internet-überlastet
Zuletzt aktualisiert: 14. Mai 2021

Plagt dich momentan dein Internet? Bei dir ruckelt und stockt der Stream, der Ladebalken bleibt minutenlang auf derselben Stelle stehen und einen Video-Call willst du gar nicht erst annehmen? Dann scheint etwas mit deiner Verbindung nicht zu stimmen.

Du rätselst nun, ob dein Internet verstopft und überlastet oder einfach nur zu langsam ist. Auf diese und weitere Fragen werden wir im Folgenden eingehen. Oftmals reichen schon ein paar kleinere Handgriffe, um dem eingeschlafenen Datenverkehr einen Anschub zu verpassen. Vielleicht helfen dir unsere 5 Tipps und Tricks ja bei deinem Problem.




Das Wichtigste in Kürze

  • Die meisten Haushalte surfen nur mit der Hälfte der vereinbarten Maximalgeschwindigkeit und leiden damit unter langsamen Datenverkehr.
  • Das Coronavirus und der Lockdown haben dazu beigetragen, dass das Internet mehr denn je genutzt und beansprucht wird. Jedoch versichern die Provider einen nahezu reibungslosen Ablauf mit einem stabilen Netz.
  • In den meisten Fällen reichen schon ein paar einfache Tipps und Tricks, um die Geschwindigkeit deines Internets wieder zu beschleunigen. Dazu musst du absolut kein Computerprofi sein.

Hintergründe: Was du über die Geschwindigkeit deines Internets wissen solltest

Das Internet ist aus unserer heutigen Zeit kaum wegzudenken und gestaltet nicht nur unsere Freizeit, sondern auch unser Arbeitsleben. Wenn dann beim gemütlichen Filmabend der Film ständig stockt oder im Homeoffice das Skype-Gespräch ruckelt, liegen die Nerven blank.

In vielen Haushalten ist das Problem allzu gut bekannt. Doch was ist letztendlich der Grund für diese Misere? In dem nachfolgenden Abschnitt gehen wir auf mögliche Ursachen ein.

Ist dein Internet überlastet oder zu langsam?

Wenn sich der Download-Balken einfach nicht mehr weiterbewegt und das Streamen auf dem PC zu einer einzigen Tortur wird, dann stellt sich die Frage: Was ist mit meinem Internet los? In diesem Fall gibt es 2 mögliche Ursachen, die das Surfen im Internet beeinträchtigen.

Überlastetes Internet

Sofern nur bestimmte Programme nicht richtig arbeiten, handelt es sich meistens um eine Überlastung aufseiten der Anbieter. Bei erhöhtem Aufkommen von Usern auf einer Webseite oder einem Programm kann es passieren, dass der Server lahmgelegt wird. Dies ist der Fall, wenn die Anbieter auf ihren Plattformen mit einem so hohen “Ansturm” nicht gerechnet haben und die dafür vorgesehenen Server nicht standhalten können.

Beispiel:  Dieser Fall kann beispielsweise bei einem online Vorverkauf auftreten. Vor allem bei populären Produkten, auf die viele Menschen schon Monate bzw. Jahre gewartet haben. Zu dieser Zeit strömen viele User auf eine Website und versuchen gleichzeitig einen Artikel zu erwerben. Durch diese Vielzahl an Klicks und Aktivitäten auf der Seite kommt es meist zu einem Zusammenbruch, da der Server dieses hohe Aufkommen nicht tragen kann.

Zu langsames Internet

Dein Internet ist zu langsam, sofern dein Problem nicht nur eine bestimmte Website betrifft, sondern deine gesamte Surfleistung beeinträchtigt ist. Fällt dir auf, dass das Downloaden und Uploaden verhältnismäßig viel Zeit beansprucht und kein Stream mehr wirklich reibungslos durchläuft?

In vielen Verträgen sind beispielsweise Internet und Festnetz verbunden, weshalb sich durch die Einschränkung selbst beim telefonieren Schwierigkeiten ergeben. Sobald sich an allen Ecken Probleme auftun, ist deine Verbindung beeinträchtigt. Langsames Internet betrifft daher jede mögliche Aktion, welche du im Internet ausführen willst.

Woran erkennst du, ob dein Internet zu langsam ist?

