Zuletzt aktualisiert: 6. Mai 2021

Mit der Anschaffung eines Hundes kommen viele Verpflichtungen und Kosten auf einen Hundebesitzer zu. Neben Nahrungskosten, Tierarztrechnungen und Hundesteuer sollten sich Hundebesitzer auch über eine Hundehaftpflicht informieren. Denn im Falle eines Unfalls oder einer Sachbeschädigung, die durch deinen Hund verursacht wird, haftest du für alle Schäden.

Mithilfe einer Haftpflichtversicherung bist du in solchen Fällen gut abgesichert. In einigen Fällen ist es sogar gesetzlich festgesetzt eine Hundehaftpflicht zu besitzen. In diesem Ratgeber erklären wir dir alles, was du über die Hundehaftpflicht wissen solltest und ob du von der Pflicht betroffen bist.




Das Wichtigste in Kürze

  • Hundebesitzer haften bei Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die vom Hund verursacht werden.
  • Die Pflicht eine Hundehaftpflicht zu besitzen, hängt von der Rasse deines Hundes ab und von deinem Wohnort.
  • Eine gute Hundehaftpflicht übernimmt zusätzlich auch die Schadenskosten bei Deckschäden, Mietschäden und Auslandsaufenthalten.

Hintergründe: Was du über die Hundehaftpflicht wissen solltest

Im folgenden Abschnitt beantworten wir alle wichtigen Fragen rund um das Thema Hundehaftpflicht.

Was ist eine Hundehaftpflicht und warum ist eine Hundehaftpflicht sinnvoll?

Eine Haftpflichtversicherung ist eine Versicherung, die im Falle von verursachten Schäden des Vertragsnehmers eingreift und die Schadensersatzpflicht übernimmt. (1)

Schäden, die jedoch durch deinen Hund verursacht werden, fallen nicht unter deine Privathaftpflichtversicherung. Daher gibt es eine zusätzliche Hundehaftpflicht, die Schadensersatz leistet bei Schäden durch den Hund. Die Haftung des Tierhalters ist in §833 im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegt. Folgendes ist da geschrieben:

Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.

Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird, das dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt ist, und entweder der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde. (2)

Eine Hundehaftpflicht ist sinnvoll, um hohe Kosten zu umgehen. Denn auch kleine und gut erzogene Hunde Schäden können im Alltag verursachen. Für die Hundehaftpflicht muss der Hundebesitzer nur einen kleinen monatlichen Beitrag zahlen.

Wo und wann besteht eine gesetzliche Hundehaftpflicht?

Eine Pflicht für die Hundehaftpflicht ist zum einen abhängig von dem Bundesland, in dem du lebst. Derzeit besteht eine generelle Hundehaftpflicht in sechs Bundesländern. Dazu zählen Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt. Schleswig-Holstein und Thüringen.

Hundehaftpflicht Bundesland
generelle Hundehaftpflicht Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen
Hundehaftpflicht für Listenhunde Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg, Brandenburg, Sachsen
keine generelle Hundehaftplicht Bayern, Mecklenburg-Vorpommern

Mit Ausnahme von Bayern und Mecklenburg-Vorpommern besteht in den restlichen Bundesländern nur eine generelle Pflicht für die Hundehaftpflicht, wenn die Hunderasse als gefährlich eingestuft wurde. Da die Hundepflicht nicht überall gesetzlich vorgeschrieben ist, haben nur 72 % der Hundebesitzer eine Hundehaftpflichtversicherung. (3)

Was wird von der Hundehaftpflicht übernommen?

Unter einem Personenschaden ist beispielsweise eine Bissverletzung zu verstehen. Eine Sachbeschädigung liegt vor, wenn dein Hund den Besitz eines Anderen beschädigt.

Die Hundehaftpflichtversicherung leistet Schadensersatz bei Personen-, Sach- und Vermögensschaden.

Hingegen liegt ein Vermögensschaden vor, wenn der Geschädigte durch den Unfall mit dem Hund einen Vermögensverlust hat. Die Höhe der Schadensersatzleistung ist allerdings abhängig vom Vertrag.

