an der Börse scheut, kann das ersparte Geld auch vermehren, indem er beispielsweise in Immobilien investiert. Mit etwas Eigenkapital können Eigentumswohnungen oder Häuser gut finanziert werden.

Allerdings benötigt man dazu ein zusätzliches Darlehen von der Bank. Da Frugalisten aber in der Regel gute Verdiener sind, sollte die Zusammenarbeit mit einer Bank kein Problem darstellen.

Einige Frugalisten investieren ihr erspartes Geld fast ausschließlich in Rohstoffe. Gold und Silber stellen hierbei die bevorzugten Investitionsgüter dar.

Auch hier gilt: Wer gut informiert ist, ist klar im Vorteil. Schließlich soll sich das investierte Geld ja vermehren.

Das Ziel bei allen Anlagemöglichkeiten ist, dass von dem ersparten Geld innerhalb weniger Jahre einige 100.000 € zusammenkommen. Von diesem Grundstock wird dann der Rest des Lebens gelebt, und zwar ohne finanzielle Sorgen.

Von der Höhe dieses Grund-Kapitals hängt dann die weitere Lebensweise ab, entweder weiterhin “frugalistisch” oder der Frugalist lässt es von dem Zeitpunkt an krachen, weil er die bisherigen zahlreichen Entbehrungen kompensieren möchte.

Welche Alternative gibt es zum Frugalismus?

Da es der Frugalisten-Bewegung um einen schnellen Vermögensaufbau geht, um in jungen Jahren die finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen, kann es auch als Alternative nur darum gehen, das Vermögen schnell anwachsen zu lassen.

Wer die Zusammenarbeit mit Broker und Aktien scheut, muss sich um andere Wege kümmern, um sein Geld zu vermehren.

Wer alles auf eine Karte setzen will und auch einen Totalverlust nicht scheut, kann sich mit Lotto und Co. beschäftigen. Die Gewinnchancen sind natürlich gering, aber es gibt sie. Ähnlich sieht es aus beim Casino.

Bei hoher Risikobereitschaft kann das gesamte Geld alternativ auch im Casino erspielt werden. (Bildquelle. 123rf.com / 28700049)

Mittlerweile gibt es mehrere Online-Casino-Seiten, auf denen du bequem von zu Hause aus Roulette oder Blackjack spielen kannst. Auch Wettspiele aller Art – vor allem Sportwetten – sind beliebt, um den Traum vom großen Geld zu realisieren.

Du kannst allerdings auch einen Mittelweg wählen und regelmäßig einen Teil deines Einkommens auf ein gesondertes Konto überweisen. Dieser Geldanteil muss ja nicht zwingend so hoch ausfallen, sodass du dir im Alltag gar nichts mehr leisten kannst.

Trotzdem kannst du das ersparte Vermögen so gewinnbringend anlegen, dass du später auch gut davon leben kannst.

Die Zeitspanne ist allerdings etwas länger, wenn du weniger Geld einzahlst, aber dafür lebst du während der Ansparzeit nicht an der Armutsgrenze und kannst dir immer einen kleinen Luxus leisten.

Grundsätzlich funktioniert der Weg in die finanzielle Freiheit nur, wenn du auch ein mehr oder weniger hohes Einkommen durch Arbeit erzielst.

Wenn du für den Mindestlohn arbeitest, wird dein Gehalt gerade für den Alltag reichen und du kannst kaum etwas für später ansparen.

Eine Alternative zum Frugalismus könnte also sein, dass du dein derzeitiges Einkommen in die Höhe treibst. Je mehr Einkommen du hast, desto mehr kannst du auch zum Sparen auf die Seite legen.

Zu deinem Haupt-Job könntest du also auch einen lukrativen Nebenjob annehmen, um für das Alter zu sparen.

Frugalisten: Praktische Anwendung und Vorteile

Das Leben eines Frugalisten sieht auf den ersten Blick sehr ärmlich aus. Wenn du allerdings einen Menschen aus dieser Bewegung persönlich fragst, wird er dir vermutlich antworten, dass das Gegenteil der Fall ist.

Es gibt auch sehr viele Vorteile für den einzelnen Menschen, wenn er frugal lebt.

Muss ich als Frugalist auf Impulskäufe verzichten?

Zuerst einmal lebt der Frugalist freiwillig so und steht nicht unter irgendeinem Zwang, sein Leben so zu gestalten. Da sein großes Ziel aber heißt, so wenig Geld auszugeben wie möglich, wird er auf Impulskäufe natürlich verzichten.