Du wunderst dich wahrscheinlich warum du trotz Highspeed-Internetanschluss langsames Internet hast. Mit dieser Frage stehst du nicht alleine da. Tatsächlich ist das Internet in den meisten Haushalten zu langsam und bietet nicht die Geschwindigkeit, welche in den Werbespots der Anbieter versprochen wurde.

internet-überlastet

In den meisten Haushalten ist das Internet zu langsam. Mit Hilfe des Speed-Tests kannst auch du herausfinden welche Leistung deine Internetverbindung erbringt. (Bildquelle: Unsplash / Chris Liverani)

Die Bundesnetzagentur hat im Jahr 2019 ein erschreckendes Fazit gezogen. Nur ca. 16 % der Internetnutzer surfen zu Hause mit der maximalen Datengeschwindigkeit. Weit mehr als die Hälfte der Haushalte erhalten gerade einmal 50 % der vereinbarten Internetleistung. (1)

Mit Hilfe des sogenannten Speed-Tests der Bundesnetzagentur findest du schnell und einfach heraus wie viel dir normalerweise bei deinem Anbieter und deinem Tarif tatsächlich zusteht.

Gleichzeitig kannst du deine aktuelle Geschwindigkeit messen lassen und diese anschließend miteinander vergleichen. So erhältst du ganz unkompliziert einen Überblick über deine derzeitige Lage und kannst dementsprechend Maßnahmen einleiten.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Coronavirus und der Überlastung meines Internets?

In Zeiten von Lockdown und Homeoffice übernimmt das Internet zu Hause eine essenzielle Rolle. Durch die anhaltende Pandemie und dem einhergehenden Lockdown, findet der Großteil des Lebens nun zu Hause, in den eigenen vier Wänden, statt. Mehr als 10 Millionen Berufstätige arbeiten derzeit im Homeoffice und die Zahl steigt stetig. (2, 3)

internet-überlastet

Seit Beginn der Pandemie steigt die Homeoffice-Nutzung stetig. Immer mehr Berufstätige arbeiten mittlerweile von zu Hause. (Bildquelle: Unsplash / Justin Schwartfigure)

So kann es auch mal vorkommen, dass die Eltern im Homeoffice sitzen, während die Kinder nebenan gerade Homeschooling haben. Die aktuelle Lage ist eine absolute Ausnahmesituation für viele Provider, auf die sich nach und nach eingestellt werden muss. Auch diverse Kommunikationsdienste wie Zoom oder Microsoft Teams müssen sich auf die erhöhte Anzahl an Usern zunächst einstellen. (4)

Anfangs wurden daher bei verschiedenen Streaming Diensten die Bandbreite verringert. Diese Drosselung soll eine Überlastung der Webseiten verhindern und die Internetverbindungen entlasten. Netzanbieter, wie Telekom, Vodafone, O2 und viele andere, bauen in dieser Krise verstärkt ihre Kapazitäten aus und versichern ihren Kunden damit ein stabiles Netz. (5, 6)

Internet zu langsam: 5 effektive Tipps und Tricks für ein schnelleres Internet

Langsames Internet kann frustrierend sein. Vor allem, wenn die beworbene Datengeschwindigkeit des Providers nicht einmal annähernd erreicht wird. Wir zeigen dir im Folgenden ein paar Tipps und Tricks, die dir dabei helfen sollen, dein Internet wieder in Schwung zu bringen. Oftmals reichen dabei schon ein paar Handgriffe, um das eingeschlafene Datentempo wieder anzukurbeln.

Denn selbst hinter kleinen Ursachen verstecken sich meist große Probleme. Teilweise sorgen schon kleine Änderungen bei deinem Computer, dem Router oder dem WLAN für ein schnelleres Internet. Diese Fehler lassen sich leicht beheben und du musst dafür auch garantiert kein IT-Profi sein.

Speed-Test durchführen

Den sogenannten Speed-Test von der Bundesnetzagentur (BNetzA) haben wir zuvor schon kurz angesprochen. Dieser Test nimmt eine Breitbandmessung deines Internetzugangs vor. Als Ergebnis erhältst du eine Einsicht in deine tatsächliche Datenübertragungsrate. Mit Hilfe deiner Daten über den Netzanbieter und deinem gewählten Tarif kann gleichzeitig die eigentliche Datenübertragungsrate ermittelt werden, welche normalerweise für deinen Zugang vorgesehen wäre. (7)

Mit diesen Informationen gelingt dir demnach ein direkter Vergleich. Sollten sich starke Ungereimtheiten ergeben, ist dieser Test ein gültiger Nachweis, den du bei deinem Netzanbieter vorlegen kannst. Die vertraglich festgelegte Leistung wurde dem her bei großen Abweichungen nicht erbracht.

Starte eine Messkampagne an 2 unter- schiedlichen Tagen.

