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Zuletzt aktualisiert: 1. Juli 2021

Pflegeheime bieten sich gerade für Personen an, die nicht mehr in der Lage sind, oder keinen eigenen Haushalt mehr führen möchten. Oft wird das Pflegeheim mit einem hohen Kostenfaktor assoziiert, da eine dauerhafte Pflege nicht unbedingt günstig ist.

Im folgenden Artikel zeigen wir viele verschiedene Kostenfaktoren auf und zeigen grobe Richtwerte der Kosten im Pflegeheim. Zudem gehen wir auf verschiedene Zuschüsse und kostenunterstützende Maßnahmen ein. Auch alternative Wohnformen zum Pflegeheim werden erläutert.




Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kosten eines Pflegeheims lassen sich in verschieden Bestandteile aufgliedern. Davon werden viele Kosten von den Versicherungen übernommen. Zudem kann der Eigenanteil unter besonderen Bedingungen steuerlich abgesetzt werden.
  • Sollte der Eigenanteil der Kosten die Einkünfte übersteigen, wendet sich der Sozialträger gegebenenfalls an die Kinder. Wir zeigen dir die Bedingungen für die Unterhaltspflicht der Kinder auf und erklären wie diese steuerlich abgesetzt werden können.
  • Neben dem Pflegeheim gibt es noch weiter Wohnalternativen, wie die häusliche Betreuung, der Senioren-WG oder der ambulanten Pflege. Bei den Wohnalternativen gelten andere Zuschusshöhen der Versicherungen. Was genau beachtet werden muss, zeigt dieses Magazin.

Kosten einer Betreuung im Pflegeheim: Was du wissen solltest

Die Kosten einer Pflegeheim Betreuung wirken auf den ersten Blick recht kompliziert und verwirrend. In diesem Magazin werden wir die Kosten kategorisieren und benennen, sowie den Kostenfaktor der verschiedenen Bestandteile ausführen. Ebenso werden wir auf darauf eingehen, welche Kosten wie finanziert werden können.

Wie setzen sich die Kosten einer Pflegeheim Betreuung zusammen?

Die Kosten für das Pflegeheim setzen sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen:

  • Pflege und Betreuung
  • Verpflegung und Unterkunft
  • Investitionskosten
  • gegebenenfalls Ausbildungsumlage
  • gegebenenfalls Zusatzleistungen

Zusätzlich kann man bei regelmäßigen Einzahlungen in die Pflegeversicherung, einen Zuschuss für die Kosten der Pflege und Betreuung beantragen.

Wie hoch sind die Kosten im Pflegeheim für die Pflege und die Betreuung?

Die Pflege- und Betreuungskosten werden zum Teil von den Pflegeversicherungen übernommen. Wie hoch der Anteil pro Pflegegrad ist kannst du der Frage "Wer kommt für die Kosten einer Pflegeheim Betreuung auf?" entnehmen. Jedoch übersteigen die Kosten oft der Höhe des Zuschusses.

Seit 2017 gilt der sogenannte "einrichtungseinheitlicher Eigenanteil" (kurz: EEE). Durch diese Verordnung ist der zu zahlende Eigenanteil unabhängig von dem Pflegegrad - heißt: jeder Heimbewohner zahlt gleich viel. Jedoch ist die Höhe des Eigenanteils von jedem Pflegeheim selbst geregelt. Zudem müssen alle anderen Kosten, die im Pflegeheim anfallen, selbst gezahlt werden.

Wie hoch sind die Kosten im Pflegeheim für die Verpflegung und die Unterkunft?

Die Kosten für die Verpflegung und die Unterkunft musst du selber zahlen und fällt unter den einrichtungseinheitlichen Eigenteil. Die Kosten sind also für alle Bewohner gleich. Jedoch können die Kosten reduziert werden, wenn du nicht in der Lage sein solltest die Nahrung aufzunehmen (zum Beispiel durch eine Ernährung durch die Magensonde).

Auch bei einer längeren Abwesenheit müssen die Kosten reduziert werden. Mehr dazu erfährst du unter der Frage "Wie verändern sich die Kosten im Pflegeheim bei einer längeren Abwesenheit?".

