Kurzfristige-Geldanlage
Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2020

Flexibilität ist bei vielen Menschen ausschlaggebend, wenn es um kurzfristige Geldanlagan geht. Eine festgelegte Laufzeit und Kündigungsfristen schrecken die meisten eher ab. Schließlich kann immer mal eine ungeplante Anschaffung anstehen.

Kurzfristige Geldanlagen können die optimale Lösung sein, wenn man jederzeit sein angelegtes Geld zur Verfügung haben möchte. Wir beantworten die meistgestelltesten Fragen und klären auf, was du bei kurzfristigen Geldanlagen beachten musst sowie welche Anlagen eine hohe Rendite haben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei kurzfristigen Geldanlagen ist das angelegte Geld im Idealfall täglich verfügbar. Die meisten kurzfristigen Geldanlagen haben eine Laufzeit von einem Jahr bis fünf Jahren, in denen der Anleger Zinsen erhält.
  • Es gibt eine Vielzahl von Anlegemöglichkeiten, bei denen die Zinsen hoch oder weniger hoch sind. Je nachdem für welche Möglichkeit man sich entscheidet, ist die Anlage sicherer und mit keinem Risiko verbunden.
  • Kurzfristige Geldanlagen sind nicht für jeden geeignet. Aus diesem Grund sollte man sich vorab über Kündigungsfristen bei der Anlagestelle sowie Mindest- und Maximalanlagesummen informieren.

Kurzfristige Geldanlagen: Was du wissen solltest

Wenn du kurzfristig Geld anlegen möchtest, gibt es einige Fakten und nützliche Tipps, die du unbedingt vorab kennen solltest. Wir haben dir die meist gestellten Fragen zusammengefasst, um Unklarheiten aus dem Weg zu räumen. Unsere Antworten sollen dir helfen, dich schnell in das Thema reinzulesen.

Was sind kurzfristige Geldanlagen?

Eine kurzfristige Geldanlage hat eine Laufzeit von einem Jahr bis fünf Jahren. Ein Anlagezeitraum von weniger als einem Jahr ist aber auch möglich.

Sie werden oft ausgewählt, wenn das angelegte Geld in ein paar Jahren für eine bestimmte Anschaffung genutzt werden soll. Das ist bei kurzfristigen Anlagen in der Regel möglich, weil das angelegte Geld für den Anleger immer verfügbar ist.

Für wen eignen sich kurzfristige Geldanlagen?

Planst du in naher Zukunft eine größere Investition, wie ein Auto, könnte eine kurzfristige Geldanlage genau das Richtige für dich sein. So besteht jederzeit die Möglichkeit, über das angelegte Geld zu verfügen und gleichzeitig Gewinn zu machen.

Kurzfristige Geldanlage

Informiere dich im Vorfeld darüber, ob eine Kündigungsfrist besteht und wenn ja, wie lange die Frist ist. (Bildquelle: Panumas / adobestock)

Auch Aktien-Investoren können in diversen Börsenphasen kurzfristig Geld investieren. Es ist sinnvoll, wenn man in Phasen, in denen Preise hoch sind, kurzfristig Geld anlegt. So kann man das Geld bei günstigeren Preisen anderwaltig investieren.

Was ist der Unterschied einer kurzfristigen Geldanlage im Vergleich zu einer langfristigeren Geldanlagen?

Geld anlegen ist nicht gleich Geld anlegen. Wenn du Geld anlegen möchtest, solltest du dich vorher über den Anlagenhorizont informieren. Der bestimmt, wie lang- oder kurzfristig die Anlage bestehen bleiben soll. Wir erklären dir den Unterschied zwischen einer kurzfristigen und langfristigen Geldanlage.

Dauer der Anlage Eigenschaften
Kurzfristige Geldanlage Laufzeit von einem Jahr bis zu fünf Jahren, flexibel, kontinuierliche Verfügbarkeit über das Geld, in der Regel keine Kündigungsfrist, es gibt Mindest- und Maximaleinlagen, vergleichsweise niedrige Zinsen
Langfristige Geldanlage Oftmals keine ständige Verfügbarkeit über das angelegte Geld, für den Vermögensaufbau geeignet, Laufzeit von mindestens zehn Jahren, höheres Risiko, hoher Gewinn möglich

Bei einer kurzfristigen Geldanlage beträgt die Laufzeit maximal fünf Jahre. Zwar sind die Zinsen in der Regel nicht hoch, dafür besteht eine flexible Verfügbarkeit über das angelegte Geld.

