Kündigungsfrist Wohnung
Zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2021

Ständig bist du von Deadlines umgeben, sei es in der Arbeit oder bei persönlichen Projekten. Vor allem bei den Kündigungsfristen für Wohnungen solltest du einen guten Überblick haben. Manche dieser Fristen schützen dich als Mieter und andere sind unübersichtlich lang.

In unserem Ratgeber erfährst du, welche Kündigungsfristen bei Wohnungen relevant sind. Darunter beantworten wir Fragen zu speziellen Kündigungsfristen, welche Gründe zu einer fristlosen Kündigung führen können und sonstige Fragen rund um die Kündigung des Mietvertrags.




Das Wichtigste in Kürze

  • Allgemein kannst du als Mieter innerhalb 3 Monate kündigen. Je länger das Mietverhältnis ist, umso länger wird die Kündigungsfrist für den Mieter.
  • Bei Mieterhöhung, Wohnungssanierung, gesundheitliche Gefährdung oder Tod eines Mieters gelten besondere Kündigungsfristen für den Mieter.
  • Vermieter haben es schwerer zu kündigen. Sie benötigen immer einen Kündigungsgrund und für sie gelten strengere Kündigungsfristen und Kündigungsgründe.

Hintergründe: Welche Kündigungsfristen gibt es bei Wohnungen zu beachten?

In unserem Ratgeber findest du die wichtigsten Informationen bezüglich den verschiedenen Kündigungsfristen bei Wohnungen.

Welche verschiedenen Arten von Kündigungsfristen bei Wohnungen gibt es?

Dadurch, dass das Mietrecht viele Informationen in sich trägt und für den normalen Bürger nicht übersichtlich ist, geben wir dir hiermit einen generellen Überblick über die verschiedenen Arten von Kündigungsfristen.

  • ordentliche Kündigung seitens Mieter
  • außerordentliche Kündigung seitens Mieter und Vermieter
  • Sonderkündigungsgründe

Welche Kündigungsfristen gelten für Mieter?

  • gesetzliche Kündigungsfrist für Mieter: 3 Monate
  • Verlängerung um jeweils 3 Monate (ab dem 5. bzw. 8. Jahr)

Es gilt für den Mieter eine gesetzliche Kündigungsfrist von 3 Monaten (12 Wochen). Sprich, wenn du vorhast am 30. Juni auszuziehen, sollte die Kündigung des Mietvertrags zum folgenden Stichtag, den dritten Werktag im April, eingehen.

Als Werktage zählen alle Wochentage außer Sonntag.

Jedoch verlängert sich die Kündigungsfrist jeweils um drei Monate nach der Überlassung der Wohnung. In unserem Beispiel würde dann die Kündigung erst am dritten Werktag im Januar (ab dem 5. Jahr) bzw. am dritten Werktag im Oktober des Vorjahres (ab dem 8. Jahr) eingehen müssen. (1)

Gibt es besondere Fristen für Mieter?

Bei einem gewissen Sonderkündigungsgrund gelten für den Mieter besondere Fristen. Darunter zählen folgende Gründe:

  • Mieterhöhung: Als Mieter kannst du außerordentlich mit Ablauf des zweitfolgenden Monats kündigen. (2)
  • Modernisierung der Wohnung: Wenn dein Vermieter eine umfangreiche Sanierung - kleinere Reparaturen zählen darunter nicht - ankündigt, kannst du auch zum Ablauf des übernächsten Monats kündigen. (3)
  • Gesundheitliche Gefährdung: Darunter zählen Schimmel oder eine Baufälligkeit aufgrund einer ernsten gesundheitlichen Bedrohung. Die Kündigungsfrist in solchen Fällen entfällt komplett. (4)
  • Tod eines Mieters: Beim Todesfall eines Mieters kann die gemeinsam bewohnte Wohnung binnen eines Monats mit der gesetzlichen Frist gekündigt werden. Hat der Mieter allein gelebt, so geht der Mietvertrag auf die Erben über. (5)

Welche Kündigungsfristen gelten für Vermieter?

Allgemein darf der Vermieter nicht kündigen, jedoch gibt es Ausnahmen dafür. Je nachdem wie lange das Mietverhältnis mit dem Mieter besteht, richtet sich die Kündigungsfrist danach. Umso länger das Mietverhältnis, desto länger wird die Kündigungsfrist. (1, 6)

Dauer des Mietverhältnisses Kündigungsfrist
bis 5 Jahre 3 Monat
5 bis 8 Jahre 6 Monate
ab 8 Jahre 9 Monate

Gibt es besondere Fristen für Vermieter?

Für den Vermieter gibt es eher weniger besondere Fristen. Einerseits kann sich die Kündigungsfrist für den Vermieter verlängern, je nachdem wie lange das Mietverhältnis zum Mieter besteht.