Um möglichst genaue Ergebnisse zu erzielen empfiehlt die BNetzA mindestens 10 Messungen an 2 unterschiedlichen Tagen (innerhalb von 14 Tagen) durchzuführen. Dein Computer sollte bei den Messungen mit einem Netzwerkkabel an dem Router angeschlossen werden, um korrekte Messergebnisse zu gewährleisten. Bei genauer Durchführung des Speed-Tests können Minderleistungen effektiv nachgewiesen werden. (8)

Problemquellen ausschließen

Häufig verringert sich das Speed-Volumen durch ganz banale Ursachen. Nicht immer ist die Internetleitung der Grund für ein langsames Internet. Versuche daher zunächst ganz einfache Problemquellen aus dem Weg zu schaffen.

Es könnte sein, dass zu viele Cookies in deinem Browser den Zugang verstopfen oder diverse Antivirusprogramme und laufende Updates die Datengeschwindigkeit ausbremsen. Die häufigste Ursache bei langsamen Datenverkehr ist die Einstellung vom Router. Aus diesem Grund sollten die nachfolgenden Punkte bei der Problemsuche auf keinen Fall fehlen.

Router überprüfen

Der Standort des Routers ist eine der häufigsten Fehlerquellen bei langsamen Internetverbindungen. Achte, wo genau dein Router platziert ist. Steht er hinter einem Aquarium oder ist er womöglich weit vom Arbeitszimmer platziert worden? Dann solltest du den Standort schleunigst ändern, denn deine Geschwindigkeit geht innerhalb der Funkfrequenzen verloren.

Der Router sollte stets zentral in der Wohnung oder im Haus aufgestellt und von möglichen Störfaktoren, wie Wasser oder Metall, ferngehalten werden.

Des Weiteren kannst du in der Bedienoberfläche des Routers die Leistung auf 5 Gigahertz hochschalten. Diese kleine Änderung sollte dir einen echten Anschub liefern. Sollte diese Einstellung auf deinem Gerät nicht zu finden sein, ist dein Router womöglich veraltet und muss durch ein neueres Modell ersetzt werden. In den meisten Fällen tauschen die Netzanbieter die Router kostenfrei aus.

Router-Endgerät-Connection überprüfen

Funkstörungen sind jedoch nicht immer nur in der Verbindung zwischen dem Router und dem Internet zu finden. Es kann auch vorkommen, dass die Verbindung zwischen einem Endgerät und dem Router gestört ist.

Daher prüfe zunächst mit anderen Endgeräten, ob dasselbe Problem auch hier besteht. Meistens reicht es schon die Verbindung für kurze Zeit zu kappen. So wird dein Endgerät gezwungen sich wieder neu mit dem Internet zu verbinden.

Priorisierung festlegen

Um einen reibungslosen Arbeitsalltag im Homeoffice zu gewährleisten ist eine gute Internetverbindung unerlässlich. Wenn die ganze Familie zu Hause ist und alle gleichzeitig Zugriff auf das Internet haben, kann es schon mal vorkommen, dass gewisse Engpässe entstehen. In diesem Fall ist es ratsam eine Priorisierung festzulegen.

Dies kann im Haushalt nach Absprache festgelegt oder direkt im Router für alle eingestellt werden. Im Router können Verbindungen nach Abstufung ihrer Berechtigung zugeordnet werden. Während der regulären Arbeitszeit haben die Programme, welche Job relevant sind, eine hohe Berechtigung. Wie zum Beispiel Zoom und Microsoft Teams.

Video-Streaming und Online-Spiele haben in dieser Zeit dagegen eine eher geringere Berechtigung. Mit Hilfe dieser Priorisierung sind die "wichtigen" Verbindungen vor auftretenden Engpässen geschützt.

Signalverstärker zwischen schalten

Sollten die bisherigen Tricks noch nicht wirklich geholfen haben, besteht die Möglichkeit mit Hilfe von WLAN-Repeatern und Powerline-Adaptern die Reichweite der Verbindung zu erhöhen. Diese Zusatzgeräte werden zwischengeschaltet und erhöhen damit großflächig den Datendurchsatz.

  • WLAN-Repeater sorgen für eine Vergrößerung des WLAN-Bereiches, jedoch verlangsamen sie oftmals die Reaktionszeit des Internets. Leider brauchen Webseiten nun etwas länger um sich aufzubauen, sind dann aber viel stabiler als vorher.
  • Powerline-Adapter sind dagegen sehr effizient und schaffen eine grundlegende Stabilität, da die Internetverbindung durch sogenannte LAN-Kabel erfolgt. Solange du mit diesem Kabel verbunden bist, ist es egal wie weit dein Router von deinem Arbeitszimmer entfernt ist.

Wähle hier die Option, die für dein Problem am sinnvollsten ist. Um das Arbeiten im Homeoffice reibungslos zu gestalten, bietet sich vor allem der Powerline-Adapter an.