Im Leben eines Frugalisten steht die Planung aller Geldausgaben an erster Stelle. Nach Abzügen aller Fixkosten wie Miete, Strom, Wasser, Handy, Internet, Grundnahrungsmitteln usw. hast du nicht mehr viel Geld für weitere Käufe zur Verfügung.

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Fatty Goodlander segelt seit über 50 Jahren über die Weltmeere, und das mit wenig Geld. Wie macht der Mann das? Für mein Buch #100tippsfuerfrugalisten stand er für ein Interview bereit. Fatty, Du lebst auf einem Segelboot mit Deiner Frau Carolyn. Du lebst seit über 50 Jahren auf Booten. Kannst Du uns erzählen, wie alles angefangen hat? Ich bin bereits auf einem großen Segelschiff aufgewachsen, weil schon mein Vater ein Segler und Abenteurer war. Mit 15 Jahren dann habe ich mir für 200 Dollar meine erste Yacht selbst gekauft als wir in Chicago an Land lebten. Als ich 18 Jahre alt war, kam Carolyn "für ein paar Wochen" mit an Bord. Das war 1970. Im folgenden Jahr bauten wir ein 11 Meter Schiff komplett von der ersten Zeichnung an selbst. Auf diesem Schiff lebten und segelten wir 18 Jahre lang. Ein Hurricane erwischte uns in der heimatlichen Karibik am 17. Dezember 1989 und das Schiff ist dann gesunken. Im Sturm von der Yacht wegzuschwimmen mit unserer siebenjährigen Tochter in meinen Armen war ein Schockerlebnis. Wir hatten fast kein Geld und kein Zuhause mehr, denn die Yacht war ja auch unsere Wohnung. Ich konnte dann für 3.000 Dollar ein ebenfalls gesunkenes Schiff kaufen, es wieder aus dem Wasser heben und es mit meinen eigenen Händen wieder instand setzen. Wir segelten das Schiff dann zweimal um die Welt. Im Moment sind wir auf der vierten Weltumsegelung mit einer noch etwas größeren Yacht unterwegs. Ich schreibe diese Zeilen von der Insel Huahine in Französisch Polynesien. … mehr im Buch #100tippsfuerfrugalisten #frugalisten #segeln #kroatien #sailing #bavaria #finanzielleunabhängigkeit #finanziellefreiheit #fattygoodlander #weltumsegelung #circumnavigation

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Bekannte Frugalisten berichten im Internet, dass sie keinerlei Impulskäufe tätigen. Sollte beispielsweise der Wasserkocher kaputt gehen, werden sie erst einmal damit leben und gegebenenfalls das Wasser mit einem Kochtopf erhitzen, um den Defekt auszugleichen.

Nach einer gewissen Zeitspanne werden sie dann überlegen, ob sie überhaupt einen neuen Wasserkocher brauchen oder ob sie mit der Wassererhitzung à la Kochtopf nicht auch weiter leben könnten.

So überlisten sich Frugalisten selbst, um keine Impulskäufe zu tätigen.

Spartipps für Frugalisten

Das erste, was jeder Frugalist lernt, ist das Aufschreiben jeglicher Geldflüsse. Die einfachste Form ist dabei, eine Art Haushaltsbuch in Excel zu führen.

In dieser Tabelle werden alle Ausgaben akribisch festgehalten und später beurteilt, ob der Kauf wirklich nötig gewesen war. Mit solch einem Haushaltsbuch wird den meisten Menschen erst einmal bewusst, wie viele sinnlose Geldausgaben wirklich getätigt werden. Danach wird dann der Rotstift angesetzt.

Dann heißt es sparen, sparen und noch einmal sparen. Gerade Frugalisten schließen sich gerne online in Foren zusammen, um gemeinsam zu beratschlagen, wie noch mehr Geld im normalen Alltag eingespart werden kann.

Die wichtigsten Sparmaßnahmen lauten:

  • Bevor du etwas kaufen möchtest, solltest du dir die Zeit nehmen, um akribisch die Preise von verschiedenen Anbietern zu vergleichen. In vielen Haushalten kommen wöchentlich die kostenlosen Anzeigen aller umliegenden Discounter in die Briefkästen. Was viele Menschen nervt, ist für den Frugalisten das tägliche „Zeitunglesen“. Bequem von zu Hause aus kannst du alle Preise gut vergleichen.
  • Verzichte auf jeden Fall auf Fertiggerichte. Diese sind zwar in der heutigen Fast-Food-Zeit nicht unbedingt von schlechter Qualität, aber sehr überteuert. Viel kostengünstiger kommst du, wenn du selber kochst. Bist du alleinstehend, kannst du Trotzdem eine große Mahlzeit kochen und die Reste einfrieren, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zu konsumieren.
  • Außer Lebensmittel kannst du alle möglichen Dinge auch gebraucht kaufen. Schaue dazu regelmäßig in die kostenlosen Kleinanzeigen im Internet. Dort kannst du auch nach Wohnort sortieren und die Ware selber dann nach Kontaktaufnahme abholen. So sparst du auch noch das teure Porto. Vielleicht kannst du vor Ort sogar den Preis auch noch etwas herunterhandeln.
  • Bei Lebensmitteln kannst du beim Discounter auch gezielt nach kurzfristig reduzierter Ware Ausschau halten. Meistens werden die Artikel, die kurz vor dem gesetzlich vorgeschriebenen Ablaufdatum stehen, um bis zu 50 % reduziert. Wenn du diese Lebensmittel sofort verarbeitest und nicht auf Vorrat kaufen möchtest, sind sie auf jeden Fall noch genießbar.
  • Es ist bei fast jedem Produkt so: Größere Verpackungseinheiten sind deutlich billiger gegenüber dem Einzelverkauf. Um Geld zu sparen, kannst du dich mit Gleichgesinnten zusammentun und die gekaufte Packung anschließend aufteilen. Vor allem bei Lebensmitteln wie Kartoffeln, Zwiebeln oder Möhren macht das wirklich Sinn.
  • Bist du außer Haus unterwegs, solltest du immer ausreichend Essen und Trinken von zu Hause mitnehmen. Gerade diese kleinen Spontankäufe wie eine Cola oder eine Portion Pommes gehen ins Geld. Für den unvorhergesehenen Hunger oder Durst solltest du also immer eine Kleinigkeit bei dir führen, damit du nicht in Versuchung kommst, unterwegs etwas zu kaufen.
  • Bist du von Berufs wegen auf ein Auto angewiesen, kannst du zumindest in deiner Freizeit auf den fahrbaren Untersatz verzichten. Nutze besser ein Fahrrad für alle Freizeitaktivitäten. Das tut nicht nur deiner Gesundheit gut (vor allem, wenn du bei jedem Wetter Fahrrad fährst), sondern auch deinem Geldbeutel.
  • Sparen bei Kleinigkeiten im Wasser oder Stromverbrauch. Für den Wasserhahn, Duschkopf oder WC-Becken gibt es Spareinsätze zu kaufen. Auf langfristiger Sicht kannst du so enorm viel Wasser Im täglichen Gebrauch sparen. Ebenso verhält es sich mit den Energiesparlampen.
  • Wer es mit dem Frugalisten-Leben ganz ernst meint, kündigt die GEZ und schaut kein Fernsehen mehr. Auch das Festnetz und DSL werden aus dem Alltag verband und nur freies WLAN genutzt. Lebensmittel wie beispielsweise Beeren und Kräuter werden überwiegend aus der Natur genutzt und eine Heizung wird im Winter sowieso überbewertet, denn man kann auch mit einer Wärmflasche in der kalten Wohnung sitzen.

Inwieweit der einzelne Frugalist sparen möchte, bleibt ihm selbst überlassen. Aber eines ist klar: Je mehr er spart, desto eher ist er am Ziel der finanziellen Freiheit. Das kann mitunter schon sehr kuriose Aktionen nach sich ziehen.

Rentenrechner für Frugalisten

Im Internet kursieren einige Rentenrechner für Frugalisten. Das sind kleine Programme, die du auf deine persönliche Situation anpassen kannst. Du gibst also dein jährliches Netto-Einkommen ein und Deine jährlichen Ausgaben.

Das Programm errechnet dir dann, wie viel Geld du im Jahr sparst und wie deine sogenannte Sparquote lautet. Als Ergebnis erhältst du dann die Anzahl der Jahre, wann du dann in Rente gehen kannst.

Beträgt dein Netto-Einkommen beispielsweise 55.000 € im Jahr und deine Ausgaben betragen 18.000 €, dann sparst du 37.000 €. Deine Sparquote wird dabei auf 67 % festgelegt.

Bei dieser Sparquote sagt dir der Rentenrechner dann voraus, dass du bereits in 9,7 Jahren in Rente gehen kannst.

Das hört sich auf den ersten Blick natürlich toll an. Allerdings ist dabei zu beachten, dass sich in all den Jahren die Rahmenbedingungen nicht ändern dürfen.

Dein Einkommen und deine Ausgaben müssen auf diesem Niveau beibehalten werden. Und zwar während der Sparphase und auch in der Rentenphase. D. h. im Klartext, dass die Rente genauso schmal ausfällt, wie der Geldteil, den du vorher zum Sparen zur Verfügung hattest.

