Zuletzt aktualisiert: 26. Mai 2021

Fast jeder ist heutzutage im Besitz eines Handys. Damit wir damit aber telefonieren, simsen und unterwegs Internetempfang haben, benötigen wir einen Handyvertrag. Momentan konkurrieren eine Vielzahl unterschiedlicher Mobilfunkanbieter, die jährlich versuchen die besten und günstigsten Tarife anzubieten.

Für uns als Kunden kommen dabei einige Fragen auf. Wie kündige ich meinen Handyvertrag und was muss ich dabei alles beachten? Probleme, auf die wir in diesem Artikel eingegangen sind. Wir haben uns mit den häufigsten Fragen rund um das Thema Handyvertrag kündigen beschäftigt und alle Antworten für dich zusammengefasst.




Das Wichtigste in Kürze

  • Handyverträge haben je nach Art und Anbieter eine unterschiedlich lange Laufzeit. Auch die Kündigungsfristen sind nicht einheitlich festgelegt.
  • Es gibt vorwiegend drei Methoden, wie du deinen Handyvertrag kündigen kannst. Entweder erledigst du es per Mail, postalisch oder über ein Online-Formular.
  • In manchen Fällen kannst du auch eine fristlose Kündigung beantragen. Dafür verlangen die Mobilfunkanbieter jedoch in der Regel entsprechende Nachweise.

Hintergründe: Was du über die Kündigung eines Handyvertrages wissen solltest

Einen Handyvertrag zu kündigen, stellt für viele eine unschöne und zeitintensive Aufgabe dar. Wenn du dich aber vorab gut informierst, was du für die Kündigung benötigst und wie du sie einreichen kannst, ist die Sache schnell erledigt. Im Folgenden haben wir alles, was du über die Kündigung eines Handyvertrages wissen solltest, für dich notiert.

Wie kündige ich einen Handyvertrag?

Da es sich bei der Kündigung des Handyvertrages um ein offizielles Dokument handelt, welches ein rechtlich bestehendes Vertragsverhältnis aufheben soll, musst du bei dem Schreiben auf einige Punkte achten. Je nach Anbieter kannst du die Kündigung per Mail, mithilfe eines Online-Formulars oder klassisch per Post einreichen.

Du kannst deinen Handyvertrag je nach Anbieter entweder postalisch, per Mail oder mithilfe eines vorgefertigten Online-Formulars kündigen.

Bei der ersten Variante handelt es sich um die Kündigung per Mail. In dem Fall solltest du in deiner Mail auf eine Bestätigung deiner zugesandten Kündigung bestehen. Ansonsten kann die Mail beim Anbieter auch in Vergessenheit geraten und deine Kündigung somit als nicht wirksam gelten.

Einige Anbieter stellen ihren Nutzern aber auch ein sogenanntes Online-Formular zur Verfügung. Am besten schaust du auf der Website deines aktuellen Anbieters, ob dieser eine Vorlage für die Kündigung deines Handyvertrages bereitstellt. Beachte dabei aber, dass manche Anbieter nach dem Ausfüllen des Formulars zusätzlich einen Anruf zur Bestätigung voraussetzen.

Letzte Variante stellt die postalische Kündigung dar. Dafür reicht in der Regel ein formloses Schreiben aus. Dennoch sollten die wichtigsten Daten darin enthalten sein. Diese folgenden Punkte sollten dabei nicht fehlen:

  • Vor- und Zuname und Anschrift
  • Vertrags- und Kundennummer
  • Mobilfunknummer
  • Nummer der SIM-Karte (nicht zwingend)
  • Zeitpunkt der Kündigung
  • Bitte um Bestätigung der Kündigung

Wann ist es sinnvoll einen Handyvertrag zu kündigen?

Wenn du schon seit längerer Zeit deinen Handyvertrag bei einem Anbieter besitzt und sich innerhalb der langen Laufzeit deine Vertragsoptionen nicht verändert haben, kann eine Kündigung sinnvoll sein. Laut einer Studie nutzt knapp jeder Dritte in Deutschland einen Handyvertrag, der bereits über drei Jahre läuft, während aktuellere und vergleichbare Verträge meist billiger sind (1).