Meistens gibt es keine Kündigungsfrist für kurzfristige Geldanlagen, falls doch, beträgt sie maximal drei Monate. Zudem gibt es bei vielen kurzfristigen Geldanlagen Mindest- und Maximaleinlagen. Es muss also immer ein Mindestbetrag in der Anlage erhalten bleiben bzw. es darf nur eine Maximalsumme angelegt werden.

Bei einer langfristigen Geldanlage über mindestens zehn Jahre besteht meistens keine kontinuierliche Verfügbarkeit über das angelegte Geld. Dafür ist die Art der Geldanlage für den Vermögensaufbau geeignet, da die Chance besteht, über Jahre hohe Gewinne zu erzielen. Allerdings erfordern hohe Gewinne auch die Bereitschaft, Risiken einzugehen.

Welche kurzfristige Geldanlage ist am sichersten?

Tagesgeldkonten und Sparbücher gelten als besonders sichere Anlagemöglichkeiten. Bei diesen Anlagen besteht kein Risiko. Zudem hast du jederzeit die Möglichkeit, an das Geld zu kommen und es gibt keine Kündigungsfristen.

Aus diesem Grund sind beide kurzfristige Geldanlagen bei Privatanlegern in Deutschland weit verbreitet - auch wenn die Zinsen bei diesen zwei Anlagemöglichkeiten eher gering ausfallen. Ungefähr 0,17 Prozent Zinsen zahlen europäische Banken bei einer Geldanlage von rund 5.000 Euro.

Welche kurzfristige Geldanlage hat eine hohe Rendite?

Bei längeren Festgeldanlagen sind die Zinssätze enorm hoch. Allerdings kommst du nicht flexibel an das angelegte Geld ran. Bei kurzen Geldanlagen sollte sich jeder Anleger bewusste sein, dass sich ein kurzer Anlegezeitraum negativ auf die Höhe der Zinsen auswirkt.

Bei kurzen Geldanlagen spielen drei Faktoren zusammen: Die Rendite, Sicherheit und Liquidität (Verfügbarkeit). Allerdings muss man immer bei einem Faktor Abstriche machen, wenn man seinen Fokus auf einen anderen Faktor legt.

Wo kann ich kurzfristig Geld anlegen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wo du Geld unterschiedlich anlegen kannst. Zu den Orten gehören:

  • Filialbank
  • Direktbank

Das sind die zwei typischsten Orte, an denen du Geld kurzfristig anlegen kannst.

Was solltest du beachten, wenn du kurzfristig Geld anlegst?

Es ist wichtig, dass du dir von Anfang an im Klaren bist, wie lange das Geld in der Anlage gebunden ist. Bei diesem Punkt unterscheiden sich kurzfristige Geldanlagen enorm.

Bist du dir unsicher, ob du das Geld in der nächsten Zeit benötigst, solltest du zu einer kurzfristigen Anlage tendieren, bei der du flexibler bist. Auch mögliche Kündigungsfristen solltest du dir bewusst machen.

Kurzfristige Geldanlage

Kleiner Tipp: Du kannst auch verschiedene Anlagemöglichkeiten nutzen, um Geld kurzfristig anzulegen. (Bildquelle: m.mphoto / adobestock)

Zudem gibt es bei vielen kurzfristigen Geldanlagen Mindest- und Maximalanlagesummen. Je nachdem wie viel Geld du anlegen möchtest oder kannst, müssen die Summen zu deinem Budget passen.

Außerdem ist es definitiv eine Überlegung wert, Geld bei verschiedenen Anbietern kurzfristig anzulegen. So kannst du bei hohen Anlagesummen überall den maximalen Höchstsatz an Zinsen rausholen.

Welche Arten kurzfristiger Geldanlagen gibt es?

Wenn du kurzfristig Geld anlegen möchtest, hast du die Auswahl zwischen mehreren Anlegemöglichkeiten. Wir stellen dir die bekanntesten Möglichkeiten vor, um kurzfristig Geld anzulegen.

