Mining Pools
Zuletzt aktualisiert: 8. Juni 2021

Im Laufe der Zeit hat sich die Anzahl an Nutzern im Bereich der Kryptowährungen immer weiter vermehrt. Dadurch entstand das Problem, dass für eine einzelne Person eine sehr hohe Rechenleistung erforderlich ist, um erfolgreich zu sein. Aus diesem Grund sind Mining Pools entstanden, die dazu genutzt werden, als gemeinsames Netzwerk mehr Erfolge generieren zu können.

In unserem Ratgeber erklären wir dir alles Wichtige rund um das Thema Mining Pools. Wir gehen darauf ein was Mining Pools sind und wie diese funktionieren. Wir erläutern außerdem die meist gestellten Fragen, beispielsweise wie sicher Mining Pools grundsätzlich sind.




Das Wichtigste in Kürze

  • Mining Pools sind Netzwerke, in denen sich verschiedene Miner zusammenschließen. Sie haben zum Ziel, ihre Chancen auf einen Block Reward zu erhöhen.
  • Entstanden sind Mining Pools aufgrund der immer mehr zunehmenden erforderlichen Rechenleistung. Durch den Zusammenschluss profitieren die Miner und erhöhen ihre Chancen auf Gewinne.
  • Für die Abrechnung in Mining Pools gibt es drei verschiedene Systeme. Je nach System erhalten die Miner entweder Festbeträge, Belohnungen, wenn es zu einer Generierung von Blöcken kommt oder auch beides in Kombination. Auch die Gebühren können je nach Anbieter ganz unterschiedlich ausfallen.

Hintergründe: Was du über Mining Pools wissen solltest

Wenn du einem Mining Pool beitreten möchtest, solltest du einige wichtige Punkte wissen. Im folgenden Beitrag werden wir dir erklären, was Mining Pools sind, wie diese funktionieren und weitere wichtige Dinge, die du wissen solltest.

Was ist ein Mining Pool?

Wir möchten dir zunächst zwei Begriffe definieren, die für die Erklärung von Mining Pools wichtig sind. Hierbei dreht es sich um Miner und Block Rewards.

  • Miner: Als Miner werden im Rahmen von Kryptowährungen Personen bzw. Computerbesitzer bezeichnet, die die Rechenleistung ihres Computers einem Peer-to-Peer-Netzwerk zur Verfügung stellen.(1) Miner schließen sich in Netzwerken zusammen, die sich Pools nennen. In diesen Netzwerken lösen sie Algorithmen, um dadurch neue Einheiten zu erschaffen.
  • Block Rewards: Wenn Miner als Erstes einen neuen Block überprüfen, erhalten sie neu generierte Einheiten der Kryptowährungen. Diese Einheiten gelten als Belohnung und werden Block Rewards genannt.(1) Neue Blöcke zu überprüfen bedeutet, dass Miner Algorithmen lösen, wodurch sie ihre Arbeitsleistung nachweisen. Dafür erhalten sie ihre Belohnung.

In einem Mining Pool schließen sich also verschiedene Miner zusammen, mit dem Ziel, ihre Chancen auf einen Block Reward zu erhöhen.

Wie funktionieren Mining-Pools?

Mining Pools sind dadurch entstanden, dass es in der Vergangenheit immer mehr Nutzer gab. Mit einem herkömmlichen Computer war es dadurch sehr schwierig, Belohnungen zu erhalten, da sehr viel Rechenleistung investiert werden musste.(2)

Mining Pools

In Mining Pools können sich viele Miner zusammenschließen und dadurch ihre Rechenleistung erhöhen. Gemeinsam können sie davon profitieren. (Bildquelle: Dmitry Demidko / Unsplash)

Durch Mining Pools schließen sich die Miner mit ihren Rechenleistungen zusammen und erhöhen dadurch ihre Chancen auf wertvolle Blocks. Wenn Mining Pools eine Belohnung erzielen, wird diese unter den Minern aufgeteilt. Wie viel jeder einzelne Miner erhält ist von verschiedenen Faktoren abhängig.

Zum einen ist es von der Rechenpower des Miners abhängig. Zum anderen gibt es verschiedene Abrechnungssysteme und unterschiedliche Pool-Gebühren. Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht, welche Abrechnungssysteme es gibt. Da diese häufig mit ihren Abkürzungen angegeben werden, zeigt die Tabelle die Arten der Abrechnungssysteme und die zugehörige Abkürzung.(3)

Abkürzung Bedeutung
PPS Pay-Per-Share
PPLNS Pay-Per-Last-N-Shares
PPS+ Pay-Per-Share-Plus

Die Bedeutung und Unterschiede von diesen drei Systemen erklären wir dir in den nächsten Kapiteln.

Die Organisation in Mining-Pools funktioniert so, dass jeder Mining-Pool normalerweise über einen Koordinator verfügt. Dieser hat ein Auge darauf, dass die Miner nicht versuchen, gleiche Blöcke zu erzeugen, damit keine Hashrate verschwendet wird. In das Aufgabenfeld der Koordinatoren fällt zudem auch die Aufteilung der Rewards und die Auszahlung an die Miner.(4)

Was sind Pay-Per-Share (PPS) Mining-Pools?