Werden Hunde durch die Hundehaftpflicht krankenversichert?

Durch die Hundehaftpflicht sind Hunde nicht krankenversichert. Falls du neben der Hundehaftpflicht auch noch eine Hundekrankenversicherung für deinen Hund abschließen möchtest, solltest du dich über Kombi-Angebote informieren. Denn beide Versicherungen können dich vor hohen Kosten schützen.

Um die beste Hundepflichtversicherung und Krankenversicherung für deinen Hund zu finden, solltest du bei der Vertragswahl bedacht vorgehen. (Bildquelle: Unsplash / Scott Graham)

Welche Kriterien sollte eine gute Hundehaftpflicht erfüllen?

Neben den Personen-, Sach- und Vermögenskosten, sollte deine Hundehaftpflicht dich im besten Fall bei folgenden Punkten versichern:

  • Deckschäden
  • Mietschäden
  • Auslandsaufenthalten

Falls du einen unkastrierten Hunderüden besitzt bestimmt immer die Chance, dass dein Hund eine Hündin schwängert. In dem Fall entstehen Mehrkosten für den anderen Hundebesitzer, für die du haftest. (4)

Wenn du mit deinem Hund in einer Mietwohnung wohnst oder in einem Hotel untergekommen bist, dann sollte deine Haftpflichtversicherung im Falle eines Schadens, die Kosten übernehmen. Allerdings müssen wir darauf hinweisen, dass Abnutzungsspuren bei den Tarifen nicht mit inbegriffen sind. Falls du deinen Hund gerne mit in den Urlaub mitnimmst und dieselben Versicherungsbedingungen im Ausland haben willst, solltest du das ebenfalls bei Vertragsschluss beachten.

Welche Hunderassen sind von der Hundehaftpflicht betroffen?

Eine Hundehaftpflicht ist zum Teil abhängig von der Hunderasse deines Hundes. Die Hundehaftpflicht kann für Hundebesitzer mit gefährlich eingestuften Hunden verpflichtend sein. Außerdem gibt es in einigen Fällen noch zusätzliche Sonderregelungen.

Welche Hunde gehören zu Listenhunde?

Als Listenhunde werden Hunde bezeichnet, deren Hunderasse als gefährlich eingestuft werden. Bei Listenhunde ist die Summe der Haftpflichtversicherungen meistens höher, da von einer erhöhten Gefahr für Personen-, Sach- und Vermögensschaden ausgegangen wird. Für Listenhunde wird eine Kampfhundhaftpflichtversicherung vorausgesetzt. (5)  Zu den bekannteren Hunderassen, die als Listenhunde gelten, zählen beispielsweise:

  • American Staffordshire Terrier
  • Bullterrier
  • Pitbull Terrier
  • Staffordshire Bullterrier
  • Cane Corso.

Was wird angegeben, wenn die Hunderasse unbekannt ist?

Wenn die Hunderasse deines Hundes unbekannt ist, weil dein Hund ein Mischlingshund ist, musst du die Hunderasse angeben, die am wahrscheinlichsten auf deinen Hund zutrifft. Die Hunderasse lässt sich durch oftmals durch das Fell und die Körperstatur bestimmen. Bei Ungewissheit kannst du dich an einen Tierarzt wenden, der dir beim Bestimmen der Hunderasse hilft.

Was ist für Therapiehunde vorgeschrieben?

Therapiehunde sind speziell ausgebildete Hunde, die während einer Therapie eingesetzt werden. Daher ist für viele Menschen unklar, welche Hundehaftpflicht bei Therapiehunden benötigt wird. Therapiehunde werden jedoch wie gewöhnliche Haustiere haftpflichtversichert.

Was gilt für Züchter?

Die Hundehaftpflicht für Züchter wird auch als Zwingerhaftpflicht bezeichnet. Die Zwingerhaftpflicht umfasst keinen einzelnen Hund, sondern mehrere Hunde unter einer Versicherung.