Das Problem ist, dass sich die Konditionen von Mobilfunkverträgen sehr schnell ändern und mit der Zeit oft günstiger werden (2). Falls du selbst also auch einen älteren Handyvertrag besitzt, lohnt es sich die aktuellen Tarife auf dem Markt anzusehen und gegebenenfalls zu wechseln.

Handyvertrag kündigen

Wenn dein Handyvertrag bereits über mehrere Jahre läuft kann es sinnvoll sein ihn zu kündigen. (Bildquelle: NordWood Themes / Unsplash)

Insgesamt kommt es jedoch ganz allein auf deine eigenen Bedürfnisse an. Entspricht dein aktueller Handyvertrag, obwohl er bereits über längere Zeit läuft, deinen Ansprüchen, besteht kein Grund diesen zu kündigen. Manchmal reicht es auch aus, sich andere Tarife deines Anbieters anzusehen und je nach Angebot innerhalb deines Vertrages den Tarif zu wechseln.

Wie lauten die Fristen für die Kündigung eines Handyvertrages?

Die Handyverträge der Mobilfunkanbieter sind oft ähnlich aufgebaut. Meistens beträgt die Vertragslaufzeit mindestens 24 Monate. Wenn du deinen Vertrag zum Ende der 24 Monate kündigen willst, solltest du in der Regel mindestens drei Monate vor dem Ende der Vertragslaufzeit deine Kündigung einreichen. Geschieht das nicht, wird der Handytarif oft automatisch um 12 Monate verlängert.

Einige Verträge sind monatlich kündbar

Neben dem gerade beschriebenen Vertragsmodell gibt es jedoch auch die sogenannten verbraucherfreundlichen Handyverträge. Diese sind monatlich kündbar und haben keine feste Vertragslaufzeit. Wie die Fristen deines Vertrages lauten, kannst du in deinem Vertrag nachlesen.

Ein frühestmögliches Kündigungsdatum gibt es im Normalfall nicht. Du könntest also im Prinzip bereits kurz nach Abschluss eines Handyvertrages diesen wieder kündigen. Wenn du dich vor dem Vertragsschluss umentscheidest und doch deinen Vertrag verlängern möchtest, wird dies oft von den Anbietern akzeptiert und die Kündigung wird annulliert.

Ein wichtiger Faktor, um deinen Handyvertrag fristgerecht zu kündigen, ist das Eingangsdatum der Kündigung. Es zählt also nicht der Tag, an dem du deine Kündigung einreichst, sondern der Tag, an dem der Anbieter deine Kündigung erhält. Kümmere dich also am besten rechtzeitig darum, die Kündigung loszuschicken. (3)

Gibt es Ausnahmen, bei denen die Kündigungsfrist nicht gilt?

Eine fristlose Kündigung des Handyvertrages ist nur in bestimmten Sonderfällen möglich. Nur, wer einen beträchtlichen Grund vorweisen kann, kann von der Kündigungsfrist befreit werden. Damit eine fristlose Kündigung anerkannt wird, müssen dem Mobilfunkanbieter meist entsprechende Dokumente vorgelegt werden. Folgende Fälle können Grund für eine fristlose Kündigung sein.(5)

Grund Beschreibung
Umzug ins Ausland Wenn der Vertragsnehmer in ein anderes Land zieht, kann durch das Vorlegen der amtlichen Meldebescheinigung der Vertrag fristlos gekündigt werden
Todesfall Verstirbt der Vertragsnehmer, kann die Sterbeurkunde als Nachweis dienen und der Anbieter löscht in dem Fall den Vertrag (4)
Privatinsolvenz Manche Anbieter akzeptieren eine fristlose Kündigung auch dann, wenn der Kunde eine Privatinsolvenz nachweisen kann

Es gibt jedoch auch weitere Ausnahmen, bei der du eine fristlose Kündigung durchführen kannst. Sollte dein Handyvertrag beispielsweise nicht die versprochenen Leistungen bieten, kannst du deinen Mobilfunkanbieter darauf aufmerksam machen und bei keiner folgenden Verbesserung fristlos kündigen. Insgesamt sind die Gründe, die für eine fristlose Kündigung akzeptiert werden, jedoch von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich.

