Home insurance
Zuletzt aktualisiert: 29. Juni 2021

Der Bau und Besitz einer Immobilie ist eine der größten Investitionen, die man durchführen kann. Gleichzeitig kommt sie Hand in Hand mit vielen Aufgaben und Verantwortungen. Um das Eigenheim zu schützen und das investierte Geld nicht unnötig zu steigern, solltest du als Eigentümer deine Immobilie ausreichend versichern.

In diesem Ratgeber zeigen wir dir, welche Haus Versicherungen wir als nötig sehen, damit du nicht unnötig hohe Summen an Reparaturkosten bezahlen musst. Gleichzeitig zeigen wir dir auch, welche andere Haus Versicherungen wir als sinnvoll betrachten aber auch Versicherungen, die du umgehen kannst. Letztendlich rechnen wir dir am Beispiel der Wohngebäudeversicherung eine Prämie aus und zeigen dir dabei, wovon diese abhängt.




Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Haus Versicherung ist i.d.R. keine Pflicht, doch lohnen tut sie sich trotzdem. In einigen Fällen wird bei einem Immobilienkredit eine Wohngebäudeversicherung vorgeschrieben.
  • Bei deiner Haus Versicherung kommt es darauf an, ob du Bauherr, Käufer oder Vermieter bist. Dementsprechend unterscheiden sich die Versicherungen und die Schutzbereiche.
  • Die oberste Regel ist hierbei: Schließe nur Versicherungen gegen Schäden ab, für die du finanziell selber nicht aufkommen kannst.

Hintergründe: Wozu dient eine Haus Versicherung?

Eine Haus Versicherung dient zuallererst zum Schutz des Eigenheims. Falls du ein Eigenheim baust, kaufst oder vermietest, weißt du, dass es sich um eine große Investition handelt.

Deswegen sollte diese Investition auch gegen alle möglichen Schäden geschützt und daher versichert werden. Die Versicherung hängt nun davon ab, ob die Immobilie gebaut, gekauft oder vermietet wird. In diesem Ratgeber decken wir alle sinnvollen Versicherungen für das Eigenheim ab.

Ist eine Haus Versicherung Pflicht?

Bei der allgemeinen Wohngebäudeversicherung handelt es sich um keine Pflichtversicherung. Hauseigentümer dürfen daher selber entscheiden, ob und gegen welche Schäden sie ihr Eigentum absichern. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass Hauseigentümer finanzielle Folgen selber tragen muss (1, 2).

Seit 1994 herrschen in Deutschland keine Pflichtversicherungen mehr vor. In dem Jahr war die Feuerversicherung noch vorgeschrieben.

Doch gibt es auch Situationen, in denen die Wohngebäudeversicherung Pflicht ist. Und zwar ist das der Fall, wenn du für den Bau oder Kauf eines Eigenheims eine Finanzierung benötigst. Damit dir also eine Hypothek oder ein Immobiliendarlehen gewährt wird, müsst du eine Versicherung bereitstellen.

Dies hat den Hintergrund, dass wenn du deinen Kredit nicht mehr bedienen kannst, die Bank das Eigentum zwangsversteigern und so den Kredit tilgen kann (1, 2).

Wie unterscheiden sich Haus Versicherungen?

Je nachdem, ob du Bauherr, Käufer oder Vermieter bist, gibt es unterschiedliche Versicherungen, die für dich sinnvoll sein können. Hier bieten wir eine kurze Übersicht, welche Versicherungen für Bauherren, Käufer und Vermieter in Frage kommen (3, 4, 5).

Für wen? sinnvolle Versicherungen
Bauherr Bauherrenhaftpflichtversicherung, Feuer-Rohbau-Versicherung/Wohngebäudeversicherung, Bauleistungsversicherung, Bauhelfer-Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung für unbebaute Grundstücke
Käufer Wohngebäudeversicherung, Elementarschadenversicherung, Haftpflichtversicherung, Hausratversicherung, Zusätzlicher Schutz für Photovoltaikanlagen, Scheiben, Öltanks
Vermieter Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung, Mietausfallversicherung, Wohngebäudeversicherung (inkl. Elementarschäden)

Im Folgenden findest du die wichtigsten und sinnvollsten Versicherung und erklären dir, was diese beinhalten.

Welche Versicherungen brauchst du grundsätzlich?