Welpen müssen bei einer generellen Hundehaftpflicht ab 4 Monaten versichert sein. (Bildquelle: Unsplash / Nathalie Spehner)

Auch neugeborene Welpen werden dazu gezählt. Hierbei übernimmt die Versicherung ebenfalls die Kosten von Personen-, Sach- und Vermögensschaden.

Welche Bestimmungen gibt es für Jagdhunde?

Bei Jagdhunden wird eine spezielle Jagdhaftpflicht benötigt. Bei dieser Haftpflichtversicherung ist nicht nur der Jäger versichert, sondern auch sein Jagdhund. Diese Hundehaftpflicht für Jagdhunde deckt Schäden, die während einer Jagd verursacht werden, aber auch die Schäden im privaten Rahmen.

Welche finanziellen Aspekte sollte bei einer Hundehaftpflicht beachtet werden?

Je nach finanzieller Situation gibt es auch bei der Hundehaftpflicht Unterschiede. Daher ist es wichtig, dass du dich im Vorfeld darüber informierst, welche Hundehaftpflicht für dich geeignet ist.

Was ist eine Hundehaftpflicht ohne Selbstbeteiligung?

Eine Selbstbeteiligung bei der Hundehaftpflicht führt dazu, dass Versicherungsbeiträge gesenkt werden. Jedoch stimmt der Hundebesitzer bei Vertragsschluss zu, dass er sich im Schadenfall an den Kosten beteiligt.

Falls du dich also für eine Hundehaftpflicht ohne Selbstbeteiligung entscheidest, werden sämtliche Schadenskosten von der Versicherung übernommen. In diesem Fall zahlst du aber auch höhere Beiträge für die Versicherung. Grundsätzlich ist aber eine Selbstbeteiligung empfehlenswert, weil dadurch mehr Kosten gespart werden.

Wird die Hundehaftpflicht bei Hartz IV angerechnet?

Falls du Hartz IV beziehst, solltest du wissen, dass die Hundehaftpflicht nicht vom Einkommen absetzbar ist. Die Hundehaftpflichtversicherung sowie die Haltung von Tieren gehört nicht zu Sicherung des Lebensunterhalts. (6) Daher besteht die Gefahr, dass dein Hartz4-Satz gemindert wird. Um jedoch sicherzugehen, solltest du dich regelmäßig über die aktuelle Gesetzeslage informieren.

Wie lässt sich Geld sparen?

Auch bei Hundehaftpflichtversicherungen lässt sich Geld sparen, wenn du sinnvoll vorgehst. Falls du mehrere Hunde hast, solltest du beim selben Anbieter bleiben, da sich der Versicherungsbeitrag verringern kann.

Falls sich die Versicherungskonditionen deines Vertrages verschlechtern, solltest du deinen Anbieter wechseln. Hierbei solltest du die Kündigungsfrist deiner Hundehaftpflichtversicherung beachten.

Wie hoch sollte die Deckungssumme der Hundehaftpflicht sein?

Die Beiträge für eine Hundehaftpflicht können stark variieren. Oftmals hängt der Tarif von der Deckungssumme ab. Grundsätzlich ist eine Deckungssumme von mindestens 5 Millionen Euro empfehlenswert.

Du solltest eine Versicherung mit einem genügend hohen Versicherungsbetrag auswählen. (Bildquelle: pixabay / PicsbyFran)

Bei der Wahl eines falschen Tarifs drohen viele Kosten bei Schaden. Deshalb solltest du nicht bei der Deckungssumme deiner Hundehaftpflicht sparen. Um einen guten Überblick zu bekommen, solltest du die Angebote von den Versicherungsanbietern sorgsam vergleichen.

Schadensbeispiel: Wo greift die Haftpflichtversicherung ein?

Damit du ein besseres Verständnis für die Notwendigkeit von einer Haftpflichtversicherung bekommst, haben wir dir einige konkretere Beispiele für Schäden erläutert.

Bissverletzung

Wenn ein Hund eine andere Person beißt, kann der Geschädigte Schmerzensgeld oder Schadensersatz fordern. (7) Dieser Schadensersatz oder das Schmerzensgeld muss vom Hundebesitzer bezahlt werden, es sei denn der Hundebesitzer hat im Vorfeld eine Hundehaftpflicht abgeschlossen.