Kündigungsfrist Wohnung

Die generelle gesetzliche Kündigungsfrist für Mieter beträgt 3 Monate. (Bildquelle: Unsplash / Michal Balog)

Andererseits gelten bei der Untervermietung von möblierten Wohnräumen kürzere Kündigungsfristen. Der Vermieter ist berechtigt bis zum 15. eines Monats zu kündigen, um bis zum Ablauf dieses Monats auszuziehen. (6)

Wann dürfen die Mietparteien fristlos kündigen?

Laut dem Gesetz ist jede Mietpartei dazu berechtigt das Mietverhältnis aus einem wichtigen Grund außerordentlich fristlos kündigen. Damit du alles auf einem Blick hast, haben wir die wichtigsten Gründe unten in zwei Listen dargestellt. (7)

Gründe für Vermieter:

  • wenn der Mieter die Hausordnung nicht akzeptieren will
  • wenn der Mieter ohne Genehmigung baut
  • Vertragsverletzung oder Betrug
  • wenn der Mieter den Hausfrieden stört

Gründe für Mieter:

  • Wohnung kann nicht wie im Vertrag vereinbart genutzt werden
  • erhebliche Mängel an der Wohnung z.B. verschimmelte Wände
  • Wohnung ist gesundheitsgefährdend z.B. bei schweren Schimmelbefall
  • Vertragsverletzung oder Betrug
  • wenn der Vermieter unerlaubt die Wohnung betritt
  • bei arglistiger Täuschung des Vermieters
  • wenn der Vermieter den Hausfrieden stört

Wann ist es erlaubt als Mieter der Kündigung zu widersprechen?

Der Mieter kann gegen eine Vermieterkündigung widersprechen indem er sie schriftlich einreicht. Wichtig ist es dabei nicht nur den oder die Härtegründe anzugeben, weshalb dem Mieter die Kündigung nicht zugemutet werden kann. Unter einem Härtegrund versteht man z.B. die Arbeitslosigkeit des Mieters.

Kündigungsfrist Wohnung

Bevor du aus deiner Mietwohnung ausziehen möchtest, musst du davor den Mietvertrag kündigen. (Bildquelle: Unsplash / Scott Graham)

Zum einen muss der Mieter den oder die Härtegründe, weshalb ihm die Kündigung nicht zugemutet werden kann. Zum anderen hat er eine Frist einzuhalten. In der besagten Frist muss der Vermieter den Widerspruch nicht später als 2 Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist erhalten. (8)

Kann ein Zeitmietvertrag (vorzeitig) außerordentlich gekündigt werden?

Generell kannst du einen Zeitmietvertrag nicht kündigen. Jedoch gibt es außerordentliche Gründe, die eine vorzeitige bzw. fristlose Kündigung rechtfertigen. Diese Gründe findest du in der oberen Frage. (9)

In welcher Form muss eine Kündigung erfolgen?

Laut dem Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 568 muss die Kündigung in schriftlicher Form erfolgen. Eine E-Mail wird in den meisten Fällen nicht ausreichend sein. Um sicherzugehen, dass die Kündigung rechtskonform ist, solltest du die Kündigung schriftlich verfassen und per Post verschicken. (10)

Fazit

Abschließend gesagt, sind Kündigungsfristen leicht zum Übersehen, wenn du keinen guten Überblick über das Thema hast. Jedoch ist es für dich als Mieter einer Wohnung viel leichter zu kündigen als für deinen Vermieter. Dieser benötigt einen Grund und für ihn gelten meistens auch viel längere Kündigungsfristen.

Diese Fristen werden länger, je länger das Mietverhältnis mit dem Mieter besteht. Zudem solltest du darauf achten, dass deine Kündigung rechtskonform schriftlich zu verschicken, damit sie gültig ist.

Titelbild: Unsplash / Erda Estremera

Einzelnachweise (10)

1. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 573c Fristen der ordentlichen Kündigung
Quelle

2. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 561 Sonderkündigungsrecht des Mieters nach Mieterhöhung
Quelle

3. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 555e Sonderkündigungsrecht des Mieters bei Modernisierungsmaßnahmen
Quelle

4. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 543 Außerordentliche fristlose Kündigung aus wichtigem Grund
Quelle

5. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 563a Fortsetzung mit überlebenden Mietern
Quelle

6. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 573 Ordentliche Kündigung des Vermieters
Quelle

7. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 569 Außerordentliche fristlose Kündigung aus wichtigem Grund
Quelle

8. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 574 Widerspruch des Mieters gegen die Kündigung
Quelle

9. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 575 Zeitmietvertrag
Quelle

10. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) § 568 Form und Inhalt der Kündigung
Quelle

Warum kannst du mir vertrauen?

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