Wie hoch sind die Investitionskosten im Pflegeheim?

Die Investitionskosten umfassen alle Umbau- und/oder Ausbaumaßnahmen in dem Pflegeheim. Sowie die Renovierungsarbeiten und Instandhaltungsmaßnahmen. Dazu zählt zum Beispiel die Renovierung des Flurs, das Modernisieren des Gemeinschaftsraumes oder die Installation eines neuen Aufzuges.

Durch eine finanzielle Unterstützung der Versicherungsträger und weiteren Zuschüssen vom Staat, werden die Kosten für einen Pflegeunterkunft erschwinglicher. (Bildquelle: Bruce Mars / Unsplash)

Die genauen Kosten können nicht benannt werden und richten sich nach den Aufwendungen der jeweiligen Pflegeeinrichtung. Sollten die Kosten die Einkünfte übersteigen, kann gegebenenfalls Pflegewohngeld beantragt werden.

Wie hoch sind die Kosten im Pflegeheim für die Ausbildungsumlage?

Abhängig vom Pflegeheim und dem Bundesland kann der Pflegeunternehmer Kosten für die Ausbildung des Pflegepersonals geltend machen. Dabei werden die Ausbildungsgehälter des Personals auf die Bewohner des Hauses aufgeteilt, die diese dann zu tragen haben.

Wie hoch sind die Kosten im Pflegeheim für die Zusatzleistungen?

Zusatzleistungen sind Leistungen, die du individuell mit der Pflegeeinrichtung besprichst. Das umfasst eine besonderes Essen, eine aufwendige Frisur oder auch ein zeitintensiverer Vorleseservice. Diese Leistungen werden extra nur für dich erbracht, wobei du selber die Kosten für diesen Service tragen musst. Dabei gilt: Nur wenn diese Aufwendung schriftlich festgehalten werden, können sie dir in Rechnung gestellt werden.

Wer kommt für die Kosten einer Pflegeheim Betreuung auf?

Für die Kosten der Pflege und Betreuung kannst du Zuschüsse von der Pflegeversicherung beantragen. Voraussetzung dafür sind regelmäßig gezahlte Beiträge in eine Pflegeversicherung. Dabei ist es irrelevant, ob es sich um eine private oder eine gesetzliche Versicherung handelt.

Zusätzlich muss ein Gutachter des Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) bestätigen, dass du pflegebedürftig bist. Die monatlichen Zuschüsse sind wie folgt gestaffelt:

Pflegegrad Zuschuss
1 125 Euro
2 770 Euro
3 1262 Euro
4 1775 Euro
5 2005 Euro

Alle weiteren Kosten, die anfallen musst du selber zahlen. Wenn du also den Pflegegrad 1 hast und 125 Euro pro Monat als Zuschuss bekommst, musst du eventuell mehr zahlen, als jemand der mit dem Pflegegrad 2 eingestuft wurde und 770 Euro im Monat als Zuschuss bekommt (1).

Kann ein Pflegeheim die Kosten für den Aufenthalt erhöhen?

Wer sich in ein Pflegeheim begibt verpflichtet sich gleichzeitig zum einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE). Dieser umfasst alle Verpflegungs-, Ausbildungs- und Unterhaltskosten, sowie einen Teil der Investitionskosten. Die Verordnung besagt, dass alle Mitbewohner des Pflegeheims einen gleich großen Kostenanteil leisten müssen - unabhängig vom Pflegegrad.

Dies impliziert gleichzeitig, dass durch eine Neueinstufung des MKD keine höheren Kosten für die Verpflegung, den Unterhalt, die Ausbildung oder die Investitionen anfallen dürfen. Jedoch gibt es Ursachen, weshalb sich der EEE anpassen kann.

  • Verpflegung und Unterkunft: Durch die Inflation steigen auch die Preise für Lebensmittel, die Reinigungsmittel, das Toilettenpapier und so weiter. Wenn sich das Pflegeheim dazu entscheidet, die Inflationseinwirkung auf die Bewohner umzulagern ist das Rechtens. Dies ist die häufigste Kostensteigerung in Pflegeheimen.
  • Ausbildungskosten: Wird das Entgelt der Auszubildenden erhöht, kann dies auf die Bewohner umgelagert werden.
  • Investitionskosten: Auch die Investitionskosten können angepasst werden. Jedoch nur unter besonderen Umständen. Die Investition muss eine zwingende Maßnahme zum Erhalt der Pflegeeinrichtung sein (zum Beispiel: Brandschutz). Kosten die durch öffentliche Förderungen gedeckt werden können, dürfen nicht auf die Bewohner umgelagert werden.