Je nach Tarif wird die gesamte Schadenshöhe entweder nur vom Versicherungsunternehmen gezahlt oder mit einer zusätzlichen Selbstbeteiligung des Hundehalters.

Eigenschäden

Eine Sonderregelung bei einer Hundehaftpflicht gibt es jedoch bei Eigenschäden. Wenn dein eigener Hund dich beißt, fällt das unter den Begriff Eigenschäden. Die Hundehaftpflicht übernimmt hierbei keine Schadenskosten und müssen vom Hundebesitzer selbst getragen werden. (8) Personen, die im selben Haushalt leben, werden auch bei dieser Sonderregelung hinzugezogen.

Fazit

Abschließend ist festzuhalten, dass Hundebesitzer für die Schäden, die durch den Hund entstehen haften. Hundehaftpflicht beinhaltet vor allem Personen-, Sach- und Vermögensschaden. Versicherungen sind zur finanziellen Absicherung sinnvoll. Die Deckungssumme deines Vertrages sollte bei mindestens 5 Millionen Euro sein.

In Deutschland besteht in vielen Bundesländern eine Hundehaftpflicht, insbesondere für sogenannte Listenhunde besteht eine Versicherungspflicht. Falls dein Hund nicht reinrassig ist, kannst du dir von einem Tierarzt zur Bestimmung der Hunderasse helfen lassen.

Bildquelle: 57894358/ 123rf

Einzelnachweise (8)

1. Wagner, F. (2017): Stichwort: Haftpflichtversicherung. In: Gabler Versicherungslexikon. Aufgerufen am: 11.04.2021.
Quelle

2. $833 Bürgerliches Gesetzbuch - Haftung des Tierhalters. Aufgerufen am 11.04.2021.
Quelle

3. Kunst (2019), zititert nach de.statista.com: Umfrage in Deutschland zum Besitz einer Hundehaftpflichtversicherung 2017. Aufgerufen am 11.04.2021
Quelle

4. Der Hund (Hrsg.): Hierauf solltest du bei einer Hundehalterversicherung achten. Aufgerufen: 11.04.2021
Quelle

5. Bußgeldkatalog (2021): Kampfhunde - Vorschriften zur Haltung in Deutschland. Aufgerufen am 11.04.2021.
Quelle

6. Jana Hacker (2020): Keine Hunde für Hartz IV Empfänger? Hundehaftpflicht nicht absetzbar. Aufgerufen am: 11.04.2021.
Quelle

7. Ergo(Hrsg): Wenn Hunde beißen. Aufgerufen am 11.04.2021.
Quelle

8. https://www.die-hundehaftpflicht.de/hundehaftpflicht-leistungen/ Aufgerufen am: 11.04.2021
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Lexikon
Wagner, F. (2017): Stichwort: Haftpflichtversicherung. In: Gabler Versicherungslexikon. Aufgerufen am: 11.04.2021.
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Gesetzestext
$833 Bürgerliches Gesetzbuch - Haftung des Tierhalters. Aufgerufen am 11.04.2021.
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Statistik
Kunst (2019), zititert nach de.statista.com: Umfrage in Deutschland zum Besitz einer Hundehaftpflichtversicherung 2017. Aufgerufen am 11.04.2021
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Magazinartikel
Der Hund (Hrsg.): Hierauf solltest du bei einer Hundehalterversicherung achten. Aufgerufen: 11.04.2021
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Artikel
Bußgeldkatalog (2021): Kampfhunde - Vorschriften zur Haltung in Deutschland. Aufgerufen am 11.04.2021.
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Artikel
Jana Hacker (2020): Keine Hunde für Hartz IV Empfänger? Hundehaftpflicht nicht absetzbar. Aufgerufen am: 11.04.2021.
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Artikel
Ergo(Hrsg): Wenn Hunde beißen. Aufgerufen am 11.04.2021.
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Internetquelle
https://www.die-hundehaftpflicht.de/hundehaftpflicht-leistungen/ Aufgerufen am: 11.04.2021
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