Namensänderung Kind
Zuletzt aktualisiert: 10. Mai 2021

Es kommt immer wieder vor, dass Eltern eine Namensänderung beim Kind durchführen wollen. Dies ist oftmals bei einer Scheidung und damit dem Zurücknehmen des Mädchennamens bei der Frau oder einer neuen Heirat und der Annahme eines neuen Familiennamens der Fall. Aber auch bei Adoptionen oder in Einzelfällen kann der Familienname des Kindes gewechselt werden.

Die Namensänderung bei Kindern verläuft dabei jedoch nicht immer ganz einfach und es müssen verschiedene Dinge beachtet werden. Deshalb soll dir dieser Artikel dabei helfen, dir alle wichtigen Fragen rund um das Thema Namensänderung bei Kindern zu beantworten und dir zeigen, worauf du achten musst und welche Unterlagen dafür bei welchem Amt benötigt werden.




Das Wichtigste in Kürze

  • In der Regel bedarf eine Namensänderung bei Kindern die Zustimmung beider Elternteile und ggf. die Zustimmung des Kindes. Sollten diese nicht vorliegen, kann ein Familiengericht, bei Gefährdung des Kindeswohls, eine Zustimmung aussprechen.
  • Ab einem Kindesalter von fünf Jahren muss das Kind bei der Namensänderung des eigenen Familiennamens zustimmen. Auch wenn bei der Heirat der Eltern der Familienname normalerweise automatisch an die Kinder übertragen wird, wird dessen Zustimmung benötigt, falls sie älter als fünf Jahre sind.
  • Um eine Namensänderung durchführen zu können, bedarf es einem wichtigen Grund. Dieser liegt insbesondere dann vor, wenn das Kindeswohl gefährdet ist. Die Namensänderung kann von einem Elternteil oder dem Kind selber, falls es über 14 Jahre alt ist, beantragt werden.

Namensänderungen bei Kindern: Was du wissen solltest

Da die Namensänderung bei Kindern kein ganz einfaches Thema ist und es einige Dinge zu beachten gibt, wollen wir dir in folgendem Abschnitt die wichtigsten Fragen rund um das genannte Thema beantworten. Wir hoffen, dass wir dir dadurch etwas mehr Klarheit und einen guten Überblick darüber verschaffen können.

Welchen Familiennamen erhält das Kind nach der Geburt bei verheirateten/ nicht verheirateten Eltern?

Sind die Eltern bei der Geburt nicht verheiratet, so erhält das geborene Kind in der Regel den Familiennamen der Mutter, da diese sorgeberechtigt ist. Ist der Familienname des Vaters gewünscht, so kann der Name durch eine Namensänderung geändert werden.

Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Geben die Eltern vor der Geburt eine Sorgerechtserklärung ab, damit sie beide das Sorgerecht haben, dann können sie innerhalb von einem Monat nach der Geburt den Nachnamen des Kindes ändern. (1)

Wird diese Sorgerechtserklärung erst nach der Geburt abgegeben, kann der Nachname des Kindes auf den des Vaters auch noch beim Standesamt geändert werden, wenn beide Elternteile damit einverstanden sind (2) und innerhalb von drei Monaten die Namensänderung beschließen (3) oder wenn sie nach der Geburt heiraten, so wird der gewählte Familienname automatisch an das Kind weitergegeben, wenn es jünger als fünf Jahre ist. (4)

Namensänderung Kind

Bei verheirateten Eltern erhält das Kind den gemeinsamen Ehenamen als Familienname, bei nicht verheirateten in der Regel den Nachnamen der Mutter. (Bildquelle: Unsplash/ Alex Hockett)

Bei verheirateten Eltern nimmt das geborene Kind denselben Familiennamen an, wie der Ehenamen der Eltern. (5) Haben die Eltern jedoch verschiedene Nachnamen, so können sie gemeinsam einen Monat nach der Geburt den Familiennamen des Kindes auf den Nachnamen der Mutter bzw. des Vaters bestimmen. Einen Doppelnamen aus dem Nachnamen der Mutter und des Vaters ist dabei jedoch nicht möglich.

Wie lässt sich der Familienname des Kindes nach der Scheidung der Eltern ändern?

Bei einer Scheidung der Eltern soll oft auch der Name der Kinder geändert werden, was jedoch nicht immer ganz einfach ist. Nimmt die Frau wieder ihren Mädchennamen an und will, dass die Kinder diesen ebenfalls annehmen, so ist dies problemlos möglich, wenn der Vater dem Vorhaben zustimmt. Sind die Kinder fünf Jahre oder älter, so müssen sie dem ebenso zustimmen.