Es herrschen einige Versicherungen vor, die du als Hauseigentümer unbedingt abschließen solltest. Da ein Eigentum eine hohe Investition ist, sollte diese dementsprechend ausreichend geschützt sein. Doch gilt immer: Es sollten nur gegen Schäden versichern werden, deren Kosten du als Hauseigentümer nicht selbstständig finanzieren kannst.

Wohngebäudeversicherung

Die Wohngebäudeversicherung ist sinnvoll für Hausbesitzer sowie auch Vermieter. Diese Versicherung schützt dabei sehr viel. Einerseits werden alle Gebäudeteile versichert, die an dem Gebäude fest gebunden sind. Dies schließt Fenster, Türen oder auch Treppen ein.

Andererseits werden auch Schäden abgedeckt, die durch Sturm, Feuer, Hagel oder Leitungswasser verursacht werden. Hier kommt also die Versicherung für Kosten auf, die durch Reparaturen und Wiederaufbauten entstehen (4, 5).

Während der Bauphase: Feuerrohbauversicherung

Es lohnt sich auch schon eine Wohngebäudeversicherung abzuschließen, wenn du baust. Während der Bauphase kann die Wohngebäudeversicherung als Feuerrohbauversicherung laufen, und das sogar ohne Kosten.

Wenn der Bau fertig ist, wechselt die Feuerrohbauversicherung in die Wohngebäudeversicherung. Ab hier zahlst du also die regelmäßigen Beiträge.

Eine Feuerrohbauversicherung ist wichtig für den Fall, wenn auf die Baustelle beispielsweise ein Blitz einschlägt oder ein Feuer brennt. Hierbei sind Rohbau, Baustoffe und die potentiell verursachten Schäden versichert (3, 4). Dadurch bist du also bereits während des Baus und nach Fertigstellung abgesichert.

Erweiterung: Elementarschäden

In der Regel kommt die Wohngebäudeversicherung bei Schäden durch Überschwemmungen und Naturgewalten nicht auf. Falls sich aber dein Eigentum in einem Risikogebiet befindet, lohnt es sich, die Wohngebäudeversicherung um Elementarschäden zu erweitern. Diese Erweiterung mag zwar teurer sein, doch ist sie im Falle des Risikogebiets sehr sinnvoll (4).

Erweiterung: grob-fahrlässiges Verhalten

Des Weiteren kommt die Wohngebäudeversicherung auch bei Schäden durch grob fahrlässiges Verhalten nicht auf, obwohl diese Schäden oft und schnell stattfinden können. Hier lohnt es also auch die Wohngebäudeversicherung zu erweitern, damit diese auch fahrlässiges Verhalten abdeckt.

Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht oder Privathaftpflicht

Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht und Privathaftpflicht tritt ein, falls sich Unbeteiligte, also Nicht-Eigentümer bzw. Wohnhafte, in deinem Eigentum oder auf dem Grundstück verletzen.

Du als Eigentümer musst nämlich dafür sorgen, dass dein Eigentum bzw. Grundstück keine Gefahr für andere darstellt. Als Eigentümer haftest du für Schäden, die auf deinem Grundstück verursacht werden sowie andere und andere Eigentümer verletzen bzw. beschädigen (4, 5).

Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht

Vermieter, Eigentümergemeinschaften und Bauherren brauchen in diesem Fall die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. Diese Versicherung gilt also für alle, die nicht selbst in der Immobilie wohnen sowie auch für unbebaute Grundstücke.

Privathaftpflicht

Die private Haftpflichtversicherung spielt eine Rolle für alle, die in ihrer Immobilie selbst wohnen. Die Schäden und Verletzungen Dritter werde daher über diese Versicherung abgedeckt. Falls du also als Eigentümer in deiner Immobilie wohnst, brauchst du keine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht abschließen. In diesem Artikel erklären wir dir, was die Privathaftpflichtversicherung noch alles abdeckt.

Risikolebensversicherung

Ein Haus zu kaufen oder bauen geht oft mit hohen Schulden und einer Kreditaufnahme Hand in Hand. Wir haben schon beschrieben, wie eine Wohngebäudeversicherung in diesem Fall eine Pflicht darstellt. Eine weitere Versicherung, die sich in diesem Fall lohnt, ist die Risikolebensversicherung.

Diese Versicherung sichert deine Angehörigen im Todesfall ab. Hierdurch werden die Schulden nicht auf die Angehörigen und Hinterbliebenen übertragen. Die restlichen Schulden, die sich nach deinem Tod ergeben, werden durch die eingezahlten Beiträge bezahlt.