Bei allen von den genannten Punkten gilt das gleiche Prinzip: Die Erhöhung der Kosten muss angemessen sein und dem Preis-Leistungs-Verhältnis entsprechen. Die Preiserhöhung muss zwischen den Pflegeversicherungsträgern und den Sozialträgern verhandelt werden.

Zudem muss die Kostenerhöhung nicht zwingend angenommen werden, sondern kann abgelehnt werden. Sollte das Pflegeheim jedoch auf die Erhöhung der Kosten bestehen, könnte es zu einem Klageverfahren kommen(2).

Wann bekommt man Pflegewohngeld?

Das Pflegewohngeld kann beantragt werden, wenn die Investitionskosten die Einkünfte übersteigen. Dabei gilt:

  • Freiwilligkeit: Das Pflegewohngeld beruht auf freiwilliger Basis der Bundesländer. Dieser Zuschuss kann nur in Nordrhein-Westfallen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern beantragt werden.
  • Pflegegrad: Um einen Anspruch auf das Wohngeld zu haben, muss man durch einen Gutachter des MKD in einen Pflegegrad eingestuft werden.
  • Einkommen: Das Pflegewohngeld ist, außer in Mecklenburg-Vorpommern, an das Einkommen der pflegebedürftigen Person gekoppelt.
  • Angehörige: Bei der Beantragung des Pflegewohngeldes ist das Einkommen der Kinder, Ehegatten und / oder Angehörigen irrelevant.
  • Betrag: Die Höhe des Pflegegeldes ist an die Höhe der Investitionskosten gekoppelt.
  • Auszahlungen: Die Auszahlung des Pflegewohngeldes wird direkt an das Heim überwiesen.
  • Beantragung: Im Regelfall beantragt das Pflegeheim das Wohngeld für den Pflegebedürftigen. Erst, wenn das Pflegeheim keinen Antrag stellt, hat der Bewohner das Recht auf Antragstellung.

Grundsätzlich ist eine Beantragung des Pflegewohngeldes für jeden sinnvoll, sofern das Wohngeld in dem jeweiligen Bundesland gestellt wird. Es sinkt die Kosten für einen selbst und oft übernimmt die Pflegeeinrichtung die Bürokratie(3).

Wann müssen die Kinder für die Kosten des Pflegeheims der Eltern aufkommen?

Sollten die Einkünfte der Eltern die Kosten der Pflegeeinrichtung übersteigen, so könnte man schnell davon ausgehen, dass die Kinder für die Kosten herangezogen werden.

Kinder müssen nicht zwingend für die Kosten der Eltern aufkommen.

Jedoch sollte man zuerst einen Antrag auf Pflegewohngeld stellen, falls möglich. Dies ist zudem unabhängig vom Einkommen der Eltern. Sollte das Geld trotz dessen nicht reichen, oder das Pflegewohngeld kann nicht beantragt werden, kann sich an die Kinder gewendet werden. Jedoch nur unter besonderen Umständen.

Seit 2020 gilt eine neue Verordnung, dass Kinder erst dann unterhaltspflichtig sind, wenn ihr Einkommen pro Person ein Jahreseinkommen von 100.000 Euro übersteigt. Entscheidend für die Berechnung ist, dass nur das Einkommen des Kindes gezählt wird. Es wird nicht das Haushaltseinkommen oder das Einkommen des Ehepartners betrachtet. Diese 100.000 Euro Grenze halt folgende Ausnahmen:

  • Unterhaltspflichtige Eltern für den Aufenthalt ihres minderjährigen Kindes in einer Pflegeeinrichtung.
  • Unterstützung des Ehepartners, der in einer Pflegeeinrichtung wohnt.
  • Pflegebedürftige Eltern, die ihrem Kind erhebliches Fehlverhalten schuldig gemacht haben (zum Beispiel: Missbrauch)

Zudem gibt es einen Schonbetrag von 5.000 Euro. Dieser Betrag bleibt anrechnungsfrei (4, 5).