Stimmt der Vater jedoch der Namensänderung nicht zu, so ist diese nicht möglich, es sei denn, dass Kindeswohl ist dadurch gefährdet und ein Familiengericht stimmt der Namensänderung zu. Erfolgt eine Wiederheirat eines Elternteils, so kann eine Namensänderung beim Kind ebenfalls beantragt werden.

Ausschlaggebend dafür ist, dass das Kind bei dem wiederheiratenden Elternteil lebt, das andere Elternteil die Zustimmung gibt und das Kind, wenn älter als fünf Jahre ebenfalls die Zustimmung dafür gibt. (6) Hierbei kann das Kind zudem einen Doppelnamen mit altem und neuen Nachnamen erhalten. Falls der Vater dem nicht zustimmt, kann auch hier bei einer Gefährdung des Kindeswohls das Familiengericht die Zustimmung des Vaters ersetzen.

Was sind wichtige Gründe zur Namensänderung des Kindes?

Eine Namensänderung ist insbesondere nötig, wenn dadurch das Kindeswohl gefährdet ist. Auch wenn ein Elternteil dem nicht zustimmt, kann eine Zustimmung vom Familiengericht erwirkt werden.

Die Änderung des Namens bedarf einem wichtigen Grund. (7)

Häufig wird der Familienname bei Kindern mit nicht verheirateten Eltern kurz nach der Geburt geändert, da viele Paare erst dann heiraten oder das gemeinsame Sorgerecht erlangen und häufig den Nachnamen der Mutter auf den des Vaters ändern. Oftmals erfolgt eine Namensänderung auch dann, wenn sich die Eltern scheiden lassen und die Frau ihren Mädchennamen wieder annimmt.

Gehen die Paare im Streit auseinander und die Mutter bzw. der Vater erhält das alleinige Sorgerecht, so wollen sie sehr oft eine Namensänderung beim Kind, damit dieses denselben Nachnamen hat, wie das sorgeberechtigte Elternteil. Auch bei einem Todesfall eines Elternteils, wollen manche Kinder lieber den Familiennamen des noch lebenden Elternteils annehmen. Die Adoption eines Kindes ist ebenfalls ein wichtiger Grund für dessen Namensänderung.

Benötigt man bei der Namensänderung des Kindes die Zustimmung beider Elternteile?

In der Regel wird die Zustimmung beider Elternteile bei der Namensänderung beim Kind benötigt. In Einzelfällen kann aber auch das Familiengericht darüber entscheiden und die Zustimmung zur Namensänderung geben. Jedoch wird dabei ein wichtiger Grund, wie beispielsweise die Gefährdung des Kindeswohls, zur Änderung vorausgesetzt. Bei alleinigem Sorgerecht wird nur die Zustimmung der sorgeberechtigten Person benötigt.

Ab welchem Alter muss das Kind bei der Namensänderung seine Zustimmung geben?

Ist das Kind bei der Namensänderung mindestens fünf Jahre oder älter, so bedarf es seiner Zustimmung. Hat das Kind das 14. Lebensjahr vollendet und ist unter 18 Jahren, so kann es die Erklärung zur Namensänderung selbst abgeben. Es benötigt jedoch die elterliche Zustimmung. (4)

Namensänderung Kind

Im Normalfall wird der Familienname bei der Heirat der Eltern automatisch auf das Kind übertragen. Kinder ab fünf Jahren müssen ihre Zustimmung dazu geben. (Bildquelle: unsplash/ Liv Bruce)

Wollen Kinder über 14 Jahren eine Namensänderung erwirken, so benötigen diese neben der Zustimmung der Eltern auch einen wichtigen Grund. Mit Eintreten der Volljährigkeit ist das Namensänderungsgesetz maßgebend, das heißt es muss auch hier ein wichtiger Grund vorliegen und die Namensänderung wird zudem nicht beim Standesamt beantragt, sondern bei den unteren Verwaltungsbehörden.

Wann ist eine Namensänderung bei Kindern nicht möglich?