Bei Pay-Per-Share Mining-Pools erhältst du als Miner einen Festbetrag für jeden Share. Shares sind Einheiten, die mit der Hashrate berechnet werden. Eng verbunden ist damit auch das Hashing. In diesem Abrechnungssystem erhalten Miner immer ihren Lohn, auch wenn kein Block generiert wurde.

Da hier ein höheres Risiko für den Pool besteht, sind die Gebühren bei diesem System oftmals höher als bei den anderen Abrechnungssystemen. Sie liegen hier normalerweise zwischen 1 bis 3 Prozent.(5)

Was sind Pay-Per-Last-N-Shares (PPLNS) Mining-Pools?

Anders als bei Pay-Per-Share Mining-Pools werden beim Abrechnungssystem Pay-Per-Last-N-Share nur dann Belohnungen ausgezahlt, wenn der Mining Pool einen Block generiert hat. Wie viel der Miner bekommt, ist von den Shares abhängig, die für die Berechnung der Blocks bereitgestellt wurden.

Beim System PPLNS werden Belohnungen nur bei Generierung eines Blocks ausgezahlt.

Die Gebühren sind mit 1 Prozent geringer, allerdings spielt auch das Glück hier eine große Rolle. Miner können hier mehr Geld erhalten, gleichzeitig besteht aber auch die Gefahr weniger zu erhalten.(3)

Was sind Pay-Per-Share-Plus (PPS+) Mining-Pools?

Pay-Per-Share-Plus Mining-Pools sind eine Mischform aus den beiden anderen beschriebenen Systemen. Miner erhalten einen Festbetrag für jeden Share und zusätzlich Lohn für jeden generierten Block. Die Höhe des Lohns ist hier allerdings geringer als beim System Pay-Per-Last-N-Share. Die Gebühren sind bei diesem System am höchsten, dafür gewährt es den Minern die höchste Sicherheit und Stabilität.(3)

Sind Mining-Pools eine Bedrohung für die Dezentralisierung?

Grundsätzlich kann diese Frage mit Ja beantwortet werden, da bei Mining Pools immer die Gefahr für eine Zentralisierung besteht, wenn einem Anbieter über 51 Prozent der Rechenleistung gehören. Die Dezentralisierung kann darüber hinaus entweder bezüglich der Hardware oder aber bezüglich der Pools entstehen.

Sind 51 Prozent der Rechenleistung im Besitz eines einzigen Anbieters, besteht eine Gefahr für Zentralisierung.

Hardware-Zentralisierung bedeutet, dass manche Anbieter über besondere Hardware verfügen, die sehr effizient ist. Das Problem dabei liegt darin, dass andere Anbieter ohne diese Hardware gar nicht die Möglichkeit haben, mit dem anderen Anbieter mitzuhalten.

Pool-Zentralisierung bedeutet, dass viele Miner einem führenden Pool beitreten, da dieser Pool hohe Auszahlungen bietet. Dies führt dazu, dass der ohnehin schon große Pool noch größer wird. Durch diese Größe hat der Pool eine höhere Hashrate und eine damit verbundene höhere Chance auf die Generierung neuer Blöcke. Diese Entwicklung führt dazu, dass nur wenige Pools die Mehrheit der Rechenleistung bekommen, die vielen kleineren Pools dagegen nur sehr wenig.(5)

Mining Pools

Mining-Pools können zu einer Dezentralisierung beitragen. Sie kann entweder durch die Erlangung bestimmter Hardware oder durch den Beitritt vieler Miner in einen sowieso schon sehr großen Pool entstehen. (Bildquelle: Myriam Jessier / Unsplash)

Um der Dezentralisierung entgegen zu wirken, könnten Miner ganz einfach von den größeren zu kleineren Anbietern wechseln. Dadurch würde sich die Rechenleistung besser auf die verschiedenen Mining Pools aufteilen. Problematisch ist allerdings, dass dieser Wechsel oft nicht stattfindet. Da der Gewinn bei größeren Mining Pools höher ist, bleiben die Miner in diesen Pools, anstatt zu kleineren Anbietern zu wechseln.

Welche Mining Pools gibt es?

Mittlerweile gibt es zahlreiche verschiedene Anbieter von Mining Pools. Grundsätzlich stammt der Großteil der Miner und Mining Pools aus China. Bekannte Anbieter von Mining Pools sind unter anderem folgende:

  • IQMining
  • Sesterce
  • Genesis Mining
  • AntPool
  • BTC.com
  • F2Pool
  • Slush Pool

Drei der genannten Mining Pool-Anbieter möchten wir dir im Folgenden noch etwas genauer erläutern:

IQMining: IQMining ist ein sehr junges Unternehmen. Als einer der führenden Anbieter im Cloud Mining bietet IQMining neben vielen verschiedenen Cloud Mining Verträgen auch die Möglichkeit, sich die Erträge in Kryptowährungen auszahlen zu lassen. Dafür kannst du als Miner bei IQMining bis zu 100 verschiedene Kryptowährungen auswählen.