Wie verändern sich die Kosten im Pflegeheim bei einer längeren Abwesenheit?

Wer länger nicht im Pflegeheim ist, hat Anspruch auf eine Senkung der Kosten. Solltest du mehr als drei ganze Tage nicht im Pflegeheim wohnen, ist die Einrichtung dazu verpflichtet, die Kosten der Verpflegung und Unterkunft um mindestens 25 Prozent zu senken. Jedoch werden die Investitionskosten nicht erstattet, da das Pflegeheim durch deine Abwesenheit keine Ersparnisse hat.

Für Ausflüge und Urlaube kann das Pflegeheim selbstverständlich verlassen werden. Zur Gewährleistung des Heimplatzes jedoch 42 Tage im Jahr, wobei Rehabilitations- und Krankenhausaufenthalte nicht zu den 42 Tagen gezählt werden. (Bildquelle: Matthew Bennett / Unsplash)

Insgesamt kannst du das Heim 42 Tage im Jahr verlassen, ohne deinen Heimplatz zu verlieren. Diese 42 Tage gelten jedoch nur für private Aktivitäten und Ausflüge, wie Familienbesuche oder Urlaub. Aufenthalte in Krankenhäuser oder Rehabilitierungsaufenthalte zählen dabei nicht zu den 42 Tagen (6).

Sind die Kosten für ein Pflegeheim steuerlich absetzbar?

Wer in einem Pflegeheim wohnt und selbst Kosten tragen muss, kann die Kosten unter besonderen Umständen steuerlich absetzen. Voraussetzung für eine steuerliche Abzugsfähigkeit nach §33 EStG (Einkommensgesetzbuch) ist eine außergewöhnliche Belastung. Diese liegt vor, wenn man selbst in einem Pflegegrad durch einen Gutachter der MKD eingestuft wurde und selbst Kosten tragen muss

Des Weiteren liegt eine außergewöhnliche Belastung vor, wenn man für die Kosten der Pflege eines Familienangehörigen ersten Grades aufkommen muss, der als pflegebedürftig durch das MKD eingestuft wurde. Diese außergewöhnlichen Belastungen können bei der Steuererklärung geltend gemacht werden(7).

Welche Alternativen gibt es zu einem Pflegeheim?

Neben dem Pflegeheim gibt es noch weiter Möglichkeiten, die optimale Betreuung für eine pflegebedürftige Person zu gewähren. Was genau die anderen Pflegevarianten sind, wie sie funktionieren und welche Kosten auf einen zu kommen haben wir im folgenden erläutert. Zudem gehen wir auf die Verschiedenen Zuschüsse und Kostenübernahmen der Pflegeversicherungen ein.

24 Stunden - Häusliche Betreuung

Die 24 Stundenpflege, oder auch "Rund um die Uhr Pflege" impliziert eine Betreuung einer pflegebedürftigen Person rund um die Uhr in den eigenen vier Wänden. Häufig wird dafür Personal angestellt, dass gemeinsam mit der pflegebedürftigen Person zusammen lebt und ein eigenes Zimmer in der Wohnung der dieser Person hat.

Das eigene Haus muss nicht zwingend verlassen werden.

Dabei wird das Personal oft aus anderen EU-Staaten angestellt, da Personal aus Deutschland meist zu teuer ist. Bei dem Personal handelt es sich meistens um eine Betreuungskraft und nicht um eine examinierte Pflegekraft - was aber nicht heißen soll, dass das schlechter ist.

Bei der 24 Stunden Pflege geht es viel mehr um die Betreuung als um die Pflege. Aufgaben des Personals umfasst die Grundpflege. Das sind zum Beispiel die tägliche Unterstützung im Haushalt, Einkaufen, Begleitung zu Terminen oder auch Kochen.