Bauherrenhaftpflicht

Als Bauherr gelten diejenigen, die den Hausbau errichten lassen. Diese Menschen sind für alles verantwortlich, was auf der Baustelle passiert und haften dementsprechend auch für alles. Dies gilt daher auch für Bauarbeiter, Unbefugte sowie Freunde und Bekannte. Das regelt das Bürgerliches Gesetzbuch (6).

Sollten die Kosten deines Bauprojekts sehr hohe Werte übersteigern, ist eine separate Bauherrenhaftpflichtversicherung sinnvoll.

Zusätzlich ist die Bauherrenhaftpflicht auch sinnvoll, falls du an deinem Haus große Umbauten, Sanierungen oder Modernisierungen planst. Hier kannst du unseren vollständigen Artikel über die Bauherrenhaftpflichtversicherung lesen. In vielen Fällen deckt die private Haftpflichtversicherung auch die Risiken auf der Baustelle ab. Doch ist zu beachten, dass dies nur bis zu einer bestimmten Summe gilt. Diese liegt meistens zwischen 100.000 und 200.000 €.

Gewässerschadenhaftpflicht

Eine Gewässerschadenhaftpflicht ist erst sinnvoll, falls du einen Öltank auf deinem Grundstück besitzt. Diese Versicherung deckt die Kontaminierung mit Öl von Gewässerschäden und Schäden am Erdreich ab. Öl richtet nämlich große Schäden an, vor allem wenn es ins Grundwasser oder Fließgewässer gelangt.

Welche Versicherungen sind durchaus sinnvoll?

Bis jetzt haben wir für dich Versicherungen aufgeführt, die wir als Muss bezeichnen. Doch gibt es weitere Versicherungen, die sinnvoll seien können. Hier handelt es sich oft im individuelle Präferenzen und Bedürfnisse.

Hausratversicherung

Eine Hausratsversicherung schützt Gegenstände in deinem Eigenheimen, die nicht an dem Gebäude fest gebunden sind. Bewegliche Gegenstände werden hiermit gegen Feuer, Sturm, Leitungswasser, Gewitter oder Rohrbruch sowie auch Diebstahl und Beschädigungen gesichert.

Falls dein Besitz in deinem Eigenheim sehr teuer ist, lohnt sich diese Versicherung durchaus. Eine gute Überlegung ist, ob du dein jetziges Inventar noch mal kaufen könntest, im Falle eines Einbruchs. Falls nicht, ist diese Versicherung eine gute Wahl.

Bauleistungsversicherung und Feuerrohbauversicherung

Die Bauleistungsversicherung bietet einen Vorteil für Bauherren an. Dabei kann sie zur Bauherrenhaftpflicht ergänzt werden. Die Bauleistungsversicherung gleicht unvorhergesehene Schäden aus. Diese Schäden können durch Vandalismus, Unwetter, Material- und Konstruktionsfehler zustande kommen.

Materialien, die fest eingebaut sind, sind hierbei auch gegen Diebstahl geschützt. Hier kannst du mehr über die Bauleistungsversicherung nachlesen.

Durch eine zusätzliche Feuerrohbauversicherung können Schäden durch Explosionen, Blitzschlag oder Brand gesichert werden. Diese werden nämlich nicht durch die Bauleistungsversicherung geschützt.

Bei kleinen Renovierungsprojekten greift meistens die Wohngebäudeversicherung ein, doch bei größeren Projekten kann eine zusätzliche Bauherrenhaftpflichtversicherung vonnöten sein. (Bildquelle: Unsplash / Nolan Issac)

Doch musst du beachten: Die Wohngebäudeversicherung kann auch den Feuerschutz an deinem Rohbau enthalten. Falls du also eine Wohngebäudeversicherung vor dem Bau abschließt, kann während der Bauphase der Feuerschutz kostenfrei sein. Nach Abschluss der Bauphase musst du dementsprechend aber die Beiträge zahlen.

Auf welche Versicherungen kannst du verzichten?

Es herrschen Versicherungen vor, auf die du getrost verzichten kannst. Diese Versicherungen beweisen sich oft als überflüssig. Es gilt immer: Schließe nur die Versicherungen für Schäden ab, für die du nicht selbst aufkommen kannst.