Provider benachrichtigen

Solltest du dennoch keine Verbesserung bemerken, ist es an der Zeit sich bei deinem Provider zu melden. Meistens hilft schon ein neuer Router oder ein anderes Kabel. Um professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, solltest du zunächst bei dem Störungsdienst deines Netzanbieters anrufen. Hier wird dir schneller geholfen als bei der allgemeinen Kunden-Hotline.

Dranbleiben lautet hier die Devise.

Lass dich auf keinen Fall zu lange hinhalten und poche auf Abhilfe. Sollte der Kundendienst keinen Fehler finden, muss der Techniker kommen. In diesem Fall ist häufig die Verkabelung Schuld an der mieseren Lage.

Sollte die Internetleistung nachweislich den zugesicherten Standards im Vertrag nicht gerecht werden, solltest du deinen Provider darüber in Kenntnis setzen und eine Frist von 14 Tagen festlegen. Innerhalb dieser Frist sollte Abhilfe geschaffen werden. Ist dies nicht der Fall, besteht die Möglichkeit zur außerordentlichen Kündigung auch innerhalb der Laufzeit(9)

Fazit

Wenn das Surfen im Internet nicht reibungslos funktioniert, kann das schon mal ordentlich an die Nerven gehen. Vor allem in der jetzigen Situation sind wir auf die online Kommunikation angewiesen. Das Internet gestaltet mittlerweile unseren Alltag, egal ob im Homeoffice, Homeschooling oder abends auf der Couch.

Langsames Internet solltest du deshalb nie einfach so hinnehmen. Ist die Leistung nachweislich nicht vertragskonform, ist der Netzanbieter dazu verpflichtet, sich um dein Problem schnellstens zu kümmern. Melde dich umgehend bei deinem Provider, sofern es dir nicht gelingt die Geschwindigkeit selbstständig wieder anzukurbeln.

(Titelbild: 133714910 / 123rf)

Einzelnachweise (9)

1. bundesnetzagentur.de: Jahresbericht 2019, Netze für die digitale Welt, 31.12.2019
Quelle

2. bitkom.org: Mehr als 10 Millionen arbeiten ausschließlich im Homeoffice, Bastian Pauly, 08.12.2020
Quelle

3. statista.com: Anteil der im Homeoffice arbeitenden Beschäftigten in Deutschland vor und während der Corona-Pandemie 2020 und 2021, Hans-Böckler-Stiftung
Quelle

4. news.microsoft.com: Alle Infos zu COVID-19 – so unterstützt Microsoft,
Quelle

5. spektrum.de: Überlastet die Pandemie das Internet?, Eike Kühl, 25.03.2020
Quelle

6. telekom.com: Wir sind für euch da!, Henrik Schmitz, 10.12.2020
Quelle

7. breitbandmessung.de: Breitbandmessung der Bundesnetzagentur
Quelle

8. breitbandmessung.de: Fragen & Antworten Breitbandmessung
Quelle

9. verbraucherzentrale.nrw: Internet langsam: Das können Sie tun, 08.04.2021
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

Jahresbericht 2019
bundesnetzagentur.de: Jahresbericht 2019, Netze für die digitale Welt, 31.12.2019
Gehe zur Quelle
Mehr als 10 Millionen arbeiten ausschließlich im Homeoffice
bitkom.org: Mehr als 10 Millionen arbeiten ausschließlich im Homeoffice, Bastian Pauly, 08.12.2020
Gehe zur Quelle
Anteil der im Homeoffice arbeitenden Beschäftigten in Deutschland vor und während der Corona-Pandemie 2020 und 2021
statista.com: Anteil der im Homeoffice arbeitenden Beschäftigten in Deutschland vor und während der Corona-Pandemie 2020 und 2021, Hans-Böckler-Stiftung
Gehe zur Quelle
Alle Infos zu COVID-19 – so unterstützt Microsoft
news.microsoft.com: Alle Infos zu COVID-19 – so unterstützt Microsoft,
Gehe zur Quelle
Überlastet die Pandemie das Internet?
spektrum.de: Überlastet die Pandemie das Internet?, Eike Kühl, 25.03.2020
Gehe zur Quelle
Wir sind für euch da!
telekom.com: Wir sind für euch da!, Henrik Schmitz, 10.12.2020
Gehe zur Quelle
Breitbandmessung der Bundesnetzagentur
breitbandmessung.de: Breitbandmessung der Bundesnetzagentur
Gehe zur Quelle
Fragen & Antworten Breitbandmessung
breitbandmessung.de: Fragen & Antworten Breitbandmessung
Gehe zur Quelle
Internet langsam: Das können Sie tun
verbraucherzentrale.nrw: Internet langsam: Das können Sie tun, 08.04.2021
Gehe zur Quelle
Testberichte