Wenn kein wichtiger Grund vorliegt, welcher die Namensänderung gerechtfertigt, dann ist diese nicht möglich. Das gilt zugleich für Kinder, wie auch für Erwachsene. Auch ist eine Namensänderung bei Kindern nicht möglich, wenn mindestens ein Elternteil und das Kind selber, falls es älter als fünf Jahre ist, keine Zustimmung dazu geben und das Kindeswohl zudem nicht gefährdet ist.

Bei welchem Amt kann man eine Namensänderung beantragen und welche Unterlagen werden benötigt?

Für die Namensänderung sind die örtlichen Standesämter zuständig, wo die Antragssteller derzeit wohnen bzw. zuletzt wohnhaft waren. (8) Dabei werden folgende Dokumente benötigt:

Unterlagen vom Kind Unterlagen der Eltern
ggf. Personalausweis/ Reisepass Personalausweis/ Reisepass
Geburtsurkunde Schriftlicher Antrag zur Namensänderung und Zustimmungserklärung
ggf. Zustimmungserkärung (wenn älter als fünf) ggf. Ehe- und Scheidungsurkunde

Man muss die Namensänderung schriftlich in Form eines Antrags stellen. Vorlagen dazu gibt es beim Standesamt und auch online. Auf diesem sind zudem alle benötigten Unterlagen aufgeführt.

Wie viel kostet eine Namensänderung bei Kindern?

Die Namensänderung bei Kindern kann je nach Aufwand mit unterschiedlich hohen Kosten verbunden sein. Die durchschnittlichen Kosten belaufen sich auf etwa 30 Euro bis 100 Euro.

Darüber hinaus muss eine neue Geburtsurkunde für zirka 10 bis 15 Euro erstellt werden sowie andere Ausweisdokumente, wie Personalausweis und Reisepass, geändert werden, die zusätzliche Kosten verursachen. Es bedarf zudem einer zusätzlichen Zustimmungserklärung, die dem Standesamt vorgelegt werden muss, welche 20 Euro kostet.

Können sich die Eltern jedoch nicht einigen und einer von beiden stimmt der Namensänderung nicht zu, dann fallen zusätzliche Kosten für ein Gutachten des Familiengerichts an, damit diese eine Zustimmung geben können oder auch nicht.

Fazit

Die Namensänderung bei Kindern kann in unterschiedlichen Fällen erfolgen, sie benötigt jedoch einen wichtigen Grund. Häufig tritt eine Änderung des Namens direkt nach der Geburt, bei der Heirat oder Scheidung der Eltern oder aber auch bei einer Adoption auf.

Ein wichtiger Grund besteht insbesondere dann, wenn das Kindeswohl gefährdet ist. Zudem ist eine Zustimmung beider Elternteile sowie ggf. die des Kindes, falls es mindestens fünf Jahre oder älter ist, von Nöten. Ist dies nicht der Fall, so kann auch ein Familiengericht eine Zustimmung zur Namensänderung geben.

Die Namensänderung wird beim örtlichen Standesamt schriftlich und unter Anführen wichtiger Dokumente, wie Geburtsurkunde des Kindes und ggf. andere Ausweisdokumente sowie ggf. die Zustimmungserklärung beantragt. Die Eltern müssen sich ebenfalls ausweisen können und eine Zustimmungserklärung vorweisen.

Zudem brauchen sie ggf. eine Ehe- und Scheidungsurkunde. Hat das Kind ein Alter zwischen 14 und 18 Jahren, so kann es selber einen Antrag zur Namensänderung stellen, jedoch benötigt es die Zustimmung der Eltern.

Bildquelle: Natali Osoblyvets/ 123rf

Einzelnachweise (8)

1. gesetze-im-internet.de: Geburtsname bei Eltern ohne Ehenamen und gemeinsamer Sorge §1617 Abs. 1 Satz 1 BGB
Quelle

2. gesetze-im-internet.de: Geburtsname bei Eltern ohne Ehenamen und Alleinsorge §1617a Abs. 2 BGB
Quelle

3. gesetze-im-internet.de: Name bei nachträglicher gemeinsamer Sorge oder Scheinvaterschaft §1617b BGB
Quelle

4. gesetze-im-internet.de: Name bei Namensänderung der Eltern §1617c Abs. 1 BGB
Quelle

5. gesetze-im-internet.de: Geburtsname bei Eltern mit Ehenamen §1616 BGB
Quelle

6. gesetze-im-internet.de: Einbenennung §1618
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7. gesetze-im-internet.de: Namensänderungsgesetz §3
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8. gesetze-im-internet.de: Namensänderungsgesetz §5 Abs. 1
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