Wichtig: Für medizinische Behandlungstätigkeiten (zum Beispiel Blutdruckmessen, Spitzen geben) muss eine examinierte Pflegekraft zur Hilfe gezogen werden.  Die medizinische Behandlung wird vom Arzt verordnet und die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

Für eine 24 Stunden Pflege gelten die gleichen gesetzlichen Arbeitsbedingungen wie für eine deutsche Arbeitskraft. Da das Personal circa 35 bis 40 Stunden die Woche angestellt ist, benötigt man mehrere Betreuungskräfte.

Die Kosten für die Rund-um-die-Uhr-Pflege belaufen sich auf circa 2000 bis 5000 Euro im Monat(8). Auch hier werden Kosten übernommen. Abhängig vom Pflegegrad gibt es das sogenannte "Pflegegeld", sowie Zuschüsse für die Sachleistungen.

Pflegegrad Pflegegeld pro Monat Sachleistungen pro Monat
1 0 Euro 0 Euro
2 316 Euro 689 Euro
3 545 Euro 1298 Euro
4 728 Euro 1612 Euro
5 901 Euro 1995 Euro

Zusätzlich zu den Zuschüssen wird ein Belastungsbetrag von 125 Euro pro Monat erstattet. Barrierefreie Investitionen für das Wohnen zuhause wie in etwa die Anschaffung eines Seniorenbettes, eines Pflegebettes, einer Aufstehhilfe oder ein Treppenlift werden oft von den Krankenkassen übernommen.

Für eine genauere Informationen solltest du dich an deine Krankenkasse wenden. Des Weiteren gibt es einen Zuschuss für die Wohnraumanpassung von maximal 4000 Euro pro Maßnahme (9, 10).

Ambulante Betreuung

Das Gegenstück der häuslichen 24-Stunden-Pflege ist die ambulante Betreuung. Bei der ambulanten Betreuung kommen häufig examinierte Pflegekräfte zu der pflegebedürftigen Person nach Hause. Dies kann zwischen 1-2 mal die Woche und mehrmals täglich variieren.

Wenn nur eine Unterstützung im Alltag gebraucht wird, ist eine häusliche Betreuung optimal. Das Betreuungspersonal ist selten als Pflegekraft ausgebildet und dient nur zur Unterstützung im Haushalt, Begleitung zu Terminen oder Beschäftigung der zu pflegenden Person.  (Bildquelle: CDC / Unsplash)

Die Kosten werden bei ärztlicher Verordnung von medizinischen Behandlungen oft von den Krankenkassen übernommen. Zudem gelten die gleichen Sachleistungszuschüsse und Pflegegelder wie bei der 24-Stunden-Betreuung (siehe: 24 Stunden - Häusliche Betreuung). Auch hier gibt es Zuschüsse für die Wohnraumanpassung von maximal 4000 Euro pro Maßnahme.

Senioren-WG / Pflege-WG

Pflege- oder auch Senioren-WGs gewinnen immer mehr an Beliebtheit. Bei dieser WG-Form leben viele ältere Menschen gemeinsam zusammen und bekommen Pflegebetreuung. Die Senioren-WGs unterschieden sich jedoch häufig von einer klassischen WG.

Bei den Pflege-WGs gibt es oft viele verschiedene Wohneinheiten mit eigener Küche, eigenem Bad und eigenen Räumen. Diese Wohneinheiten befinden sich oft nebeneinander und es gibt zusätzlich noch Gemeinschaftsräume.

Diese alternative Wohnform bietet Senioren genügend Privatsphäre, gleichzeitig auch mehr Gesellschaft. Die Senioren-WGs sind auf verschiedene Pflegegrade angepasst. Ob 24 Stunden Pflege oder ambulante Betreuung - alles ist vertreten. Ebenso wie bei der Ambulanten Betreuung Zuhause gelten die gleichen Sachleistungszuschüsse und Pflegegelder wie bei der 24-Stunden-Betreuung.

Jedoch unterschieden sich die Zuschüsse für die Wohnraumanpassung. Pro Person werden maximal 2500 Euro erstattet und pro Wohneinheit maximal 10.000 Euro (11).

Die ambulanten Pflege-WGs werden häufig von Kommunen, Bürgervereinen oder Pflegediensten gegründet. Sollte jedoch keine passende Senioren-WG gefunden werden, besteht die Möglichkeit selbst eine zu gründen. Diese Aufgabe kann von den Senioren selbst übernommen werden, oder auch von Angehörigen.