Haus- und Wohnungsschutzbrief

Der Haus- und Wohnungsschutzbrief ist eine Ergänzung zur Hausratsversicherung. Dieser Vertrag ist in diesem Fall sogar ohne die Hausratsversicherung nicht möglich. Der Haus- und Wohnungsschutzbrief  übernimmt die Kosten für Notfälle. Hierbei kann es sich für einen Schlüsseldienst oder den Klempner handeln. Er übernimmt also die Kosten für den Dienstleister.

Problem ist: Die Versicherung übernimmt oft nur begrenzte Kosten, und zwar 500€ im Jahr. Daher kann es dazu kommen, dass du trotz Versicherungsbeiträge einen Teil der Kosten des Dienstleisters bezahlen musst.

Glasbruchversicherung

Die Glasbruchversicherung trägt die Kosten beim Zerbrechen von Glas- und Kunststoffscheiben. Die Verglasung kann hierbei am Gebäude oder im Mobiliar verbautes Glas eingebaut sein. Hierbei ist die Glasbruchversicherung eine Ergänzung zur Hausratsversicherung.

Zu beachten ist auch, dass die Reparaturen für einige Schäden bereits in der Privathaftpflicht oder Wohngebäude- und Hausratsversicherung beinhaltet sind. Daher ist auch die Glasbruchversicherung nicht unbedingt nötig, vor allem wenn du nicht besonders viel Glas in deinem Eigentum verbaut hast.

Wann greift welche Haus Versicherung ein?

Wir haben dir sehr viele Haus Versicherung vorgestellt. Einige von diesen halten wir für sehr sinnvoll. Wir haben für dich noch mal alle Versicherungen, die wir empfehlen, in eine Tabelle eingefügt. Hiermit hast du eine gute Übersicht, welche Schäden welche Art von Versicherung abdeckt.

Haus Versicherung Schaden
Wohngebäudeversicherung Feuer, Explosion, Blitzschlag, Implosion, Sturm und Hagel, Leitungswasser, Überspannung bei festeingebauten Gegenständen
Elementarschadenversicherung Starkregen/Überschwemmung/Rückstau, Hochwasser, Schneedruck, Lawinen/Erdrutsch, Erdsenkung, Erdbeben, Vulkanausbruch
Haftpflicht Schaden der anderen versehentlich und unbeabsichtigt zufügt wurde
Hausratversicherung Feuer, Blitzschlag, Explosion oder Implosion, Einbruch/Diebstahl, Sturm (ab Windstärke 8) und Hagel, Leitungswasser, Überspannung bei beweglichen Gegenständen
Gewässerschadenhaftpflicht Öl-Verseuchung im Grundwasser oder Erdreich
Bauherrenhaftpflichtversicherung Schäden im Zusammenhang mit Bau
Bauleistungsversicherung unvorhersehbare Schäden durch Unwetter oder Vandalismus während der Bauphase

Einige Grundversicherungen, wie die Haftpflicht, kannst du auch erweitern. Somit muss du keine zusätzlichen Verträge abschließen. Letztendlich muss du bei der Auswahl der Versicherungen nach individuellen Bedürfnissen entscheiden. Wenn du beispielsweise nicht in einem Risikogebiet eine Immobilie besitzt, brauchst du wahrscheinlich auch keine Elementarschadenversicherung.

Welche Kriterien spielen bei einer Haus Versicherung eine Rolle?

Es gibt einige Kriterien, die die Kosten deiner Haus Versicherung beeinflussen. Im Folgenden zählen wir für dich die wichtigsten Kriterien auf und erklären, was diese beinhalten.

Alter

Versicherer bringen ältere Immobilien mit einem höheren Risiko in Verbindung. Die Gefahr für einen Rohrbruch ist beispielsweise höher, da die Wasserleitungen älter sind. Bei Neubauten herrscht eine geringere Schadensgefahr vor, wodurch Beiträge günstiger ausfallen können. Also: Je älter das Gebäude, desto höher die Prämie.

Vorschäden

Auch hier gehen Versicherer davon aus, dass durch Vorschäden an dem Gebäude von mehr Gefahren auszugehen sind. Wenn etwas schonmal zu Schaden gekommen ist, steigt das Risiko, dass es noch mal passieren könnte. Vorschäden haben auch oft etwas mit dem Alter des Gebäudes sowie der Lage zu tun. Demnach kann auch die Versicherung teurer werden.