Ein wichtiger Faktor, der IQMining als Anbieter auszeichnet, ist dessen Kundensupport. Dieser steht rund um die Uhr zur Verfügung und du erhältst schnelle Rückmeldungen.(6)

AntPool: Anders als IQMining ist AntPool einer der ältesten Mining Pool Anbieter. Geführt wird AntPool durch das Unternehmen Bitmain. Dies ist einer der größten Hersteller von Ausrüstung für Bitcoin Mining. Besonders an diesem Anbieter ist, dass du die Hash-Rate minütlich, stündlich oder täglich einsehen kannst. (7)

Sesterce: Sesterce ist ein französischer Anbieter. Das Angebot von Sesterce ist nicht so breitgefächert wie beispielsweise das Angebot von IQMining. Trotzdem ist seine Strategie eines fokussierten Angebotes ebenfalls sinnvoll. Bei Sesterce liegt der Fokus vor allem auf dem Cloud Mining. (6)

Sind Mining Pools sicher?

Im Punkt Sicherheit ist anzumerken, dass Mining in Deutschland aktuell nicht profitabel ist. Die Stromkosten und die Kosten für die erforderliche Hardware sind vor allem mit China keineswegs zu vergleichen. Dort sind die Kosten sehr gering, während sie in Deutschland deutlich höher ausfallen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt im Bereich der Sicherheit ist die Übernahme von mehr als 51 Prozent der Rechenleistung durch einen einzigen Mining Pool. Das Problem ist hier, dass es in diesem Fall zu Manipulationen kommen kann. Viele stehen Mining Pools aus diesem Grund skeptisch gegenüber und sehen nur stark eingegrenzte Sicherheit.

Je nach Abrechnungssystem herrscht unterschiedliche Fairness für Miner und Anbieter.

Darüber hinaus gibt es einige wichtige Aspekte bezüglich der Fairness bei den verschiedenen Auszahlungsmöglichkeiten.

Hierbei ist für dich als Miner wichtig, dass sowohl bei dem System Pay-Per-Share als auch bei Pay-Per-Last-N-Shares Fairness herrscht. Vor allem bei Pay-Per-Share hast du eine gute Planbarkeit.

Auf der anderen Seite herrscht für den Betreiber etwas weniger Fairness. Während Pay-Per-Last-N-Share auch für den Betreiber fair ist, kann es beim System Pay-Per-Share sogar dazu kommen, dass der Betreiber mehr Auszahlungen leisten muss, als Gewinne generiert werden.(8)

Was ist Cloud Mining?

Beim Cloud Mining verfügen die Miner über keinerlei Hardware, sondern schließen lediglich einen Vertrag bei einem Anbieter ab. Von diesem wird die Hardware zur Verfügung gestellt und das Mining durchgeführt.(6)

Cloud Mining ermöglicht Mining, ohne im Besitz von eigener Hardware zu sein.

Vorteile, die du durch Cloud Mining hast, sind beispielsweise, dass du nicht in teure Mining Hardware investieren musst. Stattdessen zahlst du im Rahmen deines Vertrages die anfallenden Gebühren dafür. Diese fallen in der Regel um einiges geringer aus, als wenn du dir selbst die notwendige Hardware anschaffst.

Fazit

Grundsätzlich eignen sich Mining Pools dazu, als Mitglied eines Netzwerks von dessen besserer Rechenleistung zu profitieren und damit höhere Erfolge zu erzielen. Um herauszufinden, ob ein Mining Pool für dich sinnvoll ist, solltest du am besten einmal einem Anbieter beitreten und Erfahrungen sammeln. Grundsätzlich solltest du aber zu Beginn einiges beachten.

Zum einen solltest du dich über die verschiedenen Anbieter informieren, um den für dich passenden zu finden. Vor allem über die unterschiedlichen Gebühren solltest du dir im Klaren sein. Außerdem solltest du dir die verschiedenen Abrechnungssysteme anschauen und für dich entscheiden, welches für dich am sinnvollsten ist. Alles in allem muss betont werden, dass Mining Pools in Deutschland im direkten Vergleich mit China nicht lohnenswert sind.

Bildquelle: Popov / 123rf

Einzelnachweise (8)

1. Bitpanda: Was ist Bitcoin Mining und wie funktioniert es?
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2. Bitpanda: Wofür gibt es Mining-Pools und wie funktionieren sie?
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3. Computerbild: Mining Pools erklärt: So funktionieren die Netzwerke für Schürfer
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4. Binance Academy: Mining Pools Explained
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5. Decentralbox: Monero-Mining ist stark zentralisiert – Gefahr eines 51% Angriffs?
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6. Blockchainwelt: Bitcoin Mining Pool 2020 – die Anbieter und die Gefahren
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7. BTC Echo: Die 5 größten Bitcoin Miner: Wer dominiert den Mining-Sektor?
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8. Universität Münster: Anreize in Mining-Pools
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