Anlegemöglichkeit Vorteile Nachteile
Tagesgeldkonto / Geldmarktfond hoher Zinssatz, keine Kündigungsfrist, Flexibilität, Geldsummen sind bis zu 100.000 Euro abgesichert Zusätzliche Kosten (z.B. Wertpapierdepot), schwankender Zinssatz
Sparbuch Flexible Einzahlung, Sparplan Kündigungsfrist, Bearbeitungsdauer, niedrige Zinsen, es muss oft ein Mindestbetrag auf dem Konto verbleiben
Festgeldanlage Hohe Zinsen, Geldsummen bis zu 100.000 Euro sind abgesichert kaum Flexibilität, feste Laufzeit, vertragliche Verpflichtungen
Kurzfristige Geldanlage an der Börse Die Möglichkeit eines hohen Gewinns besteht Nicht für Anfänger geeignet, es besteht die Möglichkeit, das angelegte Geld zu verlieren, keine Flexibilität, es wird eine längere Anlagedauer empfohlen, Kursschwankungen

Möchtest du mehr über die vier Möglichkeiten wissen, kannst du in den folgenden Abschnitten jeweils mehr dazu erfahren:

Tagesgeldkonto / Geldmarktfond

Tagesgeldkonto / Geldmarktfond

Tagesgeldkonten sind bei Direktbanken und Filialbanken möglich und können mit dem Girokonto verbunden werden. Dafür, dass die Bank das angelegte Geld beim Anleger leiht, bekommt er Zinsen.

Vorteile
  • Hohe Zinsen
  • Keine Kündigungsfrist
  • Geldsummen bis zu 100.000 Euro sind abgesichert

Nachteile
  • Abschluss eines Wertpapierdepots
  • Zusätzliche Kosten
  • Schwankender Zinssatz

Der wahrscheinlich größte Vorteil bei Tagesgeldkonten ist der hohe Zins. Allerdings bekommst du den in der Regel eher bei Filialbanken. Meistens liegen die Zinsen bei rund 0,5 und 1,7 Prozent.

Der Zinssatz ändert sich monatlich und wird von der Bank an den Markt angepasst. Demnach verändert die Bank regelmäßig die Konditionen und der Zinssatz wird meistens monatlich ausgezahlt.

Besonders attraktiv bei Tagesgeldkonten ist, dass es keine Kündigungsfrist gibt. Das ermöglicht den uneingeschränkten Zugriff auf das angelegte Geld.

Außerdem sind Tagesgeldkonten bis zu einer Geldanlage von 100.000 Euro pro Anleger abgesichert. Das gilt für Banken, die ihren Sitz in der Europäischen Union haben.

Bei sogenannten Geldmarktfonds, die oft von Filialbanken angeboten werden, muss zunächst ein Wertpapierdepot abgeschlossen werden. Das bringt zusätzliche Kosten mit sich.

Sparbuch

Sparbuch

Sparbücher kennt wohl jeder. Besonders bei Deutschen ist die Anlegemöglichkeit beliebt. Allerdings sind Sparbücher oft mit Mindestbeträgen gekoppelt, die auf dem Sparkonto verbleiben müssen.

Vorteile
  • Flexible Einzahlung möglich
  • Sparpläne möglich

Nachteile
  • Niedrige Zinsen
  • Eventuelle Kündigungsfrist
  • Mindestbetrag auf dem Konto

Ein Sparbuch ermöglicht eine flexible Einzahlung. Es kann aber auch zusammen mit der Bank ein geregelter Sparplan erstellt werden der vorgibt, in welchen Abständen wie viel Geld eingezahlt werden soll.

Allerdings erhält man bei einem Sparbuch niedrige Zinsen. Die Zinsen belaufen sich auf ungefähr 0,1 und 0,5 Prozent.

Möchte man das Sparbuch auflösen, ist meistens eine Kündigungsfrist von mehreren Monaten einzuhalten. Hast du über 2.000 Euro auf dem Sparkonto, beträgt die Kündigungsfrist mindestens drei Monate.

Es gibt aber auch Sparbücher ohne einer Kündigungsfrist. Trotzdem beträgt die Bearbeitungsdauer nach einer Kündigung mindestens einen Arbeitstag.