Lage

Durch eine bestimmte Lage kann sich auch die Auswahl an Tarifen begrenzen. Hier können zum Beispiel nur teure Tarife zur Auswahl stehen. Gleichzeitig spielen auch hier die Gefahrenzonen eine entscheidende Rolle, die von den Versicherungen unterteilt werden.

Damit du gegen Risiken auch ausreichend geschützt bist, ist eine gute Bauherrenhaftpflicht- sowie Bauleistungsversicherung während der Bauphase essentiell. (Bildquelle: Unsplash / Devon Janse van Rensburg)

Je nach Gefahr - Leitungswasser, Sturm und Hagel oder Elementarschäden - können gewisse Zonen und Hierarchiestufen unterteilt werden. Je höher die die Gefahrenzone, desto teurer die Tarife.

Die Haus Versicherung berechnen: Worauf kommt es an?

Viele Versicherer bzw. Versicherungsunternehmen bieten auf ihren Webseiten an, ausgewählte Versicherungen nach ihren eigenen Tarifen auszurechnen. Doch nach welchen Kriterien wird der Versicherungsbeitrag berechnet?

Die Versicherungssumme auszurechnen kann sehr komplex sein.

Am Beispiel der Wohngebäudeversicherung zeigen wir dir, worauf es bei der Berechnung ankommen kann. Wichtig bei der Wohngebäudeversicherung ist, dass die Versicherungssumme gegenwärtige Kosten im Fall eines Schadens abdeckt, egal wie alt das Gebäude oder groß der Schaden ist. Daher ist oft die Rede vom Wert 1914.

Was hat der Wert 1914 für eine Bedeutung?

Zuerst müssen wir klären, was der Wert 1914 bedeutet. Der Wert 1914 ist ein fiktiver Wert, der von der Versicherungswirtschaft zur Berechnung eines einheitlichen Wiederaufbauwert genutzt wird. Falls es also zu einem Schadenfall kommen sollte, wird das Gebäude auf der Basis des Werts 1914 wiederhergestellt. Der Wert kann von einem alten Versicherungsschein abgelesen oder auch neu geschätzt werden.

Hierbei spielen Kriterien wie Gebäudetyp, Wohnfläche und Sonderausstattungen eine Rolle (7). Allgemein berechnet der Wert 1914 den Wert, der das Gebäude im Jahr 1914 in Goldmark gekostet hätte. Denn im Jahr 1914 waren drei Kriterien ausschlaggebend: stabile Baupreise, goldgedeckte Währung und keine Baupreissteigerungen.

Baupreisindex

Der Baupreisindex wird jährlich vom Statistischem Bundesamt veröffentlicht. Dieser Index zeigt die Preisentwicklung für Neubauten und Reparaturen von Bauwerken. Vergleicht man den Baupreisindex mehrerer Jahre, zeigt dieser die stetige Entwicklung der Preise für Bauleistungen (8).

Gleitender Neuwertfaktor

Der gleitende Neuwertfaktor setzt sich zusammen aus dem Baupreisindex (80%) und de Tariflohnindex des Baugewerbes (20%). Dieser wird jährlich vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) veröffentlicht. Die gleitende Neuwertversicherung passt sich jedes Jahr an, wodurch auch sich die Prämien erhöhen. Durch den gleitenden Neuwertfaktor wird die Versicherungssumme angepasst (9).

Gleichzeitig bestimmt der Versicherer den Prämiensatz, der sich nach den Kriterien richtet, die wir für dich schon aufgelistet und erklärt haben. Dieser ist demnach von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich.

Berechnung

Der Wert 1914 wird berechnet, indem der Neubauwert mit dem Baupreisindex des entsprechenden Jahres dividiert und im Nachhinein mit 100 multipliziert wird. Der Wert von 1914 wird mit dem individuellen Prämiensatz multipliziert. Dies ergibt die Tarifprämie von Jahr 1914 in Goldmark. Dieses Ergebnis wird mit dem gleitenden Neuwertfaktor multipliziert.

Das ergibt die Tarifprämie in Euro. Das wiederum wird mit der Versicherungssteuer (derzeit 16,43 %) multipliziert. Das Ergebnis nach der Multiplikation mit der Versicherungssteuer wird mit der Tarifprämie in Euro addiert und ergibt somit die Versicherungssumme.

Beispiel für ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 2005

Für die Berechnung muss daher zuerst der Wert 1914 bestimmt werden. Der Neubauwert das im Jahr 2005 gebauten Gebäudes liegt bei 250.000 €. Der Baupreisindex im Jahr 2005 lag bei 1.053,4.