Große Sprünge wirst du dir also mit der Rente in knapp zehn Jahren auch nicht erlauben können.

Frugalisten und ETF – wie passt das zusammen?

ETF ist die Abkürzung für “Exchange Traded Funds” und beinhalten börsengehandelte Indexfonds. In einem Fonds werden üblicherweise mehrere Aktien zusammengefasst.

Gegenüber dem Handel mit einzelnen Aktien ist das Risiko des Wertverlustes bei einem Fonds deutlich niedriger.

Frugalisten setzten oftmals auf ETFs. (Bildquelle: 123rf.com / 110117850)

Weiterhin ist das Handeln mit einem Fonds deutlich günstiger, als wenn man Einzelaktien von Unternehmen selber gekauft und wieder verkauft.

Vor allem der letzte Grund ist ausschlaggebend dafür, dass gerade Frugalisten ihr erspartes Geld in ETF anlegen. Es sind wenig Nebenkosten bezüglich des Aktienhandels zu bezahlen und es kann nahezu jede – auch noch so kleine – Geldsumme diesem Fond angelegt werden.

Die einzelnen Aktien von ETF sind sehr breit gestreut, sodass ein Totalausfall des investierten Geldes fast unmöglich erscheint.

Ressourcen: Die besten Einstiegsmöglichkeiten für angehende Frugalisten

Wenn du dich jetzt entschieden hast, das Frugalisten-Leben anzustreben, solltest du dich vorab genauer informieren.

Diese Lebensweise ist sicherlich nichts für jedermann, aber wenn man sich mit dieser Strategie ausführlich beschäftigt, kann sich Jeder etwas Positives für sich selbst herausziehen.

Welche bekannten Bücher gibt es über Frugalisten?

Da es seit einigen Jahren einen regelrechten Boom auf Frugalismus gibt, sind auch zahlreiche Bücher über dieses Thema erschienen.

Ich gönn’ mir mehr Freiheit von Patrick Hundt

In diesem Buch beschreibt der Autor seine Begegnung mit zwölf Menschen, die nach dem Frugalismus gelebt haben bzw. immer noch leben.

Besonders interessant ist das Buch deshalb, weil hier sehr unterschiedliche Lebens-Konstitutionen wie Berufstätige ohne Studium, Ingenieure, Familien mit Kindern, allein Lebende usw. unter die Lupe genommen werden.

100 Tipps für Frugalisten – mit Konsumverzicht zur finanziellen Unabhängigkeit: Die Strategie zur Rente mit 40 von Michael Robert

Dieses E-Book ist für alle, die nicht vorhaben, bis zur Rente mit 67 Jahren zu arbeiten und bereit sind, etwas an ihrer Geisteshaltung zu ändern.

Die Hauptthemen handeln natürlich hauptsächlich davon, wie Geld eingespart werden kann, um es anschließend gewinnbringend anzulegen.

Fazit

Wer träumt nicht davon, im Alter finanziell sorgenfrei zu leben? Eines ist klar: Wie es später mit der staatlichen Rente aussieht, ist ungewiss. Daher solltest du dir schon beizeiten Gedanken über das Alter und die Finanzierung machen.

Das Leben als Frugalist kann als echte Alternative gesehen werden, um in jungen Jahren ein kleines Vermögen anzusparen.

Der größte positive Effekt des Frugalismus ist aber die generelle Lebenseinstellung. Man ist nicht automatisch glücklicher, wenn man viel Geld ausgibt. Frugalisten sind größtenteils in ihrer Lebensführung sehr glücklich, auch wenn sie zu Beginn sehr viel sparen und auf sämtlichen Luxus verzichten.

Natürlich sind Frugalisten weitaus besser dran als Menschen, die in die Armut geraten sind und aus diesem Grund jeden Euro mehrfach umdrehen müssen.

Der Frugalist verdient in der Regel recht gut, hat soziale Anerkennung und Kontakte im Berufsleben und könnte sein Vorhaben jederzeit abbrechen.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.sparkasse.de/weltspartag/was-ist-frugalismus.html

[2] https://www.youtube.com/watch?v=ip_icn37rYc

[3] https://www.br.de/fernsehen/ard-alpha/sendungen/campus/leben/frugalismus-sparen-philosophie-frugalisten-uni-studenten-100.html

[4] https://www.aachener-zeitung.de/frugalisten-finanzielle-unabhaengigkeit-rentenluecken_aid-33908381

Bildquelle: 123rf.com / 36070514

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