Festgeldanlage

Festgeldanlage

Festgeldanlagen ermöglichen weniger Flexibilität, dafür hohe Zinsen. Dennoch ist diese Anlegemöglichkeit eine interessante Alternative, wenn man das angelegte Geld für mehrere Jahre nicht benötigt.

Vorteile
  • Hohe Zinsen Geldsummen bis zu 100.000 Euro sind abgesichert

Nachteile
  • Festgelegte Laufzeit bzw. Vertragsdauer
  • Kaum Flexibilität
  • Keine Möglichkeit an das angelegte Geld zu kommen

Festgeldanlagen bieten dem Anleger hohe Zinsen. Umso länger die Laufzeit der Anlage ist, umso mehr Zinsen erhältst du. Demnach sind bei einer Laufzeit von mindestens einem Jahr Zinsen in Höhe von 3,3 Prozent durchaus möglich. Der Zinssatz wird zu Beginn festgelegt.

Die Laufzeit beträgt einen Monat bis zehn Jahre.

Genau wie bei einem Tagesgeldkonto sind Anlegesummen bis zu 100.000 Euro bei europäischen Banken abgesichert. Die Absicherung der Anlegesumme gilt pro Anleger.

Aufgrund der festgelegten Vertragsdauer, kommst du während der Laufzeit nicht an das angelegte Geld dran. Das schränkt die Flexibilität ein. Normalerweise werden Festgeldanlagen mit einer Laufzeit von mindestens drei Monaten angeboten.

Kurzfristige Geldanlagen an der Börse

Kurzfristige Geldanlagen an der Börse

Auch Aktien können als kurzfristige Geldanlage gesehen werden. Allerdings ist der Aktienkurs oft mehr Spekulation als eine Investition. Hast du kaum bis keine Erfahrung mit Aktien, ist diese Anlagemöglichkeit wohl eher nichts für dich.

Vorteile
  • Es besteht die Möglichkeit viel Geld zu gewinnen

Nachteile
  • Es besteht ein großes Risiko, das angelegte Geld zu verlieren
  • Nicht für Einsteiger geeignet
  • Es wird eine längere Anlagedauer empfohlen
  • Aktienkurs schwankt stetig
  • Keine Flexibilität

Bei Aktien besteht die Möglichkeit, dass sich der Kurs zum Positiven verändert, sodass du schlussendlich Gewinn machen kannst.

Allerdings ist das Risiko bei Aktien sehr hoch. Genauso gut kann es passieren, dass du dein angelegtes Geld bis auf den letzten Cent verlierst, wenn du Pech hast. Die Schwankungen des Kurses sind oftmals unberechenbar und können dir das Genick brechen.

Aus diesem Grund sind Aktien Anfängern nicht zu empfehlen. Als Einsteiger solltest du nur dann in Aktien investieren, wenn du das Geld übrig hast. Möchtest du das investierte Geld nach einem bestimmten Zeitraum wo anders investieren, ist von Aktien abzuraten.

Zudem bist du bei Aktien nicht flexibel. Demnach ist es nicht sinnvoll, seine erworbenen Aktien zu verkaufen, wenn sie zum Beispiel an Wert verloren haben. Die Geldanlage in Form von Aktien ist also für langfristige Anlagen effektiver.

Außerdem macht eine Investition in Aktien erst ab einem Betrag von 1.000 Euro Sinn. Überlege dir also gut, ob dir das Risiko wert ist, dein investiertes Geld zu verlieren.

Es gibt vier Anlegemöglichkeiten, zwischen denen du dich entscheiden kannst.

Fazit

Es gibt zahlreihe Möglichkeiten, um Geld kurzfristig anzulegen. Ob du den Fokus auf die Sicherheit, Liquidität oder Rendite legst, bleibt dir überlassen. Und egal für welche Anlagemöglichkeit du dich entscheidest, eine kurzfristige Geldanlage ist nie verkehrt.

Besonders zu empfehlen sind kurzfristige Geldanlagen bei verschiedenen Anbietern oder Geld in unterschiedliche Geldanlagen zu investieren. So wird das Risiko minimiert und es kann von allen Vorteilen der Geldanlagen profitiert werden. Ein kleiner Gewinn ist schließlich immer noch besser als kein Gewinn.

Bildquelle: Popov / 123rf

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