  • 250.000 € / 1.053,4 x 100 = 23.732,68 Goldmarkt

Der Wert von 1914 beträgt 23.732,68 Goldmarkt, der Prämiensatz liegt bei 0,8 ‰, der gleitende Neuwertfaktor für das Jahr 2021 liegt bei 20,1.

  • 23.732,68 DM x 0,8 ‰ = 18.986,14 DM (Tarifprämie 1914)
  • 18.986,14 DM x 20,1 = 381,62 € (Tarifprämie in Euro)
  • 381,62 € x 16,34 % = 62,35 €
  • 381,62 € + 62,35 € = 443,97 € (Versicherungsbeitrag)

In diesem Fall liegt der monatliche Versicherungsbeitrag bei 443,97 €. Doch sind bei dieser Rechnung wichtige Kriterien wie spezielle Rabatte nicht berücksichtigt worden. Diese ergeben sich beispielsweise wenn die Versicherung über Jahre vereinbart wird. Zugleich unterscheidet sich der Prämiensatz von Versicherer zu Versicherer, wodurch es zu Unterschieden kommen kann.

Fazit

Die Versicherung deines Eigentums ist ein sehr komplexes und zeitkonsumierendes Thema. Es herrscht eine sehr große Auswahl vor, wobei einige Versicherungen unbedingt abgeschlossenen werden sollten, weitere sehr sinnvoll seien können und einige eher unnötig sind.

In diesem Ratgeber haben wir dir beschrieben, welche Haus Versicherungen in welcher dieser drei Kategorien fallen, damit auch du die wichtigsten Versicherung für den Schutz deines Eigenheims abschließen kannst.

Des Weiteren haben wir dir gezeigt, nach welchen Kriterien die Haus Versicherungen abgeschlossen werden können. Diese Kriterien spielen auch eine große Rolle bei der Berechnung der monatlichen Versicherungssumme. Diese haben wir dir anhand der Wohngebäudeversicherung beispielhaft vorgerechnet und dabei erklärt, welche Werte die Summe beeinflussen.

Bildquelle: Vitaliy Vodolazskyy / 123rf

Einzelnachweise (9)

1. Cosmodirekt.de: Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung: Pflicht- oder frei­wil­lige Versi­che­rung?
Quelle

2. Vkb.de: Wohngebäudeversicherung.
Quelle

3. Dieversicherer.de: Die fünf wich­tigs­ten Ver­si­che­run­gen für Bau­her­ren.
Quelle

4. Dieversicherer.de: Die 5 wich­tigs­ten Ver­si­che­run­gen für Haus­be­sit­zer.
Quelle

5. Vermietsicher.de: Risiko reduzieren: Das sind die wichtigsten Versicherungen für Vermieter.
Quelle

6. Gesetzte-im-internet.de: Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 823 Schadensersatzpflicht.
Quelle

7. Hansemerkur.de: Wert 1914 - Was ist das?
Quelle

8. Destatis.de: Preise: Bau- und Immobilienpreisindex.
Quelle

9. Deutsche-versicherungsboerse.de: Gleitende Neuwertversicherung.
Quelle

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Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung: Pflicht- oder frei­wil­lige Versi­che­rung?
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Wohngebäudeversicherung.
Vkb.de: Wohngebäudeversicherung.
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Die fünf wich­tigs­ten Ver­si­che­run­gen für Bau­her­ren.
Dieversicherer.de: Die fünf wich­tigs­ten Ver­si­che­run­gen für Bau­her­ren.
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Die 5 wich­tigs­ten Ver­si­che­run­gen für Haus­be­sit­zer.
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Risiko reduzieren: Das sind die wichtigsten Versicherungen für Vermieter.
Vermietsicher.de: Risiko reduzieren: Das sind die wichtigsten Versicherungen für Vermieter.
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Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 823 Schadensersatzpflicht.
Gesetzte-im-internet.de: Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 823 Schadensersatzpflicht.
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Wert 1914 - Was ist das?
Hansemerkur.de: Wert 1914 - Was ist das?
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Preise: Bau- und Immobilienpreisindex.
Destatis.de: Preise: Bau- und Immobilienpreisindex.
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Gleitende Neuwertversicherung.
Deutsche-versicherungsboerse.de: Gleitende Neuwertversicherung.
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