Als Gründer kann die Mietfläche selbst entschieden werden, sowie die Personen, die einziehen. Wichtig dabei ist, dass alle Leistungen vertraglich festgehalten werden, damit es nicht zu einem Rechtsstreit mit den Pflegeversicherungen kommt und die Zuschüsse gezahlt werden. Dabei sind folgende Verträge unabdingbar:

  • Der Mietvertrag
  • Der Vertrag über die Leistung der Pflege-und Betreuungskräfte

Zudem sollte darauf geachtet werden, dass die Verträge klar formuliert und verständlich sind, sowie keine Lücken enthalten. Die genauen Leistungen des Pflege-und Betreuungspersonals sollte notiert werden. Um einen Rechtsstreit mit den Pflegeversicherungen vermeiden zu können, sollten die Verträge einem Rechtsanwalt vorgelegt werden, der sich auf diesen Bereich spezialisiert hat.

Fazit

Die Kosten für den Pflegeheim Betreuung lassen sich in verschiedene Kategorien einordnen. Dabei unterscheidet man zwischen gewöhnlichen Unterhalts,-und Verpflegungskosten, sowie Investitionskosten und Ausbildungsumlagen oder auch speziellen Zusatzleistungen.

Nicht alle Kosten werden von den Versicherungen übernommen. Deshalb ist es umso wichtiger, sich zusätzlich darüber zu informieren wie hoch der einrichtungseinheitliche Eigenanteil ist.

Des Weiteren gibt es noch viele andere Wohnalternativen für pflegebedürftige Menschen. Es ist immer sinnvoll, sich über verschiedene Alternativen zu informieren. Auch andere Varianten zum Pflegeheim werden durch die Versicherungsträger finanziert - wodurch das Pflegeheim nicht zur einzigen bezahlbaren Alternative wird (12).

Bildquelle: Vlad Sargu / 123rf

Einzelnachweise (12)

1. Bundesministerium für Gesundheit (2021): Pflege im Heim In: Online Ratgeber Pflege
Quelle

2. Curendo-Redaktion (2014): Was ist Pflegewohngeld und wer bekommt es? In: Curendo
Quelle

3. Oliver Havlat (2020): Pflegeheim wird teurer – in diesen Fällen ist eine Preiserhöhung möglich In: Verbraucherzentrale
Quelle

4. Oliver Havlat (2020): Elternunterhalt: Kinder zahlen erst ab 100.000 Euro Jahreseinkommen In: Verbraucherzentrale
Quelle

5. Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (2003): Sozialgesetzbuch (SGB) Zwölftes Buch (XII) - Sozialhilfe - (Artikel 1 des Gesetzes vom 27. Dezember 2003, BGBl. I S. 3022) § 94 Übergang von Ansprüchen gegen einen nach bürgerlichem Recht Unterhaltspflichtigen In: Gesetze im Internet
Quelle

6. Oliver Havlat (2020): Pflegeheimkosten bei Urlaub, Krankenhausaufenthalt und Reha In: Verbraucherzentrale
Quelle

7. Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (2020):Einkommensteuergesetz (EStG) § 33 Außergewöhnliche Belastungen In: Gesetze im Internet
Quelle

8. Pflege.de (2019): 24-Stunden-Pflege & Betreuung: Vermittlung, Anstellung und Kosten In: Pflege.de
Quelle

9. Bundesministerium für Gesundheit (2021): Pflegegeld In: Begriffe von A-Z
Quelle

10. Bundesministerium für Gesundheit (2021): § 36 SGB XI Pflegesachleistung In: Sozialgesetzbuch
Quelle

11. Pflege.de (2021): Ambulante Pflege: Gut gepflegt zuhause leben In: Pflege.de
Quelle

12. Pflege.de (2020): Senioren-WG In: Pflege.de
Quelle

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Gesetzgebung/ Ratgeber
Bundesministerium für Gesundheit (2021): Pflege im Heim In: Online Ratgeber Pflege
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Pflegewohngeld
Curendo-Redaktion (2014): Was ist Pflegewohngeld und wer bekommt es? In: Curendo
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Ratgeber
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