Wie funktioniert die Rufnummernmitnahme, wenn ich meinen Handyvertrag gekündigt habe?

Deine Rufnummer kannst du im Normalfall immer problemlos bei einem Wechsel des Mobilfunkanbieters mitnehmen. Dafür musst du ausschließlich bei der Kündigung angeben, dass du deine Handynummer freigeben lassen möchtest.

Handyvertrag kündigen

Wenn du nach der Kündigung des Vertrages weiterhin unter der gleichen Handynummer erreichbar sein möchtest, kannst du diese meist problemlos behalten. (Bildquelle: Magnet.me / Unsplash

Dein neuer Anbieter braucht von dir dann meist eine Kündigungsbestätigung von deinem vorherigen Anbieter, um die Mitnahme deiner Rufnummer durchzuführen.

Bei der Rufnummernmitnahme entstehen seitens des alten Anbieters oft Kosten, die jedoch laut Regulierungsbehörde den Betrag von 6,82 Euro nicht überschreiten darf (6). Von deinem neuen Anbieter erhältst du meistens einen Rabatt dafür, dass du deine alte Nummer mitnimmst, sodass sich die Kosten dafür auflösen.

Kann ich meinen Handyvertrag auch kündigen lassen?

Bei Verträgen für das Festnetz kann meist auch der neue Anbieter die Kündigung übernehmen und den Anschluss wechseln. Bei Handyverträgen musst du hingegen selbst die Kündigung einreichen. Im Internet findest du aber passende Vorlagen, sodass der Zeitaufwand für die Kündigung eher gering ausfällt.

Die Kündigung ist meist schnell erledigt.

Einige Websites bieten jedoch auch an, die Kündigung für dich zu übernehmen. Dort ist es aber auch notwendig, dass du die entsprechenden Daten übermittelst. Der Aufwand ist somit also nicht erheblich weniger, als wenn du die Kündigung für deinen Handyvertrag selbst in Angriff nimmst.

Fazit

Handyverträge lassen sich je nach Mobilfunkanbieter also auf unterschiedliche Weise kündigen. Neben der klassischen Methode per Post und der Kündigung per Mail bieten einige auch entsprechende Online-Formulare an. Die postalische Variante wird dabei in Normalfall jedoch von allen akzeptiert. Auch die Rufnummernmitnahme stellt kein Problem bei der Kündigung dar.

Etwas, worauf die du hingegen rechtzeitig achten solltest, ist die Kündigungsfrist. Wenn du diese nicht einhältst, wird dein Vertrag meist automatisch verlängert. Nur in Ausnahmefällen kann ein Handyvertrag fristlos gekündigt werden. Insgesamt ist es also empfehlenswert, sich früh genug mit dem Thema Handyvertrag kündigen auseinanderzusetzen. So vermeidest du solche und andere Probleme.

Titelbild: Elnur Amikishiyev / 123rf

Einzelnachweise (6)

1. Forschung und Wissen: Alte Handyverträge sind meist zu teuer. Dennis L., 10.12.2019.
Quelle

2. Handelsblatt: Durchblick im Tarifdschungel: Das sind die besten Mobilfunkanbieter. Jan Wittenbrink, 01.10.2020.
Quelle

3. Gesetzliche Kündigungsfrist: Kündigungsfrist für den Handyvertrag korrekt einhalten.
Quelle

4. Augsburger Allgemeine: Falle für Trauernde: Verträge nach dem Tod kündigen. Berrit Gräber, 21.12.2019.
Quelle

5. VFR Verlag für Rechtsjournalismus GmbH: Handyvertrag fristlos kündigen: Ist das möglich? Anwalt.org, 06.03.2021.
Quelle

6. Bundesnetzagentur: Anbieterwechsel und Umzug.
Quelle

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Augsburger Allgemeine: Falle für Trauernde: Verträge nach dem Tod kündigen. Berrit Gräber, 21.12.2019.
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